Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 07. April, 09:05 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1816
letzte Woche, 1739 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1816
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1113
200
125
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
564
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

„Unverhoffter Geldsegen“: Steigende Rohstoffpreise füllen Moskaus Kriegskasse

Russland profitiert nach Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer von den gestiegenen Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt und nutzt dabei alternative Exportrouten.

Das könnte dem Land einen „unverhofften Geldsegen in historischem Ausmaß“ bescheren. Die Kammer spricht von monatlich mehr als zehn Milliarden Euro zusätzlicher Einnahmen aus dem Export von Öl, Gas und Dünger. Bei einem Ölpreis von 100 Dollar je Barrel könnte Russland demnach pro Jahr rund 72 Milliarden Dollar mehr einnehmen als im Haushalt veranschlagt.

Die Kammer verweist darauf, dass der russische Staatshaushalt stark von Öl- und Gaseinnahmen abhängt und Moskau mit den Exporterlösen auch seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert.

Zugleich warnt sie vor den Folgen für Deutschland: Steigende Energie- und Düngerkosten könnten Industrie und Landwirtschaft zusätzlich belasten. (dpa)

Drei Tote bei russischem Angriff auf Stadtbus in Region Dnipro

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Stadtbus in Nikopol im Osten der Region Dnipropetrowsk sind nach ukrainischen Angaben drei Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Personen seien verletzt worden, teilen ukrainische Behörden mit.

„Das ist ein verheerender Schlag für den öffentlichen Nahverkehr. Es geschah zur Hauptverkehrszeit, gerade als die Menschen auf dem Weg zur Arbeit waren“, erklärt Innenminister Ihor Klymenko auf Telegram. (Reuters)

Ein Mitarbeiter arbeitet in einer Produktionsstätte des ukrainischen Unternehmens Fire Point an einer FP-1-Langstreckendrohne. 
Ukraine setzt im März erstmals mehr Drohnen als Russland ein

Die Ukraine hat Russland im März 2026 erstmals seit Beginn des Vollinvasion bei der Zahl der eingesetzten Drohnen übertroffen. Das berichtet der US-Sender ABC News unter Berufung auf offizielle Angaben beider Seiten.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums habe die Luftabwehr im März 7347 ukrainische Drohnen abgefangen – so viele wie noch nie. Daraus ergibt sich ein Durchschnitt von rund 237 Drohnen pro Tag. Angaben zu nicht abgefangenen Fluggeräten machte Moskau nicht.

Die Ukraine erklärte hingegen, Russland habe im selben Zeitraum 6462 Drohnen sowie 138 Raketen eingesetzt. Davon seien 5833 Drohnen und 102 Raketen abgefangen worden. Im Schnitt sei die Ukraine täglich von etwa 208 Drohnen angegriffen worden.

Nach Einschätzung von ABC News deuten die Zahlen darauf hin, dass sich das Kräfteverhältnis im Drohnenkrieg zunehmend zugunsten Kyjiws verschiebe. Der Sender weist jedoch darauf hin, dass sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen lassen und beide Seiten die Wirksamkeit ihrer Luftabwehr möglicherweise übertreiben. (Valeriia Semeniuk)

Ein Mitarbeiter arbeitet in einer Produktionsstätte des ukrainischen Unternehmens Fire Point an einer FP-1-Langstreckendrohne. 
Ein Mitarbeiter arbeitet in einer Produktionsstätte des ukrainischen Unternehmens Fire Point an einer FP-1-Langstreckendrohne.  Credit: (Reuters)
Russland soll Iran Zieldaten für Angriffe auf Israels Energieinfrastruktur geliefert haben

Russland hat dem Iran laut Medienberichten Koordinaten von Dutzenden Energieanlagen in Israel übermittelt. Wie die israelische Zeitung "The Jerusalem Post" unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des ukrainischen Geheimdienstes berichtet, handele es sich um eine Liste mit 55 kritischen Objekten.

Demnach soll die russische Seite detaillierte Informationen bereitgestellt haben, die es Teheran ermöglichen könnten, gezielte Raketenangriffe auf die israelische Energieinfrastruktur durchzuführen.

Ukrainische Vertreter sehen in der mutmaßlichen Weitergabe der Daten zwei Ziele: Russland wolle einerseits seinen Verbündeten Iran stärken und andererseits eine Eskalation im Nahen Osten provozieren, um internationale Aufmerksamkeit von dem Krieg in der Ukraine abzulenken. (Valeriia Semeniuk)

Drei Tote bei Drohnenangriff auf russische Region Wladimir

Bei einem Drohnenangriff auf die russische Region Wladimir sind nach offiziellen Angaben drei Menschen getötet worden. „Feindliche Drohnen“ hätten Einrichtungen der „zivilen Infrastruktur“ angegriffen, erklärte der Gouverneur der nordöstlich von Moskau gelegenen Region, Alexander Awdejew, am Dienstag im Onlinedienst Telegram.

Getötet worden seien zwei Erwachsene und deren siebenjähriger Sohn. Die Tochter der beiden getöteten Erwachsenen werde in einem Krankenhaus behandelt. (AFP)

Ein Satellitenbild zeigt Rauch, der aus dem russischen Ostseehafen Ust-Luga aufsteigt
Russland droht baltischen Staaten wegen Ukraine-Angriffen

Russland wirft Estland, Lettland und Litauen vor, ukrainische Angriffe auf russische Ziele an der Ostsee zu begünstigen. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sagte laut russischen Staatsmedien, die drei Staaten seien „entsprechend gewarnt“ worden, wie der „Kyiv Independent“ berichtet.

Moskau behauptet, die Ukraine nutze den Luftraum der baltischen Staaten für Drohnenangriffe auf russische Häfen – die betroffenen Länder weisen den Vorwurf zurück.

Hintergrund der Drohungen ist eine Serie ukrainischer Angriffe auf russische Energieinfrastruktur im Ostseeraum, insbesondere im Gebiet Leningrad. In der Nacht zum 7. April wurden nach Berichten erneut Explosionen nahe dem Hafen Ust-Luga gemeldet, einem zentralen Umschlagplatz für russische Ölexporte. Russische Behörden erklärten, 22 Drohnen seien abgefangen worden. (fem)

Ein Satellitenbild zeigt Rauch, der aus dem russischen Ostseehafen Ust-Luga aufsteigt
Ein Satellitenbild zeigt Rauch, der aus dem russischen Ostseehafen Ust-Luga aufsteigt Credit: Reuters
Ukraine greift wichtiges Erdölterminal im Süden Russlands am Schwarzen Meer an

Die Ukraine hat ein wichtiges Erdölterminal im Süden Russlands am Schwarzen Meer mit Drohnen attackiert. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Montag, die Drohnen hätten das Terminal des internationalen Caspian Pipeline Consortium (CPC) im Hafen der Stadt Noworossijsk angegriffen. Dabei seien die Pipeline an einer Anlegestelle sowie ein Terminal beschädigt worden. Vier Tanks für Erdölprodukte seien in Flammen aufgegangen.

Durch die CPC-Pipeline fließt rund ein Prozent der weltweiten Erdöllieferungen, über sie laufen 80 Prozent der kasachischen Exporte. Zu den Anteilseignern gehören die US-Erdölriesen Chevron und ExxonMobil.

Die Ukraine hat das CPC-Terminal wiederholt ins Visier genommen. Das soll angesichts der Beteiligung von US-Konzernen an der Pipeline für Verärgerung im US-Außenministerium gesorgt haben. In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Ukraine-Krieg greift Kiew immer wieder russische Energie-Infrastruktur an, um Moskaus Finanzierungsquellen auszutrocknen. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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