Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 16. Juni, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1871
letzte Woche, 1736 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1871
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 16.6. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1182
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
537
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 5.6., letzte Aktualisierung: 16.6. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine: Zwei Tote bei Absturz eines Militärjets

Beim Absturz eines ukrainischen Kampfflugzeugs vom Typ Su-24 sind nach offiziellen Angaben beide Piloten ums Leben gekommen.

Der Absturz habe sich am Abend in der Region Chmelnyzkyj im Westen des Landes ereignet, teilten die ukrainischen Luftstreitkräfte mit. „Die Ursachen und Umstände der Katastrophe werden geprüft“, heißt es in der Mitteilung des Militärs.

Am Boden gibt es demnach keine Verletzten. Rettungskräfte seien an der Absturzstelle im Einsatz, die Unfallursache werde untersucht.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion des Landes.

Das russische Militär hat dabei ein starkes Übergewicht an Flugzeugen, die es in der Vergangenheit immer wieder zu Luftangriffen auf den Nachbarn genutzt hat. Der Verlust jedes einzelnen Kampfjets wiegt für Kyjiw daher schwer. (dpa/Reuters)

Kyjiw: Mindestens acht Tote bei russischen Luftangriffen in der Ukraine

Bei russischen Luftangriffen im Süden und Osten der Ukraine sind den ukrainischen Behörden zufolge am Dienstag mindestens acht Menschen getötet worden.

Bei einer Drohnenattacke auf ein Auto in der Region Dnipropetrowsk habe es drei Todesopfer gegeben, erklärte der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha. Die russische Armee habe mit Drohnen Zivilisten angegriffen, die „auf einer Straße unterwegs waren“.

Beim Beschuss von Wohngebieten in der Stadt Slowjansk in der Region Donezk kamen drei weitere Menschen ums Leben, wie der dortige Bürgermeister Vadym Liach mitteilte.

Zwei weitere Tote gab es laut Behördenangaben durch Drohnenbeschuss in der südlichen Region Cherson. Hier wurden demnach weitere 16 Menschen verletzt.

Bei massiven russischen Angriffen waren erst in der Nacht von Sonntag auf Montag in der Ukraine mindestens elf Menschen getötet worden. (AFP)

Kreml: Keine Einladung zu Treffen mit Selenskyj erhalten

Der Kreml weiß nach eigenen Angaben nichts über den Vorschlag eines Treffens zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj.

Beim Telefonat zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump am Sonntag zu dessen 80. Geburtstag sei die Möglichkeit eines Treffens am Rande des G7-Gipfels nicht besprochen worden, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow.

Auf die Frage, ob so ein Treffen überhaupt möglich sei, antwortete Uschakow ausweichend: „Niemand ist mit diesem Vorschlag an uns herangetreten.“

Selenskyj hatte Putin zuerst Anfang Juni zum Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg in einem offenen Brief ein Treffen auf neutralem Boden vorgeschlagen. Die Offerte hatte Putin abgelehnt, den Ton als unverschämt zurückgewiesen. (dpa)

Merz sieht neue Einigkeit mit Trump bei Ukraine-Gesprächen

Kanzler Friedrich Merz hat sich optimistisch geäußert, dass die Europäer und US-Präsident Donald Trump bei den Friedensbemühungen für die Ukraine künftig stärker als bisher an einem Strang ziehen.

„Was für uns alle Grund zur Zuversicht gibt, ist die Formulierung von Präsident Trump: Russland muss diesen Krieg beenden. Und ich finde, das ist eine klare Botschaft“, sagte der CDU-Chef am Rande des G7-Gipfels der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) im französischen Évian vor Journalisten und sprach von einem „Tag der Hoffnung“.

Man habe mit Trump sehr ausführlich über die nächsten Schritte und mögliche weitere Sanktionen gegen Russland gesprochen, sagte Merz.

Es gebe ihm „einen gewissen Grad des Optimismus, dass wir hier als Europäer und als Amerikaner zusammen jetzt alles unternehmen gemeinsam, um den Krieg zu beenden“. (dpa)

Russische Fregatte feuert Warnschüsse auf Jacht im Ärmelkanal

Update 20.26 Uhr: Russland hat Warnschüsse eines seiner Kriegsschiffe gegen eine Jacht im Ärmelkanal bestätigt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Dienstag, eine unter britischer Flagge fahrende Segeljacht habe sich der Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ gefährlich genähert.

Die russische Besatzung habe zunächst Signalraketen abgefeuert und akustische Signale abgegeben, „um die Aufmerksamkeit der Jacht-Besatzung zu erlangen“.

„Trotz dieser Maßnahmen, hat das Schiff seine gefährliche Annäherung fortgesetzt“, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau weiter. Der Kommandeur der russischen Fregatte habe deswegen entschieden, mit Waffen kleinen Kalibers „in Richtung des Schiffs zu schießen“. Daraufhin habe die Jacht mit dem Namen „Bright Future“ ihren Kurs geändert und sich vom russischen Kriegsschiff entfernt.

Zuvor war aus britischen Verteidigungskreisen verlautet, die Besatzung der in Großbritannien registrierten Jacht habe die Warnschüsse gemeldet. Der Vorfall soll sich rund 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight ereignet haben.

Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte: „Wir untersuchen Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal.“ Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des Ukraine-Kriegs. (AFP)

Deutsche Rüstungsfirma Hensoldt will Radare an Kyjiw liefern

Die Unternehmensgruppe Hensoldt hat auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris eine strategische Partnerschaft mit dem ukrainischen Waffenbauer Fire Point geschlossen. Ziel des Abkommens ist laut einer Pressemitteilung die Stärkung der ukrainischen Flugabwehr.

„Hensoldt ist für die Produktion, Erprobung und Lieferung von Radarsystemen für das ballistische Raketenabwehrsystem (BMD) verantwortlich und unterstützt deren Integration in das System“, hieß es. Die Radare seien in der Lage, bis zu 1.500 unterschiedliche Luftziele zu erkennen und zu verfolgen, teilte Hensoldt mit.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Das russische Militär beschießt dabei regelmäßig auch das Hinterland des Nachbarstaats mit Drohnen und Raketen. Während die Drohnenabwehr der Ukrainer bereits effektiv arbeitet, richten russische Raketen nach wie vor große Schäden an.

Die vom Westen gelieferten Systeme wie das amerikanische Patriot-System oder der deutsche Iris-T-Komplex reichen nicht aus für einen flächendeckenden Schutz. Zudem sind die Raketen für die Systeme teuer. Daher setzt Kyjiw auch auf eigene Entwicklungen und Kooperationen mit westlichen Rüstungsfirmen. (dpa)

Russische Siedler zur Ausreise aus der Krim aufgerufen

Der Vorsitzende des Medschlis des krimtatarischen Volkes, Refat Tschubarow, hat russische Staatsbürger, die sich nach der Annexion der Halbinsel im Jahr 2014 auf der besetzten Krim niedergelassen haben, aufgefordert, die Region zu verlassen.

In einer Videobotschaft erklärte Tschubarow, die ukrainischen Streitkräfte würden seit mehr als drei Wochen präzise Angriffe auf militärische Ziele der russischen Armee auf der Halbinsel durchführen. Die Intensität dieser Angriffe werde seiner Einschätzung nach weiter zunehmen.

Er betonte, die Krim habe sich inzwischen in ein Frontgebiet verwandelt, und ihre Rückkehr unter ukrainische Kontrolle sei unvermeidlich. Solange die Krim-Brücke noch funktioniere, hätten russische Siedler die Möglichkeit, die Halbinsel freiwillig zu verlassen.

Zugleich rief er die einheimischen Bewohner der Krim, insbesondere Menschen in der Nähe russischer Militärstützpunkte und kritischer Infrastruktur, dazu auf, auf ihre Sicherheit zu achten und gefährdete Gebiete nach Möglichkeit zu verlassen.

„Alle, die auf die Befreiung der Krim von der russischen Besatzung warten, sollten diesen Tag gesund und in Sicherheit erleben“, sagte Tschubarow. (Valeriia Semeniuk)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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