Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 17. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1978
letzte Woche, 1982 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1978
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 7.8., letzte Aktualisierung: 12.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1292
200
132
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
533
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 7.8., letzte Aktualisierung: 12.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russland greift Naftogaz binnen einer Woche 13-mal an

Russland hat innerhalb der vergangenen Woche 13 Angriffe auf Anlagen der Naftogaz-Gruppe in verschiedenen Regionen der Ukraine verübt. Wie der staatliche Energiekonzern Naftogaz mitteilte, setzte Russland dabei Raketen und Drohnen ein. Eine der Produktionsanlagen wurde innerhalb einer Woche mehrfach angegriffen.

Nach Angaben des Unternehmens konzentrieren sich die russischen Angriffe insbesondere auf die Gasförderinfrastruktur. Produktionsanlagen und technische Ausrüstung wurden schwer beschädigt, einige Standorte mussten den Betrieb einstellen. Dadurch gingen Teile der Gasproduktion verloren. Seit Anfang 2026 wurden Anlagen der Naftogaz-Gruppe nach Unternehmensangaben bereits 293-mal angegriffen.

Auch Anlagen des privaten Gasproduzenten DTEK Naftogaz gerieten zuletzt unter russischen Beschuss. Am 11. August griff Russland die Energieinfrastruktur des Unternehmens in der Region Poltawa an. Infolge des Angriffs musste der Betrieb einer Gasförderanlage eingestellt werden. DTEK teilte mit, dass die zuständigen Einsatzkräfte vor Ort mit der Beseitigung der Folgen des Angriffs beschäftigt waren.

Damit richteten sich die russischen Angriffe in den vergangenen Tagen sowohl gegen die Gasförderinfrastruktur der staatlichen Naftogaz-Gruppe als auch gegen DTEK Naftogaz. Naftogaz berichtet infolge der jüngsten Angriffswelle von schweren Schäden an Anlagen und Ausrüstung, Betriebsausfällen und einem Rückgang der Gasförderung.

Russland: Eine Tote bei ukrainischem Drohnenangriff in Region Astrachan

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der südrussischen Region Astrachan ist nach Behördenangaben eine Frau getötet worden. Der Angriff traf eine Industrieanlage, wie der örtliche Gouverneur mitteilt. Weitere Einzelheiten nennt er zunächst nicht. (Reuters)

Russland verlegt zwei große Kriegsschiffe in die Ostsee

Russland hat seine Marinepräsenz in der Ostsee mit zwei Schiffen der Nordflotte verstärkt. Wie das ukrainische Militärportal „Militarnyi“ berichtet, passierte am 12. August die Fregatte „Admiral Flota Kasatonow“ des Projekts 22350 die dänischen Meerengen auf dem Weg in die Ostsee. Sie gehört zu den modernsten Schiffen der russischen Marine und kann Kalibr-Marschflugkörper sowie Zirkon-Hyperschallraketen einsetzen. Bereits Ende Juli war das große U-Boot-Abwehrschiff „Admiral Lewtschenko“ der Nordflotte auf demselben Weg in die Ostsee eingelaufen; am 1. August wurde es in der Ostsee vor der deutschen Küste gesichtet.

Moskau hat offiziell nicht mitgeteilt, zu welchem Zweck die Schiffe in die Region verlegt wurden. Die Verlegung erfolgt inmitten der Auseinandersetzung zwischen Russland und europäischen Staaten um die russische Schattenflotte, mit deren Hilfe Moskau die Ölsanktionen umgeht. Im Jahr 2026 haben europäische Staaten die Kontrollen und Festsetzungen solcher Schiffe deutlich verstärkt: Bis Ende Juni waren in Europa neun Tanker festgesetzt worden, die mit dem russischen Ölhandel in Verbindung stehen. Zudem weitete die EU die Befugnisse ihrer Mittelmeeroperation IRINI zur Kontrolle verdächtiger Schiffe aus.

Am 12. August bezeichnete Wladimir Putin mögliche Beschlagnahmungen russischer Handelsschiffe durch europäische Staaten als „Piraterie und Raub“ und drohte mit entsprechenden Gegenmaßnahmen, die nicht zwangsläufig in denselben Gewässern erfolgen müssten. Der Kommandeur der russischen Pazifikflotte, Viktor Liina, erklärte am selben Tag, die russischen Streitkräfte verfügten über die Möglichkeiten, Schiffe „unfreundlicher Staaten“ zu kontrollieren und festzusetzen.

Ein Frachtschiff verlässt den Hafen von Odessa.
Ukraine meldet russischen Angriff auf Hafen-Infrastruktur in Region Odessa
Ein Frachtschiff verlässt den Hafen von Odessa.
REUTERS/Nina Liashonok//File Photo

Russland hat ukrainischen Angaben zufolge bei einem nächtlichen Angriff die Hafen-Infrastruktur im Bezirk Ismajil in der südukrainischen Region Odessa ins Visier genommen. Dabei sind Brände entstanden, die inzwischen gelöscht wurden, wie die Behörden auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilen. Ismajil liegt nahe der rumänischen Grenze und beherbergt den größten ukrainischen Hafen an der Donau. (Reuters)

Russland soll geheime Drohnenbasen in Reichweite der Nato bauen

Russland hat nach Recherchen der britischen Zeitung "The Telegraph" mehrere geheime Drohnenbasen errichtet, von denen aus Langstreckendrohnen tief in Nato-Gebiet fliegen könnten. Die Zeitung identifizierte demnach zehn russische Standorte mit neu gebauten Startanlagen für moderne Angriffsdrohnen.

Einige dieser Basen würden bereits für Angriffe auf die Ukraine genutzt, schreibt der "Telegraph". Ihre Nähe zur ukrainischen Grenze erleichtere massive Luftangriffe, mit denen Russland versucht, die ukrainische Luftverteidigung zu überlasten.

Nach Einschätzung von Analysten stellen die Anlagen auch eine längerfristige Bedrohung für Nato-Staaten dar. Einige der Standorte könnten es Russland ermöglichen, seine stärksten Drohnen in Reichweite von Warschau zu bringen.

Europäische und US-Geheimdienstvertreter gehen laut Telegraph davon aus, dass Russland mögliche Provokationen auf polnischem Gebiet prüft. Dabei gehe es unter anderem um Raketen- oder Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur sowie um Angriffe unter falscher Flagge, für die anschließend die Ukraine verantwortlich gemacht werden könnte.

Russland meldet Tote bei ukrainischem Raketenangriff in Belgorod

Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod sind örtlichen Angaben zufolge sechs Menschen getötet worden. Vier weitere Personen wurden verletzt, wie der kommissarische Gouverneur Alexander Schuwajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt. Unter den Verletzten befinde sich auch ein 14-jähriges Kind. (Reuters)

EU will Russland-Sanktionen deutlich ausweiten

Die EU will die Sanktionen gegen Russland nach den Worten der Außenbeauftragten Kaja Kallas in den kommenden Monaten deutlich ausweiten. „Im Herbst werde ich die weitreichendste Sanktionsliste seit Beginn des Krieges vorlegen. Sollte sie beschlossen werden, wird sich die Zahl der sanktionierten russischen Personen, Unternehmen und Organisationen sofort um ein Drittel erhöhen“, sagte Kallas der Zeitung „Welt“ vom Montag.

Die Sanktionen richten sich nach Angaben der EU-Kommission derzeit gegen fast 3000 Menschen und Einrichtungen. „Der Druck muss verstärkt werden, bis Russland den Krieg beendet“, fuhr Kallas fort. Die bisherigen 21 Sanktionspakete seit Kriegsbeginn im Februar 2022 bezeichnete Kallas als Erfolg. „Für die EU-Sanktionen hat Russland bis heute teuer bezahlt, sie haben Russlands Kriegsmaschine schon über eine Billion Euro gekostet“, sagte sie.

Zugleich warf Kallas Moskau „systematischen Terror“ vor. „Moskaus Armee gewinnt nicht auf dem Schlachtfeld und richtet die Raketen daher zunehmend gegen ukrainische Zivilisten und Infrastruktur. Das ist systematischer Terror“, sagte Kallas. „Russland will die ukrainischen Städte unbewohnbar machen.“ (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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