Bei dem Einschlag einer russischen Lenkbombe in ein Wohnhaus in Charkiw sind nach ukrainischen Angaben 29 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern seien zehn Minderjährige, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Charkiw im Nordosten des Landes ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:


Ukrainische Truppen haben nach eigenen Angaben im Rahmen der Operation „Vivaldi“ die Dörfer Nowe, Ridkodub und Kateryniwka zurückerobert sowie die Kontrolle über Karpiwka und Nowomychajliwka wiederhergestellt. Das teilte das 3. Armeekorps der ukrainischen Streitkräfte mit. In der dritten Phase der Operation seien weitere 51 Quadratkilometer unter ukrainische Kontrolle gekommen, seit Beginn der Offensive insgesamt 176 Quadratkilometer.
Korpskommandeur Andrij Bilezkyj bezeichnete Nowe als wichtigstes Ziel dieser Phase. Der Ort sei ein zentraler Stützpunkt der russischen Truppen in dem Frontabschnitt gewesen. Nach seinen Angaben rechnete die russische Führung mit dem Hauptangriff in Richtung Schandryholowe und Selena Dolyna, während sich die ukrainischen Truppen auf Nowe konzentrierten.
Nach Angaben des Korps verloren die russischen Truppen in dieser Phase rund 2000 Soldaten, mehr als 250 gerieten in Gefangenschaft. Zum Durchbrechen befestigter Stellungen hätten ukrainische Einheiten sowjetische Schützenpanzer vom Typ BTR-60 eingesetzt, die zu ferngesteuerten Sprengfahrzeugen umgebaut worden waren. Die Kontrolle über Ridkodub habe die 3. Grenzschutzeinheit wiederhergestellt.
Aufklärungsdrohnen des 2. Korps der ukrainischen Nationalgarde „Chartija“ haben am 27. September aufgezeichnet, wie russische Soldaten Zivilisten aus der Gemeinde Kupjansk in der Region Charkiw durch eine Gaspipeline führten. Das teilte „Chartija“ mit. Unter den neun Menschen seien Kinder, ältere Menschen und eine Person auf Krücken gewesen.
Die Gruppe sei von Kupjansk über das Dorf Holubiwka zur Pipeline Schebelynka–Ostrohoschsk gebracht und in die Röhre geführt worden. Russische Truppen nutzten die Pipeline, um unbemerkt in die Stadt zu gelangen. „Chartija“ vermutet, dass die Männer in Zivilkleidung, die die Gruppe begleiteten, russische Soldaten sind, die ihre Uniformen abgelegt haben. Die Zivilisten müssten mehr als zehn Kilometer durch die Röhre zurücklegen und würden anschließend vermutlich in russisch besetztes Gebiet gebracht, so das Korps.
Ukrainische Soldaten hätten wegen der Zivilisten nicht auf die Gruppe geschossen, erklärte „Chartija“. Nach Angaben des Korps filmten die russischen Soldaten die Menschen; die Aufnahmen könnten später in russischen Medien als „Evakuierung“ gezeigt werden. Das dokumentierte Material soll zur Untersuchung von Kriegsverbrechen weitergegeben werden.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verweist auf Geheimdienstberichte, denen zufolge Russland weitere Sabotageakte in Europa plane. „Wir müssen wachsam sein“, fordert Kallas daher vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel.
Die Geheimdienstinformationen zeigten, dass Russland weitere Sabotageakte und „Angriffe gegen unsere Demokratie“ plane. Ziel sei es, die Gesellschaft zu spalten und durch Einschüchterung von der Unterstützung der Ukraine abzubringen. (Reuters)
Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw und andere Regionen sind am Sonntag ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. In einem Vorort westlich von Kyjiw schlug eine Drohne auf einem Markt ein, wobei zwei Menschen getötet und etwa zehn verletzt wurden, wie die ukrainische Staatsanwaltschaft mitteilte.
In der nordukrainischen Stadt Sumy starben dem regionalen Gouverneur Oleh Hryhorow zufolge zwei Menschen durch Gleitbomben. In Charkiw im Nordosten des Landes wurde der Fahrer eines Autos durch einen Drohneneinschlag getötet. In Kyjiw selbst gab es nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko neun Verletzte.
Dort seien unter anderem Hochhäuser, Datenzentren und ein Gebäude getroffen worden, das vom saudi-arabischen Botschafter als Residenz genutzt werde. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Angriffe auf zivile Ziele auf der Nachrichtenplattform X als Terrorismus. (Reuters)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die jüngsten russischen Angriffe gegen Kyjiw und andere Städte seines Landes scharf verurteilt. Die Angriffe gegen Kindergärten, Schulen und Wohngebäude würden überall in der Welt als Terrorismus eingestuft, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. „Leider wurden dabei auch Menschen getötet.“ Unter den beschädigten Gebäuden sei auch die Residenz des Botschafters Saudi-Arabiens in Kyjiw.
Moskau verfolge mit diesen Angriffen keine militärischen Ziele. Sie seien lediglich ein Versuch, die Menschen der Ukraine zu brechen und die ukrainische Gesellschaft „so tief wie möglich zu verletzen“.
Selenskyj warf Moskau vor, die internationale Gemeinschaft mit falschen Friedenssignalen zu täuschen, um harte Sanktionen oder Reaktionen des Westens zu vermeiden. „Russland versteht es, genau die Art von ermutigenden diplomatischen Signalen zu senden, die die Welt einfach hören will“, schrieb er. „Es versteht es, solche Signale zu senden, um harte Maßnahmen der Weltgemeinschaft als Reaktion auf den Krieg hinauszuzögern.“
Die Ukraine rechne mit effektiven Entscheidungen der Welt und mit starkem Druck ihrer Partner, damit Moskau erkenne, „dass es durch die Manipulation diplomatischer Signale nicht immer mehr Zeit für Krieg und Terror gewinnen kann“. (dpa)
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf kritisiert. „Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche“, sagte Kiesewetter der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow „wie immer lächerlich gemacht“.
Bei dem Treffen sei weder für die Ukraine etwas erreicht worden noch für die Sicherheit Deutschlands, beanstandete Kiesewetter. Im Gegenteil erlebten die zwischen Deutschland und Russland liegenden Staaten den „alten Albtraum“ einer Kommunikation zwischen Berlin und Moskau über ihre Köpfe und den der Ukraine hinweg. Das Treffen hinterlasse den Eindruck eines deutschen Sonderwegs. „Die deutsche Außenpolitik hat damit leider nichts erreicht außer falschen Hoffnungen und Verwirrung“, sagte Kiesewetter.
Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner lobte indes das Treffen. Das Signal sei: „Die Europäer sind noch da“, sagte Stegner der „FAZ“. Es sei klar, dass es nach so einem ersten Gespräch kein direktes Entgegenkommen gebe. Trotzdem sei es wichtig, die Diplomatie nicht allein den USA zu überlassen.
Stegner begrüßte auch die Einladung von US-Präsident Donald Trump an den russischen Staatschef Wladimir Putin zum Gipfel der G20-Staatengruppe im Dezember in Miami im US-Bundesstaat Florida. Diese Einladung könne eine Chance sein, sagte der SPD-Politiker. (AFP)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: