Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 27. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1922
letzte Woche, 1941 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1922
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 21.8., letzte Aktualisierung: 26.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1242
200
152
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 21.8., letzte Aktualisierung: 26.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Trump: Putin wird Nato-Gebiet nicht angreifen

US-Präsident Donald Trump hat sich überzeugt davon gezeigt, dass Russland keine Nato-Verbündeten attackieren wird. Auf eine Frage dazu, ob der russische Präsident Wladimir Putin zugestimmt oder sich verpflichtet habe, von einer solchen Offensive abzusehen, sagte er im Oval Office: „Ich hatte gute Gespräche mit ihm. Er wird kein Nato-Territorium angreifen.“

Das „Wall Street Journal“ und das Magazin „Politico“ hatten zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, dass CIA-Chef John Ratcliffe bei seinem Besuch am Dienstag in Moskau vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt haben soll. Trump lehnte es nun ab, Medienberichte über den Zweck der Reise von Ratcliffe zu kommentieren. „Sie werden nicht angreifen“, sagte er lediglich.

Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete „Politico“. Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren. Über den Inhalt der Gespräche wurde offiziell allerdings kaum etwas bekannt. Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, bestätigte am Donnerstag sein Treffen mit Ratcliffe, machte aber keine Angaben zum Inhalt. (dpa)

Ermittler arbeiten am 27. August 2026 in Sankt Petersburg, Russland, am Ort einer Autoexplosion, bei der ein russischer Soldat ums Leben kam.
Russischer Offizier soll bei Autoexplosion in St. Petersburg gestorben sein

In St. Petersburg soll ein Oberstleutnant der russischen Armee bei einer Explosion in seinem Auto ums Leben gekommen sein, berichtet das unabhängige Nachrichtenportal „The Moscow Times“ unter Berufung auf einen lokalen Medienbericht. Bei der Detonation am Donnerstagmorgen im Süden der Metropole soll auch die Ehefrau des Armeeangehörigen im Auto gesessen haben. Sie sei schwer verletzt worden.

Ermittler bestätigten gegen Mittag auf Telegram, dass „ein Strafverfahren wegen eines Fahrzeugbrands (...) eingeleitet“ wurde “ . Zwei Personen seien verletzt worden: „Eine Person ist verstorben, die zweite wurde mit erlittenen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.“ Sie machten allerdings keine Angaben zum Opfer.

Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor. Russland macht die Ukraine für eine Reihe von Anschlägen auf hochrangige Militärs und Personen verantwortlich, die mit dem russischen Angriffskrieg gegen das Nachbarland in Verbindung stehen. Ukrainische Stellen haben sich in einigen Fällen dazu bekannt, in anderen eine Beteiligung bestritten. (mit Reuters)

Ermittler arbeiten am 27. August 2026 in Sankt Petersburg, Russland, am Ort einer Autoexplosion, bei der ein russischer Soldat ums Leben kam.
Foto: Reuters/Stringer
Senator Blumenthal: Putin lässt gezielt US-Unternehmen in der Ukraine angreifen

Russland greift offenbar gezielt und absichtlich amerikanische Unternehmen in der Ukraine an. Das sagte der demokratische US-Senator Richard Blumenthal bei einer Pressekonferenz in Kyjiw, berichtet Radio Free Europe/Radio Liberty. Seinen Angaben zufolge wurde etwa die Hälfte der US-Unternehmen in der Ukraine bereits schwer von russischen Raketen- oder Drohnenangriffen getroffen.

„Die Amerikaner sollten empört sein, dass Wladimir Putin gezielt und absichtlich amerikanische Unternehmen angreift“, sagte Blumenthal. Es handle sich nicht um Raketen oder Drohnen, die zufällig vom Kurs abgekommen seien. Diese Angriffe seien vorsätzlich und wiederholten sich. Die Angriffe hätten Schäden in Millionenhöhe verursacht und stellten einen groben Verstoß gegen internationales Recht dar.

Russische „Iskander-M“-Raketen enthalten offenbar weiter westliche Bauteile

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat neue Daten zur russischen Produktion und Modernisierung ballistischer Raketen vom Typ „Iskander-M“ veröffentlicht. Die Informationen erschienen auf dem Portal War & Sanctions. Nach Angaben des HUR finden sich in dem Programm 82 russische und zwei belarussische Unternehmen. Dabei wurden mehr als 170 Komponenten russischer und ausländischer Herkunft identifiziert.

Für 140 der identifizierten Bauteile veröffentlichte der HUR Angaben zu Herstellern und Herkunftsländern. 63 Komponenten werden Firmen aus den USA zugeordnet, jeweils acht der Schweiz und Belarus, jeweils vier Deutschland und Taiwan sowie drei China.

Kreml kündigt harte Reaktion auf Angriffe auf Handelsinfrastruktur an

Russland kündigt eine harte Reaktion auf ukrainische Angriffe auf seine eigene Handels- und Wirtschaftsinfrastruktur an. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland habe zudem keine Notwendigkeit, seinen Militäreinsatz in der Ukraine zu eskalieren. Die russischen Streitkräfte würden „dort bereits vorrücken“. (Reuters)

Russischer Generalstabschef Gerassimow besucht Soldaten an der Front in der Ukraine

Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow hat nach offiziellen Angaben russische Soldaten an der Front in der Ukraine besucht. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte am Donnerstag ein Video, das Gerassimow zusammen mit Militärs zeigt. Demnach würdigte er den „Erfolg“ der Streitkräfte in der ostukrainischen Region Donezk und legte „Ziele“ für das weitere Vorgehen fest.

Die russischen Streitkräfte rückten in Richtung Slowjansk in der Ostukraine vor, sagte Gerassimow dem Video zufolge. „Bis zu den östlichen Vororten von Slowjansk sind es noch vier Kilometer.“ Die Nachrichtenagentur AFP konnte diese Angabe nicht unabhängig überprüfen. „Die Offensive läuft an allen Fronten unvermindert weiter“, sagte Gerassimow.

Die russischen Truppen sollen nach dem Willen des Kremls die Kontrolle über die gesamte Region Donezk übernehmen. Slowjansk und das nahegelegene Kramatosrk sind die letzten größeren Ballungsräume in der Region, die unter ukrainischer Kontrolle sind. Am Mittwoch betraute der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Andrij Bilezkyji und Denys Prokopenko mit der Verteidigung der Region. Sie gelten als erfolgreiche Kommandeure.  (AFP)

Frankreich prüft nach Drohnen-Fund in Leipzig Anschlagsrisiko

Die Regierung in Paris prüft nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle die Gefahr von Anschlägen auf wichtige Unternehmen und die Infrastruktur des Landes. Der Fund einer Sprengstoffdrohne in Leipzig sei ein Signal, dass man die Möglichkeit „direkterer, gewalttätigerer Aktionen“ auf französischem Territorium in Betracht ziehen müsse, sagte die Chefin des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI, Céline Berthon. Die Bedrohung betreffe vor allem die französische Verteidigungs- und Technologieindustrie, aber auch strategische Sektoren wie Energie und Kommunikation.

Am 4. August war auf dem deutschen Flughafen eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs entdeckt worden, das für Militärtransporte genutzt wird. Berthon sagte nicht, wer hinter dem versuchten Anschlag vermutet wird. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte jedoch am Dienstag angekündigt, die Regierung in Berlin werde bald bekannt geben, wer für den Vorfall verantwortlich sei. Die Regierung in Moskau hat eine Beteiligung zurückgewiesen. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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