Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 11. Oktober, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Selenskyj: Könnte bei 60-tägiger Waffenruhe Wahlen organisieren

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj erklärt sich im Gegenzug für eine 60-tägige Waffenruhe Russlands zu Wahlen in der Ukraine bereit. „Bitte sagen Sie (Russlands Präsidenten Wladimir) Putin: Geben Sie uns zwei Monate, 60 Tage eines vollständigen Waffenstillstands – 60 Tage –, und wir werden Wahlen organisieren“, sagte er dem US-Sender ABC. 

US-Präsident Donald Trump hatte einen Stopp der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien verlangt und sich überdies für eine Ablösung Selenskyjs ausgesprochen. Zuvor hatte er Diesel-Lieferungen aus dem mit internationalen Sanktionen belegten Russland angekündigt. (Reuters)

Wadephul bekräftigt Unterstützung für Selenskyj

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump den Rücken gestärkt. Die Bundesregierung stehe weiter an der Seite der ukrainischen Regierung und werde Selenskyj „bei der Ausübung seines schweren Amtes voll unterstützen“, sagte Wadephul am Sonntag in Berlin. Er forderte weitere Verhandlungen über die Beendigung des Ukraine-Kriegs. 

„Während ein Team der Ukraine in Miami war und mit den Vereinigten Staaten darüber gesprochen hat, wie man ein Verhandlungsergebnis erzielen kann, hat (Kreml-Chef Wladimir) Putin aber weiter die Ukraine bombardieren lassen“, sagte Wadephul. „Und das zeigt, wir brauchen weiter Konsequenz und Klarheit an der Seite der Ukraine“, sagte der Minister. „Wir brauchen nicht weniger, wir brauchen mehr Druck auf Putin, dass er bereit ist zu verhandeln. Das ist das Gebot der Stunde, und dazu steht die Bundesregierung.“ (AFP)

Einsatzkräfte bergen in Saporischschja eine Leiche.
Zahl der Toten nach russischem Angriff auf Saporischschja steigt auf 23
Einsatzkräfte bergen in Saporischschja eine Leiche.
Foto: Reuters/Stringer

Nach einem heftigen russischen Angriff auf Saporischschja ist die Zahl der Toten auf 23 gestiegen. Die Rettungsarbeiten nach der Attacke vom Samstag seien abgeschlossen, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien mit. Unter den Toten seien vier Minderjährige.

„Der wahre Grund für den Krieg in Europa ist Russland, und Russland allein“, schrieb Selenskyj. Die Ukraine sei bereit, Angriffe auf russische Raffinerien zu stoppen, wenn Russland ukrainische Energieanlagen nicht mehr angreife, wiederholte er und warf Kremlchef Wladimir Putin vor, das nicht zu wollen.

Russland habe am Samstag und in der Nacht eine medizinische Einrichtung in Charkiw, zivile Infrastruktur, Wohnhäuser und Energieinfrastruktur attackiert. In Slowjansk sei am Morgen ein Wohnhaus getroffen worden. Menschen könnten sich noch unter den Trümmern befinden.

Russland habe allein in dieser Woche rund 1450 Gleitbomben, 75 Raketen und Marschflugkörper sowie mehr als 1640 Drohnen, ein Großteil davon mit Düsenantrieb, eingesetzt. (dpa)

Massive Beeinträchtigungen bei „Russlands Google“ nach Drohnenangriffen

Ein Rechenzentrum des als „Russlands Google“ bekannten Technologieunternehmens Yandex ist durch einen Drohnenangriff lahmgelegt worden. Die Infrastruktur des Datenzentrums in Wladimir östlich von Moskau sei beschädigt worden, teilte das Unternehmen am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit. Nun werde geprüft, wie die vollständig ausgesetzten Aktivitäten des Rechenzentrums wieder aufgenommen werden könnten. Verletzt wurde bei dem Angriff nach Unternehmensangaben niemand.

Die Yandex-Plattform könne nur noch im Notfall-Modus betrieben werden, teilte das Unternehmen mit. Auch die technischen Unterstützungsdienste könnten beeinträchtigt sein, da die Experten damit beschäftigt seien, den Schaden zu beheben.

Yandex ist Russlands größtes Technologieunternehmen. Der Konzern betreibt neben der beliebtesten Suchmaschine des Landes auch eine Taxi-App und einen Service für Essensbestellungen, die von Millionen Menschen genutzt werden.

Es war bereits der dritte Angriff auf Yandex-Infrastruktur binnen einer Woche. Am Freitag wurde bei einem Drohnenangriff ein Datenzentrum in der Region Kaluga südwestlich von Moskau beschädigt. Dadurch wurden einige Yandex-Dienste beeinträchtigt. In der Nacht zuvor war durch einen Angriff ein Feuer an einem Yandex-Standort in der Region Rjasan ausgebrochen. Dies führte zu größeren Ausfällen in den Bereichen Transport und E-Commerce. (AFP)

BSW-Politikerin aus Sachsen-Anhalt fordert deutschen Diesel-Deal mit Moskau

Das BSW fordert nach dem Vorbild der Diesel-Vereinbarung von US-Präsident Donald Trump auch russische Energielieferungen an Deutschland. „Auch Deutschland braucht einen Diesel-Deal mit Russland“, sagte Claudia Wittig, stellvertretende BSW-Fraktionsvorsitzende im Landtag in Sachsen-Anhalt, der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Preise an deutschen Tankstellen seien ein Skandal. „Die Sanktionspolitik gegen Russland, die vor allem uns schadet, ist auf ganzer Linie gescheitert.“ Man brauche nicht nur einen Diesel-Deal, sondern die reguläre Rückkehr zu russischem Öl und Gas – nicht zuletzt für die Rettung der deutschen Industrie. Darüber werde der Magdeburger Landtag auf Initiative von AfD und BSW am Mittwoch abstimmen. Beide Parteien haben seit den Landtagswahlen eine Mehrheit und gelten als russlandfreundlich. Die Bundesländer sind aber nicht für die Außen- und Energiepolitik zuständig. (Reuters)

Britischer Premier Burnham sagt Ukraine weitere Russland-Sanktionen zu

Der neue britische Premierminister Andy Burnham sagt der Ukraine eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland zu. Dies solle die russische Kriegsmaschinerie weiter einschränken, machte Burnham in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj deutlich, wie die britische Regierung mitteilte. 

Beide Politiker betonten demnach die Notwendigkeit, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten und vereinbarten ein baldiges persönliches Treffen. Burnham fordert zudem einen Energie-Waffenstillstand. Demnach müsse Russland seine Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur sowie auf die Schifffahrt im Schwarzen Meer beenden. (Reuters)

Schiffsdaten: Russisches Öl für USA schon seit zwei Wochen auf dem Weg

Die erste russische Dieselladung für die USA hat Sankt Petersburg bereits am 22. September verlassen – zwei Wochen, bevor US-Präsident Trump die Einigung mit Russlands Machthaber Putin bekannt gab. Das zeigt das Trackportal Windward.

Der unter griechischer Flagge fahrende Tanker „Minerva Zen“, der 275.000 Barrel Diesel geladen hat, wird voraussichtlich am Sonntag oder Montag an der US-Ostküste eintreffen.

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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