Bundestag beschließt Rentenpaket: Wie haben die einzelnen Abgeordneten abgestimmt?

Am Ende stand die Kanzlermehrheit – wenn auch knapp. Aber wer stimmte dagegen? Wer dafür? Alle Ja- und Nein-Stimmen zum Rentenpaket in einer durchsuchbaren Grafik.
Am Ende stand die Kanzlermehrheit – wenn auch knapp. Aber wer stimmte dagegen? Wer dafür? Alle Ja- und Nein-Stimmen zum Rentenpaket in einer durchsuchbaren Grafik.
Abstimmung zum Rentenpaket
318
Abgeordnete
Linke
-
Grüne
-
SPD
120
Union
198
AfD
-
Keine
-
Hinweis: Bildquellen siehe unten im Artikel

Wochenlang mussten Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die Spitze der von ihm geführten Bundesregierung bangen: Sollte das schwarz-rote Rentenpaket, im August vom Kabinett beschlossen, keine Mehrheit der Koalition aus eigener Kraft finden? Wochenlang hatte es internen Widerstand gegeben – ausgerechnet eigentlich nur in der Kanzlerpartei CDU.

Am Freitag, um 13.21 Uhr, war die Erleichterung in den Reihen der Koalition im Plenum spürbar. Da nämlich verkündete Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) das Ergebnis der Abstimmung. Sogleich war klar: Zwar knapp, aber so doch hatte Schwarz-Rot seine Kanzlermehrheit mobilisiert. AfD und Grüne votierten gegen das Rentenpaket, die Linke enthielt sich.

In unserer interaktiven Grafik können Sie sehen, welche Abgeordneten für das Rentenpaket gestimmt haben – und wer dagegen. Sie können nach Ihrer Postleitzahl oder ihrem Wahlkreis suchen.

So erleichtert Koalition und Kanzler erst einmal sein können, so dürfte sich mancher in der CDU/CSU noch genauer mit dem eigenen Abstimmungsergebnis befassen. Sieben CDU-Parlamentarier nämlich stimmten dagegen. Zwei weitere Unions-Abgeordnete enthielten sich, einer nahm an der Abstimmung nicht teil. Zehn Unions-Abgeordnete also verweigerten ein Ja. Maximal zwölf „Abweichler“ kann sich die Koalition erlauben, wenn sie die Kanzlermehrheit erhalten will. Die SPD stimmte geschlossen mit Ja.

Die so genannte Kanzlermehrheit liegt bei 316 Abgeordneten, die Koalition kommt auf 328 Abgeordnete. Merz selbst hatte am Donnerstag die Verabschiedung mit einer Kanzlermehrheit angekündigt.

Dem war eine wochenlange Debatte vorausgegangen. Junge Unions-Abgeordnete monierten, das Rentenpaket belaste die junge Generation und verursache zu hohe Kosten. Konkret wandten sie sich gegen Pläne zur Stabilisierung des Rentenniveaus und drohten mit einer Blockade. Am Freitag kam es anders. Und am 19. Dezember soll der Bundesrat über das Rentenpaket abstimmen.

Einer, der am Freitag mit Nein stimmte, Johannes Winkel (CDU), Chef der Jungen Union, will jetzt erst recht weiter für „echte Reformen“ kämpfen. „Wir brauchen nicht nur Reformdebatten in Deutschland, wir brauchen vor allen Dingen Reformentscheidungen in Deutschland.“ Da könne man sich „auf uns“ verlassen. „Es geht jetzt erst richtig los“, sagte er dem TV-Sender Phoenix.