Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 15. März, 14:25 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1630
letzte Woche, 1702 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1630
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 11.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
945
200
115
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
559
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 11.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine wehrt russischen Luftangriff am hellichten Tag ab

Bei einem seltenen russischen Angriff am helllichten Tag auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind am Montag mehrere Explosionen zu hören gewesen. Wie AFP-Reporter weiter berichteten, fing die ukrainische Flugabwehr zahlreiche russische Geschosse ab, Rauchwolken stiegen über Kiew auf. Einwohner suchten mitten in der Hauptverkehrszeit am Morgen Schutz. Luftalarm wurde erstmals gegen 08.30 Uhr Ortszeit (07.30 MEZ) ausgelöst.

„Trümmer einer Drohne“ seien „mitten im Zentrum der Hauptstadt herabgefallen“, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko noch während des Angriffs mit. Er rief die Bewohner auf, in ihren Schutzräumen zu verbleiben. Es seien vorerst keine Angaben über Verletzte bekannt, fügte Klitschko an. Auch seien keine Brände ausgelöst worden.

Die ukrainische Luftwaffe schrieb im Onlinedienst Telegram von mehreren Drohnenschwärmen und mindestens einem Marschflugkörper, mit denen die Hauptstadt attackiert worden sei. Nach Angaben aus der Armee nahestehenden Telegram-Gruppen fing die Luftabwehr zwei auf Kiew zufliegende Marschflugkörper ab. Die Luftabwehr hatte zudem vor einem Objekt gewarnt, das mit hoher Geschwindigkeit aus dem an Russland grenzenden Norden des Landes auf Kiew zusteuere.

Die russischen Streitkräfte haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe mit Drohnen und Raketen auf Ziele in der Ukraine verstärkt. Diese richten sich oft gegen Energieanlagen. (AFP)

Віталій Кличко
Telegram
https://t.me/vitaliy_klitschko/6359
Ministerpräsident von Ungarn, Viktor Orban.
Widerstand gegen Ungarn in der EU wächst wegen Ukraine-Kredits
Ministerpräsident von Ungarn, Viktor Orban.
Ministerpräsident von Ungarn, Viktor Orban. Credit: REUTERS/Marton Monus

In der Europäischen Union wächst der Unmut über die Haltung Ungarns zu einem geplanten Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine. Das berichtet das US-Portal Politico unter Berufung auf Diplomaten.

Auslöser war demnach die Drohung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, gegen das Vorhaben ein Veto einzulegen. Laut Politico habe die Frustration in mehreren EU-Regierungen inzwischen einen Höhepunkt erreicht.

Hinter verschlossenen Türen diskutieren Vertreter der Mitgliedstaaten dem Bericht zufolge inzwischen auch rechtliche Schritte. Dabei geht es um die Möglichkeit, Ungarn wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Grundsatz der „aufrichtigen Zusammenarbeit“ innerhalb der EU vor dem Europäischen Gerichtshof zu bringen.

Diplomaten räumen jedoch ein, dass ein solches Verfahren Monate oder sogar Jahre dauern könnte. Die Blockade Ungarns wurde auch beim jüngsten EU-Gipfel diskutiert und zählt laut Politico zu den wichtigsten ungelösten Fragen des Treffens. (Valeriia Semeniuk)

Ukraine und Russland melden Geländegewinne auf beiden Seiten in Donezk

Ukrainische und russische Truppen haben zuletzt auf der sogenannten Kramatorsk-Richtung Geländegewinne erzielt. Das berichtet der US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) unter Berufung auf geolokalisierte Aufnahmen vom Schlachtfeld.

Videoaufnahmen vom 14. März zeigen demnach, dass ukrainische Einheiten im Süden der Siedlung Jampil südöstlich von Lyman vorgerückt sind. Die Aufnahmen deuten außerdem darauf hin, dass ukrainische Kräfte das Dorf Oserne weiterhin kontrollieren könnten, obwohl russische Quellen zuvor behauptet hatten, dort Fuß gefasst zu haben.

Auch im taktischen Raum zwischen Kostjantyniwka und Druschkiwka registrierten die Analysten Bewegungen auf beiden Seiten. Geolokalisierte Bilder zeigen ukrainische Vorstöße an den südlichen Stadträndern von Kostjantyniwka. Andere Aufnahmen legen nahe, dass russische Einheiten nordwestlich von Stupotschky, östlich von Kostjantyniwka, möglicherweise Gelände gewonnen haben. Zugleich deuten neue Daten darauf hin, dass ukrainische Kräfte ihre Positionen im Süden der Stadt weiterhin halten.

Die sogenannte Kramatorsk-Richtung umfasst einen zentralen Frontabschnitt im Donezker Gebiet zwischen Kostjantyniwka, Druschkiwka, Kramatorsk und Slowjansk und gilt als eine der wichtigsten Verteidigungslinien der Ukraine im Donbas. (Valeriia Semeniuk)

Russland will am Wochenende großen Luftangriff aus der Ukraine abgewehrt haben

Russland hat nach eigenen Angaben am Wochenende einen großen ukrainischen Luftangriff mit mehr als 100 Drohnen auf die Hauptstadt Moskau abgewehrt. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach am Montag von mehr als 100 abgeschossenen Drohnen binnen zwei Tagen. Allein in der Nacht auf Montag seien über der Region Moskau 53 Drohnen abgefangen worden, meldete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Vertreter des Verteidigungsministeriums. Insgesamt seien in einer Nacht bei Angriffen auf Russland mindestens 145 Drohnen zerstört worden. An den Moskauer Flughäfen wurde der Flugbetrieb zeitweise eingeschränkt, wie die russische Luftfahrtbehörde mitteilte. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. (Reuters)

Behörden: Brand in Öldepot in Südrussland nach Drohnenangriff

In der südrussischen Region Krasnodar ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Öldepot nach einem Drohnenangriff in Brand geraten. Der Angriff habe sich in der Stadt Labinsk ereignet, teilten die Behörden mit. Niemand sei verletzt worden. Die Region ist regelmäßig Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. So hatte die Ukraine in der vergangenen Woche eine Ölanlage nahe der Stadt Tichorezk, die Afipski-Ölraffinerie und den Hafen Kawkas angegriffen. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor. (Reuters)

Moldau gibt Umweltalarm nach russischem Angriff in der Ukraine aus

Moldau hat nach einem durch einen russischen Angriff in der Ukraine ausgelösten Kraftstoffaustritt in den Fluss Dnister einen Umweltalarm ausgegeben. Dieser gelte ab Montag für 15 Tage, erklärte das staatliche Krisenmanagementzentrum CNMC am Sonntag. Es handele sich um eine vorbeugende Maßnahme. Der Kraftstoffaustritt soll durch einen russischen Angriff auf das Wasserkraftwerk Dnister in der Ukraine am 7. März verursacht worden sein.

Die ukrainischen Behörden hatten erstmals am 10. März eine Verschmutzung des Flusses in der Nähe von Ljadowa und anderen Ortschaften bekanntgegeben. Die Verschmutzung breitete sich schnell flussabwärts nach Moldau aus, wo Notfallteams Barrieren errichteten und die Bewohner aufforderten, sich an die offiziellen Anweisungen zu halten, solange die Lage instabil bleibe.

Die Behörden in Moldau riefen mehrere Gemeinden auf, bis auf Weiteres kein Wasser aus dem Dnister zu trinken, damit nicht zu kochen und es auch nicht anderweitig zu nutzen. In einigen Gebieten wurde die Wasserversorgung eingestellt.

Die Menge des ausgelaufenen Kraftstoffes ist nicht bekannt. Die ukrainischen Behörden bezeichneten den Vorfall allerdings als „großflächiges Leck“. Rumänien entsandte am Samstag ein zehnköpfiges Notfallteam mit Spezialausrüstung und -material, nachdem Moldau die Europäische Union offiziell um Unterstützung gebeten hatte.

Sowohl die Ukraine als auch Moldau haben die Bedeutung des Dnisters als wichtige Wasserquelle betont. Moldaus Umweltminister warf Russland vor, allein für die Verschmutzung verantwortlich zu sein. (dpa)

Ein durch ukrainische Drohnenangriffe in der Nacht hervorgerufene Brand in einem Öllager im Süden Russlands ist gelöscht worden.

Die Löscharbeiten dauerten rund einen halben Tag, wie der Krisenstab der Region Krasnodar mitteilte. Das Depot nahe der Stadt Tichorezk war in der Nacht in Flammen aufgegangen. Es war bereits der zweite Angriff auf das Lager innerhalb weniger Tage. Bei der Attacke wurden offiziellen Angaben zufolge auch zwei Hochstromleitungen beschädigt. Tichorezk liegt Hunderte Kilometer von der Front entfernt. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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