Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 03. Mai, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1639
letzte Woche, 1643 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1639
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 24.4., letzte Aktualisierung: 1.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1037
200
98
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
494
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 24.4., letzte Aktualisierung: 1.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen in der Nacht sind in der Ukraine mehrere Menschen getötet und verletzt worden. So seien in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer zwei Menschen ums Leben gekommen, fünf weitere hätten Verletzungen davongetragen, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets mit. Die russischen Drohnen trafen demnach sowohl die Infrastruktur des Hafens als auch private Wohnhäuser.

Odessa ist als wichtiger Hafen in Frontnähe ein häufiges Ziel für russische Drohnen und Raketen in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg. So wurden erst zu Wochenbeginn bei einem schweren Drohnenangriff mehr als ein Dutzend Menschen in der Stadt verletzt.

In der ebenfalls am Schwarzen Meer liegenden Stadt Mykolajiw wurden bei einem Raketenangriff fünf Personen verletzt. Bei der Attacke am frühen Morgen seien mehrere Einfamilienhäuser beschädigt worden, teilte Gouverneur Witalij Kim mit.

Und auch das unmittelbar an der Frontlinie liegende Cherson wurde einmal mehr von russischen Drohnen beschossen. Unter Beschuss gerieten dabei ebenfalls in der Frühe ein privates Kraftfahrzeug und ein Krankenwagen. Ein 60-jähriger Mann sei dabei getötet, fünf weitere Personen verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (dpa)

Finnland: Verdacht der Luftraumverletzung durch unbekannte Drohne

In Finnland hat eine unbekannte Drohne nach Angaben des Verteidigungsministeriums nahe der Grenze zu Russland möglicherweise den finnischen Luftraum verletzt. Die finnische Luftwaffe habe die Drohne am Sonntagmorgen entdeckt, erklärte das Ministerium. Das Modell und die Herkunft der Drohne hätten nicht ermittelt werden können. Sie befinde sich nicht mehr im finnischen Luftraum. Der Vorfall werde untersucht. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Sonntag, dass in der Nacht 334 ukrainische Drohnen über rund 15 Regionen abgefangen worden seien – einige davon in der Nähe von St. Petersburg, das rund 150 Kilometer entfernt von der finnisch-russischen Grenze liegt.

Im März hatte sich die Ukraine bei der Regierung in Helsinki entschuldigt, nachdem zwei ukrainische Drohnen im Süden Finnlands abgestürzt waren. Sie wurden vermutlich durch russische Störmaßnahmen vom Kurs abgebracht. (AFP)

Selenskyj warnt Belarus erneut

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Belarus erneut vor einem Kriegseintritt gegen sein Land gewarnt. Am Vortag habe es ungewöhnliche Aktivitäten von belarussischer Seite an der gemeinsamen Grenze gegeben, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew beobachte die Situation. „Und wenn es erforderlich ist, dann werden wir reagieren“, warnte er. Konkretere Angaben machte er nicht.

Bereits im April warnte Selenskyj Minsk vor einer Beteiligung am russischen Krieg gegen die Ukraine. Seitdem verhängte Kiew neue Sanktionen gegen Belarus, dabei unter anderem gegen zwei Söhne von Staatschef Alexander Lukaschenko. Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stieß die russische Armee auch vom Gebiet des Verbündeten Belarus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Direkt beteiligte Minsk sich jedoch nicht an den Kampfhandlungen. (dpa)

Ein Toter bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen im Süden der Ukraine ist ukrainischen Angaben zufolge ein Mann getötet worden. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte die Militärverwaltung in Cherson am Sonntag. Unter den Verletzten sei eine 63 Jahre alte Frau. Das russische Verteidigungsministerium erklärte unterdessen, dass über Nacht 334 ukrainische Drohnen in rund 15 Regionen abgefangen und zerstört worden seien. (AFP)

Ukraine greift russischen Ostseehafen Primorsk und "Schattenflotte" an

Die Ukraine hat in der Nacht zu Sonntag erneut den russischen Ölverladehafen Primorsk an der Ostseeküste mit Drohnen angegriffen.

„Im Zuge der Abwehr von Attacken auf Primorsk ist ein Feuer ausgebrochen, im Moment sind die Folgen des Brands liquidiert“, schrieb der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenen Gebiets Leningrad, Alexander Drosdenko, bei Telegram. Ölprodukte seien nicht ausgelaufen, betonte er. Seinen Angaben nach wurden über der Region mehr als 60 Drohnen abgeschossen.

Das unabhängige Portal „Astra“ schrieb unter Berufung auf die Auswertung von Satellitenbildern, dass wohl das Ölterminal selbst und ein Flugabwehrsystem des Typs Panzir von Drohnen getroffen worden seien. Über die Schwere der Schäden gibt es keine Angaben.

Derweil berichten andere Medien auch von Drohnenangriffen auf die südrussische Hafenstadt Noworossijsk. Dort seien zwei Tanker der russischen Schattenflotte getroffen worden, heißt es. Offiziell bestätigt wurden die Angaben bislang nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Sonntag, ukrainische Streitkräfte hätten zwei Tanker der sogenannten Schattenflotte am Eingang zum russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk angegriffen. „Diese Tanker wurden aktiv für Öltransporte genutzt – jetzt nicht mehr“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Die Langstreckenfähigkeiten der Ukraine würden weiter umfassend ausgebaut – auf See, in der Luft und an Land. (Reuters/dpa)

Selenskyj sanktioniert ehemaligen Büroleiter

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Sanktionen gegen seinen früheren Bürochef Andrij Bohdan verhängt. Unter anderem werden Bohdan staatliche Auszeichnungen aberkannt, sein Vermögen wird eingefroren und es werden Handelsgeschäfte untersagt, wie aus dem veröffentlichten Dekret hervorgeht. Die Maßnahmen gelten vorerst für zehn Jahre. Eine Begründung wurde nicht genannt. Bohdan leitete das Präsidentenbüro von Mai 2019 bis Februar 2020.

Der Jurist selbst unterstellte bei Facebook ein Gekränktsein Selenskyjs wegen kürzlicher Medienberichte über eine mögliche Verstrickung des Staatschefs und seiner Frau Olena in korrupte Geschäfte. Demnach unterstellt Selenskyj einen Zusammenhang zwischen den Veröffentlichungen und Bohdans Tätigkeit als Anwalt. (dpa)

Selenskyj warnt Belarus erneut

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Belarus erneut vor einem Kriegseintritt gegen sein Land gewarnt. Am Vortag habe es ungewöhnliche Aktivitäten von belarussischer Seite an der gemeinsamen Grenze gegeben, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew beobachte die Situation. „Und wenn es erforderlich ist, dann werden wir reagieren“, warnte er. Konkretere Angaben machte er nicht. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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