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Bilder: 1989 - imago/Thomas Imo, 2019 - imago/Schöning

89/19

Erleben Sie das geteilte Berlin im Hier und Jetzt!
Erleben Sie das geteilte Berlin
im Hier und Jetzt!
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Es ist ein seltsamer Schwebezustand. Als am Nachmittag des 9. Novembers 1989 NVA-Soldaten auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor stehen, ist noch nicht klar, dass die Berliner Mauer nur wenige Stunden später ihre teilende Macht verlieren wird.

Derweil haben immer mehr Menschen in Ost und West die Nachricht gehört, dass die innerdeutsche Grenze noch an diesem Tag geöffnet werden soll. Tausende laufen zur Mauer, um sich selbst ein Bild zu machen. Die NVA-Soldaten, selbst noch im Unklaren darüber, wie es weitergeht, beziehen Stellung auf der Mauer und beobachten die Situation.

Es ist eine der letzten Demonstrationen einer scheidenden Staatsgewalt. Noch in der gleichen Nacht klettern die ersten Menschen auf denselben Teil der Mauer. Dieses Mal, um den Beginn der Wiedervereinigung zu feiern.

Die geteilte Stadt greifbar machen

Mauergang. Um die Mauer führte auf der West-Seite ein schmaler Pfad, der Zollweg genannt wurde. Beispielsweise hier in der Kommandantenstraße in Kreuzberg. Foto: Imago
Heute erinnert nur noch der unauffällige Mauerstreifen aus Kopfsteinpflaster an die zerteilte Stadt. Foto: Hendrik Lehmann

30 Jahre später ist die Mauer an den meisten Orten der Stadt für die Mehrheit nicht mehr zu erahnen. Hier und dort erinnert noch ein Mahnmal. Nur wer im richtigen Moment auf den Boden schaut, entdeckt die zwei Reihen unauffälliger Pflastersteine, die den ehemaligen Verlauf der Mauer bekunden. Zumindest, wenn nicht gerade Autos darauf parken.

Zum 30. Geburtstag des geeinten Berlins haben wir uns gefragt, wie man die geteilte Stadt jenen begreifbar machen kann, die nicht dabei waren? Wie kann man an die Wendestimmung in der Stadt erinnern? Wie kann man zeigen, wie schnell Mauern aufgebaut werden können – und wie lange es dauert, ihre Gewalt wieder aus dem Leben zu bekommen?

Interaktive Zeitreisen: Die geteilte Stadt im Hier und Jetzt

Gemeinsam mit dem jungen Berliner Startup Zaubar haben wir deshalb zum Mauerfalljubiläum eine neue Art des Erzählens entwickelt. Mehrere Arten sogar, um genau zu sein.

Natürlich lässt sich die geteilte Stadt nicht in wenige dutzend Bilder oder ein 3D-Modell der Mauer fassen. Aber wir hoffen, dieses Angebot ist ein kleiner Anstoß zur Erinnerung an eine große Zeit. Wir wünschen eine gute Reise durch die Zeit!

Die Karte der geteilten Stadt

Wählen Sie die Orte über die Karte aus – oder begeben Sie sich auf einen kuratierten Rundgang! Die historischen Aufnahmen sind dort platziert, wo sie damals aufgenommen wurden. Die aktuellen Bilder sind 360-Grad-Fotos. Mit dem Schieberegler können Sie zwischen heute und Mauerzeiten wechseln:

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Wir sind gespannt, was Sie mit diesen Orten verbinden. Schreiben Sie uns gerne auf Twitter (#tagesspiegel8919) oder Facebook einen Kommentar dazu! Sie haben einen Fehler gefunden? Sie erreichen uns per Mail an digital@tagesspiegel.de!

Tagesspiegel 89/19
Mehr über das Projekt

Wie lässt sich Augmented Reality nutzen, um die Geschichte greifbar zu machen? Um das auszuprobieren, kooperiert das Tagesspiegel Innovation Lab für dieses Projekt mit dem Startup Zaubar.

Was ist Zaubar?

Zaubar ist ein 2019 gegründetes Berliner Startup, das App-Plattformen zur schnellen und einfachen Erstellung von lokal verankerten Stadttouren in Augmented Reality entwickelt. Mehr zu Zaubar

Was ist Tagesspiegel 89/19?

Anlässlich des Mauerfalljubiläums hat Zaubar in Kooperation mit dem Tagesspiegel Innovation Lab eine erste App mit ihrer Augmented-Reality-Technologie umgesetzt. Dafür werden historische Bilder mithilfe der neuen VPS-Technologie an der Stelle in der realen Welt verankert, an der sie einst aufgenommen wurden.

Zusätzlich können 3D-Modelle vom Nutzer virtuell im Raum platziert werden, beispielsweise ein Mauerstück. Oder David Hasselhoff. Wenn die Nutzer ein neueres iPhone (ab XS) oder iPads (ab A12 Chips und neuer) haben, ist es außerdem möglich, sich selbst vor den 3D-Objekten zu fotografieren. Dazu wird Künstliche Intelligenz verwendet, um Personen in der Kamera live auszuschneiden und vor die historischen Bilder zu platzieren - als „Selfie mit der Geschichte“.

Woher kommen die historischen Aufnahmen?

Die historischen Aufnahmen wurden in mehreren Archiven recherchiert. Außerdem wurden Bilder von Tagesspiegel-Fotografen genutzt. Und es wurden Bilder von Leserinnen und Lesern integriert, die nach einem Aufruf über den Tagesspiegel Checkpoint eingesandt wurden.

Förderung

Die Entwicklung der Publikationsplattform Zaubar wurde für sechs Monate durch die Startup-Förderung des Medieninnovationszentrums Babelsberg (MIZ) gefördert.

Über die Autorinnen und Autoren

Andreas Baum
Testing
Andreas Baum arbeitet im Tagesspiegel Innovation Lab. Er verbrachte viel Zeit mit dem Testen und Überprüfen von Inhalten dieser Anwendung.
Michael Gegg
Webentwicklung
Michael Gegg arbeitet beim Tagesspiegel Innovation Lab als Redakteur für Softwareentwicklung. Er hat die interaktive 360-Grad-Karte mit umgesetzt.
Hendrik Lehmann
Text & Koordination
Hendrik Lehmann leitet das Tagesspiegel Innovation Lab. Er überlegte sich gemeinsam mit Zaubar und der Tagesspiegel-Redaktion das Konzept für diese Anwendung.
Stefan Marx
Entwicklung & Koordination
Stefan Marx ist Co-Founder von Zaubar und arbeitet dort als Kreativdirektor und Technical Artist. Er kümmert sich um Produkt- und Softwareentwicklung war für die App-Entwicklung von Tagesspiegel 89/19 verantwortlich.
David Meidinger
Webentwicklung
David Meidinger arbeitet im Tagesspiegel Innovation Lab als Redakteur für Softwareentwicklung. Er hat die interaktive 360-Grad-Karte mit umgesetzt.
Anne-Sophie Panzer
Recherche & Bilder
Anne-Sophie Panzer ist Journalistin und Co-Founderin von Zaubar. Sie suchte online und offline nach historischen Aufnahmen und bereitete diesen für App und interaktive Karte auf.
Helena Wittlich
Text & Produktion
Helena Wittlich ist Redakteurin im Tagesspiegel Innovation Lab. Sie recherchierte die Texte zu den historischen Aufnahmen und koordinierte die Bildauswahl.
Veröffentlicht am 8. November 2019.