Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 23. Januar, 17:30 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1554
letzte Woche, 1515 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1554
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 16.1., letzte Aktualisierung: 21.1. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
810
200
61
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
678
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 16.1., letzte Aktualisierung: 21.1. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Spionage: EU-Meldepflicht für russische Diplomaten in Kraft

Zur Abwehr vor Spionage und Desinformation gilt in der EU ab heute eine Meldepflicht für russische Diplomaten und Konsularbeamte sowie für ihre Mitarbeiter und Familienangehörigen. Sie müssen ab nun ihre Reisen zwischen Mitgliedstaaten mindestens 24 Stunden vorab in den Ziel- und Durchreiseländern anmelden.

Letztere können zudem auch eine Genehmigungspflicht für die Einreise oder Durchreise einführen, um Reisen im Zweifelsfall verbieten zu können. Als Begründung für die Einschränkung der Bewegungsfreiheit heißt es, die betroffenen Personen würden zum Teil eingesetzt, um nachrichtendienstliche Operationen zur Verteidigung der russischen Aggression gegen die Ukraine durchzuführen. (dpa)

Nächste Runde der Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi soll am 1. Februar beginnen

Die Dreiergespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA zur Beendigung des Ukraine-Krieges sollen nach US-Angaben in einer Woche fortgesetzt werden. „Wir haben uns darauf verständig, dass die nächste Runde am nächsten Sonntag wieder in Abu Dhabi beginnt“, sagte ein US-Regierungsvertreter am Samstag zu Journalisten. Die Einigung auf weitere Gespräche sei ein „gutes Zeichen“.

Bei den jetzigen Gesprächen vom Freitag und Samstag sei bereits „viel Arbeit“ erledigt worden, sagte der US-Vertreter weiter. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor von „konstruktiven“ Gespräche gesprochen und erklärt, „möglicherweise“ würden kommende Woche weitere Treffen stattfinden. Die direkten trilateralen Gespräche in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate waren die ersten in diesem Format über den US-Friedensplan für die Ukraine. (AFP)

Behörden melden Raketenangriff auf russische Grenzregion

Die westrussische Großstadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine ist nach Behördenangaben von einem schweren Raketenangriff getroffen worden. „Unseren Informationen nach war es der massivste Raketenbeschuss Belgorods (seit Kriegsbeginn)“, schrieb der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, bei Telegram. Demnach wurden Energieanlagen getroffen. Tote und Verletzte habe es ersten Informationen nach aber nicht gegeben, fügte er hinzu.

Russland beschießt seit Kriegsbeginn systematisch die Infrastruktur der benachbarten Ukraine. Das Energienetz dort ist inzwischen so geschwächt, dass vielerorts die Menschen täglich stundenlang ohne Strom und Heizung auskommen müssen. Aber auch die Russen selbst spüren zunehmend die Folgen des Kriegs. Belgorod ist in Russland eine der am stärksten betroffenen Regionen. Wegen ukrainischer Angriffe ist dort ebenfalls die Stromversorgung eingeschränkt. (dpa)

Russland will weiteren Ort in Region Charkiw eingenommen haben

Russland hat nach eigenen Angaben das Dorf Staryzja in der nordostukrainischen Region Charkiw eingenommen. Zudem hätten die Truppen in der Nacht ukrainische Drohnenstellungen und Energieanlagen angegriffen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (Reuters)

Fast 6000 Gebäude in Kiew ohne Heizung

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach einem russischen Angriff in der Nacht fast 6000 Gebäude von der Wärmeversorgung abgeschnitten. Dies teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Die Außentemperatur liegt am Morgen bei minus 12 Grad. (Reuters)

Selenskyj pocht auf Umsetzung von Trump-Absprachen zur Luftabwehr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert nach den schweren russischen Angriffen auf Energieanlagen die vollständige Umsetzung der mit US-Präsident Donald Trump getroffenen Absprachen zur Luftabwehr. Die in Davos vereinbarten Maßnahmen müssten „vollständig umgesetzt“ werden, sagt Selenskyj. Er und Trump hatten sich am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum getroffen und über Unterstützung bei der Luftabwehr gesprochen, ohne jedoch Details zu nennen. (Reuters)

General: Nato will an Grenze zu Russland „automatisierte Zone“ schaffen

Die Nato will in den kommenden zwei Jahren an der Grenze zu Russland massiv aufrüsten, deutlich mehr Waffen einlagern und eine menschenleere „automatisierte Zone“ schaffen. „Wir werden spürbar größere Vorräte als bisher in den Nato-Grenzstaaten zu Russland sehen“, sagte Bundeswehr-Brigadegeneral Thomas Lowin der „Welt am Sonntag“.

Dazu gehörten beispielsweise „Waffen- und Munitionsdepots zur Wiederbewaffnung der Verteidigungssysteme in der automatisierten Zone, aber auch zur Ausrüstung der Nato-Streitkräfte“, sagte der Vizechef des Stabes für Operationsführung im Nato-Landkommando im türkischen Izmir. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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