Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 23. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1817
letzte Woche, 1938 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1817
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 24.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
195
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
510
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 24.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Dichte Rauchwolken und Flammen steigen nach einem ukrainischen Drohnenangriff im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts aus einer Ölraffinerie auf; Aufnahme aus Moskau (Russland) vom 18. Juni 2026
Insider: Moskauer Ölraffinerie fällt nach Drohnenangriffen monatelang aus
Dichte Rauchwolken und Flammen steigen nach einem ukrainischen Drohnenangriff im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts aus einer Ölraffinerie auf; Aufnahme aus Moskau (Russland) vom 18. Juni 2026
Dichte Rauchwolken und Flammen steigen nach einem ukrainischen Drohnenangriff im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts aus einer Ölraffinerie auf; Aufnahme aus Moskau (Russland) vom 18. Juni 2026 Credit: SOCIAL MEDIA/via REUTERS

Die wichtigste Raffinerie für die russische Hauptstadtregion fällt Branchenkreisen zufolge nach ukrainischen Drohnenangriffen wahrscheinlich den Rest des Jahres aus. Die Anlage am südlichen Stadtrand von Moskau sei schwer beschädigt worden, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. „Die Reparatur wird mindestens ein halbes Jahr dauern“, erklärte eine der mit den Vorgängen vertrauten Personen.

Der Betreiber Gazprom Neft reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Anlage war in den vergangenen Wochen zweimal getroffen worden und musste den Betrieb einstellen. Der Ausfall der Raffinerie macht es für Russland schwerer, dem akuten Spritmangel im Land zu begegnen. (Reuters)

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow 
Kreml: Atomwaffen „einzige“ Garantie gegen globalen Krieg

Atomwaffen sind aus Sicht des Kremls das „einzige“ Bollwerk, das die Welt vor einem globalen Krieg bewahrt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch bei einem außenpolitischen Forum in Moskau, das globale Sicherheitssystem erodiere. „Tatsächlich haben wir auf dieser Welt nichts mehr außer der nuklearen Abschreckung. Sie ist das Einzige, was die Welt vor einem globalen Krieg schützt“, sagte Peskow.

„Angesichts der technologischen Entwicklung ist bereits klar, dass neue Arten von nicht-nuklearen Waffen entstehen werden, die jedoch letztendlich in ihrer Zerstörungskraft mit Atomwaffen gleichziehen könnten“, fuhr der Kreml-Sprecher fort. (AFP)

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow 
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow  Credit: Maxim Shemetov/Pool Reuters/dpa
Kreml zweifelt an Dialogbereitschaft Europas

Der Kreml hat die Bereitschaft Europas zu Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs und die Wiederherstellung der Beziehungen infrage gestellt. „Erst einmal müssen wir sicher sein, dass vonseiten Europas der Wunsch da ist, einen Dialog zu führen“, antwortete Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage zu den Aussichten möglicher Gespräche. Es gebe zwar erste Signale, doch diese seien widersprüchlich, sagte Peskow mit Blick auf den Streit in Brüssel über eine Kontaktaufnahme von EU-Ratspräsident António Costa mit Moskau. (dpa)

Mobilisierungsübung nahe der EU-Grenze: Belarus überprüft Tausende Reservisten

In der belarussischen Region Hrodna laufen derzeit Mobilisierungsübungen, bei denen Reservisten in großer Zahl zu Sammelstellen einbestellt werden. Besonders betroffen ist der Kreis Aschmjany, der direkt an Litauen und damit an die EU grenzt.

Wie das belarussische Verteidigungsministerium mitteilte, nehmen sämtliche Militärkommissariate der Region an den planmäßigen Übungen teil. Im Rahmen der Maßnahmen wird der Mobilisierungsbestand überprüft und aktualisiert.

Seit dem 20. Juni arbeitet das Militärkommissariat des Kreises Aschmjany im verstärkten Modus und lädt Reservisten zur Überprüfung ihrer persönlichen Daten und Militärunterlagen vor. Die Kontrollen finden an eigens eingerichteten Sammelpunkten statt.

Nach offiziellen Angaben sollen rund 2000 Einwohner des Kreises erfasst und ihre Daten aktualisiert werden. Die Übungen sind in mehrere Phasen gegliedert und sollen bis zum 2. Juli abgeschlossen werden. (Valeriia Semeniuk)

Lawrow pocht auf Vereinbarungen vom Alaska-Gipfel zu Ukraine

Russland hält nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow an den Vereinbarungen fest, die Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump im vergangenen August bei ihrem Gipfel in Alaska getroffen haben. Moskau sei nicht bereit, andere Zwischenentscheidungen zu treffen oder sich Ultimaten zu beugen, sagt Lawrow.

Beobachtern zufolge versteht die russische Führung unter dem sogenannten „Geist von Anchorage“ ein mögliches Abkommen, bei dem die Ukraine ihre Truppen aus dem noch nicht von Russland kontrollierten Teil des Donbas abzieht und Moskau im Gegenzug die Frontlinien an anderer Stelle einfriert. Die Regierung in Kiew lehnt die Abtretung von Gebieten ab. (Reuters)

Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen in der Ostukraine

Im russisch besetzten Teil der Ostukraine sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens drei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe getötet worden. Das teilte der von Moskau eingesetzte Bürgermeister der Stadt Horliwka, Iwan Prichodko, bei Telegram mit.

Bei den Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen seien eine Tankstelle beschädigt und mindestens ein Auto zerstört worden. Zudem sei die Strom- und Wasserversorgung teilweise ausgefallen. Diese Informationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

Kreml setzt auf baldige Ukraine-Gespräche mit US-Gesandten

Der Kreml rechnet mit einer Fortsetzung der Kontakte mit den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über den Ukraine-Konflikt. Beide seien derzeit mit anderen Aufgaben beschäftigt, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow mit Blick auf die Verhandlungen der USA mit dem Iran. Sobald sie wieder zur Verfügung stünden, würden die Gespräche jedoch wieder aufgenommen.

Witkoff und Kushner gehören zu den US-Gesandten, die ein Friedensabkommen mit dem Iran aushandeln. Auf die Frage nach einer Reaktion Moskaus für den Fall eines ukrainischen Angriffs auf Belarus betont Peskow, dass Russland der Regierung in Minsk bei jeder Bedrohung zur Seite stehen werde. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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