Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 15. Oktober, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

„Telegraph“: Musk schlug Trump Starlink-Drosselung vor – und machte aus Angst vor Kunden Rückzieher

Ein Bericht des britischen „Daily Telegraph“ legt nahe, dass es SpaceX-Chef Elon Musk war, der US-Präsident Donald Trump eine Drosselung der Starlink- und Starshield-Systeme in der Ukraine vorgeschlagen hat. Die Zeitung bezieht sich dabei auf vier Quellen. Trump habe dem schließlich zugestimmt. 

Öffentlich leugnete Musk dies und betonte, nur das Weiße Haus und das Pentagon könnten eine solche Entscheidung treffen. Als die Drosselung zu schweren Angriffen der Russen auf Kyjiw führten, soll Musk aber kalte Füße bekommen haben. 

Laut der Quelle des „Telegraph" solll Musk besorgt über eine mögliche negative Reaktion von SpaceX-Kunden in Europa gewesen. Die Quelle erklärte: „Er twitterte, er sei unschuldig und die US-Regierung sei dafür verantwortlich. Tatsächlich steckten aber beide dahinter.“

Papst fordert Putin zu Waffenstillstand in Frontstadt auf

Papst Leo XIV. hat Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat zu einem Waffenstillstand im Süden der Ukraine aufgefordert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe seine „tiefe Besorgnis“ über die humanitäre Lage in der abgeriegelten Frontstadt Oleschky in der Region Cherson zum Ausdruck gebracht, teilte der Vatikan mit. 

Ein Waffenstillstand solle die „Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung“ ermöglichen. (dpa)

US-Regierung bestreitet, dass Trump Starlink-Drosselung für Ukraine anordnete

Die US-Regierung hat bestritten, dass US-Präsident Donald Trump die zeitweise Drosselung des Satelliten-Kommunikationsdienstes Starlink in der Ukraine angeordnet hat. „Eine solche Bitte ist vom Präsidenten niemals geäußert worden“, sagte am Freitag ein US-Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, auf die Frage, ob die Anordnung aus dem Weißen Haus gekommen sei. Ob jemand anders im Weißen Haus dies veranlasst haben könnte, ließ er unbeantwortet.

SpaceX-Gründer Elon Musk hatte am Mittwoch wiederum die Trump-Regierung für die Einschränkungen bei der Satellitenkommunikation verantwortlich gemacht. „Alle Begrenzungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werden vom US-Militär und letztlich vom POTUS (Präsidenten der Vereinigten Staaten) entschieden“, erklärte Musk. (Reuters)

Russland stellt Vermögen europäischer Firmen unter staatliche Kontrolle

Russland hat als Reaktion auf die europäische Unterstützung der Ukraine die Kontrolle über die lokalen Vermögenswerte von vier Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Schweden und Belgien übernommen. Ein entsprechendes Dekret von Präsident Wladimir Putin wurde am Donnerstag veröffentlicht. Betroffen sind der französische Bodenbelagshersteller Tarkett, der schwedische Verpackungshersteller Sverige International Holdings, der belgische Hygieneproduktekonzern Ontex und der deutsche Verpackungshersteller Menshen.

Von dem Unternehmen aus dem Sauerland war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Firma beschäftigt an 14 Standorten in elf Ländern rund 1400 Beschäftigte und erzielte zuletzt einen Umsatz von 200 Millionen Euro. (Reuters)

Behörden in Kyjiw richten mobile Luftschutzbunker ein

Die Behörden in Kyjiw haben mit der Installation mobiler Luftschutzbunker an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs begonnen. An einer Bushaltestelle in der ukrainischen Hauptstadt errichtete die Stadtverwaltung einen zeltförmigen Betonschutzraum für Fahrgäste, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ähnliche Vorrichtungen gibt es auch in Israel, etwa in Sderot. 

Die Stadtverwaltung von Kyjiw erklärte, der Schutzraum solle Menschen während Luftalarmen „vorübergehenden Schutz“ bieten. Die Hauptstadt mit drei Millionen Einwohnern plant den Kauf und die Installation von weiteren 14 Schutzräumen. Die Betonblöcke bieten Sitzplätze für bis zu zehn Menschen und Platz für einen Rollstuhl.

Die Pläne wurden jedoch von Nutzern in Onlinediensten und ukrainischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als unzureichend kritisiert. „Der erste mobile Schutzraum im fünften Kriegsjahr. Er bietet Platz für zehn Menschen... Bravo – mir fehlen die Worte“, erklärte der Nutzer Iwan Tychenko im Onlinedienst Facebook. (AFP)

Selenskyj bittet EU um 70 Milliarden Euro für 2027

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die EU-Staats- und Regierungschefs für das kommende Jahr um 70 Milliarden Euro für die Verteidigung gegen Russland gebeten. „Der Krieg wird im nächsten Jahr 155 Milliarden Euro kosten, und wir brauchen von Ihnen mindestens 70 Milliarden Euro für unsere Verteidigung“, sagte Selenskyj beim EU-Gipfel am Freitag in Brüssel. Er bat die EU-Staats- und Regierungschefs, diese Unterstützung zu ermöglichen. (AFP)

Wadephul kritisierte zögerliche Ukraine-Unterstützung in CDU

Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht in seiner Partei CDU mitunter eine zu zögerliche öffentliche Unterstützung der Ukraine. Seine Partei müsse eine Debatte darüber führen, ob sie zu ängstlich sei in dieser Frage, sagt Wadephul im Interview mit der „FAZ“. „Auch meine Partei, die CDU, könnte noch regelmäßiger und offensiver für die Unterstützung der Ukraine werben, und zwar nicht nur im Wahlkampf“, wird Wadephul zitiert. „Gerade auch im Osten“ gebe es „viele Menschen, die zuhören und mit uns diskutieren wollen, die wir abholen und überzeugen können.“ (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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