Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 10. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1871
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1871
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1182
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
537
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 10.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Bundesaußenminister Johann Wadephul geht davon aus, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine bald aufgenommen werden können.

„Ich denke, dass wir jetzt in der Schlussphase der Verhandlungen sind, dass die Cluster eröffnet werden können“, sagt Wadephul bei einer Pressekonferenz mit der ungarischen Außenministerin Anita Orbán in Berlin. Dies sei nach der Einigung Ungarns mit der Ukraine über den Schutz von Minderheiten möglich geworden. Orbán kündigt ein baldiges Treffen von Ungarns neuem Ministerpräsidenten Péter Magyar und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. (Reuters)

Zahl Geflüchteter aus der Ukraine in der EU steigt im April leicht

Die Zahl der Menschen aus der Ukraine, die vor dem russischen Angriffskrieg in der EU Schutz suchen, ist im April leicht gestiegen. Wie das in Luxemburg ansässige EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte, hielten sich im April rund 4,37 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer mit temporärem Schutzstatus in der EU auf und damit ein Prozent mehr als im März 2026. Am meisten Geflüchtete aus der Ukraine beherbergt nach wie vor Deutschland.

In der Bundesrepublik befanden sich im April demnach rund 1,28 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, in Polen 971.255 und in Tschechien 384.435. Eurostat zufolge kamen im April rund 4700 neue ukrainische Flüchtlinge nach Deutschland. (AFP)

Bulgarien will Ukraine keine Waffen mehr aus seinen Beständen liefern

Die Regierung des pro-russischen bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew will der Ukraine keine Waffen mehr aus ihren Beständen zur Verfügung stellen. „Wir haben schon genug gegeben“, sagte Radew am Mittwoch vor einer Kabinettssitzung. Er sprach von einem „Schlusspunkt“ bei der Waffenlieferung an die Ukraine. Der Ministerpräsident des Nato- und EU-Mitglieds verwies auf „sozio-ökonomische Schäden“, die sein Land infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erlitten habe.

Radew sagte weiter, er sei überzeugt, dass eine Lösung des Ukraine-Krieges „nicht mit militärischen Mitteln“ erreicht würde. Er rief zu einem „umfassenden und realistischen Ansatz“ und „zur Suche nach einer diplomatischen Lösung“auf.

Bei der Munition dürfte Bulgarien einer der wichtigsten Lieferanten für Kiew bleiben. Rüstungskonzerne im Land profitieren wirtschaftlich von den Lieferungen an die ukrainische Armee, die indirekt über andere EU-Länder erfolgen.

Radew hatte das Amt des Regierungschefs im Mai angetreten. Das Mitte-links-Bündnis Progressives Bulgarien hatte die absolute Mehrheit im Parlament in Sofia errungen. (AFP)

Ukraine verabschiedet Rekord-Wehretat nach Freigabe von EU-Milliarden

Nach der Freigabe von EU-Milliardenhilfen hat das ukrainische Parlament den Weg für Rekordausgaben im Verteidigungsbereich geebnet. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch einer Aufstockung des Haushalts um zusätzlich 1,56 Billionen Hrywnja (etwa 30 Milliarden Euro) für Verteidigung und Sicherheit zu. Damit steigt der gesamte Wehretat für das laufende Jahr auf die Rekordsumme von 4,37 Billionen Hrywnja. Das Gesetz wurde mit 242 Stimmen angenommen, für eine Mehrheit waren 226 Stimmen nötig. Die Ukraine hat zuletzt ihre Angriffe tief in russischem Gebiet verstärkt und verzeichnet zugleich kleinere Erfolge bei Gegenangriffen an der Front.

Möglich wurde die Aufstockung durch die Freigabe eines 90 Milliarden Euro schweren Darlehens der Europäischen Union, das durch eingefrorene russische Vermögenswerte besichert ist. Eine erste Tranche von 3,2 Milliarden Euro wird noch für diesen Monat erwartet. Kiew ist jedoch weiterhin auf andere internationale Hilfen angewiesen, um seinen Haushalt zu finanzieren. (Reuters)

Dieses vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Foto zeigt Walerij Saluschnyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. 
Umfrage: Saluschnyj liegt bei Vertrauen vor Selenskyj
Dieses vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Foto zeigt Walerij Saluschnyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. 
Dieses vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellte Foto zeigt Walerij Saluschnyj, Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte.  Credit: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Das Vertrauen in den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj liegt bei 61 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KMIS) von Anfang Juni hervor. Im Vergleich zur letzten Umfrage im April blieben die Werte nahezu unverändert.

Der frühere Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und heutige Botschafter in Großbritannien, Walerij Saluschnyj kommt in derselben Umfrage auf 73 Prozent und liegt damit deutlich vor Selenskyj. (Valeriia Semeniuk)

ISW: Wichtige Versorgungsrouten zur Krim gesperrt

Ukrainische Angriffe auf russische Logistikrouten haben Moskaus Militär dazu veranlasst, den Verkehr auf mehreren wichtigen Versorgungswegen zur besetzten Krim einzuschränken. Das geht aus einem Bericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor.

Seit dem 7. Juni hat das Kommando der russischen Truppengruppe „Wostok“ den Verkehr auf mehreren strategisch wichtigen Straßen untersagt. Betroffen sind unter anderem die Fernstraße M-14 zwischen Rostow und der Krim, die als wichtigste Landverbindung für die Versorgung russischer Truppen über die besetzten Gebiete im Süden der Ukraine gilt, sowie die Autobahn A-291 „Tawrida“ zwischen Kertsch, Simferopol und Sewastopol.

Nach Einschätzung des ISW sind die Maßnahmen eine direkte Folge der ukrainischen Kampagne gegen russische Logistik- und Eisenbahninfrastruktur, die seit dem Frühjahr 2026 andauert.

Die Analysten gehen davon aus, dass die Einschränkungen die Versorgung russischer Einheiten erheblich erschweren und die Kampffähigkeit von Frontverbänden beeinträchtigen könnten. Dieser Effekt dürfte sich weiter verstärken, solange Russland keine alternativen Nachschubrouten findet. (Valeriia Semeniuk)

Ukraine: Haben Hafen von Mariupol angegriffen

Das ukrainische Militär greift nach eigenen Angaben mehrere Einrichtungen im russisch besetzten Hafen von Mariupol an und schränkt dessen Kapazitäten ein. Der Hafen ist nach Angriffen auf die Energie-, Reparatur- und Verwaltungsinfrastruktur ohne Strom, wie die Drohnenstreitkräfte Kiews mitteilen. Die Nutzung des Standorts als militärischer Logistikknotenpunkt sei dadurch „erheblich eingeschränkt“. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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