In Kolumbien wächst die Sorge vor Heimkehrern aus dem Ukraine-Krieg, die ihr Wissen in der Kriegsführung mit Drohnen an Kartelle und Rebellengruppen weitergeben. Ein Soldat aus dem südamerikanischen Land habe bereits mehrere seiner Landleute an der Front identifiziert, die Verbindungen zur organisierten Kriminalität in Kolumbien hätten, berichtet die „Financial Times“.
Einige von ihnen seien wieder nach Kolumbien geschickt worden, zitiert die Zeitung einen Rekrutierungsoffizier der ukrainischen Armee. Doch die Sorge in Kolumbien sei real. Im vergangenen Jahr hätten illegale bewaffnete Gruppen mehrfach versucht, Soldaten in die Ukraine zu entsenden, um die erlernte Drohnenexpertise im Anschluss gegen die kolumbianische Armee einzusetzen, beruft sich die „FT“ auf mehrere Medienberichte.
„Ehemalige Paramilitärs, ehemalige Guerillakämpfer und ehemalige Soldaten kämpfen und lernen hier gemeinsam den Umgang mit Drohnen“, zitiert die Zeitung einen kolumbianischen Entwicklungshelfer in der Ukraine, der anonym bleiben will.
Lange hätte die kolumbianische Armee im Kampf gegen die illegalen bewaffneten Gruppen im Dschungel die Lufthoheit gehabt, heißt es in dem Bericht. Das würde sich derzeit verschieben. Die „FT“ zählt mehrere Fälle auf, in denen diese Gruppen mit Sprengstoff präparierte Drohnen eingesetzt hätten. Mehrere Soldaten seien gestorben. Zwischen 2024 und 2025 soll es 264 solcher Drohnenangriffe gegeben haben, schätzt das kolumbianische Verteidigungsministerium.
Im vergangenen Jahr habe die Armee 96 Prozent der Drohnenangriffe vereitelt, sagte der scheidende kolumbianische Verteidigungsminister der „FT“. Das Militär störe etwa die Funkfrequenzen oder zerstöre die Flugobjekte. Um es der Armee schwerer zu machen, würden die Kartelle und Rebellengruppen nun nach Personen suchen, die sie im Umgang mit FPV-Drohnen (First-Person-View) schulen, sagte ein kolumbianischer Drohnenpilot in der Ukraine der Zeitung. Der Drohnentyp ist aufgrund seiner Wendigkeit schwerer abzuschießen. Eine Verbindung zwischen dem Drohnenpiloten und dem Flugobjekt durch ein Glasfaserkabel macht es der Armee zudem schwerer, Signale zu stören. Als weiteres Mittel gegen die Drohnen, habe die Regierung in Kolumbien die Einfuhrbeschränkungen verstärkt. (Tsp)

