Russland bereitet nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frühjahrsoffensive in Donezk vor. Er äußert sich bei einem Truppenbesuch an der Front in dieser ostukrainischen Region. „Heute besuchen wir die Region Donezk, unser Land und unsere Soldaten“, erklärt Selenskyj in der Telegram-App und postet ein Selfie-Video aus der Stadt Druschkiwka. „Es ist wichtig, dass unsere Stellungen stark sind. Das Böse muss gestoppt werden. Die Ukrainer hier im Donbass tun genau das.“ Der industriell geprägte Donbass besteht aus den Regionen Donezk und Luhansk, die zum Teil vom russischen Militär besetzt sind. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Russland baut nach Einschätzung des litauischen Geheimdienstes seine Truppen an der Nato-Grenze aus und bereitet sich langfristig auf eine Konfrontation vor. Sollten die Sanktionen fallen, wäre Moskau in sechs Jahren zu einem großangelegten militärischen Konflikt mit dem Bündnis bereit, heißt es im jährlichen Bedrohungsbericht. Die Armee würde dann voraussichtlich um 30 bis 50 Prozent größer und moderner sein als vor dem Ukraine-Krieg. (Reuters)
Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen hat die Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen Ungarn scharf verurteilt. „Eine solche Wortwahl ist inakzeptabel. Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedstaaten geben“, sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel. Ganz allgemein sei die „eskalierende und aufrührerische Rhetorik“ von allen Seiten nicht hilfreich.
Im Streit über von Ungarn blockierte Finanzhilfen für die Ukraine hatte Selenskyj zuvor dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban offen gedroht. „Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden“, sagte Selenskyj. Von der Regierung in Budapest wurden die Äußerungen als Einschüchterungs- und Erpressungsversuch gesehen.
In dem Konflikt zwischen Orban und Selenskyj geht es darum, dass Ungarn mit einem Veto gegen neue EU-Finanzhilfen und Russland-Sanktionen versucht, eine schnelle Wiederaufnahme günstiger Öllieferungen über den Südstrang der Druschba-Pipeline zu erzwingen. Diese führt von Russland über Belarus und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei und wurde nach ukrainischen Angaben im Januar bei russischen Luftangriffen so stark beschädigt, dass sie nicht mehr funktionsfähig ist. Die Regierung von Orban geht hingegen davon aus, dass die Pipeline betriebsfähig ist und die Ukraine aus politischen Gründen die Wiederaufnahme des Betriebs verhindert.
Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Freitag, wichtig sei es nun, alle Beteiligten dazu zu bringen, sich zu beruhigen und die Rhetorik zurückzufahren. Ziel sei es, die Energiesicherheit der EU-Staaten zu gewährleisten. Zugleich müssten alle möglichen Schritte unternommen werden, um den Druck auf Russland zu erhöhen und den Kredit für die Ukraine bereitzustellen. (dpa)
Russland und die Ukraine haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums am Freitag jeweils 300 Kriegsgefangene ausgetauscht. Am Vortag hatten beide Seiten bereits jeweils 200 Soldaten freigelassen, sodass insgesamt jeweils 500 Kriegsgefangene in ihre Heimat zurückkehrten.
Der Austausch war nach Angaben beider Seiten bei Verhandlungen mit den USA in Genf im vergangenen Monat vereinbart worden. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate vermittelten bei dem Austausch. Gefangenenaustausche gehören zu den wenigen Bereichen, in denen Moskau und Kiew noch kooperieren. (AFP)
In den eskalierenden Streit zwischen Ungarn und der Ukraine mischt sich der Kreml mit spöttischen Kommentaren ein. Es könnte für das Nato-Mitglied Ungarn Zeit sein, um Beistand nach Artikel 5 des Bündnisvertrags zu bitten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau dem Korrespondenten des russischen Staatsfernsehens, Pawel Sarubin.
Peskow bezog sich auf eine Drohung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen den ungarischen Regierungschef Viktor Orban. Artikel 5 des Nato-Vertrags besagt, dass ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied als Angriff gegen alle Mitglieder angesehen wird und Beistand geleistet werden soll.
Selenskyj hatte Orban im Streit über einen von Ungarn blockierten EU-Kredit gedroht. „Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden“, sagte er am Donnerstag in Kiew. Ungarn kritisierte die Äußerung.
Budapest blockiert die Freigabe des EU-Kredits, weil der Transit von russischem Öl über die Erdölpipeline Druschba durch die Ukraine unterbrochen ist. Kiew zufolge wurde die Leitung im Januar durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt. (dpa)
Die Führung in Moskau hat die Pläne in Finnland zur Aufhebung der Beschränkungen für Atomwaffen auf finnischem Staatsgebiet als Bedrohung für Russland eingestuft und mit Konsequenzen gedroht. „Durch die Stationierung von Atomwaffen auf seinem Territorium beginnt Finnland, uns zu bedrohen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag vor Journalisten. „Wenn Finnland uns bedroht, werden wir geeignete Maßnahmen ergreifen.“ (AFP)
Der Krieg im Iran hat nach Darstellung des Kreml die Nachfrage nach russischen Öl und Gas angeheizt. Käufer wie China und Indien ließen sich dabei von ihren nationalen Interessen leiten, sagt Sprecher Dmitri Peskow. Russland sei und bleibe ein verlässlicher Lieferant von Öl und Gas, sowohl über Pipelines als auch in verflüssigter Form. (Reuters)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: