Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 19. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1933
letzte Woche, 1980 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1933
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 19.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1240
200
178
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
480
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 19.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukrainischer Ex-Verteidigungsminister drängt auf Wahlen im Krieg

Der geschasste ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow drängt knapp einen Monat nach seiner Entlassung trotz des laufenden Krieges mit Russland auf Wahlen. „Die Demokratie darf keine Geisel Russlands sein. Wir kämpfen eben deswegen, weil wir ein freier europäischer Staat sein wollen“, sagte Fedorow in einer Videobotschaft. Der Staat müsse einen „gesetzlichen, sicheren und realistischen Mechanismus“ für einen Urnengang trotz des andauernden Krieges finden.

Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus nach knapp sechs Monaten als Verteidigungsminister entlassen. Seine Entlassung zog Demonstrationen von vor allem jungen Leuten für seine Rückkehr ins Verteidigungsressort nach sich. Als einer der Gründe für die Entlassung Fedorows gilt dessen steigende Popularität. Mit 35 hat er auch das von der Verfassung vorgeschriebene Mindestalter für eine eigene Präsidentschaftskandidatur erreicht. 

Zwar sind Wahlen nach dem geltenden Gesetz über das Kriegsrecht verboten. Dieses lässt sich jedoch mit einer einfachen Mehrheit ändern. Für Parlamentswahlen muss jedoch die Verfassung geändert werden, was während des geltenden Kriegsrechts ausgeschlossen ist. Wegen des Krieges sind die regulären Präsidentschafts-, Parlaments- und Kommunalwahlen ausgefallen. (dpa)

Lawrow: Könnten Großbritannien als Kriegspartei in der Ukraine betrachten

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagt der Agentur Interfax zufolge, Russland habe das Recht, die direkte Beteiligung Großbritanniens an Angriffen auf russisches Territorium als Beteiligung am Krieg in der Ukraine zu betrachten. Seine Äußerungen folgten auf einen Bericht der britischen Zeitung „The Times“ vom Samstag, wonach erstmals in Großbritannien hergestellte Drohnen für Fernangriffe gegen Russland eingesetzt worden sein sollen.

Die Ukraine wird ebenso wie auch Russland von anderen Ländern in dem Krieg unterstützt. Erst am Montag hatte Lawrow von Soldaten aus Nordkorea gesprochen, die Russland unterstützten. (Reuters)

Donaustahl-Chef lebt wegen mutmaßlicher Mordpläne Russlands „de facto im Untergrund“

Der Gründer des Waffenherstellers Donaustahl, Stefan Thumann, lebt wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts Russlands seit Monaten an ständig wechselnden Orten. „Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben“, sagte Thumann dem Sender RTL und dem Magazin „Stern“ nach Angaben vom Dienstag. Er lebe „de facto im Untergrund“.

Thumann bekam den Angaben zufolge kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Sicherheitsbehörden Hinweise auf eine russische Geheimdienstoperation gegen ihn. „Das war ein Schock“, sagte er.

Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie sollen Thumann ausgespäht haben, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson“.

Er habe sein Testament gemacht, eine Organspendeerklärung, eine Patientenverfügung, berichtete der 39-jährige Thumann. „Dinge, die man eigentlich in meinem Alter noch nicht so auf dem Schirm hat.“

Er schlafe neben seinem Computer, sagte der Donaustahl-Chef. Sobald er aufwache, beginne er zu arbeiten, damit er möglichst wenig über seine Lage nachdenken müsse. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein „ganz persönlicher Krieg“.

Thumanns Firma Donaustahl liefert dem Militär der Ukraine Kampfdrohnen für den Krieg gegen Russland. Das Geschäft habe er auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2024 in Berlin angebahnt, sagte der Firmengründer. Ihm sei schon damals klar gewesen, dass er damit „ins Visier der Russen gerate“. (AFP)

Unternehmen spenden offenbar Milliarden für Putins Krieg

Angesichts immer höherer Kosten für den Angriffskrieg gegen die Ukraine sind russische Geldgeber laut einem Medienbericht einem Spendenaufruf gefolgt und haben Milliarden in die Staatskasse gepumpt. Bis Mitte August seien 383,69 Milliarden Rubel (rund 3,9 Milliarden Euro) an freiwilligen Abgaben in den Haushalt geflossen, berichtete die russische Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Das sei anderthalbmal so viel wie für das gesamte Jahr 2025. Die Summe übertraf demnach alle Erwartungen.

Der Großteil der Mittel sei geflossen, nachdem es im März einen Aufruf gegeben hatte an die Unternehmer, meldete die Zeitung unter Berufung auf das Finanzministerium. Für solche Überweisungen kämen nicht nur große Konzerne infrage, sondern auch Einzelpersonen, Unternehmens- oder Familienstiftungen, erklärte der Chef des russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes, Alexander Schochin, der Zeitung. Jeder Großspender entscheide selbst über die freiwillige Abgabe mit Blick auf die eigene finanzielle Situation.

Wofür das Geld genau ausgegeben wird, ist nicht klar. Allerdings klafft im russischen Haushalt ein hohes Defizit wegen der immer höheren Ausgaben für Putins seit viereinhalb Jahren tobenden Angriffskrieg gegen die Ukraine. (dpa)

Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt. (dpa)

Der Öltanker ist vor der Küste Omans auf Grund gelaufen.
Bergung von Tanker der russischen Schattenflotte erschwert
Der Öltanker ist vor der Küste Omans auf Grund gelaufen.
OMAN TV / AFP

Die Bergung eines vor der Küste Omans havarierten Öltankers der russischen Schattenflotte wird durch schlechtes Wetter und schwierige Bedingungen vor Ort behindert. Der in der Region herrschende Monsun, die geringe Wassertiefe und Felsen an der Unglücksstelle stellten Bergungsschiffe vor „operative und navigatorische Risiken“, sagte Mohammed bin Abdullah al-Rawahi vom omanischen Verkehrsministerium am Montag der staatlichen Nachrichtenagentur des Landes.

Die Arbeiten würden zudem dadurch erschwert, dass ein großer Teil des Schiffes mit Wasser vollgelaufen sei. Der Tanker war offenbar nach einem ungeklärten Angriff am 30. Juni auf Grund gelaufen. Aus der „Caroline Bezengi“ tritt Rohöl in einem geschützten Meeresgebiet aus.

Der Ölteppich hatte am Mittwoch die Küste Omans erreicht. Die Regierung bezifferte die Größe Anfang vergangener Woche auf 400 Quadratkilometer, während andere Schätzungen sogar von bis zu 2000 Quadratkilometern ausgehen. Oman koordiniert die Bergungsarbeiten mit dem Risikomanagement-Unternehmen Ambrey.

Der Tanker hatte etwa 800.000 Barrel Öl geladen. Die „Caroline Bezengi“ wurde Schiffsverfolgungsdaten zufolge im April im Schwarzmeerhafen Noworossijsk beladen und passierte Ende Mai den Suezkanal. Das Schiff war in der Nähe eines omanischen Meeresnaturschutzgebietes gestrandet, in dem unter anderem Buckelwale und Kormorane beheimatet sind. (Reuters)

Uni Bremen sieht Einschüchterungsversuch aus Moskau

Als einen weiteren Versuch der Einschüchterung von Wissenschaftlern sieht die Universität Bremen die russische Einstufung der Forschungsstelle Osteuropa (FSO) als unerwünschte Organisation. Das bedeute, dass sie beziehungsweise ihre Mitglieder keinerlei Forschungsaktivitäten in Russland mehr entfalten dürften und russischen Einrichtungen jede Kooperation untersagt sei, schrieb die Uni in einer Stellungnahme.

Die FSO in Bremen sei aber auch eine Zweigstelle und mithin Teil der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (Berlin), welche 2024 von Russland sogar zur „extremistischen Organisation“ erklärt wurde, mit noch deutlich weitreichenderen Strafmaßen, hieß es weiter. „Insofern kann man die nunmehr "doppelte Sanktionierung" der FSO als einen nochmaligen Ausdruck der Wissenschaftsfeindlichkeit Russlands und als weiteren Versuch der Einschüchterung von Wissenschaftlern betrachten“, erklärte Rektorin Jutta Günther.

Das russische Justizministerium hatte seine Liste mit ausländischen und internationalen Einrichtungen erweitert, deren Arbeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation untersagt ist. Besondere Gründe wurden nicht genannt, gelistet werden aber Organisationen, die nach Auffassung der Moskauer Behörden gegen die Interessen des russischen Staates arbeiten. In der Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter das viele Jahre in Moskau tätige Deutsche Historische Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst sowie zahlreiche politische Stiftungen. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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