Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 13. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1978
letzte Woche, 1982 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1978
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 7.8., letzte Aktualisierung: 12.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1292
200
132
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
533
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 7.8., letzte Aktualisierung: 12.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russe soll Mordanschlag auf US-Bürger in Polen geplant haben

Polens Geheimdienst hat nach Regierungsangaben einen Russen gefasst, der einen Mordanschlag auf einen Mann mit ukrainischer und US-Staatsbürgerschaft geplant haben soll. Das potenzielle Mordopfer sei unbequem für das System von Russlands Präsident Wladimir Putin gewesen, sagte Regierungschef Donald Tusk in Warschau. „Dank einer blitzschnellen Aktion konnten wir dieser Exekution zuvorkommen.“ Dabei habe man auch mit den US-Geheimdiensten zusammengearbeitet.

Die Festnahme sei bereits am 7. August erfolgt, schrieb Geheimdienst-Koordinator Tomasz Simoniak auf X. Der russische Staatsbürger habe den Anschlag auf Anweisung eines fremden Geheimdienstes vorbereitet. Die Tat sei in Warschau geplant gewesen. „Dies ist der erste Fall, bei dem jemand aus Russland einen Anschlag auf einen US-Bürger auf dem Gebiet eines Nato-Landes geplant hat“, sagte Regierungschef Tusk.

Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Es hat auch knapp eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines Verbündeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken. (dpa)

UN: Zivile Todesopfer in der Ukraine im Juli auf höchstem Stand seit Mai 2022

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben von Beobachtern der Vereinten Nationen im Juli so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. Es seien mindestens 437 Menschen in der Ukraine getötet und 2.610 weitere Zivilisten verletzt worden, gab die UN-Menschenrechtsbeobachtermission bekannt. Das sei im Vergleich zum Juni ein Anstieg um 30 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli sogar eine Erhöhung um 70 Prozent. „Die Zahl der Getöteten ist die höchste, die seit Mai 2022 erfasst wurde“, teilte die Mission mit.

Die tatsächliche Zahl der Opfer sei wahrscheinlich höher, hieß es. Die Überprüfung von Todesmeldungen dauere an. In diesem Jahr habe sich die Zahl der Opfer von Monat zu Monat erhöht. Dabei habe es die ukrainische Hauptstadt Kyjiw im Juli besonders hart getroffen. Demnach wurden dort 54 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt.

Grund sei die Eskalation der Gewalt durch die massiven russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, hieß es. Aber auch Drohnenschläge und Gleitbomben seien weiter eine große Gefahr für die Menschen. Die Ukraine beklagt seit Monaten, sich vor den intensivierten russischen Angriffen mit ballistischen Raketen nicht ausreichend schützen zu können, weil es an Raketen für das effektive Abwehrsystem vom Typ Patriot fehle.

Auch auf russischer Seite habe die Zahl der getöteten Zivilisten im Juli zugenommen, teilten die UN-Beobachter mit. Russische Behörden hätten demnach 79 Tote und mehr als 600 Verletzte gemeldet. Nach Angaben der Mission sind die Zahlen schwer überprüfbar, weil der Zugang zu Informationen in Russland eingeschränkt sei.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben mindestens 16.874 getötete Zivilisten erfasst, darunter 820 Kinder. Die Zahl der Verletzten liege insgesamt bei 51.273, darunter mehr als 3.000 Kinder, hieß es. (dpa)

Institut für Weltwirtschaft: Europa baut Hilfe für die Ukraine aus

Europa hat seine Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine zuletzt ausgebaut. Im Mai und Juni belief sich die Unterstützung auf rund elf Milliarden Euro, wie der Ukraine-Support-Tracker des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel zeigt. In den Vormonaten März und April beliefen sich die Hilfen insgesamt auf knapp 6,7 Milliarden Euro. Von der nun bereitgestellten Unterstützung flossen dem Institut zufolge etwa 4,3 Milliarden Euro in militärische Hilfe und 6,7 Milliarden Euro in finanzielle sowie humanitäre Unterstützung. Die USA leisteten in diesem Zeitraum laut den Daten keine Hilfen.

Europa führt weiterhin bei der militärischen Unterstützung, doch Waffen aus den USA spielen eine Schlüsselrolle. Der US-Anteil an der europäischen Militärhilfe stieg dem IfW zufolge weiter – sowohl bei Käufen von Rüstungsfirmen als auch bei Lieferungen aus amerikanischen Beständen. Zwischen Januar und Juni 2026 kauften europäische Geber Waffen im Wert von mindestens drei Milliarden Euro bei US-Rüstungsunternehmen. Das entspreche etwa 30 Prozent der über die Industrie bereitgestellten europäischen Militärhilfe. (dpa)

Das Bild vom Juni 2025 zeigt einen Kühl-Lkw, der im Rahmen eines damaligen Austauschs von Gefallenen eingesetzt wurde.
Kyjiw erhält 261 Soldatenleichen zurück – Moskau 24
Das Bild vom Juni 2025 zeigt einen Kühl-Lkw, der im Rahmen eines damaligen Austauschs von Gefallenen eingesetzt wurde.
Foto: dpa/AP/Russian Defense Ministry Press Service

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut Soldatenleichen von Russland erhalten. Die sterblichen Überreste von 261 Gefallenen, bei denen es sich laut der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kyjiw übergeben worden, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Russland erhielt nach Angaben aus Moskau im Gegenzug von der Ukraine 24 Leichen zurück.

In Kyjiw gab der Stab bekannt, dass Ermittler und Gerichtsmediziner nun die Toten identifizieren würden. Vermittelt habe den Austausch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, hieß es. Zuletzt hatte es im Juli eine Übergabe von Leichen gegeben. (dpa)

Russischer Offizier bei Anschlag in Sewastopol getötet

In der auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim gelegenen Hafenstadt Sewastopol wird ein russischer Offizier bei einem Anschlag getötet. Eine Frau sei wegen des Verdachts festgenommen worden, die Tat im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes verübt zu haben, teilt Gouverneur Michail Raswoschajew mit. Eine ukrainische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

Bei der Verdächtigen handelt es sich der Nachrichtenagentur Tass zufolge um eine russische Staatsbürgerin. Unabhängig davon kommen in Sewastopol in der Nacht bei der Entschärfung eines Sprengsatzes fünf Menschen ums Leben, wie Raswoschajew weiter erklärt. (Reuters)

Rumänien lässt wegen Drohnen wieder Kampfjets starten

Das rumänische Militär hat in der Nacht während eines russischen Angriffs auf die Ukraine erneut eine Verletzung des rumänischen Luftraums registriert. Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums erfassten Radarsysteme um 01:27 Uhr fünf Flugziele in der Nähe der ukrainischen Stadt Ismajil. Eines davon drang nahe Pardina rund zwei Kilometer in rumänisches Hoheitsgebiet ein und kehrte erst nach zehn Minuten in Richtung Ukraine um. Zwei F-16 der rumänischen Luftwaffe starteten vom Luftwaffenstützpunkt Borcea, während die Bevölkerung alarmiert wurde. Über den Vorfall berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Agerpres unter Berufung auf das rumänische Verteidigungsministerium.

Am Morgen wurde demnach erneut Alarm ausgelöst. Um 09:02 Uhr registrierten rumänische Radarsysteme wieder ein Flugziel in der Nähe der Grenze zur Ukraine. Um 09:20 Uhr stiegen erneut zwei F-16 auf, um die Lage zu überwachen.

Analyse: In Teilen Russlands schwindet der Glaube an ein schnelles Ende des Krieges

Regelmäßige ukrainische Drohnenangriffe auf Ziele in Russland verändern zunehmend die Wahrnehmung des Krieges in den russischen Regionen. Die Erwartung eines baldigen Endes der Kämpfe weicht immer stärker der Einschätzung, dass der Krieg noch lange dauern wird. Das geht aus einer Studie der ukrainischen Nichtregierungsorganisation Join Ukraine hervor. Für das Monitoring wertete die Organisation Diskussionen in 536 regionalen Gruppen des russischen Netzwerks VKontakte und 428 Telegram-Kanälen aus.

Besonders deutlich verändern sich die Debatten demnach in Regionen, die unmittelbar mit Luftalarm, Explosionen und den Folgen von Drohnenangriffen konfrontiert sind. Eine einheitliche Antikriegsstimmung stellt die Untersuchung allerdings nicht fest: Während ein Teil der Nutzer ein Ende der Kämpfe fordert, verlangen radikalere Stimmen weiterhin einen russischen „Sieg“ und ein härteres Vorgehen der Führung.

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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