Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 07. September, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1820
letzte Woche, 1923 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1820
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 28.8., letzte Aktualisierung: 4.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1157
200
197
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
453
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 28.8., letzte Aktualisierung: 4.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Polen sichert erneut seinen Luftraum

Während in Kyjiw in der Nacht Explosionen zu hören waren, ließ das benachbarte Nato- und EU-Mitglied Polen Kampfflugzeuge aufsteigen. Damit solle der eigene Luftraum vor einer möglichen Luftraumverletzung geschützt werden, teilten die Streitkräfte auf der Plattform X mit. (Reuters)

Mehrere Verletzte bei ukrainischem Drohnenangriff auf Saratow

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Saratow an der Wolga ist zivile Infrastruktur getroffen worden, mehrere Menschen wurden verletzt. Das teilte der regionale Gouverneur Roman Busargin auf dem Messenger-Dienst Telegram mit. In der Region Saratow befinden sich eine große Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Rosneft sowie weitere industrielle und militärische Anlagen. (Reuters)

Russland nimmt Angriffe auf Ukraine nach dreitägiger Pause wieder auf – Explosionen in Kyjiw

Nach dem Ende einer dreitägigen Angriffspause wegen des Besuchs ranghoher US-Vermittler in Kyjiw hat Russland seine Attacken auf die ukrainische Hauptstadtregion wieder aufgenommen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Dienstagmorgen mehrere heftige Explosionen in Kyjiw, nachdem Luftalarm ausgelöst worden war. Die Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt meldete einen Raketenangriff.

Zuvor hatte die Militärverwaltung mitgeteilt, dass wegen der Gefahr eines Drohnenangriffs durch den „Feind“ Luftalarm in Kyjiw ausgelöst worden sei. Sie forderte die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen. 

Nach Angaben der Behörden wurden sowohl in Kyjiw als auch in Boryspil östlich von Kyjiw sowie in der rund 70 Kilometer südwestlich gelegenen Stadt Fastiw Gebäude getroffen. Zudem beobachtete ein AFP-Journalist Rauchwolken und einen Feuerschein. (AFP)

Ukrainischer Generalstaatsanwalt kündigt Rücktritt an

Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre in seiner Behörde seinen Rücktritt angekündigt. „Das ist eine politische Entscheidung“, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. „Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument politischer Auseinandersetzungen missbraucht wird.“ Seine Haltung zu den Vorwürfen, die er bereits mehrfach zurückgewiesen hatte, bleibe unverändert.

Wenige Stunden zuvor hatte Krawtschenko nach Angaben ukrainischer Medien einen möglichen Rücktritt noch abgelehnt und erklärt, dass er von diesem Posten nur abberufen werden könne. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform hatten Sonderermittler eine kriminelle Vereinigung unter der Führung des Leiters einer Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft aufgedeckt, die angeblich Bestechungsgelder kassierte. Krawtschenko wies jede Verstrickung in diese Affäre zurück. (dpa)

Selenskyj hofft auf Verhandlungen noch vor dem Winter

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht nach der jüngsten Reise der US-Vermittler nach Moskau und Kyjiw ein mögliches Fenster für Friedensverhandlungen noch vor dem Winter. Zwar rechne Kremlchef Wladimir Putin mit einem neuen brutalen Winter, um die Ukraine zu schwächen, doch wolle der russische Staatschef US-Präsident Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern, sagte Selenskyj im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios. „Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern.“ (dpa)

Externe Stromversorgung von AKW Saporischschja wiederhergestellt

Das von Russland kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben des russischen Staatskonzerns Rosatom wieder an die externe Stromversorgung angeschlossen. Der Strom fließe über die Ferosplawna-Leitung, teilt das Unternehmen mit.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt dies auf der Plattform X unter Berufung auf ihren Chef Rafael Grossi. Die Anlage arbeite normal, erklärt Rosatom-Chef Alexej Lichatschow.

Das AKW war seit dem 20. August ohne externe Stromzufuhr und für die Kühlung auf Diesel-Notstromaggregate angewiesen. Eine von der IAEA vermittelte örtliche Feuerpause ermöglichte die Reparaturarbeiten. (Reuters)

EU-Außenbeauftragte glaubt nicht an Russlands Friedenswillen

Trotz des neuen Vorstoßes der US-Vermittler hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. „Wir sehen nicht, dass Russland wirklich an Frieden interessiert ist“, sagte Kallas bei einem Besuch in Litauen. Moskau habe kein einziges Zugeständnis gemacht. Stattdessen zeige sich das Gegenteil: „Wenn sie die Initiative am Boden verlieren, bombardieren sie Zivilisten aus der Luft“, sagte Kallas auf einer Pressekonferenz in Vilnius.

Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am Wochenende zuerst Moskau und dann erstmals Kyjiw besucht. Unmittelbare Fortschritte meldeten sie nach der Reise allerdings nicht. „Ich freue mich, dass die Sondergesandten zum ersten Mal auch Kyjiw besucht haben. Für die Ukrainer bedeutete dies drei Tage ohne Bombardierungen der Zivilbevölkerung. Ich denke, das ist die positive Seite dieses Besuchs“, sagte Kallas. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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