In der zentralukrainischen Stadt Tscherkassy ist nach Behördenangaben ein achtjähriger Junge durch einen russischen Drohnenangriff getötet worden. Weitere 14 Menschen seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur Ihor Taburez bei Telegram. Vier Hochhäuser wurden demnach beschädigt. (dpa)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag Drohnenlager in einem von Russland kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk angegriffen. Dabei seien SCALP-Marschflugkörper und gelenkte Fliegerbomben zum Einsatz gekommen, teilt der Generalstab auf Telegram mit. Zudem hätten ukrainische Kampfdrohnen russische Munitionsdepots in den ukrainischen Regionen Saporischschja und Donezk getroffen. Die Verluste des Gegners und das Ausmaß der Schäden würden derzeit bewertet. (Reuters)
Durch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Industriestadt Dnipro sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 25 Zivilisten seien verletzt worden, davon zehn schwer, schrieb der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram.
Die ukrainische Luftwaffe meldete zuvor den Anflug einer ballistischen Rakete aus Russland auf die Großstadt. Die gegenseitigen Attacken Russlands und der Ukraine sind nach einer Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest am vergangenen Sonntag wieder mit voller Wucht entbrannt.
Südwestlich von Dnipro im ukrainischen Gebiet Cherson wurden binnen eines Tages vier Zivilisten durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe getötet. Außerdem seien mindestens 16 Menschen verletzt worden, teilte die Nationale Polizei der Ukraine in Kiew mit. In drei Fällen seit Montag griffen demnach russische Drohnen fahrende Pkws an und töteten die Fahrer oder Beifahrer.
Russland führt seit mehr als vier Jahren einen großangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine, spürt die Folgen aber zunehmend auch im eigenen Land. Bei ukrainischen Gegenangriffen mit Drohnen wurde in der russischen Stadt Jelez im Gebiet Lipezk eine Frau getötet, es gab fünf Verletzte. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. (dpa)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Reparatur der für Ungarn wichtigen Druschba-Ölpipeline bis „Ende April“ zugesagt. Bis dahin werde die Leitung so weit instandgesetzt, dass sie wieder funktioniere, sagte Selenskyj am Dienstag bei den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin. Nach dem Wahlsieg der Opposition in Ungarn zeigte sich Selenskyj zuversichtlich, dass die neue Regierung in Budapest im Gegenzug den Widerstand gegen die Freigabe eines 90 Milliarden Euro schweren EU-Darlehens aufgibt.
Die Druschba-Pipeline transportiert normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Sie war nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei warfen Kiew vor, Reparaturen an der Leitung zu verzögern und die mutmaßlichen Schäden als Vorwand für eine Stilllegung zu nutzen.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) erinnerte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Selenskyj auch daran, dass es bereits ein Angebot an Ungarn gebe, eine alternative Pipeline durch Kroatien zu nutzen. Dieses habe die bisherige Regierung in Budapest aber nicht angenommen. Er gehe davon aus, dass sich dies nun ändern könne. Die Öllieferungen über die sogenannte Adria-Pipeline sind allerdings teurer als das durch die Ukraine geleitete Öl aus Russland. (AFP)
Mit einer neuen Anlaufstelle in Berlin will die ukrainische Regierung künftig ihre Landsleute bei der Rückkehr unterstützen. Der sogenannte Unity Hub soll Ukrainerinnen und Ukrainern außerdem helfen, die Verbindung in ihr Heimatland zu halten. Das Zentrum ist das erste seiner Art in Europa und soll am Mittwoch für das Publikum öffnen. In Tschechien und Schweden sollten weitere Zentren folgen, sagte der ukrainische Sozialminister Denys Uljutin. (dpa)
Vor dem Hintergrund neuer Rüstungskooperationen mit Deutschland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Stärke der eigenen Rüstungsindustrie betont. „Der Großteil der Waffen, den die Ukraine für verschiedene Operationen nutzt – von Schlägen gegen das Hinterland über die Kämpfe an der Front bis hin zur Flugabwehr – wird heute in der Ukraine produziert“, sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin.
Dabei seien die ukrainischen Produktionskapazitäten doppelt so groß. „Uns fehlt einfach das Geld, doch zum Teil haben wir heute darüber gesprochen“, sagte Selenskyj.
Er verwies auf den immer noch blockierten EU-Kredit von 90 Milliarden Euro, der unter anderem für Investitionen gebraucht werde. Mit der Freigabe könne die Menge der auf dem Schlachtfeld eingesetzten ukrainischen Rüstungsgüter weiter steigen.
Beim Nato-Programm Purl für den Kauf US-amerikanischer Waffen gehe es vor allem um Flugabwehr gegen ballistische Raketen. „Leider hat Europa bisher keine Mittel dagegen. Ich bin aber sicher, dass Europa zusammen mit der Ukraine Abwehrsysteme gegen ballistische Raketen entwickeln wird“, führte er aus. (dpa)
Deutschland wird einen Vertrag der Ukraine mit dem Rüstungsunternehmen Raytheon über die Lieferung von mehreren Hundert Patriot-Raketen finanzieren.
Unklar bleibt, wann die Ukraine die wichtigen Abwehrraketen – die jahrelange Lieferzeiten haben – erhalten wird.
Ferner sei mit dem deutschen Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin nach Regierungskonsultationen mit der Ukraine mit.
Zusätzlich haben Deutschland und die Ukraine demnach die Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite vereinbart. Das Projekt umfasst die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Ziel der Lieferung von Tausenden von Drohnen.
Weiter werde Deutschland die Ukraine bei der Finanzierung sogenannter Deep-Strike-Fähigkeiten – dabei geht es um weitreichende Präzisionswaffen – unterstützen. Dazu gehört laut Verteidigungsministerium eine Investition in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. (dpa/Tsp)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: