Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 22. März, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1767
letzte Woche, 1634 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1767
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 18.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1106
200
102
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
552
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 18.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Tödlicher Unfall bei Drohnenangriff auf Zug in der Ukraine

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Personenzug in der Ukraine ist es zu einem tödlichen Unfall gekommen. Der Zug im Gebiet Odessa hielt und sollte geräumt werden, wie die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja auf Telegram mitteilte. Dabei sei eine Schaffnerin von einem entgegenkommenden Zug getötet worden, der ebenfalls einen Haltepunkt zur Evakuierung ansteuerte. Ein Passagier sei verletzt worden.

Die Bahn berichtete noch von einem weiteren Angriff auf einen Zug im Gebiet Dnipropetrowsk. Dort sei die Räumung problemlos verlaufen. (dpa)

Die „Arctic Metagaz“ ist von Bränden schwer beschädigt und hat auf jeder Seite zwei Löcher. 
Beschädigter russischer Tanker wird nach Libyen abgeschleppt
Die „Arctic Metagaz“ ist von Bränden schwer beschädigt und hat auf jeder Seite zwei Löcher. 
Die „Arctic Metagaz“ ist von Bränden schwer beschädigt und hat auf jeder Seite zwei Löcher.  Credit: AFP/Newsbook Malta/Miguela Xuereb

Ein Anfang März durch einen mutmaßlichen Angriff im Mittelmeer beschädigter russischer Tanker soll nach Angaben des staatlichen libyschen Ölkonzerns NOC nach Libyen abgeschleppt werden. Die „Arctic Metagaz“ werde „nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden sicher in einen der libyschen Häfen geschleppt werden“, erklärte NOC am Samstag. Der Bergungseinsatz werde in Zusammenarbeit mit dem italienischen Ölkonzern Eni stattfinden.

Eine Bewältigung dieser Umweltgefahr sei „vollkommen erreichbar“, erklärte NOC. Es seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, um „das Risiko einer Verschmutzung zu verringern“.

Dem italienischen Zivilschutz zufolge ist das Schiff „schwer beschädigt“ und „nicht sehr stabil“, auch wenn es keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Untergang gibt. Ein mögliches Abschleppen bezeichnete ein Sprecher der Behörde als „komplexen“ Einsatz. Auf Bildern der Nachrichtenagentur AFP vom vergangenen Wochenende war zu sehen, dass das Schiff von Bränden schwer beschädigt war und auf jeder Seite zwei Löcher hatte.

Am 3. März hatten sich mehrere Explosionen an Bord des Tankers ereignet. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Drohnen attackiert zu haben. Die Ukraine hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.

Nach russischen Angaben wurden die 30 Besatzungsmitglieder nach den Explosionen gerettet. Demnach befanden sich 700 Tonnen Treibstoff sowie Gas an Bord. Laut den libyschen Behörden transportierte das Schiff 62.000 Tonnen Flüssiggas (LNG), das für Ägypten bestimmt war.

Die Umweltschutzorganisation WWF warnte, ein Austritt des Treibstoffs könne zu einer „dauerhaften Verschmutzung“ in dem Meeresgebiet führen, das zu den artenreichsten im Mittelmeerraum zählt. (AFP)

Unterhändler der Ukraine und der USA beraten über neue Gespräche mit Russland

Unterhändler der Ukraine und der USA sind am Samstag in den USA zusammengekommen, um weitere Dreier-Gespräche mit Russland über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs vorzubereiten. Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte, fand am Samstag ein erstes Treffen statt. Die Gespräche sollen demnach am Sonntag fortgesetzt werden. Im Zentrum der Beratungen steht demnach die Frage, „inwieweit die russische Seite bereit ist, auf ein echtes Ende des Krieges hinzuarbeiten“.

Nach Berichten ukrainischer Medien fand das Treffen im US-Bundesstaat Florida statt. Der US-Delegation gehörten demnach der Sondergesandte Steve Witkoff sowie der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, an. Die Ukraine wurde vom ukrainischen Chefunterhändler Rustem Umerow und von Selenskyjs Berater Kyrylo Budanow vertreten. (AFP)

Selenskyj fordert Beschlagnahmung von russischem Erdöl

Vor dem Hintergrund eines von Frankreich aufgebrachten Tankers der russischen „Schattenflotte“ hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Beschlagnahmung von russischen Erdöllieferungen gefordert. „Solange der Krieg andauert, solange die (russischen) Angriffe fortgesetzt werden, muss auch der Druck auf den Aggressor anhalten“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Kiew arbeitet demnach mit europäischen Ländern daran, dass diese auf Gesetzesebene den Stopp von Öltankern und das Beschlagnahmen von russischem Erdöl gestatten. (dpa)

Schwere Kämpfe im Donbass – russische Offensive abgewehrt?

Die Kämpfe an der Front im Osten der Ukraine haben sich nach Angaben des Kiewer Generalstabs in den vergangenen Tagen verstärkt. Dabei spricht das ukrainische Militär von hohen russischen Verlusten. Im Morgenbericht des Generalstabs für Samstag hieß es, dass binnen 24 Stunden 1240 russische Soldaten verletzt oder tot ausgeschaltet worden seien. Es habe 161 einzelne Gefechte gegeben.

Solche Militärstatistiken sind nicht unabhängig überprüfbar, die gemeldeten Zahlen lagen zuletzt aber deutlich höher als in den vergangenen Wochen. Demnach scheinen sich die russischen Angriffe seit Dienstag verstärkt zu haben, am Mittwoch war die Rede von 286 Gefechten und 1710 ausgeschalteten russischen Soldaten. Die Zahlen für Donnerstag und Freitag lagen nur leicht niedriger. Schwerpunkt der Kämpfe soll einmal mehr die Stadt Pokrowsk im Industrierevier Donbass sein, ohne dass für die eine oder andere Seite Geländegewinne bekannt wurden.

Einige Militärbeobachter folgern aus den Daten, dass die Ukraine eine erste Frühjahrsoffensive der Russen habe abwehren können. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb vorsichtiger, dass die russische Armee mit verstärkten Erkundungsangriffen vermutlich ihre Frühjahrs-/Sommeroffensive vorbereite.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau bleibt bei der Darstellung, dass seine Truppen an der mehr als 1000 Kilometer langen Front auf dem Vormarsch seien. Militärnahe russische Blogger gestehen aber Probleme an Frontabschnitten wie Kupjansk im Norden und Huljaipole im Süden ein. (dpa)

Ein Jäger-Drohne fängt eine Zieldrohne während einer Übung in der Yatagan-Schule für unbemannte Luftfahrtsysteme in der Region Kiew.
Russland meldet großen Drohnenangriff der Ukraine
Ein Jäger-Drohne fängt eine Zieldrohne während einer Übung in der Yatagan-Schule für unbemannte Luftfahrtsysteme in der Region Kiew.
Ein Jäger-Drohne fängt eine Zieldrohne während einer Übung in der Yatagan-Schule für unbemannte Luftfahrtsysteme in der Region Kiew. Credit: dpa-Bildfunk

Das russische Militär berichtet von einem großen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht. 283 feindliche Fluggeräte seien abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Ein Schwerpunkt des Angriffs lag demnach im südrussischen Gebiet Rostow. Dort wurden nach Mitteilung von Gouverneur Juri Sljussar etwa 90 ukrainische Drohnen ausgeschaltet. Solche Angaben sind nicht im Detail überprüfbar, sie vermitteln aber einen Eindruck vom Ausmaß des Angriffs.

Nach Berichten auf Telegramkanälen wurde eine Stickstofffabrik in der Stadt Toljatti an der Wolga getroffen. Auch Ölraffinerien im Wolgagebiet seien angegriffen worden. Offizielle Angaben gab es nur zu einem Treffer auf einen unbewohnten Hochhausneubau in der Stadt Ufa, die etwa 1600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt liegt. Die ukrainischen Drohnen störten auch den Flugverkehr an mehreren russischen Flughäfen, darunter in Moskau.

Ein russischer Drohnenangriff in der Nacht legte die Stromversorgung im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw weitgehend lahm, wie Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus auf Telegram mittelte. In der Stadt Saporischschja im Süden kamen nach Behördenangaben bei einem Treffer auf ein Wohnhaus ein Mann und eine Frau ums Leben, zwei Kinder wurden verletzt. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben 154 feindliche Drohnen, von den 148 ausgeschaltet worden seien. (dpa)

Französische Marine setzt erneut Öltanker im Mittelmeer fest

Die französische Marine hat im Mittelmeer einen Öltanker aufgebracht, der auf der EU-Liste für Schiffe der russischen Schattenflotte steht. Am Freitagmorgen hätten Soldaten die „Denya“ abgefangen und geentert, die der russischen Schattenflotte angehöre, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron im Onlinedienst X. Der Iran-Krieg werde Frankreich nicht von einer weiteren Unterstützung der Ukraine abhalten, schrieb Macron weiter.

Laut den französischen Behörden handelt es sich um ein 250 Meter langes Schiff, das im russischen Murmansk in See gestochen war, unter mosambikanischer Flagge fuhr und auf der EU-Sanktionsliste steht. Andere Länder halfen demnach bei der Festsetzung des Tankers vor den Balearen. Das Schiff werde jetzt untersucht und in französische Gewässer gebracht. Es ist das dritte mutmaßliche Schiff der sogenannten russischen Schattenflotte, das Frankreich seit September aufgebracht hat. (AFP)


Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

Kann europäische Souveränität Wirklichkeit werden?: Erleben Sie live die EUROPE-Konferenz 2026
Wie kann Europa im Zeitalter der Geopolitik bestehen? Darüber diskutieren prominente Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Herzen von Berlin.
Russland bereitet Frühjahrsoffensive vor: Was der Ukraine jetzt droht – und wo Moskaus Schwächen liegen
Russland fehlen Panzer und Soldaten. Trotzdem plant der Kreml offenbar eine neue Großoffensive gegen die Ukraine. Experten erklären die Risiken für beide Seiten.
US-Präsident telefoniert mit Kremlchef: Trump spricht von „sehr gutem Gespräch“ – Putin will „hilfreich sein“
Beim Gespräch zwischen den Präsidenten ging es um die Kriege in Nahost und der Ukraine. Trump zeigte sich dabei frustriert über die zähen Verhandlungen mit Kiew und Moskau.
Selenskyj und Orbán drohen mit Gewalt: Der Streit zwischen der Ukraine und Ungarn eskaliert
Seit Wochen liegen Kiew und Budapest wegen einer Ölpipeline im Clinch. Nun befeuert eine Geldtransporter-Affäre den Konflikt, der auch den ungarischen Wahlkampf prägt.
Tagesspiegel-Hauptstadtgespräch zur neuen Weltordnung: „Systemsprenger“ USA und Europas fehlende Vision
Gilt nun das Recht des Stärkeren? Sollte auch Europa auf Machtpolitik setzen? Über diese Fragen diskutierten Christian Tretbar und Anja Wehler-Schöck mit renommierten Expertinnen und Experten beim Tagesspiegel-Hauptstadtgespräch.
Der Irankrieg und die Folgen: Europa lernt, mit der Ungewissheit und dem US-Präsidenten umzugehen
Deutschland und Europa erkennen, dass sie im Nahen Osten wichtige Interessen, aber wenig Einfluss haben. Und passen ihr Handeln an, statt hilflos gegenzuhalten, auch im Umgang mit Trump.
mehr Artikel anzeigen