Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 12. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1729
letzte Woche, 1754 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1729
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 13.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
122
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
489
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 13.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russland: Mehr als 280 ukrainische Drohnen abgefangen

Russland meldet wieder einen größeren ukrainischen Drohnenangriff. In der Nacht wurden dem Verteidigungsministerium zufolge 286 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgefangen und zerstört.

In der südlichen Region Krasnodar seien dabei Trümmerteile auf das Gelände einer Industrieanlage gestürzt und hätten ein Feuer ausgelöst, teilten die örtlichen Behörden mit.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten verstärkt Ziele weit in Russland und dabei vor allem auch Öl-und Gas-Anlagen ins Visier genommen, um die russische Kriegswirtschaft zu schwächen. (Reuters)

Steht unter Korruotionsverdacht: der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak (rechts).
Selenskyjs früherer Vertrauter Jermak weist Geldwäschevorwürfe zurück

Der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak hat gegen ihn erhobene Vorwürfe der Geldwäsche zurückgewiesen. Der Verdacht sei „unbegründet“, schrieb Jermak nach einer Anhörung vor Gericht am Dienstag im Onlinedienst Telegram.

Als Jurist habe er sich „stets vom Gesetz leiten lassen“, erklärte er. „Und jetzt werde ich in gleicher Weise meine Rechte, meinen Namen und meinen Ruf verteidigen."

Das Nationale Antikorruptionsbüro (Nabu) hatte am Montag mitgeteilt, es habe eine „organisierte Gruppe“ enttarnt, die umgerechnet 8,9 Millionen Euro „über ein Luxusbauprojekt in der Nähe von Kiew gewaschen“ habe.

Bei einem der Verdächtigen handele es sich um einen „ehemaligen Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine“. Jermak war von 2020 bis 2025 als Leiter des Präsidialamts der wichtigste Berater von Staatschef Wolodymyr Selenskyj. (AFP)

Steht unter Korruotionsverdacht: der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak (rechts).
Steht unter Korruotionsverdacht: der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak (rechts). Credit: Dan Bashakov/AP/dpa
Mindestens zwei Tote nach russischem Angriff in der Ukraine

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Großstadt Krywyj Rih, der Heimat von Präsident Wolodymyr Selenskyj, mindestens zwei Menschen getötet worden. Vier weitere Menschen seien bei der Attacke am Abend verletzt worden, darunter ein neun Monate altes Mädchen, das in kritischem Zustand im Krankenhaus behandelt werde, schrieb der Regionalgouverneur Olexander Hanscha auf der Plattform Telegram. Bei den Getöteten handele es sich um eine 65-jährige Frau und einen 43-jährigen Mann.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff „auf ein gewöhnliches Wohnhaus“ als zynisch und militärisch sinnlos. Nach Ende der dreitägigen Waffenruhe am Montag töte Russland nun wieder Ukrainer und Ukrainerinnen. (dpa)

Russland testet lange angekündigte Sarmat-Interkontinentalrakete

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag einen erfolgreichen Test der seit Jahren angekündigten Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat bekanntgegeben. Es handle sich um das „mächtigste Raketensystem der Welt“, sagte Putin nach dem Test. Eine Sarmat-Rakete könne mehr als viermal so schwere Sprengköpfe tragen wie jegliches westliche System und habe eine Reichweite von 35.000 Kilometern. „Bis Jahresende“ werde die Sarmat einsatzbereit sein, fügte der Kreml-Chef an.

Sarmat-Raketen können mit mehreren Atomsprengköpfen bewaffnet werden. Putin gab den erfolgreichen Test des Systems wenige Monate nach dem Auslaufen des New-Start-Abkommens bekannt, dem letzten Vertragswerk zwischen Russland und den USA zur Begrenzung ihrer Atomwaffen-Arsenale.

Die Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat ist im Westen auch unter dem Namen „Satan II“ bekannt. Es handelt sich um das erste nach dem Kalten Krieg entwickelte russische Raketensystem, das als „superschwer“ klassifiziert wird. Russland hatte die Einsatzbereitschaft der Sarmat vor Jahren bereits für 2022 angekündigt. In diesem Jahr begann das Land seine großflächige Offensive in der Ukraine. (AFP)

Selenskyj: Ukraine greift Gasanlagen tief in Russland an

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Gasanlagen in der russischen Region Orenburg angegriffen. Die getroffenen Ziele liegen mehr als 1500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, sagt Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Zudem arbeite Kiew mit europäischen Verbündeten an Technologien zur Abwehr ballistischer Raketen. An entsprechenden Gesprächen hätten sich 13 Länder sowie Vertreter der Nato beteiligt. „Insgesamt ist die aktuelle Position der Ukraine (...) auf dem höchsten Stand seit Jahren“, erklärt der Präsident. Dieses Niveau müsse gehalten werden. (Reuters)

Russischer Zerstörer vor Fehmarn unterwegs

Ein russischer Zerstörer liegt derzeit vor der Insel Fehmarn. Dies bestätigte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Man gehe davon aus, dass Russland mit seinen Kriegsschiffen die eigenen Schiffe der „Schattenflotte“ überwachen wolle, so der Sprecher. Über diese versucht Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Zudem steht die Schattenflotte in Verdacht, für Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur genutzt zu werden.

Ein Nato-Sprecher sagte, die Bündnispartner beobachteten die Bewegungen russischer Kriegsschiffe. Demnach sind Schiffe des ständigen Nato-Marineverbandes 1 (SNMG1) in der Ostsee unterwegs, um die Routen der Russen zu verfolgen. Flaggschiff des Nato-Verbandes ist die deutsche Fregatte „Sachsen“. Nach Angaben der „Kieler Nachrichten“ stieß aus Frankreich auch die Fregatte „Auvergne“ dazu, die bei Fehmarn den russischen Zerstörer „Severomorsk“ aus der Nähe beschatte.

Berlin zeigte sich von der Präsenz russischer Kriegsschiffe in den Gewässern nicht überrascht. „Im Bereich Fehmarn in der Ostsee, Skagerrak und am Finnischen Meerbusen sind kontinuierlich russische Kriegsschiffe zu beobachten“, erklärte der Ministeriumssprecher. Dies werde zum Teil auch als Gegenreaktion zu Nato-Operationen wie „Baltic Sentry“ gesehen. (dpa)

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. 
Hegseth: Ukraine-Hilfen sollen wie geplant fließen - unklar wann
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. 
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth.  Credit: IMAGO/Newscom World

Hilfen im Wert von 400 Millionen US-Dollar (fast 340 Mio Euro) sollen nach den Worten von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wie geplant der Ukraine zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zufließen. Einen konkreten Zeitplan legte er allerdings nicht vor. Das Pentagon wolle mit dem für Europa zuständigen Regionalkommando (Eucom) zusammenarbeiten, um die Mittel „entsprechend und ordnungsgemäß auszugeben“, sagte der Republikaner lediglich vor einem Senatsausschuss.

Senator Chris Coons zufolge hat das Pentagon bislang keinen einzigen Groschen aus diesem Paket für Waffen für die Ukraine ausgegeben. Auf die Nachfrage des Demokraten nach einem konkreten Ausgabenplan wich Hegseth aus. „Es ist Mai, und dies ist seit Januar geltendes Recht. Sie oder Ihre Abgeordneten wurden von Mitgliedern dieses Ausschusses wiederholt und parteiübergreifend dazu aufgefordert“, kritisierte Coons.

US-Präsident Donald Trump hatte für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 jeweils Ukraine-Hilfen in Höhe von 400 Millionen Dollar unterschrieben. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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