Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut Ziele tief in Russland angegriffen. So sei zum zweiten Mal eine Ölraffinerie im russischen Ufa attackiert worden, teilt Selenskyj auf der Online-Plattform X mit. Die Anlage liegt mehr als 1300 Kilometer von der Front entfernt. Zudem habe es einen Angriff auf eine strategisch wichtige Anlage in der Region Pensa gegeben. Dort würden Komponenten für Raketenwaffen hergestellt, die Russland bei seinen Angriffen auf die Ukraine einsetze. Die attackierte Anlage liege rund 600 Kilometer von der Front entfernt. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für Russland angesichts der verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe massiv ausgeweitet. Gewarnt wird jetzt vor Reisen im ganzen Land, bisher galt dies nur für die an die Ukraine angrenzenden Gebiete.
Begründet wird dieser Schritt damit, dass in ganz Russland mit „erheblicher Gefährdung“ durch Drohnen beziehungsweise Trümmerteilen von Drohnen zu rechnen sei. Für deutsche Staatsangehörige und deutsch-russische Doppelstaatler bestehe zudem die Gefahr willkürlicher Festnahmen.
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass nun auch das Stadtgebiet und die weitere Umgebung von Moskau, die Umgebung von St. Petersburg sowie die Leningrader Oblast und andere Orte in Russland verstärkt Ziel massiver Drohnenangriffe seien. „Das Abwehrsystem um Moskau wurde zwar deutlich ausgebaut; dennoch ist es infolge von Drohnenangriffen bzw. aufgrund herabfallender Wrackteile zu teilweise erheblichen Schäden gekommen“, heißt es in der Reisewarnung.
Auch der Flugverkehr sei betroffen. „Insbesondere im Westen der Russischen Föderation, aber auch bis weit in die Mitte sowie den Süden des Landes kommt es aus Sicherheitsgründen immer wieder zur mehrstündigen Sperrung von Flughäfen“, so das Auswärtige Amt. Dies könne zur Annullierung Hunderter Flüge und zu chaotischen Verhältnissen an betroffenen Flughäfen führen. Der direkte Flugverkehr zwischen Russland und Deutschland sowie anderen europäischen Staaten ist eingestellt, jedoch sind Flüge über internationale Drehkreuze wie Istanbul möglich. (dpa)
Die Ukraine bittet ihre Partner in der Europäischen Union, freie Mittel aus der Europäischen Friedensfazilität (EPF) in Höhe von 6,6 Milliarden Euro für die Militärhilfe bereitzustellen. Dies geht aus einem Brief von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Der gesamte Verteidigungsbedarf der Ukraine wird in dem Schreiben für dieses Jahr auf rund 136 Milliarden Euro geschätzt, wovon der ukrainische Haushalt etwa 53 Milliarden Euro abdeckt. Auch mit einer geplanten EU-Anleihe bleibt demnach eine erhebliche Finanzierungslücke. Die EFF ist ein Fonds, der bereits 2021 neben dem regulären EU-Haushalt zur Unterstützung von Drittstaaten aufgelegt wurde und mittlerweile vor allem der Hilfe für die Ukraine dient. (Reuters)
Luftangriffe der Armee des Kremls haben im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk über Nacht fünf Tankstellen getroffen. Mehrere Brände seien ausgebrochen, teilte der Gouverneur des Gebiets, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Eine Frau sei getötet worden, außerdem gebe es drei Verletzte.
In der Nacht zuvor waren Angriffe auf Tankstellen aus dem nördlichen Gebiet Sumy gemeldet worden. Der ukrainische Branchendienst Naftorynok hat seit April bereits mehr als 140 solcher Attacken gezählt.
Sie wirken wie eine Antwort auf die zunehmende Treibstoffkrise in Russland – zunächst auf der besetzten Krim, dann auch in vielen anderen Regionen. Im Land des Angreifers ist Benzin knapp geworden wegen ukrainischer Treffer auf Raffinerien und Versorgungswege. Russland, ein Großexporteur von Öl, führt deshalb nach Kreml-Angaben Gespräche über mögliche Treibstoffimporte. (dpa)
Der schwedische Rüstungskonzern Saab unterzeichnet einen Vertrag zur Lieferung von 16 Kampfjets des Typs Gripen E an die Ukraine. Das Geschäft hat ein Volumen von rund 24,6 Milliarden schwedischen Kronen (2,54 Milliarden Dollar). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, die mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Ulf Kristersson getroffene Vereinbarung umfasse auch technische Unterstützung. Bei den Lieferterminen gibt es jedoch unterschiedliche Angaben: Während Selenskyj den Beginn für 2027 ankündigt, plant Saab die Auslieferung für die Jahre 2029 bis 2030. (Reuters)
Die russische Wirtschaft steckt aus Sicht von Ökonomen wegen hoher Zinsen, ukrainischer Angriffe und Internetsperren in einer Krise. Laut der jüngsten Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent – nach jeweils 4,9 Prozent und 1 Prozent in den Jahren 2024 und 2025.
Schuld an der aktuellen Lage sei vor allem die zu restriktive Geldpolitik der Notenbank in Moskau, „die die Wirtschaft abwürgt“, weil sie Kredite zu teuer mache, sagte wiiw-Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach demnach im ersten Quartal um 14 Prozent ein.
Auch die ukrainischen Attacken auf russische Energieanlagen und die daraus entstandenen Probleme mit der Kraftstoffversorgung schadeten der Wirtschaft, meinte Astrov. Internetsperren sorgten für zusätzliche Probleme in der stark digitalisierten Wirtschaft, hieß es.
Dennoch bleibt Moskau aus Sicht des wiiw weiter in der Lage, den Angriffskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen und zu finanzieren. Nächstes Jahr rechnet das Institut mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. (dpa)
Bei einem russischen Angriff auf Tankstellen in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ist Behördenangaben zufolge eine Frau getötet worden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Olexandr Hanscha, über den Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. (Reuters)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: