Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 01. April, 09:30 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1816
letzte Woche, 1739 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1816
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1113
200
125
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
564
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Abgestürzte Drohne in Finnland stammte aus der Ukraine

Eine Drohne, die nahe der russischen Grenze in Finnland abgestürzt war, stammt aus der Ukraine. Das bestätigte die finnische Polizei am Mittwoch. Die Drohne war am Dienstag auf einem zugefrorenen See in Parikkala an der Ostgrenze des Landes entdeckt worden. Mit einer kontrollierten Explosion machte die Polizei sie unschädlich. Erst vor wenigen Tagen waren zwei ukrainische Drohnen im Südosten Finnlands abgestürzt. Verletzt wurde bei den Vorfällen niemand.

Kiew hatte sich für den Vorfall am Sonntag entschuldigt. Am wahrscheinlichsten sei, dass die Drohnen durch elektronische Störsignale der russischen Flugabwehr vom ursprünglichen Kurs abgebracht worden seien, hieß es. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind wiederholt fehlgeleitete ukrainische Drohnen auch in die Lufträume der an Russland grenzenden baltischen Staaten eingedrungen und mitunter abgestürzt. (dpa)

Mehrere Tote in der Ukraine bei massiven russischen Drohnenangriffen

Bei massiven russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind am Mittwoch erneut mehrere Menschen getötet und zivile Infrastruktur beschädigt worden. Die Militärverwaltung der zentralen ukrainischen Region Tscherkassi erklärte im Onlinedienst Telegram, vier Menschen seien bei einem Drohnenangriff getötet worden.

Am späten Vormittag wurden zudem bei einem Angriff auf ein ziviles Fahrzeug in der Region Cherson nach Angaben der dortigen Militärverwaltung eine Frau getötet und zwei Menschen schwer verletzt. Es seien dabei zudem ein Postzentrum und ein Lebensmittellager in der Stadt Luzk durch Brände schwer beschädigt worden.

In der Nacht zum Mittwoch griff Russland der ukrainischen Luftwaffe zufolge die Ukraine mit insgesamt 339 Drohnen an, wovon 298 abgefangen worden seien. (AFP)

Russland lehnt ukrainischen Vorschlag für Ostern-Waffenruhe als PR-Aktion ab

Russland hat einen ukrainischen Vorschlag für eine Waffenruhe zu Ostern als PR-Aktion von Präsident Wolodymyr Selenskyj zurückgewiesen. Dessen Ziel sei es, Verluste des Militärs auszugleichen, die Armee neu zu gruppieren und die ukrainischen Streitkräfte auf die Fortsetzung der Kämpfe vorzubereiten, sagt die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Alles, was man von der Ukraine höre, sei kriegstreibende Rhetorik.

Selenskyj hatte am Dienstag angekündigt, er wolle US-Vermittler bitten, Russland das ukrainische Angebot für eine Oster-Waffenruhe bei Angriffen auf die Energie-Infrastruktur zu übermitteln. „Wenn sie uns angreifen, werden wir antworten. Wenn sie zustimmen, die Angriffe auf unsere Energie-Infrastruktur einzustellen, werden wir dies ebenfalls tun“, sagte er. Die russische Führung hatte erklärt, ihr lägen keine detaillierten Vorschläge vor. (Reuters)

Russland: Ukrainische Region Luhansk vollständig unter Kontrolle

Russland hat nach eigenen Angaben die vollständige Kontrolle über die Region Luhansk in der Ostukraine übernommen. Dies teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA meldet.

Demnach nahmen die russischen Streitkräfte zudem die Ortschaft Werchnja Pyssariwka in der nordöstlichen Region Charkiw sowie Bojkowe in der südöstlichen Region Saporischschja ein. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Russland kontrolliert bereits seit Längerem mehr als 99 Prozent von Luhansk.

Die Region ist eine von vier ostukrainischen Regionen, die Russland für sich beansprucht und 2022 für annektiert erklärt hatte. Die ukrainische Halbinsel Krim wurde bereits 2014 von Russland annektiert.

Der Anspruch auf die vier Regionen ist auch Teil der russischen Forderungen in den von den USA vermittelten Friedensgesprächen. Die Ukraine lehnt Gebietsabtretungen ab. (Reuters)

Ukraine fängt fast 90 Prozent der Luftangriffe ab – Ausbau der Luftabwehr geplant

Die ukrainische Luftverteidigung hat im März 2026 nach eigenen Angaben 5935 Luftziele abgefangen. Das entspricht 89,9 Prozent aller von Russland eingesetzten Drohnen und Raketen. Das teilte das ukrainische Verteidigungsministerium mit.

„Hinter diesen Zahlen steht die Einführung neuer sowie die Weiterentwicklung bewährter Systeme zur Luftverteidigung“, erklärte das Ministerium. Ziel sei es, künftig mindestens 95 Prozent aller Raketen und Drohnen abzufangen.

Zur weiteren Stärkung der Luftabwehr setzt die Ukraine auch auf den privaten Sektor.

Zuvor hatte Digitalminister Mychajlo Fedorow eine Initiative angekündigt, bei der 13 Unternehmen in das Luftverteidigungssystem eingebunden werden sollen.

Diese Firmen sollen eigene spezialisierte Einheiten aufstellen, die sich an der Abwehr russischer Drohnen beteiligen. Eine der beteiligten Gruppen habe bereits mehrere Ziele in der Region Charkiw abgeschossen, darunter Drohnen vom Typ Shahed. (Valeriia Semeniuk)

EU erhöht Reformdruck auf Kiew

In einem Brief vom 30. März nennt Erweiterungskommissarin Marta Kos elf Reformschritte, die die Ukraine 2025 nicht fristgerecht umgesetzt hat. Erst wenn diese Reformen nachgeholt werden, würden rund vier Milliarden Euro freigegeben.

Für die finanziell angeschlagene Ukraine ist das heikel. Das Geld ist deutlich kleiner als das von Viktor Orbán blockierte EU-Kreditpaket über 90 Milliarden Euro – käme für Kiew aber zur richtigen Zeit.

Dem Brief zufolge sind Reformen in den Bereichen Justiz, im Staatsdienst, Bahnsektor und bei der Strommarkt noch offen. EU-Vertreter machten zuletzt deutlich: Bleiben die Reformen liegen, verzögert sich auch die Auszahlung weiterer Hilfen.

EU-Außenbeauftragte für gemeinsames Vorgehen gegen Schattenflotte

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas plädiert dafür, für ein Ende des Ukraine-Kriegs den wirtschaftlichen Druck auf Russland noch einmal deutlich zu erhöhen. „Wir müssen mit der Schattenflotte etwas tun, denn das ist ein Instrument, das Russland nutzt, um Öl herauszuholen aus Russland und zu verteilen“, sagte Kallas den ARD-„Tagesthemen“. Auf diese Weise bekomme Russland Einkünfte, um den Krieg zu finanzieren.

„Hier müssen wir kreativ sein, wir müssen mit unseren Partnern zusammensitzen, mit ihnen sprechen, denn wenn das Vereinigte Königreich, die USA, Europa, die G7-Partner die gleichen Sanktionen erlassen, dann haben wir großen Effekt“, sagte sie. Jetzt liege der Schwerpunkt darauf, mehr Druck auf Russland auszuüben, so dass Moskau diesen Krieg beende. Sie betonte, der russischen Volkswirtschaft gehe es nicht gut.

Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Die EU warnt schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte auch als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können. (dpa)


Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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