Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 22. April, 09:20 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1615
letzte Woche, 1773 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1615
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 17.4., letzte Aktualisierung: 22.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
984
200
124
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
491
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 17.4., letzte Aktualisierung: 22.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Moskau stoppt kasachisches Öl für Druschba-Leitung

Russland wird ab dem 1. Mai nach Regierungsangaben in Moskau kein Öl aus Kasachstan mehr durch seine Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Deutschland leiten. Das Öl werde über anderen Strecken umgeleitet, sagte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Alexander Nowak der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. „Dies hängt mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten zusammen“, erklärte er.

Er habe die kasachische Seite in der vergangenen Woche bei Gesprächen darüber informiert, sagte Nowak. Zuvor hatte der Energieminister des zentralasiatischen Landes, Jerlan Akkenschenow, erklärt, Russland habe den Öl-Transit über die Pipeline Druschba und weiter zur Raffinerie PCK Schwedt in Brandenburg mit Null eingeplant. Er mutmaßte, dass das den mit jüngsten ukrainischen Angriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie zusammenhänge.

Nowak machte auch deutlich, dass Russland kein Interesse habe, hier als Transitland zu fungieren. „Die Deutschen haben auf russisches Öl verzichtet, das heißt, bei ihnen ist alles in Ordnung“, sagte er. (dpa)

Wadephul begrüßt Ende der Blockade von Ukraine-Hilfe

Außenminister Johann Wadephul hat das Ende der ungarischen Blockade des milliardenschweren EU-Unterstützungspakets für die Ukraine begrüßt. „Ungarn ist zurück in der europäischen Familie und wir können ein klares Zeichen der Unterstützung der Ukraine geben. Die Ukraine, die ja unsere Freiheit, unsere Sicherheit verteidigt“, sagte der CDU-Politiker in Berlin vor seinem Abflug nach Irland.

Zugleich könne nun mit dem nunmehr 20. Sanktionspaket der Druck auf Russland erhöht werden. Russland müsse die Zeichen der Zeit erkennen. Wadephul sagte: „Wenn Russland seine Möglichkeiten abwägt und feststellt, welche Kosten dieser Krieg auch für das Land selbst hat, dann ist es eine kluge Entscheidung, jetzt sich verhandlungsbereit zu zeigen.“ (dpa)

Ukrainischer Außenminister: Lage an der Front so gut wie seit einem Jahr nicht

Die Ukraine steht nach eigenen Angaben in der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg so gut da wie seit einem Jahr nicht mehr. „Wir haben die russische Überlegenheit in der Truppenstärke durch den Einsatz von Drohnen minimiert“, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha in einer Erklärung vor Journalisten. Die jetzige Situation der Ukraine auf dem Schlachtfeld sei auch dank der verstärkten Luftabwehr „tatsächlich die stärkste, oder die solideste“ seit einem Jahr.

Laut Sybiha ist die Ukraine inzwischen in der Lage, „bis zu 90 Prozent“ der Angriffe auf ukrainische Städte abzuwehren. Auch nach einer Auswertung der Nachrichtenagentur AFP von Daten der ukrainischen Luftwaffe konnten die Streitkräfte in den vergangenen Monaten regelmäßig 80 bis 90 Prozent der russischen Drohnen und Raketen abfangen.

Analysten zufolge liegen die Ursachen für Kiews gestärkte Position in der ukrainischen Drohnen-Überlegenheit und in Kommunikationsproblemen der russischen Armee. Moskau wurde in den vergangenen Monaten vom US-Satelliten-System Starlink abgeschnitten und hat zudem versucht, den Zugang zu der an der Front viel genutzten Messenger-App Telegram einzuschränken.

Nach einer AFP-Analyse von Daten des US-Institute for the Study of War (ISW) hat Russland an der Front in der Ukraine im März das erste Mal seit zweieinhalb Jahren fast keine Geländegewinne erzielt. Demnach nahmen die russischen Streitkräfte im vergangenen Monat nur 23 Quadratkilometer ukrainisches Territorium ein. (AFP)

Budapest: Russisches Öl wieder auf dem Weg nach Ungarn

Die Druschba-Pipeline, die russisches Öl über Belarus und die Ukraine nach Ungarn transportiert, hat nach ungarischer Darstellung ihren Betrieb wieder aufgenommen. „Nach den uns vorliegenden Informationen hat die Öldurchleitung über die Druschba-Pipeline heute um 11.35 Uhr von Belarus in Richtung Ukraine wieder begonnen“, schrieb der ungarische Minister für EU-Angelegenheiten, Janos Boka, auf seiner Facebook-Seite.

„Nach menschlichem Ermessen“ würde das russische Erdöl ungarisches Staatsgebiet noch im Laufe desselben Tages oder spätestens bis Donnerstagmorgen erreichen, schrieb Boka weiter. Ein weiterer Zweig der Druschba transportiert das Öl auch in die Slowakei.

Die Pipeline war nach einem russischen Drohnenangriff auf eine Pumpstation in der Westukraine Ende Januar beschädigt worden. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte das in Zweifel gezogen und die Ukraine beschuldigt, die für Ungarn wichtigen Öllieferungen aus Russland willkürlich abgestellt zu haben. Beweise legte er dafür keine vor. (dpa)

Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien,reist für einen Besuch am Donnerstag nach Berlin.
Schah-Sohn wird bei Berlin-Besuch nicht von Bundesregierung empfangen

Der Sohn des letzten Schahs im Iran wird bei seinem Besuch in Berlin am Donnerstag nicht von Vertretern der Bundesregierung empfangen. Die Bundesregierung sehe „keinen Anlass, mit ihm das Gespräch zu suchen“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Mittwoch in Berlin. Der Schah-Sohn Reza Pahlavi sei „ein Privatmann, der natürlich für eine Bewegung steht oder von einer Bewegung getragen wird“. Die Erwartung der Bundesregierung sei, „dass das iranische Volk die freie Entscheidung hat, über seine Führung zu bestimmen“.

Kornelius fügte hinzu, die iranische Regierung sei trotz aller Vorbehalte nach wie vor ein Ansprechpartner für die Bundesregierung. Es gebe in der internationalen Politik immer wieder Situationen, in denen „man auch mit einem System, dem man keine Legitimation zubilligt, den Kontakt suchen muss, um einer internationalen Situation, einer Anspannung, einem Krieg, einen politischen Prozess entgegenzusetzen“.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts fügte hinzu, Deutschland unterhalte immer noch diplomatische Kontakte mit dem Iran, die „im Rahmen des aktuell Möglichen“ gepflegt würden. Zugleich stehe das Auswärtige Amt „in ständigem Austausch mit der iranischen Zivilgesellschaft“ aus Bereichen wie Menschenrechten, Wissenschaft und Kunst.

Pahlavi wird bei seinem Besuch am Donnerstag aber mit Außenpolitikern des Bundestags zusammenkommen. Geplant ist ein Treffen mit dem Vorsitzenden des Außenausschusses, Armin Laschet (CDU), sowie Abgeordneten weiterer Fraktionen, wie Laschets Büro mitteilte. Empfangen werde Pahlavi als „bedeutender Vertreter der iranischen Oppositionsbewegung“, hieß es weiter. Das geplante Treffen diene dem Austausch über die aktuelle politische Lage im Iran sowie über Perspektiven für die weitere Entwicklung des Landes.

Reza Pahlavi sieht seine Rolle nach eigenen Angaben als „einende nationale Figur“. Teile der iranischen Opposition unterstützen Pahlavi, andere kritisieren ihn unter anderem wegen seiner Unterstützung Israels. Pahlavis Vater war 1979 als Schah gestürzt worden und geflohen. Reza Pahlavi lebt heute in den USA im Exil. (AFP)

Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien,reist für einen Besuch am Donnerstag nach Berlin.
Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien,reist für einen Besuch am Donnerstag nach Berlin. Credit: Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Bundesregierung: Ukraine-Kredit könnte in 24 Stunden fließen

Der 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine könnte nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius in 24 Stunden ausgezahlt werden. „Wir begrüßen diese Entscheidung“, kommentiert er den Beschluss der EU-Botschafter.

Jetzt sei noch eine einstimmige Änderung der mehrjährigen Finanzrahmenverordnung nötig. Dazu habe der Ausschuss der Ständigen Vertreter in Brüssel das notwendige Verfahren eingeleitet. „Soweit Ungarn dem schriftlichen Verfahren nicht widerspricht, ist die Änderung am Fristablauf möglich. Das sind 24 Stunden. Dann können die 90 Milliarden ausbezahlt werden“, fügt Kornelius hinzu. (Reuters)

Ukraine hat Druschba-Pipeline wieder in Betrieb genommen

Die Ukraine hat den Transit von russischem Öl über die Druschba-Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei wieder aufgenommen. Das bestätigte ein Insider aus der ukrainischen Energiebranche der Nachrichtenagentur AFP.

Demnach begann die Förderung am Mittwoch um 12.35 Uhr Ortszeit, nachdem Schäden an der Leitung behoben worden waren, die zuvor durch einen russischen Angriff entstanden waren.

Kiew verbindet mit der Wiederinbetriebnahme auch politische Erwartungen: Die Regierung hofft, damit die letzte Hürde für einen milliardenschweren EU-Kredit auszuräumen. Das Hilfspaket war bislang blockiert – vor allem durch Ungarns scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der Vorbehalte gegen die Unterstützung für die Ukraine geäußert hatte. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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