Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 12. April, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1854
letzte Woche, 1823 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1854
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1140
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
562
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russland: 17 bis 18 Prozent von Donezk noch nicht unter Kontrolle

Russland hat nach eigenen Angaben die ostukrainische Region Donezk bereits zu rund vier Fünftel unter seine Kontrolle gebracht. Noch 17 bis 18 Prozent des Territoriums müssten von den russischen Streitkräften erobert werden, sagt der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

Die russischen Truppen würden ihren Kampf gegen die Ukraine nach dem Ende der Feuerpause über das orthodoxe Osterfest fortsetzen, fügt Peskow hinzu. (Reuters)

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, und Olena Selenska, Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, nehmen an der feierlichen Veranstaltung
Selenskyj würdigt zu Ostern Standhaftigkeit der Ukrainer
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, und Olena Selenska, Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, nehmen an der feierlichen Veranstaltung
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, und Olena Selenska, Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, nehmen an der feierlichen Veranstaltung "Gebet für die Ukraine" teil.  Credit: Präsidialamt der Ukraine/ZUMA Wire/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner Osterbotschaft den Mut und die Standhaftigkeit seiner Landsleute im inzwischen fünften Jahr des russischen Angriffskrieges gewürdigt. Das Land habe gerade den schwersten Winter seiner Geschichte überstanden, sagte Selenskyj mit Blick auf die heftigen russischen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen.

Die Ukraine verteidige sich unerschütterlich. „Damit auf das fünfte Osterfest in Kriegszeiten das erste friedliche Osterfest folgt. In unserem ganzen Land, für alle unsere Menschen“, sagte Selenskyj, der mit seiner Frau Olena in der Sophienkathedrale in Kiew auftrat. Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen Ostern. (dpa)

Indonesiens Präsident will mit Putin über Öllieferungen sprechen

Der indonesische Präsident Prabowo Subianto will am Sonntag nach Russland aufbrechen, um mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin über die Lieferung von Öl an Indonesien zu sprechen. Subianto werde am Sonntagabend abreisen, erklärte das Präsidialamt in der Hauptstadt Jakarta am Sonntag.

„Er wird Präsident Putin treffen und über geopolitische Fragen und sicher auch über die Energiesituation sprechen“, hatte Außenminister Sugiono am Samstag über die bevorstehende Reise gesagt. Öl sei von „strategischer Bedeutung für die indonesische Nation“. (AFP)

Abgestürzte Drohne und nicht explodierter Sprengkopf in Finnland gefunden

In Finnland sind eine abgestürzte Drohne und ein nicht explodierter Sprengkopf entdeckt worden. Der Fund sei im Süden des Landes gemacht worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Der Sprengkopf solle mit Hilfe der Armee entschärft werden. Die Drohne wurde den Angaben zufolge in unbewohntem Gebiet entdeckt, es wurde niemand verletzt.

Zur Herkunft der Drohne und zum mutmaßlichen Absturzdatum wurden keine Angaben gemacht. Allerdings erklärte die Polizei: „Nach aktuellem Kenntnisstand ähnelt das in einem Wald bei Iitti gefundene unbemannte Fluggerät jenen, die Ende März in Südostfinnland entdeckt wurden.“ (AFP)

Wladimir Putin (links) bei orthodoxen Osterfeierlichkeiten in einer Kathedrale in Moskau.
Putin lobt Kirche für Unterstützung im Krieg
Wladimir Putin (links) bei orthodoxen Osterfeierlichkeiten in einer Kathedrale in Moskau.
Wladimir Putin (links) bei orthodoxen Osterfeierlichkeiten in einer Kathedrale in Moskau. Credit: Sputnik/Mikhail Metzel/Pool via REUTERS

Der russische Präsident Wladimir Putin dankt dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, für dessen Unterstützung der Kämpfer in der Ukraine. „Ich möchte besonders die wirksame Hilfe hervorheben, die Sie unseren Helden - den Teilnehmern und Veteranen der militärischen Spezialoperation - zukommen lassen“, schreibt Putin russischen Nachrichtenagenturen zufolge in einem Gruß zum orthodoxen Osterfest. Darin bezeichnet er das Fest zudem als „Triumph der Liebe, des Guten und der Gerechtigkeit“.

Putin besuchte demnach nach Mitternacht den orthodoxen Ostergottesdienst in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale. (Reuters)

Ukrainerinnen bei den Feierlichkeiten zum orthodoxen Osterfest.
Kiew meldet Hunderte russische Verstöße gegen Oster-Feuerpause
Ukrainerinnen bei den Feierlichkeiten zum orthodoxen Osterfest.
Ukrainerinnen bei den Feierlichkeiten zum orthodoxen Osterfest. Credit: REUTERS/Alina Smutko/File Photo

Bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten einer Feuerpause zum orthodoxen Osterfest hat Russland nach ukrainischen Angaben hunderte Male dagegen verstoßen. „Seit 16.00 Uhr wurden 469 Verstöße gegen die Waffenruhe registriert“, erklärte am Samstagabend der Generalstab der ukrainischen Armee. Es habe unter anderem 22 direkte Angriffe sowie 153 Bombenangriffe gegeben. Zudem seien fast 300 Drohnenangriffe gezählt worden.

Die zwischen beiden Seiten vereinbarte Feuerpause über das orthodoxe Osterfest war am Samstag um 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) in Kraft getreten. Sie soll eigentlich bis Sonntagabend gelten. Kurz vor Beginn der Feuerpause hatten Russland und die Ukraine erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei.

Im vergangenen Jahr hatte Russland ebenfalls eine Feuerpause über Ostern verkündet. Beide Seiten beschuldigten sich anschließend, diese nicht eingehalten zu haben. (AFP)

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Selenskyj warnt vor Verstößen bei Osterwaffenruhe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Credit: Danylo Antoniuk/AP/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vor möglichen Verstößen gegen die geplante Waffenruhe gewarnt. Er und Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hätten die Bedingungen festgelegt für ukrainische Reaktionen auf eine etwaige Verletzung der Feuerpause, teilte Selenskyj bei Telegram mit. „Solange es keine russischen Angriffe in der Luft, zu Lande oder auf See gibt, wird es auch keine Reaktionen unsererseits geben“, sagte er. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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