Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 30. Juli, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1914
letzte Woche, 1959 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1914
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 30.7. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1181
200
212
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
508
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 24.7., letzte Aktualisierung: 30.7. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg

Die EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg gegen Russland. Wehrfähige Ukrainer profitieren in Deutschland und anderen Mitgliedsländern künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln, wie ein Sprecher nach einem entsprechenden Beschluss des Rates der Mitgliedstaaten sagte. (dpa)

Ukraine attackiert weitere Filiale des russischen Online-Händlers Wildberries

Der russische Online-Händler Wildberries teilt mit, in seinem Logistikzentrum in Sarapul in der russischen Oblast Udmurtien sei nach einem Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen. Die Beschäftigten seien zuvor in Sicherheit gebracht worden. Es gebe bislang keine Berichte über mögliche Opfer. Die Lieferungen würden über andere Einrichtungen umgeleitet. Udmurtien liegt weit im russischen Hinterland. (Reuters)

Moskau: Haben 258 ukrainische Drohnen abgefangen

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 258 ukrainische Drohnen abgefangen. Diese Zahl umfasst auch die Gebiete in der Ukraine, die unter Kontrolle der russischen Truppen stehen. Wie viele Drohnen die Ukraine abgefeuert hat und wie viele womöglich ihre Ziele getroffen haben, teilt Russland nicht mit. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. (Reuters)

Ukrainischer Kampfjet F-16 abgestürzt – Pilot rettet sich

Die Ukraine hat einen der für sie wertvollen westlichen Kampfjets vom Typ F-16 bei der Verteidigung des eigenen Luftraums verloren. Die Maschine sei abgestürzt, als sie feindliche Flugobjekte abfing, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. „Vorläufigen Informationen nach gab es eine Notfallsituation an Bord, der Pilot musste sich per Schleudersitz retten“, heißt es in der Mitteilung. Der Pilot ist demnach wohlauf, am Boden gab es keine Schäden und Opfer.

Unklar ist bisher, ob die Maschine in einen Luftkampf mit russischen Jets verwickelt war oder versuchte, heranfliegende Raketen oder Drohnen abzuwehren. Die Ermittlungen zur Ursache wurden aufgenommen, berichtet der ukrainische „Kyiv Independent“.

Die Ukraine hatte nach langem Werben bei westlichen Partnern 2024 die ersten Kampfjets des Typs F-16 erhalten. Die Flugzeuge werden vor allem bei der Abwehr russischer Drohnen- und Raketenangriffe eingesetzt.

Der Verlust jeder einzelnen F-16 wiegt für Kyjiw schwer, da es sie nicht selbst produzieren kann und bis heute noch nicht alle der rund 80 versprochenen Maschinen in der Ukraine eingetroffen sind. Fünf Maschinen sind bei den riskanten Einsätzen bereits abgestürzt, die erste kurz nach Beginn der Lieferungen. Drei Piloten kamen bislang ums Leben. (dpa, Tsp)

Ukraine meldet mindestens acht tote Zivilisten nach russischen Angriffen

Die Ukraine ist in der Nacht wieder zur Zielscheibe einer massiven Angriffswelle des russischen Militärs geworden, die selbst Städte im weit von der Grenze entfernten Westen des Landes getroffen hat. Um die Flugabwehr zu überlasten, hätten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper sowie Hunderte Drohnen eingesetzt, berichteten ukrainische Medien am Morgen. Demnach wurde praktisch im ganzen Land Luftalarm ausgelöst. In ersten Meldungen war die Rede von mindestens acht Toten und mehr als 30 Verletzten.

Das Ausmaß der Schäden wurde erst bei Tagesanbruch langsam klar. In einem Vorort der südlichen Stadt Krywyj Rih wurde nach Berichten des „Kyiv Independent“ und der Nachrichtenagentur Ukrinform das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren, sowie acht Verletzte.

Aus der Hauptstadt Kyjiw und dem Gebiet Poltawa wurden zwei Todesopfer und ebenfalls zahlreiche Verletzte gemeldet. In Lwiw (früher Lemberg) gebe es 15 Verletzte, hieß es unter Verweis auf Behördenangaben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Überraschend kam die nächtliche Angriffswelle indes nicht: Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einer unmittelbar bevorstehenden schweren Attacke Russlands aus der Luft gewarnt. (dpa)

Nato-Staat Polen meldet unbekanntes Flugobjekt und findet Trümmer

Im polnischen Luftraum ist nach Armeeangaben in der Nacht ein unbekanntes Objekt entdeckt worden, das Richtung Westen geflogen ist. Später sei die mutmaßliche Absturzstelle des Objekts in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin gefunden worden, teilt das operative Kommando der polnischen Streitkräfte auf der Online-Plattform X mit. Zuvor hatte Polen wegen massiver russischer Angriffe auf die Ukraine Kampfflugzeuge aufsteigen lassen. Polen ist Mitglied der Nato sowie der Europäischen Gemeinschaft und grenzt an den Westen der Ukraine. (Reuters)

Selenskyj: Russland hat mit 70 Raketen und 280 Drohnen angegriffen

Die russischen Streitkräfte haben die Ukraine nach Angaben aus Kyjiw mit mehr als 70 Raketen beschossen. Zudem hätten sie mit mehr als 280 Drohnen angegriffen, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit. Sein Land leide weiterhin unter gravierenden Mängeln in seiner Luftverteidigung, erklärt Selenskyj und bittet die internationalen Partner um Hilfe. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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