Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 13. März, 14:55 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1630
letzte Woche, 1702 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1630
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 11.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
945
200
115
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
559
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 11.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Schweiz lehnt Überflüge von US-Militärflugzeugen ab

Die Schweiz hat mit Verweis auf ihre Neutralität zwei im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg gestellte Überfluggesuche für US-Militärflugzeuge abgelehnt. „Das Neutralitätsrecht verbietet Überflüge der Konfliktparteien, die einen militärischen Zweck im Zusammenhang mit dem Konflikt verfolgen“, erklärte die Regierung am Samstagabend. Deshalb seien „zwei Gesuche im Kontext des Kriegs im Iran“ abgehlehnt worden. Im Gegenzug seien auf Antrag der USA ein Wartungsflug sowie zwei Überfluggesuche für Transportflugzeuge genehmigt worden.

„Seit dem 28. Februar 2026 kommt es im Nahen Osten zu schweren Kampfhandlungen“, erklärte die Schweizer Regierung. „Zwischen den USA und Israel sowie Iran herrscht Krieg. Das Neutralitätsrecht greift im Verhältnis zu diesen Staaten.“

Dem Neutralitätsrecht zufolge seien „humanitäre und medizinische Transite inklusive Transporte von Verwundeten sowie Überflüge, die in keinem Zusammenhang mit dem Konflikt stehen,“ zulässig, hieß es weiter. „Überflüge der Konfliktparteien, die einen militärischen Zweck im Zusammenhang mit dem Konflikt verfolgen“ seien dagegen verboten.

Abgelehnt wurden entsprechend diesen Regeln den Angaben zufolge zwei für Sonntag geplante Überfluggesuche für US-Aufklärungsflugzeuge. Genehmigt worden seien die Überflüge von zwei Transportflugzeugen am Sonntag sowie ein Wartungsflug in der kommenden Woche. (AFP)

Fünf Tote bei massiven russischen Angriffen auf Ukraine

In der Ukraine sind bei massiven russischen Luftangriffen mindestens fünf Menschen getötet worden. Hauptziel der Angriffe sei die Energieinfrastruktur in der Region Kyjiw gewesen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Es seien jedoch auch Wohngebäude, Schulen und Unternehmen beschädigt worden.

Selenskyj zufolge richtete sich der Angriff mit rund 430 Drohnen und 68 Raketen auch gegen die Regionen Sumy, Charkiw, Dnipro und Mykolajiw. Die meisten Geschosse seien von der Flugabwehr abgefangen worden. Der Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, teilte mit, dass ein Wohngebiet der gleichnamigen Stadt getroffen worden sei. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen, drei seien verletzt worden.

Vier Todesopfer seien in der Region Kyjiw zu beklagen, sagte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Mykola Kalaschnyk. Schäden seien in vier Bezirken verzeichnet worden. 15 Menschen seien dabei verletzt worden. In sechs Regionen der Ukraine sei der Strom infolge der russischen Angriffe ausgefallen, teilte das ukrainische Energieministerium zudem mit. (Reuters)

BSW-Chefin will russisches Pipeline-Öl für PCK Schwedt

Nach der Entscheidung der USA für eine befristete Lockerung von Handelssperren für russisches Öl hat die Vorsitzende des Bündnis Sahra Wagenknecht, Amira Mohamed Ali, die Rückkehr zu russischem Pipeline-Öl für die Raffinerie Schwedt in Brandenburg gefordert.

„Natürlich sollten wir wieder das preiswerte russische Öl über die Druschba-Pipeline nach Schwedt importieren“, sagte Mohamed Ali bei einem Parteitag des BSW Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin mit Blick auf die aktuell hohen Spritpreise. Ein solcher Schritt werde nicht nur der PCK-Raffinerie in Schwedt helfen, sondern die Sprit- und Heizpreise insgesamt senken. (dpa)

Russischer Tanker treibt auf Malta zu

Wegen eines beschädigten Flüssiggas-Tankers aus Russland, der im Mittelmeer treibt, hat Malta einen Notfallplan in Kraft gesetzt. Der 277 Meter lange Tanker „Arctic Metagaz“ werde möglicherweise am Sonntagabend oder Montag maltesische Gewässer vor der Westküste der Insel erreichen, hieß es von dortigen Behörden. Beteiligt sind neben den Schifffahrtsbehörden auch das Außenministerium des EU-Landes sowie der Zivilschutz.

Der Tanker war am Dienstag vergangener Woche vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben. Die Besatzung aus 30 Mann sei gerettet worden. Die libysche Küstenwache hatte zunächst berichtet, das Schiff sei untergegangen. Dann tauchten aber Fotos auf, die die „Arctic Metagaz“ mit erheblicher Schlagseite zeigen. (dpa)

Russischer Tanker treibt auf Malta zu

Wegen eines beschädigten Flüssiggas-Tankers aus Russland, der im Mittelmeer treibt, hat Malta einen Notfallplan in Kraft gesetzt. Der 277 Meter lange Tanker „Arctic Metagaz“ werde möglicherweise am Sonntagabend oder Montag maltesische Gewässer vor der Westküste der Insel erreichen, hieß es von dortigen Behörden. Beteiligt sind neben den Schifffahrtsbehörden auch das Außenministerium des EU-Landes sowie der Zivilschutz.

Der Tanker war am Dienstag vergangener Woche vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben. Die Besatzung aus 30 Mann sei gerettet worden. Die libysche Küstenwache hatte zunächst berichtet, das Schiff sei untergegangen. Dann tauchten aber Fotos auf, die die „Arctic Metagaz“ mit erheblicher Schlagseite zeigen. (dpa)

Ölraffinerie und Hafen in russischem Krasnodar von Drohnen getroffen

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach russischen Angaben in der Nacht zum Samstag eine Ölraffinerie und einen Hafen in der südrussischen Oblast Krasnodar mit Drohnen angegriffen. Beim Beschuss des Hafens Kawkas seien drei Menschen verletzt worden, teilen die Behörden in Krasnodar auf Telegram mit. Ein Serviceschiff und die Pieranlage seien beschädigt worden.

Der Hafen wird für den Umschlag von Getreide und Flüssiggas genutzt und liegt an der Straße von Kertsch gegenüber der bereits 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Zudem sei in der Afipski-Ölraffinerie nach einem Drohnentreffer ein Feuer ausgebrochen, heißt es in einer separaten Mitteilung der Behörden.

Das russische Verteidigungsministerium teilt zudem mit, es habe in der Nacht 87 ukrainische Drohnen abgeschossen, davon 31 über dem Asowschen Meer und 16 über der Oblast Krasnodar. Das Asowsche Meer ist durch die Straße von Kertsch mit dem Schwarzen Meer verbunden. (Reuters)

Merz will EU-Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer

Bundeskanzler Friedrich Merz und sieben weitere Staats- und Regierungschefs fordern die Prüfung eines EU-Einreiseverbots für russische Soldaten, die am Krieg gegen die Ukraine beteiligt sind oder waren. Die mögliche Einreise von Kämpfern in den Schengen-Raum stelle ein schwerwiegendes Risiko für die innere Sicherheit dar, heißt es in einem Brief der Politiker an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa.

Die Personen könnten demnach etwa Gewaltdelikte verüben, in kriminellen Netzwerken oder extremistischen Bewegungen tätig werden oder feindliche Aktivitäten Russlands unterstützen.

Als besonders groß wird die Gefahr angesehen, weil sich unter den Ukraine-Kämpfern mehr als 180.000 verurteilte Straftäter befinden, die aus russischen Gefängnissen rekrutiert und an die Front geschickt wurden. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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