Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 04. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1914
letzte Woche, 1959 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1914
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 4.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1181
200
212
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
508
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 4.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russischer Soldat erschießt in Sewastopol einen Kameraden und drei Zivilisten

Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim hat ein russischer Soldat nach Behördenangaben mindestens vier Menschen erschossen. Er habe zuerst das Feuer auf Kameraden eröffnet und dabei einen Militärangehörigen getötet, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram mit. 

Anschließend habe der Soldat im Nachbardorf Chmelnizkoje drei Zivilisten umgebracht und drei weitere verletzt. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden. Zum Motiv der Tat wurde vorerst nichts bekanntgegeben. Bei den Opfern handele es sich um zwei Männer im Alter von 71 und 59 Jahren sowie eine 64-jährige Frau, erklärte Raswoschajew. (AFP/Reuters)

Russland: Haben sieben Frachtschiffe angegriffen

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau sieben Frachtschiffe mit Drohnen angegriffen. Sie hätten im ukrainischen Hafen von Mykolajiw gelegen beziehungsweise seien im Schwarzen Meer unterwegs gewesen, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium. Russland hat solche Angriffe mehrfach damit begründet, dass Rüstungsgüter für das ukrainische Militär transportiert würden. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben nicht. (Reuters)

Gouverneur: Wildberries-Lager in Twer bei Angriff beschädigt

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist nach russischen Angaben ein Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries in der Region Twer getroffen worden. Das Gebäude sei beschädigt worden, teilt Gouverneur Vitali Koroljow mit. Es sei niemand verletzt worden. Zuvor hat Wildberries, der Marktführer in Russland, mitgeteilt, dass sein Lager in der Nähe von St. Petersburg in Brand geraten sei. Es gebe keine Verletzten. (Reuters)

Fünf Tote bei ukrainischem Angriff auf Region Moskau gemeldet

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Moskau sind nach russischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Zudem seien sechs Menschen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein Lagerhaus sei in Brand geraten, das Feuer sei aber inzwischen gelöscht worden. Auch ein Privathaus und ein Auto seien beschädigt worden. (Reuters)

Gouverneur: Lagerhalle bei St. Petersburg von Drohnen getroffen

Bei einem Drohnenangriff in der Nähe der russischen Metropole St. Petersburg ist ein Lagerhaus getroffen worden. Das teilt der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Um was für ein Lagerhaus und um welche Firma es sich handelt, lässt er offen.

Die Ukraine hat wiederholt Lagerhäuser von Online-Händlern wie dem russischen Marktführer Wildberries angegriffen und begründet dies damit, dass sie auch vom russischen Militär genutzt werden. Das Nachbarland Finnland hat als Reaktion auf den jüngsten Angriff bei St. Petersburg im östlichen Finnischen Meerbusen eine vorübergehende Flugverbotszone eingerichtet, wie die finnischen Streitkräfte auf der Online-Plattform X mitteilen. (Reuters)

Ex-Militärchef Saluschnyj hält Nato-Beitritt der Ukraine für unrealistisch

Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj, sieht keine Aussicht auf einen Nato-Beitritt seines Landes. „Leider werden wir niemals wirklich beitreten“, wurde der jetzige Botschafter in Großbritannien am Montag vom Medium „Evropeiska Pravda“ zitiert. Er habe dies bei einem Treffen ukrainischer Botschafter gesagt. „Ich kenne die Nato sehr gut. Etwa zwölf Jahre lang habe ich persönlich daran gearbeitet, sicherzustellen, dass wir die Nato-Standards erfüllen, und jedes Jahr habe ich Märchen darüber gehört, wie wir jeden Tag der Nato beitreten würden.“

Saluschnyj begründete seine Einschätzung damit, dass die Ukraine die militärischen Standards für einen Beitritt in keiner Weise erfülle. Es sei „unmöglich, mit dem Entwicklungsstand der ukrainischen Streitkräfte (...) einer Organisation beizutreten, die sich von Doktrinen des Zweiten Weltkriegs leiten lässt“. Dem Land fehle die Technologie, die in den Nato-Mitgliedstaaten bereits im Einsatz sei, darunter Raketenabwehr und Weltraumfähigkeiten.

Das strategische Ziel der Mitgliedschaft in der Nato und der Europäischen Union ist in der ukrainischen Verfassung verankert. Saluschnyj war 2024 wegen Meinungsverschiedenheiten mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über die Kriegsführung gegen Russland als Oberbefehlshaber entlassen worden. Meinungsumfragen zum Vertrauen der Wähler sehen ihn etwa auf Augenhöhe mit Selenskyj. (Reuters)

Moskauer Oppositionspolitiker Nadeschdin flieht nach Paris

Der populäre russische Oppositionelle Boris Nadeschdin hat nach einer vorübergehenden Festnahme in Moskau nun seine Heimat verlassen. „Es gibt gute Neuigkeiten. Ich bin am Leben und in Freiheit“, sagte er in einem bei Telegram veröffentlichten Video, aufgenommen vor dem Eiffelturm in Paris. Er wolle sehen, wie es weitergeht und später über seine Pläne informieren. Dutzende russische Oppositionelle leben wegen politischer Verfolgung in Russland unter Kremlchef Wladimir Putin im Exil im Ausland. 

Nadeschdin hatte zuletzt auch erklärt, seinen Kampf um die Teilnahme an der Parlamentswahl in Russland im September aufzugeben. Nach einer zeitweiligen Festnahme erklärte er im Juli, dass er seine Anhänger nicht unnötig in Gefahr bringen wolle und deshalb verzichte. Er machte außerdem deutlich, dass er mit dem Gedanken spiele, aus Gründen seiner eigenen Sicherheit Russland zu verlassen. 

Nadeschdin hatte das Protokoll seiner jüngsten Vernehmung auf seinem Telegram-Kanal veröffentlicht. Demnach wird ihm vorgeworfen, ein Video mit dem Bild des im Straflager zu Tode gequälten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny weiterverbreitet zu haben. Damit habe der Oppositionelle auf die als extremistisch verbotene Organisation von Nawalny verwiesen, hieß es. „Was mir vorgeworfen wird, habe ich nicht getan“, schrieb Nadeschdin. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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