Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 21. März, 14:15 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1767
letzte Woche, 1634 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1767
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 18.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1106
200
102
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
552
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 18.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Schwere Kämpfe im Donbass – russische Offensive abgewehrt?

Die Kämpfe an der Front im Osten der Ukraine haben sich nach Angaben des Kiewer Generalstabs in den vergangenen Tagen verstärkt. Dabei spricht das ukrainische Militär von hohen russischen Verlusten. Im Morgenbericht des Generalstabs für Samstag hieß es, dass binnen 24 Stunden 1240 russische Soldaten verletzt oder tot ausgeschaltet worden seien. Es habe 161 einzelne Gefechte gegeben.

Solche Militärstatistiken sind nicht unabhängig überprüfbar, die gemeldeten Zahlen lagen zuletzt aber deutlich höher als in den vergangenen Wochen. Demnach scheinen sich die russischen Angriffe seit Dienstag verstärkt zu haben, am Mittwoch war die Rede von 286 Gefechten und 1710 ausgeschalteten russischen Soldaten. Die Zahlen für Donnerstag und Freitag lagen nur leicht niedriger. Schwerpunkt der Kämpfe soll einmal mehr die Stadt Pokrowsk im Industrierevier Donbass sein, ohne dass für die eine oder andere Seite Geländegewinne bekannt wurden.

Einige Militärbeobachter folgern aus den Daten, dass die Ukraine eine erste Frühjahrsoffensive der Russen habe abwehren können. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb vorsichtiger, dass die russische Armee mit verstärkten Erkundungsangriffen vermutlich ihre Frühjahrs-/Sommeroffensive vorbereite.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau bleibt bei der Darstellung, dass seine Truppen an der mehr als 1000 Kilometer langen Front auf dem Vormarsch seien. Militärnahe russische Blogger gestehen aber Probleme an Frontabschnitten wie Kupjansk im Norden und Huljaipole im Süden ein. (dpa)

Ein Jäger-Drohne fängt eine Zieldrohne während einer Übung in der Yatagan-Schule für unbemannte Luftfahrtsysteme in der Region Kiew.
Russland meldet großen Drohnenangriff der Ukraine
Ein Jäger-Drohne fängt eine Zieldrohne während einer Übung in der Yatagan-Schule für unbemannte Luftfahrtsysteme in der Region Kiew.
Ein Jäger-Drohne fängt eine Zieldrohne während einer Übung in der Yatagan-Schule für unbemannte Luftfahrtsysteme in der Region Kiew. Credit: dpa-Bildfunk

Das russische Militär berichtet von einem großen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht. 283 feindliche Fluggeräte seien abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Ein Schwerpunkt des Angriffs lag demnach im südrussischen Gebiet Rostow. Dort wurden nach Mitteilung von Gouverneur Juri Sljussar etwa 90 ukrainische Drohnen ausgeschaltet. Solche Angaben sind nicht im Detail überprüfbar, sie vermitteln aber einen Eindruck vom Ausmaß des Angriffs.

Nach Berichten auf Telegramkanälen wurde eine Stickstofffabrik in der Stadt Toljatti an der Wolga getroffen. Auch Ölraffinerien im Wolgagebiet seien angegriffen worden. Offizielle Angaben gab es nur zu einem Treffer auf einen unbewohnten Hochhausneubau in der Stadt Ufa, die etwa 1600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt liegt. Die ukrainischen Drohnen störten auch den Flugverkehr an mehreren russischen Flughäfen, darunter in Moskau.

Ein russischer Drohnenangriff in der Nacht legte die Stromversorgung im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw weitgehend lahm, wie Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus auf Telegram mittelte. In der Stadt Saporischschja im Süden kamen nach Behördenangaben bei einem Treffer auf ein Wohnhaus ein Mann und eine Frau ums Leben, zwei Kinder wurden verletzt. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben 154 feindliche Drohnen, von den 148 ausgeschaltet worden seien. (dpa)

Französische Marine setzt erneut Öltanker im Mittelmeer fest

Die französische Marine hat im Mittelmeer einen Öltanker aufgebracht, der auf der EU-Liste für Schiffe der russischen Schattenflotte steht. Am Freitagmorgen hätten Soldaten die „Denya“ abgefangen und geentert, die der russischen Schattenflotte angehöre, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron im Onlinedienst X. Der Iran-Krieg werde Frankreich nicht von einer weiteren Unterstützung der Ukraine abhalten, schrieb Macron weiter.

Laut den französischen Behörden handelt es sich um ein 250 Meter langes Schiff, das im russischen Murmansk in See gestochen war, unter mosambikanischer Flagge fuhr und auf der EU-Sanktionsliste steht. Andere Länder halfen demnach bei der Festsetzung des Tankers vor den Balearen. Das Schiff werde jetzt untersucht und in französische Gewässer gebracht. Es ist das dritte mutmaßliche Schiff der sogenannten russischen Schattenflotte, das Frankreich seit September aufgebracht hat. (AFP)


Ukraine will gegenüber den USA auf Termine für Dreier-Gespräche mit Russland dringen

Die Ukraine will gegenüber den USA auf einen Zeitrahmen für die ins Stocken geratenen Dreier-Gespräche mit Russland über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs dringen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Freitag, bei einem für Samstag geplanten Treffen von Unterhändlern der Ukraine und der USA in den Vereinigten Staaten wolle er „klare Termine.“

Es sei verständlich, dass der Iran-Krieg zu einer Terminverschiebung geführt habe, sagte Selenskyj vor Medienvertretern. Dennoch seien „zumindest ungefähre Daten“ nötig. (AFP)

Ein Student der Yatagan School for Unmanned Aerial Systems startet eine Drohne während einer Übung in der Region Kiew.
Selenskyj: Ukraine produziert gemeinsam mit Deutschland Drohnen

Die Ukraine produziert nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits gemeinsam mit Deutschland, Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden Drohnen. Zudem starte eine entsprechende Kooperation mit Norwegen, teilt Selenskyj in einem WhatsApp-Chat mit Reportern mit. Kiew habe darüber hinaus eine gemeinsame Drohnenproduktion mit Rumänien, Schweden und Frankreich vereinbart. (Reuters)

Ein Student der Yatagan School for Unmanned Aerial Systems startet eine Drohne während einer Übung in der Region Kiew.
Ein Student der Yatagan School for Unmanned Aerial Systems startet eine Drohne während einer Übung in der Region Kiew. Credit: Efrem Lukatsky/AP/dpa
Ukraine hat Drohnenabwehreinheiten in die Golfregion geschickt

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben Einheiten zur Abwehr von Drohnen in fünf Golfstaaten stationiert. Das erklärte der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Rustem Umjerow, auf der Plattform X. Demnach sollen die Einheiten vor allem zivile und kritische Infrastruktur vor Angriffen iranischer Drohnen schützen. „Abfangeinheiten wurden eingesetzt, um die zivile und kritische Infrastruktur zu schützen. Zudem arbeiten wir an der Ausweitung der Abdeckungsbereiche“, erklärte Umjerow.

Er gab an, in der vergangenen Woche die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Jordanien besucht zu haben. In allen diesen Ländern seien ukrainische Militärspezialisten im Einsatz.

Die Arbeit der ukrainischen Teams konzentriere sich auf zwei Bereiche: den Einsatz ukrainischer Technologien zur Abwehr von Luftangriffen sowie die Beratung von Partnern bei der Entwicklung von Schutzmaßnahmen unter Einbeziehung der ukrainischen Erfahrungen. (Valeriia Semeniuk)


UN: Vertriebene können nicht in besetzte Ost-Ukraine zurück

Russland verhindert mit seiner harschen Besatzungspolitik laut UN-Beobachtern die Rückkehr von mehr als 870.000 Binnenflüchtlingen in die östliche Ukraine. Die Russifizierung der eroberten Gebiete sei für die große Mehrheit der befragten Vertriebenen abschreckend, erklärte die UN-Mission zur Beobachtung der Menschenrechte in der Ukraine am Freitag in Kiew.

So müssten Ukrainer die russische Staatsbürgerschaft annehmen, betonte die Mission in einem neuen Bericht. Die russischen Besatzer hätten Privatvermögen von Vertriebenen beschlagnahmt und rekrutierten unter Zwang Ukrainer für Moskaus Streitkräfte.

Auch würden Kinder in Schulen nach dem russischen staatlichen Lehrplan unterrichtet. Ukrainer müssten ihre kulturelle Eigenart verleugnen und sich an russische Gesetze halten, die die Meinungs-, Religions- sowie die sexuelle und geschlechtliche Identität einschränkten. Russland sei auch für Deportationen von Ukrainern aus ihrer Heimat verantwortlich. (epd)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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