Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 15. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1729
letzte Woche, 1753 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1729
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 15.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
122
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
489
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 15.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Neun Verletzte in Belgorod nach ukrainischem Drohnenangriff

Neun Menschen sind im westrussischen Belgorod nach Behördenangaben durch den Einschlag einer ukrainischen Drohne in einem Wohnhaus verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein dreijähriges Mädchen, teilte der Krisenstab der Region bei Telegram mit. Den vom Stab veröffentlichten Bildern zufolge wurde ein zehnstöckiger Wohnblock getroffen, die Fassade und etliche Balkons wurden beschädigt.

Russland, das vor mehr als vier Jahren die Ukraine überfallen und Teile des Landes besetzt hat, überzieht den Nachbarn systematisch mit Angriffen aus der Luft. Bei der Abwehr der Invasion beschießt aber auch die Ukraine russisches Gebiet zunehmend stärker mit Drohnen. Belgorod ist eine der am stärksten vom Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Städte in Russland. (dpa)

Russisches Gericht fordert 200 Milliarden Euro von Euroclear

Ein Gericht in Moskau hat der milliardenschweren Schadenersatzklage der russischen Zentralbank gegen den belgischen Finanzdienstleister Euroclear laut Medienberichten stattgegeben. Euroclear müsse 18,17 Billionen Rubel (umgerechnet etwa 200 Milliarden Euro) zahlen, urteilte nun ein Moskauer Gericht in erster Instanz, laut dem Wirtschaftsportal RBK. Euroclear verwaltet den Großteil des in der EU nach Moskaus Invasion in die Ukraine festgesetzten russischen Vermögens.

Demnach setzt sich die festgelegte Schadenssumme aus den etwas mehr als 180 Milliarden Euro zusammen, die auf den Euroclear-Konten blockiert sind, und knapp 20 Milliarden an entgangenem Gewinn für die russische Zentralbank. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger bezeichneten den Prozess hinter verschlossenen Türen als unfair und haben Berufung angekündigt.

Das Urteil war allgemein erwartet worden. Experten gehen davon aus, dass damit der Weg freigemacht werden soll zu möglichen Gegenmaßnahmen gegen noch vorhandenes europäisches Kapital in Russland. (dpa)

Statistikbehörde: Russlands Wirtschaft im ersten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft

Die russische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent geschrumpft. Das teilte die russische Statistikbehörde Rosstat am Freitag mit. Der erste Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in einem Quartal seit drei Jahren erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Ukraine-Krieg und der Sanktionen gegen Moskau. Im ersten Quartal 2025 war das BIP laut Rosstat um 1,4 Prozent gestiegen.

Für das gesamte Jahr 2026 hatte Russland seine Wachstumsprognose erst vor wenigen Tagen von bislang 1,3 Prozent auf 0,4 Prozent stark abgesenkt. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Freitag aber, nach einem Rückgang des BIP im Januar und Februar habe die Wirtschaft im März wieder angefangen zu wachsen.

Der Krieg gegen die Ukraine hatte das russische Wirtschaftswachstum zunächst beflügelt, weil die Regierung in großem Maße Geld für Rüstung ausgab. Das führte aber auch zu einer gestiegenen Inflation und zu einem Arbeitskräftemangel in nicht-militärischen Sektoren. Im Kampf gegen die Inflation setzt die russische Zentralbank auf höhere Leitzinsen – das schadet aber den Unternehmen des Landes.

Zuletzt hat Russland von gestiegenen Erdölpreisen im Zuge des Iran-Kriegs profitieren können. Allerdings setzt die Ukraine dem Sektor mit Angriffen auf russische Erdölanlagen stark zu. (AFP)

Selenskyj kündigt neue Drohnenangriffe auf Russland an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Fortsetzung der Angriffe auf die russische Ölindustrie angekündigt. Die Ukraine müsse hart und angemessen auf die Angriffe des russischen Militärs gegen Städte reagieren, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft nach dem russischen Luftschlag gegen Kiew mit 24 Toten. Eine erste Antwort habe es in der vergangenen Nacht gegeben, erklärte Selenskyj mit Blick auf die Attacke gegen die Ölraffinerie in Rjasan. „Wir setzen die Operation fort“, fügte er hinzu.

In seinem Statement warnte er zudem ein weiteres Mal, den Nachbarn Belarus (früher Weißrussland) davor, sich von Russland in den Angriffskrieg gegen die Ukraine hineinziehen zu lassen. Moskau wolle von belarussischem Boden aus in Richtung Tschernihiw-Kiew marschieren oder sogar eins der mit Belarus benachbarten Nato-Länder angreifen, sagte Selenskyj. „Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums“, erklärt Selenskyj. Er berief sich auf angebliche Geheimdienstinformationen zu solchen Gesprächen. Details nannte er nicht. (dpa/Reuters)

Trump: Russischer Angriff auf Kiew könnte Friedensbemühungen zurückwerfen

US-Präsident Donald Trump sieht die Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg nach einem tödlichen russischen Angriff auf ein Kiewer Wohnhaus gefährdet. Bei dem Angriff auf das Wohnhaus kamen nach ukrainischen Angaben 24 Menschen ums Leben, unter ihnen drei Kinder. „Bis gestern Abend sah es gut aus, aber sie (die Ukrainer) haben einen schweren Schlag erlitten“, sagt Trump zu Journalisten auf seinem Rückflug aus China. Er habe mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den Konflikt gesprochen, beide Staatschefs wollten ein Ende der Kämpfe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert unterdessen eine Bestrafung Moskaus für den Angriff. (Reuters)

„Save the Children“: Fast 800 tote Kinder durch Ukrainekrieg

Nach Angaben der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ sind bislang mehr als 3500 Kinder dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine zum Opfer gefallen. Davon seien 791 Kinder getötet und 2752 verletzt worden, wie die Organisation am Freitag in Berlin mitteilte. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 seien 294 Kinder betroffen gewesen.

Sonia Kush, Landesdirektorin von „Save the Children“ in der Ukraine, sprach von „verheerenden menschlichen Kosten dieses Krieges“ und sah eine „grobe Missachtung von Kindern und ihren Rechten“.

„Save the Children“ beruft sich bei den Zahlen auf einen UN-Bericht. Insgesamt seien laut UN seit Kriegsbeginn 15.850 Zivilistinnen und Zivilisten getötet und zusätzliche 44.809 verletzt worden. (epd)

Unterstützung für Sondertribunal für russischen Angriffskrieg wächst

Immer mehr Staaten unterstützen einen Sondergerichtshof für russische Führungspersonen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Bei einem Außenministertreffen in Chisinau erklärten 34 Mitgliedstaaten des Europarats sowie die EU, Australien und Costa Rica ihre Absicht, dem künftigen Tribunal beizutreten. Nach Angaben des Europarats unterstützen inzwischen 36 der 46 Mitgliedstaaten die Initiative.

Der Gerichtshof soll das „Verbrechen der Aggression“ gegen die Ukraine ahnden und damit eine Lücke in der Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs schließen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem historischen Tag: „Genau wie das Nürnberger Tribunal vor 80 Jahren wird dieser Sondergerichtshof in Den Haag Gerechtigkeit aus den Trümmern des Krieges wiederherstellen.“

Das Ministerkomitee des Europarats beschloss in Chisinau zugleich die Grundlagen für einen Lenkungsausschuss des künftigen Tribunals. Europarats-Generalsekretär Alain Berset nannte dies einen „entscheidenden Schritt“ zur Einrichtung des Sondergerichtshofs.

Die EU-Kommission kündigte zehn Millionen Euro für den Aufbau der neuen Justizbehörde an. Zwölf Europaratsstaaten haben sich der Initiative bislang nicht angeschlossen, darunter Ungarn, die Slowakei, Bulgarien, Malta und die Türkei. (AFP, KNA)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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