Der russische Präsident Wladimir Putin hat in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump der Ukraine die Schuld für den aktuellen Stillstand bei den trilateralen Friedensverhandlungen zugewiesen. Laut dem außenpolitischen Sprecher des russischen Präsidialamtes, Juri Uschakow, sagte Putin, Kyjiw habe die Gespräche durch Drohnenangriffe auf Moskau während der russischen Parlamentswahl im vergangenen Monat untergraben: „Mit dem massiven Drohnenangriff auf Moskau, andere Städte und Wahllokale am Hauptwahltag hat das Regime in Kiew die Möglichkeit einer sofortigen Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses faktisch zunichte gemacht.“ Man werde nun prüfen, wann die Dreiergespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine wieder aufgenommen werden könnten. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Der Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder beim russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dessen Geburtstag stößt laut einer Umfrage auf Unverständnis bei der Mehrheit der Menschen hierzulande. 56 Prozent halten es für unangemessen, dass ein früherer Kanzler eine solche Einladung annimmt, wie eine repräsentative Yougov-Umfrage unter für die Deutsche Presse-Agentur zeigt. Ein Viertel findet das angemessen, ein Fünftel antwortete mit „weiß nicht“ oder machte keine Angaben.
In der Beurteilung der Visite des 82-Jährigen in Moskau gibt es Unterschiede zwischen Ost und West. In Ostdeutschland finden nur 42 Prozent den Besuch unangemessen, und 34 Prozent sagen, er sei angemessen. Hier antworteten 24 Prozent mit „weiß nicht“ oder machten keine Angabe.
Der frühere SPD-Chef Schröder hatte bei Putin am Mittwoch dessen 74. Geburtstag gefeiert, wie der Kreml berichtete. „Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein.“ Gezeigt wurden auch Fotos, auf denen die beiden lächelnd ihre Hände fest umeinander verschließen.
Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Der 82-Jährige ist mit Putin eng befreundet und steht unter anderem wegen dieser engen Verbindung und seines geschäftlichen Engagements für russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik. (dpa)
Die USA, die Ukraine und europäische Partner wollen Russland einem Insider zufolge noch vor dem Winter einen gemeinsamen Vorschlag zur Beendigung des Krieges in der Ukraine vorlegen. Zu diesem Zweck hätten Unterhändler am Freitag in Miami sechs Stunden lang beraten, sagt eine mit den Gesprächen vertraute Person. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, sowie Delegationen aus der Ukraine, Europa und der Nato hätten daran teilgenommen.
Bei den Gesprächen sei es unter anderem um ein Nachkriegspaket mit Sicherheitsgarantien der USA und Europas für die Ukraine gegangen. Zudem seien ein Wirtschaftsplan für die Ukraine sowie ein Weg zu einem EU-Beitritt Kyjiws diskutiert worden. Auch über „einige Ideen“ zu Gebietsfragen sei bei dem Treffen gesprochen worden, hieß es weiter, ohne dass Details genannt wurden.
Witkoff schrieb auf X von „konstruktiven Gesprächen“. Bei dem Austausch in Miami sei es unter anderem um „kurzfristige Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Winter“ in der Ukraine wie die Stärkung der Energieinfrastruktur und Getreideexporte gegangen. Auch Sicherheitsgarantien und „langfristige Vorkehrungen für die Sicherheit der Ukraine und Europas“ waren demnach Thema. Ob die Gespräche wie angekündigt am Samstag fortgesetzt werden, teilte Witkoff nicht mit.
Auf US-Seite waren außer Witkoff und Kushner Vertreter des Nationalen Sicherheitsrats und des US-Finanzministeriums an den Gesprächen beteiligt. Aus Europa hatten die USA die nationalen Sicherheitsberater Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens eingeladen. EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Mark Rutte schickten ihre Kabinettschefs nach Miami.
Die Versuche der US-Regierung, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln, waren seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar zum Erliegen gekommen. In den vergangenen Wochen wurden sie aber wieder aufgenommen. (Reuters, AFP)
US-Präsident Donald Trump hat sich nach eigenen Angaben mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf umfangreiche Diesellieferungen geeinigt. Er habe ein äußerst erfolgreiches Gespräch mit Putin geführt, erklärt Trump.
Dabei sei vereinbart worden, dass Russland umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für den US- und den Weltmarkt bereitstelle. Im November sollen weitere 500.000 Tonnen folgen und unmittelbar danach eine weitere Million Tonnen. Abhängig vom Zustand der russischen Raffinerien werde Russland anschließend in kurzer Zeit nochmals drei Millionen Tonnen Diesel liefern. (Reuters)
Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben die EU in einem gemeinsamen Brief dazu aufgefordert, den Transit von russischem Getreide durch die Europäische Union zu verbieten. „Russland bombardiert ukrainische Häfen und verhindert, dass ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt gelangt, will aber gleichzeitig vom Transport seines eigenen Getreides durch die Europäische Union profitieren. Unsere Infrastruktur darf Russland nicht dabei helfen, seinen Krieg zu finanzieren“, hieß es in dem Brief an EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Die EU dürfe Russland nicht erlauben, die wirtschaftlichen Folgen seiner Aggression auszugleichen. Auch müsse sie verhindern, dass aus besetzten Gebieten der Ukraine gestohlenes Getreide durch die EU exportiert werde. „Wir müssen den Druck auf den Aggressor erhöhen und der Ukraine helfen, ihre Waren auf den Weltmarkt zu bringen“, betonten Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda und die Regierungschefs Kristen Michal (Estland) und Andris Kulbergs (Lettland).
Estland hatte in der Vorwoche ein Transitverbot für russisches Getreide verhängt. Auch Lettland und Litauen versuchen, durch verschiedene Maßnahmen wie höhere Tarife und strengere Kontrollen die Getreidelieferungen zu unterbinden. (dpa)
Eine ukrainische Delegation trifft zu Verhandlungen mit Vertretern der USA über den russischen Angriffskrieg in Miami ein, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagt. Zudem sind demnach auch europäische Vertreter anwesend. (Reuters)
Die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine haben nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj landesweit „erhebliche Schäden“ am Stromnetz verursacht. Reparaturarbeiten liefen „Tag und Nacht“, erklärte Selenskyj am Freitag in Onlinediensten. Betroffen sei auch die Stromversorgung von Verkehrsunternehmen.
Selenskyj beklagte Verzögerungen bei Plänen zum Schutz und zum Weiterbetrieb wichtiger Infrastruktur. „Die Verlangsamung der Fortschritte bei diesen Arbeiten ist absolut inakzeptabel, und die Verantwortlichen im Infrastrukturministerium sowie in den Regionalverwaltungen tragen dafür persönliche Verantwortung“, erklärte er.
Der ukrainische Präsident kritisierte insbesondere die Stadtverwaltung der Hauptstadt Kiew unter Bürgermeister Vitali Klitschko. Kiew seien „konkrete Aufgaben“ gestellt worden, „da die städtischen Behörden es fast vollständig versäumt haben, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte Selenskyj. (AFP)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: