Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 18. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1978
letzte Woche, 1982 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1978
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 7.8., letzte Aktualisierung: 18.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1292
200
132
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
533
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 7.8., letzte Aktualisierung: 18.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt. (dpa)

Der Öltanker ist vor der Küste Omans auf Grund gelaufen.
Bergung von Tanker der russischen Schattenflotte erschwert
Der Öltanker ist vor der Küste Omans auf Grund gelaufen.
OMAN TV / AFP

Die Bergung eines vor der Küste Omans havarierten Öltankers der russischen Schattenflotte wird durch schlechtes Wetter und schwierige Bedingungen vor Ort behindert. Der in der Region herrschende Monsun, die geringe Wassertiefe und Felsen an der Unglücksstelle stellten Bergungsschiffe vor „operative und navigatorische Risiken“, sagte Mohammed bin Abdullah al-Rawahi vom omanischen Verkehrsministerium am Montag der staatlichen Nachrichtenagentur des Landes.

Die Arbeiten würden zudem dadurch erschwert, dass ein großer Teil des Schiffes mit Wasser vollgelaufen sei. Der Tanker war offenbar nach einem ungeklärten Angriff am 30. Juni auf Grund gelaufen. Aus der „Caroline Bezengi“ tritt Rohöl in einem geschützten Meeresgebiet aus.

Der Ölteppich hatte am Mittwoch die Küste Omans erreicht. Die Regierung bezifferte die Größe Anfang vergangener Woche auf 400 Quadratkilometer, während andere Schätzungen sogar von bis zu 2000 Quadratkilometern ausgehen. Oman koordiniert die Bergungsarbeiten mit dem Risikomanagement-Unternehmen Ambrey.

Der Tanker hatte etwa 800.000 Barrel Öl geladen. Die „Caroline Bezengi“ wurde Schiffsverfolgungsdaten zufolge im April im Schwarzmeerhafen Noworossijsk beladen und passierte Ende Mai den Suezkanal. Das Schiff war in der Nähe eines omanischen Meeresnaturschutzgebietes gestrandet, in dem unter anderem Buckelwale und Kormorane beheimatet sind. (Reuters)

Uni Bremen sieht Einschüchterungsversuch aus Moskau

Als einen weiteren Versuch der Einschüchterung von Wissenschaftlern sieht die Universität Bremen die russische Einstufung der Forschungsstelle Osteuropa (FSO) als unerwünschte Organisation. Das bedeute, dass sie beziehungsweise ihre Mitglieder keinerlei Forschungsaktivitäten in Russland mehr entfalten dürften und russischen Einrichtungen jede Kooperation untersagt sei, schrieb die Uni in einer Stellungnahme.

Die FSO in Bremen sei aber auch eine Zweigstelle und mithin Teil der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (Berlin), welche 2024 von Russland sogar zur „extremistischen Organisation“ erklärt wurde, mit noch deutlich weitreichenderen Strafmaßen, hieß es weiter. „Insofern kann man die nunmehr "doppelte Sanktionierung" der FSO als einen nochmaligen Ausdruck der Wissenschaftsfeindlichkeit Russlands und als weiteren Versuch der Einschüchterung von Wissenschaftlern betrachten“, erklärte Rektorin Jutta Günther.

Das russische Justizministerium hatte seine Liste mit ausländischen und internationalen Einrichtungen erweitert, deren Arbeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation untersagt ist. Besondere Gründe wurden nicht genannt, gelistet werden aber Organisationen, die nach Auffassung der Moskauer Behörden gegen die Interessen des russischen Staates arbeiten. In der Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter das viele Jahre in Moskau tätige Deutsche Historische Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst sowie zahlreiche politische Stiftungen. (dpa)

An einer Tankstelle in Simferopol auf der Krim stehen Autos Schlange.
Erneuter Benzinmangel in Russland – Limits an Tankstellen
An einer Tankstelle in Simferopol auf der Krim stehen Autos Schlange.
Uncredited/AP/dpa

In einigen russischen Regionen ist es offiziellen Angaben und Medienberichten zufolge im August erneut zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung gekommen. Daraufhin verschärften die Behörden in mindestens zehn Gebieten wieder die Kontrollen für den Verkauf an Tankstellen, wie unter anderem Regionalmedien melden. Benzin war am Montag an einigen Tankstellen im Raum Moskau nicht erhältlich, während Diesel fast überall verfügbar war, berichten Augenzeugen.

Die Versorgungskrise hatte im Mai begonnen und sich bis Juli auf fast alle Teile des Landes ausgeweitet. Auslöser waren der Ausfall mehrerer Raffinerien nach Drohnenangriffen sowie ein saisonal bedingter Anstieg der Nachfrage. Um den heimischen Markt zu stützen, verhängte die Regierung ein Exportverbot für Benzin und Diesel, senkte die Qualitätsanforderungen und begann mit dem Import von Erdölprodukten.

Ende Juli hatte sich die Lage zunächst stabilisiert, woraufhin einige Regionen ihre Beschränkungen aufhoben oder lockerten. Eine neue Welle von Drohnenangriffen auf Ölraffinerien Ende Juli und Anfang August führte zu neuen Engpässen und Verkaufsauflagen. (Reuters)

Bundesregierung reagiert auf Lawrow-Drohung

Die Bundesregierung hat Drohungen aus Russland gegen Unterstützer der Ukraine zurückgewiesen. „Die Drohungen und Äußerungen gegenüber EU- oder Nato-Partnern sind nichts Neues“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. „Die nehmen wir zur Kenntnis, von denen lassen wir uns nicht einschüchtern – und wir lassen uns auch in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht einschüchtern.“

Die Sprecherin bezog sich auf eine Äußerung des russischen Außenministers Sergej Lawrow vom Freitag. Dieser hatte gesagt: „Wir werden unsere Methoden stark verschärfen, um all das zu zerstören, was Kyjiws Kriegsmaschine aus dem Westen speist. Und wir tun dies bereits.“

Lawrows Äußerungen ließen auch im Zusammenhang mit dem jüngsten Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle aufhorchen. Dort war im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine. Der Verdacht richtet sich gegen Russland. (AFP)

Über Lettland abgeschossene Drohne flog aus Belarus ein

Die von Nato-Kampfjets über Lettland abgeschossene Drohne ist nach Regierungsangaben aus dem benachbarten Belarus in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingeflogen. Die Herkunft des unbemannten Flugobjekts sei gegenwärtig aber weiterhin noch unklar, sagte Verteidigungsminister Raivis Melnis im lettischen Fernsehen.

Italienische Eurofighter hatten die Drohne am Freitag im Nordosten Lettlands in der Region Balvi rund 20 Kilometer von der gleichnamigen Stadt entfernt vom Himmel geholt. Das lettische Militär hatte den Absturzort durchkämmt und gefährliche Trümmerteile kontrolliert gesprengt. Andere Teile der Drohne werden noch von Experten untersucht, sagte Melnis.

Zur Herkunft des Flugkörpers gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Nach Militärangaben handelt es sich um eine ausländische Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag der Schluss nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.

Lettland grenzt im Osten an Russland. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in dem Baltenstaat gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren mehrfach fehlgeleitete unbemannte Flugkörper, mit denen Kyjiw Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte, in den lettischen Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Bereits Anfang Juni hatten Nato-Kampfjets über Lettland eine fehlgeleitete Drohne abgeschossen. (dpa)

Russland greift Naftogaz binnen einer Woche 13-mal an

Russland hat innerhalb der vergangenen Woche 13 Angriffe auf Anlagen der Naftogaz-Gruppe in verschiedenen Regionen der Ukraine verübt. Wie der staatliche Energiekonzern Naftogaz mitteilte, setzte Russland dabei Raketen und Drohnen ein. Eine der Produktionsanlagen wurde innerhalb einer Woche mehrfach angegriffen.

Nach Angaben des Unternehmens konzentrieren sich die russischen Angriffe insbesondere auf die Gasförderinfrastruktur. Produktionsanlagen und technische Ausrüstung wurden schwer beschädigt, einige Standorte mussten den Betrieb einstellen. Dadurch gingen Teile der Gasproduktion verloren. Seit Anfang 2026 wurden Anlagen der Naftogaz-Gruppe nach Unternehmensangaben bereits 293-mal angegriffen.

Auch Anlagen des privaten Gasproduzenten DTEK Naftogaz gerieten zuletzt unter russischen Beschuss. Am 11. August griff Russland die Energieinfrastruktur des Unternehmens in der Region Poltawa an. Infolge des Angriffs musste der Betrieb einer Gasförderanlage eingestellt werden. DTEK teilte mit, dass die zuständigen Einsatzkräfte vor Ort mit der Beseitigung der Folgen des Angriffs beschäftigt waren.

Damit richteten sich die russischen Angriffe in den vergangenen Tagen sowohl gegen die Gasförderinfrastruktur der staatlichen Naftogaz-Gruppe als auch gegen DTEK Naftogaz. Naftogaz berichtet infolge der jüngsten Angriffswelle von schweren Schäden an Anlagen und Ausrüstung, Betriebsausfällen und einem Rückgang der Gasförderung.

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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