Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 15. September, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Die Präsidentschaftskandidatin der französischen Rechtsnationalen: Marine Le Pen.
Französische Rechtsnationale Le Pen geht auf Distanz zu Russland
Die Präsidentschaftskandidatin der französischen Rechtsnationalen: Marine Le Pen.
Foto: AFP/Thomas Samson

Der französischen Rechtsnationalen wurde immer wieder Russlandnähe nachgesagt. Nun findet die Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen klare Worte und wirft dem Kreml Destabilisierung und Provokation in Europa vor. „Wir werden niemals tolerieren, dass eine ausländische Macht, in diesem Fall Russland, hoffen kann, direkt oder indirekt die Politik unseres Landes durch Einschüchterung, Bedrohung, Destabilisierung oder psychologischen Druck zu diktieren“, teilte Le Pen mit. Die Außenpolitik des Landes werde in Paris entschieden, nicht in Moskau.

Le Pen will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr Staatschefin werden. In den Umfragen liegt sie derzeit deutlich vor den anderen Kandidaten und hat gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen. In der Vergangenheit war Le Pen immer wieder dafür kritisiert worden, sich nicht klar genug vom Kreml distanziert zu haben. Jetzt geht die 58-Jährige in dem gemeinsamen Schreiben mit Jordan Bardella, Parteichef von Le Pens Rassemblement National, auf Distanz zu Russland.

Le Pen und Bardella schreiben nun, es sei legitim, über die diplomatische und strategische Ausrichtung Frankreichs zu debattieren. Dabei müsse man auch über den Umfang der Unterstützung der Ukraine und die Bedingungen dafür reden. Druck von außen sei aber illegitim. „Keine Provokation, keine Geheimoperation und keine Destabilisierungsaktion können Frankreich dazu bringen, Russland das Erlangen seiner Kriegsziele in der Ukraine zu erleichtern“, hieß es. (dpa) 

Ukraine meldet Tod von Mutter und drei Kindern bei Angriff bei Kyjiw

Bei russischen Angriffen auf die Region Kyjiw sind nach ukrainischen Behördenangaben vier Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. Eine Mutter und ihre beiden drei Jahre alten Kinder kommen nach Angaben des Rettungsdienstes ums Leben, als eine russische Drohne ein Wohnhaus trifft.

Ein weiteres Mädchen stirbt dem Gouverneur der Region, Tymur Tkatschenko, zufolge im Krankenhaus nach einem separaten Drohnenangriff. Insgesamt seien bei den mehr als 24 Stunden andauernden Angriffen 31 Orte in fünf Bezirken beschädigt worden, erklärt Tkatschenko weiter. Am stärksten betroffen sei der südwestliche Bezirk Fastiw. (Reuters)

Slowakei-Premier Fico: Ukraine-Krieg ist nicht unser Krieg

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat seine Forderung erhärtet, die Nato dürfe sich nicht in einen Krieg gegen Russland hineinziehen lassen. Obwohl Russland mit seinem Angriff „eine Verletzung des Völkerrechts“ begangen habe, sei der Krieg in der Ukraine „weder unser Krieg noch ein Krieg der Nato“, sagte der Linkspopulist am Samstagabend in einer Videoansprache. Schon jetzt habe der Krieg Millionen Tote und enorme Zerstörungen verursacht. Statt eine weitere Eskalation zu riskieren, müsse ein Ausweg auf dem Verhandlungsweg gesucht werden.

Zuvor hatte eine Äußerung Ficos, die auf Internetplattformen verkürzt wiedergegeben worden war, für mediales Aufsehen gesorgt. Der slowakische Premier hatte am Donnerstag davor gewarnt, dass das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation „so hoch wie nie“ sei: „Es genügt, dass eine Drohne absichtlich oder unabsichtlich ein Wohnhaus in einem Nato-Staat trifft und Zivilisten tötet“ – und schon könne ein Bündnisfall eintreten, der auch das Nato-Mitglied Slowakei betreffe.

Deshalb sei es „die Pflicht von uns Politikern, wieder öfter von Frieden zu reden“ und rechtzeitig nach einem Ausweg zu suchen. Er als Regierungschef wolle alles dafür tun, dass die Slowakei niemals „wegen irgendeines Artikels 5 in einen militärischen Konflikt hineingezogen“ werde.

In Social-Media-Foren wurde aber statt seiner Warnung vor einer Eskalation nur diese Randbemerkung als Video-Auszug verbreitet und so interpretiert, dass er „die Verteidigung von Nato-Verbündeten“ im Kriegsfall verweigere. Slowakische Oppositionspolitiker warfen ihm daraufhin vor, die Nato-Beistandspflicht infrage zu stellen.

Darauf reagierte Fico am Samstag wiederum mit dem trotzigen Hinweis, dass auf die Bündnistreue des Westens selbst wenig Verlass sei. 1938 hätten die Westmächte die Tschechoslowakei „wie ein gebratenes Huhn“ Adolf Hitler zum Fraß vorgeworfen. (dpa)

Moskaus Bürgermeister meldet bei Wahl "beispiellosen Angriff"

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hat der Ukraine eine versuchte Störung der Parlamentswahl in Russland durch massive Drohnenangriffe vorgeworfen. Die Ukraine habe in den vergangenen Stunden einen „beispiellosen“ Angriff mit mehr als 1600 Drohnen gestartet, erklärte Sobjanin am Sonntagmorgen im Onlinedienst Telegram. Die russische Luftabwehr habe allein 450 auf Moskau zusteuernde Drohnen abgefangen.

„Der beispiellose Angriff wurde ganz offensichtlich mit dem Ziel geplant, die Wahl zu stören“, erklärte Sobjanin. „Dem Feind ist das nicht gelungen“, fügte der Bürgermeister hinzu.

Die Parlamentswahl hatte bereits am Freitag im Fernen Osten Russland begonnen. Die Abstimmung über die 450 Sitze in der Staatsduma wird bis Sonntag in elf Zeitzonen abgehalten. Es ist die erste Parlamentswahl in Russland seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2022. Ein Sieg der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin gilt als sicher. (AFP)

Russland: Teile von Moskauer Ölraffinerie durch Drohnenangriff beschädigt

Eine Anlage auf dem Gelände der Moskauer Ölraffinerie wurde russischen Angaben zufolge durch einen Drohnenangriff auf die russische Hauptstadt beschädigt. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den Moskauer Bürgermeister. Opfer habe es keine gegeben. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen die mutmaßlichen Folgen der Angriffe. (Reuters)

Über britischen Militäreinrichtungen gab es offenbar mehr 340 Drohnenvorfälle

An britischen Militärstandorten kommt es einem Zeitungsbericht zufolge immer häufiger zu Drohnenvorfällen. In den vergangenen zwölf Monaten seien 340 Sicherheitsvorfälle mit Drohnen über oder in der Nähe militärischer Einrichtungen entdeckt worden, berichtete der „Independent“ am Samstag. 2025 waren es demnach 250 Vorfälle gewesen, im Jahr davor lag die Zahl mit 126 nur bei etwas mehr als der Hälfte.

Das britische Verteidigungsministerium machte keine Angaben zur Herkunft der Drohnen, aber die Vorfälle kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem immer mehr europäische Länder hybride Angriffe aus Russland auf ihr Territorium melden. (AFP)

Putin-Beauftragter Dmitrijew jubelt AfD in Mecklenburg-Vorpommern zu

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bekommt die AfD prominente Unterstützung aus Moskau. Der Beauftragte von Kremlchef Wladimir Putin für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew, äußerte ganz unverhohlen die Bereitschaft zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Partei nach einem möglichen Wahlsieg. Dabei behauptet Moskau immer wieder, sich nicht in Wahlen anderer Länder einzumischen. „Mecklenburg-Vorpommern wird wieder aufblühen, wenn bezahlbares, zuverlässiges Nord-Stream-Gas durch gemeinsame Arbeit mit der AfD zurückkehrt“, schrieb Dmitrijew auf der Plattform X.

Russland hatte immer wieder angeboten, bei einer möglichen Aufhebung von Sanktionen preiswertes Gas nach Deutschland durch die Ostseepipeline zu pumpen. Nach den Sprengungen an den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 gibt es nur noch einen intakten, aber nicht genutzten Strang von ursprünglich vier Leitungen. „Niedrigere Energiekosten, mehr Jobs und höheres Wachstum“, meinte Dmitrijew mit Blick auf künftig mögliche Gaslieferungen.

„Kein deutscher Energie- und Industriesuizid mehr“, sagte Dmirijew in einer Antwort auf einen Post der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel, die für Veränderung in Mecklenburg-Vorpommern warb. Er ist auch Putins Chefunterhändler bei den Gesprächen mit den USA über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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