Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 31. August, 09:05 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1922
letzte Woche, 1941 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1922
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 21.8., letzte Aktualisierung: 31.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1242
200
152
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 21.8., letzte Aktualisierung: 31.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Polens Geheimdienst prüft nach Feuer in Drohnen-Fabrik Sabotageverdacht

In Polen ist in einem Werk zur Herstellung von Kampfdrohnen ein Feuer ausgebrochen. Der Brand in der Fabrik WB Electronics in Skarzyska-Kamienna, etwa 150 Kilometer südlich von Warschau, sei kurz nach Mitternacht gemeldet worden und mittlerweile gelöscht, sagte eine Sprecherin der örtlichen Polizei der Boulevardzeitung „Fakt“. Verletzt wurde niemand.

„Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst. Beamte des Inlandsgeheimdienstes ABW sind schon vor Ort“, sagte Jacek Dobrzynski, Sprecher des Geheimdienstkoordinators, zu dem Sender TVN24. Es sei noch zu früh, um mit Sicherheit von einem Sabotageakt zu sprechen. 

Polen ist ein wichtiger politischer und militärischer Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Das EU- und Nato-Land fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet massiv auf. Die Regierung in Warschau wirft den russischen und belarussischen Geheimdiensten vor, viele Agenten für Sabotageakte ins Land zu schicken.

WB Electronics ist das größte private Rüstungsunternehmen des Landes und Lieferant für die polnische Armee. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Herstellung fortschrittlicher Technologien für den Verteidigungssektor spezialisiert, darunter digitale Führungssysteme, automatisierte Feuerleitsysteme, Kommunikationsmittel sowie moderne unbemannte und Angriffssysteme. Das Werk in Skarzysko-Kamienna stellt Schlüsselbauteile für Drohnen her. (dpa) 

AKW Saporischschja offenbar mit Notstrom betrieben

Das von Russland kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja wird nach Angaben des russischen Staatskonzerns Rosatom derzeit mit Notstromaggregaten versorgt. Priorität habe nun, die Anlage im Südosten der Ukraine mit ausreichend Diesel zu versorgen, erklärt Rosatom-Chef Alexei Lichatschow. Die Lage sei unter Kontrolle, dies könne jedoch kein Dauerzustand sein. Er hoffe auf eine lokale Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine, um Reparaturarbeiten an der beschädigten Stromleitung Ferrosplawnaja-1 zu ermöglichen. (Reuters)

Offenbar mehr als 242.000 russische Soldaten getötet

In der Ukraine sind einer aktuellen Auswertung zufolge seit Beginn des Angriffskrieges 242.747 russische Soldaten getötet wurden. Seit der letzten Analyse Mitte August hat „Mediazona“ in Zusammenarbeit mit dem russischen Dienst der BBC die Identitäten von 3393 weiteren toten russischen Soldaten bestätigt, berichtet das unabhängige russische Medienportal.

Die Daten stammen demnach aus öffentlichen Quellen wie Todesanzeigen, regionalen Medienberichten und Erklärungen lokaler Behörden. Die genaue Zahl der Toten wird weit höher vermutet. Unter den toten russischen Soldaten sollen sich mehr als 88.600 Freiwillige, 26.600 rekrutierte Häftlinge und 20.000 mobilisierte Soldaten befinden. Außerdem seien insgesamt 7596 Offiziere getötet worden.

Belgien lehnt Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte für Ukraine-Hilfe ab

Belgien bleibt gegen die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine. Verteidigungsminister Theo Francken sagte laut Euractiv, die belgische Position werde sich nicht ändern.

„Diese Frage steht nicht zur Diskussion, die Tür ist geschlossen“, sagte Francken.

In der vergangenen Woche hatten Schweden, Polen, die Niederlande und Spanien die EU-Kommission aufgefordert, neue Wege zur Nutzung von rund 200 Milliarden Euro eingefrorener russischer Vermögenswerte zugunsten der Ukraine zu prüfen. Der Großteil dieser Gelder liegt beim belgischen Zentralverwahrer Euroclear.

Auch Belgiens Premierminister Bart De Wever hatte sich zuvor dagegen gestellt, der Ukraine rund 210 Milliarden Euro in Form eines sogenannten Reparationskredits bereitzustellen. Brüssel fürchtet mögliche russische Klagen und finanzielle Risiken für Belgien.

Russischer Abgeordneter fordert Atomschlag gegen die Ukraine

In Russland gibt es erneut öffentliche Forderungen nach dem Einsatz von Atomwaffen gegen die Ukraine. Der Duma-Abgeordnete und Vorsitzende der Partei „Rodina“, Alexej Schurawljow, erklärte, Moskau müsse bei Bedarf taktische Atomwaffen einsetzen. Das berichtet „The Moscow Times“. Schurawljow behauptete demnach, Russland müsse einen Schlag führen, der die Ukraine zur Kapitulation zwinge.

Nach seinen Worten dürfe es in Russland grundsätzlich keine Debatte darüber geben, ob taktische Atomwaffen gegen die Ukraine eingesetzt werden könnten. „Wenn es nötig ist, sind wir verpflichtet, sie einzusetzen. Wenn wir zuschlagen müssen, werden wir zuschlagen. Und das wird nicht diskutiert“, sagte Schurawljow.

Musk soll weiterführende Nutzung von Starlink grundsätzlich erlaubt haben

Elon Musk soll dem früheren ukrainischen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow signalisiert haben, dass er bereit wäre, den Einsatz von Starlink-ausgerüsteten Drohnen außerhalb der Ukraine zu ermöglichen. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

Demnach ginge es um ukrainische Drohnen, die mithilfe von Starlink russische Ziele auf russischem Gebiet angreifen könnten. Musk habe Fedorow jedoch gesagt, dass eine solche Entscheidung politisch sei und im Weißen Haus getroffen werden müsse.

Bereits Ende Juli hatten Medien berichtet, Präsident Wolodymyr Selenskyj habe US-Präsident Donald Trump gebeten, mit Musk über eine Ausweitung der Starlink-Nutzung auf russisches Territorium zu sprechen. Dadurch könnte die Ukraine unter anderem Startorte russischer ballistischer Raketen angreifen. Nach „FT“-Angaben lehnte Trump diese Bitte damals ab.

Lawrow bezeichnet Nato-Aktivitäten in der Arktis als direkte Bedrohung

Russland betrachtet die Aktivitäten der Nato in der Arktis nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow als direkte Bedrohung für seine Sicherheit. Moskau stufe militärische Übungen der Nato in dem Gebiet als aggressiv ein, erklärt der langjährige Außenminister von Präsident Wladimir Putin in einem vom russischen Außenministerium veröffentlichten Artikel. „Eine derartige militärische Aktivität im Hohen Norden stellt eine direkte Bedrohung für die Sicherheit Russlands dar. Die Risiken von Zwischenfällen, die eine bewaffnete Konfrontation mit potenziell katastrophalen Folgen auslösen könnten, nehmen zu“, sagt er. 

Die Mitgliedstaaten der westlichen Allianz bauen ihre Präsenz in der Region infolge des Krieges Russlands gegen die Ukraine derzeit aus. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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