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Krieg in der Ukraine

Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 21. Juni, 09:55 Uhr

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
738
letzte Woche, 714 in der Vorwoche
250
500
750
Russische
Invasion
738
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 24.5., letzte Aktualisierung: 21.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird zunehmend auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
Russische
Invasion
351
200
37
Bodenkämpfe (beider Armeen)
50
100
150
Russische
Invasion
349
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 24.5., letzte Aktualisierung: 21.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Proteste gegen Offensive: Ukrainerin in Russland zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Ein russisches Militärgericht hat eine Ukrainerin zu zwölf Jahren Haft verurteilt, die in Moskau gegen die Offensive in der Ukraine protestiert haben soll. Wie das russische Ermittlungskomitee am Freitag mitteilte, hatte die Frau im Mai 2023 Ballons mit der Fahne der „Legion Freiheit Russlands“ steigen lassen.

Die pro-ukrainische Einheit, der auch russische Überläufer angehören, ist in Russland als „terroristische“ Vereinigung eingestuft. Über Lautsprecher, die in den Fenstern einer Wohnung und eines Hotelzimmers angebracht waren, verbreitete die Frau den Angaben zufolge auch verunglimpfende Äußerungen über die russische Armee.

Das Gericht befand sie nach Angaben des Ermittlungskomitees der „Beteiligung an Aktivitäten einer Terrororganisation“ und der Verbreitung „falscher Informationen über die russische Armee“ für schuldig. Die Ukrainerin hatte sich nach Angaben der Ermittler im März 2022 in der Schweiz der „Legion Freiheit Russlands“ angeschlossen und war dann nach Moskau gegangen. Laut dem unabhängigen Medienprojekt Mediasona, das in Russland als „ausländischer Agent“ eingestuft ist, hatte die 35-Jährige mit ihrer Familie in Kiew gelebt, die ukrainische Hauptstadt aber nach Beginn der russischen Offensive im Februar 2022 verlassen.

In der Schweiz habe ein Mann, der sich als „ukrainischer Flüchtling“ ausgegeben habe, der Mutter von zwei Töchtern Geld für friedliche Proteste „gegen den Krieg“ in Moskau geboten. Nach Angaben von Unterstützern der Menschenrechtsorganisation Memorial wurde in Russland am Donnerstag bereits ein 15-Jähriger wegen angeblicher Verbindungen zur „Legion Freiheit Russlands“ und der Verbreitung kremlkritischer Flugblätter verurteilt. Ein Gericht verurteilte den Schüler aus der Region Orjol demnach zu fünf Jahren Haft. Seit dem Beginn der Offensive in der Ukraine sind in Russland schon tausende Menschen zu Geld- und Haftstrafen verurteilt worden, weil sie das militärische Vorgehen kritisiert oder angeblich die Ukraine unterstützt hatten. (AFP)

Ukraine meldet Tote nach Angriff mit Lenkbombe

Bei einem russischen Luftangriff mit einer Lenkbombe sind in einem Wohngebiet der ostukrainischen Stadt Selydowe Behördenangaben zufolge zwei Menschen getötet worden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, teilt die Staatsanwaltschaft der Region Donezk mit. Fünf fünfstöckige Gebäude und sechs Privathäuser seien durch die Bombe vom Typ UMPB D-30 in der etwa 14 Kilometer von der Front entfernten Stadt beschädigt worden. Die russischen Invasionsstreitkräfte haben nach Angaben des ukrainischen Militärs seit Anfang des Jahres über 10.000 Lenkbomben abgeworfen, davon mehr als 3200 allein im Mai. (Reuters)

Verdächtige im Fall des Angriffs auf den kasachischen Oppositionellen verhaftet

Im Fall des Angriffs auf den kasachischen Oppositionellen Aidos Sadykov am 18. Juli sind nun zwei kasachische Staatsbürger in Kiew verhaftet worden. Dies berichtet das Büro des Generalstaatsanwalts. Die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden haben die Angreifer identifiziert. Gegen sie wurde eine Anzeige wegen des Verdachts auf Totschlag erstattet.

Den Ermittlungen zufolge erhielten die zwei den Auftrag, den Journalisten Aidos Sadykow zu töten. Der Kunde, der nicht identifiziert werden konnte, versorgte die Täter mit Informationen über die Opposition. Am Tag des Anschlags rannte einer der Täter auf das Auto zu und schoss Sadykov in den Kopf. Der Regierungskritiker befindet sich in einem „schlechten Zustand“. (Valeriia Semeniuk)

Russland ändert offenbar Fronttaktik

Russland versucht offenbar mit verschiedenen Taktiken, Schwachstellen in der ukrainischen Luftverteidigung zu finden. „Russland hat den Einsatz von gelenkten Luftangriffen auf Städte an der Front verstärkt“, sagte Ilja Jewlasch, Sprecher der Luftwaffe, während eines Telethons. „Das ist jetzt ein ernstes Problem“, fügte er hinzu.

Ihm zufolge versucht Moskau, die ukrainische Luftabwehr zu „sondieren“, zu analysieren und verschiedene Methoden anzuwenden. „Dies ist ein Spiel der Zermürbung. Sie versuchen, Schwachstellen und Schlupflöcher zu finden, während wir versuchen, die verfügbaren Kräfte und Mittel zu manövrieren, um diese Raketen- und Drohnenangriffe abzuwehren“, sagte er. (Yulia Valova)

Der ukrainische Außenminister: Dmytro Kuleba. 
Ukrainischer Außenminister nennt mögliches Format für die Teilnahme Russlands am zweiten Friedensgipfel
Der ukrainische Außenminister: Dmytro Kuleba. 
Der ukrainische Außenminister: Dmytro Kuleba.  Credit: Imago/Ukrinform/Volodymyr Tarasov

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat klargestellt, dass Kiew keine direkten Kontakte mit Russland anstrebt. Eine Teilnahme Russlands am zweiten Friedensgipfel im Format des "Körner-Deals" hält Dmytro Kuleba jedoch für möglich, sagte er in einer Sendung des United News Telethon.

Im Rahmen der Schwarzmeer-Getreide-Initiative verhandelte die Ukraine mit der Türkei und den Vereinten Nationen, die ihrerseits mit Russland verhandelten. Das Abkommen regelte den Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen über das Schwarze Meer. Die gemachten Erfahrungen, so Kuleba, können genutzt werden, um die Teilnahme Russlands an dem Gipfel ohne direkte Kontakte mit der ukrainischen Seite sicherzustellen.

Ihm zufolge hat Kiew "keinen Appetit" auf direkte Kontakte mit Russland, angesichts all seiner Verbrechen und Moskaus strategischem Ziel, den ukrainischen Staat zu zerstören.

Am 17. Juli 2023 gab Russland seine Entscheidung bekannt, die Schwarzmeer-Getreide-Initiative zu beenden. (Yulia Valova)

EU-Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau starten Dienstag

Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau können wie geplant am Dienstag beginnen. Die Mitgliedsländer besiegelten am Freitag in Luxemburg eine Grundsatzeinigung aus der vergangenen Woche, wie es vom belgischen EU-Ratsvorsitz hieß. Dafür sind in Luxemburg getrennte Regierungskonferenzen mit der Ukraine und Moldau angesetzt.

Anfang Juni hatte die Europäische Kommission der Ukraine und Moldau bescheinigt, alle Bedingungen für die Aufnahme der Beitrittsgespräche erfüllt zu haben. Dies gelte auch für den Kampf gegen die Korruption und die Achtung von Minderheitenrechten, hieß es. Die Staats- und Regierungschefs hatten dies im vergangenen Dezember zur Auflage für die Gespräche gemacht. Beide Länder hatten den EU-Beitritt nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 beantragt.

Auf eine schnelle Aufnahme können sie allerdings nicht hoffen. Im Fall der Ukraine wäre ein vorheriger Frieden mit Russland zwingend. Beitrittskandidaten müssen zudem nachweisen, dass sie das Gemeinschaftsrecht und alle Abkommen der EU umsetzen, den sogenannten Acquis. Normalerweise dauert dieser Prozess Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Im Fall der Ukraine kämen auf die EU riesige Herausforderungen zu, insbesondere bei der Verteidigung und den Agrarsubventionen. (AFP)

Belarus ist unter dem diktatorischen Machthaber Alexander Lukaschenko eng mit Russland verbündet.
Belarus' Machthaber Lukaschenko lässt Truppen üben - an Grenze zur Ukraine
Belarus ist unter dem diktatorischen Machthaber Alexander Lukaschenko eng mit Russland verbündet.
Belarus ist unter dem diktatorischen Machthaber Alexander Lukaschenko eng mit Russland verbündet. Credit: Imago/Tass/Vladimir Gerdo

Russlands enger Verbündeter Belarus hat ein größeres Militärmanöver begonnen. Das Verteidigungsministerium in Minsk machte am Freitag keine Angaben zur Zahl der eingesetzten Soldaten und Technik. Beteiligt seien Einheiten der operativen Führung, Spezialtruppen, Raketentruppen, Artillerie, Luftwaffe sowie Flugabwehr, wurde in Minsk mitgeteilt.

Im ersten Teil der Übung sollten die Truppen in die vorgegebenen Manövergebiete verlegt werden und ihre Stellungen dort befestigen. Danach sollten die eigentlichen Gefechtsübungen beginnen, hieß es. Genannt wurden Truppenübungsplätze im Gebiet Brest an der Westgrenze von Belarus zu Polen sowie im Gebiet Gomel im Osten an der Grenze zu Russland. Beide Regionen grenzen zugleich von Norden an die Ukraine.

Belarus ist unter dem diktatorischen Machthaber Alexander Lukaschenko eng mit Russland verbündet. Moskau hat taktische Atomwaffen in Belarus stationiert und hat das Nachbarland auch als Aufmarschgebiet für den Krieg gegen die Ukraine genutzt. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 261,39 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Rumänien
1,64
Malta
0,079
Kroatien
0,66
China
0,0021
Indien
0,0018
Spanien
11,76
Griechenland
1,51
Norwegen
7,57
Portugal
1,41
Polen
8,17
Finnland
3,5
UK
15,66
Südkorea
0,88
Taiwan
0,064
Österreich
3,51
Australien
0,57
Belgien
5,5
Estland
1,39
Bulgarien
0,81
Island
0,037
Slowakei
1,52
Neuseeland
0,042
Slowenien
0,41
Ungarn
1,14
Schweiz
2,38
Türkei
0,066
Niederlande
13,37
Tschechien
2,69
Luxemburg
0,42
Schweden
6,1
Japan
7,53
Frankreich
17,61
Italien
12,82
Dänemark
11,11
Deutschland
41
Irland
1,97
Kanada
5,78
USA
68,72 Mrd. €
Zypern
0,15
Lettland
0,61
Litauen
1,24
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 15.1.2024.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Auch wirtschaftlich hat die Invasion der Ukraine starke Folgen. Die Kursentwicklungen von Rubel und Euro zum US-Dollar können einen interessanten Anhaltspunkt zur Bewertung liefern:

Die Kursentwicklungen von Rubel und Euro
Die Grafiken zeigen die Umrechnungskurse vom russischen Rubel (RUB) und Euro (EUR), jeweils zu US-Dollar (USD). Der Dollar ist die globale Leitwährung, an dem sich alle anderen Währungen orientieren – auch der Euro.
Daten: Yahoo Finance

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Woher stammen die Daten?

Quelle der Karte zu russischen Angriffen:

Die Vormarsch- und Angriffsgebiete auf der Karte stammen vom Institute for the Study of War, einem unabhängigen amerikanischen Think Tank, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Kriegsbewegungen transparent aufzuzeigen. Dabei werden verschiedene Berichte von Aufklärungsdiensten und Medien miteinander angeglichen und verifiziert.

Die Quellen sind für jeden Tag auf deren Webseite nachvollziehbar. Auf der Karte fassen wir täglich die wichtigsten Orte und Entwicklungen in dem Konfliktgebiet zusammen. Sie zeigt umkämpfte Gebiete, Bewegungen von Truppen und Ereignisse im Kriegsgebiet.

Erklärung der Karten-Legende:

Von einem Vormarschgebiet sprechen wir, wenn russische Streitkräfte ein Gebiet so weit unter Kontrolle haben, dass sie dort militärische Infrastruktur platzieren können, zum Beispiel kleinere Feldkrankenhäuser oder Logistikzentren. Ein weiterer Indikator für ein russisches Vormarschgebiet ist die Abwesenheit von ukrainischem Militär. Die militärische Definition dieses Begriffs lautet: „russisch kontrolliert“. Er bedeutet aber nicht, dass Russland jeden Ort auf der Karte überwacht, etwa abseits der großen Städte und Straßen, oder vor Ort umfassende militärische Kontrolle ausübt. Oft ist die Lage außerdem unklar oder fragil. Deshalb sprechen wir von Vormarsch- statt von kontrollierten Gebieten.

Angriffe markieren in der Karte Bereiche, in die russisches Militär vordringt. Meist finden dort aktive Kämpfe zwischen russischem und ukrainischem Militär statt. Ukrainische Rückgewinne wiederum sind Gebiete, in denen die russische Armee zuvor aktiv war, in der es nun aber keine nennenswerte russische Militärpräsenz mehr gibt. Dann hat die Ukraine das Gebiet wieder zurückerhalten. Ob das durch Kämpfe geschah oder Russland die Truppen eigeninitiativ abgezogen hat, spielt für die Kennzeichnung als Rückgewinn keine Rolle.

Quelle der Pfeile zu den Truppenbewegungen:

Die Pfeile, die die Bewegungen von Truppen symbolisieren, stammen von Rochan Consulting. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse von Kriegsgeschehnissen spezialisiert und publiziert einen täglichen Bericht zum aktuellen Geschehen in der Ukraine. Wir fassen täglich die von den Analyst:innen verifizierten Truppenbewegungen zusammen. Die Pfeile zeigen ungefähre Bewegungen, nicht exakte Routen. Außerdem fassen wir manche Truppenbewegungen zu einem Pfeil zusammen, damit die grundsätzlichen Bewegungen in der Karte erkennbar bleiben. Neue Daten gibt es an den meisten, aber nicht an allen Tagen.

Daten zu wöchentlichen Angriffen

Die Daten zu Angriffen in der Ukraine stammen von der Non-Profit-Organisation Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED), die sämtliche Berichte aus Medien, von Regierungsorganisationen und lokalten Partnern vor Ort sammeln und auswerten. Die Angriffe werden in Kategorien eingeteilt. Als Bodenkämpfe gelten direkte Zusammenstöße beider Kriegsparteien. Unterkategorien sind Rückeroberungen oder Gebietsgewinne der Separatisten. Neben Raketen- und Artillerieangriffen werden Luftangriffe und Drohnenangriffe gezählt. Als weitere Unterkategorie gibt es Explosionen von Landminen, die selten einer Partei zugeordnet werden. Ebenfalls gezählt werden gezielte Übergriffe aus Zivilisten wie Folter oder Vergewaltigung.

Das Team

Johannes Bauer
Recherche
Eric Beltermann
Datenvisualisierung & Webentwicklung
Nina Breher
Recherche, Text, Koordination
Tamara Flemisch
Datenvisualisierung & Webentwicklung
Farangies Ghafoor
Recherche
Manuel Kostrzynski
Design
Hendrik Lehmann
Recherche, Konzept, Koordination
David Meidinger
Datenvisualisierung & Webentwicklung
Lennart Tröbs
Design
Helena Wittlich
Recherche und Text
Veröffentlicht am 1. März 2022.
Zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2023.