Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 07. Mai, 14:15 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1749
letzte Woche, 1642 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1749
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 1.5., letzte Aktualisierung: 6.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1139
200
117
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
481
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 1.5., letzte Aktualisierung: 6.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Trump verkündet dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und Ukraine

US-Präsident Donald Trump hat für Samstag den Beginn einer dreitägige Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland verkündet. Die beiden Länder hätten die dreitägige Feuerpause sowie den Austausch von jeweils tausend Kriegsgefangenen vereinbart, erklärte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social. Er hoffe, dies sei „der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges“, erklärte der US-Präsident.

Selenskyj bestätigte die Vereinbarung und dankte Trump für den diplomatischen Einsatz. Russland habe dem Gefangenenaustausch zugestimmt, schrieb er auf dem Portal X. „Ein Waffenruhe-Regime muss für die Tage 9., 10. und 11. Mai eingerichtet werden“, sagte er. Er habe sein Team angewiesen, alles dafür vorzubereiten. Die Ukraine wolle ihre Gefangenen nach Hause bringen.

Auch der Kreml stimmte Trumps Vorschlag zu. Das sagte der außenpolitische Berater von Staatschef Wladimir Putin, Juri Uschakow, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Am Samstag wird in Russland an den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg erinnert; dazu gibt es eine Militärparade auf dem Roten Platz. (dpa, AFP)

Wadephul kündigt europäische Verhandlungsinitiative an

Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigt eine Verhandlungsinitiative Europas im Ukraine-Krieg an. „Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch“, sagt er der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen – mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten.“ (Reuters)

Ukrainische Eliteeinheit Asow meldet Rückkehr nach Mariupol

Die ukrainische Brigade Asow hat nach eigenen Angaben Aufklärungs- und Angriffsdrohnen über dem russisch besetzten Mariupol eingesetzt. In einem in sozialen Medien veröffentlichten Video sind Drohnenflüge über Straßen, Industrieanlagen und das Gelände des Stahlwerks Asowstal zu sehen, das 2022 zum Symbol des ukrainischen Widerstands wurde.

Asow erklärte, die eingesetzten Systeme würden bis zu 160 Kilometer hinter der Front operieren. Die Drohnenpiloten des 1. Asow-Korps patrouillierten Straßen und griffen russische Militärfahrzeuge sowie Lastwagen auf Versorgungsrouten an. „Asow ist zurück in Mariupol – vorerst aus der Luft“, heißt es in einer Mitteilung des Korps. Die Einheit kündigte zudem an, die Tiefe ihrer Angriffe weiter auszubauen und eine „Pufferzone“ gegen russische Logistik zu schaffen.

Mariupol steht seit Mai 2022 unter russischer Besatzung. Ukrainische Truppen hatten sich damals nach wochenlangen Kämpfen aus dem Asowstal-Werk zurückgezogen. Zu den Verteidigern gehörten auch Kämpfer des damaligen Asow-Regiments, von denen ein Teil später in russische Gefangenschaft geriet. Einige befinden sich nach ukrainischen Angaben weiterhin in Haft. (Tsp)

Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Drohnenabsturz

In der Sperrzone um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist nach einem Drohnenabsturz ein großer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wütete am Freitag auf einer Fläche von rund 1100 Hektar, wie die örtlichen Behörden erklärten. Der Wind erschwere die Löscharbeiten. Die radioaktiven Strahlungswerte lägen „innerhalb der normalen Grenzen“. Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild, das eine große weiße Rauchsäule zeigt.

Zur Herkunft der Drohne wurden keine Angaben gemacht. Sie war den Behörden zufolge am Donnerstag in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks abgestürzt, in dem es 1986 zur schlimmsten zivilen Nuklearkatastrophe der Geschichte gekommen war. Nach der Katastrophe wurde wegen der Strahlenbelastung eine Sperrzone von 30 Kilometern eingerichtet. Hunderttausende Menschen wurden aus dem Gebiet evakuiert, das zu großen Teilen weiterhin stark kontaminiert ist.

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand rund um Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre freigesetzt werden, mit dem Rauch aufsteigen und mit den Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und die Aktivität der radioaktiven Stoffe seien in einem solchen Fall aber keinesfalls mit der Atomkatastrophe vor 40 Jahren zu vergleichen. Trotzdem können den Angaben zufolge bei großen Waldbränden radioaktive Stoffe in der Luft auch außerhalb der Sperrzone nachgewiesen werden. (AFP)

Ukraine meldet kritischen Mangel an Raketen für Patriot- und NASAMS-Systeme

Der Leiter der Kommunikationsabteilung der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, hat erklärt, dass die ukrainischen Luftverteidigungseinheiten unter einem akuten Mangel an Raketen für die Systeme MIM-104 Patriot, NASAMS und IRIS-T leiden.

Die ukrainische Luftverteidigung befinde sich derzeit faktisch „auf Hunger ration“, da es Probleme bei der Lieferung von Munition gebe. Vertreter der Luftwaffe müssten ständig mit internationalen Partnern verhandeln und selbst kleine Chargen von Raketen — etwa fünf bis zehn Stück für PAC-3-, NASAMS- und IRIS-T-Systeme — anfordern.

Ihnat betonte zudem, dass viele Startanlagen der ukrainischen Luftverteidigung derzeit nur noch „halb leer“ seien und die vorhandenen Raketen strategisch zwischen verschiedenen Regionen des Landes verteilt werden müssten.

Gleichzeitig hob er hervor, dass die ukrainischen Streitkräfte inzwischen einzigartige Kampferfahrungen mit modernen Luftverteidigungssystemen, Abfangdrohnen und Kampfflugzeugen des Typs F-16 Fighting Falcon unter den Bedingungen eines groß angelegten Krieges gesammelt hätten. (Yulia Valova )

Selenskyj hofft auf Ukraine-Besuch der US-Vermittler in den kommenden Wochen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf einen baldigen Neustart der Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Er rechne mit einem Besuch der Unterhändler von US-Präsident Donald Trump in der Ukraine in den kommenden Wochen, erklärte Selenskyj am Freitag. „Wir stimmen derzeit den Zeitplan für die notwendigen Besuche ab und erwarten Vertreter des amerikanischen Präsidenten zum Übergang vom Frühling zum Sommer.“

Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow war am Donnerstag nach Miami gereist, um erstmals seit Ende März mit Vertretern der USA über ein Ende des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges zu beraten. Nach Angaben aus Kiew war ein Treffen Umerows mit Trumps Gesandtem Steve Witkoff und Präsidenten-Schwiegersohn Jared Kushner geplant.

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein Kriegsende liegen derzeit auf Eis. Die USA, die in den Gesprächen vermittelt hatten, konzentrieren sich momentan auf den Konflikt mit dem Iran. (AFP)

Rauch steigt nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Perm aus einer Ölpumpstation auf.
Ukraine meldet erneuten Angriff auf russische Raffinerie
Rauch steigt nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Perm aus einer Ölpumpstation auf.
Rauch steigt nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Perm aus einer Ölpumpstation auf. Credit: Reuters

Der ukrainische Geheimdienst SBU meldet den zweiten Tag in Folge einen Angriff auf eine Raffinerie des russischen Konzerns Lukoil in der Stadt Perm. Dies sei der dritte derartige Schlag innerhalb von neun Tagen. Der nächtliche Angriff habe ein Feuer in einer wichtigen Anlage zur primären Erdölverarbeitung ausgelöst. Dem SBU zufolge handelt es sich um eine der größten Raffinerien in Russland. Sie liegt etwa 1500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Zudem trifft der SBU nach eigenen Angaben erneut eine Ölpumpstation in der Region. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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