Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 05. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1736
letzte Woche, 1805 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1736
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 29.5., letzte Aktualisierung: 3.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1066
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
503
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 29.5., letzte Aktualisierung: 3.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Bundeskanzler begrüßt Selenskyjs Gesprächsangebot an Putin

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu direkten Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin begrüßt. Er machte am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro zugleich deutlich, dass die Europäer an möglichen Friedensgesprächen beteiligt sein wollten.

„Ich begrüße sehr, dass Präsident Selenskyj erneut ein Angebot gemacht hat, zu sprechen. Ich will es betonen: erneut. Das ist nicht das erste Mal, dass er anbietet, mit dem russischen Präsidenten direkte Gespräche zu führen“, sagte Merz.

Dies werde auch Gegenstand geplanter Gespräche mit Selenskyj in London sein, an denen er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie Großbritanniens Premier Keir Starmer teilnehmen werde. (dpa)

Russlands Machthaber Wladimir Putin spricht auf dem Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg.
Putin räumt wirtschaftliche Probleme in Russland ein
Russlands Machthaber Wladimir Putin spricht auf dem Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg.
Russlands Machthaber Wladimir Putin spricht auf dem Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg. Credit: OLGA MALTSEVA / AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Probleme der russischen Wirtschaft eingeräumt. „Ja, die wirtschaftliche Dynamik ist derzeit gebremst“, sagte Putin bei seiner Rede auf der Plenarsitzung des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF).

Russland sei jetzt auf dem Niveau angekommen, auf dem sich Europa schon jahrelang befinde, sagte er in einem Seitenhieb gegen die EU. Zugleich zeigte sich der Kremlchef davon überzeugt, dass es mit der Wirtschaft bald wieder bergauf gehe.

In den ersten Kriegsjahren ist es Moskau dabei trotz westlicher Sanktionen durch die Umstellung der Wirtschaft auf die Kriegsproduktion gelungen, Wirtschaftswachstum zu erzeugen.

Das Wachstum hat sich allerdings bereits 2025 deutlich abgekühlt, im ersten Quartal 2026 musste die Regierung einen Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt konstatieren. (dpa)

Macron, Starmer, Merz und Selenskyj beraten am Sonntag in London

Der französische Präsident Emmanuel Macron reist am Sonntag zu Gesprächen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach London.

Dies teilt der Elysée-Palast mit. Das Treffen dient demnach der engen Abstimmung über die weitere Unterstützung der Ukraine und den Druck auf Russland. (Reuters)

Prozess gegen Wagenbauer Tilly geht in Moskau in die nächste Runde

Der Prozess gegen den Düsseldorfer Wagenbauer und Satiriker Jacques Tilly an einem Moskauer Gericht geht nach Medienangaben in die nächste Runde. Am kommenden Dienstag werde es ein Revisionsverfahren in der Sache geben, sagte Tilly der „Rheinischen Post“. Ein Moskauer Gericht hatte Tilly Anfang April zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren Straflager und einer Geldstrafe verurteilt. Begründet wurde die Entscheidung mit einer Verletzung religiöser Gefühle und einer angeblichen Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte durch seine satirischen Rosenmontags-Mottowagen.

Über den Ablauf des nun anstehenden Revisionsverfahrens weiß Tilly nach eigenen Angaben kaum mehr als den neuen Termin. Wer Berufung eingelegt habe und aus welchem Grund, sei ihm nicht bekannt. „Ich kenne die Motive nicht und weiß auch nicht, von wem das kam“, sagte der 62-Jährige der Zeitung. Über den Prozess informiert habe ihn das Auswärtige Amt. (epd)

Ukrainische Kriegsgefangene steigen nach einem Gefangenenaustausch an einem nicht genannten Ort in der Ukraine am 5. Juni 2026 aus einem Bus. 
Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht.

Es seien jeweils 185 Gefangene übergeben worden, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA. (Reuters)

Ukrainische Kriegsgefangene steigen nach einem Gefangenenaustausch an einem nicht genannten Ort in der Ukraine am 5. Juni 2026 aus einem Bus. 
Ukrainische Kriegsgefangene steigen nach einem Gefangenenaustausch an einem nicht genannten Ort in der Ukraine am 5. Juni 2026 aus einem Bus.  Credit: REUTERS/Alina Smutko
Ukraine erhält weitere Kredithilfe von Entwicklungsbank und EU

Die Ukraine erhält weitere Hilfe aus dem Westen, um Unternehmen in dem von Russland angegriffenen Land den Zugang zu Finanzmitteln während des andauernden Krieges zu sichern. Über den sogenannten Ukraine-Investitionsrahmen werden die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die EU zusätzliche Garantien in Höhe von 200 Millionen Euro bereitstellen. Auch sollen Zuschüsse von 105 Millionen Euro und technische Hilfe in Höhe von 10 Millionen Euro verfügbar gemacht werden, wie die beiden Institutionen am Rande des EBRD-Jahrestreffens in Riga mitteilten. Zudem wurde ein weiteres Programm zur Unterstützung des ukrainischen Privatsektors gestartet.

Insgesamt sollen durch die Kofinanzierung neue Kredite in der Ukraine in Höhe von 2 Milliarden Euro über Partnerfinanzinstitute der EBWE freigesetzt werden, hieß es. Der Investitionsrahmen für die Ukraine ist ein finanzielles Kernstück der Ukraine-Fazilität der EU – eines Hilfsprogramms mit bis zu 50 Milliarden Euro für die Jahre 2024 bis 2027. Durch Garantien und Mischfinanzierungen soll es öffentliche und private Investitionen mobilisieren. (dpa)

Bundesregierung begrüßt Selenskyj-Brief an Putin

Die Bundesregierung begrüßt den Brief des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an den russischen Staatschef Wladimir Putin. Es brauche jetzt aufseiten Russlands eine „ernsthafte Bereitschaft“, Verhandlungen über einen Frieden aufzunehmen, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Diese sei allerdings nicht in Sicht. Klar sei auch, dass an solchen Gesprächen auch Europa und die USA beteiligt sein müssten, betonte der Sprecher. In dem Brief schlägt Selenskyj ein persönliches Treffen mit Putin vor, um über einen Frieden zu verhandeln.

Zuvor hatte sich der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic hinter das Angebot des ukrainischen Präsidenten gestellt. „Wir unterstützen die Verhandlungsinitiative des ukrainischen Präsidenten“, sagte Ahmetovic der Nachrichtenagentur Reuters. Der russische Angriffskrieg gehe in sein fünftes Jahr und werde von Tag zu Tag immer brutaler. Das humanitäre Kriegsvölkerrecht werde mit jedem neuen Drohnen- und Raketen-Terror von Putin auf zivile Ziele in der Ukraine ausgehöhlt.

„Es braucht jetzt eine Gleichzeitigkeit: Die europäischen Staaten müssen die Ukraine weiter unterstützen. Und auf der anderen Seite muss Europa mit an den Verhandlungstisch“, sagte der SPD-Politiker. Denn es gehe nicht nur um territoriale Fragen und Sicherheitsgarantien, sondern um die zukünftige neue europäische Sicherheitsarchitektur. „Das dürfen die zwei US-Immobilienmakler Wittkopf und Kuschner und Putin nicht alleine verhandeln. Das E3-Format, aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, ist gefragt, jetzt mit geeinter Kraft in die diplomatische Offensive zu gehen.“ Der Krieg müsse enden. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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