Beliebtheit von Regierungschefs Netto-Zustimmung in Prozentpunkten, nach Datum

Kaum jemand ist in aller Munde so unbeliebt wie Trump. Sein sogenannter Net-Approval-Wert liegt bei minus 20. Das heißt: Mehr Amerikaner lehnen ihn ab als ihn unterstützen. Seit dem Zwölf-Tage-Krieg Israels gegen den Iran sind seine Werte stark gefallen.

Doch verglichen mit Merz wirkt Trump geradezu populär. Der deutsche Kanzler landet 64 Prozentpunkte im Minus. Und nicht nur das: Zu keinem Zeitpunkt seiner Amtszeit war er beliebter als der US-Präsident.

Allerdings ist Merz damit nicht allein: In den fünf größten europäischen Volks­wirtschaften kommt keiner auf positive Werte. Europas Staats- und Regierungschefs befinden sich in einem kollektiven Tief.

Allen voran: Merz, der im April 2026 sogar den französischen Präsidenten Macron als unbeliebtesten der zwölf Staatschefs ablöste, für die Morning Consult dem Tagesspiegel Zeitreihen bereitstellt hat.

Um Regierungschefs fair miteinander zu vergleichen, muss man berück­sichtigen: Je länger jemand im Amt ist, desto unbeliebter wird er tendenziell. Deshalb setzen wir alle auf denselben Startpunkt: Tag 1 im Amt – Macron ausgenommen, weil Morning Consult erst nach seinem Amtsantritt mit der Erhebung begann. Bei Trump zeigen wir die zweite Amtszeit.

Es ist wie in einer Beziehung: Die sogenannte Honeymoon-Phase geht früher oder später zu Ende. Am ausgeprägtesten – und von besonders kurzer Dauer – war sie beim britischen Premier Keir Starmer.

Und zwischen Merz und den Deutschen? Da gab es gar keinen echten Honeymoon. Der CDU-Politiker startete Anfang Mai unbeliebt. Dafür jedoch verbesserten sich die Werte im Sommer kurzzeitig, auf internationalem Parkett machte er eine gute Figur.

Doch bald begannen sich die Koalitionäre zu streiten, zunächst über die Verfassungsrichter­kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf. Aus ihrer Wahl wurde nichts – und auch nicht aus einer neuen Liebe der Deutschen zu ihrem Kanzler…

…Abgesehen von einem Aufschwung zum Ende des Jahres, als die Regierung Rentenpaket und Wehrdienst-Reform verabschiedete.