Die schwindenden militärischen Aussichten Russlands im Ukraine-Krieg machen nach Einschätzung der Bundesregierung Friedensverhandlungen wahrscheinlicher. „Russland kann diesen Krieg militärisch nicht gewinnen. Das wird immer deutlicher“, sagt ein Regierungssprecher in Berlin. Die Bundesregierung wolle gemeinsam mit den G7-Partnern diese Dynamik nutzen, um einen neuen Anlauf für ernsthafte Friedensgespräche zu nehmen. Russland zeige bisher jedoch keine Verhandlungsbereitschaft. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Die Gültigkeit einer Ausnahmeregelung zu gelockerten US-Sanktionen gegen russisches Öl ist abgelaufen. In der Nacht zu Mittwoch (US-Ortszeit) endete die im entsprechenden Dokument des US-Finanzministeriums festgelegte Periode, innerhalb der Sanktionen auf Eis gelegt waren.
US-Präsident Donald Trump hatte auf dem G7-Gipfel am Genfersee in Aussicht gestellt, dass die USA zu Öl-Sanktionen gegen Russland, die auf Eis gelegt worden waren, zurückkehren. Er begründete es damit, dass Öl wieder fließe. Auch sollen Exportbeschränkungen für iranisches Rohöl fallen. (dpa)
Der ukrainische Fernsehsender 24 Kanal berichtet unter Berufung auf die unabhängige Analyse- und Recherchegruppe Dallas Analytics über mutmaßliche technische Probleme bei der russischen ballistischen Rakete „Oreschnik“.
Nach Angaben der Analysten sollen interne Dokumente und Korrespondenzen von Unternehmen des russischen Rüstungssektors auf Schwierigkeiten bei der Produktion und Qualitätskontrolle wichtiger Komponenten des Waffensystems hindeuten.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht ein Navigationsbauteil mit der Bezeichnung GU-503, das für die Stabilisierung der Rakete während des Fluges eingesetzt wird. Veröffentlicht wurden unter anderem Auszüge aus einer angeblichen Korrespondenz zwischen Managern russischer Rüstungsbetriebe. Eine unabhängige Überprüfung der Echtheit dieser Dokumente liegt bislang nicht vor.
Nach Einschätzung von Dallas Analytics könnten die beschriebenen technischen Schwierigkeiten erklären, warum einzelne „Oreschnik“-Raketen ihre mutmaßlichen Ziele verfehlt haben sollen. (Yulia Valova)
Die Europäische Union erwartet von der Ukraine weitere Fortschritte bei Meinungsfreiheit, Medienpluralismus und der Unabhängigkeit der Medieninstitutionen im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen. Dies geht aus der gemeinsamen Position der EU zum Verhandlungskapitel „Grundlagen“ hervor.
Nach Ansicht der EU sollte die Ukraine nach dem Ende des Krieges von einem zentralisierten Informationsmodell zu einer Medienlandschaft mit unabhängigen Redaktionen, einem starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk und echtem Meinungspluralismus übergehen. (Yulia Valova)
Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarína Mathernová, hält einen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union bis 2030 für realistisch. In einem Interview mit der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform erklärte sie, das Ziel sei „sehr gut erreichbar“, auch wenn noch umfangreiche gesetzgeberische und institutionelle Reformen umgesetzt werden müssten. Die Ukraine sei jedoch bereit, die Verhandlungen in den einzelnen Beitrittskapiteln aufzunehmen.
Trotz der Einschränkungen des Kriegsrechts gelinge es dem Land bislang, die Anforderungen der nationalen Sicherheit mit demokratischen Grundrechten in Einklang zu bringen, so Mathernova. (Yulia Valova)
Die ukrainische Regierung hat die Zahlungen an Soldatinnen und Soldaten erhöht, ohne zusätzliche Mittel aus dem Staatshaushalt bereitzustellen. Dies erklärte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow in einem Interview mit dem ukrainischen Fernsehsender TSN (Television Service of News). Die notwendigen Mittel habe man durch interne Audits, Ausgabenkontrollen und Effizienzsteigerungen im Beschaffungswesen gesichert.
Nach Angaben des Ministers konnten erhebliche Einsparungen durch transparentere Ausschreibungsverfahren und verschärfte Maßnahmen gegen Korruption erzielt werden. Als Beispiel nannte Fedorow die Beschaffung von 155-Millimeter-Artilleriemunition: Durch Ausschreibungen seien die Einkaufspreise um 16 bis 20 Prozent gesunken. Bei einzelnen Verträgen habe sich der Preis pro Artilleriegranate um rund 860 Euro reduziert. (Yulia Valova)
US-Präsident Donald Trump soll Diplomaten zufolge hinter verschlossenen Türen versichert haben, dass die USA weiterhin an der Seite der Ukraine stehen würden. Das berichtet „Politico“.
Allerdings scheint die Unterstützung für Kyjiw Teil eines größeren geopolitischen Pakets zu sein. Demnach habe Trump Europa dazu gedrängt, ein künftiges Abkommen mit dem Iran zu unterstützen und sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Dabei geht es insbesondere um mögliche Minenräumungsmissionen in einer der wichtigsten Energie- und Schifffahrtsrouten der Welt.
Europäische Regierungschefs reagierten vorsichtig optimistisch auf die neue Tonlage aus dem Weißen Haus. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte nach den Gesprächen, die Diskussionen mit Trump gäben Anlass zu „einem gewissen Optimismus“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte in einem Video, alle Teilnehmer würden das Abkommen mit dem Iran unterstützen. (Yulia Valova)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: