Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 30. März, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1736
letzte Woche, 1769 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1736
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 20.3., letzte Aktualisierung: 25.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1050
200
79
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
594
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 20.3., letzte Aktualisierung: 25.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russischer Drohnenangriff tötet einen Menschen und verletzt drei weitere in Poltawa

Bei einem russischen Drohnenangriff ist im zentralukrainischen Gebiet Poltawa nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Zudem wurden drei Menschen verletzt, wie Militärgouverneur Witalij Djakiwnytsch auf Telegram schrieb. Zwei von ihnen, darunter ein elfjähriger Junge, seien ins Krankenhaus eingeliefert worden. Demnach waren Drohnentrümmer abgestürzt. Ein Mehrfamilienhaus sei beschädigt worden. (Reuters)

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine.
Selenskyj: „Historische Vereinbarungen“ mit Golfstaaten

Mehrere Golfstaaten wollen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit der Ukraine zusammenarbeiten. Es gebe bereits „historische Vereinbarungen“ mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, sagte Selenskyj nach einer Reise in den Nahen Osten und die Golfregion in seiner abendlichen Videobotschaft. Außerdem arbeite die Ukraine mit Jordanien und Kuwait zusammen. Es gebe weitere Anfragen aus Bahrain und Oman.

Die Ukraine exportiere ihr Verteidigungssystem, die Fähigkeiten ihrer Soldaten und ihr Wissen, sagte Selenskyj weiter. Von diesen Staaten erwarte sie eine entsprechende Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit. Es gebe bereits Vereinbarungen über Möglichkeiten zur Stärkung der Flugabwehr, über eine gemeinsame Entwicklung von Rüstungsproduktion und über Zusammenarbeit im Energiebereich. (dpa)

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. Credit: Sven Hoppe/dpa
Haftstrafe für Tanker-Kapitän von russischer Schattenflotte

Ein französisches Gericht hat den Kapitän des vorübergehend festgesetzten Öltankers „Boracay“, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird, in Abwesenheit zu einem Jahr Haft verurteilt. Außerdem verurteilte das Gericht im westfranzösischen Nantes den chinesischen Kapitän zu einer Geldstrafe von 150.000 Euro, wie die Zeitung „Ouest France“ berichtete. Dem Kapitän war vorgeworfen worden, französische Anweisungen nicht befolgt zu haben, als französische Seestreitkräfte den Tanker Ende September vor der bretonischen Küste aufbrachten.

Der Kapitän erschien nicht selbst vor Gericht, sondern ließ sich von einem Anwalt vertreten. Der erklärte, das französische Gericht sei nicht zuständig, da die Marine den Tanker in internationalen Gewässern aufgebracht habe. Dieser Auffassung folgte das Gericht aber nicht.

Der Tanker wird laut Staatsanwaltschaft der russischen Schattenflotte zugerechnet. Damit sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Im Januar und Ende März brachte Frankreich erneut Ölfrachter auf, die verdächtigt wurden, zur Schattenflotte zu gehören. (dpa)

Wadephul: Durch Iran-Krieg darf Ukraine-Krieg nicht vergessen werden

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat der Ukraine anhaltende Unterstützung aller EU-Partner versichert. „Wir weichen keinen Schritt zurück. Wir stehen voll und ganz an der Seite der Ukraine“, sagt Wadephul nach einem Treffen mit seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski in Kreisau. „Hier ist besonders offensichtlich, dass die entschiedene Unterstützung der Ukraine in ihrem Freiheitskampf nicht nur eine sicherheitspolitische Konsequenz ist. Sie ist gleichzeitig die zwingende Konsequenz aus unserer Geschichte“, fügt er hinzu.

Die Ukraine habe angesichts der massiven russischen Angriffe den schwierigsten Winter seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 hinter sich. „Hinzu kommt die Gefahr, dass die Eskalation im Nahen Osten den Fokus der internationalen Unterstützung von der Ukraine ablenkt und die Entwicklung auf den Energiemärkten Russlands in die Hände spielt.“ Deshalb müsse die Antwort der Europäer sehr klar sein. (Reuters)

Selenskyj: Ukraine zu Waffenruhe über Ostern bereit

Die Ukraine ist nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einer Waffenruhe über die Ostertage bereit. Dies könne eine vollständige Waffenruhe sein oder eine Feuerpause bei Angriffen auf Energieanlagen, sagte er ukrainischen Medien zufolge.

„Eine Waffenruhe für Ernährungssicherheit und Energie, also sowohl auf See als auch in der Luft. Vollständig – damit weder Raketen noch Drohnen fliegen. Keine Angriffe auf die Infrastruktur“, sagte er im Gespräch mit Journalisten. Die Ukraine habe dies vorgeschlagen, Russland solle einen Termin nennen. Noch besser wäre natürlich eine dauerhafte Waffenruhe.

Orthodoxes Ostern am 12. AprilSelenskyj sagte nicht, welche Ostertage er meint. Die orthodoxen Kirchen in der Ukraine wie in Russland feiern das Osterfest in diesem Jahr am 12. April - eine Woche nach den westlichen Kirchen.

In dem seit mehr als vier Jahren dauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine hat es mehrere Versuche gegeben, über Feiertage ein Schweigen der Waffen zu vereinbaren. Meist hatte dies wenig Einfluss auf die Kämpfe. Zuletzt verkündete Russlands Präsident Wladimir Putin 2025 Feuerpausen über Ostern und die Weltkriegsgedenktage im Mai, lehnte aber eine Weihnachts-Waffenruhe ab. (dpa)

Drohnenvorfall: Selenskyj spricht mit Finnlands Staatschef

Nach dem Absturz ukrainischer Drohnen in Finnland hat Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Telefonat mit seinem finnischen Kollegen Alexander Stubb geführt. „Natürlich haben wir den Drohnenvorfall erwähnt, der sich kürzlich auf dem Territorium Finnlands ereignet hat. Alex und ich sehen die Situation auf gleiche Weise“, schrieb Selenskyj auf sozialen Netzwerken. Kiew werde alle notwendigen Informationen bereitstellen. (dpa)


Selenskyj schlägt Moskau Stopp der gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau angesichts des durch den Iran-Krieg ausgelösten Anstiegs der weltweiten Ölpreise einen Stopp der gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen vorgeschlagen.

Der ukrainische Staatschef sagte am Montag vor Journalisten., er habe kürzlich „Signale“ von einigen Partnerländern erhalten, „dass wir unsere Angriffe gegen den russischen Ölsektor reduzieren“ sollen.

Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen ihre Luftangriffe auf russische Ölanlagen verstärkt. Russland attackiert im Zuge seines seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieges gegen das Nachbarland immer wieder die ukrainische Energie-Infrastruktur. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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