Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 08. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1736
letzte Woche, 1805 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1736
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 29.5., letzte Aktualisierung: 3.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1066
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
503
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 29.5., letzte Aktualisierung: 3.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Moldau meldet Absturz russischer Drohne auf eigenem Staatsgebiet

In Moldau sind die Trümmer einer russischen Drohne entdeckt worden, teilte das moldauische Verteidigungsministerium mit. Die Drohne soll während der russischen Angriffe auf die Ukraine in der Nacht zum 8. Juni nahe dem Dorf Lopatna abgestürzt und explodiert sein.

Nach Angaben des Ministeriums registrierte das Militär den Grenzübertritt der Drohne gegen 0.20 Uhr. Das Fluggerät bewegte sich demnach in Richtung der Ortschaften Michailowka und Lopatna. Später seien die Trümmer der Drohne auf einem Feld gefunden worden. Die am Fundort gesicherten Spuren deuteten auf eine Explosion hin, erklärte das Ministerium. (Valeriia Semeniuk)

Russische Truppen sollen sich von der Kinburn-Nehrung zurückziehen

Russische Einheiten haben nach Angaben der ukrainischen Partisanenbewegung „Atesch“ begonnen, sich von der Kinburn-Nehrung in der Region Mykolajiw zurückzuziehen. Grund seien unterbrochene Versorgungswege und hohe Verluste, teilte die Gruppe auf Telegram mit. Demnach verlassen Einheiten des 337. Regiments Stellungen im nördlichen und westlichen Teil der Nehrung.

Die Versorgung mit Munition, Treibstoff und Lebensmitteln sei vollständig zum Erliegen gekommen. Russische Feuergruppen könnten ukrainische Drohnenangriffe nicht mehr ausreichend abwehren, wodurch die Verluste weiter zunähmen.

„Atesch“ zufolge wurden Teile der russischen Kräfte bereits zuvor an die Front in der Region Saporischschja verlegt. Die auf der Kinburn-Nehrung verbliebenen Einheiten seien nicht aufgefüllt worden und könnten die Verteidigungslinie kaum noch halten. (Valeriia Semeniuk)

Ukraine will Anschlag auf Geheimdienstmitarbeiter vereitelt haben

Die ukrainischen Sicherheitsbehörden haben einen geplanten Anschlag auf einen Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes (HUR) und stellvertretenden Leiter des Koordinierungsstabs für Kriegsgefangene vereitelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Kyjiw mit.

Nach Angaben der Ermittler erklärte sich ein 38-jähriger Ukrainer, ein ehemaliger Soldat mit Kampferfahrung und Geheimdienstkenntnissen, bereit, den Anschlag im Auftrag russischer Geheimdienste zu organisieren. Als Gegenleistung sollen ihm 100.000 US-Dollar versprochen worden sein.

Nach Erhalt einer Anzahlung von 10.000 Dollar begann der Verdächtige demnach, Informationen über das Ziel, dessen Wohnort und Tagesabläufe zu sammeln. Er habe das Wohnumfeld mehrfach ausgespäht und mögliche Fluchtwege erkundet. (Valeriia Semeniuk)

Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj bei ihrem Treffen in London.
Europäer und Ukraine fordern Putin zu Verhandlungen auf
Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj bei ihrem Treffen in London.
Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj bei ihrem Treffen in London. Credit: Henry NICHOLLS / AFP

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgerufen. Daran sollten auch die USA und Europa „aktiv“ beteiligt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj nach ihrem Treffen in London veröffentlichten.

Darin nennen sie fünf Voraussetzungen für einen „gerechten und dauerhaften Frieden“:

1. Ein Ende der Kampfhandlungen: Putin solle einer „sofortigen und vollständigen Waffenruhe“ zuzustimmen.

2. Die derzeitige Frontlinie sollte Ausgangspunkt für Verhandlungen sein. Die vier Länder pochen aber gleichzeitig darauf, dass internationale Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden dürften. Das Recht der Ukraine, ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen und Bündnisse zu wählen, müsse zudem „uneingeschränkt“ geachtet werden.

3. Die Ukraine müsse „robuste und rechtsverbindliche“ Sicherheitsgarantien bekommen, sobald eine Waffenruhe in Kraft trete. Dazu gehöre der

Einsatz einer multinationalen Truppe.

4. Russische Vermögenswerte blieben so lange eingefroren, bis Russland seinen Angriffskrieg beendet und die Ukraine für die durch den Krieg verursachten Schäden entschädigt.

5. Die europäischen Sicherheitsinteressen müssten in jedem Abkommen gewahrt werden. Verhandlungsergebnissen, die EU und Nato betreffen, müssten die Mitgliedstaaten zustimmen. (dpa)

Israel greift Ziele im Westen und Zentrum des Irans an

Die israelische Luftwaffe greift nach Militärangaben militärische Ziele des iranischen Regimes im Westen und Zentrum des Irans an. Die Angriffe erfolgen wenige Stunden, nachdem der Iran als Vergeltung für einen Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut zahlreiche Raketen auf israelische Ziele abgefeuert hat. (Reuters)

Selenskyj: Wollen nicht still sterben

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview des britischen Senders Sky News seine Vorstellungen von einer baldigen Diskussion mit Russland über ein Kriegsende präsentiert. Es habe bereits mehrfach Signale aus Moskau über mögliche Gespräche gegeben, doch seien diese immer wieder verstummt. „Man versteht manchmal nicht, was die Russen wirklich wollen“, sagte er.

Kremlchef Wladimir Putin „will diesen schrecklichen Krieg gewinnen“, allerdings erkenne er zuletzt, dass seine Truppen die Initiative auf dem Schlachtfeld verloren hätten. Alle Entscheidungen über das weitere Geschehen hingen „zu 100 Prozent“ von ihm ab.

Unabhängig von den Plänen Moskaus wehre sich die Ukraine weiter mit immer neuen Waffen. Auch wenn die Ukraine in über vier Jahren Krieg von den USA weniger Waffen erhalten habe, als vor Kurzem in Nahost verbraucht worden seien, stehe das Land nicht wehrlos da. „Wir haben gelernt, wie man lebt und überlebt“, sagte Selenskyj. „Wir wollen nicht einfach still sterben.“

„Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt und produziert“, sagte er zu den neuen Drohnenfähigkeiten der Ukraine. „Jetzt antworten wir, und zwar gegen militärische Ziele und gegen Energieobjekte“, betonte Selenskyj. (dpa)

Iran droht mit Angriffen auf US-Ziele wegen der Eskalation im Libanon

Der oberste iranische Unterhändler Mohammad Bager Ghalibaf droht auf der Plattform X mit erneuten Angriffen. Die Seeblockade der USA gegen den Iran und die US-Erlaubnis an Israel, Angriffe im Libanon zu eskalieren, machten US-Stützpunkte und israelische Einrichtungen im Nahen Osten zu legitimen Zielen.

„Sie halten sich weder an einen Waffenstillstand noch glauben sie an den Dialog, und durch die Seeblockade und die Verletzung von Vereinbarungen bezüglich des Libanon haben sie gezeigt, dass sie nur die Sprache der Macht verstehen“, so Ghalibaf.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, der Libanon müsse nicht Teil eines kurzfristigen Abkommens mit dem Iran sein. Israel hatte am Sonntag erstmals wieder Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen und dies mit vorherigen Angriffen der Hisbollah-Miliz begründet.

Die Hisbollah ist mit dem Iran verbündet. Der Iran hat wiederholt erklärt, eine Friedensvereinbarung mit den USA müsse auch den Libanon umfassen. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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