Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 21. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1936
letzte Woche, 1874 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1936
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 12.6., letzte Aktualisierung: 20.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1233
200
149
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
535
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 12.6., letzte Aktualisierung: 20.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Die Krim-Brücke wurde für den Autoverkehr gesperrt. 
Nach massiven Drohnenangriffen: Russland sperrt Krimbrücke für den Autoverkehr
Die Krim-Brücke wurde für den Autoverkehr gesperrt. 
Die Krim-Brücke wurde für den Autoverkehr gesperrt.  Credit: Ulf Mauder/dpa

Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Behördenangaben im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet worden. Nach den Attacken gebe es auch 28 Verletzte, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Morgen bei Telegram mit. Details nannte er nicht.

Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel. Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine große Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal „Krymski Weter“ am Morgen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Behörden informierten in der Nacht auch über die Schließung der Krim-Brücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland für den Autoverkehr. Auch der Hafen Kawkas auf der russischen Seite der Straße von Kertsch soll bei dem Angriff getroffen worden sein. Dort liegen ebenfalls ein Kraftstoffterminal und ein Öldepot. Auch der Fährverkehr zwischen dem Festland und der Krim wurde eingestellt.

Die Ukraine versucht seit Wochen, mit den zunehmenden Angriffen die Krim von der Versorgung abzuschneiden.

Kein Benzin für Autofahrer

Auf der Halbinsel gibt es eine Benzin-Krise. Der von Moskau eingesetzte Statthalter von Sewastopol, Michail Raswoschajew, informierte am Morgen bei Telegram, dass sich die Kraftstofflieferungen weiter verzögerten. Die für Sonntag geplante Zuteilung von Benzin für Autofahrer müsse abgesagt werden, teilte er mit. Tanken sei nur für die operativen Dienste möglich.

Die Tourismusindustrie auf der Krim erwartet, dass in diesem Sommer wegen der ukrainischen Angriffe und der Versorgungskrise Millionen von Urlaubern wegbleiben. (dpa)

Bombentrichter nach einem russischen Angriff in der Region Saporischja. 
Behörden melden drei Tote bei russischen Angriffen im Osten der Ukraine
Bombentrichter nach einem russischen Angriff in der Region Saporischja. 
Bombentrichter nach einem russischen Angriff in der Region Saporischja.  Credit: REUTERS/Stringer

Bei russischen Angriffen im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet worden. Bei russischen Angriffen in drei Bezirken in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk habe es ein Todesopfer und neun Verletzte gegeben, teilte der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit. Bei dem Todesopfer handele es sich um eine 70-jährige Frau in dem Bezirk Nikopol.

In der ostukrainischen Region Poltawa wurden am Samstagabend bei einem russischen Angriff zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Unter den Verletzten waren demnach sechs Kinder.

Das russische Verteidigungsministerium teilte derweil mit, in der Nacht 239 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. (AFP)

Abgeordnete wollen Schritte gegen Schattenflotte Russlands

Parlamentsabgeordnete aus Deutschland und Frankreich fordern mit einer gemeinsamen Initiative mehr konkrete Schritte gegen Schiffe der russischen Schattenflotte. Nötig seien verstärkte Kontrollen und die Festsetzung von Schiffen bei Verstößen gegen geltendes Recht, heißt es in einer Vorlage, die am Montag bei einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) beschlossen werden soll. Zudem werden zusätzliche diplomatische Bemühungen gegenüber den Flaggenstaaten von beteiligten Schiffen verlangt.

In Deutschland unterstützen Abgeordnete von Union, SPD und Grünen die an die Regierungen gerichtete Forderung. Mit der Schattenflotte versucht Russland, Sanktionen zu umgehen, die wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine für den Handel mit Öl und anderen Waren verhängt wurden.

Risiken für Sicherheit und Umwelt

„Die Schattenflotte stellt nicht nur ein geopolitisches, sondern auch ein erhebliches Sicherheits- und Umweltrisiko dar“, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Viele der Tanker seien alt, schlecht gewartet und erfüllten nicht die internationalen Standards. Zudem würden einzelne Schiffe für Sabotage- oder Spionagezwecke genutzt.

„Die russische Schattenflotte bedroht nicht nur die Wirksamkeit unserer Sanktionen, sondern auch die Sicherheit Europas und unserer kritischen Infrastruktur. Darauf müssen wir gemeinsam reagieren“, forderte Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter, Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestag, erklärte: „Die Aktivitäten der russischen Schattenflotte sichern der russischen Staatskasse kontinuierliche Einnahmen zur Finanzierung des Angriffskriegs gegen die Ukraine und sind eine sicherheitspolitische Gefahr.“ (dpa)

Selenskyj warnt vor erneuten massiven russischen Angriffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Landsleute vor neuen massiven Angriffen der russischen Streitkräfte gewarnt. Angesichts der bereits registrierten Angriffe auf die Städte Dnipro und Saporischschja bereite sich Russland auf neue Attacken in der Nacht vor, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Bitte passt gut auf euch auf.“

„Die Russen stellen den Krieg nicht ein, obwohl alle diesbezüglichen Vorschläge konkrete Formate und realistische Möglichkeiten darstellen“, sagte er. „Alles liegt ihnen schon lange auf dem Tisch.“ Kremlchef Wladimir Putin müsse sich nur für Diplomatie und einen normalen Frieden entscheiden. Der Vorschlag Kiews für ein Treffen an Putin für ein direktes und ehrliches Gespräch im Format Ukraine–Russland mit Unterstützung der Partner der Ukraine bleibe weiterhin gültig. (dpa)

Tote bei russischen Luftangriffen auf Ukraines Städte

Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Weitere sechs Bewohner seien verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Das Stadtzentrum sei von neun Fliegerbomben getroffen worden. Unter einem zerstörten Gebäude würden noch mögliche Opfer vermutet.

Zuvor war die ukrainische Region Dnipro von mehreren russischen Kampfdrohnen sowie weitreichender Artillerie angegriffen worden. Dabei seien an verschiedenen Orten der Oblast mindestens neun Menschen verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. Er veröffentlichte dazu Fotos von Bränden und vom Einsatz von Feuerwehrleuten. Diese Darstellungen konnten nicht unabhängig geprüft werden. (dpa)

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück – und verweist auf Mussolini und Schröder

Im Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj einen Schlussstrich gezogen und einen umstrittenen Orden nach Warschau zurückgeschickt. Er verstehe, dass der Orden des Weißen Adlers eine besondere Ehrung darstelle, schrieb Selenskyj dazu auf X. „Es ist ein Symbol des höchsten Vertrauens der Republik Polen.“ Ein derartiges Symbol brauche Verdienst, aber auch Respekt für die Werte, die die Basis der Gesellschaft formen.

„Wenn daher die Ansicht besteht, dass dieses besondere Symbol bei (Zarin) Katharina II., bei (Italiens Diktator) Benito Mussolini und (Ex-Bundeskanzler) Gerhard Schröder verbleiben darf, dann haben wir dem in der Ukraine nichts entgegenzusetzen“, schrieb Selenskyj weiter.

Er zeigte sich zugleich versöhnlich. Die Ukraine werde weiterhin offen sein „für alle sinnvollen Formate der Zusammenarbeit“, um widersprüchliche Auslegungen der schwierigen und schmerzhaften Kapitel der gemeinsamen Vergangenheit zu vermeiden.

Tatsächlich bekam Benito Mussolini 1937 den Weißen Adler verliehen. Damals versuchte Polen, gute Beziehungen zur faschistischen Diktatur in Italien aufzubauen, um Unterstützung gegen NS-Deutschland und die Sowjetunion zu bekommen. Aus ähnlichem Grund bekam auch Japans Kaiser Hirohito die Auszeichnung. Sie wurde beiden Männern nie entzogen. (dpa/jmi)

Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський on Twitter / X
Yesterday, the President of Poland noted that the Order of the White Eagle is not an ordinary award. It is a symbol of the highest trust of the Republic of Poland. It signifies a special bond with the Polish state and the special gratitude of the Polish People. Such a symbol… pic.twitter.com/FXNVFUW6Sh— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) June 20, 2026
X
https://x.com/ZelenskyyUa/status/2068337121459384668
Gouverneur: Angriff auf Raffinerie im westsibirischen Tjumen abgewehrt

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Gouverneurs einen Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie in der westsibirischen Oblast Tjumen abgewehrt. Rettungskräfte seien am Ort des Absturzes der Trümmer im Einsatz, schreibt Gouverneur Alexander Moor auf Telegram. Die Raffinerie sei nach ersten Informationen nicht beschädigt worden. Die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Tjumen liegt mehr als 2500 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze und ist eine der wichtigsten Öl- und Gasförderregionen Russlands. Die dortige Raffinerie gilt als eine der modernsten des Landes und hat Branchenschätzungen zufolge eine Kapazität von rund acht Millionen Tonnen pro Jahr. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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