Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 25. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1494
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1494
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 20.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
934
200
91
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
451
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 15.5., letzte Aktualisierung: 20.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Nach Russlands Warnung an Diplomaten: USA wollen weiter im Ukraine-Krieg vermitteln, EU bleibt in Kyjiw

Nach den jüngsten russischen Großangriffen und Warnungen an ausländische Botschaften in Kyjiw hat US-Außenminister Marco Rubio erklärt, dass sein Land weiter im Ukraine-Krieg vermitteln wolle. „Jedes Mal, wenn man diese massiven Angriffe der einen oder anderen Seite sieht, ist dies eine mahnende Erinnerung daran, warum dies ein schrecklicher Krieg ist“, sagte Rubio am Dienstag in Indien. „Er muss beendet werden.“

„Die USA stehen bereit und sind gewillt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ein Ende dieses Krieges zu erleichtern – hoffentlich wird sich zu gegebener Zeit die Gelegenheit dazu ergeben“, sagte Rubio nach einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.

Auch die EU wies russische Aufforderungen zurück, ihr diplomatisches Personal aus der ukrainischen Hauptstadt abzuziehen. Die EU-Vertretung werde in Kyjiw bleiben, betonte die Leiterin des dortigen EU-Büros, Katarina Mathernova.

Russland wolle mit seinen Warnungen lediglich Panik säen und die Ukraine isolieren. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief die Verbündeten auf, sich der russischen Erpressung nicht zu beugen.

Moskau hatte zuvor Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kyjiw aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen.

Russland hatte in den vergangenen Tagen zahlreiche Drohnen und Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Moskau setzte dabei auch die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann.

Bei nächtlichen russischen Angriffen auf Kyjiw wurden am Wochenende auch das ARD-Studio sowie das Büro der Deutschen Welle (DW) massiv beschädigt und teilweise zerstört. (AFP, Reuters, Tsp)

Russland wirbt für neue Rekruten mit Schuldenerlass

Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Dekret zum Schuldenerlass für neue Rekruten im Ukraine-Krieg und deren Familien unterzeichnet.

Wer ab dem 1. Mai einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium geschlossen hat, wird samt Ehepartner von Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu zehn Millionen Rubel (rund 139.700 Dollar) befreit, teilte der Kreml am späten Montagabend mit. Voraussetzung sei, dass vor diesem Datum bereits ein rechtlicher Anspruch auf Eintreibung der Schulden bestand und der Vertrag für den Einsatz für mindestens ein Jahr unterzeichnet wurde. Zudem verlängerte Putin die Pachtrechte für staatliches Land für Kämpfer in der Ukraine auf unbestimmte Zeit.

Die Summe von zehn Millionen Rubel entspricht laut der Immobiliendatenbank Cian in etwa dem Preis für eine 35 Quadratmeter große Einzimmerwohnung in Moskau. Das Gesetz ergänzt eine Reihe von bereits bestehenden Unterstützungsmaßnahmen wie hohe Prämien oder eine bevorzugte Zulassung an Hochschulen. Die Regierung in Moskau versucht damit, ihre Truppen in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg aufzustocken. (Reuters)

Russland meldet Abschuss von Flugkörpern über Region Leningrad

Die russische Luftabwehr schießt nach offiziellen Angaben Flugkörper ab, die auf die Region Leningrad zusteuern. Dies teilt der regionale Gouverneur Alexander Drosdenko über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Weitere Details nennt er zunächst nicht. In der Region im Nordwesten Russlands liegt unter anderem die Millionenmetropole St. Petersburg. Zudem befinden sich dort wichtige Hafenanlagen und Energieinfrastruktur wie Ölraffinerien. (Reuters)

Lawrow informiert USA über Angriffe auf Kyjiw

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat nach Angaben seines Ministeriums US-Außenminister Marco Rubio über Angriffe auf die ukrainischen Hauptstadt Kyjiw informiert. Dies teilt das Außenministerium in Moskau mit. Die russischen Streitkräfte begännen nun mit systematischen Angriffen auf Einrichtungen, die vom ukrainischen Militär genutzt würden, sowie auf Entscheidungszentren. Es handle sich um Vergeltung für ukrainische Angriffe. Dies habe Lawrow Rubio in einem Telefonat mitgeteilt. Zuvor hat die Regierung in Moskau Ausländer aufgefordert, Kyjiw zu verlassen. (dpa)

Ein Junge spielt vor einem zerstörten Einkaufszentrum in Kyjiw Akkordeon.
Update: 03:00 Uhr

Russland warnt Ausländer und Diplomaten vor weiteren Angriffen auf Kyjiw

Russland hat Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kyjiw am Montag erneut aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen. „Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten zielen“, teilte das Außenministerium in Moskau am Montag mit. „Wir warnen ausländische Bürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und internationaler Organisationen, die Stadt so bald wie möglich zu verlassen“, hieß es weiter.

Die Ukraine und die Europäische Union erklärten, sich von diesen Drohungen nicht einschüchtern zu lassen. Die EU wies die russischen Aufforderungen zurück, ihr diplomatisches Personal aus der ukrainischen Hauptstadt abzuziehen.

Die EU-Vertretung werde in Kiew bleiben, betonte die Leiterin des dortigen EU-Büros, Katarina Mathernova. Russland wolle mit seinen Warnungen lediglich Panik säen und die Ukraine isolieren. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief die Verbündeten auf, sich der russischen Erpressung nicht zu beugen.

Moskau hatte bereits vor gut zwei Wochen Bewohnern von Kyjiw und ausländischen Diplomaten geraten, das Stadtzentrum „rasch“ zu verlassen, falls das russische Weltkriegsgedenken am 9. Mai von der Ukraine gestört werden sollte. (AFP)

Ein Junge spielt vor einem zerstörten Einkaufszentrum in Kyjiw Akkordeon.
Ein Junge spielt vor einem zerstörten Einkaufszentrum in Kyjiw Akkordeon. Credit: Vladyslav Musiienko / AFP
Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine

Im Osten der Ukraine sind bei russischen Angriffen mindestens vier Menschen getötet worden. Bei Raketenbeschuss auf die Stadt Derhatschi im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen Militärgouverneur Oleh Synjehubow zufolge ein 25-Jähriger und ein 68-Jähriger ums Leben. Weitere 23 Personen wurden demnach verletzt. Ein ziviles Unternehmen, Lagerräume und Fahrzeuge seien beschädigt worden.

Ein 64 Jahre alter Mann und eine 38-jährige Frau kamen außerdem durch russischen Beschuss der Stadt Kramatorsk und der Siedlung Jasnohirka ums Leben, wie die regionale Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk mitteilte. Drei weitere seien verletzt worden. (dpa)

Tschechien verschärft Regeln für ukrainische Flüchtlinge

Die tschechische Regierung billigt eine Gesetzesänderung, die die Aufenthaltsregeln und die finanzielle Unterstützung für ukrainische Flüchtlinge verschärft. Damit reagiere man auf den Missbrauch von Hilfsgeldern und die Wahrnehmung, dass Flüchtlinge gegenüber Einheimischen im Vorteil seien, teilt die Regierung mit. Innenminister Lubomir Metnar erklärt, humanitäre Hilfe und Aufenthaltsgenehmigungen sollten künftig auf Personen beschränkt werden, die dauerhaft im Land leben.

Zudem entfällt die Befreiung ukrainischer Autos von der technischen Inspektion. Das Parlament muss den Plänen noch zustimmen. Metnar zufolge könnte auf EU-Ebene zudem diskutiert werden, den Schutzstatus ab März 2027 für wehrfähige Männer aufzuheben, um dem Personalmangel in der Ukraine entgegenzuwirken. Tschechien hat EU-Angaben zufolge gemessen an der Einwohnerzahl die meisten ukrainischen Flüchtlinge in der Europäischen Union aufgenommen. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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