Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 24. Juli, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1957
letzte Woche, 1947 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1957
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 17.7., letzte Aktualisierung: 22.7. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1209
200
161
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
578
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 17.7., letzte Aktualisierung: 22.7. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ein F16-Kampfjet der rumänischen Luftwaffe ist bei einem Einsatz zu sehen (Archivbild).
Rumänien schießt erstmals Drohne in seinem Luftraum ab

Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Rumänien eine Drohne über seinem Luftraum abgeschossen. Die Drohne sei am Freitagvormittag von einem rumänischen Piloten an Bord eines F-16-Kampfjets abgeschossen worden, teilte der Präsident des Nato-Mitgliedstaats, Nicusor Dan, mit. Untersuchungsteams seien beauftragt worden, Details zu dem Vorfall zu liefern. Der Pilot habe das Objekt über unbewohntem Gebiet nahe Padina im ostrumänischen Kreis Buzau mit einer Rakete eliminiert, teilte das Ministerium auf seiner Webseite mit. 

Über die Herkunft des Flugobjekts machte das Ministerium in Bukarest zunächst keine Angaben. Rumänien hat eine rund 600 Kilometer lange Grenze zu der von Russland angegriffenen Ukraine. In der Vergangenheit waren mehrere Dutzend russische Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Um sie abschießen zu können, hatte Bukarest erst im Vorjahr gesetzliche Grundlagen geschaffen. Weiterhin besteht die Sorge, dass die Trümmer abgeschossener Flugobjekte die Bevölkerung am Boden gefährden könnten.

Im Mai war ein Fluggerät in ein Wohnhaus im Osten Rumäniens gestürzt, zwei Menschen wurden verletzt. Damals hatte Bukarest von einer russischen Drohne gesprochen.

Wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte, waren im Rahmen des Einsatzes am Freitag auch zwei italienische Kampfflugzeuge sowie eine weitere rumänische F-16 von der Luftwaffenbasis Fetesti im Südosten des Landes aufgestiegen. Die Bevölkerung am Boden sei vor der Gefahr herabfallender Trümmerteile gewarnt worden.

Verteidigungsminister Radu Miruta beglückwünschte die Piloten zu dem Einsatz. „Durch ihre Professionalität, Besonnenheit und schnelle Reaktion haben sie eine Drohne neutralisiert, die unbefugt in den rumänischen Luftraum eingedrungen war“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. (AFP, dpa, Tsp)

Ein F16-Kampfjet der rumänischen Luftwaffe ist bei einem Einsatz zu sehen (Archivbild).
Foto: Imago/Xinhua/Cristian Cristel
China lässt offenbar Soldaten in Russland nach Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg ausbilden

Die Regierung in Peking erhält von Russland offenbar Zugang zu militärischer Ausbildung, Geheimdienstinformationen und moderner Kriegstechnologie. Das berichtet „The Economist“ unter Berufung auf europäische und amerikanische Quellen.

Nach Angaben der Gesprächspartner werden chinesische Soldaten seit 2024 auf einem Übungsplatz nahe Wolgograd ausgebildet. Dort gehe es um den Einsatz von Drohnen, Kämpfe in Städten und Erfahrungen, die Russland im Krieg gegen die Ukraine gesammelt hat. Die Ausbildung umfasse demnach auch Kämpfe in Schützengräben, Ortschaften und Waldgebieten, Feldmedizin sowie das Anlegen von Minenfeldern.

Dem Bericht zufolge interessiert sich Peking vor allem für russische Erfahrung beim Drohneneinsatz im Krieg gegen die Ukraine. Zudem könnte Russland China beim Ausbau der Luft- und Raketenabwehr helfen. Auch Technologien für leisere atomgetriebene U-Boote sollen für Peking von Interesse sein. (Valeriia Semeniuk) 

Polen will Patriot-Raketen gemeinsam mit Ukraine und USA produzieren

Polen hat den USA vorgeschlagen, gemeinsam mit der Ukraine Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme zu produzieren – und diese Produktion auf polnischem Gebiet anzusiedeln. Das sagte die stellvertretende polnische Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka bei einem Besuch in Washington.

Nach ihren Worten soll der Vorschlag mögliche Sicherheitsbedenken der US-Seite ausräumen. Es gehe um eine dreiseitige Zusammenarbeit zwischen den USA, der Ukraine und Polen, damit die Produktion an einem sicheren Ort stattfinden könne. „Das ist ein Produkt, das praktisch weltweit gebraucht wird. Daher unser Vorschlag, uns an einer solchen gemeinsamen Produktion zu beteiligen“, sagte Sobkowiak-Czarnecka. Gespräche zwischen Washington, Kyjiw und Warschau sollen dazu fortgesetzt werden.

Polen wirbt außerdem dafür, ein Servicezentrum für Patriot-Systeme auf seinem Territorium einzurichten. In Washington verstehe man, dass Polens geografische Lage und die jüngste Entwicklung der polnischen Rüstungsindustrie für eine solche Entscheidung sprächen, sagte die stellvertretende Ministerin. (Valeriia Semeniuk)

150.000 Menschen in Tschernihiw nach russischem Angriff ohne Strom

Nach einem russischen Angriff auf eine Energieanlage in der nordukrainischen Stadt Tschernihiw und dem umliegenden Bezirk sind rund 150.000 Verbraucher ohne Strom. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung seien im Gange, teilt der regionale Energieversorger Tschernihiwoblenergo mit. Die russischen Streitkräfte greifen immer wieder die Energieversorgung und andere Infrastruktureinrichtungen in der Ukraine an. (Reuters)

Russland hat offenbar mehrere ukrainische Häfen attackiert

Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht drei ukrainische Häfen beschossen – zwei am Schwarzen Meer und einen an der Donau. Die Streitkräfte hätten mit luftgestützten Raketen und Kampfdrohnen die Häfen von Odessa, Mykolajiw und Ismail angegriffen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. In Odessa seien Lagertanks mit Treibstoff und Schmierstoffen für die ukrainische Armee getroffen worden, in Ismail Entlade- und Lageranlagen für Militärgüter – darunter auch Seedrohnen. Auch ein Schwimmdock sei in Ismail, dem größten Donau-Hafen der Ukraine, getroffen worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff beschossen worden, das gerade Militärgüter entladen habe. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. (Reuters) 

Bürgermeister Klitschko meldet Explosionen in Kyjiw

In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw sind mehrere Explosionen zu hören. Die Flugabwehr sei im Einsatz, um einen russischen Angriff abzuwehren, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit. (Reuters)

Schiff der russischen Schattenflotte verlässt Marseille nach Zahlung von Geldstrafe

Ein im südfranzösischen Marseille aufgebrachtes Schiff der russischen Schattenflotte ist nach französischen Angaben wieder ausgelaufen. Der Öltanker „Deliver“ habe die französischen Hoheitsgewässer nach Zahlung einer Geldstrafe wieder verlassen, teilten die französischen Behörden am Donnerstagabend mit.

Die unter der Flagge Kameruns fahrende „Deliver“ war aus dem russischen Ölhafen Primorsk nahe der finnischen Grenze gekommen und war auf dem Weg nach Singapur, als sie Ende Juni von der französischen Marine festgesetzt wurde. Seit Februar 2025 steht die „Deliver“ auf der Liste der von der Europäischen Union mit Sanktionen belegten Schiffe.

Der Tanker steht unter Verdacht, unter Umgehung der internationalen Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Frankreich hatte zuvor bereits vier Schiffe der russischen Schattenflotte festgesetzt. Zwei von ihnen wurden zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt.

Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen dieser Flotte umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte. Nach französischen Angaben zählen 800 bis 1000 Schiffe zur Schattenflotte. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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