Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 18. März, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1767
letzte Woche, 1634 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1767
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 18.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1106
200
102
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
552
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 13.3., letzte Aktualisierung: 18.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine verändert Drohnenstrategie, Russland zunehmend unter Druck

Die ukrainischen Streitkräfte haben seit Anfang 2026 ihre Taktik bei Drohnenangriffen angepasst und erhöhen damit den Druck auf russische Truppen auf mehreren Ebenen. Zu diesem Schluss kommt der US-Thinktank "Institute for the Study of War" (ISW).

Dem Bericht zufolge richten ukrainische Einheiten ihre Angriffe verstärkt gegen Artillerie, Drohnenbediener sowie logistische Ziele im rückwärtigen Frontbereich. Ziel sei es, unmittelbare taktische Effekte zu erzielen und russische Angriffsoperationen zu erschweren.

Nach Einschätzung der Analysten schwächt diese Strategie sowohl offensive als auch defensive Fähigkeiten Russlands und erschwert insbesondere die Vorbereitung von Artillerieschlägen im Vorfeld einer möglichen Frühjahr-Sommer-Offensive 2026.

Parallel dazu intensiviert die Ukraine auch Angriffe auf mittlere und größere Distanzen. Dabei zielen ukrainische Kräfte vor allem auf Radarsysteme, Abschussanlagen und weitere Elemente der russischen Luftverteidigung.

Deutschland erleichtert Rüstungsexporte an Golfstaaten und Ukraine

Die Bundesregierung vereinfacht die Ausfuhr von bestimmten Rüstungsgütern zur Luft- und Seeverteidigung an die Golfstaaten und die Ukraine. Eine neue, auf sechs Monate befristete Allgemeingenehmigung (AGG) ermögliche die schnelle Lieferung, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Sie gelte für Exporte nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar, Kuwait, Bahrain, Oman sowie in die Ukraine. Die neue Regelung erlaubt Exporteuren demnach die Ausfuhr, ohne zuvor einen einzelnen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen zu müssen. (Reuters)

Frachter in Odessa bei ukrainischem Angriff getroffen

Bei einem russischen Drohnenangriff in der südukrainischen Schwarzmeer-Region Odessa sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei unter ausländischer Flagge fahrende Handelsschiffe beschädigt worden. Bei dem nächtlichen Angriff seien zudem zwei Menschen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, weiter mit.

Getroffen worden seien auch ein Getreidesilo und Verwaltungsgebäude. Die beiden zivilen Frachter unter der Flagge von Palau und Barbados hätten im Hafen gelegen und seien mit Getreide beladen gewesen. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Russland greift immer wieder die ukrainische Hafeninfrastruktur an, die auch für die weltweite Getreideversorgung wichtig ist. (Reuters)

Bei russischen Angriffen in der Region Saporischschja im Süden der Ukraine ist nach Angaben des Regionalgouverneurs eine Frau getötet worden.

Zwei weitere Menschen, darunter ein 10-jähriger Junge, seien bei den zwei Angriffen auf Wohnhäuser verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow am Freitag im Onlinedienst Telegram. (dpa)

USA schränken Lockerungen der Sanktionen gegen Russland ein

Die US-Regierung hat die vergangene Woche bekanntgegebene Lockerung der US-Sanktionen gegen Russland eingeschränkt. Die Aufhebung der Handelsbeschränkungen gelte nicht für russische Öllieferungen an Kuba oder Nordkorea sowie für Lieferungen an einige von Russland besetzte Gebiete in der Ukraine, hieß es am Donnerstag in der vom US-Finanzministerium überarbeiteten Lizenz. Bislang waren lediglich Lieferungen an den Iran von der Lockerung der Sanktionen ausgenommen gewesen.

Das US-Finanzministerium hatte vergangene Woche wegen der steigenden Ölpreise infolge des Iran-Krieges eine Lizenz für den Verkauf von russischem Rohöl und russischen Erdölprodukten bis zum 11. April erteilt. Dies werde der russischen Regierung keinen bedeutenden finanziellen Vorteil verschaffen, betonte US-Finanzminister Scott Bessent. Aus der Ukraine und von westlichen Partnern erfolgte Kritik an dem Schritt.

Die Einschränkung der Lockerung der Sanktionen erfolgte einige Tage vor der erwarteten Ankunft eines russischen Tankers in Kuba mit Diesel an Bord. Ein zweites russisches Frachtschiff mit 730.000 Barrel Rohöl an Bord befindet sich Beobachtern zufolge ebenfalls auf den Weg zu der karibischen Insel. Seit dem 9. Januar ist kein Treibstoff mehr nach Kuba importiert worden. (AFP)

Merz wirft Orbán „Akt grober Illoyalität“ vor

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die anhaltende Blockade milliardenschwerer Ukraine-Hilfen durch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als „Akt grober Illoyalität“ kritisiert. „Wir sind uns einig, dass wir das, was heute geschehen ist im Europäischen Rat, so nicht hinnehmen“, sagte der CDU-Chef nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel. „Und das wird auch Konsequenzen haben, die weit über dieses einzelne Ereignis hinausreichen.“ Das Agieren Orbáns werde „tiefe Spuren hinterlassen“.

Konkret nannte Merz die Verhandlungen über den nächsten langfristigen EU-Haushalt. Bei ihnen könnten EU-Gelder an Ungarn gekürzt oder die Vergabe an noch strengere Bedingungen geknüpft werden.

Orbán verteidigt sich: „Haben das Recht dazu“
Orbán versuchte in der Nacht zum Freitag, seine Blockade zu rechtfertigen. „Es kam ein wenig Stottern ins Getriebe“, sagte er vor ungarischen Journalisten in Brüssel. „Aber die juristische Lage ist völlig klar, wir haben das Recht dazu“, fügte er mit Blick auf seine Vetodrohung hinzu. „Denn der Entscheidungsprozess war noch nicht abgeschlossen.“

Ungarns Regierungschef hatte dem Unterstützungsdarlehen für die Ukraine beim Dezember-Gipfel eigentlich schon zugestimmt. Jetzt beruft sich Orbán darauf, dass die Ukraine die Erdölpipeline Druschba willkürlich „abgedreht“ hätte. Durch sie erhalten Ungarn und die Slowakei als die einzigen EU-Länder noch Öl aus Russland. Tatsächlich hatte ein russischer Raketenangriff Ende Januar die Pipeline im Westen der Ukraine schwer beschädigt. (dpa)

US-Kampfflugzeug mutmaßlich von iranischem Beschuss getroffen

Ein US-Tarnkappen-Kampfflugzeug vom Typ F-35 ist US-Medienberichten zufolge von mutmaßlich iranischem Beschuss getroffen worden. Das Flugzeug habe an einem US-Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten notlanden müssen, berichteten am Donnerstag mehrere US-Medien, darunter die Sender ABC und CNN.

Der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, erklärte, das Flugzeug sei sicher gelandet und der Pilot befinde sich in stabilem Zustand. Hawkins bestätigte die Medienberichte nicht. „Dieser Vorfall wird untersucht“, erklärte er. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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