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Krieg in der Ukraine

Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 16. August, 14:05 Uhr

Auf dieser Karte versuchen wir, einen sachlichen Überblick der aktuellen Situation in der Ukraine zu geben. Sie zeigt an, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann.

Europa und die Welt reagieren auf die militärische Invasion mit Entsetzen, viele verhängen Sanktionen gegen Russland. Alle aktuellen Entwicklungen lesen sie hier:

Der Live-Newsblog

Krieg in der Ukraine: Kretschmer setzt auf Verhandlungen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist davon überzeugt, dass der Krieg in der Ukraine nur mit Verhandlungen zu beenden ist. „Sanktionen sind richtig und die Unterstützung der Ukraine auch“, sagte Kretschmer am Dienstagabend bei einer Diskussion in Dresden. Doch der Krieg müsse „möglichst schnell durch Verhandlungen zu einem Stillstand kommen“.

„Ich setze nicht auf einen militärischen Sieg, das ist nicht mein Weg“, sagte der sächsische Regierungschef. Deutschland sei ein Land, das in solchen Konflikten vermitteln und verhandeln muss - und zwar gemeinsam mit den USA und der Europäischen Union, auch mit China. (epd)

Russischer Geheimdienst macht "ukrainische Sabotagegruppen" für Sprengangriff verantwortlich

Der russische Inlandsgeheimdienst (FSB) teilte am Dienstag mit, dass "ukrainische Sabotagegruppen" für die Sprengung von sechs Strommasten des russischen Kernkraftwerks Kursk nahe der Grenze zur Ukraine verantwortlich sind. Dies berichtete das russische Exilmedium "Meduza".

Die Übertragungsmasten sind für das Kernkraftwerk notwendig, um Industrieanlagen, Verkehrsmittel, wichtige Dienstleistungen und die soziale Infrastruktur in der Region Kursk und darüber hinaus mit Energie zu versorgen", so der FSB. Die russischen Behörden untersuchen den Vorfall als terroristischen Anschlag.

Selenskyj ruft Ukrainer nach Explosionen auf Krim zur Vorsicht auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert die Bevölkerung nach den jüngsten Explosionen in russischen Militäranlagen auf der Krim auf, sich von russischen Militärstützpunkten und Munitionslagern fernzuhalten. Die Detonationen könnten eine Reihe von Ursachen haben, darunter auch Inkompetenz, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. "Aber sie alle bedeuten dasselbe - die Zerstörung der Logistik der Besatzer, ihrer Munition, ihrer militärischen und sonstigen Ausrüstung sowie ihrer Kommandoposten rettet das Leben unseres Volkes." Die Ukraine hat bislang nicht erklärt, ob sie dafür verantwortlich ist. (Reuters)

Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sitzt derzeit in Russland im Gefängnis. 
Kreml-Kritiker Nawalny fordert weitergehende Sanktionen gegen Oligarchen
Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sitzt derzeit in Russland im Gefängnis. 
Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny sitzt derzeit in Russland im Gefängnis.  Credit: Foto: Vladimir Kondrashov/AP/dpa

Der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat wegen des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine deutlich weitergehende Sanktionen des Westens gegen russische Oligarchen gefordert. Der Oppositionspolitiker schrieb am Dienstag in Onlinenetzwerken, westliche Sanktionen würden bislang nur 46 der laut dem Magazin "Forbes" 200 reichsten Menschen Russlands betreffen. "Für mich klingt das nicht nach einem umfassenden Krieg gegen Putins Oligarchen", erklärte Nawalny.

So sei der Chef des russischen Gasriesen Gazprom, Alexej Miller, immer noch nicht auf der Sanktionsliste der Europäischen Union. Der Oligarch Roman Abramowitsch wiederum sei nicht mit US-Sanktionen belegt worden, obwohl seine Unternehmen "dem russischen Verteidigungsministerium Metal" lieferten. Der Westen setze gegen die Elite um Präsident Wladimir Putin immer noch nicht die "Peitsche" ein und lasse ihr "all ihr Zuckerbrot", kritisierte Nawalny.

"Ich rufe alle Wähler und Parlamentarier in der EU, in Großbritannien, in den USA und Kanada auf, Druck auf die Exekutive auszuüben und sie zu zwingen, keine Demagogie mehr zu betreiben und dringend massive persönliche Sanktionen gegen Putins Diebe zu beschließen", führte Nawalny aus. (AFP)

 Mikhail Podolyak
Ukraine will „Chaos unter den russischen Streitkräften“ stiften
 Mikhail Podolyak
 Mikhail Podolyak Credit:  Emin Sansar/Anadolu Agency via Getty Image

Ukraine will „Chaos unter den russischen Streitkräften“ stiften

Der Berater des ukrainischen Präsidenten Mykhailo Podolyak sprach mit dem britischen „The Guardian“ über die Strategie der Armee. Ziel der Gegenoffensive sei es, "Chaos unter den russischen Streitkräften" zu stiften, indem sie die Nachschublinien Russlands tief in den besetzten Gebieten angreife.

Zudem könnte es in den "nächsten zwei oder drei Monaten" zu weiteren Angriffen auf russisch besetztem Gebiet kommen, ähnlich denen in der vergangenen Woche. Bei einem Angriff auf eine Militärbasis in Saky auf der von Russland besetzten Krim wurden durch Explosionen mehrere Kampfjets zerstört. Am Dienstag explodierte in der Nähe der Ortschaft Maiskoje ein Munitionsdepot in einem Feldlager der russischen Truppen. Die Ukraine hält sich über den genauen Hergang bedeckt, reklamiert die Angriffe nicht offen für sich.

Russische Artillerie greift erneut Charkiw an

Die ostukrainische Großstadt Charkiw ist am Dienstagabend von zahlreichen russischen Geschossen getroffen worden. Dabei habe die russische Armee Mehrfachraketenwerfer eingesetzt, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Durch Einschläge neben einem Wohnhaus seien Wände durchschlagen und Fenster zerstört worden. Nach vorläufigen Angaben gebe es keine Opfer. „Vor uns liegt die Nacht, die schon gewohnte Zeit der Angriffe auf Charkiw. Seid vorsichtig!“, mahnte Terechow die Einwohner der Stadt. (dpa)

Ukraine beziffert Zahl im Krieg getöteter Kinder weiter auf 361

Nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft sind während des russischen Angriffskrieges mindestens 361 Kinder getötet worden. Der Wert hat sich somit seit zehn Tagen nicht erhöht. Den unbestätigten Daten zufolge wurden mindestens 711 Kinder körperlich verletzt.

Viele der Angaben von Regierungen und Armeen oder auch Bilder und Videos aus der Region lassen sich kaum endgültig verifizieren. Wir geben sie dennoch mit einem entsprechenden Hinweis wieder, um einen möglichst detaillierten Blick auf die aktuellen Ereignisse zu vermitteln. Mit Analysen und weiteren Recherchen versuchen wir, die Lage einzuordnen.

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Die Folgen des Krieges

Schwer abschätzbar sind die langfristigen Folgen des Konflikts – für die Ukraine, für Russland und für andere Staaten. Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine vor dem Krieg in die Nachbarländer.

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete, die seit dem 24. Februar Grenzen der Nachbarländer übertreten haben. Ein Punkt repräsentiert 3000 Personen.
Daten: UNHCR

Nicht alle bleiben in den Nachbarländern – manche reisen von dort weiter in andere Schengen-Staaten, auch nach Deutschland. Hier wurden laut Bundesinnenministerium bisher 320.231 Geflüchtete aus der Ukraine registriert (Stand 8. April). Da es keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt, werden aber nicht alle erfasst. Die Zahl dürfte höher liegen.

Auch die wirtschaftlichen Folgen sind schwer bezifferbar. Der Westen hat Sanktionen gegen Russland erlassen. Als Folge stürzte die russische Währung ab.

Die Kursentwicklungen von Rubel und Euro
Die Grafiken zeigen die Umrechnungskurse vom russischen Rubel (RUB) und Euro (EUR), jeweils zu US-Dollar (USD). Der Dollar ist die globale Leitwährung, an dem sich alle anderen Währungen orientieren – auch der Euro.
Daten: Yahoo Finance

Noch nicht sichtbar und teilweise schwer abschätzbar sind die ökonomischen Folgen des Konflikts – für die Ukraine, für Russland und für andere Staaten. Der Westen hat Sanktionen gegen Russland erlassen. Als Folge stürzte die russische Währung ab.

Woher stammen die Daten?

Quelle der Karte zu russischen Angriffen:

Die Vormarsch- und Angriffsgebiete auf der Karte stammen vom Institute for the Study of War, einem unabhängigen amerikanischen Think Tank, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Kriegsbewegungen transparent aufzuzeigen. Dabei werden verschiedene Berichte von Aufklärungsdiensten und Medien miteinander angeglichen und verifiziert.

Die Quellen sind für jeden Tag auf deren Webseite nachvollziehbar. Auf der Karte fassen wir täglich die wichtigsten Orte und Entwicklungen in dem Konfliktgebiet zusammen. Sie zeigt umkämpfte Gebiete, Bewegungen von Truppen und Ereignisse im Kriegsgebiet.

Erklärung der Karten-Legende:

Von einem Vormarschgebiet sprechen wir, wenn russische Streitkräfte ein Gebiet so weit unter Kontrolle haben, dass sie dort militärische Infrastruktur platzieren können, zum Beispiel kleinere Feldkrankenhäuser oder Logistikzentren. Ein weiterer Indikator für ein russisches Vormarschgebiet ist die Abwesenheit von ukrainischem Militär. Die militärische Definition dieses Begriffs lautet: „russisch kontrolliert“. Er bedeutet aber nicht, dass Russland jeden Ort auf der Karte überwacht, etwa abseits der großen Städte und Straßen, oder vor Ort umfassende militärische Kontrolle ausübt. Oft ist die Lage außerdem unklar oder fragil. Deshalb sprechen wir von Vormarsch- statt von kontrollierten Gebieten.

Angriffe markieren in der Karte Bereiche, in die russisches Militär vordringt. Meist finden dort aktive Kämpfe zwischen russischem und ukrainischem Militär statt. Ukrainische Rückgewinne wiederum sind Gebiete, in denen die russische Armee zuvor aktiv war, in der es nun aber keine nennenswerte russische Militärpräsenz mehr gibt. Dann hat die Ukraine das Gebiet wieder zurückerhalten. Ob das durch Kämpfe geschah oder Russland die Truppen eigeninitiativ abgezogen hat, spielt für die Kennzeichnung als Rückgewinn keine Rolle.

Quelle der Pfeile zu den Truppenbewegungen:

Die Pfeile, die die Bewegungen von Truppen symbolisieren, stammen von Rochan Consulting. Das Unternehmen hat sich auf die Analyse von Kriegsgeschehnissen spezialisiert und publiziert einen täglichen Bericht zum aktuellen Geschehen in der Ukraine. Wir fassen täglich die von den Analyst:innen verifizierten Truppenbewegungen zusammen. Die Pfeile zeigen ungefähre Bewegungen, nicht exakte Routen. Außerdem fassen wir manche Truppenbewegungen zu einem Pfeil zusammen, damit die grundsätzlichen Bewegungen in der Karte erkennbar bleiben. Neue Daten gibt es an den meisten, aber nicht an allen Tagen.

Das Team

Johannes Bauer
Recherche
Eric Beltermann
Datenvisualisierung & Webentwicklung
Nina Breher
Recherche und Text
Tamara Flemisch
Datenvisualisierung & Webentwicklung
Farangies Ghafoor
Recherche
Manuel Kostrzynski
Design
Hendrik Lehmann
Recherche und Text
David Meidinger
Webentwicklung
Helena Wittlich
Recherche und Text
Veröffentlicht am 1. März 2022.
Zuletzt aktualisiert am 22. Juni 2022.