Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 10. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1749
letzte Woche, 1642 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1749
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 1.5., letzte Aktualisierung: 6.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1139
200
117
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
481
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 1.5., letzte Aktualisierung: 6.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Moskau erwartet US-Vermittler „bald“

Der Kreml erwartet nach der US-Vermittlung einer dreitägigen Waffenruhe nun auch eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges in der Ukraine. „Schon ziemlich bald“ kämen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu Gesprächen wieder nach Moskau, sagte der für die Verhandlungen zuständige Kremlbeauftragte Juri Uschakow dem russischen Staatsfernsehen. Ein Datum nannte er nicht.

Uschakow erklärte, dass durch zweitägige und „nicht einfache“ telefonische Kontakte mit der US-Seite die noch bis diesen Montag laufende Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew erreicht worden sei. Witkoff und Kushner hatten mehrfach die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien geführt. Sie traten allerdings auf der Stelle, ein Durchbruch blieb aus. (dpa)

Ukraine meldet russische Angriffe und Gefechte trotz Feuerpause

Aus der Ukraine wird trotz einer von den USA vermittelten Feuerpause von neuen russischen Angriffen berichtet. In den vergangenen 24 Stunden habe es 147 Gefechte an der Front gegeben, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntag mit. Zudem berichteten regionale Behörden von Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe. In der südöstlichen Region Saporischschja seien ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow.

In den Regionen Charkiw, Cherson und Dnipropetrowsk gab es den örtlichen Behörden zufolge insgesamt 16 Verletzte, darunter vier Kinder, sowie Schäden an der Infrastruktur. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht mit 27 Langstreckendrohnen angegriffen. Dies sei eine geringere Zahl als üblich. Die Luftabwehr habe alle Drohnen abgefangen.

Russland und die Ukraine hatten am Freitag einer von den USA vermittelten Waffenruhe über drei Tage von Samstag bis Montag zugestimmt. Die Vereinbarung sollte zudem den Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen umfassen. Vertreter der ukrainischen Regierung äußerten sich zu möglichen Verstößen gegen diese Waffenruhe zunächst nicht öffentlich. Bereits in der vergangenen Woche hatten beide Seiten separate Feuerpausen angekündigt, sich jedoch kurz darauf gegenseitig beschuldigt, diese gebrochen zu haben. (Reuters)

Fico zu Besuch bei Putin. 
Fico will keinen „Eisernen Vorhang zwischen EU und Russland“
Fico zu Besuch bei Putin. 
Fico zu Besuch bei Putin.  Credit: REUTERS/Ramil Sitdikov/Pool 

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat seine Teilnahme am Weltkriegsgedenken in Moskau verteidigt und zur neuerlichen Zusammenarbeit Europas mit Russland aufgerufen. „Ich lehne einen neuen Eisernen Vorhang zwischen der EU und Russland ab“, sagte der Linksnationalist in einem Facebook-Video auf dem Rückflug aus Moskau nach Bratislava. Er und seine Regierung hätten „Interesse an normalen freundschaftlichen und gegenseitig vorteilhaften Beziehungen“ zur Großmacht Russland ebenso wie zu allen anderen Ländern, die daran interessiert seien.

Die Absicht der EU, sich vollkommen von russischen Energielieferungen loszulösen, betrachte er als rein „ideologisch“ und zudem „schädlich für die europäische Konkurrenzfähigkeit“. Es sei ein Fehler, „aus Hass gegen Russland eine Energie-Abhängigkeit durch eine andere zu ersetzen, diesmal eine amerikanische, die noch dazu weitaus teurer ist“.

Die Slowakei ist noch immer weitgehend von russischen Öllieferungen abhängig. Die von Fico geführte Regierung macht die Ukraine für ihre wirtschaftlichen Probleme mitverantwortlich, weil sie zum Jahresbeginn 2025 die Durchleitung von russischem Gas über ihr Territorium stoppte. Als ab Ende Januar 2026 auch kein russisches Öl mehr über die Ukraine floss, rief die Regierung in Bratislava einen „Erdöl-Notstand“ aus. (dpa)

Putin äußert sich über mögliches Kriegsende – und erwähnt Gerhard Schröder

Kremlchef Wladimir Putin ist bereit zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, aber nur in der russischen Hauptstadt. „Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen“, sagte Putin bei einer außerordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau.

Es sei keine direkte Einladung an Selenskyj, doch würde er sich auch mit ihm treffen. „Wir können uns auch an einem anderen Ort als Moskau treffen, aber nur wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde“, sagte Putin. Selenskyj schließt eine Reise nach Moskau aus.

Zudem äußerte sich der Kremlchef über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. „Ich denke, er neigt sich dem Ende zu, aber es ist nach wie vor eine ernste Angelegenheit“, sagte er am Samstag zu Journalisten. Er übte scharfe Kritik an der Unterstützung westlicher Länder für Kiew und warf ihnen vor, sie hätten damit begonnen, „die Konfrontation mit Russland zu verschärfen, die bis heute andauert“.

Auf die Frage, ob er zu Gesprächen mit den Europäern bereit sei, sagte Putin, die für ihn bevorzugte Person eines Vermittlers sei der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Putins Aussagen knüpfen an ein bekanntes Muster an: Er signalisiert Gesprächsbereitschaft, verknüpft sie aber mit Bedingungen, die für Kiew kaum akzeptabel sind. Schon früher hat der Kreml Verhandlungen rhetorisch offen gehalten, zugleich jedoch Vorleistungen eingefordert und die Schuld für ausbleibende Gespräche dem Westen oder der Ukraine zugeschoben. (AFP, dpa, Tsp)

Feuerpause in der Ukraine wird zur Truppenrotation genutzt

Sowohl die russischen als auch die ukrainischen Streitkräfte nutzen nach Angaben aus Kiew die aktuelle Feuerpause zum Heranführen von Verstärkungen sowie zur Rotation ihrer Truppen. Daneben würden auch neue Waffen und Munition an die Frontlinien herangebracht, sagte der ukrainische Armee-Pressesprecher Viktor Trehubow im Fernsehen. (dpa)

Polnische Polizei findet Militärdrohne an russischer Grenze

Auf einem Feld nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) haben die polnischen Behörden eine abgestürzte Drohne sichergestellt. Polizei und Militärpolizei hätten am Morgen den Hinweis erhalten, nahe der Stadt Bartoszyce sei ein unbekanntes Flugobjekt gefunden worden, teilte die Militärpolizei auf Facebook mit. „Erste Untersuchungen vor Ort deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um eine Militärdrohne handelt, die zu Überwachungszwecken eingesetzt wird, jedoch nicht kampffähig ist“, hieß es in der Mitteilung. Die Militärpolizei habe Ermittlungen unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft eingeleitet.

Nach Informationen des privaten Radiosenders RMF soll die Drohne eine Aufschrift mit kyrillischen Buchstaben getragen haben. Das könnte auf einen russischen oder auch ukrainischen Ursprung hindeuten. Nach von der Polizei zunächst ebenfalls noch nicht bestätigten Angaben soll die abgestürzte Drohne RMF zufolge mit mehreren Kameras ausgestattet sein. (dpa)

Feuerwehr kämpft weiter gegen Brand in Tschernobyl-Sperrzone

Hunderte Feuerwehrleute kämpfen weiter gegen einen Waldbrand in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine an. Das nach ukrainischen Angaben durch zwei russische Drohnen am Donnerstag ausgelöste Feuer hat inzwischen mehr als 1.200 Hektar erfasst, wie die Behörden mitteilten. Insgesamt waren 374 Personen an den Löscharbeiten beteiligt.

„Die Lage ist vollständig unter Kontrolle“, versicherte der Zivilschutz. Die Agentur Ukrinform berichtete unterdessen, dass von dem Brand keine radioaktive Gefahr ausgehe. (dpa)

Credit: Ukrainian Emergency Service/AP/dpa
Credit: Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

Ukraine-Invasion, Tag 1535: Ein früherer Kreml-Jurist rechnet mit Putin ab
Putin laut Kreml zu Verhandlungen mit Europäern bereit, Großer Waldbrand in Tschernobyl-Sperrzone nach Drohnenabsturz, Moskau lädt ausländische Journalisten von Militärparade aus. Der Nachrichtenüberblick.
Zugang nur noch für russische Medien: Moskau lädt ausländische Journalisten von Militärparade aus
Kurz vor den Feierlichkeiten zum 9. Mai schränkt der Kreml den Zugang zum Roten Platz weiter ein. Begründet wird der Schritt mit der angespannten Sicherheitslage in Moskau.
„Die Angst hat stalinistische Ausmaße erreicht“: Ex-Zentralbank-Mitarbeiterin sieht russische Elite als zunehmend „paranoid“ an
In Russlands Machtapparat wachsen nach Einschätzung einer früheren Insiderin Angst und Misstrauen. Viele Eliten hätten sich aus Furcht vor Repressionen mit dem Krieg arrangiert und wagten kaum noch Widerspruch gegen Wladimir Putin.
Studie zum Wehrdienst: „An kampfbereiten Bürgerinnen und Bürgern fehlt es nicht“
Im Kriegsfall wären Millionen bereit, für Deutschland und die Nato-Partner zu kämpfen, sagt der Militärexperte Timo Graf. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine gebe es eine „Zeitenwende in den Köpfen“.
„Schwarzer Regen“ nach Angriffen auf Ölindustrie: Russischer Stadt Tuapse droht Umweltkatastrophe
Nach vier ukrainischen Attacken verseucht Öl die Schwarzmeerküste. Doch Putin will keine ernsthafte Gefahr sehen – während Aktivisten und Einwohner den Behörden vorwerfen, die Krise zu verharmlosen.
Ukraine-Invasion, Tag 1531: Eine Fraueneinheit für den Drohnenkrieg
Drohne trifft Wohnhaus nahe dem Zentrum Moskaus, Russland verstärkt Drohnenangriffe auf ukrainische Häfen massiv, Ende des Krieges bleibt laut Selenskyj oberste Priorität. Der Nachrichtenüberblick.
mehr Artikel anzeigen