Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 19. Oktober, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Trump will Russland nicht vom „Verhandlungstisch vertreiben“

US-Präsident Donald Trump hat seinen umstrittenen Kurs im Ukraine-Krieg damit verteidigt, Russland nicht vom Verhandlungstisch vertreiben zu wollen. „Meine Entscheidung ist eine sehr einfache“, schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Ich bin dabei, einen Frieden im Krieg zwischen Russland und der Ukraine auszuhandeln, und möchte nichts tun, was Russland törichterweise vom Verhandlungstisch vertreiben würde.“ Er erwähnte in diesem Zuge auch Verhandlungen über „Geiseln“, womit er Gefangene der beiden Kriegsparteien meinen dürfte, nannte aber keine Details.

In seinem Post erwähnte der US-Präsident auch, dass Russland den Iran - wenn überhaupt - nur wenig unterstütze, gemessen daran, was der Kreml tun könnte. Er wolle, dass das so bleibe, schrieb Trump. US-Medien hatten im Zuge des Iran-Kriegs mehrfach über Unterstützung des Irans durch Russland berichtet.

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, den er mit seiner Politik in den vergangenen Wochen mehrfach vor den Kopf gestoßen hatte, warf Trump vor, dass er den Krieg nicht beenden wolle und das wahrscheinlich auch nie gewollt habe. Schließlich habe die Ukraine von den Europäern und der Regierung seines Amtsvorgängers Joe Biden viel Geld bekommen. Einmal mehr zeigte sich Trump verärgert über ukrainische Angriffe auf russische Dieselraffinerien. 

Der US-Präsident lobte Russland dafür, Millionen Barrel Diesel zu niedrigen Preisen zu exportieren. Trump hatte vor etwa anderthalb Wochen überraschend verkündet, dass Russland hunderttausende Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen werde. Die USA setzten dafür Sanktionen gegen russischen Treibstoff vorübergehend aus. Die russische Regierung wiederum hob ihr Exportverbot für Dieselkraftstoff teilweise auf. Inzwischen gibt es auch Berichte über erste Dieselexporte aus Russland, der genaue Umfang ist aber unklar. (dpa/Reuters)

Putin schlägt Trump und Xi Ukraine-Gipfel vor

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einem Zeitungsbericht zufolge offenbar ein Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen, um ein Ende des vierjährigen Ukraine-Krieges zugunsten Moskaus auszuhandeln. Das Treffen solle im kommenden Monat stattfinden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf einen ehemaligen russischen Geheimdienstmitarbeiter. Der Vorschlag gehe auf ein Telefonat zwischen Putin und Trump vom 9. Oktober zurück. Bei dem Gespräch sei zudem eine Vereinbarung getroffen worden, dass die USA russischen Diesel kaufen und dessen Verkauf auf dem Weltmarkt erleichtern sollen. (Reuters)

Ukraine spricht über Erfolge der Bodentruppen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner abendlichen Videoansprache über Erfolge der Bodentruppen im Kampf gegen russische Streitkräfte im Osten des Landes gesprochen. „Wir setzen den Druck an der Front fort“, sagte er. „Der Trend hält in diesem Jahr an: Seit Beginn des Herbstes haben unsere Soldaten mehr Gebiet befreit, als die Russen erobern konnten.“

„Dobropillja, Kostjantyniwka, Oleksijewe-Druschkiwka, Orichiw, Nowopawliwka, Nowoandrijiwka und Welykomychajliwka stehen alle unter ukrainischer Kontrolle“, sagte Selenskyj über die Abwehr russischer Angriffe. „Auch die Gebiete in der Nähe von Kramatorsk verteidigen wir.“ Die Ukraine hat in diesen Orten eine Art Festungsgürtel errichtet, um einen russischen Vormarsch zu verhindern.

Darüber hinaus seien russische Truppen in der Region Saporischschja zurückgedrängt worden, sagte Selenskyj. Dies war zuletzt auch vom US-Institut für Kriegsstudien (ISW) bestätigt worden. (dpa)

Selenskyj besorgt über US-Kurs Richtung Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich tief besorgt über eine mögliche Annäherung der USA an Russland geäußert. „Sollten sich die USA an die Seite Russlands stellen, können wir nicht überdauern“, sagte Selenskyj in einem Interview des Senders NBC zu den jüngsten Schritten von US-Präsident Donald Trump, wie etwa der Aussetzung von neuen Sanktionen oder dem Diesel-Deal mit dem Kreml. Ein Entzug der bisherigen US-Unterstützung für Kiew wäre „ein historischer Fehler, eine große Tragödie“.

Selenskyj klagte über die jüngsten Behinderungen der ukrainischen Kriegsführung gegen Russland durch die USA. In erster Linie sei die bisherige Nutzung des Starlink-Satellitennetzes eingeschränkt worden. „Das gibt den russischen Aggressoren weitere Unterstützung“, sagte Selenskyj. Die dadurch erfolgte Drosselung der Reichweite ukrainischer Gegenangriffe sehe er als beabsichtigt, als „Nachricht der US‑Regierung“. (dpa)

Selenskyj: USA liefern Ukraine wieder Geheimdienstdaten

Die USA versorgen die Ukraine nach einer kurzen Unterbrechung wieder mit wichtigen Geheimdienstinformationen zur Abwehr russischer Raketenangriffe. Dies sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem US-Sender NBC. Der Austausch von Geheimdienstinformationen sei unterbrochen, aber später wieder „freigegeben“ worden. „Wir sind dafür sehr dankbar“, sagte Selenskyj. „Jetzt funktioniert es.“

Die Ukraine ist auf die US-Informationen angewiesen, um die schnell fliegenden ballistischen Raketen zu orten, die Russland in Wellen auf ihre Städte abfeuert. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche erklärt, Washington teile weiterhin Geheimdienstinformationen. Dies geschah, obwohl ukrainische Vertreter sagten, einige russische Angriffe seien ohne Vorwarnung erfolgt. (Reuters)

Ukraine: Russische Störmaßnahmen lenkten Drohnen nach Litauen

Die Ukraine hat den möglichen Einflug ihrer Drohnen in den litauischen Luftraum bedauert und russische Störmaßnahmen dafür verantwortlich gemacht. Man bedauere den Vorfall, der sich am Sonntagmorgen im litauischen Luftraum ereignet habe, schreibt der Sprecher des Außenministeriums, Heorhij Tychyj, auf der Plattform X.

Dieser sei möglicherweise durch russische elektronische Kriegsführung verursacht worden, die Drohnen während eines Einsatzes gegen legitime militärische Ziele in Russland abgelenkt habe. Man entschuldige sich für alle Störungen, Risiken und die Besorgnis, die dies verursacht haben könnte, so Tychyj weiter.

Die Ukraine werde alle relevanten Informationen mit ihren litauischen Partnern teilen, um die genauen Umstände des Vorfalls aufzuklären. (Reuters)

Brandanschlag auf Starlink-Lagerfirma: Litauen verdächtigt Russland

Litauens Ministerpräsident Mindaugas Sinkevicius hat einen versuchten Brandanschlag auf ein Unternehmen, das Starlink-Ausrüstung lagert, mit Russland in Verbindung gebracht. Es sei offensichtlich, dass es sich um einen versuchten Sabotageakt handle und Teil des hybriden Krieges Russlands sei, sagte der Regierungschef des baltischen EU- und Nato-Landes im litauischen Rundfunk. Ähnliche Aktionen seien in ganz Europa, darunter in Polen und Bulgarien, zu beobachten gewesen.

Sinkevicius hatte zuvor auf Facebook über den Vorfall informiert. Demnach sei in der Nacht zu Sonntag versucht worden, eine litauische Firma in Brand zu setzen, in der Ausrüstung für Anlagen des Satellitendienstes Starlink gelagert wird. Der Anschlag sei aber gescheitert, weil die Behörden das Unternehmen vor möglichen Angriffen gewarnt hatten und die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden seien, schrieb er. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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