Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 28. April, 10:20 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1615
letzte Woche, 1773 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1615
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 17.4., letzte Aktualisierung: 28.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
984
200
124
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
491
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 17.4., letzte Aktualisierung: 28.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Pistorius: Deutschland profitiert von strategischer Zusammenarbeit mit Ukraine

Deutschland profitiert laut Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius von der militärischen Unterstützung der Ukraine. Es sei eine strategische Partnerschaft daraus geworden, die immer weiter ausgebaut werde, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin nach Beratungen. Daran nahmen von deutscher Seite neben Pistorius auch Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche teil.

Virtuell zugeschaltet war der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Auch Vertreter aus der Finanzbranche, von Startups und aus der Rüstungsindustrie waren eingeladen. Pistorius sagte, Deutschland lerne zum Beispiel von der Ukraine in den Bereichen Drohnen und Cyberabwehr hinzu. (Reuters)

Drohnenangriffe erschüttern Kiew am helllichten Tag

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am Dienstag am helllichten Tag von heftigen Explosionen erschüttert worden. Die Luftabwehr sei im nördlichen Viertel Obolon im Einsatz, teilte der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko, mit.

Kurz zuvor hatte die Luftwaffe von Drohnen berichtet, die im Anflug auf Kiew seien. Die Behörden riefen die Bewohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Der Luftalarm wurde nach 49 Minuten wieder aufgehoben.

Bürgermeister Klitschko zufolge wurden zwei Menschen bei den Angriffen verletzt, darunter ein Fußgänger im westlichen gelegenen Viertel Schewtschenkiwskyj, als zwei Autos in Folge eines Drohnenangriffs zusammenstießen. Er musste demnach ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Zudem fielen Klitschko zufolge Drohnenteile auf ein im Bau befindliches Gebäude. In Online-Netzwerken war ein Video zu sehen, in dem eine Drohne auf einer Baustelle in einem Feuerball explodiert. (AFP)

Ukraine bestätigt Drohnenangriff auf russische Ölraffinerie – Anwohner sauer auf Putin

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat am Dienstag einen Großbrand in einer russischen Ölraffinerie in der Schwarzmeer-Stadt Tuapse ausgelöst. Das ukrainische Militär bestätigte den Angriff. Es war bereits der dritte auf die Hafenstadt in weniger als zwei Wochen. Aus Sicherheitsgründen ordnete der Leiter des Bezirks Tuapse, Sergej Bojko, die Evakuierung der Anwohner in der Nähe der Anlage an. Sie sollten mit Bussen in eine örtliche Schule gebracht werden.

In den sozialen Medien zeigten Bilder dichten schwarzen Rauch, der aus Richtung der Raffinerie aufstieg. Der Urlaubsort Tuapse liegt gut 100 Kilometer nördlich von der einstigen Olympiastadt Sotschi und gilt als bedeutender Verladehafen der russischen Schattenflotte.

Die staatliche Verbraucherschutzbehörde rief die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. Der russische Präsident Wladimir Putin wies den Katastrophenschutzminister an, nach Tuapse zu fliegen und die Leitung der Löscharbeiten zu übernehmen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Tass meldete.

Unter den Anwohnern machte sich Unmut breit: In lokalen Chatgruppen forderten einige Aufklärung darüber, warum die Luftverteidigung nicht verstärkt worden sei, um eine dritte Attacke in Folge zu verhindern. Zudem warfen sie der Regierung in Moskau Gleichgültigkeit vor. (Reuters)


Schutz vor neuer Offensive: Ukraine befestigt Nordgrenze bis Sumy

Die Ukraine baut ihre Verteidigung an der nördlichen Grenze weiter aus. Nach Angaben des Leiters der Pioniertruppen, Wassyl Syrotenko, entsteht eine groß angelegte Befestigungslinie vom Kiewer Stausee bis in die Region Sumy. Dort sei bereits eine gestaffelte Verteidigung mit mehreren Linien aufgebaut worden.

Die Anlagen seien so umfangreich, dass sie auf Satellitenbildern zu sehen seien, sagte Syrotenko der Agentur Ukrinform. Die Ukraine will damit einen möglichen neuen russischen Vorstoß aus dem Norden erschweren – auch mit Blick auf russische Pläne für eine sogenannte „Pufferzone“ nahe der Grenze.

Parallel berichtete Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj von Umgruppierungen russischer Truppen und herangeführten Reserven. Das könne auf Vorbereitungen für neue Angriffe hindeuten. (Yulia Valova)

Ukraine droht Israel wegen gestohlenem Getreide mit Sanktionen

Die Ukraine verschärft den Tonfall gegen Israel im Streit über russische Lieferungen von Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten. Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte mit Sanktionen gegen alle Beteiligten an dem Handel. „In jedem normalen Land ist der Kauf von gestohlenem Gut eine Straftat. Das gilt insbesondere für Getreide, das Russland gestohlen hat“, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. „Wir erwarten, dass Israel die Ukraine respektiert und alles unterlässt, was unsere bilateralen Beziehungen untergräbt.“

Nach Selenskyjs Angaben hat in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Frachter Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten nach Israel transportiert. Das Schiff soll im Hafen Haifa entladen werden. Am Montag bestellte das ukrainische Außenministerium in Kiew deshalb den israelischen Botschafter Michael Brodsky ein. Israels Außenminister Gideon Saar forderte, Kiew solle Beweise für seine Vorwürfe vorlegen.

„Russland beschlagnahmt systematisch Getreide auf vorübergehend besetzten ukrainischen Gebieten und organisiert dessen Export über Personen, die mit den Besatzern in Verbindung stehen. Solche Machenschaften verstoßen gegen die Gesetze des Staates Israel selbst“, schrieb Selenskyj. (Reuters, Tsp, dpa)


Ukraine startet Serienproduktion der Drohne „Lucky Strike-2“

Das ukrainische Unternehmen PG Robotics hat den Start der Bestellannahme für die Aufklärungs- und Angriffsdrohne Lucky Strike-2 angekündigt, die in die Serienproduktion geht. Die Drohne wird bereits von Einheiten der ukrainischen Streitkräfte eingesetzt und wurde laut Hersteller auf Basis von Kampferfahrungen unter Bedingungen intensiver elektronischer Kriegsführung entwickelt.

Ein zentrales Merkmal von Lucky Strike-2 ist die stabile Verbindung durch den Einsatz der Technologie Frequency Hopping Spread Spectrum (FHS) – auf Deutsch Frequenzsprungverfahren –, die es ermöglicht, die Sendefrequenz kontinuierlich zu wechseln und so die Wirkung von Störmitteln zu reduzieren. Dadurch kann die Kontrolle über die Drohne auch unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten werden

Nach Angaben des Herstellers kann die Drohne bis zu 3 Kilogramm Nutzlast tragen, bis zu 46 Minuten in der Luft bleiben und in einer Entfernung von bis zu 15 Kilometern operieren. Lucky Strike-2 ist in drei Modifikationen verfügbar, während die Produktionskapazitäten bei bis zu 10.000 Einheiten pro Monat liegen. Das Unternehmen positioniert die Drohne als Alternative zu zivilen Lösungen wie DJI Mavic unter Gefechtsbedingungen. (Yulia Valova)

„Faktisch auf Minimalbestand“: Ukraine meldet Mangel an Patriot-Raketen

Die ukrainischen Luftstreitkräfte melden einen kritischen Mangel an Raketen für die Flugabwehrsysteme Patriot, insbesondere an PAC-3-Abfangraketen, die zur Bekämpfung ballistischer Ziele eingesetzt werden. Dies erklärte der Sprecher der Luftstreitkräfte Jurij Ihnat in einem Interview auf dem YouTube-Kanal der Journalistin Janina Sokolowa.

Trotz effektiven Einsatzes und gut ausgebildeter Bedienmannschaften seien die Bestände begrenzt, und ein Teil der Systeme arbeite „am Minimalbestand“. Laut Ihnat setzte Russland allein im Winter mehr als 700 Raketen verschiedener Typen ein, was die Ressourcen der Luftverteidigung erheblich belastet habe.

Die Ukraine führt Gespräche mit internationalen Partnern über zusätzliche Lieferungen. Der Mangel werde jedoch durch schrumpfende Bestände bei den Verbündeten und die anhaltend hohe Intensität der Angriffe verschärft. Auch andere Systeme wie NASAMS und IRIS-T seien von Engpässen betroffen. (Yulia Valova)

❗ППО України 2026: як збиваємо і чого не вистачає. Шок для москви: нова зброя ЗСУ! Юрій ІГНАТ
YouTube
https://www.youtube.com/watch?v=_rCERoXOhQY

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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