Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 19. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1936
letzte Woche, 1874 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1936
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 12.6., letzte Aktualisierung: 19.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1233
200
149
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
535
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 12.6., letzte Aktualisierung: 19.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine greift Eisenbahnbrücken auf russisch besetzter Krim an

Das ukrainische Militär hat Angaben des Generalstabs zufolge Eisenbahnbrücken auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim angegriffen. Die Brücken in den Gebieten Rosdolne und Wladyslawiwka würden von den russischen Truppen für Militärtransporte und Nachschub genutzt, teilt der Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Ukraine verstärkt ihre Angriffe in den russisch besetzten Gebieten im Süden und auf der Krim, um die Logistik Moskaus zu stören. (Reuters)

Tote durch russischen Beschuss in Kramatorsk

In der frontnahen ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Weitere sechs wurden verletzt, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Die Industriestadt sei dabei mindestens zweimal beschossen worden. (dpa)

Selenskyj: Ukraine hat faktisch „zweitstärkste Armee der Nato“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainischen Streitkräfte faktisch als die heute „zweitstärkste Armee der Nato“ bezeichnet. „Und daher braucht uns die Nato auch de-jure“, sagte er Journalisten, wie das Internetportal "Hromadske" berichtete. Das sei bereits eine Tatsache, die von allen Staatsführern anerkannt werde. Das ukrainische Militär stehe bei der Verteidigung gegen die von Moskau betriebene Invasion der als zweitstärksten Armee der Welt geltenden russischen in nichts nach, fügte er an.

Die Ukraine ist kein Mitglied des westlichen Militärbündnisses, dessen stärkste Armee die der USA ist. Eines der erklärten Kriegsziele von Moskau besteht darin, den in der ukrainischen Verfassung angestrebte Nato-Beitritt Kiews zu verhindern. Seit den Vermittlungsversuchen der USA liegt diese Bestrebung der Ukraine auf Eis.

Selenskyj behauptete, der russische Präsident Wladimir Putin werde bis zu seinem Tod im Kreml sitzen mit dem Ziel, die 1991 untergegangene Sowjetunion wiederherzustellen. „Ohne die Ukraine ist das unmöglich und daher ist es für uns so schwer, liebe Ukrainer“, sagte er. (dpa)

Toter nach russischem Drohnenangriff auf zwei Frachter

Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben zwei zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen. Ein Besatzungsmitglied eines Schiffes unter der Flagge Panamas sei dabei getötet worden, teilten Vizeregierungschef Olexij Kuleba und die Seehafenverwaltung bei Telegram mit. Zwei weitere Seeleute seien verletzt worden, davon einer schwer. Auf dem zweiten Frachter unter der Flagge von St. Kitts und Nevis sind demnach drei Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden. (dpa)

Russland: Achtjährige bei ukrainischem Angriff auf Moskau getötet

Bei dem massiven Drohnenangriff der Ukraine auf die Region Moskau am Donnerstag ist nach russischen Angaben ein achtjähriges Mädchen ums Leben gekommen. Das Kind sei bei einem Brand in der Stadt Schukowski gestorben, der durch den Angriff ausgelöst worden sei, teilt der Gouverneur der Hauptstadt-Region, Andrei Worobjow, mit. Bei dem Angriff wurden dem Gouverneur zufolge zudem mindestens 16 Menschen verletzt.

Die Ukraine hatte die russische Hauptstadt und das Umland mit zahlreichen Drohnen attackiert. Der Ukraine zufolge war der Angriff eine Reaktion auf einen russischen Großangriff am Montag, bei dem landesweit zehn Menschen getötet wurden und das weltberühmte Höhlenkloster in Kiew schwer beschädigt wurde. (Reuters)

Offenbar neue Drohnenangriffe der Ukraine auf Moskau

Nach der Großattacke vom Donnerstag scheint die Ukraine heute schon wieder Objekte in Moskau mit Drohnen anzugreifen. Darauf deuten nicht verifizierte Berichte und Videos auf Bluesky hin.

Ukraine verstärkt offenbar Angriffe auf Hafen in Mariupol

Das ukrainische Erste Asow-Korps weitet seine Angriffe auf russische Logistik- und Versorgungsstrukturen im besetzten Mariupol aus. Wie Reuters berichtet, richteten sich die jüngsten Angriffe gegen die Infrastruktur des Seehafens, den Russland als einen der wichtigsten Nachschubknotenpunkte im Süden der Ukraine nutzt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur griffen ukrainische Drohnen Umspannwerke, Reparaturanlagen sowie ein unter internationalen Sanktionen stehendes Schiff an. Teile der Hafeninfrastruktur fielen dadurch vorübergehend aus. Nach Angaben ukrainischer Militärs besteht das Hauptziel darin, die Versorgung russischer Truppen mit Treibstoff, Munition und militärischer Ausrüstung über Mariupol und Donezk zu stören.

Der Chef des Stabes des Ersten Asow-Korps, Arsen Dmytryk, erklärte gegenüber Reuters, die Ukraine werde sich unabhängig vom benötigten Zeitraum auf die Rückkehr nach Mariupol vorbereiten. „Ich glaube, dass wir Mariupol zurückholen werden. Es ist nur eine Frage der Zeit“, sagte er.

Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass die systematischen Angriffe auf Verkehrswege und Infrastruktur Russland dazu zwingen, längere Nachschubrouten zu nutzen und zusätzliche Ressourcen für den Schutz seiner Logistik aufzuwenden, was die Durchführung offensiver Operationen erschwert. (Yulia Valova)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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