Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 14. April, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1854
letzte Woche, 1823 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1854
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 14.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1140
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
562
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 14.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine will russisches Drohnenlager im besetzten Donezk angegriffen haben

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag Drohnenlager in einem von Russland kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk angegriffen. Dabei seien SCALP-Marschflugkörper und gelenkte Fliegerbomben zum Einsatz gekommen, teilt der Generalstab auf Telegram mit. Zudem hätten ukrainische Kampfdrohnen russische Munitionsdepots in den ukrainischen Regionen Saporischschja und Donezk getroffen. Die Verluste des Gegners und das Ausmaß der Schäden würden derzeit bewertet. (Reuters)

Tote und Verletzte durch Raketenangriff auf Dnipro

Durch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Industriestadt Dnipro sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 25 Zivilisten seien verletzt worden, davon zehn schwer, schrieb der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram.

Die ukrainische Luftwaffe meldete zuvor den Anflug einer ballistischen Rakete aus Russland auf die Großstadt. Die gegenseitigen Attacken Russlands und der Ukraine sind nach einer Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest am vergangenen Sonntag wieder mit voller Wucht entbrannt.

Südwestlich von Dnipro im ukrainischen Gebiet Cherson wurden binnen eines Tages vier Zivilisten durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe getötet. Außerdem seien mindestens 16 Menschen verletzt worden, teilte die Nationale Polizei der Ukraine in Kiew mit. In drei Fällen seit Montag griffen demnach russische Drohnen fahrende Pkws an und töteten die Fahrer oder Beifahrer.

Russland führt seit mehr als vier Jahren einen großangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine, spürt die Folgen aber zunehmend auch im eigenen Land. Bei ukrainischen Gegenangriffen mit Drohnen wurde in der russischen Stadt Jelez im Gebiet Lipezk eine Frau getötet, es gab fünf Verletzte. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. (dpa)

Selenskyj verspricht Reparatur von Druschba-Pipeline bis „Ende April“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Reparatur der für Ungarn wichtigen Druschba-Ölpipeline bis „Ende April“ zugesagt. Bis dahin werde die Leitung so weit instandgesetzt, dass sie wieder funktioniere, sagte Selenskyj am Dienstag bei den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin. Nach dem Wahlsieg der Opposition in Ungarn zeigte sich Selenskyj zuversichtlich, dass die neue Regierung in Budapest im Gegenzug den Widerstand gegen die Freigabe eines 90 Milliarden Euro schweren EU-Darlehens aufgibt.

Die Druschba-Pipeline transportiert normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Sie war nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei warfen Kiew vor, Reparaturen an der Leitung zu verzögern und die mutmaßlichen Schäden als Vorwand für eine Stilllegung zu nutzen.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) erinnerte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Selenskyj auch daran, dass es bereits ein Angebot an Ungarn gebe, eine alternative Pipeline durch Kroatien zu nutzen. Dieses habe die bisherige Regierung in Budapest aber nicht angenommen. Er gehe davon aus, dass sich dies nun ändern könne. Die Öllieferungen über die sogenannte Adria-Pipeline sind allerdings teurer als das durch die Ukraine geleitete Öl aus Russland. (AFP)

Neues Zentrum in Berlin unterstützt Ukrainer bei Rückkehr

Mit einer neuen Anlaufstelle in Berlin will die ukrainische Regierung künftig ihre Landsleute bei der Rückkehr unterstützen. Der sogenannte Unity Hub soll Ukrainerinnen und Ukrainern außerdem helfen, die Verbindung in ihr Heimatland zu halten. Das Zentrum ist das erste seiner Art in Europa und soll am Mittwoch für das Publikum öffnen. In Tschechien und Schweden sollten weitere Zentren folgen, sagte der ukrainische Sozialminister Denys Uljutin. (dpa)

Selenskyj: Ukraine versorgt sich weitgehend selbst mit Waffen

Vor dem Hintergrund neuer Rüstungskooperationen mit Deutschland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Stärke der eigenen Rüstungsindustrie betont. „Der Großteil der Waffen, den die Ukraine für verschiedene Operationen nutzt – von Schlägen gegen das Hinterland über die Kämpfe an der Front bis hin zur Flugabwehr – wird heute in der Ukraine produziert“, sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin.

Dabei seien die ukrainischen Produktionskapazitäten doppelt so groß. „Uns fehlt einfach das Geld, doch zum Teil haben wir heute darüber gesprochen“, sagte Selenskyj.

Er verwies auf den immer noch blockierten EU-Kredit von 90 Milliarden Euro, der unter anderem für Investitionen gebraucht werde. Mit der Freigabe könne die Menge der auf dem Schlachtfeld eingesetzten ukrainischen Rüstungsgüter weiter steigen.

Beim Nato-Programm Purl für den Kauf US-amerikanischer Waffen gehe es vor allem um Flugabwehr gegen ballistische Raketen. „Leider hat Europa bisher keine Mittel dagegen. Ich bin aber sicher, dass Europa zusammen mit der Ukraine Abwehrsysteme gegen ballistische Raketen entwickeln wird“, führte er aus. (dpa)

Deutschland finanziert Hunderte Patriot-Raketen für Ukraine

Deutschland wird einen Vertrag der Ukraine mit dem Rüstungsunternehmen Raytheon über die Lieferung von mehreren Hundert Patriot-Raketen finanzieren.

Unklar bleibt, wann die Ukraine die wichtigen Abwehrraketen – die jahrelange Lieferzeiten haben – erhalten wird.

Ferner sei mit dem deutschen Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin nach Regierungskonsultationen mit der Ukraine mit.

Zusätzlich haben Deutschland und die Ukraine demnach die Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite vereinbart. Das Projekt umfasst die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Ziel der Lieferung von Tausenden von Drohnen.

Weiter werde Deutschland die Ukraine bei der Finanzierung sogenannter Deep-Strike-Fähigkeiten – dabei geht es um weitreichende Präzisionswaffen – unterstützen. Dazu gehört laut Verteidigungsministerium eine Investition in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. (dpa/Tsp)

Ukraine: Ausländische Frachter von russischen Drohnen getroffen

Bei russischen Drohnenangriffen in der südwestukrainischen Region Odessa sind Behördenangaben zufolge zwei ausländische Frachtschiffe getroffen worden. Im Donau-Hafen der Stadt Ismajil sei ein unter der Flagge Panamas fahrendes Schiff beschädigt worden, teilte der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexij Kuleba am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien Hafenanlagen getroffen worden.

„Der Feind zielt erneut bewusst auf kritische Infrastruktur und Logistik in der Region Odessa“, schrieb Kuleba.

Der Donau-Hafen Ismajil ist für die Ukraine eine wichtige Ausweichroute für den Export von Getreide, seit Russland das Abkommen zur sicheren Verschiffung über das Schwarze Meer aufgekündigt hat.

Ein weiterer Frachter unter liberianischer Flagge wurde auf dem Weg in den Schwarzmeer-Hafen Tschornomorsk zur Ladung von Getreide von einer Drohne getroffen, wie die Behörden erklärten. Ein Feuer sei ausgebrochen, das die Besatzung aber rasch gelöscht habe. Das Schiff habe seine Fahrt fortsetzen können. Russland greift immer wieder für die ukrainische Wirtschaft wichtige Exportrouten und Infrastruktur an.

In der Umgebung von Ismajil wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region, Oleh Kiper, zudem eine Autowerkstatt, mehrere Fahrzeuge und sechs Wohnhäuser beschädigt. Ein 51-jähriger Mann sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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