Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 05. Oktober, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Prien in Kyjiw: „Wichtig, keine Angst zu zeigen“

Unmittelbar nach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist Familienministerin Karin Prien in die Ukraine gereist. „Uns ist es wichtig, in der gesamten Bandbreite unsere Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck zu bringen“, sagte Prien nach ihrer Ankunft am Zentralbahnhof in Kyjiw der Deutschen Presse-Agentur.

Die nächtliche Zugfahrt von Polen in das von Russland angegriffene Land war laut Prien ruhig. „Aber es ist schon bedrückend, die Vorstellung, in ein Kriegsgebiet zu fahren, bedrückend auch, weil die Russen angedroht haben, die Angriffe auf die Zivilbevölkerung und auch auf Diplomaten und Gäste zu intensivieren“, sagte die CDU-Politikerin. „Aber es ist wichtig gerade in dieser Situation, nicht zurückzuschrecken, keine Angst zu zeigen, sondern sehr klar zu sein“, sagte Prien. „Wir stehen als Bundesrepublik Deutschland fest zur Ukraine.“ 

Auf ihrer Reise wolle sie insbesondere auf das Schicksal von Kindern und Jugendlichen und auf die Unterstützung der Zivilgesellschaft hinweisen, sagte Prien. Es gehe auch darum, an die Vergangenheit zu erinnern, „die uns gemeinsam prägt“. Auch Gespräche mit ukrainischen Ministern standen auf dem Programm. (dpa)

Russland greift Industrie- und Infrastruktur in Odessa an

Russland hat nach eigenen Angaben in der südukrainischen Region Odessa den Hafen von Wylkowe, Treibstofflager in Tschornomorsk und Frachtschiffe angegriffen. Außerdem habe man ein Kraftwerk in der nordöstlichen Region Charkiw getroffen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Ziele seien ausgewählt worden, weil sie für militärische Zwecke genutzt würden. 

Der Gouverneur von Odessa, Oleh Kiper, bestätigte, dass Industrie- und Hafeninfrastruktur in der Region Ziel massiver russischer Luftangriffe gewesen sei. Alle dadurch ausgelösten Brände seien inzwischen gelöscht. Die Behörden der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw hatten bereits am späten Sonntagabend den Tod eines Menschen bei einem russischen Luftangriff gemeldet. (Reuters)

Toter bei russischem Luftangriff auf Charkiw

Bei einem russischen Luftangriff auf Charkiw ist nach ukrainischen Angaben eine Person getötet worden. Sechs weitere Menschen wurden verletzt, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. (Reuters)

Milliardenabkommen zwischen deutschen und ukrainischen Rüstungsfirmen

Deutsche und ukrainische Firmen haben am Rande des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew mehr als ein Dutzend Kooperationsdokumente unterzeichnet. Unter anderem vereinbarte das ukrainische Verteidigungsministerium mit der Firma Diehl die Lieferung von Tausenden Iris-T-Luftabwehrraketen sowie weiteren Abschusseinrichtungen, teilte die ukrainische Regierung mit. Mit der Firma Hensoldt sei ein Vertrag über Satellitentechnik vereinbart worden. Die Firma Quantum soll für das Verteidigungsministerium Abfangdrohnen für die schnellen russischen Jet-Drohnen weiterentwickeln und produzieren. Diese sollen nach Unternehmensangaben in der Ukraine gebaut werden und im Winter 2026/27 zur Verfügung stehen.

Das Gesamtvolumen aller Absichtserklärungen bezifferte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf 8,5 Milliarden Euro. In deutschen Regierungskreisen war von 6,5 Milliarden Euro die Rede. Kanzler Merz hatte angekündigt, dass die Bundesregierung eine weitere Milliarde Euro an Militärhilfe und 350 Millionen Euro für das durch russische Angriffe beschädigte Energiesystem freigegeben hat. (Reuters)

Selenskyj: USA planen neue trilaterale Gespräche mit Kyjiw und Moskau für Oktober

Die USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, sagte Selenskyj am Sonntag vor Journalisten in Kyjiw. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt. (AFP)

US-Denkfabrik berichtet von russischen Geländeverlusten

Russland hat laut einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) im September mehr Gelände in der Ukraine verloren als gewonnen. Der Verlust betrage rund 81 Quadratkilometer, teilte das Institut auf der Plattform X mit. Die Behauptungen von Kremlchef Wladimir Putin über russische Geländegewinne an der Front im September seien so weit von der Realität entfernt, „dass sie wie Halluzinationen anmuten“.

Das ISW könne nicht beurteilen, ob Putin wisse, dass die von ihm präsentierten Zahlen falsch seien, hieß es weiter. Es könne auch sein, dass er „fiktive Angaben zur Lage an der Front“ übernehme. Die „Kultur des Lügens“ sei in der russischen Militärführung tief verwurzelt. Putin behauptete demnach, die russischen Streitkräfte hätten im September mehr als 1300 Quadratkilometer erobert. (dpa)

Merz überraschend in Kyjiw

Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Solidaritätsbesuch in der Ukraine eingetroffen, um dem Land weitere konkrete Hilfe für den Abwehrkampf gegen Russland zuzusagen – vor allem Abfangdrohnen und weitreichende Waffen. „Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns“, sagte der CDU-Chef bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kyjiw.

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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