Vertreter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien erörtern demnach die Möglichkeit von Gesprächen und tauschen sich darüber mit der ukrainischen Seite aus, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat den jüngsten ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele tief im russischen Landesinneren eine große Wirkung zugeschrieben. Die jüngsten russischen „Terrorangriffe“ auf die Ukraine zeigten „klar“, dass „auf russischer Seite Panik“ herrsche, sagte Kallas der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. „Sie wissen nicht, was sie damit anfangen sollen“, betonte sie mit Blick auf die ukrainischen Drohnenangriffe.
Der russische Präsident Wladimir Putin terrorisiere derzeit die ukrainische Bevölkerung, um „Angst zu schüren“, sagte Kallas in dem AFP-Interview. Russland sei auf dem Schlachtfeld in die Defensive geraten, sagte Kallas. Sie bezweifle, dass Russland mit diesen Angriffen „die Widerstandskraft der Ukraine“ werde brechen können. (AFP)
Die russische Ölraffinerie Saratow ist Insidern zufolge nach einem Drohnenangriff seit dem 31. Mai außer Betrieb. Die einzige Rohöldestillationsanlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen pro Tag sei abgeschaltet, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Reparaturarbeiten dürften etwa zwei Wochen dauern. Der Eigentümer Rosneft äußerte sich zunächst nicht dazu. Die Anlage war bereits im März nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt worden. (Reuters)

Russland ist nach Einschätzung von Nato-Generalsekretär Mark Rutte nach mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine „zunehmend verzweifelt“. Russlands „Rücksichtslosigkeit“ sei „nicht neu“, sagte Rutte während eines Besuchs in Kyjiw am Mittwoch angesichts der jüngsten schweren Angriffe Moskaus auf die Ukraine. „Doch während die Ukraine weiterhin standhaft bleibt, neue Wege beschreitet und auf dem Schlachtfeld Geländegewinne erzielt, ist Russland zunehmend verzweifelt“, fügte Rutte hinzu.
Rutte war am frühen Morgen in Kyjiw angekommen, begleitet von den Nato-Botschaftern der 32 Mitgliedstaaten. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verwies der Nato-Generalsekretär auf die hohen Verlustzahlen Russlands und den wachsenden wirtschaftlichen Druck, unter dem das Land stehe. Es gebe jedoch „tragischerweise“ keine Anzeichen dafür, dass Russland mit dem Krieg aufhören werde. „Die jüngsten Angriffe auf Kyjiw und in der gesamten Ukraine machen dies deutlich.“
Der Nato-Generalsekretär lobte zudem die jüngsten militärischen Erfolge Kyjiws. „Die Ukraine ist zunehmend erfolgreich, sowohl an der Front als auch beim Ausschalten einiger der wichtigsten Fähigkeiten und Kapazitäten der Russen“, sagte er.
Die verstärkten ukrainischen Angriffe auf Ziele in Russland ermöglichen es der Ukraine, Selenskyj zufolge, Verhandlungen über ein Kriegsende auf Augenhöhe zu führen. Bei dem gemeinsamen Auftritt mit Rutte sagt er, dass es für die Ukraine nur eine Frage der Zeit sei, bis man den Umfang solcher Angriffe erhöhe. (AFP/Reuters)

Der Kapitän eines mutmaßlich zur russischen Schattenflotte zählenden Tankers ist in Frankreich in Polizeigewahrsam gekommen. Es werde noch untersucht, wer der Eigentümer des Schiffes sei, teilte die französische Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Brest mit. Der russische Kommandant des am Sonntag von der französischen Marine aufgebrachten Frachters „Tagor“ riskiert demnach eine Strafe in Höhe von 150.000 Euro für das Fahren unter falscher Flagge und für die Weigerung, einer Aufforderung nachzukommen. Der Schiffseigner könne mit derselben Strafe belegt werden, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Der Frachter war am Dienstag vor der französischen Küste eingetroffen. Die französische Marine hatte ihn 700 Kilometer vor der Küste kontrolliert, weil Verdacht auf eine falsche Beflaggung bestand. Es ist die vierte Aktion dieser Art durch Frankreich im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fehlenden Nachweises der Nationalität des Schiffes und der Weigerung, einer Aufforderung Folge zu leisten. Der Kreml nannte das Vorgehen der französischen Marine eine „illegale Aktion, die an internationale Piraterie grenzt“.
Das Schiff war unter kamerunischer Flagge vom russischen Murmansk Richtung Kamerun unterwegs. Die Montego-Bay-Konvention erlaubt bei Verdacht auf eine falsche Flagge die Kontrolle eines Frachters auf Hoher See. Der Tanker steht unter Verdacht, unter Umgehung der internationalen Sanktionen russisches oder iranisches Öl zu transportieren. Zum Zeitpunkt seiner Kontrolle durch die französische Marine war der Tanker nahezu leer gewesen. (AFP)
Der Kreml hat am Mittwoch bestätigt, dass der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Russland besucht. Russische Staatsmedien hatten zuvor berichtet, Schröder sei in Moskau gesehen worden. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland begrüße seinen Besuch. Es war unklar, ob sich Schröder immer noch in Russland aufhält. Präsident Wladimir Putin hatte den Altkanzler vor zwei Wochen als Person genannt, die Europa bei möglichen künftigen Gesprächen mit Moskau über die Sicherheit des Kontinents vertreten könnte. Die Bundesregierung und andere europäische Regierungen hatten dies deutlich abgelehnt. (Reuters)
Die Bundesregierung hat die Teilnahme von AfD-Politikern an einem Wirtschaftsforum in Russland als schädlich für die Interessen Deutschlands kritisiert. Vizeregierungssprecher Steffen Meyer sagte am Mittwoch in Berlin, dass die Russland-Reise der AfD-Abgeordneten „deutschen Interessen klar zuwiderläuft“. Das Auswärtige Amt hatte der AfD nach Angaben seines Sprechers „explizit von den Reisen abgeraten, und wir haben sie informiert, dass die Bundesregierung diese Reisen nicht unterstützen wird“.
Der Außenamtssprecher sagte weiter, wer „durch die Teilnahme an staatlich organisierten Propagandaveranstaltungen“ den „Eindruck einer Normalität in unserem Verhältnis“ zu Russland erwecke, „läuft den außen- und sicherheitspolitischen Grundsätzen der Bundesregierung zuwider“.
An dem Wirtschaftsforum im russischen St. Petersburg nehmen für die AfD unter anderem die Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier und Steffen Kotré teil. Der AfD-Außenexperte Frohnmaier rechtfertigte am Dienstag seine Reise gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: Er sehe seine Aufgabe darin, „unter schwierigen Bedingungen Gesprächskanäle offenzuhalten und deutsche Interessen zu vertreten“. Die deutsche Wirtschaft habe Interessen in Russland, die von der Bundesregierung ignoriert würden.
Die Bundesregierung begründete ihre Kritik an der Reise auch mit dem Verhalten Russlands im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Außenamtssprecher sprach am Mittwoch von „schlimmsten Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung“. Deswegen verfolgten die Bundesregierung und die EU „die grundsätzliche Linie, Kontakte mit russischen Regierungsvertretern auf ein Minimum zu beschränken“.
Vizeregierungssprecher Meyer verwies darauf, „dass wir auch in den letzten Tagen erneut massive russische Angriffe gegen Zivilisten und die zivile Infrastruktur mit zahlreichen Toten und Verletzten gesehen haben in der Ukraine“. Die russischen Angriffe nähmen „wirklich ein erschreckendes Ausmaß inzwischen an“ und seien für die Menschen in der Ukraine ein „Albtraum“. Die Bundesregierung verurteile die Angriffe „auf das Schärfste“, sagte Meyer. (AFP)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: