Bei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner ein weiteres Mal zur Flucht aus den frontnahen Gebieten auf. Kramatorsk ist nur etwas mehr als zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Ukraine-Hilfen künftig als sogenannte Bereichsausnahme zu definieren, die von der Schuldenbremse ausgenommen ist. Er halte das „für eine sinnvolle Idee“, sagte Wadephul den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). „Darüber muss jetzt in der Koalition diskutiert und im Herbst entschieden werden.“
Zuvor hatte das bereits Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) gefordert. Der finanzielle Spielraum für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe würde sich dadurch erhöhen.
Wadephul zeigte sich außerdem überzeugt, dass der seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine massiv gestiegene Verteidigungsetat nicht dauerhaft so hoch bleiben werde. „Wir haben jetzt eine Sondersituation, weil es vorherige Versäumnisse aufzuholen gilt“, sagte er dem RND. „Aber es ist klar, dass der Wehretat irgendwann wieder in den Normalzustand zurückkehrt und die jetzt nötige Aufholjagd beendet sein wird.“ (AFP)
Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben 13 weitere russische Schiffe getroffen. Damit steige die Gesamtzahl der im Schwarzen Meer und dem benachbarten Asowschen Meer beschossenen Schiffe auf 172, teilte der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, in sozialen Netzwerken mit. In der Nacht zum Samstag seien acht Frachter, ein Tanker, ein Gastransportschiff, ein Schlepper und zwei Schwimmkräne getroffen worden. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht überprüfbar.
Die Ukraine will mit den Gegenangriffen im russischen Angriffskrieg Moskaus militärische Logistik stören. Nach Darstellung Browdis führt die seit Wochen andauernde „Flottenjagd“ auf russische Schiffe inzwischen dazu, dass Moskau seine Drohneneinheiten der sogenannten Rubikon-Truppen teils von der Front abziehe und verlagere, um so besser den Schiffverkehr zu schützen. Das schwäche den Gegner an der Front, betonte er. (dpa)
Bei einem russischen Angriff auf den Hafen der ukrainischen Schwarzmeer-Stadt Odessa ist nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Regionalgouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bei dem Angriff wurde demnach ein Schiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda getroffen. Hafeneinrichtungen wie Gebäude, Lagertanks und Lagerhäuser seien beschädigt worden. (Reuters)
Bei einem ukrainischen Angriff auf ein Logistikzentrum in Russland sind nach Behördenangaben sieben Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden. Der Drohnenangriff habe sich in der Stadt Kotowsk ereignet, erklärte am Samstag der Gouverneur der westrussischen Region Tambow, Jewgeni Perwijschow. Bei den Todesopfern habe es sich um Mitarbeiter der Nachtschicht in dem Logistikzentrum gehandelt.
Auch die russische Hauptstadt Moskau meldete massive Drohnenangriffe. Insgesamt seien von der ukrainischen Armee 370 Drohnen in Richtung Moskau gestartet worden, erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Internet. „Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in weiter Ferne neutralisiert. 64 feindliche Drohnen wurden im Anflug auf Moskau zerstört.“ (AFP)
Bei russischen Raketenangriffen auf das südukrainische Gebiet Odessa ist ein Frachtschiff beschädigt worden. Vier Mitglieder der 17-köpfigen Besatzung seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Das Schiff ist demnach unter der Flagge der Marschallinseln gefahren. Zuvor sei auch „industrielle Infrastruktur“ angegriffen worden. Den Angaben nach wurden dabei ein Verwaltungs- und ein Lagergebäude und mehr als ein Dutzend Autos beschädigt.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge wurden zwei Häfen in der Region Odessa vom russischen Militär angegriffen. Eine Attacke auf den Hafen „Piwdennyj“ galt demzufolge einem Frachter mit Gütern für die ukrainische Armee. Im Hafen Odessa selbst seien wiederum Treibstofftanks das Ziel gewesen. Zusätzlich seien noch vier Frachtschiffe im Hafen Mykolajiw in der Nachbarregion angegriffen worden. Dafür gab es keine Bestätigung von ukrainischer Seite. (dpa)
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben am Freitagabend erneut tausende Menschen gegen die Ablösung des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow protestiert. Die Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und hielten Plakate in die Luft, auf denen „Bringt Fedorow zurück!“ und „Respektiert das Volk!“ standen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung von Präsident Wolodymyr Selenskyj zurückgetreten.
Der Staatschef hatte die Umbildung des Kabinetts mit „neuen Herausforderungen und Aufgaben“ begründet und unter anderem auch Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko entlassen. Besonders die Ablösung Fedorows stieß dabei auf Widerstand bei den Bürgern. Für viele Ukrainer verkörperte der nur sechs Monate amtierende Minister die Modernisierung der von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee.
Fedorow hatte die Digitalisierung der Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt. (AFP)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: