Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 31. Juli, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1914
letzte Woche, 1959 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1914
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 30.7. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1181
200
212
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
508
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 30.7. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russischer Onlinehändler Ozon evakuiert wegen Drohnenwarnung Lager

Der zweitgrößte russische Onlinehändler Ozon sieht sich gezwungen, wegen einer Warnung vor einem ukrainischen Drohnenangriff eines seiner Lager zu evakuieren. Es handle sich um ein Lager in der Region Tatarstan, teilt Ozon mit.

Das Logistikzentrum sei unbeschädigt geblieben und habe den Betrieb inzwischen wieder aufgenommen. Die Ukraine hat seit dem 18. Juli bereits mindestens ein Dutzend Lagerhäuser des Hauptkonkurrenten von Ozon, des Marktführers Wildberries, angegriffen. 

Das stört nicht nur die russische Konsumwirtschaft erheblich. Die Ukraine argumentiert zudem, über den Online-Handel werde das russische Militär beliefert. (Reuters)

Start einer ballistischen Rakete aus Nordkorea (Archivbild)
Russland könnte neue Lieferung nordkoreanischer Raketen erhalten haben

Russland hat bei dem tödlichen Angriff auf ein Dorf bei Krywyj Rih nach ukrainischen Angaben vermutlich erstmals seit fast einem Jahr wieder eine ballistische Rakete aus Nordkorea eingesetzt. Dabei wurden sechs Menschen einer Familie getötet, darunter zwei Kinder.

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Nach vorläufigen Angaben handele es sich jedoch um „nordkoreanische Ballistik“. Auch Reuters berichtet unter Berufung auf eigene Quellen, dass die Flugbahn auf eine Rakete der Typen KN-23 oder KN-24 hindeute.

Die Wiederaufnahme solcher Angriffe könnte nach Einschätzung von Reuters-Quellen darauf hindeuten, dass Russland eine neue Lieferung nordkoreanischer Raketen erhalten hat. Moskau könnte demnach versuchen, den Einsatz ballistischer Raketen gegen die Ukraine wieder auszuweiten.

Russland hatte KN-23- und KN-24-Raketen bereits Ende 2023 eingesetzt. Nach Einschätzung eines militärischen Reuters-Gesprächspartners haben diese Raketen eine größere Reichweite und einen stärkeren Gefechtskopf als russische Iskander-Raketen, sind aber weniger präzise.

Start einer ballistischen Rakete aus Nordkorea (Archivbild)
Uncredited/KRT/AP/dpa
Russland meldet Angriff auf Frachter mit Rüstungsgütern

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen Frachter mit Rüstungsgütern an Bord angegriffen. Das Schiff sei auf dem Weg zu einem ukrainischen Hafen in der Nähe von Odessa gewesen. Die ukrainische Stadt liegt am Schwarzen Meer. Beide Kriegsparteien haben in den vergangene Wochen ihre Angriffe auf Frachtschiffe der anderen Seite verstärkt. Sie begründen dies damit, dass die Frachter mit ihren Ladungen den Kriegsanstrengungen des Gegners dienen. (Reuters)

Russland meldet Brand in Onlinehändler-Logistikzentrum

Ein Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Wildberries in der südrussischen Stadt Wolgograd hat nach einem Drohnenangriff dem Unternehmen zufolge Feuer gefangen. Mitarbeiter seien nicht zu Schaden gekommen, teilte das Unternehmen auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. (Reuters)

Energieanlage in russischer Region Wolgograd brennt nach Drohnenangriff

In der russischen Region Wolgograd brennen nach einem Drohnenangriff eine Energieanlage und mehrere Lagerhallen. Dies teilte der regionale Gouverneur Andrej Botscharow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Fünf Menschen benötigten medizinische Hilfe, erklärte er weiter. Details zu den betroffenen Anlagen nannte er nicht. In der Region befindet sich eine Ölraffinerie des Konzerns Lukoil. (Reuters)

Rumänien lässt wegen Flugkörpern Kampfjets aufsteigen

Das Nato- und EU-Mitglied Rumänien lässt nach der Entdeckung von Flugkörpern nahe der Grenze zur Ukraine zwei Kampfjets aufsteigen. Die Ziele seien im Bereich der Flussgrenze geortet worden, teilte das Verteidigungsministerium auf der Plattform X mit. Im grenznahen Bezirk Tulcea sei zudem die Bevölkerung gewarnt worden. (Reuters)

Trump zögert offenbar nun doch bei Patriot-Lizenz für die Ukraine

US-Präsident Donald Trump ist sich einem Zeitungsbericht zufolge „nicht sicher“, ob er der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen erlauben wird. „Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und wir müssen ein wenig vorsichtig sein, an wen wir Lizenzen vergeben“, zitiert die „Financial Times“ den Präsidenten aus einem Telefonat. Zudem kündigt Trump dem Bericht zufolge an, dass seine Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in den kommenden Tagen erstmals in die Ukraine reisen.

Die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, betont, die Ukraine brauche die Raketen dringend, um sich gegen die zunehmenden russischen Angriffe zu schützen. Vertreter des „Patriot“-Herstellers Raytheon Co. seien bereits in der Ukraine gewesen, und Lockheed Martin Corp. , das die PAC-3-Abfangraketen für das Luftabwehrsystem herstellt, arbeite daran, ebenfalls ein Expertenteam in das Land zu entsenden, erklärt die Botschafterin. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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