Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 25. Juli, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1957
letzte Woche, 1947 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1957
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 17.7., letzte Aktualisierung: 22.7. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1209
200
161
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
578
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 17.7., letzte Aktualisierung: 22.7. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russland verlängert Verbot von Benzinexport bis Jahresende

Russland verlängert das Verbot von Benzinexporten bis Ende des Jahres. Dieselausfuhren sollen wieder erlaubt werden, „sobald sich der Markt erholt“, sagt der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Russland hat mit dem Exportverbot auf die Verknappung von Treibstoff reagiert, die durch die wiederholten ukrainischen Angriffe auf Raffinerien und Ölanlagen auch weit im russischen Hinterland ausgelöst wird. In etlichen Gebieten Russlands ist die Abgabe von Benzin und Diesel an den Tankstellen rationiert. (Reuters)

Selenskyj kündigt Bau von Drohnen mit ukrainischer Technologie in den USA an

Drohnen mit ukrainischer Technologie sollen in einer Fabrik in den USA hergestellt werden. „Wir werden eine große Fabrik in den USA bauen“, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem auf der Plattform X veröffentlichten Interview mit der rechtsgerichteten US-Bloggerin Laura Loomer. Ein mit den USA getroffenes Drohnen-Abkommen sei ein Gewinn für beide Seiten. Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen in Washington heißt es jedoch, die Einzelheiten des Abkommens würden noch ausgearbeitet. (Reuters)

Österreich lehnt „Turbo-Beitritt“ der Ukraine zur EU ab und rügt Selenskyj

Die Regierung in Wien hat sich gegen einen schnellen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union ausgesprochen. Europaministerin Claudia Bauer von der konservativen ÖVP übte dabei auch Kritik an Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Der ukrainische Präsident ist meinem Eindruck nach in den letzten Monaten häufiger dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum diktieren möchte“, sagte Bauer der „Welt am Sonntag“. „Ein Turbo-Beitritt auf Antrag – das geht natürlich nicht.“

Man habe die Pflicht, die Aufnahmefähigkeit der EU sorgfältig zu bedenken, führte sie aus. „Ein Beitritt der Ukraine mit 39 Millionen Menschen und einer komplett anders ausgeprägten Agrarstruktur würde die EU maßgeblich verändern.“ Zudem warnte sie vor einer „Zweiklassen-Gesellschaft“ bei der Aufnahme. „Alle Beitrittskandidaten – auch die Ukraine – müssen dieselben Regeln befolgen und sich einen Beitritt durch Leistung verdienen.“

Die EU hatte die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine Mitte Juni dieses Jahres begonnen. Mit dem ersten Verhandlungsabschnitt werden Gespräche über Themen wie das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit begonnen. Für einen Beitritt sind in der Ukraine aber noch zahlreiche Reformen,zum Beispiel bei der KKorruptionsbekämpfung, erforderlich.

Selenskyj hatte Anfang des Jahres einen EU-Beitritt schon 2027 gefordert, ungeachtet teils verbreiteter Skepsis in europäischen Staaten. In Brüssel rechnen viele EU-Beamte aber nicht mit einem Beitritt vor Mitte des nächsten Jahrzehnts und definitiv auch nicht vor einem Ende des russischen Angriffskrieges. Bundeskanzler Friedrich Merz, der eine schnelle Aufnahme in die EU ebenfalls für ausgeschlossen hält, schlug deswegen jüngst einen Sonderstatus für die Übergangszeit vor. Dieser könnte der Ukraine etwa eine Teilnahme an EU-Gipfeln und Ministerräten eermöglichen – allerdings ohne Stimmrecht. (dpa)

Ukraine meldet wieder getötete Zivilisten

Bei einem russischen Drohnenangriff in Sumy im Norden der Ukraine sind Behördenangaben zufolge mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei dem Angriff auf ein Postamt seien zwei Männer getötet worden, erklärte der Leiter der Militärverwaltung der Stadt, Serhij Krywoscheenko, am Samstag. Zwei weitere Männer seien zudem leicht verletzt worden. In Saporischschja im Süden der Ukraine wurde ein Mann bei einem „feindlichen Angriff“ verletzt, wie der Leiter der Militärverwaltung, Iwan Fedorow, mitteilte.

Die Angriffe erfolgten einen Tag, nachdem bei russischen Angriffen in der Ukraine mindestens 15 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden waren. Nach Angaben ukrainischer Behörden starben alleine zehn Menschen bei einem Raketenangriff auf eine Veranstaltung der Rüstungsbranche nahe Kyjiw. (AFP)

Selenskyj warnt Ukrainer vor neuem russischen Raketenschlag

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainische Bevölkerung vor einem neuen massiven russischen Raketenschlag gewarnt. „Dieser Schlag kann bereits heute stattfinden. Nach vorläufigen Informationen soll er innerhalb der nächsten 48 Stunden erfolgen“, sagte der Staatschef in einer am Abend veröffentlichten Videoansprache. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarme nicht zu ignorieren. (dpa)

Lettland bestellt russischen Diplomaten wegen Konsulatsschaden in Ukraine ein

Lettland hat wegen eines Angriffs auf die ostukrainische Stadt Slowjansk, bei dem sein Honorarkonsulat beschädigt wurde, den russischen Geschäftsträger einbestellt. Bei dem Angriff seien zwei Mitarbeiter des Konsulats verletzt worden, teilt das lettische Außenministerium mit. Honorarkonsul Oleksandr Pavenko sei unverletzt geblieben. Das Ministerium habe der russischen Botschaft zudem eine Protestnote überreicht. Darin verurteile Lettland den Angriff auf Slowjansk und die Beschädigung des Konsulatsgebäudes aufs Schärfste. (Reuters)

Trump und Selenskyj beraten am Dienstag in Washington

US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wollen sich am Dienstag (28. Juli) in Washington treffen. Trump empfange Selenskyj im Weißen Haus statt, teilte das US-Präsidialamt mit. (Reuters) 

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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