In der russischen Region Stawropol ist ein deutscher Staatsbürger festgenommen worden. Ihm werde die Planung eines „Terroranschlags“ auf eine Einrichtung der Sicherheitsbehörden vorgeworfen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Der ukrainische Militärgeheimdienst GUR hat nach eigenen Angaben mit einem Angriff zwei große russische Landungsschiffe vor der von Russland besetzten Halbinsel Krim getroffen.
Die Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte hätten sich während des nächtlichen Angriffs in der Bucht von Sewastopol befunden, teilt GUR mit. (Reuters)
Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf den Schwarzmeerhafen Tuapse in der Region Krasnodar ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Eine weitere Person wurde verletzt, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew auf Telegram mit. Im Hafen brach ein Feuer aus, herabgestürzte Drohnenteile beschädigten Gebäude in der Stadt, darunter eine Schule und einen Kindergarten. Das Portal "Kyiv Independent" berichtete unter Berufung auf Anwohner von Explosionen, zwei brennenden Tanks der Raffinerie und hohen Flammen im Hafengebiet.
Der Hafen war bereits in der vergangenen Woche Ziel eines Angriffs. Die Ukraine greift im Rahmen ihrer Verteidigungsstrategie verstärkt russische Energieinfrastruktur an, die für die Finanzierung des Kriegs zentral ist. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen dabei weiterhin in keinem Verhältnis zu den massiven Folgen russischer Angriffe auf ukrainische Städte.
Tuapse zählt zu den wichtigsten Umschlagplätzen für russische Ölexporte am Schwarzen Meer. In der Stadt befindet sich zudem eine Raffinerie des staatlichen Konzerns Rosneft. Tuapse liegt rund 75 Kilometer nordwestlich von Sotschi.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag erklärt, die Angriffe auf russische Ölinfrastruktur hätten Einnahmeverluste von mindestens 2,3 Milliarden Dollar verursacht.
Laut "Kyiv Independent" seien durch Drohnenangriffe und das Festsetzen von Tankern der sogenannten Schattenflotte im April etwa 40 Prozent der russischen Öl-Exportkapazitäten beeinträchtigt worden. (dpa)
Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse in der Region Krasnodar ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Eine weitere Person sei verletzt worden, schrieb Gouverneur Weniamin Kondratjew auf der Plattform Telegram. Im Hafen brenne es, Drohnentrümmer hätten Gebäude in der Stadt beschädigt, darunter eine Schule und einen Kindergarten. Das Portal „Kyiv Independent“ berichtete unter Berufung auf Anwohner von Explosionen, zwei brennenden Tanks der Raffinerie und hohen Flammen im Bereich des Hafens. (AFP)
Europa muss nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein eigenes Abwehrsystem gegen ballistische Raketen aufbauen. Die Ukraine führe bereits Gespräche mit mehreren Staaten über dessen Entwicklung, sagte Selenskyj am Sonntag im Fernsehen.
„Wir müssen innerhalb eines Jahres unser eigenes System zur Abwehr ballistischer Raketen aufbauen“, erklärte er. Dies sei eine extrem schwierige, jedoch realistische Aufgabe. Er habe das Vorhaben bereits mit wichtigen europäischen Ländern besprochen, ohne diese namentlich zu nennen.
Der Schutz vor solchen Angriffen gehört zu den größten Herausforderungen für die Ukraine, da Russland mit diesen Waffen gezielt Kraftwerke und Stromnetze des Landes angreift. Bislang können nur bestimmte Raketen des US-Systems Patriot die russischen Geschosse abfangen.
Diese sind jedoch wegen ihres verstärkten Einsatzes in der Golfregion zunehmend knapp.
Das einzige europäische System, das französisch-italienische SAMP/T, wird in relativ geringen Stückzahlen produziert. Der Hersteller der ukrainischen Flamingo-Marschflugkörper, Fire Point, hatte der Nachrichtenagentur Reuters in diesem Monat mitgeteilt, er verhandle mit europäischen Unternehmen über die Einführung eines neuen, kostengünstigen Luftabwehrsystems im kommenden Jahr. (Reuters)
Der slowakische Regierungschef Robert Fico kann zum Weltkriegsgedenken in Russland nicht über die baltischen EU- und Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen fliegen. „Fico wird erneut keine Genehmigung erhalten, den estnischen Luftraum für einen Flug nach Moskau zur Teilnahme an der Parade am 9. Mai zu nutzen“, teilte Estlands Außenminister Margus Tsahkna in Tallinn mit. Zuvor hatte Fico in einem Video selbst mitgeteilt, dass ihm Lettland und Litauen den Überflug verweigern. Offizielle Bestätigungen aus Riga und Vilnius lagen dazu zunächst nicht vor.
Russland begeht jedes Jahr am 9. Mai den „Tag des Sieges“ – den russischen Feiertag zum Gedenken an den sowjetischen Sieg über Hitler-Deutschland. Bereits im Vorjahr hatten die an Russland grenzenden Baltenstaaten ihren Luftraum für Staats- und Regierungschefs gesperrt, die zu den Feierlichkeiten nach Moskau reisen wollten. Darunter war bereits im Vorjahr auch Fico - als einziger Gast aus Europa neben dem serbischen Staatschef Aleksandar Vucic.
Fico will erneut nach Moskau reisenAuch für dieses Jahr hat Fico wieder seine Reise zur Gedenkveranstaltung in Moskau geplant. In einem Facebook-Video kündigte er vor zwei Wochen an, er wolle abgesehen von der gewohnten Kranzniederlegung am Gefallenendenkmal in Bratislava-Slavin an drei internationalen Veranstaltungen teilnehmen. Die erste Station sei das ehemalige Konzentrationslager in Dachau, wofür er noch keinen konkreten Termin nannte. Am 9. Mai sollte Moskau folgen und im Juni die Normandie, wo jener Soldaten gedacht werde, die mit ihrer Landung eine zweite Front eröffnet hätten.
Er wolle „seine Ehrerbietung allen erweisen, die gegen den Faschismus kämpften, und jenen, die seine Opfer wurden und unglaubliches Leid ertragen mussten“, sagte Fico in dem Video. Er kritisierte in der Vergangenheit wiederholt, dass westliche Staaten am Gedenken in Moskau nicht teilnehmen und forderte ein Auseinanderhalten von aktuellen Konflikten und dem gemeinsamen Gedenken.
Kein Überflug für Moskau-FreundeTsahkna betonte, dass Estlands Position eindeutig sei: Kein Land dürfe den estnischen Luftraum nutzen, um die Beziehungen zu Russland zu stärken, solange Moskau weiterhin internationale Normen missachte und seine Aggressionen gegen die Ukraine und die Sicherheit Europas fortsetze. Estland und die beiden anderen Baltenstaaten sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt.
Estland, Lettland und Litauen waren im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieben sie bis 1991 gezwungenermaßen Teil der Sowjetunion. Die meisten Esten, Letten und Litauer sehen den 9. Mai daher nicht als Tag des Sieges über Hitler-Deutschland, sondern als Beginn der erneuten Besatzung ihrer Heimatländer durch die Sowjetunion. (dpa)
Das ukrainische Militär hat in Russland nach eigenen Angaben in der Nacht eine Drohnenfabrik zerstört. Dadurch werde „die Kapazität des Feindes zur Produktion von Drohnen verringert und die Fähigkeit des russischen Aggressors geschwächt, zivile Ziele in der Ukraine anzugreifen“, teilt das Militär über den Onlinedienst Telegram mit. Die Anlage befand sich den Angaben zufolge in der Stadt Taganrog in der Region Rostow, etwa 50 Kilometer von der Grenze entfernt.
Offiziellen russischen Angaben zufolge wurden bei dem Raketenangriff der Ukraine drei Menschen verletzt. Zudem sei ein Brand in einem Lagerhaus ausgebrochen, schrieb der Gouverneur von Rostow, Juri Sljussar beim russischen Messenger-Dienst Max. Im Netz wurden Bilder und Fotos von Bränden verbreitet, die von einer Rüstungsfabrik stammen sollen, wo unter anderem Drohnen und Drohnenteile produziert werden. (Reuters, dpa)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: