Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 05. April, 09:45 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1816
letzte Woche, 1739 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1816
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1113
200
125
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
564
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russischer Getreidefrachter sinkt im Asowschen Meer

Im Asowschen Meer ist nach Angaben russischer Besatzungsbehörden ein mit Getreide beladener Frachter gesunken. Mindestens ein Seemann sei gestorben, zwei Männer würden noch vermisst, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Gebiets Cherson, Wladimir Saldo, bei Telegram mit. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete unter Berufung auf eigene Quellen, dass das Schiff von einer Drohne getroffen worden sei. Es gebe insgesamt zwei Tote.

Das Schiff vom Typ Wolgo-Balt habe Weizen an Bord gehabt, teilte Saldo weiter mit. Neun Mitglieder der Schiffsbesatzung hätten sich an die Küste des Gebiets Cherson retten können. „Den Seeleuten wird die notwendige medizinische und psychologische Hilfe zuteil.“ Saldo veröffentlichte auch Fotos der Geretteten. „Die Umstände des Vorfalls werden derzeit geklärt, es laufen Ermittlungen“, so Saldo.

Das Gebiet Cherson im Süden der Ukraine wird zum größten Teil von russischen Besatzern verwaltet, die gleichnamige Gebietshauptstadt aber steht unter Kontrolle Kiews. In der Region toben schwere Kämpfe. Die Ukraine hatte im Zuge des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges die Kontrolle über ihren Teil des Asowschen Meeres verloren. Kiew greift in den Gewässern immer wieder russische Schiffe an. In der Vergangenheit sind bereits Ölfrachter gesunken.

Kiew wirft Moskau außerdem vor, Getreide in den besetzten Gebieten von Cherson von den Bauern zu stehlen, um es auf den Weltmärkten zu verkaufen. Der Weizen-Frachter sank laut Medien 300 Seemeilen nördlich der Stadt Kertsch, die auf der von Russland schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim liegt. (dpa)

Gouverneur: Russische Ölpipeline bei ukrainischem Drohnenangriff beschädigt

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff nahe des russischen Ostseehafens Primorsk ist nach russischen Angaben eine Ölpipeline beschädigt worden. Die russische Luftabwehr habe 19 Drohnen in der westrussischen Region Leningrad abgeschossen, teilte deren Gouverneur Alexander Drosdenko am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit.

Trümmer einer Drohne beschädigten demnach „einen Abschnitt der Ölpipeline nahe des Hafens von Primorsk“. Die Pipeline werde derzeit „kontrolliert abgebrannt“. Verletzt wurde dem Gouverneur zufolge niemand. (AFP)

Steve Witkoff und Jared Kushner (Archivfoto).
Kiew erwartet Besuch von US-Delegation nach Ostern
Steve Witkoff und Jared Kushner (Archivfoto).
Steve Witkoff und Jared Kushner (Archivfoto). Credit: REUTERS/Denis Balibouse/File Photo

Im Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs rechnet die Ukraine noch im April mit dem Besuch einer US-Delegation in der Hauptstadt Kiew. Das sagte der Kanzleichef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Delegation könnte bereits kurz nach dem orthodoxen Osterfest eintreffen, das am 12. April begangen wird, sagte Kyrylo Budanow demnach.

Die Delegation soll laut Budanow vom US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, geleitet werden. Die beiden waren bereits mehrfach in Russland zu Gast, es wäre aber ihr erster offizieller Besuch in der Ukraine. (dpa)

Selenskyj und Erdogan sprachen über Sicherheit und Gasprojekte

Bei einem Besuch in der Türkei hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seinem Kollegen Recep Tayyip Erdogan unter anderem die Situation im Nahen Osten besprochen. „Wir haben neue Schritte bei der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich vereinbart“, teilte Selenskyj anschließend auf sozialen Netzwerken mit. Ohne konkretere Angaben schrieb der Staatschef von einer ukrainischen Unterstützung mit „Expertise, Technologie, Erfahrung“. Zuvor hatte Kiew den Staaten am Persischen Golf und im Nahen Osten Hilfe bei der Abwehr iranischer Kampfdrohnen angeboten.

Selenskyj erwähnte „praktische Schritte“ bei der Umsetzung von Projekten beim Ausbau der Gasinfrastruktur. Ebenso werde die gemeinsame Erschließung von Erdgaslagerstätten in Betracht gezogen. Ankara deckt bisher einen großen Teil seines Gasbedarfs über Importe per Pipeline aus Russland. (dpa)

Credit: Turkish Presidency/Turkish Presidency/AP/dpa
Tote bei ukrainischem Drohnenangriff im Gebiet Luhansk

Im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebiets Luhansk sind bei einem Drohnenangriff nach russischen Angaben mindestens drei Zivilisten getötet worden. Im etwa 45 Kilometer von der Frontlinie entfernten Dorf Mychajliwka im Landkreis Kreminna seien Wohnhäuser angegriffen worden, teilte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Leonid Passetschnik bei Telegram mit. Ukrainische Drohnenangriffe hat es demnach auch in anderen Landkreisen des Gebiets gegeben. Unter anderem sei die Eisenbahninfrastruktur Ziel gewesen.

Der ukrainische Generalstab in Kiew bestätigte Drohneneinsätze im Gebiet Luhansk gegen mehrere Züge mit Treibstofflieferungen für die russische Armee. (dpa)

Russland greift Anlagen des ukrainischen Öl- und Gaskonzerns Naftogaz an

Russland greift nach Angaben des ukrainischen Öl- und Gaskonzerns Naftogaz Infrastrukturanlagen in der Region Poltawa an. Dabei sei ein Feuer ausgebrochen, teilt das Unternehmen in den sozialen Medien mit. Russland setze seine gezielten Angriffe auf die Öl-, Gas- und Energieinfrastruktur fort. Die Anlagen der Naftogaz-Gruppe seien seit Jahresbeginn mehr als 40 Mal angegriffen worden. (Reuters)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Präsidialamt: Selenskyj zu Gesprächen mit Erdogan in Türkei
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Credit: Sven Hoppe/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach Angaben seines Präsidialamts zu Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul eingetroffen. Zudem sei eine Begegnung Selenskyjs mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus, dem geistlichen Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche, geplant. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

Eine beleidigte Iran-Rede an die Nation: Vielleicht weiß nicht einmal Trump heute, was er tun wird
Nach 34 Tagen Militäreinsatz gegen den Iran gibt der US-Präsident keine Antworten darauf, wie der Krieg enden soll und ob er die Straße von Hormus mit Gewalt öffnet. Stattdessen droht er den Verbündeten.
Krieg, Leiden, Zerstörung: Warum Papst Leo XIV. so oft schweigt
Als er gewählt wurde, im Mai vor einem Jahr, setzten viele Menschen große Hoffnungen in den neuen Papst. Er sei ein „Anti-Trump“, ein Friedensengel, hieß es. Nun werfen ihm viele Schweigen vor.
Die Welt brennt, Wadephul rennt: Der rastlose deutsche Außenminister lässt sich Frust nicht anmerken
Mit dem Iran-Krieg verschlechtern sich auch die Beziehungen zu Donald Trumps USA wieder. Johann Wadephul jettet als diplomatischer Reparatur-Notdienst um die Welt.
Nicht nur aus Mangel an Soldaten: Warum es immer mehr „Rekorde“ in ukrainischen Schützengräben gibt
Von 60 Tagen bis zu mehr als 200: Ukrainische Infanteristen müssen ihre Positionen immer länger halten. Ihr Durchhaltevermögen ist groß. Doch über die Umstände wird zunehmend diskutiert.
Gibt es die G7 trotz Trump und Rubio noch? : An seinem Gründungsort ringt der westliche Staatenclub ums Überleben
Südwestlich von Paris fand Ende 1975 das erste informelle Treffen der größten Industrienationen statt. Gut 50 Jahre später ist der „Westen“ politisch in Auflösung begriffen.
Kann europäische Souveränität Wirklichkeit werden?: Erleben Sie live die EUROPE-Konferenz 2026
Wie kann Europa im Zeitalter der Geopolitik bestehen? Darüber diskutieren prominente Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Herzen von Berlin.
mehr Artikel anzeigen