Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 14. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1871
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1871
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1182
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
537
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Kreml-Berater: Trump bietet Putin erneut Vermittlung im Ukraine-Krieg an

US-Präsident Donald Trump hat nach russischen Angaben in einem Telefonat mit Präsident Wladimir Putin sein Interesse an einem Ende des Ukraine-Kriegs bekräftigt. Trump habe Putin gesagt, dass ein Ende des Konflikts von entscheidender Bedeutung sei, zitieren russische Nachrichtenagenturen den Kreml-Berater Juri Uschakow. Trump habe angekündigt, dass die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner bald nach Russland reisen würden. Trump habe zudem eine rasche Einigung im Iran-Konflikt in Aussicht gestellt, worüber sich Putin erfreut gezeigt habe. Der russische Präsident habe Trump zu dessen 80. Geburtstag gratuliert. (Reuters)

Selenskyj und Trump beraten über Friedensverhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump haben in einem Telefonat über den Krieg, Diplomatie und Friedensverhandlungen beraten. Selenskyj habe das etwa halbstündige Gespräch auch genutzt, um Trump zu dessen 80. Geburtstag zu gratulieren, teilt der ukrainische Präsidialberater Dmytro Lytwyn mit. (Reuters)

Russische Drohne tötet 73-Jährige nahe Saporischschja

In der Südostukraine ist eine 73-jährige Frau durch eine ferngesteuerte russische Drohne getötet worden. Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Auto beim Dorf Bilenke verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Alle Insassen waren demnach über 70 Jahre. Bilenke liegt unweit des Westufers des Flusses Dnipro, der in dieser Region ukrainische und russische Truppen voneinander trennt. (dpa)

Selenskyj fordert vor G7- und EU-Gipfel mehr Luftverteidigungssysteme für die Ukraine

Kurz vor dem am Montag beginnenden G7-Gipfel im französischen Evian und einem Treffen der EU-Staats- und -Regierungschefs am Donnerstag in Brüssel hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Forderungen zur Lieferung westlicher Luftverteidigungssysteme erneuert. „Es ist sehr wichtig, dass diese Verhandlungen zu konkreten Entscheidungen führen“, erklärte Selenskyj am Sonntag. Beim G7-Gipfel wird Selenskyj nach US-Angaben auf US-Präsident Donald Trump treffen.

Selenskyj erklärte im Onlinedienst X, die ukrainische Armee habe in der abgelaufenen Woche 1920 russische Drohnen- und 17 Raketenangriffe registriert. Bei den Treffen mit den Partnern Kiews müsse es um die „Verteidigung gegen diesen russischen Terror“ gehen, fügte er hinzu. Neben der Lieferung von Luftabwehrsystemen forderte Selenskyj eine „Stärkung des Sanktionsdrucks“ auf Moskau. Nur durch die „Einheit der Partner“ könne der Krieg „auf würdige Weise“ beendet werden. (AFP)

Moskau: Russische Truppen rücken in Kostjantyniwka vor

Die russischen Truppen rücken nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bei einem Häuserkampf in der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk immer weiter vor. Erstürmungstrupps hätten erneut mehr als 100 Gebäude der Stadt unter russische Kontrolle gebracht, teilte das Ministerium in Moskau mit. Im Südwesten der Stadt seien eingeschlossene Einheiten der ukrainischen Streitkräfte vernichtet worden. Das ukrainische Militär hatte zuletzt eine schwierige Lage in der Stadt eingeräumt.

Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) in Washington stellte in einer Analyse fest, dass sich die ukrainischen Fähigkeiten einer Verteidigung von Kostjantyniwka verschlechterten. Zugleich meinten die Experten, dass Moskau mit seinen detailreichen Angaben versuche, einen größeren Eindruck der russischen Präsenz zu erzeugen – als tatsächlich vorhanden.

Die Führung in Kiew sprach zuletzt vor allem international davon, den russischen Vormarsch aufgehalten und Gebiete zurückerobert zu haben. Doch selbst ukrainische Karten zeigen ein Vorrücken russischer Truppen in der stark zerstörten Industriestadt, wenn auch langsamer als noch in den Wintermonaten.

Kommt Putin seinem Ziel einer Donbass-Besetzung näher?Unabhängige Militärbeobachter halten es für möglich, dass Kostjantyniwka in den Sommermonaten fallen könnte. Kremlchef Wladimir Putin käme dann seinem Ziel näher, den Donbass komplett unter russische Verwaltung zu bringen. Von den größeren Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle. (dpa)

Starmer: Britische Armee stoppt Tanker der russischen Schattenflotte

Das britische Militär hat nach Angaben von Premierminister Keir Starmer einen Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte gestoppt, der den Ärmelkanal passieren wollte. Er habe die Streitkräfte am frühen Morgen angewiesen, das Schiff abzufangen, teilte der Regierungschef auf der Plattform X mit. Der erfolgreiche Einsatz versetze Russland einen weiteren Schlag und erinnere diejenigen, die Putins Krieg in der Ukraine befeuern, dass sie sich nicht verstecken könnten.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums handelt es sich bei dem Schiff um den knapp 244 Meter langen Öltanker „Smyrtos“, der laut der Webseite Marinetraffic.com unter der Flagge Kameruns fährt und von einem russischen Hafen kommt.

Kräfte der Marine und speziell ausgebildete Beamte der nationalen Kriminalpolizei hätten das Schiff geentert, hieß es in einer Mitteilung des britischen Ministeriums. Die Militäroperation habe sechs Stunden gedauert. „Das Schiff wird nun vor der Südküste festgehalten und überwacht, während die Ermittlungen andauern.“

Der Premierminister hatte demnach im März zugestimmt, dass britische Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden Schiffe der Schattenflotte entern dürfen. Die Operation sei in enger Abstimmung mit Frankreich durchgeführt worden. Nun werde das Schiff auf Umwelt- und Sicherheitsmängel überprüft.

„Russland finanziert seinen Konflikt in der Ukraine mit seiner Schattenflotte, und unser Abfangen ist ein Schlag gegen Putins illegalen Krieg“, sagte Verteidigungsminister Dan Jarvis laut der Mitteilung.

Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die von den westlichen Alliierten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten Sanktionen zu umgehen. Nach britischen Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe. Die Schiffe werden oft angehalten und überprüft. (dpa)

Russland meldet Drohnenangriff in Region nördlich von Moskau

Der Gouverneur der nördlich von Moskau gelegenen russischen Region Jaroslawl meldet einen massiven ukrainischen Drohnenangriff. Ein Treibstofflager sei getroffen worden. Das habe einen Brand ausgelöst. Es gebe keine Opfer, teilt Gouverneur Michail Jewrajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Einsatzkräfte seien vor Ort, um das Feuer zu löschen. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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