Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 20. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1933
letzte Woche, 1980 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1933
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 20.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1240
200
178
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
480
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 20.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ein Feuerwehrmann steht vor einem beschädigten Wohnhaus in Kyjiw.
Moskau setzt Angriffe am Tag fort – Todesopfer und Verletzte

Nach massiven Angriffen Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht ist bei einer neuen Attacke am Tag mindestens ein weiterer Mensch getötet worden.

Drohnentrümmer seien auf ein Geschäftszentrum gestürzt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Ein Toter und zwei Verletzte seien gefunden worden, Rettungskräfte setzten die Suche in dem Gebäude fort. Klitschko sprach von einem gezielten Angriff auf die kritische Infrastruktur. In zwei Stadtteilen könne es zu Unterbrechungen der Warmwasserversorgung kommen.

Auch Kramatorsk in der Ostukraine wurde nach Behördenangaben tagsüber angegriffen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden, teilte der Militärverwalter des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit.

Erst in der vergangenen Nacht waren Klitschko zufolge allein in Kyjiw 15 Menschen durch massive russische Angriffe ums Leben gekommen.

Die Gewalt im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eskalierte zuletzt deutlich mit einer steigenden Zahl ziviler Opfer auf beiden Seiten. Die Kriegsparteien setzen immer schnellere, schlagkräftigere und weitreichendere Waffen ein. (dpa)

Ein Feuerwehrmann steht vor einem beschädigten Wohnhaus in Kyjiw.
IMAGO/UKRINFORM
Offenbar mehrere Hunderte ukrainische Soldaten in Deutschland desertiert

Deutschlandweit sollen mehrere hundert ukrainische Soldaten desertiert sein, berichtet die „Zeit“. Alleine vom Truppenübungsplatz Altengrabow in Sachsen-Anhalt wurden demnach mehr als 80 Fälle gemeldet. 

Anders als Ukrainer, die eigenständig nach Deutschland geflüchtet sind, würden desertierte Soldaten nicht unter Paragraf 24 des deutschen Aufenthaltsgesetzes fallen, der Anwendung findet, wenn jemand aus der „Ukraine vertrieben“ wurde, heißt es in dem Bericht. Den Deserteuren drohen in der Ukraine dem Bericht zufolge bis zu zwölf Jahre Haft.

Zu Beginn des russischen Angriffskrieges habe die Ukraine noch „hoch motivierte, erfahrene Soldaten“ zur Ausbildung nach Deutschland geschickt, schreibt die „Zeit“. Mittlerweile werden zunehmend Männer zwangsrekrutiert, die unerfahren seien und nicht kämpfen wollten. (Tsp)

Russland meldete Hunderte ukrainische Drohnenschläge

Das russische Verteidigungsministerium hat den Abschuss von insgesamt 726 ukrainischen Drohnen in verschiedenen Regionen gemeldet. Allein der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete, es seien im Anflug auf die Hauptstadt 250 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Zu möglichen Opfern oder Schäden machte er keine Angaben. Die Hauptstadtflughäfen stellten in der Nacht wie fast täglich bei solchen Attacken vorübergehend Starts und Landungen ein.

Getroffen wurden in der russischen Teilrepublik Tatarstan in Nischnekamsk erneut eine Ölraffinerie und in der Schwarzmeerregion in dem Ort Wolna nahe Taman im Gebiet Krasnodar ein wichtiges Ölterminal, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Die russischen Behörden bestätigten das konkret nicht, sprachen aber von Bränden und Schäden in Industrieanlagen nach ukrainischen Drohnenangriffen. Der Name des betroffenen Unternehmens bei Taman wurde nicht genannt. Über den Hafen von Taman werden unter anderem Ölprodukte, Getreide und Kohle umgeschlagen. Die Anlage ist häufig Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. In Tatarstan gab es demnach auch Verletzte. (dpa/AFP)

Feuerwehrleute sind am 20. August 2026 in Kyjiw an einem Ort im Einsatz, der von einem russischen Raketenangriff getroffen wurde.
Behörden melden mindestens sechs Tote bei russischen Angriffen auf Region Kyjiw

Bei neuen russischen Angriffen auf Kyjiw und Umgebung sind in der Nacht zum Donnerstag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Bei den „massiven“ Raketenangriffen seien Wohngebiete und Lagerhallen getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram. Es seien Wohngebäude, ein Kinderkrankenhaus und eine Bildungseinrichtung beschädigt worden. Ein neunstöckiges Wohnhaus stehe in Brand.

In Kyjiw wurden nach Angaben der Militärverwaltung fünf Menschen getötet und 23 weitere verletzt. Bei einem weiteren Angriff im Bezirk Browary in der Region rings um die ukrainische Hauptstadt seien ein Mann getötet und ein weiterer verletzt worden, erklärte der zuständige Gouverneur. Ein Zeuge der Nachrichtenagentur Reuters berichtete von mehr als einem Dutzend Explosionen. (AFP/Reuters)

Feuerwehrleute sind am 20. August 2026 in Kyjiw an einem Ort im Einsatz, der von einem russischen Raketenangriff getroffen wurde.
Foto: Reuters/Anatolii Stepanov
Freiwillige evakuieren einen Bewohner aus einem Wohnhaus, das von einem russischen Raketenangriff getroffen wurde.
Foto: Reuters/Anatolii Stepanov
Ein Polizeibeamter begutachtet am 20. August 2026 in Kyjiw den Ort eines Raketenangriffs auf ein Wohnhaus.
Foto: Reuters/Anatolii Stepanov
Eine Explosion in Kyjiw während eines russischen Raketenangriffs am 20. August 2026.
Foto: Reuters/Gleb Garanich
Während eines russischen Raketenangriffs steigt am 20. August 2026 in Kyjiw, Ukraine, Rauch über der Stadt auf.
Foto: Reuters/Gleb Garanich
Ukraine geht wegen Korruptionsvorwürfen gegen Bankenvertreter vor

Vor dem Hintergrund neuer Ermittlungen der ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden will die Regierung in Kyjiw den Aufsichtsratsvorsitzenden und den Vorstandschef einer staatlichen Bank von ihren Aufgaben entbinden. Das teilte Ministerpräsident Serhij Korezkyj am Abend bei Telegram mit. Die von den Anti-Korruptionsbehörden veröffentlichten Fakten bräuchten eine angemessene Bewertung und dürften nicht ohne Reaktion bleiben, erklärte er.

Die Anti-Korruptionsbehörden des Landes hatten zuletzt Durchsuchungen bei Verdächtigen durchgeführt und am Mittwochmorgen über eine „Spezialoperation“ informiert. Bei den Vorwürfen der Ermittler geht es um Geldwäsche in Millionenhöhe.

Im Fokus stand dabei auch die bisherige Vizechefin des Präsidialamtes in Kyjiw, Iryna Mudra, die Präsident Wolodymyr Selenskyj wenige Stunden später entließ. Zu den Gründen machte er keine Angaben. Mudra bestätigte am Mittwochabend bei Facebook, dass es am Morgen eine Durchsuchung bei ihr gegeben habe und sie mit den Behörden kooperiere. In der Stellungnahme hieß es außerdem, dass sie ihren Rücktritt eingereicht habe. (dpa)

Russischer Drohnenangriff: Zwei Tote und viele Verletzte

Bei einem russischen Drohnenangriff im Norden der Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Russland habe ein Gebäude der Nationalpolizei in Schytomyr attackiert, teilte die Nationalpolizei mit. Zwei Polizisten seien ums Leben gekommen und mindestens 20 Menschen verletzt worden.

Russland habe bei dem Angriff Drohnen mit Düsenantrieb eingesetzt. Es sei zu einem Brand auf dem Dach und im vierten Stock gekommen. Die Ukraine verteidigt sich seit knapp viereinhalb Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

Putin zu Kyjiws Angriffen: Schaden uns, aber keine kritischen Folgen

Kremlchef Wladimir Putin hat eingeräumt, dass ukrainische Drohnenangriffe Russland schaden, aber keine kritischen Folgen hätten. Logistik- und Lagerkapazitäten müssten wiederhergestellt werden – auch unter Beteiligung des Staats, sagte er bei einer Sitzung des Rats für strategische Entwicklung und nationale Projekte, und wies die Regierung an, ein entsprechendes Programm zum Wiederaufbau zu verabschieden.

Eine Reihe von Faktoren wirke sich auf das Wirtschaftstempo aus, darunter auch äußerer Druck und „Terrorangriffe auf Industrie- und Infrastrukturobjekte“, sagte er. Die Dynamik der russischen Wirtschaft bezeichnete er als „bescheiden, aber positiv“. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liege im Jahr 2026 bei etwa einem Prozent.

Russland überzieht die Ukraine seit knapp viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil seines Abwehrkampfes hat Kyjiw zuletzt seine Gegenangriffe im russischen Hinterland vor allem mit Drohnen ausgeweitet. Seit Wochen treffen ukrainische Drohnenangriffe immer wieder Logistikzentren des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries. Laut Experten sind dabei Milliardenschäden entstanden. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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