Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 04. April, 09:25 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1816
letzte Woche, 1739 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1816
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1113
200
125
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
564
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russland greift Anlagen des ukrainischen Öl- und Gaskonzerns Naftogaz an

Russland greift nach Angaben des ukrainischen Öl- und Gaskonzerns Naftogaz Infrastrukturanlagen in der Region Poltawa an. Dabei sei ein Feuer ausgebrochen, teilt das Unternehmen in den sozialen Medien mit. Russland setze seine gezielten Angriffe auf die Öl-, Gas- und Energieinfrastruktur fort. Die Anlagen der Naftogaz-Gruppe seien seit Jahresbeginn mehr als 40 Mal angegriffen worden. (Reuters)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Präsidialamt: Selenskyj zu Gesprächen mit Erdogan in Türkei
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Credit: Sven Hoppe/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach Angaben seines Präsidialamts zu Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul eingetroffen. Zudem sei eine Begegnung Selenskyjs mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus, dem geistlichen Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche, geplant. (Reuters)

Ukraine: Tote bei russischem Angriff auf Markt in Frontstadt

Aus der ukrainischen Frontstadt Nikopol wird ein russischer Angriff mit zahlreichen Opfern gemeldet. Fünf Personen seien getötet und 19 weitere verletzt worden, teilt die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Drohnenattacke habe einem Markt gegolten. „Das ist ein weiteres Kriegsverbrechen, das von der Russischen Föderation verübt wird“, erklärt die Behörde auf Telegram.

Nikopol liegt nur wenige Kilometer von russisch besetztem Gebiet am anderen Ufer des Flusses Dnipro entfernt. Die Stadt ist regelmäßig Ziel von Angriffen. (Reuters)

Behörden: Opfer bei ukrainischen Angriffen in Südrussland

Bei einem ukrainischen Drohnen- und Raketenangriff im Süden Russlands sind nach Angaben der Behörden mindestens ein Mensch getötet und vier weitere Personen verletzt worden. Infolge eines Drohnenangriffs sei auch ein Feuer auf einem unter ausländischer Flagge fahrenden Handelsschiff im Asowschen Meer ausgebrochen, teilen die Behörden mit. Einzelheiten werden zunächst nicht bekannt. (Reuters)

Ein beschädigtes Haus nach einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel in dem Dorf in der Region Kiew.
Behörden: 14 Todesopfer nach russischer Angriffswelle am Karfreitag
Ein beschädigtes Haus nach einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel in dem Dorf in der Region Kiew.
Ein beschädigtes Haus nach einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel in dem Dorf in der Region Kiew. Credit: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Bei der russischen Angriffswelle am Karfreitag sind nach jüngsten ukrainischen Behördenangaben 14 Menschen getötet worden. Drei Menschen wurden demnach bei den Attacken am helllichten Tag in der nordukrainischen Region Sumy getötet, insgesamt zwei weitere in der Region Schytomyr im Nordwesten und Dnipropetrowsk im Zentrum der Ukraine, weitere acht in den frontnahen Gebieten Charkiw, Donzek, Cherson und Saporischschja. Ein Mensch kam laut Regionalgouverneur Mykola Kalaschnyk in der Hauptstadtregion Kiew ums Leben.

Die ukrainische Luftwaffe erklärte, insgesamt habe die russische Armee das Staatsgebiet der Ukraine mit mehr als 500 Drohnen und dutzenden Raketen unter Beschuss genommen. Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland eine „Eskalation an Ostern“ vor. (AFP)

Ukraine: Drei Tote bei russischem Luftangriff auf Kramatorsk

Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region drei Menschen getötet und drei weitere verletzt. Die Angreifer hätten Bomben auf die Stadt abgeworfen, teilt Wadym Filaschkin über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Kramatorsk gehört zum ukrainischen „Festungsgürtel“ und gilt als wichtiges Ziel beim langsamen Vormarsch der Invasionstruppen in der Region Donezk. (Reuters)

Selenskyj drängt Parlament zu Reformen für Milliardenhilfen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ruft das Parlament zur raschen Verabschiedung wichtiger Gesetze auf, um eine Haushaltskrise abzuwenden. Die Reformen seien entscheidend für den EU-Beitritt und die Freigabe von Hilfsgeldern, erklärt er. Wegen eines langsamen Gesetzgebungsprozesses hat die Ukraine zuletzt Fristen verpasst, um Milliarden von ihren wichtigsten Geldgebern abzurufen. Der externe Finanzierungsbedarf des Landes liegt in diesem Jahr bei 52 Milliarden Dollar. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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