Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 26. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1494
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1494
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 26.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
934
200
91
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
451
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 26.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Geflüchteten Russen droht Beschlagnahme von Vermögen

Wer als Russe im Ausland gegen Moskaus Interessen auftritt, kann künftig den Zugriff auf seinen Besitz in der Heimat verlieren. Die russische Staatsduma – das Parlament – verabschiedete in dritter und letzter Lesung ein neues Gesetz, das dieses umstrittene Vorgehen gegen andersdenkende Bürger im Exil legalisiert. Damit können etwa Moskauer Behörden Wohnungen Prominenter beschlagnahmen, wenn sie öffentlich den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine anprangern.

Zwar konnten Russen, die aus Angst vor politischer Verfolgung ausgereist sind, schon bisher für einige Rechtsverstöße durch die Beschlagnahmung von Vermögen bestraft werden. Das neue Gesetz weitet diese Möglichkeiten deutlich aus, weil der Tatbestand des Verstoßes gegen russische Interessen laut Experten beliebig ausgelegt werden kann. Kritiker sehen das Gesetz als weiteren Versuch, besonders vermögende Kremlkritiker mundtot zu machen.

Duma-Chef will kremlkritische Russen im Ausland bestrafenInsgesamt gebe es 13 neue Tatbestände, bei denen das Vermögen ausgewanderter Russen beschlagnahmt werden könne, sagte Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin. Als Beispiele nannte er die Beleidigung russischer Offiziere und Soldaten sowie Aufrufe zu Extremismus und Terror. Wolodin fordert schon seit Jahren, kritische Russen, die „abgehauen“ sind und sich im Ausland in Sicherheit glauben, zu bestrafen. (dpa)

Selenskyjs Chefunterhändler für vertrauliche Gespräche in Berlin

Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow ist nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums am Dienstag in Berlin mit Vertretern der Bundesregierung zu sicherheitspolitischen Gesprächen zusammengekommen. Umerow habe sich unter anderem mit dem außen- und sicherheitspolitischen Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, getroffen, hieß es in Kiew.

Demnach handelte es sich „nicht um ein Dringlichkeitstreffen“, sonder um „routinemäßige, geplante Arbeit mit europäischen Kollegen“. „Gestern war Brüssel, heute ist Berlin. Im Laufe der Woche folgen noch weitere Besuche in europäischen Hauptstädten“, hieß es weiter.

Bei dem Treffen am Dienstag in Berlin ging es demnach um Sicherheitsfragen und den Verhandlungsprozess im Ukraine-Krieg. Thema war demnach auch die bilaterale Zusammenarbeit bei der Verteidigung - insbesondere hinsichtlich des Drohnen-Abkommens zwischen der Ukraine und Deutschland. Die Frage einer von Bundeskanzler Merz ins Spiel gebrachten „assoziierten Mitgliedschaft“ der Ukraine in der EU sei indes nicht angesprochen worden.

Politico“ hatte zuvor berichtet, Umerow sei vor allem angesichts der massiven Drohungen aus Russland nach Berlin gekommen, um sich mit Vertretern der Bundesregierung sowie aus Großbritannien und Frankreich zu treffen. Moskau hatte Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vetrtretungen in Kyjiw aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt wegen bevorstehender Angriffe zu verlassen. (AFP/Tsp)

Das vom Pressedienst der russischen Staatsduma via AP im Jahr 2023 veröffentlichte Foto zeigt Wjatscheslaw Wolodin, Parlamentschef von Russland
Russischer Politiker droht Kiew mit Massenvernichtungswaffen
Das vom Pressedienst der russischen Staatsduma via AP im Jahr 2023 veröffentlichte Foto zeigt Wjatscheslaw Wolodin, Parlamentschef von Russland
Das vom Pressedienst der russischen Staatsduma via AP im Jahr 2023 veröffentlichte Foto zeigt Wjatscheslaw Wolodin, Parlamentschef von Russland Credit: -/AP/dpa

Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, hat den Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen die Ukraine angedroht im Fall von Angriffen gegen die Zivilbevölkerung in Russland. „Das alles kann dazu führen, dass wir die Waffe einsetzen, die von niemandem mehr eine Spur übrig lässt“, sagte Wolodin einer Pressemitteilung des Parlaments, der Staatsduma, zufolge. Er warnte davor, es so weit kommen zu lassen.

Auslöser der neuen Drohung ist ein Drohnenangriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im von Russland besetzten Gebiet Luhansk. Den Angaben der Besatzungsbehörden zufolge kamen bei der Attacke in der vergangenen Woche 21 Zivilisten ums Leben. Der Generalstab in Kiew wiederum teilte mit, der Angriff habe einer Drohneneinheit des russischen Militärs gegolten.

Schwere russische Angriffe als RachefeldzugRusslands Präsident Wladimir Putin hatte nach der Attacke Vergeltung angeordnet. Am Sonntag setzte das russische Militär dann bei einem Großangriff auf die Ukraine unter anderem auch die neue und wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete Mittelstreckenrakete des Typs Oreschnik ein. Insbesondere die Hauptstadt Kiew wurde dabei schwer getroffen.

Weitere Schläge gegen Kiew sollen nach Angaben aus dem russischen Außenministerium folgen. Moskau führt auch hier zur Begründung Vergeltung für den Tod von Zivilisten in Starobilsk an. Der russische Außenminister Sergej Lawrow informierte über die möglichen Angriffe auch US-Staatssekretär Marco Rubio. (dpa)

Auswärtiges Amt weist Drohungen Russlands zurück

Das Auswärtige Amt weist die Drohungen Russlands gegen die Ukraine und ausländische Botschaften zurück. „Die Drohung Russlands, dass alle ausländischen Bürgerinnen und Bürger Kyjiw verlassen sollen, zeigt, dass Putin weiter auf Eskalation setzt“, heißt es im Außenministerium. „Der Versuch, die Ukraine und ihre Unterstützer mittels Drohungen und Terror zu spalten, wird keinen Erfolg haben. Gezielte Angriffe auf diplomatische Vertretungen stellen einen schweren Verstoß gegen humanitäres Völkerrecht dar.“ Das Auswärtige Amt stehe in ständigem Kontakt mit der deutschen Botschaft in Kiew und seinen Partnern. Die Sicherheit der Mitarbeitenden vor Ort habe höchste Priorität. (Reuters)

Russische Beamte bringen ihre Kinder offenbar ins Ausland — aus Angst vor Folgen eines Machtwechsels

Ein Teil der russischen Beamten und kremlnahen Eliten bringt seine Kinder offenbar zunehmend ins Ausland, aus Sorge vor politischer Instabilität und möglichen Strafverfahren im Falle eines Machtwechsels in Russland. Darüber berichtet das unabhängige russische Medium "Wjorstka" unter Berufung auf Quellen aus Staatsapparat und Wirtschaft. Nach Angaben des Mediums wächst innerhalb der russischen Eliten die Angst vor inneren Erschütterungen nach einem möglichen Ende des Krieges gegen die Ukraine.

Gesprächspartner des Mediums berichten, dass einige Funktionäre bereits „Ausweichszenarien“ für ihre Familien vorbereiten, weil sie den Verlust ihrer Positionen, politische Säuberungen oder Strafverfahren im Falle eines späteren Machttransfers nach Wladimir Putin befürchten.

Nach außen demonstriere das russische System weiterhin Loyalität gegenüber dem Kreml und politische Stabilität. Intern jedoch nähmen Diskussionen über mögliche Konflikte zwischen verschiedenen Einflussgruppen und die Unsicherheit über Russlands Zukunft nach dem Krieg deutlich zu. (Yulia Valova)

„Inakzeptable Eskalation“: EU bestellt russischen Gesandten ein

Nach der russischen Aufforderung an Ausländer und Diplomaten zum Verlassen der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat die EU den Geschäftsträger der russischen Botschaft in Brüssel einbestellt. Diese russische „Drohung“ sei eine „inakzeptable Eskalation“, erklärte EU-Kommissionssprecherin Anitta Hipper am Dienstag im Onlinedienst X.

Die diplomatischen Mitarbeiter der EU in der Ukraine würden in Kiew bleiben, fügte sie hinzu. Russland hatte weitere Angriffe auf Kyjiw angekündigt und Ausländer daher zum Verlassen der Stadt aufgerufen.

Brüssel fordere Russland auf, den Beschuss von Zivilisten zu beenden und einer „vollständigen und bedingungslosen Waffenruhe“ zuzustimmen, schrieb Hipper. Russland solle „echte Friedensgespräche“ aufnehmen.

Russland hatte über das Pfingstwochenende zahlreiche Drohnen und Raketen auf die Ukraine und insbesondere auf Kyjiw abgefeuert. Moskau setzte dabei auch die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. (f9

.

Erstmals seit Kriegsbeginn: Treffen mit belarussischer Opposition in Kyjiw

Die belarussische Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja ist erstmals seit Beginn des russischen Großangriffs nach Kyjiw gereist. Der frühere ukrainische EU-Botschafter Kostjantyn Jelissejew sieht darin ein politisches Signal Kiews gegenüber Belarus: Der Besuch markiere einen Kurswechsel der Ukraine und das Ende eines möglichen „Flirts“ mit dem Regime von Aljaksandr Lukaschenko.

Kyjiw setze damit stärker auf demokratische Kräfte in Belarus, während sich Lukaschenkos Führung weiter an Russland binde.

Jelissejew schloss nicht aus, dass es bei der Reise auch um neue Gespräche zur Sicherheitslage in der Region und zur Rolle Belarus’ im Krieg gegen die Ukraine geht. Die ukrainische Führung hatte direkte politische Kontakte zur belarussischen Opposition lange zurückhaltend behandelt, um Kommunikationskanäle nach Minsk offenzuhalten. (Yulia Valova)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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