Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 26. März, 14:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1736
letzte Woche, 1769 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1736
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 20.3., letzte Aktualisierung: 25.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1050
200
79
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
594
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 20.3., letzte Aktualisierung: 25.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Rutte sieht Ukraine weiterhin gut mit wichtigen Rüstungsgütern versorgt

Die Ukraine erhält nach Einschätzung der Nato trotz des Iran-Kriegs weiter wichtige Rüstungsgüter von ihren Unterstützern. „Die gute Nachricht ist, dass notwendige Ausrüstung weiterhin in die Ukraine geliefert wird“, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Donnerstag in Brüssel. Gleichzeitig forderte er die Rüstungsunternehmen der Nato-Länder auf, ihre Produktion zu erhöhen.

Angesichts des Iran-Kriegs fürchten die Ukraine und einige ihrer Unterstützer, dass die Waffenlieferungen an Kiew zurückgefahren werden könnten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj etwa hatte sich für den Fall eines lang andauernden Iran-Kriegs besorgt über einen möglichen Mangel an Munition für die Luftabwehrsysteme seines Landes geäußert. Diese werden der Ukraine unter anderem durch den sogenannten Purl-Mechanismus bereitgestellt. Bei diesem Programm können Länder Waffen und Munition von den USA kaufen, die dann in die Ukraine geliefert werden.

Die Rüstungsunternehmen der Nato-Länder müssten „mehr produzieren“, forderte Rutte, etwa mit zusätzlichen Produktionslinien, Mehrarbeit oder neuen Produktionsstätten. Mit Verweis auf die steigenden Verteidigungsausgaben der Nato-Länder sagte er: „Das Geld ist da.“

Kriegsverweigerer in Odessa nach Schusswechsel mit Polizei erschossen

In Odesa ist ein mutmaßlicher Kriegsverweigerer bei einem Polizeieinsatz im Zusammenhang mit Mobilisierungsmaßnahmen erschossen worden. Wie die Gebietsverwaltung der Nationalpolizei in Odessa offiziell erklärte, habe der Mann bei einer Dokumentenkontrolle das Feuer auf Beamte eröffnet und sei anschließend geflüchtet.

Bei dem späteren Zugriff habe er laut Polizei erneut eine Waffe eingesetzt und sich geweigert, zu kooperieren. Daraufhin hätten Einsatzkräfte der Spezialeinheit KORD von der Schusswaffe Gebrauch gemacht.

Nach Angaben der Behörden handelte es sich um einen 45-jährigen Einwohner von Odessa, der wegen Verstößen gegen die Wehrpflichtregelungen gesucht worden sei. Die Polizei erklärte, der Einsatz von Schusswaffen sei „erzwungen“ gewesen, da von dem Mann eine unmittelbare Gefahr für das Leben der Einsatzkräfte ausgegangen sei. (Valeriia Semeniuk)

Betreiber DTEK: Vier Energieanlagen in Odessa getroffen

In der südukrainischen Region Odessa sind nach Angaben des Energieversorgers DTEK bei russischen Angriffen vier Energieanlagen getroffen worden. Bei etlichen Anwohnern habe das zu Stromausfällen geführt, teilt DTEK über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. „Die Schäden sind erheblich, die Reparaturen werden Zeit brauchen.“ Mitarbeiter hätten die Stromversorgung für 31.500 Familien in der Region wiederhergestellt, 33.400 seien jedoch weiterhin ohne Strom. (Reuters)

Szene aus dem Film.
Russisches Gericht verbietet mit Oscar ausgezeichneten Film „Ein Nobody gegen Putin“

Der mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm „Ein Nobody gegen Putin“ ist in Russland verboten worden. Ein Gericht in der Region Tscheljabinsk verbannte den Film am Donnerstag von drei russischen Streamingplattformen, wie das unabhängige Nachrichtenportal Sotavision berichtete. Das Gericht monierte, der Film fördere „negative Einstellungen“ gegenüber der russischen Regierung und dem Krieg in der Ukraine.

„Ein Nobody gegen Putin“ basiert auf Videoaufnahmen eines russischen Lehrers, der nach Kriegsbeginn 2022 den Auftrag bekam, vorgeschriebenen Propaganda-Unterricht an seiner Schule zu dokumentieren. Nach zwei Jahren gelang es ihm, aus Russland zu fliehen und seine Videos außer Landes zu schmuggeln. Bei der Oscar-Verleihung Mitte März wurde „Ein Nobody gegen Putin“ als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. (AFP)

Szene aus dem Film.
Szene aus dem Film. Credit: Pawel Talankin/ZDF/dpa
Kreml: Russische Abgeordnete besuchen die USA zur „Wiederbelebung“ der Beziehungen

Eine Gruppe russischer Duma-Abgeordneter ist nach Angaben des Kremls in die USA gereist, um die Beziehungen zwischen Moskau und Washington zu verbessern. „Wir hoffen natürlich, dass diese ersten vorsichtigen Schritte einen Beitrag zur weiteren Wiederbelebung unserer bilateralen Beziehungen leisten werden“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag vor Journalisten. Ein Treffen mit US-Abgeordneten werde im Lauf der Woche erwartet, berichteten russische Medien.

Russlands Präsident Wladimir Putin habe die „wichtigsten Vorgaben“ der Reise festgelegt und werde nach den Treffen in den USA „ausführlich informiert“, fügte Peskow hinzu.

Teil der russischen Delegation seien der stellvertretende Parlamentspräsident Boris Tschernyschow sowie die Abgeordneten Wjatscheslaw Nikonow und Swetlana Schurowa, erklärte der Duma-Abgeordnete Leonid Slutski. (AFP)

Rumänien meldet Absturz von Drohne auf seinem Staatsgebiet

Inmitten des Ukraine-Krieges ist im EU- und Nato-Land Rumänien Behördenangaben zufolge eine Drohne abgestürzt. Eine „von der ukrainischen Luftabwehr abgefangene Drohne“ sei in der Nacht zum Donnerstag „für eine Strecke von etwa vier Kilometern in den nationalen Luftraum“ eingedrungen, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Die Drohne stürzte demnach zwei Kilometer von einem Dorf entfernt „außerhalb des bewohnten Gebiets“ ab.

Opfer oder Schäden wurden nicht gemeldet. Allerdings wurden dem Ministerium zufolge in der Nacht zwei F-16-Kampfjets in Alarmbereitschaft versetzt. (AFP)

USA erwägen angeblich Umleitung von Ukraine-Militärhilfe nach Nahost

Die US-Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, für die Ukraine bestimmte Waffen in den Nahen Osten umzuleiten. Grund dafür sei, dass der Krieg im Iran Bestände des US-Militärs an besonders wichtiger Munition verbrauche, berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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