Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 01. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1914
letzte Woche, 1959 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1914
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 30.7. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1181
200
212
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
508
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 30.7. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Brand in Wildberries-Lager in russischer Region Wladimir nach Angriff

Der russische Online-Händler Wildberries teilt mit, in einem seiner Logistikzentren in der russischen Region Wladimir – östlich der Region Moskau – sei nach einem Angriff ein Feuer ausgebrochen. Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Die Feuerwehr sei im Einsatz. Es gebe derzeit keine Berichte über mögliche Verletzte oder Tote. Die Logistik sei auf andere Standorte umgeleitet worden, um die kontinuierliche Zustellung und den Versand zu gewährleisten.

Die Ukraine hat seit dem 18. Juli mindestens ein Dutzend Lagerhäuser des russischen Marktführers angegriffen. Das stört nicht nur die russische Konsumwirtschaft erheblich. Die Ukraine argumentiert zudem, über den Online-Handel werde das russische Militär beliefert. (Reuters/tsp)

Das Titelbild des Ukraine-Blogs (oben) zeigt, wie Rauch nach einem ukrainischen Angriff auf ein Wildberries-Lagerhaus in Novosemeykino in der Region Samara, Russland, am 2. August 2026, aufsteigt.

Schüsse in Rekrutierungszentrum in Odessa

Ein Unbekannter hat am Abend in einem Rekrutierungszentrum in der ukrainischen Hafenstadt Odessa das Feuer auf die Angestellten eröffnet. Vier Männer seien dabei verletzt worden, einer von ihnen schwer, berichteten die örtlichen Medien. Der Schütze flüchtete daraufhin.

Die Polizei habe die Wohnung des Schützen ausfindig gemacht, berichtete die Zeitung „Dumskaja“. Der Mann habe sich dort verschanzt und sei später von den Beamten festgenommen worden. Über seine Motive lagen keine Informationen vor. (dpa)

Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Saporischschja

Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Weitere 21 Personen seien bei den Explosionen zweier Gleitbomben in der Stadt verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser seien bei dem Angriff beschädigt worden.

In der südukrainischen Stadt Cherson wurde bei einem Drohnenangriff auf ein Auto eine Frau getötet, wie die Regionalverwaltung mitteilte. Zwei weitere Insassen des Wagens wurden dabei verletzt. (dpa)

Drohnen-Teile auf Staatsgebiet Rumäniens gefallen

Das rumänische Verteidigungsministerium teilt mit, Teile einer von der Ukraine abgeschossenen Drohne seien auf rumänischem Staatsgebiet gefallen. Die Teile seien auf einem Acker niedergegangen und hätten keinen Schaden angerichtet. Der Vorfall habe sich an der Donau-Grenze in der Nähe des Dorfes Periprava ereignet. Das Dorf liegt wenige hundert Meter von der Grenze entfernt. Die Drohne war dem Ministerium zufolge zunächst 20 Minuten lang im rumänischen Luftraum, bevor sie in die Ukraine flog. Woher die Drohne kam, ließ das Ministerium offen. Rumänische Kampfjets hatten Ende Juli an drei aufeinanderfolgenden Tagen drei russische Drohnen abgeschossen, die in den rumänischen Luftraum eingedrungen waren. (Reuters)

EU-Mission kontrolliert russischen Tanker im Mittelmeer

Eine von Italien geführte EU-Mission hat im Mittelmeer einen Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte geentert. Damit sollten die Nationalität und die Flaggenregistrierung der „Toa Payoh“ überprüft werden, teilt das italienische Verteidigungsministerium mit. Da der Kapitän nicht kooperiert habe, hätten italienische Soldaten von einem Hubschrauber das unter der Flagge Kameruns fahrende Schiff betreten. Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker sei westlich der Insel Pantelleria auf der Fahrt von Benin nach Istanbul abgefangen worden. Die EU geht mit Sanktionen gegen Schiffe vor, mit denen Russland Beschränkungen für seine Ölexporte umgeht. (Reuters)

Selenskyj bittet erneut um Patriot-Raketen

Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kyjiw bittet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut um dringende Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen. „Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die einzig gerechte Antwort wäre ihm zufolge die Unterstützung für Kyjiw bei der Abwehr russischer Raketenangriffe. 

„Raketen für die „Patriots“ gibt es weltweit, und es ist wichtig, dass unsere Partner diese politische Entscheidung treffen – die Entscheidung, die notwendigen Lieferungen zu übermitteln“, sagte Selenskyj weiter. Die USA und auch Europa wüssten, was die Ukraine dringend benötige. „Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen sollen Menschen schützen und nicht in Lagern liegen bleiben“, so der Präsident. Jeder weitere Tag ohne diese Hilfe sei eine Gelegenheit für Russland, Menschen in der Ukraine zu töten. (dpa)

Tote und Verletzte nach Explosion in Moskauer Restaurant

Bei einer Explosion in einem Moskauer Restaurant sind nach Medienberichten mindestens drei Menschen getötet und weitere 15 verletzt worden. Das berichteten die russischen Agenturen Tass und Interfax übereinstimmend. Als Ursache wurde ein Gasleck vermutet, hieß es in offiziell unbestätigten Berichten in sozialen Medien. Kolportiert wird auch, dass in dem Restaurant die Feier eines hochrangigen russischen Generals stattfand. 

Das italienische Café-Restaurant „Balzi Rossi“ liegt im weiteren Zentrum der russischen Hauptstadt. Es gilt als teure Adresse. Die umliegenden Straßen wurden nach dem Zwischenfall abgeriegelt, Ermittler nahmen ihre Arbeit auf. 

Die russische Nachrichtenagentur RIA veröffentlichte ein Video von schwer bewaffneten Sicherheitskräften vom Ort des Geschehens. Für die Öffentlichkeit war der Bereich abgesperrt. Auf der Website des Restaurants hieß es, das Lokal sei am Samstag wegen einer privaten Veranstaltung geschlossen. (Tsp, dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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