Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 14. Februar, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1648
letzte Woche, 1597 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1648
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 6.2., letzte Aktualisierung: 13.2. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
917
200
76
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
646
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 6.2., letzte Aktualisierung: 13.2. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte erneut eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes.

Die ukrainische Armee sei die stärkste Europas, sagt Selenskyj auf der Münchner Sicherheitskonferenz. „Es wäre nicht schlau, die größte Armee Europas aus der Nato herauszulassen“, betont er. „Aber stellen Sie sicher, dass dies Ihre Entscheidung sein wird und nicht Putins“, fügte er an die Adresse der Nato-Staaten hinzu. (Reuters)

Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die russische Stadt Belgorod sind nach Angaben des dortigen Gouverneurs Wjatscheslaw Gladkow zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden.

Gladkow erklärte in einem auf Telegram geposteten Video, dass die Männer Teil von Teams gewesen seien, die beschädigte Heizungs- und Stromnetze in der Stadt reparierten. Durch den Angriff seien auch Energieanlagen schwer beschädigt worden, was zu Ausfällen bei der Strom-, Heizungs- und Wasserversorgung geführt habe. Belgorod liegt etwa 40 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt. (Reuters)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeichnet den von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossenen Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch mit einem hohen Staatsorden aus.

Heraskewytsch war bei den Spielen in Italien disqualifiziert worden, weil er mit einem Helm an im Krieg mit Russland getötete Athleten erinnerte. „Medaillen sind wichtig für die Ukraine und für Sie, aber das Wichtigste ist, wer Sie sind“, sagte Selenskyj bei der Verleihung des ukrainischen Freiheitsordens am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Er habe großen Respekt vor allen Olympioniken, die Heraskewytsch und seine Haltung unterstützt hätten, so der Präsident. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) weist die Berufung des Sportlers gegen den Ausschluss jedoch weiterhin zurück. (Reuters)

Macron beharrt auf europäischer Beteiligung an Ukraine-Verhandlungen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) seine Forderungen nach einer europäischen Beteiligung an Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine bekräftigt. „Die Europäer müssen zu einem möglichen Abkommen zustimmen, denn sie werden einen bedeutenden Teil der Sicherheitsgarantien übernehmen“, sagte Macron am Freitagabend in München. „Wenn Sie wollen, können Sie ohne die Europäer verhandeln, aber dann wird es keinen Frieden geben“, sagte Macron an die Adresse der USA.

Aus diesem Grund habe er auch entschieden, „einen direkten Gesprächskanal mit Russland“ zu eröffnen, „in voller Transparenz mit der Ukraine, den europäischen Partnern und den amerikanischen Verbündeten“, sagte der französische Präsident.

Langfristig gehe es auch darum, wie Europa mit Russland koexistieren könne. „Wenn wir in der Ukraine eine Einigung erzielen, werden wir es dennoch weiter mit einem aggressiven Russland zu tun haben, mit einer aufgeputschten Rüstungsindustrie und einer aufgeblähten Armee“, sagte Macron.

„Wir werden Regeln des Zusammenlebens definieren müssen“, fügte er hinzu. Dazu müsse etwa auch geklärt werden, wie Rüstungskontrollen im Zeitalter von Drohnen gestaltet werden könnten. Über diese Themen wolle Frankreich in Kürze mit Deutschland und Großbritannien beraten. „Europa muss lernen, eine geopolitische Macht zu werden“, sagte Macron. (AFP)

Trump setzt Selenskyj unter Druck und fordert Zugeständnisse

US-Präsident Donald Trump sagt, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj werde eine Chance auf Frieden verpassen, wenn er nicht „in Bewegung komme“. Russland wolle inmitten des andauernden Krieges in der Ukraine ein Abkommen schließen, sagt Trump vor Reportern im Weißen Haus. „Russland will eine Einigung erzielen, und Selenskyj muss sich bewegen. Sonst verpasst er eine große Chance. Er muss handeln.“ (Reuters)

Schneckentempo: Rutte spottet über russische Streitkräfte

Nato-Generalsekretär hat das Tempo des russischen Vormarsches in der Ukraine mit dem einer Gartenschnecke verglichen. „Dieser sogenannte russische Bär existiert nicht“, sagte er bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Unterm Strich bewegt sich das kaum schneller als eine Gartenschnecke.“

Rutte verwies zudem auf die enormen Verluste der russischen Streitkräfte in dem Angriffskrieg. Allein im Dezember seien 35.000 russische Soldaten gefallen, im Januar ebenfalls 30.000. „Das sind die Fakten. Deshalb müssen wir die Ukraine stark halten, denn wir sehen, dass sie unsere Unterstützung bestmöglich nutzt“, sagte er. Er wolle bei der Münchner Sicherheitskonferenz klarmachen, dass die Russen nicht gewinnen, wie manche dächten. (dpa)

EU importierte 2025 Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro

Die EU hat im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro importiert. Das sind rund 3 Prozent weniger als 2024 (rund 7,6 Milliarden), wie aus Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat hervorgeht.

Insgesamt wurde 2025 Flüssigerdgas (LNG; liquefied natural gas) im Wert von rund 46,0 Milliarden Euro importiert. Das meiste – für rund 24,2 Euro – kam aus den USA. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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