Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 19. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1729
letzte Woche, 1753 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1729
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 19.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
122
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
489
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 19.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Vance: US-Truppenverlegung nach Polen verzögert sich

Eine geplante Verlegung von 4000 US-Soldaten nach Polen verzögert sich nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance. Es handele sich dabei jedoch nicht um einen Truppenabbau in Europa, sagt Vance vor Journalisten im Weißen Haus. Die USA wollten lediglich Ressourcen so umschichten, dass die Sicherheit der USA maximiert werde. „Ich glaube nicht, dass das für Europa schlecht ist“, sagte er.

Zugleich fordert Vance die Europäer auf, mehr Verantwortung für die gemeinsame Verteidigung zu übernehmen. Berichte über die geänderten Pläne sind bei US-Abgeordneten auf scharfe Kritik gestoßen. Sie fürchten, dass Präsident Donald Trump Verbündete im Stich lassen könnte. (Reuters)

Deutsche Bank in London verletzte Russland-Sanktionen

Die Londoner Niederlassung der Deutschen Bank ist wegen Verstößen gegen Russland-Sanktionen mit einer Geldstrafe von 165.000 britischen Pfund (rund 142.000 Euro) belegt worden.

Die Londoner Tochterbank des größten deutschen Geldhauses habe im Juni und Juli 2022 zwei Zahlungen in Höhe von insgesamt 635.619 Pfund an die Tochterfirma eines sanktionierten russischen Unternehmens abgewickelt, teilte die britische Behörde für die Umsetzung von Finanzsanktionen (OFSI) am Dienstag mit.

Die Bank habe die Aufseher selbst auf die Verstöße aufmerksam gemacht. „Wir haben unser System zur Einhaltung von Sanktionen und die damit verbundenen Prozesse in allen Bereichen gestärkt und werden dies auch weiterhin tun“, erklärte die Bank.

Einen Monat zuvor hatte die Deutsche Bank die Aufsichtsbehörden auf mögliche Verstöße gegen eine Vorschrift hingewiesen, nach der die Einlagen russischer Privatpersonen 100.000 Euro nicht überschreiten dürfen. (Reuters)

Ein Frachter läuft am frühen Morgen aus dem Hafen von Odessa auf das Schwarze Meer hinaus. (Symbolbild)
Peking: Vor Odessa getroffener Frachter fuhr unter Flagge der Marshall-Inseln
Ein Frachter läuft am frühen Morgen aus dem Hafen von Odessa auf das Schwarze Meer hinaus. (Symbolbild)
Ein Frachter läuft am frühen Morgen aus dem Hafen von Odessa auf das Schwarze Meer hinaus. (Symbolbild) Credit: Kay Nietfeld/dpa

Die Führung in Peking hat ukrainischen Angaben widersprochen, wonach eine russische Drohne ein chinesisches Frachtschiff im Schwarzen Meer angegriffen haben soll.

Das in den Vorfall verwickelte Schiff fahre „unter der Flagge der Marshall-Inseln“, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Dienstag. Allerdings seien chinesische Besatzungsmitglieder an Bord gewesen.

Die chinesische Botschaft in der Ukraine sei mit ihnen in Kontakt und habe bestätigt, dass es keine Verletzten gegeben habe, sagte der Sprecher weiter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky hatte am Montag in Onlinemedien erklärt, dass am Vorabend der Reise des russischen Staatschefs Wladimir Putin nach Peking „ein Schiff, das China gehört“, bei einem nächtlichen Drohnennangriff getroffen worden sei. „Den Russen konnte nicht entgangen sein, was für ein Schiff sich auf See befand“, hatte Selenskyj geschrieben.

Laut einem Sprecher der ukrainischen Marine war bei dem Vorfall niemand von der Besatzung verletzt worden. Das vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa liegende Schiff „KSL Deyang“ konnte demnach seine Fahrt fortsetzen. (AFP)

Söder: Ukraine militärisch an Europa binden

Die Europäische Union sollte die Ukraine nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder militärisch eng mit den europäischen Verteidigungsstrukturen verknüpfen. „Die Europäische Union hat ja untereinander auch einen militärischen Beistandspakt“, sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung seines Kabinetts vor Journalisten in München.

„Es wäre eine gute Idee, wenn man überlegen würde, die Ukraine dauerhaft auch militärisch an Europa zu binden. Denn die Kompetenz, Kraft und Stärke und auch die Finanzierungsleistung, die Europa und auch Deutschland gemacht haben, sollten nicht verloren gehen.“

Söder lobte die militärische Stärke der Ukraine im Krieg mit Russland. Es sei auffällig, dass sie sich „entgegen mancher Prognosen unglaublich stark hält, mittlerweile sogar militärisch fast auf Augenhöhe operiert und insbesondere mit neuen Taktiken, neuen Strukturen und selbst erzeugten Waffensystemen zum Teil sogar den Geldgebern wieder zeigt, wie man eine moderne Armee unter solch einem Druck auch entsprechend generieren kann.“ (dpa)

Insider: China bildete russische Soldaten für Ukraine-Krieg aus

China hat Ende vergangenen Jahres heimlich rund 200 russische Soldaten militärisch ausgebildet, von denen einige inzwischen im Ukraine-Krieg kämpfen. Das teilten Vertreter von drei europäischen Geheimdiensten der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Zudem zeigen dies geheime Dokumente, die Reuters einsehen konnte. Damit sei China weitaus direkter in den Krieg verwickelt als bislang bekannt.

Das chinesische Außenministerium wies dies indirekt zurück und betonte seine neutrale Haltung sowie den Einsatz für Friedensgespräche. Die Verteidigungsministerien in Moskau und Peking äußerten sich nicht.

Die geheimen Drohnenschulungen basieren demnach auf einem Abkommen vom Juli 2025. Demnach sollten rund 200 russische Soldaten auf Stützpunkten in China, darunter in Peking und Nanjing, ausgebildet werden.

Im Gegenzug war das Training hunderter chinesischer Soldaten in Russland vorgesehen. Das Abkommen unterlag strenger Geheimhaltung. Während chinesische Truppenbesuche in Russland bereits seit 2024 stattfinden, ist die Ausbildung russischer Soldaten in China neu. (Reuters)

Russland: Gefahr eines direkten Konflikts mit Nato wächst

Russland warnt vor einer wachsenden Gefahr eines direkten militärischen Konflikts mit der Nato. Die Folgen eines solchen Zusammenstoßes könnten katastrophal sein, sagt der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

In europäischen Hauptstädten werde zunehmend über die drohende Gefahr eines intensiven Krieges gesprochen. Angesichts der steigenden Spannungen und provokanten Aktionen im nuklearen Bereich nähmen die strategischen Risiken zu. (Reuters)

Nato-Kampfjet schießt offenbar ukrainische Drohne ab

Nato-Kampfjets haben über Estland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Hanno Pevkur handelt es sich um den ersten Abschuss dieser Art. Rumänische F-16-Jets hätten die Drohne über dem Võrtsjärv-See im Süden des Landes vom Himmel geholt. Sie stürzte demnach in einem sumpfigen Gebiet ab, die Suche dauere noch an. Die estnische Sicherheitspolizei leite die Ermittlungen.

Laut Pevkur soll es sich vermutlich um ein ukrainisches Flugobjekt handeln, das mutmaßlich auf russische Ziele gerichtet war. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht.

Auch im benachbarten Lettland wurde die Bevölkerung von mehreren Regionen nahe der Grenze zu Russland gewarnt. Nach Armeeangaben drang höchstwahrscheinlich eine Drohne in den lettischen Luftraum ein. Ob es sich dabei um dasselbe Flugobjekt handelte, das über Estland abgeschossen wurde, blieb zunächst unklar.

Nach einem Bericht des estnischen Rundfunks wurde die nordwestliche Region Russlands am Morgen wiederholt von Drohnenangriffen getroffen. Bei ukrainischen Angriffen waren in jüngster Zeit wiederholt fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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