Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 11. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1871
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1871
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1182
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
537
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Behörden: Drei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen

Bei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen in Grenzgebieten getötet worden. Im Dorf Wosnessenowka nahe der Grenze sei eine ukrainische Drohne in einen Bus eingeschlagen, teilte der Krisenstab des Gebiets Belgorod mit. Dabei sei eine Frau getötet und elf weitere Personen verletzt worden.

In der Region Brjansk seien bei einem ukrainischen Angriff in der an der Grenze liegenden Siedlung Belaja Berjoska zwei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der kommissarische Gebietsgouverneur, Jegor Kowaltschuk, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit. Zunächst hatte Kowaltschuk demnach von einem Toten und drei Verletzten gesprochen. Ein Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. (dpa)

Ukrainer sollen besetzte Gebiete verlassen

Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nannte er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen.

„Ebendeswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben“, sagte der Gouverneur. Er veröffentlichte Kontakte von Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen, die Ukrainern bei der Ausreise aus den besetzten Gebieten helfen können. (dpa)

Rettungskräfte löschen den Brand in der Bernhardinerkirche und das Kloster aus dem 15. Jahrhundert, ein UNESCO-Weltkulturerbe im Zentrum von Lwiw, am 24. März 2026 (Symbolbild).
742 ukrainische Religionsstätten durch Krieg beschädigt

In den ersten vier Jahren des russischen Krieges gegen die Ukraine sind mindestens 742 Kirchen und andere Religionsstätten zerstört oder beschädigt worden. Das geht aus einer neuen Statistik hervor, die von der ukrainischen NGO „Arbeitskreis für die wissenschaftliche Untersuchung von Religionen“ veröffentlicht wurde. Zwischen dem 2. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 fielen demnach 99 Sakralbauten dem Krieg zum Opfer. Das waren den Angaben zufolge etwas mehr als im dritten Kriegsjahr, als 93 Religionsstätten beschädigt oder zerstört worden seien.

Laut der „Religion on Fire“ genannten Statistik wurden 70 der 742 registrierten Bauwerke ganz zerstört und 119 schwer beschädigt. 186 waren mittelschwer und 295 gering betroffen. Zu 72 Bauwerken lagen keine Informationen über das Ausmaß der Schäden vor. Ein Großteil von ihnen liege in der Nähe der Frontlinie oder in den von Russland besetzten Gebieten, hieß es. Erst nach Beendigung der Kampfhandlungen und der Besetzung sei dort eine genaue Dokumentation der Schäden möglich.

Dem seit Februar 2022 andauernden Angriff der russischen Armee fielen den Angaben zufolge hauptsächlich Sakralbauten der ukrainisch-orthodoxen Kirche (UOK) zum Opfer. Diese Kirche sagte sich drei Monate nach dem russischen Überfall auf die Ukraine vom Moskauer Patriarchat los. 395 der mehr als 11.000 UOK-Sakralbauten wurden laut der Statistik beschädigt oder zerstört. Also gehören 53 Prozent der 742 beschädigten oder zerstörten Religionsstätten der UOK. (KNA)

Rettungskräfte löschen den Brand in der Bernhardinerkirche und das Kloster aus dem 15. Jahrhundert, ein UNESCO-Weltkulturerbe im Zentrum von Lwiw, am 24. März 2026 (Symbolbild).
Rettungskräfte löschen den Brand in der Bernhardinerkirche und das Kloster aus dem 15. Jahrhundert, ein UNESCO-Weltkulturerbe im Zentrum von Lwiw, am 24. März 2026 (Symbolbild). Credit: Imago/SOPA Images/Olena Znak
Ukraine sieht sich im Drohnenkrieg zunehmend im Vorteil

Die Ukraine gewinnt eigener Einschätzung nach im Krieg gegen Russland beim Einsatz von Drohnen die Oberhand. „Heute können wir mit gutem Grund behaupten, dass die Ukraine im Wettstreit um Technologie, Innovation und Produktionskapazitäten dem Gegner zumindest in nichts nachsteht und ihm in einzelnen Bereichen sogar voraus ist“, sagte Armeechef Olexander Syrskyj gemäß einer Mitteilung bei Telegram.

Bei frontnahen ferngesteuerten Drohnen liege das Verhältnis bei 1,5 zu 1 zugunsten der ukrainischen Truppen und verbessere sich weiter. Im Mai seien bereits 12,7 Prozent mehr gegnerische Ziele getroffen worden als im April. (dpa)

Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens kommen zu Treffen in russisches Außenministerium

Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens sind zu einem Gespräch im russischen Außenministerium eingetroffen. Dies teilte das Ministerium in Moskau mit. Der Besuch sei auf „deren Wunsch“ erfolgt.

Das Außenministerium veröffentlichte zudem ein Video, das die Ankunft der drei Diplomaten, darunter Graf Alexander Lambsdorff, am Gebäude im Zentrum der russischen Hauptstadt zeigt. (Reuters)

MFA Russia 🇷🇺 on Twitter / X
⚡️ On June 11, Russia's DFM Mikhail #Galuzin received Ambassadors of Britain, France & Germany to Russia at their request.The Ambassadors were presented with Russia’s objective assessment of their governments’ destructive policy on the Ukrainian crisis.https://t.co/ibZLGGXavf pic.twitter.com/cxDqHCFq3D— MFA Russia 🇷🇺 (@mfa_russia) June 11, 2026
X
https://x.com/mfa_russia/status/2065036762007621714
Ukrainischer Botschafter dankt deutschen Steuerzahlern

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hat die Bedeutung der deutschen Unterstützung im Krieg mit Russland erneut hervorgehoben. „Ich danke jedem deutschen Steuerzahler dafür, dass er das ermöglicht, dass die deutsche Bundesregierung die Ukraine unterstützt“, sagte der Botschafter im Brandenburger Landtag. Mit den Mitteln sei man in der Lage, „die anfliegenden russischen Raketen“ abzufangen.

Die „russische Aggression und die ukrainische Verteidigung“ ließen sich nicht auf eine Stufe stellen, betonte Makeiev. Keiner wolle den Frieden mehr als die Ukraine – „aber einen gerechten Frieden“. Russland verwehre sich Friedensverhandlungen und zeige keine Bereitschaft, den Krieg zu beenden. Verhandlungen könnten für die Ukraine „nur aus der Position der Stärke“ zustande kommen. Man sei mit den Verbündeten stark genug. (dpa)

Lage für ukrainische Truppen bei Kostjantyniwka kritisch

Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine hat sich weiter verschlechtert. „Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist“, sagte Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Vor Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 hatte die Industriestadt in der Region Donezk etwa 70.000 Einwohner.

Die russische Armee versuche, die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. „Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert“.

Ukrainische Lagekarten bestätigen die Umfassung der stark zerstörten Industriestadt von drei Seiten. Zuvor hatten auch andere ukrainische Militärs die Lage als sehr schwierig geschildert. (dpa)

𝓛𝓮𝓸 𝓗𝓮𝓼𝓼𝓮𝓷 🐈 on Twitter / X
1/3 🇷🇺⚡️🇺🇦 Frontabschnitt Kostjantyniwka:Die Schlacht um Kostjantyniwka geht unvermindert weiter.Im Osten der Stadt vermischen sich russische und ukrainische Stellungen zunehmend – ein Szenario, das an die Häuserkämpfe in Torezk und Pokrowsk erinnert. pic.twitter.com/oaSx4SvXyL— 𝓛𝓮𝓸 𝓗𝓮𝓼𝓼𝓮𝓷 🐈 (@D_646_Hessen) June 9, 2026
X
https://x.com/D_646_Hessen/status/2064386431242440865

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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