Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 25. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1817
letzte Woche, 1938 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1817
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 24.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
195
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
510
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 19.6., letzte Aktualisierung: 24.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine bekommt 3,4 Milliarden Dollar von der Weltbank

Die Ukraine soll nach Angaben von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko weitere 3,39 Milliarden US-Dollar (knapp drei Milliarden Euro) als Hilfen von der Weltbank bekommen. Die Abkommen seien bei der Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig (Gdansk) geschlossen worden, sagte Swyrydenko laut einer Mitteilung. Sie traf dort mit Weltbank-Präsident Ajay Banga zusammen.

Den Angaben nach sind 2,35 Milliarden US-Dollar Zuschüsse zur Stabilisierung von Staat und Wirtschaft in dem vom Krieg gezeichneten Land. 1,04 Milliarden US-Dollar werden speziell für wirtschaftliche Entwicklung als Kredit gegeben, garantiert durch Großbritannien und Japan.

Es wurden keine Angaben gemacht, wann das Geld ausgezahlt wird. In ihrem Abwehrkampf gegen Russland ist die Ukraine finanziell von Zuwendungen des Auslands abhängig. (dpa)

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko
Lukaschenko warnt Ukraine vor Ausweitung des Krieges
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko Credit: Pavel Bednyakov/Pool AP/dpa

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko warnt die Ukraine davor, sein Land in den Krieg zu verwickeln.

Er habe Vertretern des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kürzlich bei einem Treffen in Minsk unmissverständlich gesagt: „Leute, sagt eurem Präsidenten: Wenn er glaubt, dass er so mit uns reden kann – und uns obendrein in einen Krieg hineinziehen kann –, dann muss er verstehen, dass sich die Art des Krieges sofort ändern würde“, sagt Lukaschenko im Fernsehen.

Belarus habe nicht die Absicht, gegen Ukrainer zu kämpfen. (Reuters)

Nach ukrainischen Angriffen: Behörden auf Krim kündigen weitere Stromabschaltungen an

Als Reaktion auf ukrainische Drohnenangriffe haben die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim weitere Stromabschaltungen angekündigt.

„Die Energieinfrastruktur wurde durch feindliche Angriffe beschädigt, daher wird es auf der gesamten Krim zu vorübergehenden Stromausfällen kommen“, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow am Donnerstag mit. Die Unterbrechung der Stromversorgung erfolge „gezielt“ und je nach Bedarf.

Aksjonow betonte, die Versorgung mit Lebensmitteln und wichtigen Medikamenten auf der Krim sei gesichert.

In Sewastopol, der größten Stadt der Schwarzmeer-Halbinsel, war am Mittwoch infolge der ukrainischen Angriffe der Strom ausgefallen. In der Nacht zum Donnerstag wurde die Krim nach russischen Behördenangaben erneut von ukrainischen Angriffen getroffen. Laut Aksjonow wurden dabei zwei Menschen getötet, darunter ein Kind.

Auf der Krim war am Sonntag aufgrund der ukrainischen Attacken der Verkauf von Treibstoff eingestellt worden. (AFP)

Russland ordnet Schließung des rumänischen Konsulats in St. Petersburg an

Russland hat am Donnerstag die Schließung des rumänischen Generalkonsulats in St. Petersburg angeordnet. Wie das russische Außenministerium am Donnerstag erklärte, wurde dem rumänischen Konsul Cristian Istrate ein Dokument ausgehändigt, in dem er zur Persona non grata erklärt wurde.

Zudem sei darin die „bevorstehende Schließung des Konsularbüros“ Rumäniens in der zweitgrößten russischen Stadt erklärt worden.

Das Außenministerium schrieb von einer „Reaktion“ auf die Entscheidung Rumäniens, seinerseits das russische Konsulat in der Schwarzmeer-Stadt Konstanza zu schließen. Das rumänische Außenministerium bezeichnete die Entscheidung Russlands als „vorhersehbar“.

Die Beziehungen zwischen Russland und Rumänien hatten sich in den vergangenen Wochen vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts erheblich verschlechtert.

Im Mai stürzte eine Drohne auf ein Wohnhaus in der nahe der ukrainischen Grenze gelegenen rumänischen Stadt Galati, zwei Menschen wurden dabei verletzt. Rumänien machte Russland für den Vorfall verantwortlich, Moskau wies die Verantwortung zurück. (AFP)

Die Logos der VK-Apps sind auf einem Display zu sehen,
Nach Messengerdienst Max: Apple entfernt auch russisches Online-Netzwerk VKontakte
Die Logos der VK-Apps sind auf einem Display zu sehen,
Die Logos der VK-Apps sind auf einem Display zu sehen, Credit: Alexander NEMENOV / AFP

Nach dem in Russland weitverbreiteten Messengerdienst Max hat der Technologiekonzern Apple auch das russische Online-Netzwerk VKontakte (VK) aus seinem App Store verbannt. Wie das Unternehmen VK am Donnerstag selbst mitteilte, kann die App daher auf iPhones oder iPads weder neu heruntergeladen noch aktualisiert werden. Auf Geräten, auf denen die App bereits installiert sei, könne sie weiterhin genutzt werden.

Auf Mobilgeräten mit dem Betriebssystem Android von Konkurrent Google ist VK demnach weiterhin „vollständig verfügbar“. Das Unternehmen erklärte weiter, Apple habe die Programme „ohne Vorwarnung und ohne eine Erklärung“ aus dem Store entfernt. Dadurch werde für Menschen in Russland der Zugang zu „beliebten Diensten“ eingeschränkt, die von „Dutzenden Millionen Nutzern verwendet würden“, hieß es weiter.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete Apples Schritt als „bizarr“. Die zuständige russische Behörde werde eine „Erklärung“ verlangen, der Vorgang werfe Fragen zur „Verlässlichkeit“ von Apple auf.

Anfang Juni hatte Apple bereits die von VK entwickelte Messenger-App Max aus seinem App Store entfernt. Der Konzern aus dem US-Bundesstaat Kalifornien hatte den Schritt gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mit der Einhaltung bestehender Sanktionen begründet, dies aber nicht näher erklärt. (AFP)

Schaden am Kiewer Höhlenkloster auf 40 Millionen Euro geschätzt

Die durch russischen Beschuss verursachten Schäden am berühmten Kiewer Höhlenkloster werden auf insgesamt 40 Millionen Euro geschätzt. Das berichtet der österreichische Sender ORF am Mittwoch. Bei ausreichender Finanzierung könnten die Reparaturarbeiten noch 2027 abgeschlossen sein.

Die Arbeiten dürften keinen Tag ruhen, „denn die Frage des kulturellen Erbes und der Erhalt unserer Heiligtümer sind Teil des psychologischen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt“, wurde Maksym Ostapenko, Direktor der zuständigen Behörde, zitiert. Eine provisorische Abdeckung der zum Komplex gehörenden, schwer beschädigten Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale sei fast fertig, hieß es aus dem Kulturministerium. Es sei vorgesehen, die Anlage schrittweise wieder für Besucher und Gläubige zu öffnen. (KNA)

Ukrainische Firma will bis Jahresende eigenes Raketenabwehrsystem herstellen

Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will nach einer Übereinkunft mit dem deutschen Partner Hensoldt den Aufbau eines europäischen Raketenabwehrsystems beschleunigen. Erste Abfangraketen des Typs FP-7X sollten Ende des Jahres einsatzbereit sein, sagte Fire-Point-Mitgründer Denys Schtylierman der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Das ukrainische Unternehmen und Hensoldt hatten erst Mitte Juni eine Absichtserklärung zum Bau eines ballistischen Raketenabwehrsystems unterzeichnet.

Hensoldt soll für das System sein Hochleistungsradar TRML-4D liefern. Zudem stehe Fire Point vor dem Abschluss weiterer Partnerschaften mit europäischen Rustungsunternehmen für das Projekt, sagte Schtylierman. Der Mangel an Raketenabwehrsystemen gehört zu den größten Herausforderungen für die Ukraine nach dem russischen Überfall.

Die Produktion von US-Patriot-Systemen hält mit dem russischen Ausstoß an ballistischen Raketen nicht Schritt. Unter den Bedingungen des Krieges in der Ukraine könne das Unternehmen Tests deutlich schneller vornehmen als europäische Konkurrenten, sagte Schtylierman. Fire Point warte auf die Genehmigung europäischer Regierungen, um Tests der Abfangraketen mit dem Hensoldt-Radar zu beginnen. Von Hensoldt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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