Während in Kyjiw in der Nacht Explosionen zu hören waren, ließ das benachbarte Nato- und EU-Mitglied Polen Kampfflugzeuge aufsteigen. Damit solle der eigene Luftraum vor einer möglichen Luftraumverletzung geschützt werden, teilten die Streitkräfte auf der Plattform X mit. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Saratow an der Wolga ist zivile Infrastruktur getroffen worden, mehrere Menschen wurden verletzt. Das teilte der regionale Gouverneur Roman Busargin auf dem Messenger-Dienst Telegram mit. In der Region Saratow befinden sich eine große Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Rosneft sowie weitere industrielle und militärische Anlagen. (Reuters)
Nach dem Ende einer dreitägigen Angriffspause wegen des Besuchs ranghoher US-Vermittler in Kyjiw hat Russland seine Attacken auf die ukrainische Hauptstadtregion wieder aufgenommen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Dienstagmorgen mehrere heftige Explosionen in Kyjiw, nachdem Luftalarm ausgelöst worden war. Die Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt meldete einen Raketenangriff.
Zuvor hatte die Militärverwaltung mitgeteilt, dass wegen der Gefahr eines Drohnenangriffs durch den „Feind“ Luftalarm in Kyjiw ausgelöst worden sei. Sie forderte die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen.
Nach Angaben der Behörden wurden sowohl in Kyjiw als auch in Boryspil östlich von Kyjiw sowie in der rund 70 Kilometer südwestlich gelegenen Stadt Fastiw Gebäude getroffen. Zudem beobachtete ein AFP-Journalist Rauchwolken und einen Feuerschein. (AFP)
Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre in seiner Behörde seinen Rücktritt angekündigt. „Das ist eine politische Entscheidung“, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. „Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument politischer Auseinandersetzungen missbraucht wird.“ Seine Haltung zu den Vorwürfen, die er bereits mehrfach zurückgewiesen hatte, bleibe unverändert.
Wenige Stunden zuvor hatte Krawtschenko nach Angaben ukrainischer Medien einen möglichen Rücktritt noch abgelehnt und erklärt, dass er von diesem Posten nur abberufen werden könne. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform hatten Sonderermittler eine kriminelle Vereinigung unter der Führung des Leiters einer Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft aufgedeckt, die angeblich Bestechungsgelder kassierte. Krawtschenko wies jede Verstrickung in diese Affäre zurück. (dpa)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht nach der jüngsten Reise der US-Vermittler nach Moskau und Kyjiw ein mögliches Fenster für Friedensverhandlungen noch vor dem Winter. Zwar rechne Kremlchef Wladimir Putin mit einem neuen brutalen Winter, um die Ukraine zu schwächen, doch wolle der russische Staatschef US-Präsident Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern, sagte Selenskyj im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios. „Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern.“ (dpa)
Das von Russland kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben des russischen Staatskonzerns Rosatom wieder an die externe Stromversorgung angeschlossen. Der Strom fließe über die Ferosplawna-Leitung, teilt das Unternehmen mit.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt dies auf der Plattform X unter Berufung auf ihren Chef Rafael Grossi. Die Anlage arbeite normal, erklärt Rosatom-Chef Alexej Lichatschow.
Das AKW war seit dem 20. August ohne externe Stromzufuhr und für die Kühlung auf Diesel-Notstromaggregate angewiesen. Eine von der IAEA vermittelte örtliche Feuerpause ermöglichte die Reparaturarbeiten. (Reuters)
Trotz des neuen Vorstoßes der US-Vermittler hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. „Wir sehen nicht, dass Russland wirklich an Frieden interessiert ist“, sagte Kallas bei einem Besuch in Litauen. Moskau habe kein einziges Zugeständnis gemacht. Stattdessen zeige sich das Gegenteil: „Wenn sie die Initiative am Boden verlieren, bombardieren sie Zivilisten aus der Luft“, sagte Kallas auf einer Pressekonferenz in Vilnius.
Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am Wochenende zuerst Moskau und dann erstmals Kyjiw besucht. Unmittelbare Fortschritte meldeten sie nach der Reise allerdings nicht. „Ich freue mich, dass die Sondergesandten zum ersten Mal auch Kyjiw besucht haben. Für die Ukrainer bedeutete dies drei Tage ohne Bombardierungen der Zivilbevölkerung. Ich denke, das ist die positive Seite dieses Besuchs“, sagte Kallas. (dpa)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: