Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 24. März, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1767
letzte Woche, 1634 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1767
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 24.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1106
200
102
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
552
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 24.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Raketenalarm in fast der gesamten Ukraine – drei Menschen getötet

In fast der gesamten Ukraine galt nach Angaben von ukrainischen Behörden wegen russischer Angriffe Raketenalarm. In allen Regionen außer Odessa wurde der Luftalarm ausgelöst, wie die ukrainischen Behörden am Dienstagmorgen mitteilten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte am Montagabend in seiner täglichen Fernsehansprache vor einem möglichen „massiven Schlag“ der russischen Streitkräfte.

Ukrainische Behörden meldeten erste Todesopfer bei russischen Angriffen. Zwei Menschen wurden bei einem russischen Angriff in der ostukrainischen Region Poltawa getötet, wie der Leiter der ukrainischen Armeeverwaltung, Witali Djakiwnitsch, im Onlinedienst Telegram erklärte. Elf weitere Menschen seien zudem verletzt worden. Bei dem Angriff seien Wohngebäude und ein Hotel beschädigt worden. Zudem seien Feuer ausgebrochen.

In der südukrainischen Region Saporischschja wurden bei einem „massiven kombinierten Raketen- und Drohnenangriff“ ein Mensch getötet und drei weitere verletzt, wie der Regionalgouverneur Iwan Fedorow im Onlinedienst Telegram erklärte. Sechs Wohngebäude, zwei Wohnhäuser, ein Einkaufsladen, eine industrielle Infrastruktureinrichtung sowie weitere Gebäude seien bei dem Angriff beschädigt worden. (AFP)

Kiew fordert Waffen für Angriffe auf russische Drohnenfabriken

Die Ukraine hat russische Produktionsstätten für Drohnen als legitime militärische Ziele bezeichnet und den Westen zur Lieferung weitreichender Waffen aufgefordert.

Russlands Lieferung modernisierter Drohnen an den Iran mache Moskau zu Teherans wichtigstem Komplizen im Krieg, sagte der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk am Montag vor dem Weltsicherheitsrat.

Die Lieferungen modernisierter Versionen der iranischen Schahed-Drohnen an Teheran stellten eine beispiellose Eskalation dar, die es dem Iran ermögliche, Golfstaaten und US-Streitkräfte in der Region über längere Zeit anzugreifen.

„Russische Drohnenproduktionsstätten sollten als legitime Ziele für Militärschläge im Kampf gegen das Mullah-Regime betrachtet werden“, erklärte Melnyk. Die Ukraine greife bereits russische Drohnenfabriken an, könne jedoch mit neuen Waffen und Ressourcen effektiver sein. (Reuters)

Selenskyj: Russland hilft Iran mit Geheimdienstinformationen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, den Iran-Krieg durch die Weitergabe von Geheimdienstinformationen zu verlängern. Es gebe weitere Belege dafür, dass Russland der iranischen Führung weiterhin mit Geheimdienstinformationen helfe, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft unter Berufung auf den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR. Details nannte er nicht. (dpa)

Insider: Russland verschiebt wegen hohem Ölpreis Aufbau von Rücklagen

Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg der Ölpreise ermöglicht es der russischen Regierung Insidern zufolge, Pläne zur Aufstockung ihrer langfristigen Finanzreserven zu verschieben. Dadurch werde der Druck auf die kurzfristigen Finanzen gelindert, sagen drei mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Während die russische Wirtschaft unter den Kosten des Krieges in der Ukraine und den internationalen Sanktionen leidet, profitiert sie als eine der wenigen weltweit von dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Die internationalen Ölpreise notierten zuletzt bei etwa 100 Dollar pro Barrel, nach rund 70 Dollar vor Kriegsbeginn Ende Februar. Auch die Erdgaspreise ziehen an. Berechnungen von Reuters zufolge dürften die russischen Öl- und Gaseinnahmen im April im Vergleich zum März um 70 Prozent steigen. (Reuters)

Selenskyj warnt vor massivem russischen Angriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einem unmittelbar bevorstehenden russischen Großangriff auf sein Land. Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Russland einen massiven Schlag vorbereite, sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Bevölkerung solle auf Luftalarm achten, entsprechende Befehle an die Flugabwehr seien bereits erteilt worden. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (Reuters)

Drohne stürzt nahe belarussischer Grenze in Litauen ab

Im Südosten des EU- und Nato-Mitglieds Litauen ist ein unbekanntes Flugobjekt in den litauischen Luftraum geflogen und nahe dem Lavysas-See abgestürzt. Der Vorfall im Bezirk Varena nahe der Grenze zu Belarus werde untersucht, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius mit. Bei dem Objekt, das in der Nacht zu Montag in den Luftraum eingedrungen war, soll es sich nach ersten Erkenntnissen um eine Drohne handeln.

Nach Angaben der Behörden sind Trümmerteile am Absturzort sichtbar. Polizei und Feuerwehr seien vor Ort, ein Hubschrauber der Luftwaffe werde zur Luftüberwachung eingesetzt. Für die Anwohner besteht keine Gefahr, hieß es in der Mitteilung. Regierungschefin Inga Ruginiene berief für Dienstag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein.

Video zeigt Absturz und ExplosionIn einem vom litauischen Rundfunk veröffentlichten Video einer Überwachungskamera, das den Vorfall zeigen soll, ist das surrende Geräusch eines fliegenden Objekts zu hören. Wenig später ertönt in der Aufnahme eine Explosion, Flammen erhellen den Horizont, und brennende Trümmer des am Nachthimmel nicht sichtbaren Objekts fallen herab. Auch Anwohner berichteten litauischen Medien zufolge ähnliches. (dpa)

Berlin fordert von Ungarn Aufklärung zu Russland-Vorwürfen

Die Bundesregierung fordert von der ungarischen Regierung eine Klärung der Vorwürfe, sie habe EU-interne Informationen an Russland weitergegeben. „Die Vorwürfe, die da aufgestellt werden, sind sehr, sehr schwerwiegend“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Die Beratungen im Kreis der EU und der EU-Außenminister seien vertraulich und beruhten auf jenen Prinzipien, auf denen die Union basiere. Dazu gehöre im Besonderen der Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit.

Diese Grundsätze seien nicht verhandelbar, sagte der Sprecher weiter. „Eine Verletzung dieser Grundsätze werden wir auch nicht hinnehmen.“ Er ergänzte: „Es ist jetzt an der ungarischen Regierung, sich dazu zu verhalten.“ Klar sei, dass kein Mitgliedstaat den Grundsätzen der EU zuwiderhandeln dürfe.

AA: Vorwürfe lassen sich nicht mit X-Post aus Welt schaffen Mit Blick auf einen X-Post des ungarischen Außenministers Peter Szijjarto fügte der Sprecher des deutschen Außenministeriums hinzu: „Ich will hier ganz klar sagen, dass die Vorwürfe, wie sie jetzt im Raum stehen, sich mit Sicherheit nicht mit einem X-Post aus der Welt schaffen lassen.“ Szijjarto hatte am Sonntag in einer Reaktion auf einen entsprechenden Post von Polens Regierungschef Donald Tusk von „Lügen und fake news“ geschrieben.

Die US-Zeitung „Washington Post“ hatte unter Berufung auf einen früheren ungarischen Geheimdienstmitarbeiter und Sicherheitsbeamte aus anderen europäischen Ländern berichtet, dass die ungarische Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban seit Jahren Moskau Informationen zu sensiblen Diskussionen in der EU übermittle. Szijjarto soll demnach sogar während Pausen von EU-Treffen regelmäßig mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow telefoniert haben, um ihn über die Gespräche zu informieren. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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