Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 07. Oktober, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Zahl der Toten nach russischem Luftangriff in der Ukraine steigt

Die Zahl der Todesopfer nach russischen Luftangriffen in der Ukraine steigt auf 19 Versorbene. Zuvor wurde von elf Toten berichtet.

„Dies war einer der abscheulichsten Angriffe“, erklärte Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram. „Die Russen wollten schmerzhaft und demonstrativ zuschlagen.“ Wegen der Schäden leitete das Energieministerium in fünf Regionen Notabschaltungen des Stromnetzes ein. (Reuters)

Elf Tote bei russischem Luftangriff in der Ukraine

Bei einem der schwersten russischen Luftangriffe auf die Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens elf Menschen getötet worden. Russland hat rund 70 Raketen und Drohnen abgefeuert und dabei gezielt die Energieinfrastruktur ins Visier genommen, wie Selenskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram weiter mitteilt. Ballistische Raketen seien weiterhin die größte Bedrohung. (Reuters)

Ukrainischer Außenminister nennt massiven russischen Angriff ein „Geburtstagsgeschenk“ für Putin

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat den massiven russischen Angriff in der Nacht zum 7. Oktober als „Lieblingsgeschenk“ der russischen Generäle an Wladimir Putin zu dessen Geburtstag bezeichnet. „An Putins Geburtstag haben ihm die russischen Generäle sein Lieblingsgeschenk gemacht – Kriegsverbrechen“, erklärte Sybiha. Er rief die internationalen Partner dazu auf, die Sanktionen gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex zu verschärfen und die Unterstützung für die Ukraine vor dem Winter auszubauen. 

Russischer Z-Blogger Kalaschnikow warnt vor „Zusammenbruch der Wirtschaft“ 2027

Der russische Kriegsbefürworter und Publizist Maxim Kalaschnikow hat erklärt, Russland könne den Krieg nicht noch jahrzehntelang führen, ohne dass dies schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft habe. Sollte der Krieg andauern, könne es seiner Einschätzung nach bereits 2027 zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch kommen. „Dieses Gerede, dass wir 20 Jahre Krieg führen können … Das können wir nicht. Es ist bereits zu sehen, dass die Grenze erreicht ist“, sagte Kalaschnikow in einer Videobotschaft.

Kalaschnikow unterstützt Russlands Krieg gegen die Ukraine, kritisiert jedoch zunehmend die russische Führung und warnt vor den wirtschaftlichen Folgen eines langwierigen Krieges. Zuvor hatte er unter anderem erklärt, ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien und andere Infrastruktur könnten eine Wirtschaftskrise im russischen Hinterland auslösen. 

Europarat bereitet sich auf Wahlen in der Ukraine nach Kriegsende vor

Der Europarat arbeitet bereits an Vorbereitungen für künftige Wahlen in der Ukraine. Diese sollen nach Kriegsende stattfinden, sobald die Voraussetzungen für freie und faire Wahlen gegeben sind. Das sagte der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, in einem Interview mit dem Nachrichtenportal „Rapporteur“. „Wir arbeiten daran, Wahlen für den Tag vorzubereiten, an dem freie und faire Wahlen in der Ukraine möglich sein werden“, sagte Berset.

Nach Kriegsende werde es darum gehen, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Ukrainer weiterhin Vertrauen in das demokratische System haben. 

Russland verstärkt Angriffe auf ukrainische Pharma-Infrastruktur

Russische Streitkräfte haben 2026 ihre Angriffe auf Pharmaunternehmen, Medikamentenlager und Apotheken in der Ukraine deutlich verstärkt. Wie das ukrainische Portal „Slowo i Dilo“ berichtet, wurde allein im September das Kiewer Pharmawerk Darnyzja dreimal angegriffen. In der Nacht zum 2. September wurde zudem der große Logistikkomplex des Pharmaunternehmens Biocon in der Region Kiew vollständig zerstört. Beschädigt wurden auch ein Lager der Hilfsorganisation „100 Prozent Leben“, ein Lager der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Einrichtungen von Apothekenbetreibern.

Nach Angaben des Portals hat die Zahl solcher Angriffe seit Beginn des Jahres 2026 bereits das Niveau der gesamten vorherigen Jahre seit Beginn der russischen Vollinvasion erreicht. Zu den betroffenen Einrichtungen gehören außerdem die Pharmawerke Pharma Start und Borschtschahiwskyj Chimikopharmazeutisches Werk sowie Lager der Arzneimittelhändler Optima-Pharm und BaDM. Auch in Dnipro, Odessa und weiteren ukrainischen Städten wurden pharmazeutische Einrichtungen getroffen.

Bei einem der jüngsten Angriffe zerstörte eine russische Drohne am 4. Oktober einen Produktionsstandort des Pharmaunternehmens Kusum in Sumy. Ein Mitarbeiter wurde getötet, mehrere Menschen wurden verletzt. „Slowo i Dilo“ weist darauf hin, dass die dokumentierte Liste nicht vollständig ist, da Angaben zu Schäden an der pharmazeutischen Infrastruktur aus Sicherheitsgründen teilweise nicht oder erst mit Verzögerung veröffentlicht werden.

Russland meldet massiven Angriff auf ukrainische Rüstungsindustrie

Russland hat nach eigenen Angaben die Rüstungsindustrie in der Ukraine massiv angegriffen. Dabei seien boden-, see- und luftgestützte Präzisionswaffen sowie Drohnen zum Einsatz gekommen, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Zu den Zielen hätten unter anderem Anlagen des Rüstungsunternehmens Fire Point in Kiew gehört, wo Marschflugkörper vom Typ Flamingo sowie Drohnen mit mittlerer und großer Reichweite hergestellt und gelagert würden. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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