In der russischen Region Samara an der Wolga haben ukrainische Drohnen nach Behördenangaben zivile Ziele getroffen. Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew teilt auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit, die Luftabwehr habe in der Nacht zwar Dutzende Drohnen abgeschossen. Dennoch seien Privathäuser und Autos beschädigt worden. In der Region befinden sich wichtige Industrieanlagen wie Ölraffinerien. Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt Samara, Iwan Noskow, ist ein Angriff auf die mehr als 1000 Kilometer südöstlich von Moskau gelegene Stadt abgewehrt worden. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine eine Frau und ein Kleinkind getötet worden. Die Frau kam nach Angaben regionaler Behörden bei einer Attacke auf einen Bus im Gebiet Saporischschja im Südosten des Landes ums Leben. Drei weitere Menschen seien dabei verletzt worden. Details zu dem Angriff wurden nicht genannt.
Im südukrainischen Gebiet Mykolajiw kam nach Behördenangaben ein dreijähriges Kind ums Leben. Der Junge war demnach gerade auf der Straße, als es einen Luftangriff gab. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (dpa)
Im Ukraine-Krieg droht der Zivilbevölkerung einer UN-Kommission zufolge erneut ein harter Winter, der die Lebensbedingungen der Menschen noch einmal drastisch verschlechtern könnte. Im vergangenen Winter „litten Millionen Zivilisten unter lang anhaltenden Stromausfällen sowie Engpässen oder einem tagelangen Ausfall der Heizung“, erklärte die UN-Untersuchungskommission für die Ukraine am Montag. Der kommende Winter „könnte noch schwerer zu bewältigen sein“.
„Während des strengen Winters 2025/2026 führten die russischen Streitkräfte weiterhin systematische Angriffswellen gegen die kritische Energieinfrastruktur der Ukraine aus, während die Temperaturen auf minus 20 Grad Celsius fielen“, erklärte der Kommissions-Vorsitzende Erik Mose bei der Vorstellung seines Berichts vor dem UN-Menschenrechtsrat.
In der Folge seien viele Menschen krank geworden. Außerdem hätten die ukrainischen Behörden wegen der Kälte Todesfälle verzeichnet. „Die anhaltenden Angriffe auf die Energieinfrastruktur machen die Lebensbedingungen für die Zivilbevölkerung zunehmend unerträglich.“ (AFP)
Vor einem in New York geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump weist der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj US-Kritik an Angriffen auf die russische Ölindustrie zurück. Er erneuerte dagegen seinen Vorschlag einer begrenzten Waffenruhe: „Der ukrainische Energiesektor, kritische Infrastruktur und unsere Lebensmittelexporte dürfen keine Ziele mehr für Russland sein, und das wird zu entsprechenden Deeskalationsschritten von unserer Seite führen“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X.
Am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen ist am Dienstag Berichten zufolge ein Treffen von Trump und Selenskyj verabredet. Trump hatte in einem Post auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass Russland im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren habe. Ein großer Teil der Raffinerien sei gesprengt worden und zumindest vorübergehend außer Betrieb. „Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der Ukraine muss beendet werden“, schrieb er weiter. Dieser Forderung pflichtete Selenskyj bei.
Die Ukraine hat Moskau erneut vorgeworfen, in der Stadt Oleschky im von Russland besetzten Süden der Ukraine eine humanitäre Krise zu verursachen. Russland blockiere die Lieferung von Hilfsgütern und verhindere eine Evakuierung von Zivilisten, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. „Russland verursacht bewusst eine humanitäre Katastrophe.“ Nach Angaben der ukrainischen Behörden sollen sich noch etwa 2000 Menschen in der Stadt in dem von Russland kontrollierten Teil der Region Cherson aufhalten.
Anlässlich der in dieser Woche stattfindenden UN-Generalversammlung rief Sybiha die internationale Gemeinschaft am Sonntag auf, sich für die Einrichtung eines humanitären Korridors, die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamente sowie eine Evakuierung der Zivilbevölkerung einzusetzen.
Da die an der Frontlinie gelegene Stadt nur schwer zugänglich ist, sind genaue Schätzungen der Einwohnerzahl sowie Angaben zu den Lebensbedingungen vor Ort schwierig. (AFP)
Russland plant, im Jahr 2027 bis zu 14.000 Raketen des Typs Dan-T zu produzieren, die künftig in großer Zahl gegen die Ukraine eingesetzt werden könnten. Bereits bis Ende 2026 sollen bis zu 2.000 Stück hergestellt werden. Das berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eigene Quellen. Als größtes Risiko gilt demnach die mögliche Masse der Angriffe: Tausende Dan-T könnten die ukrainische Luftverteidigung zusätzlich zu Shahed-Drohnen sowie Marschflugkörpern und ballistischen Raketen belasten.
Die Dan-T basiert auf der russischen Zieldarstellungsdrohne Dan-M, die ursprünglich zu Trainingszwecken entwickelt wurde. Nach Einschätzung des ukrainischen Luftfahrtexperten Anatolij Chraptschynskyj wurde das System durch die Weiterentwicklung faktisch zu einem vergleichsweise günstigen Marschflugkörper. Bei einem Start aus der Luft soll die Reichweite bei rund 500 Kilometern liegen, bei einem Start vom Boden bei etwa 250 Kilometern.
Russland hat bei den Wahlen zur Staatsduma sogar Städte in seine Wahlkreise einbezogen, die weiterhin unter ukrainischer Kontrolle stehen. Dazu gehören Kramatorsk, Slowjansk, Kostjantyniwka und Druschkiwka in der Region Donezk. Bewohner der besetzten Teile des Donbass waren bereits früher in russische Duma-Wahlen einbezogen worden. Aus diesen Wahlkreisen sollen nun Abgeordnete in die Staatsduma einziehen. Die ukrainische Wahlkommission wirft Russland vor, Wahlverfahren zur Legitimierung der Besatzung und zur erzwungenen Eingliederung ukrainischer Gebiete in das russische politische und rechtliche System zu nutzen.
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: