Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 05. Mai, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1749
letzte Woche, 1642 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1749
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 1.5., letzte Aktualisierung: 6.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1139
200
117
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
481
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 1.5., letzte Aktualisierung: 6.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russischer Angriff auf Ukraine kurz nach Beginn einer einseitigen Waffenruhe

Nach Beginn einer einseitig von Präsident Wolodymyr Selenskyj ausgerufenen Waffenruhe in der Ukraine hat Russland erneut den Süden des Landes angegriffen. Am frühen Mittwochmorgen sei in der südlichen Region Saporischschja „eine Industrieanlage angegriffen“ worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow. Verletzte seien nicht gemeldet worden. Die von Kiew verkündete einseitige Feuerpause war um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft getreten. Von russischer Seite wurden zunächst keine ukrainischen Angriffe gemeldet.

Sowohl Moskau als auch Kiew hatten für diese Woche einseitige Waffenruhen angekündigt - jedoch zu unterschiedlichen Terminen: Moskau kündigte eine Waffenruhe während der Feierlichkeiten zum 9. Mai zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg an. Kiew reagierte darauf mit dem Verkünden einer Feuerpause, die am 6. Mai in Kraft treten sollte.

In der Vergangenheit hatte es mehrere kurze Feuerpausen gegeben. Doch auch mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion ist kein Ende des Ukraine-Krieges in Sicht. (AFP)

Zeit von Selenskyjs Waffenruhe läuft

Im Ukraine-Krieg läuft die Zeit einer von Präsident Wolodymyr Selenskyj einseitig ausgerufenen Waffenruhe. Der ukrainische Staatschef hatte den Beginn auf 0 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag, 23 Uhr MESZ) festgesetzt.

Dabei war nicht sofort klar, ob Luftangriffe und Kämpfe am Boden tatsächlich eingestellt werden konnten. Russische Luftangriffe bedrohten nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe nur einige frontnahe Landkreise. In den meisten Landesteilen herrschte um Mitternacht kein Luftalarm.

Die Feuerpause gelte unbefristet, solange Russland nicht angreife, erläuterte der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow: „Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort.“ Selenskyj hatte zuvor gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite nicht sich nicht daran halten sollte.

Von russischer Seite hat Kremlchef Wladimir Putin einseitig eine Waffenruhe nur für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Selenskyjs Ankündigung einer früheren Feuerpause wurde in Moskau den Dienstag über nicht kommentiert. (dpa)

Washington: Rubio und Lawrow sprechen über Kriege in der Ukraine und im Iran

US-Außenminister Marco Rubio und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben nach Angaben aus Washington in einem Telefonat über die Kriege in der Ukraine und im Iran gesprochen. Außerdem seien die „Beziehungen zwischen den USA und Russland“ Thema gewesen, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, am Dienstag (Ortszeit). Das Telefonat habe auf Wunsch Lawrows hin stattgefunden. (AFP)

Russland: Fünf Tote bei Drohnenangriff auf der Krim

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Dschankoj auf der Halbinsel Krim sollen nach russischen Angaben fünf Zivilisten getötet worden sein. Dies meldeten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den von Russland eingesetzten Verwaltungschef Sergej Aksjonow. „Leider gibt es infolge eines Angriffs feindlicher Drohnen in Dschankoj Opfer unter der Zivilbevölkerung“, wird Aksjonow zitiert. (Reuters)

Zeit von Selenskyjs Waffenruhe läuft

Im Ukraine-Krieg läuft die Zeit einer von Präsident Wolodymyr Selenskyj einseitig ausgerufenen Waffenruhe. Der ukrainische Staatschef hatte den Beginn auf 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt. Dabei war nicht sofort klar, ob Luftangriffe und Kämpfe am Boden tatsächlich eingestellt werden konnten. Russische Luftangriffe bedrohten nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe nur einige frontnahe Landkreise. In den meisten Landesteilen herrschte um Mitternacht kein Luftalarm.

Die Feuerpause gelte unbefristet, solange Russland nicht angreife, erläuterte der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow: „Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort.“ Selenskyj hatte zuvor gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite nicht sich nicht daran halten sollte.

Moskau will Waffenruhe nur für Tag des Sieges Von russischer Seite hat Kremlchef Wladimir Putin einseitig eine Waffenruhe nur für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Selenskyjs Ankündigung einer früheren Feuerpause wurde in Moskau den Dienstag über nicht kommentiert. (dpa)

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Saporischschja

Bei einem russischen Angriff mit einer Lenkbombe auf die südostukrainische Stadt Saporischschja werden nach Angaben des regionalen Gouverneurs mindestens zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt. Wohngebäude, eine Autowerkstatt und eine Waschanlage seien beschädigt worden, teilt Gouverneur Iwan Fedorow mit. Zudem habe der Angriff Brände in einem Geschäft und einem weiteren Betrieb ausgelöst. Auf vom Gouverneur veröffentlichten Bildern sind schwer beschädigte Gebäude, brennende Autos und blutende Menschen zu sehen. (Reuters)

Brüssel ruft Unternehmen zu Beteiligung an neuer EU-Ukraine-Drohnenallianz auf

Die EU hat einen Aufruf an Unternehmen gestartet, sich an der Gründung einer Drohnenallianz mit der Ukraine zu beteiligen. Das neue Format solle „als industriegeführtes Ökosystem“ zu den europäischen Bemühungen beitragen, „eine umfassende Drohnen- und Anti-Drohnen-Fähigkeit aufzubauen“, erklärte die EU-Kommission am Dienstag. Demnach soll die Initiative Hersteller, Start-ups und Endnutzer aus dem EU-Binnenmarkt und der Ukraine zusammenbringen, um in Zusammenarbeit mit dem Mitgliedstaaten zur „Bereitstellung konkreter Fähigkeiten“ beizutragen.

Die EU-Länder streben angesichts der Bedrohung aus Russland und der unberechenbaren Politik der US-Regierung die Stärkung ihrer eigenen Verteidigungsfähigkeit an. Dabei spielt die Drohnenabwehr eine besondere Rolle.

Im vergangenen Jahr waren russische Drohnen in die Lufträume mehrerer EU-Mitglieder an der Nato-Ostflanke eingedrungen. Zudem kam es unter anderem in Dänemark, Deutschland und Belgien vermehrt zu Drohnensichtungen über kritischer ziviler und militärischer Infrastruktur. Der Einsatz herkömmlicher Luftabwehr gegen Drohnen ist kostspielig und ineffizient. Die Ukraine hat in mehr als vier Jahren Krieg gegen Russland viel Erfahrung in der Drohnenabwehr gesammelt und gilt inzwischen als Experte in diesem Gebiet.

Mit der EU-Ukraine-Drohnenallianz will die Kommission nach eigenen Angaben den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und der Industrie erleichtern, die Zusammenarbeit mit der Ukraine intensivieren und somit die Entwicklung fortgeschrittener Drohnen- und Anti-Drohnen-Technologien unterstützen.

Interessenten können sich bis zum 25. Mai online anmelden, wie die Kommission mitteilte. Im Anschluss sollen die Gründungsmitglieder der Drohnenallianz ausgewählt werden. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

„Schwarzer Regen“ nach Angriffen auf Ölindustrie: Russischer Stadt Tuapse droht Umweltkatastrophe
Nach vier ukrainischen Attacken verseucht Öl die Schwarzmeerküste. Doch Putin will keine ernsthafte Gefahr sehen – während Aktivisten und Einwohner den Behörden vorwerfen, die Krise zu verharmlosen.
Ukraine-Invasion, Tag 1531: Eine Fraueneinheit für den Drohnenkrieg
Drohne trifft Wohnhaus nahe dem Zentrum Moskaus, Russland verstärkt Drohnenangriffe auf ukrainische Häfen massiv, Ende des Krieges bleibt laut Selenskyj oberste Priorität. Der Nachrichtenüberblick.
Wie verwundbar ist Deutschland?: Diskutieren Sie jetzt mit beim „High Noon“-Expertentalk
Wie konnte es zum Blackout in Berlin kommen? Was sind die Lehren daraus? Stellen Sie zum Launch des neuen Podcasts den Expertinnen und Experten des Tagesspiegels Ihre Fragen.
Ukraine-Invasion, Tag 1526: Wie Russland Eigentum in den besetzten Gebieten neu verteilt
Mutmaßlicher Russland-Spion in Berlin festgenommen, russische Siegesparade am 9. Mai ohne Panzer, Ukraine greift Öl-Anlage tief in Russland an. Der Nachrichtenüberblick.
Ukraine-Invasion, Tag 1524: Der Drohnenkommandeur, der auch Russlands Moral treffen soll
Nordkorea sichert Russland weitere Unterstützung zu, neue Daten zu russischen Verlusten, Verletzte bei russischem Angriff auf Odessa. Der Nachrichtenüberblick.
Bericht über Kannibalismus in Putins Armee: Ukrainischer Geheimdienst erhebt schwere Vorwürfe gegen russische Soldaten
Die Vorwürfe stützen sich auf abgefangene Kommunikation und Bildmaterial. Ein Bericht verweist auch auf massive Versorgungsprobleme an der Front – zuletzt wurden solche Mängel auch auf ukrainischer Seite bekannt.
mehr Artikel anzeigen