Ein Friedensabkommen mit der Ukraine ist nach Angaben der russischen Führung noch in weiter Ferne. Die Details seien zu komplex, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow im Staatsfernsehen. Auch wenn es verständlich sei, dass die USA es eilig hätten. Russland und die Ukraine hatten sich auf eine von den USA vermittelte dreitägige Feuerpause von Samstag bis Montag geeinigt. US-Präsident Donald Trump hatte Hoffnungen auf eine Verlängerung der Waffenruhe geäußert. Kreml-Berater Juri Uschakow stellte jedoch klar, dass die Feuerpause auf drei Tage angelegt sei und nicht länger dauern solle. Russland hatte die Waffenruhe wegen der Feiern zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg angeregt. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
US-Präsident Donald Trump stellt in Aussicht, US-Truppen, die aus Deutschland abgezogen werden, nach Polen zu verlegen. Zudem spricht er sich für eine Verlängerung der dreitägigen Feuerpause im Krieg zwischen Russland und der Ukraine aus. „Ich würde mir eine deutliche Verlängerung der Waffenruhe wünschen“, sagte Trump. Zuvor hatte er eine Feuerpause vom 9. bis zum 11. Mai anlässlich der russischen Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs angekündigt. (Reuters)
US-Präsident Donald Trump hat für Samstag den Beginn einer dreitägige Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland verkündet. Die beiden Länder hätten die dreitägige Feuerpause sowie den Austausch von jeweils tausend Kriegsgefangenen vereinbart, erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er hoffe, dies sei „der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges“, erklärte der US-Präsident.
Selenskyj bestätigte die Vereinbarung und dankte Trump für den diplomatischen Einsatz. Russland habe dem Gefangenenaustausch zugestimmt, schrieb er auf dem Portal X. „Ein Waffenruhe-Regime muss für die Tage 9., 10. und 11. Mai eingerichtet werden“, sagte er. Er habe sein Team angewiesen, alles dafür vorzubereiten. Die Ukraine wolle ihre Gefangenen nach Hause bringen.
Auch der Kreml stimmte Trumps Vorschlag zu. Das sagte der außenpolitische Berater von Staatschef Wladimir Putin, Juri Uschakow, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Am Samstag wird in Russland an den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg erinnert; dazu gibt es eine Militärparade auf dem Roten Platz. (dpa, AFP)
Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigt eine Verhandlungsinitiative Europas im Ukraine-Krieg an. „Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch“, sagt er der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen – mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten.“ (Reuters)
Die ukrainische Brigade Asow hat nach eigenen Angaben Aufklärungs- und Angriffsdrohnen über dem russisch besetzten Mariupol eingesetzt. In einem in sozialen Medien veröffentlichten Video sind Drohnenflüge über Straßen, Industrieanlagen und das Gelände des Stahlwerks Asowstal zu sehen, das 2022 zum Symbol des ukrainischen Widerstands wurde.
Asow erklärte, die eingesetzten Systeme würden bis zu 160 Kilometer hinter der Front operieren. Die Drohnenpiloten des 1. Asow-Korps patrouillierten Straßen und griffen russische Militärfahrzeuge sowie Lastwagen auf Versorgungsrouten an. „Asow ist zurück in Mariupol – vorerst aus der Luft“, heißt es in einer Mitteilung des Korps. Die Einheit kündigte zudem an, die Tiefe ihrer Angriffe weiter auszubauen und eine „Pufferzone“ gegen russische Logistik zu schaffen.
Mariupol steht seit Mai 2022 unter russischer Besatzung. Ukrainische Truppen hatten sich damals nach wochenlangen Kämpfen aus dem Asowstal-Werk zurückgezogen. Zu den Verteidigern gehörten auch Kämpfer des damaligen Asow-Regiments, von denen ein Teil später in russische Gefangenschaft geriet. Einige befinden sich nach ukrainischen Angaben weiterhin in Haft. (Tsp)
In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wütete am Freitag auf einer Fläche von rund 1100 Hektar, wie die örtlichen Behörden erklärten. Der Wind erschwere die Löscharbeiten. Die radioaktiven Strahlungswerte lägen „innerhalb der normalen Grenzen“. Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild, das eine große weiße Rauchsäule zeigt.
Zur Herkunft der Drohne wurden keine Angaben gemacht. Sie war den Behörden zufolge am Donnerstag in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks abgestürzt, in dem es 1986 zur schlimmsten zivilen Nuklearkatastrophe der Geschichte gekommen war. Nach der Katastrophe wurde wegen der Strahlenbelastung eine Sperrzone von 30 Kilometern eingerichtet. Hunderttausende Menschen wurden aus dem Gebiet evakuiert, das zu großen Teilen weiterhin stark kontaminiert ist.
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand rund um Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt werden, mit dem Rauch aufsteigen und mit den Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und die Aktivität der radioaktiven Stoffe seien in einem solchen Fall aber keinesfalls mit der Atomkatastrophe vor 40 Jahren zu vergleichen. Trotzdem können den Angaben zufolge bei großen Waldbränden radioaktive Stoffe in der Luft auch außerhalb der Sperrzone nachgewiesen werden. (AFP)
Der Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, hat erklärt, dass die ukrainischen Luftverteidigungseinheiten unter einem akuten Mangel an Raketen für die Systeme MIM-104 Patriot, NASAMS und IRIS-T leiden.
Die ukrainische Luftverteidigung befinde sich derzeit faktisch „auf Hunger ration“, da es Probleme bei der Lieferung von Munition gebe. Vertreter der Luftwaffe müssten ständig mit internationalen Partnern verhandeln und selbst kleine Chargen von Raketen — etwa fünf bis zehn Stück für PAC-3-, NASAMS- und IRIS-T-Systeme — anfordern.
Ihnat betonte zudem, dass viele Startanlagen der ukrainischen Luftverteidigung derzeit nur noch „halb leer“ seien und die vorhandenen Raketen strategisch zwischen verschiedenen Regionen des Landes verteilt werden müssten.
Gleichzeitig hob er hervor, dass die ukrainischen Streitkräfte inzwischen einzigartige Kampferfahrungen mit modernen Luftverteidigungssystemen, Abfangdrohnen und Kampfflugzeugen des Typs F-16 Fighting Falcon unter den Bedingungen eines groß angelegten Krieges gesammelt hätten. (Yulia Valova )
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: