Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 10. März, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1630
letzte Woche, 1702 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1630
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 11.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
945
200
115
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
559
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 11.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

ISW: Putin übertreibt russische Geländegewinne in der Ukraine

Russlands Präsident Wladimir Putin übertreibt nach Einschätzung des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) weiterhin die militärischen Fortschritte Russlands in der Ukraine. Laut Kreml-Bericht soll Putin während eines Telefonats mit dem US-Präsidenten Donald Trump am 9. März behauptet haben, russische Truppen würden erfolgreich vorrücken.

Nach Analyse des ISW sind diese Angaben jedoch übertrieben. Putin behauptete demnach, die Ukraine kontrolliere nur noch 15 bis 17 Prozent der Region Donezk. Auswertungen deuten jedoch darauf hin, dass ukrainische Streitkräfte derzeit rund 19 Prozent des Gebiets halten. Im September 2025 lag der Anteil noch bei etwa 23,4 Prozent – es wäre ein deutlich geringerer Verlust als vom Kreml dargestellt.

Zudem widersprechen jüngste ukrainische Gegenoffensiven im Süden den russischen Darstellungen eines durchgehenden Vormarsches. Nach Einschätzung des ISW haben ukrainische Truppen seit Beginn des Jahres 2026 rund 279 Quadratkilometer Territorium in Richtung Oleksandrivka und Hulyaipole zurückerobert; ukrainische Behörden sprechen sogar von mehr als 400 Quadratkilometern.

Diese Entwicklungen könnten russische Pläne für größere Offensiven dieses Jahr erschweren. (Yulia Valova)

Pokrowsk: Angeblich erreichen nur zwei von zehn russischen Angreifern den Nahkampf

An der Front im Raum Pokrowsk erleiden russische Einheiten nach Angaben der ukrainischen Armee weiterhin hohe Verluste. Nur etwa zwei von zehn russischen Infanteristen, die zu Sturmangriffen ansetzten, erreichten überhaupt die eigentlichen Nahkämpfe mit ukrainischen Verteidigern.

Das erklärte Artem Pribilnow, Kommunikationschef der Brigade „Anna Kyjiwska“, auf „Army TV“.

Nach ukrainischen Angaben versuchen russische Sturmgruppen derzeit vorwiegend in kleinen Gruppen oder einzeln in die Zwischenräume der Verteidigungslinien einzudringen. (Yulia Valova)

Ukraine nennt russische Parasportler, die am Krieg beteiligt gewesen sein sollen

Die Ukraine hat Daten zu russischen Parasportlern veröffentlicht, die nach Angaben Kyjiws direkt am Krieg gegen die Ukraine beteiligt waren. Die Informationen wurden auf der Plattform „War&Sanctions“ veröffentlicht.

Die ukrainischen Behörden erklärten, Russland nutze den paralympischen Sport zunehmend als Instrument, um seine Athleten wieder in die internationale Sportgemeinschaft zu integrieren. Kyjiw fordert internationale Sportverbände auf, Sportler mit militärischer Beteiligung am Krieg auch nicht unter neutralem Status zu internationalen Wettbewerben zuzulassen. (Yulia Valova)

Mindestens zwei Tote und sieben Verletzte durch russische Angriffe auf Charkiw

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ostukrainische Stadt Charkiw sind Behördenangaben zufolge mindestens zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Dies gab der örtliche Gouverneur, Oleh Synegubow, am Mittwoch im Onlinedienst Telegram bekannt. Infolge des Angriffs sei zudem in einem zivilen Unternehmen ein Brand ausgebrochen. (AFP)

Saudi-Arabien soll ukrainische Abfangdrohnen bald kaufen

Saudi-Arabien bereitet offenbar den Kauf ukrainischer Abfangdrohnen vor. Darüber berichtet „The Kyiv Independent“ unter Berufung auf Quellen in der ukrainischen Rüstungsindustrie.

Zwei Gesprächspartner erklärten demnach, dass zwischen den Regierungen der Ukraine und Saudi-Arabiens über umfangreiche Rüstungsabkommen gesprochen werde. Eine Quelle sagte dem Bericht zufolge, bereits am 11. März könne eine „sehr große Vereinbarung“ zwischen beiden Ländern bekannt gegeben werden. (Valeriia Semeniuk)

Bundestagspräsidentin Klöckner zu erstem Besuch in Kiew

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ist zu ihrem ersten Besuch in Kiew eingetroffen. Die CDU-Politikerin möchte dem ukrainischen Parlament die Solidarität Deutschlands im fünften Jahr des russischen Angriffskriegs übermitteln sowie sich über Herausforderungen der Energieversorgung und der Drohnenabwehr informieren. (dpa)

Slowakei und EU einig über Öl-Transit durch Druschba-Pipeline

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico ist sich eigenen Angaben zufolge mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einig, dass der Öl-Transit durch die Druschba-Pipeline wieder aufgenommen werden sollte. Er begrüße zudem die Bereitschaft der EU, technische und finanzielle Hilfe für die nötigen Reparaturen bereitzustellen, sagt Fico nach einem Treffen mit von der Leyen.

Über die Leitung versorgt Russland seit den 1960er Jahren Ungarn und die Slowakei mit Öl. Der Transport ist seit dem 27. Januar allerdings unterbrochen. An dem Lieferstopp hat sich ein Streit entzündet, der zu Ungarns Blockade von EU-Hilfen für die Ukraine im Krieg gegen Russland führte. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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