Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 30. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1817
letzte Woche, 1938 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1817
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 30.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
195
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
510
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 30.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Mann in Lettland wegen Spionage für Russland verurteilt

Ein Gericht in Lettland hat einen Mann wegen Spionage für das benachbarte Russland zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der lettische Staatsbürger wurde der Informationsweitergabe an den russischen Militärgeheimdienst GRU für schuldig befunden, mit dem er aus ideologischen Motiven zwischen 2016 und 2025 freiwillig zusammengearbeitet haben soll. Dies teilte die Generalstaatsanwaltschaft des baltischen EU- und Nato-Landes in Riga mit.

Der Mann soll demnach auf Anweisung des GRU illegal Informationen über den Flugplatz Spilve und die Bedingungen für den Kauf von SIM-Karten in Lettland gesammelt haben. Auch über die militärpolitischen Entwicklungen im Land, die Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine, Nato-Aktivitäten sowie Begebenheiten im Verteidigungssektor Lettlands habe er direkt an den russischen Militärgeheimdienst berichtet. Damit gefährdete er nach Angaben der Behörden die Sicherheitsinteressen des an Russland und dessen Verbündeten Belarus grenzenden Lettlands.

Der Verurteilte habe sich seit dem 18. Oktober 2025 in Untersuchungshaft befunden. Auch die Person, die die Spionage anleitete, sei identifiziert worden. Gegen sie sei ein Strafverfahren eingeleitet worden, hieß es in der Mitteilung weiter. (dpa)

Ukraine zahlt Soldaten Prämien für gefangengenommene und getötete Feinde

Ukrainische Soldaten sollen künftig Prämien von bis zu 100.000 Hrywnja (etwa 1955 Euro) für gefangengenommene oder getötete feindliche Kämpfer erhalten. Das teilte das Verteidigungsministerium in Kyjiw am Montag mit.

Die Prämie fällt demnach höher aus, wenn der gegnerische Soldat noch lebt – also gefangengenommen wurde. Für einen getöteten Feind zahlt das Ministerium eigenen Angaben zufolge – gemeinsam mit dem regulären Sold – eine Prämie von etwa 290 Euro aus. Die „Tötung eines militärischen Gegners im Schusswechsel oder im Nahkampf“ muss zudem „durch eine entsprechende Videoaufzeichnung bestätigt“ werden, schreibt das Ministerium weiter. Für den Fall, dass mehrere ukrainische Soldaten bei der Gefangennahme eines Gegners beteiligt gewesen waren, werde die Prämie unter ihnen aufgeteilt.

Gefangengenommene Feinde sind für die Ukraine generell wertvoll, da sie wichtige Informationen liefern können und wiederum gegen von Russland gefangengenommene ukrainische Soldaten eingetauscht werden können.

Der Tanker „Eventin“ lag im Sommer 2025 vor der Küste der Insel Rügen. Er ist eines von mehr als 150 Schiffen der sogenannten russischen Schattenflotte, gegen die Sanktionen der EU gelten (Archivbild).
Greenpeace: Schattenflotte fährt näher an Deutschland vorbei

Nach Angaben von Greenpeace sind mutmaßliche Schiffe der russischen Schattenflotte zuletzt dichter an der deutschen Ostseeküste entlanggefahren. Laut Auswertungen der Umweltschutzorganisation hielten die Schiffe in den zurückliegenden Monaten verstärkt Abstand von der schwedischen Küste. Schweden war zuletzt verstärkt gegen mutmaßliche Schattenflotten-Tanker vorgegangen und hatte Schiffe gestoppt.

Der Analyse zufolge wählten zwischen dem 6. März und dem 16. Juni 42 von insgesamt 136 Tankern, die Greenpeace der Schattenflotte zurechnet, eine längere Route nahe Rügen entlang der deutschen Küste. Im gleichen Vorjahreszeitraum sei es kein einziger gewesen. (dpa)

Der Tanker „Eventin“ lag im Sommer 2025 vor der Küste der Insel Rügen. Er ist eines von mehr als 150 Schiffen der sogenannten russischen Schattenflotte, gegen die Sanktionen der EU gelten (Archivbild).
Der Tanker „Eventin“ lag im Sommer 2025 vor der Küste der Insel Rügen. Er ist eines von mehr als 150 Schiffen der sogenannten russischen Schattenflotte, gegen die Sanktionen der EU gelten (Archivbild). Credit: dpa/Jens Büttner
Update (9.15 Uhr): Offenbar Dutzende ukrainische Drohnen mit Ziel Moskau abgeschossen

Die russische Luftabwehr hat in der Nacht zum Dienstag nach Angaben der Behörden Dutzende ukrainische Drohnen mit Ziel Moskau abgefangen. „Sechs feindliche Drohnen, die in Richtung Moskau unterwegs waren, wurden von den Luftverteidigungskräften des Verteidigungsministeriums abgeschossen“, schrieb der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, auf der staatlichen Online-Plattform Max. Er nannte eine Gesamtzahl von 46 abgefangenen ukrainischen Drohnen.

Die Helfer der Rettungsdienste seien an den Orten im Einsatz, an denen die Trümmer niedergegangen seien, erklärte Sobjanin weiter. In der Region Moskau ist bei dem Angriff nach Angaben der Behörden ein sechs Monate altes Baby ums Leben gekommen. Trümmerteile einer Drohne seien auf ein Wohnhaus gestürzt, teilte der Gouverneur der russischen Hauptstadt-Region, Andrej Worobjow, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Das Baby sei zusammen mit einem weiteren Kind und zwei anderen Überlebenden aus dem Gebäude gerettet worden, jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

In der russischen Grenzregion Belgorod kam zudem in der Nacht zu Dienstag ein Mann bei einem ukrainischen Drohnenangriff ums Leben, wie die dortigen Behörden mitteilten. Insgesamt hat die russische Luftabwehr in der Nacht 419 Drohnen abgefangen, wie russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium melden. Am Donnerstag und Freitag hatte die russische Luftabwehr nach eigenen Angaben 660 ukrainische Drohnen abgeschossen, eine der höchsten Zahlen seit Beginn des Krieges. (AFP/Reuters)

Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen im Donezker Gebiet

Im russisch besetzten Teil der Ostukraine sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe getötet worden. Bei dem Angriff auf Starobeschewe seien zwei weitere Zivilisten verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Donezker Gebiets, Denis Puschilin, bei Telegram mit.

Die Siedlung Starobeschewe ist etwas mehr als 90 Kilometer von der russisch-ukrainischen Frontlinie entfernt. Infolge von Drohnenattacken an anderen Orten der Region seien zudem mindestens elf Menschen verletzt worden. Diese Informationen sind nicht unabhängig überprüfbar. (dpa)

Frau stirbt nach russischem Gleitbombenangriff in Charkiw

In der ostukrainischen Großstadt Charkiw ist eine 23-jährige Frau durch einen russischen Gleitbombenangriff getötet worden. Weitere zwölf Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Eine der Verletzten sei in „sehr schwerem Zustand“ in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Die Bombe sei zentrumsnah eingeschlagen. Es habe starke Schäden an Geschäftsgebäuden, Unternehmen und anderer Infrastruktur gegeben. Charkiw ist nur etwas mehr als 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

Der russische Armee-Veteran Alexander Lunin spricht in einem Videobeitrag, in dem er um ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bittet.
Russischer Ukraine-Veteran droht Putin mit Meuterei - Haftstrafe verhängt

Ein russischer Ukraine-Veteran, der dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Meuterei gedroht hatte, ist zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in der Region Woronesch befand Alexander Lunin schuldig, „extremistische Symbole“ gezeigt zu haben. Nähere Angaben zu den Symbolen oder zur Dauer der Haftstrafe machte das Gericht am Montag nicht. Lunin selbst teilte im Onlinedienst Telegram mit, er sei zu einer elftägigen Haftstrafe verurteilt worden.

Lunin hatte sich zu Beginn der russischen Offensive in der Ukraine 2022 freiwillig gemeldet und war laut Medienberichten auch an der Front. In der vergangenen Woche veröffentlichte der 39-Jährige dann auf der Onlineplattform Instagram Videos, in denen er ein Treffen mit Putin fordert. In einem der Videos wirft er russischen Kommandeuren Folter und Missbrauch von eigenen Soldaten vor, die sich weigerten, „sinnlose, selbstmörderische Anweisungen“ zu befolgen.

„Wenn ich nicht bald in den Kreml komme und live spreche, direkt neben Ihnen, wird die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten“, drohte Lunin. Das am Donnerstag veröffentlichte Video erzielte Millionen Aufrufe. Russland hat seit Beginn seiner Offensive gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren weitreichende Zensurmaßnahmen nach Kriegsrecht eingeführt und so Kritik an der Regierung und der Militärführung zum Schweigen gebracht. (AFP)

Der russische Armee-Veteran Alexander Lunin spricht in einem Videobeitrag, in dem er um ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bittet.
Der russische Armee-Veteran Alexander Lunin spricht in einem Videobeitrag, in dem er um ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bittet. Credit: Reuters/Alexander Lunin via Instagram

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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