Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 10. April, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1854
letzte Woche, 1823 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1854
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1140
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
562
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Kreml-Sprecher relativiert US-Besuch des russischen Sondergesandten

Die russische Regierung dämpft die Erwartungen an den Besuch ihres Sondergesandten Kirill Dmitrijew in den USA. Die Visite bedeute keine Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen zur Ukraine, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Dmitrijew verhandle nicht über eine Beilegung des Konflikts, er leite lediglich eine Arbeitsgruppe für Wirtschaftsfragen. Reuters hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Dmitrijew treffe sich in den USA mit Regierungsvertretern, um über ein Friedensabkommen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu sprechen. (Reuters)

Selenskyj: Haben Drohnen über Golfstaaten zerstört

Ukrainische Soldaten haben nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj im Iran-Krieg Angriffe iranischer Drohnen auf Staaten am Persischen Golf abgewehrt.

„Haben wir iranische Shahed-(Drohnen) zerstört? Ja, haben wir. War das nur in einem Land? Nein, in mehreren. Meiner Meinung nach ist das ein Erfolg“, zitierte Selenskyj auf dem Portal X seine eigenen Aussagen in einem Gespräch mit Journalisten.

Der ukrainische Präsident verwies auf Militärexperten, die Kiew vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs in die Region entsandt habe. Die Ukraine habe mehreren Ländern gezeigt, wie man mit Abfangdrohnen arbeite.

Moskaus Streitkräfte setzen im Krieg gegen die Ukraine massiv Drohnen der ursprünglich iranischen Bauart Shahed ein. Der Iran hat als Reaktion auf Luftangriffe der USA und Israels die Anrainerstaaten des Persischen Golfs ebenfalls mit diesem Drohnentyp beschossen. Darauf bot Kiew den Staaten im Nahen Osten und den Golfmonarchien gleich zu Beginn des Iran-Kriegs Hilfe an.

Selenskyj reiste auch selbst in die Region und schloss Vereinbarungen mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. (dpa)


Einen Tag vor Oster-Feuerpause: Erneut Tote durch russische Angriffe in der Ukraine

Moskau und Kiew haben sich auf eine Feuerpause zu den orthodoxen Osterfeiertagen geeinigt - einen Tag vor Inkrafttreten überziehen sich beide Seiten weiter mit Luftangriffen.

In der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk wurden nach Behördenangaben zwei Menschen durch russische Angriffe getötet. Morgen soll über die orthodoxen Ostereiertage eine 32-stündige Feuerpause in Kraft treten. (AFP)

Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Russland

Die Ukraine hat Russland nach Moskauer Militärangaben in der Nacht mit einem massiven Drohnenangriff überzogen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien 151 gegnerische Kampfdrohnen abgewehrt worden.

Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, doch den Zahlen nach waren die Gebiete Wolgograd an der Wolga und Rostow im Süden Schwerpunkte der Angriffe.

Seit Donnerstagabend verhängte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija an mehr als 25 Flughäfen Einschränkungen des Betriebs. (dpa)

Selenskyj warnt vor möglicher Eskalation bis Herbst und neuen russischen Plänen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass Russland die Schaffung einer Pufferzone entlang der Grenze zu Belarus in Betracht zieht. Gleichzeitig könnten die kommenden Monate für die Ukraine schwierig werden, da ein wachsender Druck an der Front erwartet wird.

Selenskyj zufolge könnte sich die Lage bis zum Herbst weiter zuspitzen, insbesondere durch eine mögliche Intensivierung der Kampfhandlungen. Zugleich verwies der ukrainische Präsident auf die unsichere internationale Lage: Sollte es bis August keine greifbaren Fortschritte geben, könnten die USA aus dem Friedensprozess aussteigen.

Darüber hinaus hätten Partner die Ukraine gebeten, Angriffe auf russische Ölraffinerien zu reduzieren, da sie Auswirkungen auf die globalen Ölpreise befürchten. (Yulia Valova)

Ukrainische Drohnen verändern den Verlauf des Krieges – ISW

Die ukrainischen Streitkräfte haben einen Vorteil gegenüber der russischen Armee im Einsatz von Drohnen erlangt, was sich bereits auf die Lage an der Front auswirkt und russische Offensivoperationen verlangsamt. Dies geht aus einem Bericht des Institute for the Study of War (ISW) vom 9. April 2026 hervor.

Die Analysten betonen, dass die Ukraine seit Ende 2025 ihre mittlere Schlagdistanz gegen russische Logistik, Ausrüstung und Personal deutlich ausgeweitet habe, was die Vorbereitung der russischen Frühjahrs-Sommeroffensive erschwere.

Die Analysten unterstreichen, dass die Kombination aus massenhaftem Drohneneinsatz, dem Abfangen russischer UAVs und Angriffen auf Luftverteidigungssysteme einen „kumulativen Effekt“ erzeugt habe, der die russischen Streitkräfte schwäche und ukrainische Gegenangriffe ermögliche.

Dies deute auf eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zugunsten der Ukraine hin. (Yulia Valova)

Mark Rutte: Ukraine-Beitritt zur Nato derzeit kein Thema
Full discussion: NATO Secretary General Mark Rutte speaks at the Reagan Institute.
YouTube
https://youtu.be/M7PQPX6Rw-k

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Erwartungen an einen schnellen Beitritt der Ukraine deutlich gedämpft. Bei einem Auftritt im Ronald Reagan Institute in Washington sagte er am Donnerstag, für eine Mitgliedschaft fehle derzeit der politische Konsens im Bündnis.

Deutschland, die Slowakei, Ungarn und auch die USA bremsten, sagte Rutte. Deshalb sei das Thema „im Moment“ nicht auf dem Tisch.

Damit relativierte Rutte die Formulierung vom „irreversiblen Weg“ der Ukraine in die Nato, auf die sich die Bündnisstaaten beim Washingtoner Gipfel 2024 verständigt hatten.

Ein Beitritt befinde sich derzeit „nicht in einer Phase aktiver politischer Beratungen“, sagte Rutte. Zugleich betonte er, dass die Nato an anderer Stelle bereits von der Ukraine lerne.

Das Bündnis arbeite daran, Erfahrungen aus dem Krieg in seine Verteidigungsplanung zu übernehmen – insbesondere bei der Abwehr von Drohnen.

Die Ukraine sei auf diesem Feld führend, sagte Rutte. Selenskyj habe deshalb auch Golfstaaten im Umgang mit der iranischen Drohnenbedrohung beraten. (fem)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

Die ungarische Schicksalswahl: Es geht um mehr als einen Regierungswechsel
Die Ungarn stimmen an diesem Sonntag über die Systemfrage ab: Mit Magyar zurück zur Demokratie oder mit Orbán weiter in die Autokratie? Eine folgenreiche Wahl – auch für Europa.
Eine beleidigte Iran-Rede an die Nation: Vielleicht weiß nicht einmal Trump heute, was er tun wird
Nach 34 Tagen Militäreinsatz gegen den Iran gibt der US-Präsident keine Antworten darauf, wie der Krieg enden soll und ob er die Straße von Hormus mit Gewalt öffnet. Stattdessen droht er den Verbündeten.
Krieg, Leiden, Zerstörung: Warum Papst Leo XIV. so oft schweigt
Als er gewählt wurde, im Mai vor einem Jahr, setzten viele Menschen große Hoffnungen in den neuen Papst. Er sei ein „Anti-Trump“, ein Friedensengel, hieß es. Nun werfen ihm viele Schweigen vor.
Die Welt brennt, Wadephul rennt: Der rastlose deutsche Außenminister lässt sich Frust nicht anmerken
Mit dem Iran-Krieg verschlechtern sich auch die Beziehungen zu Donald Trumps USA wieder. Johann Wadephul jettet als diplomatischer Reparatur-Notdienst um die Welt.
Nicht nur aus Mangel an Soldaten: Warum es immer mehr „Rekorde“ in ukrainischen Schützengräben gibt
Von 60 Tagen bis zu mehr als 200: Ukrainische Infanteristen müssen ihre Positionen immer länger halten. Ihr Durchhaltevermögen ist groß. Doch über die Umstände wird zunehmend diskutiert.
Gibt es die G7 trotz Trump und Rubio noch? : An seinem Gründungsort ringt der westliche Staatenclub ums Überleben
Südwestlich von Paris fand Ende 1975 das erste informelle Treffen der größten Industrienationen statt. Gut 50 Jahre später ist der „Westen“ politisch in Auflösung begriffen.
mehr Artikel anzeigen