Nach einem ukrainischen Angriff auf einen iranischen Frachter im Kaspischen Meer will Kyjiw nach den Worten von Außenminister Andrij Sybiha eine „unnötige Eskalation“ mit Teheran vermeiden. Dies habe er am Dienstag in einem „ehrlichen“ Telefongespräch mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi klargemacht, erklärt Sybiha im Onlinedienst X. „Diplomatie bedeutet direkte Gespräche, auch wenn es schwierig ist“, fügte er hinzu.
Die ukrainische Armee hatte in der vergangenen Woche Schiffe im Kaspischen Meer angegriffen, die nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj „für den Transport militärischer Fracht mit Beteiligung des Iran genutzt wurden“. Nach iranischen Angaben „explodierte“ ein Schiff, ein Besatzungsmitglied wurde Teheran zufolge getötet. Der Iran drohte mit „nicht vorhersehbaren“ Folgen für die Ukraine.
Sybiha rief seinen iranischen Kollegen am Dienstag nach eigenen Angaben dazu auf, „auf jegliche eskalierende Schritte zu verzichten und die Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine zu beenden“. Russland setzt bei seinen Angriffen auf das Land unter anderem iranische Schahed-Drohnen ein.
„Alle Handlungen der Ukraine zielen ausschließlich darauf ab, unser Land gegen die russische Aggression zu verteidigen, und sind niemals darauf ausgerichtet, zivile Schiffe oder Menschen anzugreifen“, erklärte Sybiha. Das Telefonat am Dienstag war nach Angaben seines Ministeriums der erste direkte Kontakt mit dem iranischen Außenminister seit Sybihas Amtsantritt 2024.
Araghtschi teilte seinerseits auf X mit, Sybiha habe ihm versichert, der Angriff sei „unbeabsichtigt“ gewesen. Die Ukraine strebe keine Eskalation an. Dasselbe gelte für den Iran, fügte er hinzu. Er habe seinem ukrainischen Kollegen aber deutlich gemacht, dass „jeder Angriff auf iranische Bürger oder Interessen inakzeptabel“ sei. Für entstandene Schäden müsse es einen „Ausgleich“ geben.
