Das ukrainische Militär hat Angaben des Generalstabs zufolge Eisenbahnbrücken auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim angegriffen. Die Brücken in den Gebieten Rosdolne und Wladyslawiwka würden von den russischen Truppen für Militärtransporte und Nachschub genutzt, teilt der Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Ukraine verstärkt ihre Angriffe in den russisch besetzten Gebieten im Süden und auf der Krim, um die Logistik Moskaus zu stören. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
In der frontnahen ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Weitere sechs wurden verletzt, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die Industriestadt sei dabei mindestens zweimal beschossen worden. (dpa)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Streitkräfte faktisch als die heute „zweitstärkste Armee der Nato“ bezeichnet. „Und daher braucht uns die Nato auch de-jure“, sagte er Journalisten, wie das Internetportal "Hromadske" berichtete. Das sei bereits eine Tatsache, die von allen Staatsführern anerkannt werde. Das ukrainische Militär stehe bei der Verteidigung gegen die von Moskau betriebene Invasion der als zweitstärksten Armee der Welt geltenden russischen in nichts nach, fügte er an.
Die Ukraine ist kein Mitglied des westlichen Militärbündnisses, dessen stärkste Armee die der USA ist. Eines der erklärten Kriegsziele von Moskau besteht darin, den in der ukrainischen Verfassung angestrebte Nato-Beitritt Kiews zu verhindern. Seit den Vermittlungsversuchen der USA liegt diese Bestrebung der Ukraine auf Eis.
Selenskyj behauptete, der russische Präsident Wladimir Putin werde bis zu seinem Tod im Kreml sitzen mit dem Ziel, die 1991 untergegangene Sowjetunion wiederherzustellen. „Ohne die Ukraine ist das unmöglich und daher ist es für uns so schwer, liebe Ukrainer“, sagte er. (dpa)
Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben zwei zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen. Ein Besatzungsmitglied eines Schiffes unter der Flagge Panamas sei dabei getötet worden, teilten Vizeregierungschef Olexij Kuleba und die Seehafenverwaltung bei Telegram mit. Zwei weitere Seeleute seien verletzt worden, davon einer schwer. Auf dem zweiten Frachter unter der Flagge von St. Kitts und Nevis sind demnach drei Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden. (dpa)
Bei dem massiven Drohnenangriff der Ukraine auf die Region Moskau am Donnerstag ist nach russischen Angaben ein achtjähriges Mädchen ums Leben gekommen. Das Kind sei bei einem Brand in der Stadt Schukowski gestorben, der durch den Angriff ausgelöst worden sei, teilt der Gouverneur der Hauptstadt-Region, Andrei Worobjow, mit. Bei dem Angriff wurden dem Gouverneur zufolge zudem mindestens 16 Menschen verletzt.
Die Ukraine hatte die russische Hauptstadt und das Umland mit zahlreichen Drohnen attackiert. Der Ukraine zufolge war der Angriff eine Reaktion auf einen russischen Großangriff am Montag, bei dem landesweit zehn Menschen getötet wurden und das weltberühmte Höhlenkloster in Kiew schwer beschädigt wurde. (Reuters)
Nach der Großattacke vom Donnerstag scheint die Ukraine heute schon wieder Objekte in Moskau mit Drohnen anzugreifen. Darauf deuten nicht verifizierte Berichte und Videos auf Bluesky hin.
Das ukrainische Erste Asow-Korps weitet seine Angriffe auf russische Logistik- und Versorgungsstrukturen im besetzten Mariupol aus. Wie Reuters berichtet, richteten sich die jüngsten Angriffe gegen die Infrastruktur des Seehafens, den Russland als einen der wichtigsten Nachschubknotenpunkte im Süden der Ukraine nutzt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur griffen ukrainische Drohnen Umspannwerke, Reparaturanlagen sowie ein unter internationalen Sanktionen stehendes Schiff an. Teile der Hafeninfrastruktur fielen dadurch vorübergehend aus. Nach Angaben ukrainischer Militärs besteht das Hauptziel darin, die Versorgung russischer Truppen mit Treibstoff, Munition und militärischer Ausrüstung über Mariupol und Donezk zu stören.
Der Chef des Stabes des Ersten Asow-Korps, Arsen Dmytryk, erklärte gegenüber Reuters, die Ukraine werde sich unabhängig vom benötigten Zeitraum auf die Rückkehr nach Mariupol vorbereiten. „Ich glaube, dass wir Mariupol zurückholen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit“, sagte er.
Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass die systematischen Angriffe auf Verkehrswege und Infrastruktur Russland dazu zwingen, längere Nachschubrouten zu nutzen und zusätzliche Ressourcen für den Schutz seiner Logistik aufzuwenden, was die Durchführung offensiver Operationen erschwert. (Yulia Valova)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: