Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 26. August, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1922
letzte Woche, 1941 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1922
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 21.8., letzte Aktualisierung: 26.8. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1242
200
152
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 21.8., letzte Aktualisierung: 26.8. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine startet neue Welle von Drohnenangriffen auf Russland

Bei einer neuen Welle von ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland sind drei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handele es sich um einen Mann und ein 14-jähriges Kind, teilte der Gouverneur der Region Lipezk, Igor Artamonow, nach Angaben der Agentur Interfax mit. Eine Drohne sei auf ihr Haus gestürzt und habe dieses in Brand gesetzt. Eine weitere Person soll in der Region Belgorod getötet worden sein.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht auf Mittwoch 426 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau war Ziel der Angriffe. Die Flughäfen in Tambow, Nischni Nowgorod und Jaroslawl meldeten wegen Luftalarms zeitweise ausgesetzte Starts und Landungen.

In der Region Tambow, etwa 600 Kilometer südöstlich von Moskau, wurde zudem ein weiteres Lager des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs. Der Brand in dem Lager in Kotowsk habe sich auf 100.000 Quadratmeter ausgedehnt, teilte der Gouverneur der Region, Jewgeni Perwyschow, mit. Eine Person wurde demnach verletzt.

Auch die von Russland bereits 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurde angegriffen. Drei ukrainische Marschflugkörper vom Typ „Flamingo“ seien über dem Schwarzen Meer abgefangen worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, in sozialen Netzwerken mit. (dpa/Reuters)

Selenskyj setzt auch auf China bei Bemühungen für ein Kriegsende

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, er setze auf eine weitere Zusammenarbeit mit China und auf Pekings „starke diplomatische Rolle“ bei der Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine. „Frieden kann unser gemeinsamer Erfolg sein“, schreibt Selenskyj auf X. Er danke dem chinesischen Staatschef Xi Jinping für seine Glückwünsche zum Unabhängigkeitstag der Ukraine. (Reuters)

Slowakische Polizei vereitelt Brandanschlag auf Drohnenfabrik

Die slowakische Polizei hat nach eigenen Angaben einen geplanten Brandanschlag auf eine Drohnenfabrik im Osten des Landes vereitelt. Wäre der Anschlag ausgeführt worden, hätte er „einen Großbrand verursachen können“, erklärte die Polizei am Dienstag. Dadurch hätten rund 70 Beschäftigte gefährdet und Sachwerte in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro beschädigt werden können. Nähere Angaben zum betroffenen Unternehmen machte die Polizei nicht.

Zwei Verdächtige seien in der Slowakei und ein weiterer in Deutschland festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Weitere Angaben zu den Verdächtigen oder mutmaßlichen Auftraggebern machte die Polizei zunächst nicht. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP lehnte sie zusätzliche Auskünfte ab.

Das EU- und Nato-Mitglied Slowakei grenzt im Osten an die Ukraine. Im Land stellen mehrere Unternehmen Drohnen her, darunter die ukrainische Firma Skyeton.

Die Polizei erklärte, den drei festgenommenen Verdächtigen werde vorgeworfen, „im Auftrag“ gehandelt und den Anschlag vorbereitet zu haben. Keiner der Festgenommenen sei slowakischer Staatsbürger. Die Ermittler seien aufgrund von Informationen des slowakischen Geheimdienstes tätig geworden. Bei ihren Einsätzen beschlagnahmte die Polizei eigenen Angaben zufolge unter anderem eine „große Menge“ eines Brandgemischs sowie Werkzeuge und Mobiltelefone. (AFP)

USA baten Ukraine offenbar um Feuerpause auf russische Städte

Wie die „Financial Times“ berichtet, haben Vertreter der US-Regierung die Ukraine vergangene Woche gebeten, am Montag, Dienstag und Mittwoch  keine Angriffe mit Langstreckenraketen und Drohnen auf Moskau, St. Petersburg und die nördlichen Regionen Russlands zu verüben. Die Ukraine habe dem zugestimmt. Anlass war offenbar der Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe in Russland. 

Ex-Verteidigungsminister Fedorow: Ukraine droht, Krieg zu verlieren

Die Ukraine droht den Krieg gegen Russland nach Einschätzung ihres entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow allmählich zu verlieren. Das Land habe nur noch wenige Monate Zeit, um die Weichen für eine Wende zu stellen, warnte Fedorow in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters in Kyjiw.

Dem 35-jährigen Reformer zufolge fehlt der Ukraine ein übergeordnetes Konzept für einen Sieg in dem seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg. Zudem werde das Land durch mangelnde Innovationen, tief verwurzelte Korruption, Seilschaften sowie eine fehlende politische Unabhängigkeit staatlicher Institutionen gelähmt.

„Ich denke, dass wir uns jetzt an einem Wendepunkt befinden, der unseren künftigen Weg bestimmen wird, aber es sieht so aus, als würden wir allmählich ins Hintertreffen geraten“, sagte Fedorow. Die Ukraine habe allerdings weiterhin „alle Chancen“ auf einen Sieg, benötige dafür aber dringend einen Plan zur Beendigung des Krieges. Während die russischen Vorstöße entlang der 1200 Kilometer langen Frontlinie in diesem Jahr weitgehend zum Stillstand gekommen sind, erzielt Moskau in wichtigen Regionen wie den Städten des sogenannten Festungsgürtels in der ostukrainischen Region Donezk weiterhin Fortschritte.

Das ukrainische Präsidialamt erklärte als Reaktion auf Fedorows Äußerungen, er habe die Kriegsführung während seiner Zeit im Ministerium positiv bewertet. Geändert habe sich seither lediglich sein persönlicher Status. (Reuters)

Selenskyj-Vertraute wegen Geldwäsche-Verdacht in Untersuchungshaft

Nach Geldwäschevorwürfen ist die einstige Vizechefin des ukrainischen Präsidentenbüros, Iryna Mudra, vom Obersten Antikorruptionsgerichtshof für 60 Tage in Untersuchungshaft geschickt worden. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurde als Alternative eine Kautionszahlung von umgerechnet rund 390.000 Euro festgelegt. Ursprünglich hatten die Ermittler Medienberichten zufolge eine Summe von umgerechnet 2,9 Millionen Euro gefordert. Videos zeigten, wie Mudra in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt wurde. 

Die Verdächtige sagte übereinstimmenden Medienberichten zufolge, dass sie nicht über diese Summe verfüge. „Ich wende mich an Bekannte, Freunde und versuche die Mittel aufzutreiben“, zitierte das Internetportal „Ukrajinska Prawda“ die Frau. Im Falle einer Kautionszahlung dürfe Mudra Kyjiw und das Kyjiwer Umland nicht verlassen, müsse zu den Gerichtsterminen erscheinen und dürfe nicht mit Zeugen oder Geschädigten sprechen, hieß es. (dpa)

Für Russland kämpfender Brite in der Ukraine getötet

In der Ukraine ist Medienberichten vom Dienstag zufolge erstmals ein britischer Staatsbürger getötet worden, der als Freiwilliger für Russland gekämpft hatte. Der 33 Jahre alte Bradley T. starb laut dem Radiosender LBC News, der am Montag zuerst darüber berichtet hatte, schon am 10. Juni bei einem Drohnenangriff in der Region Donezk im Osten des Landes. Im Ukraine-Krieg kämpfen ausländische Freiwillige in beiden Lagern, T. ist aber mutmaßlich der erste Brite, der auf russischer Seite getötet wurde.

Mehrere weitere britische Medien berichteten über T.s Tod, darunter die BBC. Das Außenministerium in London teilte mit, es sei über Berichte informiert, dass ein britischer Staatsangehöriger in der Ukraine gestorben sei und habe Kontakt zu seiner Familie aufgenommen. T.s Identität wurde vom Ministerium nicht bestätigt. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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