Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban vorgeworfen, beim Thema der Finanz-Hilfen für die Ukraine nicht rational zu agieren. „Kroatien hat bereits eine Versorgung Ungarns mit Öl angeboten“, sagt Kallas vor dem EU-Gipfel. Zudem gebe es bereits eine EU-Entscheidung für den 90-Milliarden-Euro-Kredit an die Ukraine. Aber in Wahlkampfzeiten agierten Politiker manchmal nicht rational, fügt sie mit Blick auf die bevorstehende Parlamentswahl in Ungarn hinzu. Sie sei „nicht sehr optimistisch“, dass man eine Lösung auf dem Gipfel finde. Zwar gebe es Möglichkeiten, um Ungarns Widerstand zu umgehen. Dafür brauche es aber politischen Mut. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Das russische Präsidialamt habe die Unterbrechung bestätigt, berichtet die Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf Vertreter der Regierung in Moskau. Der Iran-Krieg könnte die Ukraine zu Kompromissen bewegen, heißt es weiter. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zufolge werde der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew zwar seine Arbeit an Investitions- und Wirtschaftskooperationen fortsetzen, die trilateralen Gespräche seien jedoch unterbrochen. „Kirill Dmitrijew setzt die Arbeit fort. Die trilaterale Gruppe macht eine Pause“, wird Peskow von der Zeitung zitiert. (Reuters)
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim ist nach Angaben eines von Moskau eingesetzten Gouverneurs ein Mann getötet worden. Zwei weitere Menschen seien bei den Angriffen auf Sewastopol verletzt worden, erklärte Michail Raswoschajew am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. 27 Drohnen seien abgeschossen worden.
Sewastopol wird von der ukrainischen Armee immer wieder ins Visier genommen. In der Hafenstadt auf der annektierten Halbinsel befindet sich das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte.
Den ukrainischen Behörden zufolge gab es derweil auch Angriffe auf die Schwarzmeerhafenstadt Odessa. Dabei seien drei Menschen verletzt worden. (AFP)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die EU aufgerufen, einen von Ungarn blockierten 90-Milliarden-Kredit für sein Land freizugeben.
„Wir vertrauen fest darauf, dass die Mitgliedstaaten und die EU Lösungen für dieses Problem finden“, sagte Selenskyj am Mittwoch am Rande eines Treffens mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez in Madrid. Es sei „unfair“, dass das bereits 2025 vereinbarte Darlehen für sein Land zurückgehalten werde, fügte Selenskyj an.
Hintergrund der Blockade durch Ungarn ist der Streit zwischen Budapest und Kiew um die Druschba-Ölpipeline, die russisches Öl über die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei liefert. Diese wurde nach ukrainischen Angaben bei einem russischen Angriff beschädigt – Ungarn und die Slowakei werfen Kiew vor, Reparaturen an der Leitung zu verzögern. (AFP)
Der EU-Gipfel muss am Donnerstag nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz eine Einigung über die weitere Finanzierung der Ukraine finden. „Wir müssen in der EU jetzt schnell zu einer Einigung über das sogenannte zwanzigste Sanktionspaket (gegen Russland) kommen“, sagt der Kanzler in seiner Regierungserklärung im Bundestag. „Und wir müssen auch dringend den bereits vereinbarten Kredit über 90 Milliarden Euro für die Ukraine zur Auszahlung bringen.“ (Reuters)
Wir dürfen keine Rücksicht nehmen auf ein einziges Land aus der Europäischen Union, das jetzt aus innenpolitischen Gründen und eines dort geführten Wahlkampfes diese Blockade in Europa gegenwärtig aufbaut.
Friedrich Merz
Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow übertreibt und beschönigt offenbar systematisch die Erfolge russischer Truppen in stark umkämpften Gebieten in der Ukraine. Das geht aus dem jüngsten Bericht der US-amerikanischen Denkfabrik „The Institute for the Study of War“ (ISW) hervor.
Nach Ansicht der Analysten möchte Moskau damit den Eindruck erwecken, die ukrainische Front sei kurz vor dem Zusammenbruch. Überdies sollen die westlichen Verbündeten durch Russlands Darstellung dazu bewegt werden, mehr Druck auf die Ukraine auszuüben. Kiew soll damit langfristig zu territorialen Zugeständnissen bewegt werden, heißt es weiter.
Konkret hatte Gerassimow am Montag erklärt, russische Truppen hätten in den ersten beiden Märzwochen zwölf Ortschaften eingenommen. Das ISW kann jedoch nur zwei dieser Geländegewinne bestätigen. Auch bei weiteren Angaben weichen die ISW-Daten deutlich von den russischen Darstellungen ab. So sprach Gerassimow von einem Vormarsch von mehr als zwölf Kilometern westlich von Siwersk, während das ISW nur etwa 4,5 Kilometer bestätigen kann. (Valeriia Semeniuk)
Gerasimow bekräftigte seine Aussagen (…), wahrscheinlich um den falschen Eindruck zu erwecken, dass die russischen Truppen auf dem Schlachtfeld rasch vorrücken.
ISW-Bericht vom 17. März 2026
Bei seinem Besuch in London kam der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Großbritanniens Premier Keir Starmer zusammen, um eine Erklärung zur gemeinsamen Produktion und Lieferung von Drohnen sowie anderen Militärtechnologien zu unterzeichnen. Die Ukraine legt diese jüngst vereinbarte Verteidigungs- und Industriepartnerschaft nun offenbar als Schritt hin zu einem faktischen Verteidigungsbündnis aus, wie Kiews stellvertretender Präsidialamtsleiter Ihor Schowkwa am Dienstag via Facebook mitteilte.
Schowkwa zufolge gehe die Vereinbarung über klassische Militärhilfe hinaus und ziele auf den Aufbau einer gemeinsamen verteidigungsindustriellen Struktur ab. Der Ukrainer spricht in dem Zusammenhang von einer „Ökosystem“-Partnerschaft beider Länder: Die Ukraine bringe ihre Kampferfahrungen und Technologien ein, während Großbritannien Investitionen und industrielle Kapazitäten bereitstelle.
Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit soll demnach auf dem Ausbau der ukrainischen Luftverteidigung liegen und sich konkret auf die Drohnen- und Raketenabwehr konzentrieren. Weiterhin sei der Ausbau gemeinsamer Rüstungsprojekte und Trainingsprogramme geplant. (Valeriia Semeniuk)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: