Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 29. April, 09:20 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1639
letzte Woche, 1643 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1639
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 24.4., letzte Aktualisierung: 29.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1037
200
98
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
494
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 24.4., letzte Aktualisierung: 29.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Kiew: USA steuern Millionen zu Tschernobyl-Reparatur bei

Die USA wollen nach Angaben aus Kiew 100 Millionen Dollar zur Reparatur der Sicherheitshülle über dem Unglücksreaktor des vor rund 40 Jahren havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl beitragen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb in sozialen Medien von einem wichtigen Schritt der Unterstützung seitens der USA und dankte dem Land.

Mehr als 500 Millionen Euro seien nötig für die Reparatur, nachdem im vergangenen Jahr eine russische Drohne den Stahlbogen über dem Unglücksreaktor beschädigt hatte, führte Selenskyj aus. Die Ukraine arbeite mit ihren Partnern daran, das zu erreichen. Jeder Beitrag bringe dieses Ziel näher. (dpa)


Weltkriegsgedenken am 9. Mai: Putin bietet Ukraine Feuerpause an

Kreml-Chef Wladimir Putin hat der Ukraine eine Feuerpause während der Feierlichkeiten zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeboten. Wie der Kreml-Berater Juri Uschakow am Mittwoch in Moskau sagte, erklärte Putin sich in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump bereit, „für die Dauer der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges eine Waffenruhe anzuordnen“. Trump habe den Vorschlag „aktiv unterstützt“ und darauf hingewiesen, „dass dieser Feiertag unseren gemeinsamen Sieg markiert“.

Am 9. Mai wird in Russland und anderen früheren Sowjetrepubliken an den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert. In Westeuropa und seit 2023 auch in der Ukraine findet das Gedenken bereits am 8. Mai statt. (AFP)

London weist russischen Diplomaten aus - Reaktion auf Schritt Moskaus

Als Reaktion auf die Ausweisung eines britischen Diplomaten aus Russland verweist Großbritannien nun einen russischen Diplomaten des Landes. „Wir verurteilen die ungerechtfertigte Entscheidung Russlands vom vergangenen Monat, einen weiteren britischen Diplomaten auszuweisen, sowie die darauffolgende böswillige öffentliche Verleumdungskampagne aufs Schärfste“, hieß es in einer Erklärung des britischen Außenministeriums am Mittwoch. Das Verhalten Russlands sei „völlig inakzeptabel“.

„Wir haben deshalb den russischen Botschafter einbestellt, um ihm mitzuteilen, dass wir Gegenmaßnahmen ergreifen und die Akkreditierung eines russischen Diplomaten widerrufen“, hieß es aus dem Ministerium weiter. Wann genau der Botschafter Andrei Kelin einbestellt wurde, wurde nicht mitgeteilt.

Moskau und London haben in den vergangenen Jahrzehnten wegen gegenseitiger Spionagevorwürfe mehrfach Botschaftspersonal der jeweils anderen Seite ausgewiesen. Auf eine Ausweisung einer Seite folgte in der Regel eine Gegenreaktion. Seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 haben sich die bereits angespannten Beziehungen weiter verschlechtert. (AFP)

Gouverneur: Drei Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf Bus in Russland

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Bus in der russischen Region Belgorod sind nach offiziellen Angaben drei Menschen getötet worden. Acht weitere Personen seien in einem Dorf nahe der Stadt Schebekino verletzt worden, teilt Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. (Reuters)

USA geben 100 Mio Dollar für Reparatur der Tschernobyl-Schutzhülle

Die USA beteiligen sich mit 100 Millionen Dollar an der Reparatur der beschädigten Schutzhülle um die Atomruine Tschernobyl. Die Finanzierung der Instandsetzung sei kürzlich auf einer Konferenz mit internationalen Partnern besprochen worden, teilte der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Kosten dürften sich insgesamt auf schätzungsweise 500 Millionen Euro belaufen.

Eine Drohne hatte die Stahl- und Betonkonstruktion über dem zerstörten Reaktor im Februar vergangenen Jahres getroffen. Die Regierung in Kiew machte Russland verantwortlich, was in Moskau zurückgewiesen wurde. Bei dem Angriff wurde nach ukrainischen Angaben die hermetische Abdichtung der Hülle beschädigt. Zwar sei keine Strahlung ausgetreten, die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte jedoch nach einer Inspektion, dass die Konstruktion ihre wesentlichen Sicherheitsfunktionen nicht mehr vollständig erfüllen könne.

Die 2019 fertiggestellte Schutzhülle soll den Austritt von Radioaktivität aus dem Reaktorblock vier verhindern, in dem sich am 26. April 1986 die bislang schwerste zivile Atomkatastrophe der Geschichte ereignete. Seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 ist das Gelände mehrfach von Kampfhandlungen betroffen gewesen. Unter anderem besetzten russische Truppen das Gebiet kurzzeitig. Wiederholt wurde die Stromversorgung der Anlage gekappt. (Reuters)

Moskau: Selenskyj provoziert Atomkrieg, EU erstes Opfer

Das russische Außenministerium hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Heraufbeschwören eines Atomkriegs vorgeworfen und Europa mit den Konsequenzen gedroht. Die Ukraine beschieße das Atomkraftwerk Saporischschja, und Selenskyj fordere neben dem Nato-Status auch noch Atomwaffen für seine Sicherheit, sagte Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. „Er provoziert mit solchen Äußerungen weiterhin einen atomaren Konflikt.“ Westeuropa laufe Gefahr, erstes Opfer der Folgen dieser „atomaren Erpressung“ zu werden, sagte sie.

Die Europäer müssten den ukrainischen Staatschef aufhalten, statt weiter die Kriegsanstrengungen Kiews zu finanzieren, forderte Sacharowa. „Selenskyj will keinen Frieden, das ist offensichtlich“, sagte sie. Selenskyj hatte zuletzt mehrfach Russland zu neuen Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen anschließenden Frieden aufgerufen. Der Kreml lehnt eine Feuerpause ohne Vorbedingungen wie die Übergabe weiterer ukrainischer Territorien ab.

Moskau: Merz' Äußerungen sind bedeutungslos Sacharowa nahm auch zu Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz Stellung, wonach die Ukraine für einen Frieden womöglich Gebiete an Russland abtreten müsse. Weder Deutschland noch die EU seien am Verhandlungsprozess beteiligt. „Alle Äußerungen ihrer Führung zu dem Thema sind für uns bedeutungslos“, so Sacharowa. Es mache keinen Sinn, auf Aussagen europäischer Politiker zu reagieren, solange der Kontinent weiterhin die Ukraine finanziere. (dpa)

„Spiegel“: Boris Ruge wird neuer deutscher Botschafter in Kiew

Der Diplomat Boris Ruge soll einem Medienbericht zufolge neuer deutscher Botschafter in der Ukraine werden. Wie das Magazin „Spiegel“ berichtete, sollte die Personalie bei der Kabinettssitzung am Mittwoch bestätigt werden, was als Formsache galt. Der 64-Jährige ist demnach derzeit Beigeordneter Generalsekretär der Nato für Politische Angelegenheiten und Sicherheitspolitik. In dieser Funktion im internationalen Stab der Allianz sei Ruge auch für Partnerschaften mit Ländern wie der Ukraine verantwortlich.

Zudem zählen die mögliche Erweiterung des Bündnisses, die Nato-Russlandpolitik sowie Rüstungskontrolle und Abrüstung zu seinen Tätigkeitsbereichen. Davor war Ruge laut „Spiegel“ unter anderem stellvertretender Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Gesandter an der Botschaft in Washington sowie Botschafter in Riad. Derzeit ist Heiko Thoms Deutschlands Botschafter in der Ukraine. Er hat das Amt seit 2025 inne.

Ruge ist dem Bericht zufolge in seiner Funktion bei der Nato im internationalen Stab der Allianz verantwortlich für politische Angelegenheiten, einschließlich Partnerschaften mit Ländern wie der Ukraine, die mögliche Erweiterung des Bündnisses, die Russlandpolitik sowie Rüstungskontrolle, Abrüstung und Nichtverbreitung. Ruge war demnach 1989 in den Auswärtigen Dienst eingetreten. Während des Kosovo-Einsatzes habe er im Nato-Hauptquartier gearbeitet und sei Berater zweier aufeinanderfolgender Kommandeure der Nato-Truppen im Kosovo gewesen. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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