Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 15. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1871
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1871
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1182
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
537
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Selenskyj: EU-Beitrittsverhandlungen haben Signalwirkung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU gelobt. „Die Eröffnung des ersten Clusters in den EU-Beitrittsverhandlungen Moldaus und der Ukraine sendet das klare Signal, dass Europas Fortschritt nicht gestoppt werden kann“, sagte Selenskyj in einem auf seinen sozialen Netzwerken verbreiteten Video.

Beide Länder hätten hart daraufhin gearbeitet, kooperierten miteinander und würden den Beitritt am Ende auch gemeinsam schaffen, sagte der Ukrainer bei einem Zwischenstopp in der moldauischen Hauptstadt Chisinau kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel.

Nach Darstellung Selenskyjs ist die Beschleunigung der Beitrittsgespräche auch die passende Antwort der Europäer auf den seit mehr als vier Jahre währenden russischen Angriffskrieg gegen sein Land. „Das ist die politische Entscheidung, die Europa heute braucht.“ (dpa)

EU verhängt Sanktionen gegen russisch-orthodoxen Krim-Bischof

Die EU hat den russisch-orthodoxen Metropoliten der Halbinsel Krim, Tichon (Schewkunow), auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

In der am Montag im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichten Verordnung wird die Maßnahme damit begründet, dass der Bischof „eine aktive Rolle bei der Verbreitung russischer Propaganda und Desinformation zur Rechtfertigung des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine“ spiele.

Demnach nahmen die Außenminister der EU-Staaten bei ihrer Sitzung am Montag in Luxemburg zehn natürliche Personen und eine Organisation in die Sanktionsliste auf. Damit stehen auf ihr nun 79 Personen.

Tichon pflegt gute Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Als ihn das orthodoxe Moskauer Patriarchat im Oktober 2023 zum Metropoliten von Simferopol und der Krim ernannte, wurde er in einigen russischen und ukrainischen Medien als Beichtvater des Kremlchefs bezeichnet.

Vor einem Jahr berief ihn Putin in ein Beratungsgremium für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Er gehört außerdem Putins Rat für Kultur und Kunst an. (dpa)

Das ist der Stand zum Iran-Deal aus US-Sicht

Vor der offiziellen Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran an diesem Freitag zur Beilegung des Kriegs betont Washington die Vorteile der Vereinbarung. Was ist bislang festgezurrt und woran hakt es noch? Die aktuelle Lage aus US-Sicht:

  • Unterzeichnung des Dokuments: US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance haben laut einem hochrangigen Regierungsbeamten das entsprechende Dokument bereits digital unterzeichnet. Von iranischer Seite habe der Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf unterschrieben. Aus Teheran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

  • Wer kommt zur Unterzeichnung in die Schweiz? Trump schickt seinen Vize JD Vance, wie er auf dem G7-Gipfel am Genfersee bekannt machte. Trump ließ offen, ob er selbst in irgendeiner Weise beteiligt sein werde. Medienberichten zufolge soll Genf Ort der Unterzeichnung sein.

  • Inhalt des Rahmenabkommens: Der konkrete Text des sogenannten Memorandum of Understanding soll binnen der kommenden 24 bis 48 Stunden veröffentlicht werden. „Wir wollen vollständige Transparenz haben“, sagte ein US-Regierungsbeamter am Mittag (US-Zeit).

  • Wie es weitergeht: In dieser Woche soll es Gespräche geben, in denen es auch darum gehen soll, ob bestimmte eingefrorene Gelder des Irans unter Auflagen freigegeben werden – etwa dann, wenn Teheran bestimmte Bedingungen erfüllt hat. Im Gespräch ist etwa der Zugang zu einem 300 Milliarden US-Dollar schweren Fonds zum Wiederaufbau des Landes. US-Vizepräsident JD Vance soll die US-Delegation anführen.

  • US-Streitkräfte: Während der laufenden Verhandlungen soll US-Angaben zufolge die aktuelle Truppenpräsenz beibehalten werden. Man hoffe, sie schrittweise zu reduzieren, aber noch nicht jetzt. Man wolle erst sehen, ob die Iraner ihre Zusagen einhielten. Eine Reduzierung der Militärpräsenz würde erst im Falle eines finalen Abkommens infrage kommen.

  • Die Rolle des Omans als Vermittler: Ein US-Regierungsbeamter äußerte sich deutlich unzufrieden mit der Arbeit des Omans als Mediator: „Wir hatten den Eindruck, dass sie sehr doppelzüngig waren und sich in ihrer Vorgehensweise fast so verhielten, als wären sie Angestellte der Iraner“, sagte er.

  • Der Konflikt zwischen Israel und dem Libanon: Der Rückzug israelischer Truppen aus dem Libanon sei keine Bedingung für das Rahmenabkommen gewesen, betonte ein US-Regierungsbeamter. Er verdeutlichte, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe, sollte der Iran die ihm nahestehende Hisbollah-Miliz im Libanon nicht unter Kontrolle halten können und diese Israel angreifen. (dpa)

Die Nationalflagge der Ukraine und die Flagge der EU wehen im Wind.
EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine
Die Nationalflagge der Ukraine und die Flagge der EU wehen im Wind.
Die Nationalflagge der Ukraine und die Flagge der EU wehen im Wind. Credit: IMAGO/Ardan Fuessman

Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine begonnen. Vertreter beider Seiten starteten am Abend in Luxemburg offiziell die Aufnahme von Gesprächen zum ersten Themenblock, wie ein Sprecher des Rates der Mitgliedstaaten der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Mit dem ersten Verhandlungsabschnitt werden Gespräche über Themen wie das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit begonnen. Kandidatenländer müssen dabei unter anderem nachweisen, dass ihre Rechtssysteme, der Grenzschutz und die Polizei den EU-Standards entsprechen.

Der Schritt der Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts gilt nach einer zweijährigen Hängepartie wegen einer Blockade Ungarns als wichtiges Zeichen an die Ukraine, dass sich ihre Reformanstrengungen lohnen.

Das von Russland angegriffene Land wird nun im Zuge der vermutlich jahrelangen Verhandlungen zeigen müssen, dass es reif für einen EU-Beitritt ist. Dafür sind auch noch zahlreiche weitere Reformen zum Beispiel im Bereich der Korruptionsbekämpfung erforderlich. (dpa)

Trump spricht mit Putin und Selenskyj

US-Präsident Donald Trump hat getrennte Telefonate mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt.

Die Gespräche am Sonntag seien „sehr gut“ gewesen, sagte Trump am Montag beim G7-Gipfel im französischen Evian bei einem Treffen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. „Vielleicht können wir was machen“, sagte Trump, ohne Details zu nennen. „Sie sind beide offen dafür.“

Im seit mehr als vier Jahren andauernden Ukraine-Krieg sind Vermittlungsversuche bislang gescheitert. Trump ist immer wieder vorgeworfen worden, in dem Konflikt Russland-freundliche Positionen zu vertreten.

Vor der US-Präsidentschaftswahl 2024 hatte Trump im Wahlkampf gesagt, er könne den Ukraine-Krieg „binnen 24 Stunden“ beenden. (AFP)

Russischer Langstreckenbomber in Sibirien abgestürzt - Crew rettet sich

In Sibirien ist ein russischer Langstreckenbomber abgestürzt. Die vier Besatzungsmitglieder konnten sich nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums mit dem Schleudersitz retten.

Sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobsew, mit. Unbestätigte Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten, wie die Maschine in ein Waldgebiet stürzte und eine große Rauchwolke aufstieg.

Der Absturz ereignete sich dem Ministerium zufolge am Montag während eines Übungsflugs nahe dem Dorf Kamenka. Am Boden habe es keine Schäden gegeben, da die Maschine ohne Kampfbeladung geflogen sei.

Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich um einen Bomber vom Typ Tu-22M3. Dies ist eine modernisierte Version eines Überschallbombers aus der Sowjetzeit, den die Nato unter dem Codenamen „Backfire“ führt.

Das Flugzeug kann Marschflugkörper vom Typ Ch-22 sowie hyperschallschnelle Kinschal-Raketen tragen. Russland setzt diesen Typ unter anderem für Angriffe in der Ukraine und Syrien ein. (Reuters)

Bundeskanzler Friedrich Merz
Merz: „Fenster für die Diplomatie“ kann sich öffnen
Bundeskanzler Friedrich Merz
Bundeskanzler Friedrich Merz Credit: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht im Bemühen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine neue Chance für die Diplomatie.

Die Ukraine befinde sich nach den jüngsten Entwicklungen „in einer neuen Position der Stärke“, sagt der Kanzler vor seinem Abflug zum G7-Gipfel im französischen Evian in Berlin. „Russland kann militärisch nicht gewinnen, zudem ist seine Wirtschaft angeschlagen.“

Gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien habe Deutschland fünf Eckpunkte für mögliche Friedensverhandlungen formuliert, die in Evian mit US-Präsident Donald Trump besprochen werden sollen. Es könne „sich hier langsam ein Fenster für die Diplomatie öffnen“, sagt Merz. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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