Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 03. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1736
letzte Woche, 1805 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1736
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 29.5., letzte Aktualisierung: 3.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1066
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
503
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 29.5., letzte Aktualisierung: 3.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Krim-Vetreter: Treibstoffkrise auf annektierter Halbinsel verschärft sich

Auf der von Russland annektierten Krim verschärft sich die Treibstoffkrise, während unter russischen Militärs und in der Verwaltung die Nervosität wegen ukrainischer Angriffe auf die russische Logistik zunimmt. Das sagte der Führer der krimtatarischen Medschli-Volksgruppe, Refat Tschubarow, in einem Interview mit Radio NV.

Nach Angaben Tschubarows wirken sich die Angriffe auf russische Versorgungsrouten bereits spürbar auf die Lage auf der Halbinsel aus. Er bezeichnete die Situation der russischen Besatzungstruppen als „kritisch“ und erklärte, eine weitere Störung der Treibstoff- und Transportlogistik könne Russland zwingen, einen teilweisen Abzug militärischer Kapazitäten von der Krim vorzubereiten.

Hinweise auf Probleme bei der Treibstoffversorgung liefern auch lokale Berichte: Mehrere große Tankstellenketten auf der Krim haben den Verkauf von Treibstoffgutscheinen für Privatpersonen demnach vorübergehend eingestellt. (Yulia Valova)

Rauchwolken über St, Petersburg
Drohnen-Treffer in St. Petersburg kurz vor internationaler Konferenz

Vor Beginn des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF) hat die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Ölterminal in St. Petersburg angegriffen. Zuvor hatten die Behörden in der Millionenmetropole Einwohner und Gäste am Mittwochmorgen vor Drohnenangriffen gewarnt. „Achtung! Es besteht Drohnengefahr auf dem Gebiet von St. Petersburg, möglich sind Störungen des mobilen Internets“, hieß es in der versandten SMS.

Selenskyj lobte die ukrainischen Drohnentruppen nach der Attacke. Die Einschläge bezeichnete er als „gutes Resultat“ der gemeinsamen Arbeit verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Getroffen worden sei neben dem Ölterminal auch ein rein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat. Die Ziele lägen fast 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er.

Rauchwolken über St, Petersburg
Rauchwolken über St, Petersburg Credit: AFP

Am Rand der Stadt sind dichte graue Rauchwolken zu sehen, wie Reuters-Reporter berichten. Dem Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Belgow, zufolge wurden nicht näher bezeichnete „Infrastrukturobjekte“ in drei Bezirken der Stadt getroffen.

Es gebe einige Verletzte, teilte Beglow mit. „Es sind einige Objekte beschädigt worden. Im Moment läuft die Beseitigung der Folgen.“ Konkrete Angaben zu den Schäden machte er zunächst nicht. Alle Einsatzkräfte sind seinen Angaben nach in erhöhter Bereitschaft.

Der Alarm überschattet das in der Regel glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierte Forum, das als „russisches Davos“ gilt und bis Samstag dauert. Kremlchef Wladimir Putin ist in seiner Heimatstadt selbst Gastgeber. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten, darunter aus Deutschland. Auch Politiker der AfD besuchen das Forum, bei dem Russland zeigt, wie es seine Wirtschaft in Kriegszeiten und ungeachtet der westlichen Sanktionen am Laufen hält. (dpa)

Russland: Sieben Tote bei Drohnenangriff in Region Donezk

Bei einem Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk werden nach Angaben der dortigen Behörden sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt. Die Drohne habe einen Reisebus getroffen, der zwischen Moskau und Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim unterwegs gewesen sei, teilt der von Moskau eingesetzte Regionalgouverneur Denis Puschilin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Aus der Ukraine gab es zu dem Vorfall keine Angaben. Ob sich Zivilisten oder Soldaten in dem Bus befanden, ist unklar. (Reuters)

Russland: Gebäude bei Drohnenangriff auf Mitschurinsk beschädigt

Bei einem Drohnenangriff auf die Stadt Mitschurinsk in der zentralrussischen Region Tambow werden nach Angaben von Gouverneur Jewgeni Perwyschow unter anderem Nebengebäude einer Industrieanlage, ein Wohnhaus und eine Bibliothek beschädigt. Verletzte gebe es nicht, teilt er auf Telegram mit. (Reuters)

Russland meldet Drohnenabschüsse bei St. Petersburg und Moskau

Russland meldet den Abschuss mehrerer Drohnen über der Region Leningrad und im Anflug auf Moskau. In der Region im Nordwesten des Landes seien drei Drohnen abgeschossen worden, teilt Gouverneur Alexander Drosdenko im Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Weitere 13 Drohnen habe die Luftabwehr vor der Hauptstadt abgefangen, erklärt der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin. Unterdessen wird am St. Petersburger Flughafen Pulkowo der Flugverkehr vorübergehend eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilt. In St. Petersburg beginnt in Kürze das Internationale Wirtschaftsforum. (Reuters)

Kraftstoffausgabe im russisch besetzten Luhansk begrenzt

Nach der Einführung von Benzin- und Diesel-Limits auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim müssen sich nun auch die Menschen im besetzten ukrainischen Gebiet Luhansk auf eine begrenzte Ausgabe von Kraftstoff einstellen. Bei den Marken AI-95 (entspricht Super in Europa) und AI-92 (Normal) sowie Diesel werde die Abgabe auf höchstens 20 Liter pro Person beschränkt, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die Besatzungsbehörden.

Begründet wurde der Schritt demnach mit den derzeitigen Vorräten und einer gestiegenen Kraftstoffnachfrage in den vergangenen Tagen. Es handele sich um vorübergehende Beschränkungen, hieß es weiter.

Auf der 2014 von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim war bereits am Wochenende eine vorübergehende Begrenzung für die Ausgabe von Benzin eingeführt worden. Die russische Regierung untersagte außerdem erstmals und zunächst bis Ende November die Ausfuhr von Kerosin. „Ziel des Beschlusses ist die Gewährleistung einer stabilen Lage auf dem Binnenmarkt für Treibstoffe“, hieß es in einer Mitteilung. (dpa)

Selenskyj warnt vor neuem massiven russischen Angriff

Nach einem schweren russischen Angriff mit vielen Toten und Verletzten in der Nacht zu Dienstag warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut vor einer großen Attacke.

Noch in dieser Nacht könne es zu einem massiven Angriff kommen, sagte er unter Berufung auf Geheimdienstinformationen in seiner abendlichen Videobotschaft. Erst in der Nacht auf Dienstag hatte Russland die Ukraine erneut mit schweren Luftangriffen überzogen. Selenskyj sprach von 22 Toten und 130 Verletzten.

Selenskyj sagte weiter, Russland stufe ukrainische Unternehmen, die Fortschritte bei der Entwicklung und Produktion von Raketen machten, als vorrangige Ziele ein. Die Ukraine werde darauf reagieren. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

Feuerpause in Iran, Libanon, Gaza, Ukraine?: Trotz „Waffenruhe“ schweigen die Waffen nicht
Grenzen der Diplomatie: In den aktuellen Kriegen wird die deutsche Erwartung, dass Absprachen am Verhandlungstisch bindend sind, regelmäßig widerlegt.
Ukraine-Invasion, Tag 1556: Plötzlich scheinen die Bedingungen zugunsten Kyjiws zu kippen
Russland bereitet laut Selenskyj neuen Großangriff vor, russische Drohne schlägt in Rumänien ein, Außenbeauftragte Kallas sieht EU nicht als neutralen Vermittler. Der Überblick.
Warnung der Wirtschaftsweisen an Schwarz-Rot: Mut machen kann der Blick zurück
Mit Sozialabgaben über 50 Prozent ist Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig. Kann die Regierung den Trend wenden? Warum nicht, früher ging das doch auch – unter den SPD-Kanzlern Schmidt und Schröder.
Ukraine-Invasion, Tag 1549: Wie der Starlink-Ausfall der Ukraine half – und was Russland jetzt plant
Selenskyj wird an Nato-Gipfel in Ankara teilnehmen, Tote und Verletzte bei ukrainischem Angriff in Luhansk, Russland zieht ukrainische Kinder in sein Militärsystem. Der Nachrichtenüberblick.
Lässt Putin wieder von Belarus aus angreifen?: Ukraine will Truppen an der nördlichen Grenze verstärken
Seit Wochen warnt der ukrainische Präsident Belarus davor, sich in Russlands Angriffskrieg hineinziehen zu lassen. Kyjiw bereite Reaktionen vor. Was bisher bekannt ist.
Von Donald Tusk lernen: Warum Ungarns neuer Ministerpräsident erst einmal Polen besucht
Ungarns Premier Magyar möchte nach 16 autoritären Orbán-Jahren zurück zur Demokratie und zum Rechtsstaat. Da überrascht es nicht, dass ihn seine erste Auslandsreise zu Donald Tusk nach Polen führt.
mehr Artikel anzeigen