Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 29. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1817
letzte Woche, 1938 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1817
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 24.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
195
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
510
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 24.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Lukaschenko spricht mit Putin und Xi

Nach einer Serie öffentlicher Schlagabtausche mit der Ukraine hat der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko zunächst Russland und dann China besucht. Bei einem Treffen mit Präsident Xi Jinping in Peking sagte Lukaschenko, nach China zu kommen sei für ihn, „wie nach Hause zu kommen“. Das berichteten begleitende belarussische Journalisten.

Peking unterstütze Belarus dabei, seine staatliche Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität zu wahren, sagte Xi nach chinesischen Angaben. China und Belarus müssten den strategischen Austausch beibehalten und die Beziehungen beider Seiten auf einem hohen Niveau weiter entwickeln.

Vorher hatte Lukaschenko zwei Tage lang mit Kremlchef Wladimir Putin in dessen Residenz in Waldai zwischen Moskau und St. Petersburg gesprochen. Der Besuch, zu dem es zunächst keine öffentliche Kommunikation gab, wurde wegen der Vorgeschichte mit Kiew von zahlreichen Spekulationen begleitet. (dpa)

Russischer Druck auf ukrainischen Festungsgürtel bei Kostjantyniwka wächst

Parallel zu den ukrainischen Erfolgen im russischen Hinterland geraten die Verteidigungslinien an der Front im Donbass zunehmend unter Druck: Russland rückt langsam auf Kostjantyniwka vor, einer wichtigen Bastion im östlichen „Festungsgürtel“ der Ukraine. Der Kreml hat es seit langem auf dieses Gebiet abgesehen, obwohl die russischen Geländegewinne entlang der übrigen 1200 Kilometer langen Frontlinie weitgehend ins Stocken geraten sind. Erste Kämpfe haben die Außenbezirke der Stadt erreicht.

Kleine Gruppen russischer Soldaten versuchten, in die Randgebiete einzudringen, erklärten hochrangige ukrainische Kommandanten in der vergangenen Woche. Dies deutet darauf hin, dass Nahkämpfe folgen könnten.

Kostjantyniwka ist der südlichste von vier Schlüsselpunkten, die eine Verteidigungslinie der Ukraine bilden. Diese Linie ist von zentraler Bedeutung für die ukrainische Verteidigung der stark industrialisierten Region Donezk. Der Vorstoß verdeutlicht den anhaltenden Vorteil Moskaus bei der Truppenstärke. Dies gilt, obwohl ukrainische Drohnenangriffe mittlerer Reichweite auf die russische Logistik die Kampfkraft der Angreifer geschwächt haben, wie Experten erklärten.

„Die Angriffe mit mittlerer Reichweite zeigten nicht genügend Wirkung, um die Russen zu zwingen, ihre Offensive einzustellen“, sagte Emil Kastehelmi vom finnischen Konfliktanalyse-Team Black Bird. „Obwohl Russland also im Hinterland immer schwerere Verluste erleidet, ist es immer noch in der Lage, seine Offensiven fortzusetzen, zumindest in bestimmten Sektoren.“ (Reuters)

Anna on Twitter / X
Kostjantyniwka existiert noch — aber niemand kontrolliert es mehr vollständig.Verteidiger der Stadt berichten gegenüber der BBC: Rund 130 russische Soldaten operieren bereits im Stadtgebiet. Teile der Stadt sind zur Grauzone geworden — weder von ukrainischen noch von russischen… pic.twitter.com/7cvjmgAAn9— Anna (@AnnaDeMilanese) June 22, 2026
X
https://x.com/AnnaDeMilanese/status/2069067067387506914
Sybiha: Vereinbarungen über die Ukraine ohne Kyjiw werden keinen Erfolg haben

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte auf seiner Seite im sozialen Netzwerk X, dass jeder Versuch, über die Zukunft der Ukraine ohne Beteiligung Kyjiws zu entscheiden, zum Scheitern verurteilt sei. Mit Blick auf die Debatte über den sogenannten „Geist von Anchorage“ betonte er, dass kein Verhandlungsformat zu einer tragfähigen Lösung des Krieges führen könne, wenn die Position der Ukraine unberücksichtigt bleibe.

Der Begriff „Geist von Anchorage“ wird in jüngster Zeit vor allem von russischer Seite verwendet. Moskau verweist dabei auf die Kontakte zwischen Russland und den USA nach dem Treffen der Präsidenten beider Staaten in Anchorage (Alaska). Nach Darstellung des Kremls sei dort die Grundlage für eine spätere Beilegung des Krieges gelegt worden.

Die Ukraine und die USA weisen diese Darstellung jedoch zurück und betonen, dass es keine Vereinbarungen über die Zukunft der Ukraine ohne Beteiligung Kyjiws gegeben habe.

Sybiha forderte Russland auf, seine Illusionen aufzugeben, den Ausgang des Krieges nach eigenen Vorstellungen bestimmen zu können.

Moskau müsse auf die ukrainischen Vorschläge für Verhandlungen eingehen und die tatsächliche Lage sowohl auf dem Schlachtfeld als auch auf internationaler Ebene zur Kenntnis nehmen. (Yulia Valova)

Russische Truppen greifen bei Slowjansk mit Motorrädern und Buggys an

Russische Truppen haben ihre Angriffe im Raum Slowjansk intensiviert und setzen dabei zunehmend Motorräder und Buggys ein.

Nach Angaben von Roman Kapinus, Richtschütze der 54. separaten mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte, versuchen kleine Infanteriegruppen zunächst, Schwachstellen in den ukrainischen Verteidigungslinien zu durchbrechen, um sich anschließend zu größeren Einheiten zusammenzuschließen und den Angriff fortzusetzen. Dies erklärte der Soldat im ukrainischen Fernsehmarathon.

Nach Angaben des Militärs spielt die Luftaufklärung rund um die Uhr eine entscheidende Rolle bei der Abwehr solcher Angriffe. FPV-Drohnen und Aufklärungsdrohnen überwachen die Bewegungen russischer Einheiten kontinuierlich. Werden Truppenkonzentrationen entdeckt, greift die ukrainische Artillerie die identifizierten Ziele an.

Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte wurden allein am 28. Juni im Raum Slowjansk 28 Gefechte registriert. Die Kämpfe konzentrierten sich auf die Gebiete bei Zakitne, Kalenyky und Riznykiwka sowie in Richtung Raj-Oleksandriwka und Krywa Luka. Gemessen an der Zahl der Gefechte war dieser Frontabschnitt zuletzt nur noch vom Raum Pokrowsk übertroffen. (Yulia Valova)

Wohngebäude auf der Krim. In den russisch besetzten Gebieten der Ukraine kommt es immer wieder zu Stromausfällen.
Russische Besatzungsbehörden melden Stromausfälle
Wohngebäude auf der Krim. In den russisch besetzten Gebieten der Ukraine kommt es immer wieder zu Stromausfällen.
Wohngebäude auf der Krim. In den russisch besetzten Gebieten der Ukraine kommt es immer wieder zu Stromausfällen. Credit: REUTERS/Alexey Pavlishak

In den russisch besetzten Teilen der Südukraine gibt es nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden Stromausfälle. „Alle Kreise des Gebiets Cherson sind ganz oder teilweise ohne Strom“, schrieb der Chef der dortigen russischen Besatzungsverwaltung, Wladimir Saldo, bei Telegram.

Energieversorger und Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Stromversorgung in den Haushalten so schnell wie möglich wiederherzustellen.

Auch der von Russland für das Gebiet Saporischschja eingesetzte Gouverneur Jewgeni Balizki schrieb in der Nacht von Notabschaltungen und Schäden an Energieanlagen nach ukrainischen Angriffen auf das Stromnetz.

In einem Interview mit dem kremlnahen Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Sarubin, gestand Kremlchef Wladimir Putin am Vorabend Probleme ein.

Es sei offensichtlich, dass Angriffe auf die kritische Infrastruktur allgemein und insbesondere auf die Energieinfrastruktur Probleme verursachen, sagte Putin. Man beobachte einen gewissen Mangel, aber keinen kritischen. (dpa)

Putin lehnt ukrainischen Vorschlag zu Stopp von Langstreckenangriffen ab

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen ukrainischen Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt.

Russland werde stattdessen an seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin am späten Sonntagabend in einem Interview des russischen Staatsfernsehens.

Er werte den Vorstoß aus Kyjiw lediglich als Versuch, den Druck auf die ukrainischen Truppen entlang der 1250 Kilometer langen Frontlinie zu lindern. Eine Rettung der Regierung in Kyjiw gehöre nicht zu den russischen Plänen. Eine Stellungnahme des ukrainischen Präsidialamtes lag zunächst nicht vor. (Reuters)

Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen im Süd- und Nordosten

Bei russischen Angriffen im Südosten und Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben örtlicher Behörden mindestens fünf Menschen getötet. In der südöstlichen Stadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, teilt der regionale Gouverneur Iwan Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.

In der nordöstlichen Grenzregion Charkiw kam eine Person bei einem Raketenangriff auf die Stadt Smijiw ums Leben, acht weitere wurden verletzt, darunter zwei Kinder, erklärt Gouverneur Oleh Synjehubow. Zudem starb nach Polizeiangaben ein Beamter bei der Evakuierung von Anwohnern in einer anderen Gemeinde der Region.

In der ebenfalls an Russland grenzenden Region Sumy wurde nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine ältere Frau getötet. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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