Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 06. März, 13:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1682
letzte Woche, 1603 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1682
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.2., letzte Aktualisierung: 4.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
947
200
92
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
630
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.2., letzte Aktualisierung: 4.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Selenskyj: Russland bereitet Frühjahrsoffensive in Donezk vor

Russland bereitet nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Frühjahrsoffensive in Donezk vor. Er äußert sich bei einem Truppenbesuch an der Front in dieser ostukrainischen Region. „Heute besuchen wir die Region Donezk, unser Land und unsere Soldaten“, erklärt Selenskyj in der Telegram-App und postet ein Selfie-Video aus der Stadt Druschkiwka. „Es ist wichtig, dass unsere Stellungen stark sind. Das Böse muss gestoppt werden. Die Ukrainer hier im Donbass tun genau das.“ Der industriell geprägte Donbass besteht aus den Regionen Donezk und Luhansk, die zum Teil vom russischen Militär besetzt sind. (Reuters)


Litauen: Russland baut Truppenstärke an Nato-Grenze aus

Russland baut nach Einschätzung des litauischen Geheimdienstes seine Truppen an der Nato-Grenze aus und bereitet sich langfristig auf eine Konfrontation vor. Sollten die Sanktionen fallen, wäre Moskau in sechs Jahren zu einem großangelegten militärischen Konflikt mit dem Bündnis bereit, heißt es im jährlichen Bedrohungsbericht. Die Armee würde dann voraussichtlich um 30 bis 50 Prozent größer und moderner sein als vor dem Ukraine-Krieg. (Reuters)

EU-Kommission rügt Wortwahl Selenskyjs als inakzeptabel

Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen hat die Drohungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen Ungarn scharf verurteilt. „Eine solche Wortwahl ist inakzeptabel. Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedstaaten geben“, sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel. Ganz allgemein sei die „eskalierende und aufrührerische Rhetorik“ von allen Seiten nicht hilfreich.

Im Streit über von Ungarn blockierte Finanzhilfen für die Ukraine hatte Selenskyj zuvor dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban offen gedroht. „Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden“, sagte Selenskyj. Von der Regierung in Budapest wurden die Äußerungen als Einschüchterungs- und Erpressungsversuch gesehen.

In dem Konflikt zwischen Orban und Selenskyj geht es darum, dass Ungarn mit einem Veto gegen neue EU-Finanzhilfen und Russland-Sanktionen versucht, eine schnelle Wiederaufnahme günstiger Öllieferungen über den Südstrang der Druschba-Pipeline zu erzwingen. Diese führt von Russland über Belarus und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei und wurde nach ukrainischen Angaben im Januar bei russischen Luftangriffen so stark beschädigt, dass sie nicht mehr funktionsfähig ist. Die Regierung von Orban geht hingegen davon aus, dass die Pipeline betriebsfähig ist und die Ukraine aus politischen Gründen die Wiederaufnahme des Betriebs verhindert.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Freitag, wichtig sei es nun, alle Beteiligten dazu zu bringen, sich zu beruhigen und die Rhetorik zurückzufahren. Ziel sei es, die Energiesicherheit der EU-Staaten zu gewährleisten. Zugleich müssten alle möglichen Schritte unternommen werden, um den Druck auf Russland zu erhöhen und den Kredit für die Ukraine bereitzustellen. (dpa)

Moskau: Russland und die Ukraine tauschen jeweils 300 Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums am Freitag jeweils 300 Kriegsgefangene ausgetauscht. Am Vortag hatten beide Seiten bereits jeweils 200 Soldaten freigelassen, sodass insgesamt jeweils 500 Kriegsgefangene in ihre Heimat zurückkehrten.

Der Austausch war nach Angaben beider Seiten bei Verhandlungen mit den USA in Genf im vergangenen Monat vereinbart worden. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate vermittelten bei dem Austausch. Gefangenenaustausche gehören zu den wenigen Bereichen, in denen Moskau und Kiew noch kooperieren. (AFP)

Kreml spottet über Budapest und Kiew: Nato-Beistand nötig?

In den eskalierenden Streit zwischen Ungarn und der Ukraine mischt sich der Kreml mit spöttischen Kommentaren ein. Es könnte für das Nato-Mitglied Ungarn Zeit sein, um Beistand nach Artikel 5 des Bündnisvertrags zu bitten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau dem Korrespondenten des russischen Staatsfernsehens, Pawel Sarubin.

Peskow bezog sich auf eine Drohung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen den ungarischen Regierungschef Viktor Orban. Artikel 5 des Nato-Vertrags besagt, dass ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied als Angriff gegen alle Mitglieder angesehen wird und Beistand geleistet werden soll.

Selenskyj hatte Orban im Streit über einen von Ungarn blockierten EU-Kredit gedroht. „Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden“, sagte er am Donnerstag in Kiew. Ungarn kritisierte die Äußerung.

Budapest blockiert die Freigabe des EU-Kredits, weil der Transit von russischem Öl über die Erdölpipeline Druschba durch die Ukraine unterbrochen ist. Kiew zufolge wurde die Leitung im Januar durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt. (dpa)

Moskau bewertet Pläne zu Atomwaffen in Finnland als Bedrohung für Russland

Die Führung in Moskau hat die Pläne in Finnland zur Aufhebung der Beschränkungen für Atomwaffen auf finnischem Staatsgebiet als Bedrohung für Russland eingestuft und mit Konsequenzen gedroht. „Durch die Stationierung von Atomwaffen auf seinem Territorium beginnt Finnland, uns zu bedrohen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag vor Journalisten. „Wenn Finnland uns bedroht, werden wir geeignete Maßnahmen ergreifen.“ (AFP)

Kreml: Krieg im Iran treibt Nachfrage nach russischem Öl und Gas

Der Krieg im Iran hat nach Darstellung des Kreml die Nachfrage nach russischen Öl und Gas angeheizt. Käufer wie China und Indien ließen sich dabei von ihren nationalen Interessen leiten, sagt Sprecher Dmitri Peskow. Russland sei und bleibe ein verlässlicher Lieferant von Öl und Gas, sowohl über Pipelines als auch in verflüssigter Form. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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