Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 23. Mai, 14:45 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1494
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1494
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 20.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
934
200
91
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
451
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 20.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine beantragt sofortige Sitzung im UN-Sicherheitsrat

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat nach den massiven russischen Luftschlägen gegen die Hauptstadt Kiew die internationale Gemeinschaft zu einer „starken Antwort an den Aggressor“ aufgefordert. Der Minister beantragte laut einer Mitteilung auf der Plattform X eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und eine Zusammenkunft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Sybiha warf Russland vor, mit der „barbarischen Raketenattacke“ in der vergangenen Nacht fehlende militärische Fortschritte auf dem Schlachtfeld im Angriffskrieg gegen die Ukraine kompensieren zu wollen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte in den sozialen Netzwerken mit, es seien etwa 100 Menschen bei den Angriffen im Land verletzt und mindestens vier getötet worden. Bei den Attacken wurden laut Behörden auch Regierungsgebäude beschädigt, darunter das Außenministerium und das Kabinettsgebäude. Ukrainischen Medien zufolge wurde auch ein Haus beschädigt, in dem Präsident Selenskyj eine Wohnung besitzt. (dpa)

Ukraine meldet Drohnenangriff auf russische Öl-Pumpstation

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben mit Drohnen eine Öl-Pumpstation in der russischen Region Wladimir angegriffen. Die Anlage sei ein wichtiger Knotenpunkt für die Weiterleitung von Ölprodukten nach Moskau und in die Umgebung, teilte der SBU in den sozialen Medien mit. Sie versorge große Öllager rund um die Hauptstadt sowie die Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo mit Treibstoff. Nach dem Angriff sei ein Feuer auf einer Fläche von 800 Quadratmetern registriert worden. (Reuters)

Grünen-Chefin fordert europäische Friedensinitiative für Ukraine

Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner hat nach den massiven russischen Angriffen auf Kiew eine europäische Friedensinitiative für die Ukraine gefordert. „Deutschland muss gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, Polen und unseren weiteren europäischen Partnern ein verlässliches Verhandlungsformat aufbauen“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wir brauchen eine europäische Kontaktgruppe, die Gesprächskanäle offen hält, Vorschläge erarbeitet und in enger Abstimmung mit der ukrainischen Regierung handelt“, sagte Brantner demnach.

Wenn die USA sich vorerst aus der Vermittlerrolle zurückzögen, müsse Europa die diplomatische Leerstelle füllen. „Das ist mehr als eine Notlösung – es ist eine historische Verantwortung“, sagte Brantner. Und: „Europa darf diese Rolle nicht zögerlich übernehmen, sondern muss sie aktiv gestalten.“

Parallel zu einer diplomatischen Initiative müsse Europa Druck auf Moskau weiter erhöhen. Sie nannte weitere Sanktionen, härtere Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte und eine Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine. (dpa)

Auch Merz verurteilt russische Angriffe mit Oreschnik-Raketen

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilt die russischen Attacken auf die Ukraine scharf. Er bezeichnet die Angriffe und den Einsatz des Oreschnik-Raketensystems in einem Beitrag auf der Plattform X als rücksichtslose Eskalation. „Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine.“ (Reuters)

Außenminister Johann Wadephul.
Wadephul und Macron verurteilen russischen Raketenangriff auf Kiew
Außenminister Johann Wadephul.
Außenminister Johann Wadephul. Credit: Michal Cizek / AFP

Außenminister Johann Wadephul verurteilt den jüngsten russischen Raketenangriff auf die Ukraine. „Raketenterror ist schockierend. Der Einsatz einer Oreschnik ist eine weitere Eskalation“, schreibt der CDU-Politiker auf der Plattform X. Dies bestärke ihn darin, die beim Nato-Außenministertreffen gemachten Vorschläge konsequent weiterzuverfolgen. Nur eine starke Ukraine werde den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Einlenken bewegen können.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron äußert sich auf X und verurteilt den Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und den Einsatz der Hyperschall-Rakete. Dies bedeute eine Eskalation und zeige die Sackgasse des russischen Angriffskrieges auf. Er bekräftigt zudem die Unterstützung Frankreichs für die Ukraine. (Reuters)

Der zerstörte Fensterbereich des ARD-Studios in Kiew
ARD-Studio in Kiew nach russischem Angriff teils zerstört – keine Verletzten
Der zerstörte Fensterbereich des ARD-Studios in Kiew
Der zerstörte Fensterbereich des ARD-Studios in Kiew Credit: Foto: WDR Westdeutscher Rundfunk/dpa

Bei den nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew ist auch das ARD-Studio in der ukrainischen Hauptstadt massiv beschädigt und teilweise zerstört worden. Wie der Westdeutsche Rundfunk am Sonntag in Köln mitteilte, stürzten Wände ein, außerdem gingen Fenster kaputt und Technik wurde zerstört. Da sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studio befanden, wurde niemand verletzt.

„Ich bin sehr erleichtert, dass unsere Mitarbeiter bei diesem Angriff nicht verletzt wurden“, erklärte WDR-Intendantin Katrin Vernau. Doch zeige sich erneut, unter welch gefährlichen Bedingungen das Team in Kiew seit Jahren arbeite, um über den russischen Angriffskrieg und Hintergründe zu berichten. „Ich habe großen Respekt vor dem Mut und der Leistung unseres Teams“, betonte Vernau.

Die russischen Luftangriffe seien seit Jahren Teil der brutalen Lebensrealität in der Ukraine, sagte der Studioleiter in Kiew, Vassili Golod. „Die Folge sind Tausende getötete Zivilisten, zerstörte Krankenhäuser, Schulen und eben auch Redaktionsräume.“ Vor Ort werde nun die statische Sicherheit des Gebäudes, in dem das Studio untergebracht ist, überprüft. (AFP/epd)

Auf diesem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 29. Dezember 2025 zur Verfügung gestellten Bild ist ein russisches Oreschnik-Raketensystem während eines Trainings an einem ungenannten Ort in Belarus zu sehen. 
Russland bestätigt Einsatz seiner Oreschnik-Rakete
Auf diesem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 29. Dezember 2025 zur Verfügung gestellten Bild ist ein russisches Oreschnik-Raketensystem während eines Trainings an einem ungenannten Ort in Belarus zu sehen. 
Auf diesem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 29. Dezember 2025 zur Verfügung gestellten Bild ist ein russisches Oreschnik-Raketensystem während eines Trainings an einem ungenannten Ort in Belarus zu sehen.  Credit: Foto: -/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Russland hat nach eigenen Angaben in der Ukraine erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Es handle sich um eine Antwort auf die „terroristischen Angriffe“ der Ukraine auf zivile Objekte in Russland, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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