Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 19. Juli, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1947
letzte Woche, 2014 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1947
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 10.7., letzte Aktualisierung: 15.7. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1200
200
212
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
529
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 10.7., letzte Aktualisierung: 15.7. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Tote und Verletzte nach Raketenangriffen auf Odessa

Infolge von russischen Raketenangriffen sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere vier seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Eine Rakete sei in einem Vergnügungspark eingeschlagen. Unter den Trümmern von Fischerhäusern könnten noch weitere Opfer sein. Sechs Autos seien beschädigt worden.

Einen weiteren Verletzten gab es demnach in einem anderen, nicht genannten Ort des Gebiets. Dabei seien auch ein Wohnhaus und zwei Autos beschädigt worden. (dpa)

Mindestens ein Toter bei russischem Angriff auf Kyjiw

Bei einem russischen Raketenangriff auf Kyjiw und die umliegende Region sind Behördenangaben zufolge mindestens ein Mensch getötet und elf weitere verletzt worden. In der Hauptstadt brachen Brände unter anderem in einem Wohnheim, einem Wohnhaus und einem Supermarkt aus, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (Reuters)

Selenskyj verspricht Demonstranten Entscheidungen zur Armee

Vor dem Hintergrund von anhaltenden Protesten gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Gespräche mit Militärs geführt. „Natürlich höre ich, was die Leute sagen“, versicherte der Staatschef in einer Videoansprache. Dabei habe er auch „lange“ mit Fedorow und ebenso mit Armeechef Olexander Syrskyj gesprochen. „Entscheidungen bezüglich der Armee werden ausgearbeitet“, versprach Selenskyj, ohne Details zu nennen.

Parallel dazu demonstrierten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und anderen Städten den dritten Tag in Folge wieder mehrere Tausend vor allem junge Menschen gegen Fedorows Entlassung. Die Demonstranten forderten seine Wiedereinsetzung. Die Hauptforderung war dabei aber inzwischen eine Ablösung von Armeechef Syrskyj. Ein Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorow gilt als Hintergrund für den von Selenskyj vorgenommenen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums. (dpa)

Tote nach russischen Bombenangriffen auf Kramatorsk

Bei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner ein weiteres Mal zur Flucht aus den frontnahen Gebieten auf. Kramatorsk ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)

Wadephul offen für Bereichsausnahme für Ukraine-Hilfen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Ukraine-Hilfen künftig als sogenannte Bereichsausnahme zu definieren, die von der Schuldenbremse ausgenommen ist. Er halte das „für eine sinnvolle Idee“, sagte Wadephul den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). „Darüber muss jetzt in der Koalition diskutiert und im Herbst entschieden werden.“

Zuvor hatte das bereits Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) gefordert. Der finanzielle Spielraum für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe würde sich dadurch erhöhen.

Wadephul zeigte sich außerdem überzeugt, dass der seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine massiv gestiegene Verteidigungsetat nicht dauerhaft so hoch bleiben werde. „Wir haben jetzt eine Sondersituation, weil es vorherige Versäumnisse aufzuholen gilt“, sagte er dem RND. „Aber es ist klar, dass der Wehretat irgendwann wieder in den Normalzustand zurückkehrt und die jetzt nötige Aufholjagd beendet sein wird.“ (AFP)

Kiew: Russland verlagert Drohneneinheiten wegen ukrainischen Angriffen

Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben 13 weitere russische Schiffe getroffen. Damit steige die Gesamtzahl der im Schwarzen Meer und dem benachbarten Asowschen Meer beschossenen Schiffe auf 172, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, in sozialen Netzwerken mit. In der Nacht zum Samstag seien acht Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und zwei Schwimmkräne getroffen worden. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht überprüfbar.

Die Ukraine will mit den Gegenangriffen im russischen Angriffskrieg Moskaus militärische Logistik stören. Nach Darstellung Browdis führt die seit Wochen andauernde „Flottenjagd“ auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau seine Drohneneinheiten der sogenannten Rubikon-Truppen teils von der Front abziehe und verlagere, um so besser den Schiffverkehr zu schützen. Das schwäche den Gegner an der Front, betonte er. (dpa)

Ukraine: Ein Todesopfer bei russischem Angriff auf Hafen von Odessa

Bei einem russischen Angriff auf den Hafen der ukrainischen Schwarzmeer-Stadt Odessa ist nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Regionalgouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bei dem Angriff wurde demnach ein Schiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda getroffen. Hafeneinrichtungen wie Gebäude, Lagertanks und Lagerhäuser seien beschädigt worden. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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