Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 12. Oktober, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Selenskyj: Wenn Trump so ein großes Bedürfnis nach Wahlen hat, muss er  Waffenruhe sichern

In seiner Rede beim „Warsaw Security Forum“ hat der ukrainische Präsident Selenskyj auch noch einmal Stellung zur Forderung von US-Präsident Trump nach Neuwahlen in der Ukraine genommen. „Wenn der US-Präsident so ein großes Bedürfnis danach hat, muss der den Machthaber im Kreml beeinflussen, um eine 60-tägige Waffenruhe zu sichern“, sagte Selenskyj.  

In diesem Fall sei Selenskyj bereit, Wahlen in der Ukraine auszurichten. Andernfalls sei dies in der aktuellen Sicherheitslage aber nicht möglich – zumal eine Million Soldaten sich im Kriegseinsatz befinden. „Wie sollen sie an der Front wählen?“. 

Selenskyj macht Druck auf Trump: „Wir warten auf Details zur Energie-Waffenruhe“

Der ukrainische Präsident Selenskyj fordert die USA und Präsident Trump auf, konkrete Schritte zu benennen, um die von Trump verkündete, angebliche Energie-Waffenruhe durchzusetzen. „Putins Antwort auf Trump waren russische Angriffe. Wir warten auf Details, die die Amerikaner und Russen offenbar besprochen haben. Und wir warten darauf, welche Schritte die USA bereit sind zu unternehmen.“ Das sagte Selenskyj bei einer Rede beim „Warsaw Security Forum“ am Montag. 

Eine Energie-Waffenruhe könne aus seiner Sicht sehr gut funktionieren und wäre ein großer Schritt in Richtung Frieden, betonte Selenskyj. „Aber nur, wenn die Amerikaner sicherstellen, dass auch Russland sich daran hält“. 

EU verhängt Rekord-Sanktionen gegen russische Kriegshelfer

Die Europäische Union verhängt neue Sanktionen gegen eine Rekordzahl von Unterstützern der russischen Kriegsmaschinerie. Die EU-Außenminister beschlossen, knapp 1600 Personen, Unternehmen und andere Organisationen mit Strafmaßnahmen zu belegen, wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mitteilte. Dies war im Vorfeld bereits erwartet worden. (dpa)

Polens Ministerpräsident Tusk zieht Parallelen zwischen NS-Propaganda und Russland heute

Die russischen Versuche, die Ukraine als Schuldigen für den Krieg darzustellen, sind aus Sicht von Polens Ministerpräsident Donald Tusk vergleichbar mit der NS-Propaganda vor dem Zweiten Weltkrieg. Auch die Nazis hatten 1939 versucht, Polen als Aggressor darzustellen, und dies als Vorwand für den Angriff auf das Nachbarland am 1. September genutzt. Dies markierte letztlich den Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa.

„Heute hören wir genau dasselbe aus Moskau – und leider auch immer häufiger aus manchen unserer Hauptstädte“, sagte Tusk beim „Warsaw Security Forum“ am Montag. Diese schiefe Sicht komme auch aus den USA und aus bestimmten politischen Parteien.

Dabei, so Tusk, sollte jeder Patriot der Ukraine helfen, sich zu verteidigen, da Russland die Souveränität des Westens stetig angreife. „Russland will die existierende Sicherheitsarchitektur in Europa ruinieren und russische Dominanz von vor 1989 wiederherstellen.“ Es dürfe keine Illusionen gegenüber Russlands Interessen geben: Frieden und Waffenstillstand gehören nicht dazu. 

EU-Außenbeauftragte Kallas warnt vor Ölkatastrophe durch russische Schattenflotte

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat vor einer drohenden Ölkatastrophe an den europäischen Küsten durch die sogenannte russische Schattenflotte gewarnt. Die Schiffe seien „ökologische Zeitbomben“, da sie oft alt, schlecht gewartet und unzureichend versichert seien, sagte Kallas einem Vorabbericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Montag zufolge.

„Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die nächste große Ölkatastrophe an unseren Küsten von der Schattenflotte ausgehen wird“, so Kallas. Die Flotte diene zudem der Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine und sei in der Vergangenheit als Ausgangspunkt für hybride Angriffe genutzt worden. Die EU hat im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte Kallas zufolge in den vergangenen Monaten sechs Inspektionen vorgenommen. Jeder dieser Einsätze an Bord koste Russland Zeit und Geld, erklärte die Chefdiplomatin.

Der größte Druck auf Moskau entstehe jedoch durch diplomatische Maßnahmen, erklärte sie weiter. So hätten afrikanische Länder auf Bitte der EU Hunderte Schiffe aus ihren Registern gestrichen. „Der Verlust der Flagge macht einen Tanker anfälliger für Inspektionen und Festsetzungen und führt dazu, dass Behörden, Versicherer, Banken und Händler zögern, mit ihm Geschäfte zu tätigen“, so Kallas. Bislang habe die EU rund 670 Schiffe mit Sanktionen belegt. Die EU hatte ihre Marine-Mission Irini vor drei Monaten auf die Bekämpfung der russischen Schattenflotte ausgeweitet. (Reuters)

Behörden: Ein Toter nach ukrainischem Drohnenangriff in russischer Region Belgorod

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Belgorod ist laut den örtlichen Behörden ein Mensch ums Leben gekommen. Die Drohne habe ein Auto auf einer Straße nahe der Grenze getroffen, teilt die regionale Einsatzzentrale mit. Zudem wurde im von Russland kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk nach Angaben der dortigen pro-russischen Verwaltung eine weitere Person bei einem ukrainischen Angriff getötet. (Reuters)

Drohnenalarm an Moskauer Flughäfen – Flugbetrieb eingestellt

Die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau haben am Abend den Flugbetrieb wegen einfliegender ukrainischer Drohnen vorübergehend eingestellt. Auf den Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden alle Landungen und Starts für kurze Zeit abgesagt, berichtete die Staatsagentur Tass. Mindestens 25 anfliegende Maschinen wurden in dieser Zeit auf andere Flugplätze umgeleitet. Der Alarm wurde am späten Abend an allen Airports aufgehoben.

Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurden mindestens 23 ukrainische Drohnen auf ihrem Weg in die russische Metropole noch vor den Stadtgrenzen abgeschossen. Er machte jedoch keine Angaben dazu, ob Drohnen die Flugabwehr überwunden oder Schäden angerichtet hatten. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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