Die EU hat einen Aufruf an Unternehmen gestartet, sich an der Gründung einer Drohnenallianz mit der Ukraine zu beteiligen. Das neue Format solle „als industriegeführtes Ökosystem“ zu den europäischen Bemühungen beitragen, „eine umfassende Drohnen- und Anti-Drohnen-Fähigkeit aufzubauen“, erklärte die EU-Kommission am Dienstag. Demnach soll die Initiative Hersteller, Start-ups und Endnutzer aus dem EU-Binnenmarkt und der Ukraine zusammenbringen, um in Zusammenarbeit mit dem Mitgliedstaaten zur „Bereitstellung konkreter Fähigkeiten“ beizutragen.
Die EU-Länder streben angesichts der Bedrohung aus Russland und der unberechenbaren Politik der US-Regierung die Stärkung ihrer eigenen Verteidigungsfähigkeit an. Dabei spielt die Drohnenabwehr eine besondere Rolle.
Im vergangenen Jahr waren russische Drohnen in die Lufträume mehrerer EU-Mitglieder an der Nato-Ostflanke eingedrungen. Zudem kam es unter anderem in Dänemark, Deutschland und Belgien vermehrt zu Drohnensichtungen über kritischer ziviler und militärischer Infrastruktur. Der Einsatz herkömmlicher Luftabwehr gegen Drohnen ist kostspielig und ineffizient. Die Ukraine hat in mehr als vier Jahren Krieg gegen Russland viel Erfahrung in der Drohnenabwehr gesammelt und gilt inzwischen als Experte in diesem Gebiet.
Mit der EU-Ukraine-Drohnenallianz will die Kommission nach eigenen Angaben den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und der Industrie erleichtern, die Zusammenarbeit mit der Ukraine intensivieren und somit die Entwicklung fortgeschrittener Drohnen- und Anti-Drohnen-Technologien unterstützen.
Interessenten können sich bis zum 25. Mai online anmelden, wie die Kommission mitteilte. Im Anschluss sollen die Gründungsmitglieder der Drohnenallianz ausgewählt werden. (AFP)
