Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 25. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1933
letzte Woche, 1980 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1933
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 25.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1240
200
178
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
480
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 25.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russischer Armeetreibstoff landet offenbar auf dem Schwarzmarkt

Russische Kommandeure sollen systematisch Militärtreibstoff verkaufen, teilt die Partisanenbewegung „Atesch“ unter Berufung auf Quellen in der russischen 70. motorisierten Schützendivision mit. Demnach wird Armeetreibstoff an Einwohner von Donezk, Luhansk und Rostow am Don verkauft – für 300 Rubel pro Liter und mehr, umgerechnet etwa drei Euro.

Die mutmaßlichen Verkäufe finden vor dem Hintergrund eines seit mehreren Monaten bestehenden Benzinmangels in den von Russland besetzten Gebieten statt. Dadurch entwickelt sich Militärtreibstoff offenbar zu einer knappen Ware, mit der russische Kommandeure auf dem Schwarzmarkt verdienen.

Für die 70. motorisierte Schützendivision hat das nach Angaben von „Atesch“ direkte Folgen. Wegen des Treibstoffmangels durch den Verkauf am Schwarzmarkt könnten russische Soldaten Fahrzeuge, gepanzerte Technik und Motorräder nicht mehr ausreichend einsetzen, „weshalb Soldaten gezwungen sind, Sturmangriffe zu Fuß durchzuführen“. Ihnen fehle der Schutz durch gepanzerte Fahrzeuge, und die Evakuierung von Verwundeten mit Fahrzeugen werde unmöglich. „Aus diesem Grund ist die Zahl der Verluste in der Einheit in letzter Zeit erheblich gestiegen.“

Russland meldet Einnahme von Dorf in Donezk

Russische Truppen bringen das Dorf Hanniwka in der ostukrainischen Region Donezk unter ihre Kontrolle. Dies meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Die Angaben aus dem Kampfgebiet lassen sich von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüfen.

Zugleich wies die ukrainische Truppengruppierung „Kursk“ die russische Behauptung zurück, russische Truppen hätten den Ort Nowokostjantyniwka in der Region Sumy eingenommen. Die Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums über die angebliche Einnahme des Ortes entspreche nicht der Wahrheit, teilte die ukrainische Seite mit. Der Ort stehe weiter unter Kontrolle der ukrainischen Verteidigungskräfte. 

Nach Angaben der Truppengruppierung dauern die Kämpfe in diesem Abschnitt an. Die Lage sei jedoch kontrolliert, ukrainische Einheiten erfüllten ihre Kampfaufgaben. (mit Reuters)

Selenskyj dankt Deutschland für Rettung zahlloser Leben

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) für die deutsche Unterstützung bei der Verteidigung des Landes gedankt. Deutschland sei führend bei der Erhaltung der Unabhängigkeit der Ukraine. „Unzählige Leben wurden bewahrt dank der deutschen Hilfe“, teilte Selenskyj bei X mit – in einer Danksagung nach dem am Montag groß gefeierten 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine.

Selenskyj veröffentlichte auch ein Glückwunschschreiben von Donald Trump, nachdem russische Medien mit Häme behauptet hatten, der US-Präsident habe in diesem Jahr nicht zum Unabhängigkeitstag gratuliert. „Der 24. August ist ein Tag, an dem wir unsere dauerhafte Freundschaft feiern, die auf 35 Jahren diplomatischer Beziehungen aufbaut, einer Verbindung, die sich seit der Erlangung der Unabhängigkeit der Ukraine nur noch vertieft hat“, teilte Trump demnach mit.

„Mit mutigen, tapferen und talentierten Menschen haben Sie ein großartiges Land aufgebaut“, schrieb Trump an Selenskyj. Die USA bewunderten den „widerstandsfähigen Geist“ der Ukraine, ehrten ihre Opfer und blickten zuversichtlich in ihre Zukunft als „souveräner, wohlhabender Nation“.

Selenskyj dankte für die „herzliche und ermutigende Gratulation“. Trumps Schreiben endete demnach mit einem Friedensappell. „Nutzen wir diesen Moment, um den Konflikt zu beenden und einen dauerhaften, langlebigen Frieden aufzubauen, der das enorme Potenzial der Ukraine für kommende Generationen entfesselt.“

Selenskyj reagierte darauf mit der indirekten Forderung nach Abfangraketen zum Schutz vor Angriffen mit russischen ballistischen Raketen. Er sagte: „Diese Worte, ähnlich wie der Klang eines Starts des Patriot PAC-3, heben unsere Stimmung und geben Hoffnung, dass Leben vor den brutalen Angriffen Russlands geschützt werden können und dass ein würdevoller Frieden erreicht werden kann.“

Selenskyj bekräftigte zudem erneut das Ziel der Ukraine, Mitglied der Nato zu werden. Das ist zwar nicht in Sicht, aber in seinem Dank an Nato-Generalsekretär Mark Rutte hielt er fest, die Menschen in der Ukraine hätten „bewiesen - ohne den geringsten Zweifel zu lassen -, dass wir würdig sind, der Allianz anzugehören“. (dpa) 

Russland greift Grenzübergang zwischen Ukraine und Moldau an

Russische Truppen haben in der Nacht zum Dienstag den internationalen Grenzübergang Wynohradiwka–Vulcănești an der ukrainisch-moldauischen Grenze angegriffen. Das teilte der ukrainische Zolldienst mit.

Demnach wurde die Infrastruktur des Grenzübergangs durch russische Angriffsdrohnen beschädigt. Wegen der Folgen des Angriffs musste der Betrieb vorübergehend eingestellt werden. Der Übergang liegt in der Region Odessa und verbindet die Ukraine mit Moldau.

Wadephul: Bei Patriot-Raketen von anderen Ländern noch keine Zusagen

Bundesaußenminister Johann Wadephul räumt ein, dass Deutschland in Gesprächen mit Partnerländern über zusätzliche Patriot-Luftabwehrraketen für die Ukraine bislang keine Zusicherungen erhalten hat. „Die nüchterne Bilanz lautet: Wir haben noch keine Zusagen“, sagte Wadephul in einem Interview mit dem Nachrichtenportal „t‑online“. Die Bemühungen würden aber fortgesetzt. Zugleich warnte der Minister vor einem bevorstehenden harten Kriegswinter in der Ukraine und fordert eine verstärkte Luftverteidigung, Munition sowie Hilfe für die Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung des Landes. Deutschland sei auf dem richtigen Weg, müsse aber „noch eine Schippe drauflegen“, sagte der CDU-Politiker.

Nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio setzt Wadephul zudem weiter auf eine Vermittlerrolle der USA im Ukraine-Krieg. Die Zusammenarbeit mit Rubio sei konstruktiv und positiv. Beide Politiker seien sich einig, dass der Krieg nur durch Verhandlungen beendet werden könne, sähen aber derzeit keine Bereitschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu ernsthaften Gesprächen. Wadephul erklärte zudem, es sei denkbar, dass Putin am G20-Gipfel unter US-Vorsitz im Dezember in Miami teilnehmen werde. „Normalerweise gehört der russische Präsident zu den Teilnehmern“, wird Wadephul zitiert. Es sei also durchaus möglich, dass Putin anreisen werde. Wadephul und Rubio hatten am Montag telefoniert. (Reuters)

Moskau droht London mit Angriffen „unbekannten“ Ursprungs

Nach weiteren Unterstützungszusagen Großbritanniens an die Ukraine hat Kreml-Berater Andrei Fedorov London gedroht. Es könne zu einer „halbmilitärischen“ Reaktion „unbekannter Quellen“ gegen britische Drohnenfabriken kommen, sagte er der BBC.

Russlands Machthaber Wladimir Putin stehe unter „ernsthaftem“ Druck, „bestimmte Maßnahmen gegen Großbritannien zu ergreifen“, sagte der ehemalige russische Vize-Außenminister in der BBC-Sendung „Newsnight“. Eine solche Reaktion könne „in Form von Maßnahmen gegen Unternehmen geschehen, gegen Fabriken, die Drohnen für die Ukraine produzieren“.

Zuvor hatte der britische Premierminister Andy Burnham – vor seinem Antrittsbesuch in der Ukraine – Unterstützung für die dortige Produktion von Langstreckenraketen angekündigt. In Kyjiw schlossen die beiden Länder dann ein Abkommen zur Zusammenarbeit bei der militärischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

Dieses Foto, das über den offiziellen Telegram-Kanal des Gouverneurs von Krasnodar, Jewgeni Naumow, verbreitet wurde, zeigt eine Ansicht des beschädigten Wohnhauses nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf den Bezirk Karasunsky in der Region Krasnodar.
Zwei Tote und Brand in russischer Ölraffinerie nach Drohnenangriff

Nach einem Drohnenangriff in der südrussischen Region Krasnodar ist Behördenangaben zufolge eine Ölraffinerie in Brand geraten. Durch herabfallende Trümmerteile seien in der Umgebung zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden, teilt Regionalgouverneur Weniamin Kondratjew über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. (Reuters)

Dieses Foto, das über den offiziellen Telegram-Kanal des Gouverneurs von Krasnodar, Jewgeni Naumow, verbreitet wurde, zeigt eine Ansicht des beschädigten Wohnhauses nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf den Bezirk Karasunsky in der Region Krasnodar.
Foto: dpa/Head of Krasnodar Yevgeny Naumov's official telegram channel via AP/Uncredited

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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