Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 20. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1494
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1494
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 20.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
934
200
91
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
451
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 20.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine verstärkt Truppen im Norden - Sorge vor russischer Offensive

Die Ukraine verlegt angesichts einer möglichen neuen russischen Offensive zusätzliche Truppen in den Norden des Landes. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilt mit, Geheimdienste hätten Pläne Moskaus für Angriffe in Richtung der Hauptstadt Kiew und der nördlichen Stadt Tschernihiw aufgedeckt.

Es gebe fünf verschiedene Szenarien. Zudem kündigt Selenskyj an, den diplomatischen Druck auf das benachbarte Belarus zu erhöhen. Russland versuche, seinen engen Verbündeten tiefer in den Krieg hineinzuziehen. Stellungnahmen aus Moskau oder Minsk liegen zunächst nicht vor. (Reuters)

Während des Luftalarms in Litauen suchten Menschen im Keller der Europäischen Geisteswissenschaftlichen Universität Schutz.
Spannungen zwischen Moskau und dem Baltikum wachsen
Während des Luftalarms in Litauen suchten Menschen im Keller der Europäischen Geisteswissenschaftlichen Universität Schutz.
Während des Luftalarms in Litauen suchten Menschen im Keller der Europäischen Geisteswissenschaftlichen Universität Schutz. Credit: Andrei SHAULIUHA / AFP

Zwischen Russland und den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen verschärfen sich die Spannungen. Auslöser sind die schmerzhaften ukrainischen Drohnenangriffe auf den Nordwesten Russlands – Moskau gibt den Balten eine Mitschuld.

Andererseits schweifen immer wieder ukrainische Drohnen in den Luftraum der drei EU- und Nato-Länder ab – diese vermuten dahinter russische elektronische Kampfführung. Estland hat eine solche Drohne abgeschossen.

Russlands Auslandsgeheimdienst SWR warf Lettland vor, ukrainische Drohnen würden von lettischem Gebiet aus gestartet. Ohne jeden Beleg behauptete der Geheimdienst, ukrainische Drohneneinheiten seien bereits auf mehreren lettischen Militärbasen stationiert.

Unverhohlen drohte der SWR, dass die „Koordinaten der Entscheidungszentren in Lettland bekannt“ seien. Selbst die Nato-Mitgliedschaft werde das Land nicht vor Vergeltung schützen.

Diese Warnung wurde auch von Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja vor dem UN-Sicherheitsrat wiederholt, dem Lettland gegenwärtig als nichtständiges Mitglied angehört.

Die Regierung in Riga und die lettische UN-Vertreterin Sanita Pavluta-Deslandes wiesen die Äußerungen als unverfrorene Lüge zurück. (dpa)

Ungarns Regierungschef stellt Treffen mit Selenskyj in Aussicht

Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar stellt ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Juni in Aussicht, falls eine Einigung über die Rechte der ungarischen Minderheit erzielt wird.

Er hoffe auf einen schnellen Abschluss der Gespräche, sagt Magyar bei einem Besuch in Polen.

Fortschritte bei den Rechten der rund 150.000 ethnischen Ungarn in der Ukraine seien eine Voraussetzung für die Zustimmung Budapests zu einem EU-Beitritt des Nachbarlandes. (Reuters)

Von der Leyen: Russische Drohungen gegen Baltikum inakzeptabel

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilt die russischen Drohungen gegen die baltischen Staaten.

„Die öffentlichen Drohungen Russlands gegen unsere baltischen Staaten sind völlig inakzeptabel“, erklärt sie auf X.

Eine Bedrohung gegen einen Mitgliedsstaat sei eine Bedrohung für die gesamte Europäische Union.

Russland und Belarus tragen von der Leyen zufolge die direkte Verantwortung für Drohnen, die das Leben und die Sicherheit der Menschen an der Ostflanke der EU gefährden. (Reuters)


Russische Iskander-Raketen bei einer Übung
Scharfer Wortwechsel wegen russischer Exklave Kaliningrad
Russische Iskander-Raketen bei einer Übung
Russische Iskander-Raketen bei einer Übung Credit: REUTERS/Maxim Shemetov

Moskau reagiert mit scharfen Worten auf Äußerungen aus Litauen zur militärischen Verwundbarkeit der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach auf Reisen in Peking von „kurzsichtigen Politikern“ im Baltikum, „die mit Russophobie durchtränkt sind“, wie die russische Nachrichtenagentur Tass meldete.

Weil die baltischen Staaten „geradezu wahnhaft russlandfeindlich“ seien, handelten sie gegen ihre eigenen Interessen, sagte Peskow.

Litauens Außenminister Kestutis Budrys hatte vor Kurzem in einem Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“ über die Bedrohung durch Russland und Belarus gesprochen und eine energische Abschreckung durch die Nato verfochten.

Befragt nach dem benachbarten Kaliningrad, sagte er: „Wir müssen den Russen zeigen, dass wir ihre kleine Festung, die sie in Kaliningrad errichtet haben, durchdringen können. Die Nato hat die Mittel, die russischen Luftverteidigungs- und Raketenbasen dort im Ernstfall dem Erdboden gleichzumachen.“

Dies sei ein direkter Aufruf, ein souveränes Land anzugreifen, und beschädige die europäische Stabilität, entgegnete die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. (dpa)

Erneuter Drohnen-Vorfall über Litauen – Hauptstadtflughafen gesperrt

Im Baltikum ist es auch am Mittwoch zu Zwischenfällen mit Drohnen gekommen. Litauen löste wegen einer in seinen Luftraum eingedrungenen Drohne Luftalarm aus und stellte den Flugverkehr am Hauptstadtflughafen in Vilnius vorübergehend ein.

Das Militär forderte die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen. Auch der Zugverkehr in der Region wurde gestoppt und das Parlament gewarnt. In Moskau erklärte Regierungssprecher Dmitri Peskow, die Drohnen würden genau beobachtet, eine angemessene Reaktion werde ausgearbeitet.

Russland wirft der Ukraine vor, ihre Drohnen bei Angriffen über das Baltikum zu lenken. Nato-Generalsekretär Mark Rutte nannte die Vorstellung lächerlich, die baltischen Staaten würden ihren Luftraum für ukrainische Drohnenangriffe öffnen.

Die litauische Armee teilte mit, die Herkunft der Drohne sei nicht bekannt. Sie sei entweder abgestürzt oder habe den litauischen Luftraum wieder verlassen.

Nato-Kampfjets hätten den Flugkörper nicht auffinden können. Das nationale Krisenzentrum hatte mitgeteilt, die Drohne sei aus dem benachbarten Belarus auf Litauen zugeflogen. (Reuters)

EU will bis Mitte Juni erste Tranche des Milliardenkredits an Ukraine auszahlen

Die EU plant in vier Wochen die erste Tranche des 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine auszuzahlen. Wenn alles „nach Plan“ verlaufe, werde Brüssel Mitte Juni eine erste Tranche des Finanzhilfeprogramms in Höhe von 3,2 Milliarden Euro auszahlen, sagte EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel vor Journalisten.

Davor müsse die mit Kiew ausgehandelte Absichtserklärung noch von der Ukraine unterzeichnet und von der Rada ratifiziert werden, fügte er hinzu.

Die Verhandlungen mit der Ukraine über das Darlehen seien abgeschlossen, erläuterte Dombrovskis. Nach Absegnung durch die EU-Länder habe er am Montagmorgen unterschrieben.

Bei dem Geld handelt es sich um den Teil des Darlehens, mit dem die Ukraine ihren Haushalt stabilisieren will. Es wird über das etablierte EU-Instrument der Makrofinanzhilfe (MFA) ausgezahlt und ist deshalb „an gewisse Reformauflagen geknüpft“, wie Dombrovskis betonte.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten im Dezember beschlossen, der Ukraine für 2026 und 2027 einen Kredit über 90 Milliarden Euro zu gewähren. Damit soll Kiew in die Lage versetzt werden, Haushaltslöcher zu schließen und Waffen zu kaufen – vorzugsweise in Europa. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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