Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 23. September, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Tote und Dutzende Verletzte in Kyjiw

Die russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw den ganzen Tag über mit Kampfdrohnen angegriffen. Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Bis zum Abend wurden 43 Verletzte gezählt.

In der Millionenstadt waren immer wieder Einschläge und das Feuer der Flugabwehr zu hören, die auf die jet-getriebenen russischen Drohnen schoss.

Zwei Internetprovider informierten über Probleme nach einem Treffer in einem Datenzentrum. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Russland vor, speziell die Alarmvorrichtungen zum Schutz der Bevölkerung zu attackieren. „Schnelle Warnungen vor Bedrohungen durch Raketen und Drohnen sind wichtig, sie retten Leben“, schrieb er auf der Plattform X. Auch ein Kongresszentrum, ein Bürogebäude, eine Pharmafabrik und eine Tankstelle wurden den Angaben zufolge getroffen. (dpa)

Inhaftierte Regisseurin Berkowitsch laut ihrer Anwältin auf 42 Kilo abgemagert

Die in Russland inhaftierte Theaterregisseurin und Kriegsgegnerin Jewgenija Berkowitsch ist nach Angaben ihrer Anwältin im Gefängnis auf 42 Kilogramm abgemagert. „Sie ist wieder in eine Strafzelle gesteckt worden“, sagte Ksenia Karpinskaja der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Ihren Angaben zufolge ist es das dritte Mal, dass die 41-Jährige in Isolationshaft musste.

Berkowitsch und die Dramaturgin Swetlana Petrijtschuk waren im Mai 2023 in Moskau festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, 2021 im einem ausschließlich mit Frauen besetzten Stück „Terrorismus gerechtfertigt“ zu haben. In dem preisgekrönten Werk „Finist, der tapfere Falke“ geht es um russische Frauen, die im Netz rekrutiert werden, um Islamisten in Syrien zu heiraten. (AFP)

USA laden Putin zum G20-Gipfel in Miami ein

Die USA haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Angaben von Außenminister Marco Rubio zum G20-Gipfel in Miami im Dezember eingeladen. „Wir hoffen, dass er die Einladung annimmt“, sagte Rubio am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe inne. (AFP)

Polen setzt Flugbetrieb an zwei Flughäfen vorübergehend aus

Polen hat den Flugbetrieb an den Flughäfen Lublin und Rzeszow im Südosten des Landes wegen russischer Angriffe auf die Ukraine vorübergehend ausgesetzt. Nach dem Einsatz von Kampfflugzeugen sei die Sperrung wieder aufgehoben worden, teilt die polnische Flugsicherungsbehörde PANSA auf der Plattform X mit. Das russische Verteidigungsministerium erklärt zudem, bei nächtlichen Drohnenangriffen seien ukrainische Verteidigungs- und Energieanlagen, Logistikzentren sowie Militärschiffe getroffen worden. (Reuters)

Ukraine: Selenskyj warnt vor neuem russischem Großangriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einem neuen russischen Großangriff auf sein Land. „Es gibt jetzt Geheimdienstinformationen, dass Russland einen neuen massiven Angriff auf die Ukraine vorbereitet“, schreibt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Die Ukraine sei in ständigem Austausch mit ihren Verbündeten, um neue Flugabwehrsysteme zu sichern. (Reuters)

Erdoğan bezeichnet Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer als „inakzeptabel“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat vor der UNO Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer scharf verurteilt. „Die jüngsten Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer sind inakzeptabel, unabhängig davon, wer dafür verantwortlich ist“, sagte Erdoğan am Dienstag vor der Vollversammlung in New York. Seit Beginn des Ukraine-Krieges wurden im Schwarzen Meer Ankara zufolge 226 zivile und kommerzielle Schiffe angegriffen, wobei mehr als 70 Prozent der Angriffe in diesem Jahr erfolgten.

Ankara stehe mit allen relevanten Parteien in Kontakt, „um die Freiheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer wiederherzustellen, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und zu verhindern, dass sich der Krieg auf eine größere Region ausweitet“, sagte Erdoğan weiter.

Seit Anfang Juni sind laut der türkischen Handelskammer mindestens 27 türkische Schiffe, die meisten davon unter ausländischer Flagge, Ziele von Angriffen geworden. Dabei wurden vier türkische Staatsbürger getötet. Mehrere Drohnenangriffe wurden der Ukraine zugeschrieben, die dadurch den Transport von Getreide und Kohlenwasserstoffen zugunsten Russlands behindern will.

In der vergangenen Woche hatte die türkische Regierung der Ukraine und Russland eine Absichtserklärung vorgelegt, um den Angriffen ein Ende zu setzen. Der türkische Außenminister Hakan Fidan erklärte am Wochenende jedoch, beide Seiten seien mit „Forderungen und Positionen zurückgekommen, die schwer miteinander vereinbar sind“. (AFP)

Trump hält Abkommen zum Ende des Ukraine-Kriegs „schneller“ möglich als gedacht

Ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine zum Ende des Kriegs wird nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump in naher Zukunft möglich sein. Die US-Regierung arbeite eng mit den Führungsspitzen beider Länder zusammen, sagte Trump am Dienstag vor der UN-Vollversammlung in New York. „Wir werden diese Angelegenheit regeln. Das wird passieren – ich glaube, schneller, als die Menschen denken.“

Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden unter Beteiligung von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine brachten keinen Durchbruch. Zuletzt bemühten sich die USA darum, die stockenden Verhandlungen wiederzubeleben. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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