Außenminister Johann Wadephul hat die nächtlichen russischen Luftangriffe auf die Ukraine scharf verurteilt. Der CDU-Politiker sprach von „ruchlosen Attacken“, die sich unter anderem gegen europäische Kulturgüter von unschätzbarem Wert gerichtet hätten. „Das zeigt: Eine echte Bereitschaft besteht auf russischer Seite bisher nicht, in Verhandlungen einzutreten“, ergänzte der CDU-Politiker mit Blick auf Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme von Gesprächen über einen Waffenstillstand. Deswegen werde man die Ukraine weiter unterstützen und die Sanktionspolitik gegen Russland fortsetzen. (dpa)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Russland weist die Verantwortung für den Beschuss und die Schäden an dem historischen Höhlenkloster Petscherska Lawra in Kiew zurück. Vielmehr sei eine US-Luftabwehrrakete vom Typ Patriot in dem Kloster eingeschlagen, behauptete das russische Verteidigungsministerium.
„Ein möglicher Grund für die Fehlfunktion dieses Systems könnte sein, dass westliche Länder dem Kiewer Regime Raketen geliefert haben, deren Verwendungsfrist bereits abgelaufen war“, heißt es in der Erklärung. (Reuters)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) zu einer entschlossenen Antwort auf die russischen Angriffe in Kiew und anderen Städten aufgerufen. Es brauche mehr Druck auf den Aggressor, mehr Unterstützung für die Luftverteidigung der Ukraine – vor allem zum Schutz vor Angriffen mit ballistischen Raketen, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er wird am Abend beim G7-Gipfel im französischen Évian erwartet. (dpa)
Die ukrainische Luftverteidigung hält trotz der beispiellosen Intensität russischer Luftangriffe weiterhin eine hohe Erfolgsquote aufrecht. Demnach zerstörten die ukrainischen Streitkräfte im Mai 2026 mehr als 57.000 feindliche Luftziele. Die Abfangquote von Raketen und Drohnen lag dabei bei über 88 Prozent.
Dies erklärten der Militärwissenschaftler Oleksandr Saruba vom Staatlichen Forschungsinstitut für Waffenprüfung und -zertifizierung sowie Andrij Kowaljow vom Generalstab der ukrainischen Streitkräfte. Die hohe Wirksamkeit führen die Militärs auf ein mehrschichtiges Luftverteidigungssystem, den Einsatz akustischer Sensornetzwerke, elektronische Kampfführung sowie Angriffe auf militärische Infrastruktur in Russland zurück.
Gleichzeitig warnen die Streitkräfte vor der fortlaufenden Anpassung russischer Angriffstaktiken. Neben dem massenhaften Einsatz von Drohnen zur Überlastung der Luftabwehr würden unbemannte Fluggeräte zunehmend auch zum Abwurf von Minen und Streumunition sowie als Trägerplattformen für FPV-Drohnen genutzt. Trotz der hohen Abfangquote erreichen daher weiterhin einige Luftziele ihr Ziel, während herabfallende Trümmerteile abgeschossener Raketen und Drohnen eine zusätzliche Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen. (Yulia Valova)
Russland hat bei seinem massiven Luftangriff auf die Ukraine in der Nacht zum 15. Juni seine Taktik geändert und Marschflugkörper des Typs Iskander-K eingesetzt. Das erklärte der Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftstreitkräfte, Jurij Ihnat.
Die ukrainische Luftverteidigung habe sämtliche abgefeuerten Marschflugkörper abgefangen. Deutlich schwieriger bleibe jedoch die Abwehr ballistischer Raketen.
Nach Angaben der Luftwaffe setzte Russland 34 ballistische Raketen vom Typ Iskander-M sowie mehrere Hyperschallraketen des Typs Zirkon ein. 15 Iskander sowie fünf Zirkon-Raketen konnten abgeschossen werden. (Yulia Valova)
Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Dnipro ist auch das Haus für Orgel- und Kammermusik beschädigt worden. Das mehr als 110 Jahre alte Gebäude gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt und steht unter Denkmalschutz. Darüber informierten der Leiter der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanja, und der Vorsitzende des Regionalrats, Mykola Lukaschuk.
Beschädigt wurde nicht nur das historische Gebäude, sondern auch eine einzigartige Konzertorgel, die 1985 von der deutschen Firma Sauer gebaut wurde. Das Instrument verfügt über mehr als 2000 Pfeifen und zahlreiche Register und zählt zu den bedeutendsten Orgeln der Ukraine.
Aufgrund der Schäden kann das Haus für Orgel- und Kammermusik seinen regulären Konzertbetrieb vorerst nicht fortsetzen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen und der notwendige Restaurierungsaufwand werden derzeit ermittelt. (Yulia Valova)
486 ukrainische Frauen sollen sich derzeit in russischer Gefangenschaft befinden. Dabei handele es sich sowohl um Soldatinnen als auch um Zivilistinnen, teilte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez in einem Fernsehinterview mit.
Ein Teil der ukrainischen Gefangenen werde seit 2014 festgehalten, während Russland über ihren Aufenthaltsort und Gesundheitszustand häufig keine Informationen bereitstelle. (Yulia Valova)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: