Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 22. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1933
letzte Woche, 1980 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1933
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 20.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1240
200
178
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
480
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 14.8., letzte Aktualisierung: 20.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine attackiert erstmals russischen Versandhändler Ozon

Nach Berichten ukrainischer Medien griff Kyjiw erneut im Gebiet Samara eine große Ölraffinerie an – und erstmals auch ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon.

Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden; es gebe aber auch Verletzte, teilte Ozon am Morgen mit. Für Mitarbeiter und Angehörige sei ein Notruftelefon eingerichtet worden. Die Arbeit in dem Logistikzentrum in der Stadt Tschapajewsk sei nach dem Angriff eingestellt worden, berichtete der Konzern.

Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew bestätigte auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram, dass infolge des Angriffs mehrere Menschen verletzt worden seien. Das russische Verteidigungsministerium gab derweil bekannt, dass in der Nacht insgesamt 457 ukrainische Drohnen abgeschossen worden seien. 

Zuvor hatte die Ukraine seit Wochen den größten russischen Online-Versandhändler Wildberries wiederholt mit Drohnen angegriffen. Die Schäden allein bei dem Unternehmen gehen nach Schätzungen von Branchenexperten in die Milliarden. (dpa, Reuters)

Wadephul äußert sich zu Putin und Russlands Wirtschaft

Bei seinem Besuch in der Ukraine betonte Außenminister Johann Wadephul, dass die totalitäre Unterdrückung im Inneren Russlands ein Zeichen der Schwäche von Präsident Wladimir Putin sei.

Dass die Ukraine mit internationaler Unterstützung den längeren Atem hat und dass eine Fortführung des Krieges Russland nur weiter in den wirtschaftlichen Ruin führt, wird immer mehr Menschen in Russland klar.Johann Wadephul
Wadephul ist in der Ukraine eingetroffen.
Wadephul zu Besuch in Kyjiw eingetroffen

Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch in dem von Russland angegriffenen Land eingetroffen.

Gleich nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug am Bahnhof von Kyjiw verurteilte der CDU-Politiker die zunehmenden russischen Drohnen- und Raketenangriffe und warf Moskau „wahllosen Mord an Zivilisten“ sowie gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Russland wolle die Lebensgrundlage der Menschen in der Ukraine zerstören und so ihren Durchhaltewillen brechen. Die Sommermonate Juli und August seien für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren gewesen. „Nie vorher feuerte Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland ab“, sagte er. 

Wadephul ist zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten in dem Land. Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen wie üblich nicht öffentlich angekündigt. Auch sein Programm in Kyjiw wird nicht bekanntgegeben. Im Mittelpunkt werden aber Gespräche mit der ukrainischen Führung stehen. Der CDU-Politiker sicherte der Ukraine vor diesem Hintergrund weitere Unterstützung zu. Er hofft darauf, dass Russland so zu Friedensverhandlungen bewegt werden kann. (dpa)

Wadephul ist in der Ukraine eingetroffen.
Imago
Tote nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum steigen auf 16

Bei dem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih steigt die Zahl der Toten auf mindestens 16.

„Angriffe wie diese sind nichts anderes als Terrorakte“, erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj und verweist auf eine zweite Drohne, die eine halbe Stunde nach dem ersten Einschlag in das Gebäude eingeschlagen sei; damit hätten offenbar gezielt Rettungskräfte getroffen werden sollen.

Mehr als 130 Menschen seien verletzt worden, darunter 22 Kinder, teilt Regionalgouverneur Olexandr Hanscha mit. Neun Personen gelten demnach noch als vermisst. Selenskyj kündigt eine Antwort auf die Attacke in seiner Heimatstadt an. (Reuters)

Ukraine meldet vier Tote bei Drohnenangriff

Bei einem Drohnenangriff in der ukrainischen Region Mykolajiw sind amtlichen Medien zufolge mindestens vier Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. Zudem sei eine Frau verletzt worden, heißt es in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Eine Stellungnahme Russlands liegt zunächst nicht vor. (Reuters)

In Krywyj Rih ist ein Einkaufszentrum bei einem russischen Drohnenangriff getroffen worden.
Tote und Verletzte bei russischer Attacke auf Krywyj Rih

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens sechs Menschen getötet worden. Rund 90 weitere Personen seien verletzt worden, darunter sechs Kinder, teilt Regionalgouverneur Olexandr Hanscha auf Telegram mit. 21 Menschen befänden sich in einem ernsten Zustand, darunter ein Kind.

Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilt den Angriff auf seine Heimatstadt als „absolut zynisch und verabscheuungswürdig“. Eine zweite russische Drohne habe das Einkaufszentrum eine halbe Stunde nach der ersten getroffen, so Selenskyj. Dies sei ein gezielter Versuch gewesen, Rettungskräfte zu treffen. „Angriffe wie diese sind nichts anderes als Terrorakte.“ Selenskyj fordert die internationale Gemeinschaft auf, Russland zur Rechenschaft zu ziehen. (Reuters)

In Krywyj Rih ist ein Einkaufszentrum bei einem russischen Drohnenangriff getroffen worden.
Foto: Reuters/Generalstaatsanwaltschaft via Telegram
Ukraine verbietet „Mascha und der Bär“

Die Ukrainer dürfen in ihrem Land nicht mehr die international bekannte russische Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“ sehen. Die Regierung belegte die Filmemacher mit Sanktionen und bezeichnete die Trickfilme als eine Gefahr für die nationale Sicherheit. „Allein im Jahr 2025 hatte der ukrainischsprachige YouTube-Kanal von ‚Mascha und der Bär‘ über 800 Millionen Aufrufe“, schrieb Kulturministerin Tetjana Bereschna bei Facebook. Nun gebe es die rechtliche Handhabe, um die Filme in der Ukraine zu blockieren. „Für russische Propaganda gibt es keinen Platz auf Kinderbildschirmen. Weder in der Ukraine noch in der Welt!“, schrieb sie.

Hintergrund ist eine journalistische Studie vom vergangenen Jahr. Demnach war der ukrainischsprachige YouTube-Kanal des russischen Trickfilms 2025 in dem von Russland angegriffenen Land mit Abstand der populärste. Zur russischsprachigen Version wurden keine Angaben gemacht. Über den Kanal erzielen die Macher den Autoren zufolge Werbeeinnahmen, mit denen wiederum Steuern in Russland gezahlt würden. Das Geld komme der russischen Armee in ihrem Kampf gegen die Ukraine zugute. Streamingplattformen wie YouTube können den Zugang zu Inhalten, um gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, auch für Nutzer aus einzelnen Ländern sperren.

Die Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Das Land geht zum Ärger Moskaus nicht nur gegen die verbreitete russische Sprache, sondern auch gegen die Kultur des Nachbarlandes vor.

Hauptfiguren der Trickfilme sind das kleine Mädchen Mascha in traditioneller russischer Kleidung und ein ehemaliger Zirkusbär, der sich nur über Gesten und Laute mitteilt. Die Serie wird seit 2009 produziert und wurde in Dutzenden Ländern ausgestrahlt, darunter auch in Deutschland. Kritik am Inhalt gab es auch in Großbritannien und Estland, da Mascha in mehreren Episoden mit militärischen Kleidungsstücken und sowjetischer Symbolik auftaucht.

Moskau kritisierte den ukrainischen Schritt. „Dass die Ukraine auch gegen Zeichentrickfilme einen Krieg begonnen hat, zeigt wohl einmal mehr die Abscheulichkeit des Kiewer Regimes“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Die Zeichentrickhelden hätten die ganze Welt „mit ihrer Güte“ erobert. Es sei Propaganda „im guten Sinne dieses Wortes“.

Die Sanktionen wurden vorerst für zehn Jahre verhängt. Kyjiw forderte seine Verbündeten auf, ebenfalls Maßnahmen gegen die Verbreitung der Animationsfilme zu ergreifen. Erst im Juni hatte der US-amerikanische Streamingdienst Netflix die Rechte an weiteren Staffeln der Kinderserie erworben. (dpa) 

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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