Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 14. September, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1869
letzte Woche, 1821 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1869
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 4.9., letzte Aktualisierung: 12.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
111
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
488
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 4.9., letzte Aktualisierung: 12.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Korruptionsvorwürfe: Ukrainischer Präsident Selenskyj entlässt Generalstaatsanwalt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko nach Korruptionsvorwürfen entlassen. Bei Krawtschenko bleibe „nur ein Ausweg: die Entlassung“, erklärte Selenskyj am Montag im Onlinedienst Telegram. Der Generalstaatsanwalt hatte bereits vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt, nachdem Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit betrügerischen Callcentern bekanntgeworden waren.

Krawtschenko, der die Vorwürfe in seiner Rücktrittserklärung als „durch nichts belegt“ bezeichnet hatte, erklärte im Onlinedienst Telegram, er befinde sich inzwischen im Ausland. Er wolle die internationalen Partner der Ukraine über „die tatsächliche Lage innerhalb der Antikorruptionsbehörden“ sowie über „Anzeichen einer unkontrollierten Konzentration von Einfluss durch sie“ informieren. (AFP)

Trump: Ukraine und Russland haben vereinbart, keine Energie-Ziele anzugreifen

US-Präsident Donald Trump erklärt, die Ukraine und Russland hätten vereinbart, die Energieziele des jeweils anderen Landes nicht anzugreifen. „Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele anzugreifen. Russland hat sich ebenfalls dazu bereit erklärt“, schreibt Trump. Der US-Präsident hatte am Sonntag gesagt, er habe die Ukraine aufgefordert, die Angriffe auf russische Diesel-Infrastruktur einzustellen. Die Attacken würden einen weltweiten Kraftstoffmangel verursachen. Es gebe genügend andere Ziele. (Reuters)

Polens Armee fischt Kampfdrohne aus der Ostsee

Polens Armee hat unweit der Küste eine Kampfdrohne aus der Ostsee geborgen. „Die erste Begutachtung deutet darauf hin, dass es sich um eine aus Russland stammende Militärdrohne handelt“, schrieb Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X. Das Flugobjekt sei in der Nähe des Badeortes Rusinowo in Westpommern gefunden worden.

Ein Sprecher des Oberkommandos der polnischen Armee sagte dem Sender TVN24, höchstwahrscheinlich sei es eine Drohne vom Typ Gerbera. Da die Flugabwehr seit dem 30. Juli keine Verletzung des Luftraums mehr registriert habe, sei die Drohne möglicherweise aus internationalen Gewässern angeschwemmt worden. Spezialisten würden nun untersuchen, ob das Flugobjekt Sprengstoff enthalte. Russland setzt bei Luftangriffen gegen die Ukraine auch unbewaffnete Drohnen als Köder ein, um die Flugabwehr abzulenken.

Das EU- und Nato-Land Polen ist ein wichtiger politischer und militärischer Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Es sieht sich auch selbst von Moskau bedroht. (dpa)

Pistorius: Nehmen Vorfall im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet ernst

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nimmt den jüngsten Drohnenangriff an der ukrainisch-polnischen Grenze nach eigenen Worten sehr ernst. Der russische Präsident Wladimir Putin täusche immer wieder Gesprächs- und Friedensbereitschaft vor, um wenig später erneut zu eskalieren, sagt der SPD-Politiker in der nordostdeutschen Stadt Wolgast.

Dies solle den Menschen in Deutschland und Europa Angst vor einer Ausweitung des Krieges machen. „Das ist gefährlich, was Wladimir Putin da macht“, erklärt Pistorius weiter. Es komme darauf an, besonnen zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen. Gleichzeitig dürfe kein Zweifel an der eigenen Verteidigungsbereitschaft aufkommen. Zuvor war ein Zug mit westlichen Diplomaten wegen russischer Drohnenangriffe im Grenzgebiet gestoppt und teils evakuiert worden. (Reuters)

Ukraine durchkreuzt offenbar russischen Plan zur Umfassung von „Festungsgürtel“

Ukrainische Truppen haben nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) russische Pläne für eine weiträumige Umfassung des sogenannten Festungsgürtels in der Region Donezk vereitelt.

Entscheidend sei dabei die Lage nördlich von Lyman. Dort hätten ukrainische Einheiten zuletzt einen russischen Frontvorsprung beseitigt und damit Moskaus Plan gestört, von den Richtungen Lyman und Dobropillja aus Druck auf die befestigten ukrainischen Linien aufzubauen.

Laut ISW, erzielten die ukrainischen Streitkräfte trotz russischer Darstellung einer angeblich unvermeidlichen Niederlage der Ukraine weiter Erfolge auf strategischer und operativer Ebene. Nach Angaben der Analysten eroberte die Ukraine im Winter und Frühjahr 2026 mehr als 745 Quadratkilometer in den Regionen Donezk, Dnipropetrowsk und Saporischschja zurück.

„Russische Truppen werden die Region Donezk bei ihrem derzeitigen Vormarschtempo nicht vor 2032 einnehmen – falls sie sie überhaupt einnehmen können“, heißt es in dem Bericht.

Finnland tritt Initiative zur nuklearen Abschreckung bei

Finnland tritt der von Frankreich angeführten Initiative zur nuklearen Abschreckung („Forward Nuclear Deterrence Initiative“) bei, wie das Präsidialamt in Paris mitteilt. Frankreich hatte seinen europäischen Verbündeten im März eine engere Kooperation angeboten, um die Glaubwürdigkeit des eigenen Atomwaffenarsenals zu stärken.

Das Vorhaben sieht gemeinsame Übungen, die Option einer kurzfristigen Verlegung atomwaffenfähiger Systeme auf das Gebiet von Verbündeten sowie engere Konsultationen vor. Einen formellen nuklearen Schutzschirm nach US-Vorbild bietet sie jedoch nicht. (Reuters)

Selenskyj will mit Trump über Waffenruhe auf See und im Energiesektor sprechen

Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf ein Treffen mit Donald Trump in New York zwischen dem 21. und 23. September. Dabei will er nach eigenen Angaben über eine mögliche Waffenruhe auf See und im Energiesektor sprechen.

Das sagte Selenskyj während seines Besuchs in Kanada, wie die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.

Nach seinen Worten ist die Ukraine bereit, über solche Vereinbarungen zu sprechen. Er habe den Vorschlag bereits mit dem US-Präsidenten besprochen und wolle bei einem möglichen Treffen darauf zurückkommen. "Wenn Putin keine vollständige Waffenruhe will, dann braucht es zumindest eine Waffenruhe auf See und im Energiesektor", sagte Selenskyj. Ein solches Format werde von vielen Staaten unterstützt.

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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