Die Ukraine führt nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine neue Kampftaktik ein, die Drohnen und Infanterie kombiniert. Sogenannte Drohnen-Sturmeinheiten verzahnten unbemannte Systeme in der Luft und am Boden mit Fußsoldaten, teilt das Ministerium auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dieser Ansatz zeige im Süden des Landes bereits Erfolge, wo seit Februar ein großes Gebiet befreit worden sei. Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj erklärt, die ukrainischen Streitkräfte hätten im März fast 50 Quadratkilometer von Russland zurückerobert. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Wohnblock in der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist am Abend mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Bei dem Opfer handle es sich um einen knapp 60-jährigen Mann, schrieb Gouverneur Oleh Kiper bei Telegram. Insgesamt seien sechs Personen im Alter zwischen 20 und 67 Jahren zu Schaden gekommen. Drei der Verletzten seien im Krankenhaus, die anderen ambulant behandelt worden.
Den Bildern nach wurde die Fassade über mehrere Etagen hinweg in Mitleidenschaft gezogen. Drei Wohnungen seien beschädigt, eine weitere völlig zerstört worden, teilte Kiper mit. Das entstandene Feuer konnte immerhin schnell gelöscht werden. (dpa)
Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Regierung angesichts schwächelnder Konjunktur zu neuen Maßnahmen zum Ankurbeln der Wirtschaft aufgefordert. Er verlange Vorschläge für zusätzliche Schritte, um die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen, sagte Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit wichtigen Regierungsvertretern in Moskau.
Er wolle von ihnen über zusätzliche Maßnahmen hören, die auf eine Rückkehr der Wirtschaft zum Wachstum abzielten. Nach Putins Worten schrumpfte die russische Wirtschaft zwei Monate in Folge.
„Ich erwarte Vorschläge für zusätzliche Schritte, um das Wachstum der Binnenwirtschaft wiederzubeleben, Unternehmensinitiativen zu unterstützen und die Beschäftigungsstruktur zugunsten von Sektoren mit produktiveren Arbeitsplätzen und hoher Wertschöpfung zu verbessern“, sagte Putin.
Die Regierung müsse zudem erklären, warum die jüngsten Wirtschaftsdaten hinter den Prognosen zurückgeblieben seien. Russland führt seit über vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der in Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Problemen des Landes steht. (Reuters/Tsp)
Politiker und Unterstützer des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) in Brandenburg suchen erneut die Nähe zum russischen Botschafter in Berlin. Am Donnerstag ist ein dreistündiger Besuch mit Mitgliedern und Unterstützern mehrerer Kreisverbände geplant. Wegen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine steht das Treffen in der Kritik.
Der Termin in der Botschaft diene „der Fortsetzung des bereits begonnenen Austauschs zwischen Vertretern unserer Partei und der Botschaft der Russischen Föderation im Vorfeld des Tages des Sieges über Nazideutschland“, teilte der BSW-Kreisverband Oder-Spree mit. Von „traditionell freundschaftlichen Beziehungen“ ist die Rede. Der Botschafter habe eingeladen.
Der frühere Koalitionspartner SPD, mit dem das BSW bis Januar regierte, spricht von „Anbiederung“. „Auf die Idee, mal die Botschaft der von Russland brutal überfallenen Ukraine zu besuchen, kommen Sie dagegen nicht im Traum“, kritisierte Kurt Fischer, Generalsekretär des Landesverbands. (dpa)
Viele Geflüchtete aus der Ukraine haben inzwischen einen Arbeitsplatz in Deutschland gefunden – überdurchschnittlich viele von ihnen sind aber im Niedriglohnbereich beschäftigt. Fast die Hälfte der vollzeitbeschäftigten Ukrainerinnen und Ukrainer (49,8 Prozent) bekamen 2025 nur ein Gehalt im Niedriglohnbereich.
Dies geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, die AFP am Mittwoch vorlag. Im Durchschnitt aller ausländischen Beschäftigten lag die Quote der Niedriglohn-Beziehenden bei 30,5 Prozent, bei deutschen Beschäftigten waren es 12,5 Prozent.
Auch jene ukrainischen Vollzeitbeschäftigten, die als Fachkraft tätig waren, erhielten den Zahlen zufolge ein unterdurchschnittliches Gehalt. Rund 65 Prozent der ukrainischen Vollzeit-Fachkräfte bekamen demnach ein monatliches Bruttogehalt, das unter dem mittleren Gehalt von deutschen Vollzeitbeschäftigten lag, die einer Helfertätigkeit nachgingen. Bei allen ausländischen Fachkräften traf dies auf rund 43 Prozent zu, bei deutschen Fachkräften auf 25 Prozent.
Den Zahlen des Ministeriums zufolge waren im Juni 2025 rund 285.500 Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon arbeiteten etwa 182.100 in Vollzeit und rund 103.400 in Teilzeit. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 lebten insgesamt rund 1,33 Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland, unter ihnen viele Frauen, die sich alleine um ihre minderjährigen Kinder kümmern müssen. (AFP/dpa)
Russische Truppen bauen nach Einschätzung des militärnahen ukrainischen Portals „DeepState“ entlang der Grenze in der Region Sumy eine sogenannte „Pufferzone“ auf. Demnach begann das Vorrücken nach dem Ausnutzen von Schwachstellen in der ukrainischen Verteidigung. Sumy liegt im Norden der Ukraine und grenzt an die russische Region Kursk.
Nach Angaben der Analysten umfasst die von Russland kontrollierte sowie infiltrierte Zone – auf Karten als „rote“ und „graue“ Bereiche markiert – derzeit etwa 150 Quadratkilometer entlang der Grenze. Die ukrainischen Streitkräfte seien über die russischen Pläne informiert und versuchten, das weitere Vordringen zu verhindern, heißt es.
Zuvor hatte auch ein Sprecher der ukrainischen Einsatzkräfte bestätigt, dass russische Einheiten mit kleinen Infanteriegruppen vorrücken. (Valeriia Semeniuk)
Die Rekrutierung von Vertragssoldaten für die russische Armee ist laut einem Bericht des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) deutlich zurückgegangen. Demnach stellte Russland im ersten Quartal 2026 im Schnitt nur noch 800 bis 1000 Soldaten pro Tag ein. Das gehe aus Berechnungen des Ökonomen Janis Kluge hervor. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 entspreche dies einem Rückgang um rund 20 Prozent.
Nach Einschätzung des ISW passen diese Zahlen zu weiteren Hinweisen auf Probleme bei der russischen Truppenaufstellung.
Laut ISW wurden in mindestens zwölf russischen Regionen die Prämien für Vertragsabschlüsse seit Mitte Februar um 50 bis 80 Prozent erhöht. Gleichzeitig gebe es Hinweise auf zunehmenden Druck auf Unternehmen und Bildungseinrichtungen, Personal für die Armee zu rekrutieren. (Valeriia Semeniuk)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: