Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 20. April, 09:35 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1770
letzte Woche, 1855 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1770
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1070
200
174
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Europol: Ermittler entdecken 45 verschleppte ukrainische Kinder

Internationale Ermittler haben gemeinsam mit Europol 45 mutmaßlich entführte ukrainische Kinder identifiziert und aufgespürt. Die Kinder seien vermutlich gewaltsam in die besetzten Gebiete der Ukraine, nach Russland oder Belarus verschleppt worden, teilte Europol in Den Haag mit. Die Informationen seien den ukrainischen Behörden übergeben worden.

Zwei Tage lang hatten Sonderermittler aus 18 Ländern sich in Den Haag an der Suche beteiligt. An der Europol-Aktion war auch der Internationale Strafgerichtshof beteiligt. Die Ergebnisse können nach Informationen von Europol zum Aufenthaltsort der deportierten Kinder führen.

Gesichtserkennung Die Experten hatten online in digitalen Quellen und mit Gesichtserkennung versucht, die Kinder zu finden. Grundlage sind etwa Kinderfotos der Eltern. Es seien unter anderem auch Transportrouten ermittelt worden sowie Militäreinheiten, die an der Deportation beteiligt waren. Es ist die dritte internationale digitale Suchaktion von Europol zu den verschleppten Kindern der Ukraine. (dpa)

Ukraine: Ranghoher Militär bei Drohnenangriff verletzt

In der Ukraine hat ein wichtiger Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow nach eigenen Angaben einen russischen Drohnenangriff nur knapp überlebt.

Der Drohneneinschlag habe sein Haus Kiew zerstört, teilte Serhij Beskrestnow mit: „Mich hat es getroffen, aber das Wichtigste: Wie durch ein Wunder bin ich am Leben“, schrieb er in sozialen Medien. Dazu veröffentlichte er ein Bild von sich aus dem Krankenhaus.

Der 51-jährige Beskrestnow gilt als Spezialist für militärische Funktechnologien und betreibt nach Angaben des "Kyiv Independent" den beliebten Telegram-Kanal „Serhii Flash", in dem er über wichtige neue Entwicklungen in den Bereichen Drohnen, Kommunikation, elektronische Kriegsführung und andere Technologien berichtet, die von beiden Seiten auf dem Schlachtfeld eingesetzt werden.

Im Januar 2026 wurde Beskrestnov zum Berater des ukrainischen Verteidigungsministers ernannt, mit Schwerpunkt auf technologischen Fragen.

Sollten die Angaben Beskrestnows zutreffen, wäre der Angriff laut „Kyiv Independent“ ein seltener Fall eines beinahe erfolgreichen russischen Attentats auf einen hochrangigen ukrainischen Beamten. (dpa, Tsp)


Nach einem russischen Drohnenangriff in Saporischschja
Russland intensiviert lokale Angriffe an der Front ohne nennenswerte Erfolge
Nach einem russischen Drohnenangriff in Saporischschja
Nach einem russischen Drohnenangriff in Saporischschja

Russische Truppen haben in den vergangenen Tagen eine Reihe lokaler Angriffe entlang der Frontlinie durchgeführt, jedoch ohne wesentliche Ergebnisse zu erzielen. Laut einer Analyse des Institute for the Study of War (ISW) deuten diese Operationen nicht auf eine Ausweitung einer groß angelegten Offensive hin.

Vergangenen Woche hatte der stellvertretende Chef des Militärgeheimdienstes HUR, Wadym Skibizkyj in einem Interview mit der "Financial Times" über entsprechende russische Pläne gesprochen.

Dem ISW-Bericht zufolge seien innerhalb von 48 Stunden mindestens vier mechanisierte und motorisierte Angriffe in verschiedenen Abschnitten registriert worden, unter anderem nahe Tschassiw Jar, Huljajpole sowie sogar in der russischen Region Kursk.

Keine dieser Attacken habe zu taktisch bedeutsamen Erfolgen geführt, betonen die Analysten. (Yulia Valova)

Nach einem russischen Angriffs auf ein Wohnhaus in Sumy.
Russischer Vorstoß über Gasleitung in Sumy abgewehrt
Nach einem russischen Angriffs auf ein Wohnhaus in Sumy.
Nach einem russischen Angriffs auf ein Wohnhaus in Sumy. Credit: imago

In der Region Sumy haben russische Einheiten erneut versucht, über eine Gasleitung sowie mit leichten Fahrzeugen hinter die ukrainischen Linien vorzudringen. Der Angriff wurde jedoch rechtzeitig entdeckt und abgewehrt. Wie die 71. separate luftbewegliche Brigade der ukrainischen Luftlandetruppen auf ihrem Telegram-Kanal mitteilte, wurde der Infiltrationsversuch erfolgreich gestoppt.

Nach Angaben der Brigade wurden 35 russische Soldaten getötet und 17 verletzt; zudem zerstörten die ukrainischen Kräfte drei Motorräder und vier Quads. Die Einheit betonte, dass der Gegner diese Taktik auf diesem Abschnitt bereits mehrfach angewendet habe. (Yulia Valova)

Deutsche wegen Terrorverdachts festgenommen

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerin wegen Terrorverdachts festgenommen. Die 1969 geborene Frau soll versucht haben, im Auftrag ukrainischer Geheimdienste in der Stadt Pjatigorsk in der Region Stawropol im Nordkaukasus einen Terroranschlag auszuführen. Ziel seine eine Einrichtung der russischen Strafverfolgungsbehörden gewesen, teilte der FSB nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax mit.

Im Rucksack der Verdächtigen sei eine Bombe entdeckt und dann entschärft worden. Details gab der FSB demnach nicht bekannt. Die Frau soll sich in der Nähe der Einrichtung der Strafverfolgungsbehörden in Pjatigorsk aufgehalten haben.

In Russland gab es seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine wiederholt Attentate, Bombenanschläge und andere Angriffe, bei denen Zivilisten oder Uniformierte getötet wurden. Der FSB meldet zudem immer wieder angeblich verhinderte Terroranschläge und Festnahmen von Verdächtigen, denen Verbrechen im Auftrag ukrainischer Geheimdienste vorgeworfen werden. (Reuters)

Zwei russische Landungsschiffe vor der Krim attackiert

Der ukrainische Militärgeheimdienst GUR hat nach eigenen Angaben mit einem Angriff zwei große russische Landungsschiffe vor der von Russland besetzten Halbinsel Krim getroffen. Betroffen sind die Schiffe „Jamal“ und „Nikolai Filtschenkow“, die nach ukrainischen Angaben außer Gefecht gesetzt wurden.

Nach Angaben des Militärgeheimdienstes sei der Angriff durch die Spezialeinheit „Prymari“ durchgeführt worden, die unter anderem mit unbemannten Systemen arbeitet.

Im Rahmen der Operation sei zudem die feindliche Radaranlage „Podljot-K1“ zerstört worden, deren Wert auf rund 4,6 Millionen Euro geschätzt wird.

Der Gesamtwert der getroffenen Ziele liegt nach ukrainischen Angaben bei über 140 Millionen Euro. (Yulia Valova; Reuters)

Erneut Brand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff – ein Toter

Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf den Schwarzmeerhafen Tuapse in der Region Krasnodar ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Eine weitere Person wurde verletzt, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew auf Telegram mit. Im Hafen brach ein Feuer aus, herabgestürzte Drohnenteile beschädigten Gebäude in der Stadt, darunter eine Schule und einen Kindergarten. Das Portal "Kyiv Independent" berichtete unter Berufung auf Anwohner von Explosionen, zwei brennenden Tanks der Raffinerie und hohen Flammen im Hafengebiet.

Der Hafen war bereits in der vergangenen Woche Ziel eines Angriffs. Die Ukraine greift im Rahmen ihrer Verteidigungsstrategie verstärkt russische Energieinfrastruktur an, die für die Finanzierung des Kriegs zentral ist. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen dabei weiterhin in keinem Verhältnis zu den massiven Folgen russischer Angriffe auf ukrainische Städte.

Tuapse zählt zu den wichtigsten Umschlagplätzen für russische Ölexporte am Schwarzen Meer. In der Stadt befindet sich zudem eine Raffinerie des staatlichen Konzerns Rosneft. Tuapse liegt rund 75 Kilometer nordwestlich von Sotschi.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag erklärt, die Angriffe auf russische Ölinfrastruktur hätten Einnahmeverluste von mindestens 2,3 Milliarden Dollar verursacht.

Laut "Kyiv Independent" seien durch Drohnenangriffe und das Festsetzen von Tankern der sogenannten Schattenflotte im April etwa 40 Prozent der russischen Öl-Exportkapazitäten beeinträchtigt worden. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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