Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 03. April, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1816
letzte Woche, 1739 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1816
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1113
200
125
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
564
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Selenskyj weist territoriale Zugeständnisse an Russland zurück

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vorschläge zu territorialen Kompromissen mit Russland scharf kritisiert. In einem Interview mit NewsNation erklärte er, Moskau müsse sich zurückziehen und für die entstandenen Schäden aufkommen.

Zugleich betonte Selenskyj, dass Sicherheitsgarantien im Zentrum der Gespräche mit den USA und der Nato stünden. Diese könne die Ukraine vor allem von Washington erhalten.

Nach seinen Worten laufen Forderungen nach „Kompromissen“ faktisch darauf hinaus, dass die Ukraine eigene Gebiete aufgeben soll. Das bezeichnete er als inakzeptabel und fügte hinzu, ein tatsächlicher Kompromiss bestehe vielmehr im Rückzug russischer Truppen. (Valeriia Semeniuk)

Die ukrainische Stadt Kramatorsk wurde diese Woche gleich von mindestens vier Shahed-Drohnen aus Russland angegriffen.
Analyse: Ukraine und Russland weiten Drohnenangriffe tief ins Hinterland aus

Russland und die Ukraine haben ihre Angriffe mit Drohnen und Raketen im März deutlich intensiviert und verlagern den Krieg zunehmend in die Tiefe des gegnerischen Territoriums. Das geht aus einer Analyse der Konfliktforschungsorganisation ACLED hervor, über die Defence Blog berichtet.

Demnach führte Russland im März mehr als 3000 Angriffe durch, nach 2712 im Februar. Besonders hervorgehoben wird eine großangelegte Attacke mit 948 Drohnen innerhalb von zwei Tagen am 23. und 24. März.

Nach Einschätzung der Analysten verfolgt Russland dabei eine mehrstufige Strategie: nächtliche Massenangriffe sollen die ukrainische Luftabwehr erschöpfen, während gezielte Angriffe am Tag entstandene Lücken ausnutzen. Raketen werden demnach gezielt gegen Energieinfrastruktur eingesetzt, um die Verteidigungsfähigkeit weiter zu schwächen.

Auch die Ukraine hat ihre Angriffe deutlich ausgeweitet. Im März wurden laut Analyse mehr als 1400 Angriffe auf russischem Gebiet in 27 Regionen registriert – gegenüber 984 im Januar. Dabei verlagert Kyjiw den Fokus zunehmend von militärischen Zielen nahe der Grenze auf wirtschaftlich relevante Infrastruktur.

So wurden unter anderem Ölanlagen in der Region Leningrad angegriffen, darunter in Primorsk, Ust-Luga und Kirischi. Nach Einschätzung von Experten wurden dadurch zeitweise rund 40 Prozent der russischen Ölexportkapazitäten beeinträchtigt.

Insgesamt deute die Entwicklung darauf hin, dass sich der Krieg weiter verändert: Infrastruktur, Energieversorgung und logistische Knotenpunkte rücken zunehmend in den Mittelpunkt der Angriffe beider Seiten. (Valeriia Semeniuk)

Die ukrainische Stadt Kramatorsk wurde diese Woche gleich von mindestens vier Shahed-Drohnen aus Russland angegriffen.
Die ukrainische Stadt Kramatorsk wurde diese Woche gleich von mindestens vier Shahed-Drohnen aus Russland angegriffen. Credit: Jose Colon 
Laut Behörden mindestens zwei Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind am Donnerstag mindestens zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden. In der südöstlichen Region Cherson habe Russland mit „Artillerie, Granatwerfern und Drohnen“ angegriffen, erklärte die regionale Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Ein 42-jähriger Mann sei getötet worden, als eine Drohne ein ziviles Fahrzeug getroffen habe. Bei Luftangriffen und Artilleriebeschuss seien außerdem 16 Menschen verletzt worden.

In der nördlich der Hauptstadt Kiew gelegenen Region Tschernihiw habe eine ballistische Rakete Gebäude eines Unternehmens getroffen, erklärte derweil die zuständige Militärverwaltung. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden. Bei Angriffen auf die Stadt Druschkiwka in der ostukrainischen Region Donezk wurden laut Behördenangaben mindestens neun Menschen verletzt.

Russland hat zuletzt seine Drohnenangriffe auf die Ukraine verstärkt. Laut einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Zahlen der ukrainischen Luftwaffe wurde die Ukraine im März von mehr Drohnen angegriffen als in jedem anderen Monat seit Beginn des Krieges im Februar 2022. (AFP)

Putin will Ägypten zur Getreide- und Energie-Drehscheibe machen

Der russische Präsident Wladimir Putin bringt einen gemeinsamen Getreide- und Energieknotenpunkt mit Ägypten ins Spiel. Putin sprach dies bei einem Treffen mit dem ägyptischen Außenminister Badr Abdelatty am Donnerstag im Kreml an. Es gebe „viele interessante Ideen“, sagte Putin. Nähere Einzelheiten zu dem Vorschlag nannten beide in dem im Fernsehen übertragenen Teil ihres Treffens nicht. Abdelatty erklärte, Ägypten begrüße die russischen Initiativen.

Hintergrund ist die Suche Russlands nach neuen Wegen für den Export seiner Energie und Rohstoffe als Reaktion auf die westlichen Sanktionen wegen des Krieges gegen die Ukraine. (Reuters)

Drohnenangriff in Lwiw am 24. März.
Russland hat Ukraine im März mit mehr Drohnen als je zuvor angegriffen

Die russische Armee hat die Ukraine im März mit mehr Drohnen angegriffen als in jedem anderen Monat seit Beginn der Invasion im Jahr 2022. Im vergangenen Monat setzte Russland mindestens 6462 Drohnen mit hoher Reichweite in der Ukraine ein, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage täglicher Berichte der ukrainischen Luftwaffe zeigte. Dies stellt einen Anstieg um 28 Prozent gegenüber dem Vormonat Februar dar.

Die ukrainische Luftwaffe konnte eigenen Angaben zufolge fast 90 Prozent der russischen Drohnen und Raketen abfangen, was die höchste Abfangrate seit Februar 2025 darstellt. Dennoch führten die Angriffe im März zu vielen zivilen Opfern, auch weit von der Front entfernt.

Während die meisten Angriffe nachts stattfanden, zeigten die Daten einen Angriff am hellichten Tag am 24. März, bei dem acht Menschen getötet wurden und die zum Unesco-Welterbe zählende Stadt Lwiw beschädigt wurde. Moskau setzte dabei binnen 24 Stunden 1000 Drohnen ein.

Russland hat seine Drohnenproduktion seit Kriegsbeginn massiv hochgefahren, streitet jedoch ab, Zivilisten anzugreifen. Moskau behauptet, lediglich militärische Infrastruktur ins Visier zu nehmen. Die Ukraine bemüht sich ihrerseits, die Luftverteidigung hochzufahren und setzt kostengünstige Abfangdrohnen ein, um die russischen Drohnen zu zerstören. (AFP)

Drohnenangriff in Lwiw am 24. März.
Drohnenangriff in Lwiw am 24. März. Credit: Mykola Tys/AP/dpa
Russland ändert Angriffstaktik aus der Luft

Russland kombiniert nächtliche Massenangriffe mit Drohnen zunehmend mit weiteren Angriffswellen am Tag – mit dem Ziel, die ukrainische Luftverteidigung zu überlasten. Das geht aus einem neuen ISW-Bericht hervor. Die Strategie folge dem Prinzip „Ansammeln und Zuschlagen": Auf begrenzte Angriffe über mehrere Tage folgen großangelegte Wellen mit Drohnen und Raketen.

Das ISW warnt, dass diese Taktik zu mehr zivilen Opfern und erhöhtem psychologischem Druck auf die Bevölkerung führen kann. Russland nähert sich zudem der Fähigkeit, mehr als 1000 Drohnen in einer einzigen Angriffswelle einzusetzen – mit steigenden Temperaturen dürfte die Intensität der Tagesangriffe weiter zunehmen. (Yulia Valova)

Nach einem russsichen Luftangriff in Odesa
Drohnenangriff auf Odesa: Hafen und Wohnhäuser getroffen

In der Nacht zum 2. April hat Russland die Region Odesa mit Angriffsdrohnen attackiert. Im Hafen wurden Lagerflächen, Hangars und Verwaltungsgebäude beschädigt; in Containern mit Sonnenblumenöl brach ein Großbrand aus.

In der Stadt Tschornomorsk gerieten ein Balkon und eine Gasleitung in einem Wohnhaus in Brand, weitere Häuser in den Rajons Podilsk und Odesa wurden beschädigt. Verletzte gab es nach vorläufigen Angaben keine. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen eines möglichen Kriegsverbrechens eingeleitet. (Yulia Valova)

Nach einem russsichen Luftangriff in Odesa
Nach einem russsichen Luftangriff in Odesa Credit: Reuters

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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