Die Brücke über den Nord-Krim-Kanal sei ein strategisch wichtiger Übergang gewesen, der für die Logistik der russischen Truppen große Bedeutung gehabt habe, teilt das Militär mit. Die ukrainischen Spezialkräfte erklären auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, sie hätten in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Untergrund-Widerstandsbewegung zwei Angriffe auf die Brücke in der Nähe des Dorfes Rosdolne ausgeführt. (Reuters)

Kremlchef Wladimir Putin hat der Nato vorgeworfen, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Bislang hätten sich die Staaten des westlichen Bündnisses darauf beschränkt, die Ukraine zu unterstützen, sagte Putin im Kreml vor Absolventen der russischen Militärakademien. Nun werde im Westen offen davon gesprochen, „dass sie sich auf einen Krieg gegen uns vorbereiten und ihre Militär- und Offensivhaushalte aufstocken“.
Um die Militarisierung zu rechtfertigen, bedienten sich die Nato- und EU-Staaten falscher Behauptungen über eine angebliche militärische Bedrohung durch Russland, sagte Putin nach Kreml-Angaben. Knapp 40 Prozent der russischen Haushaltsausgaben fließen dabei in die Bereiche Militär, Rüstung und Sicherheit.
Nach Aussage Putins setzt sich Moskau für ein multipolares System der internationalen Beziehungen ein, das die militärische Sicherheit jedes Staates gewährleistet. „Gleichzeitig sind wir bereit, auf alle äußeren und inneren Bedrohungen operativ und angemessen zu reagieren“, warnte der 73-Jährige.
Putin warf der Ukraine zudem vor, mit Angriffen auf zivile Ziele die russische Gesellschaft destabilisieren zu wollen. Angesichts dieser Angriffe auf zivile Ziele sehe er keinen Grund für direkte Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, sagte Putin. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg greift die Ukraine seit einiger Zeit in Russland immer wieder mit Drohnen an. Zuletzt wurden vermehrt Treffer bei Ölraffinerien verzeichnet. Aus einigen Gebieten werden inzwischen Beschränkungen beim Treibstoffverkauf gemeldet. (dpa/Reuters)
Wegen eines eskalierenden Geschichtsstreits mit Polen reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht zu einer Wiederaufbaukonferenz nach Danzig (Gdansk). Ministerpräsidentin Julia Syrydenko teilte auf Telegram mit, dass sie die ukrainische Delegation bei der gemeinsam mit Polen ausgerichteten Konferenz am Donnerstag und Freitag leiten werde. Zu dem Treffen über den Wiederaufbau der Ukraine wird mit anderen Staats- und Regierungschefs am Donnerstag auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet.
Polen ist einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine. Allerdings sind die Beziehungen derzeit angespannt wegen eines diplomatischen Streits. Dieser dreht sich um die Umbenennung einer ukrainischen Militäreinheit. Die Regierung in Kyjiw hat diese nach einer Truppe benannt, die während des Zweiten Weltkriegs gegen die Sowjets kämpfte, aber auch Massaker an Polen verübte.
Große Medien beider Länder riefen zu Besonnenheit auf. „Unsere Politiker sollten Weisheit und Vernunft beweisen, nach Einigung und einem Ausweg aus der Krise suchen“, hieß es in einem Aufruf. Er wurde in Warschau unter anderem von der „Gazeta Wyborcza“ und dem Portal „Onet.pl“ veröffentlicht, in Kyjiw vom Nachrichtenportal „Ukrajinska Prawda“. Der Streit nütze nur dem gemeinsamen Feind Russland, hieß es.
Die Konferenzen zum Wiederaufbau der Ukraine (Ukraine Recovery Conference/URC) mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft haben seit dem ersten Kriegsjahr jährlich an wechselnden Standorten stattgefunden. Selenskyj war 2022 in Lugano und 2023 in London zugeschaltet. Für die Konferenzen 2024 in Berlin und 2025 in Rom reiste er persönlich an. (dpa/Reuters)
Russland erwägt einem Medienbericht zufolge angesichts von Versorgungsengpässen nach ukrainischen Angriffen auf seine Raffinerien den Import von Treibstoff. Zudem würden Subventionen für die Einfuhren diskutiert, um die Preise im Land zu deckeln, berichtete die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag unter Berufung auf zwei Insider. Die Optionen seien am Montag bei einem von Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak geleiteten Treffen besprochen worden. Eine Stellungnahme von Nowaks Büro lag der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht vor. Die Deckelung der Treibstoffpreise ist für die russische Regierung ein heikles Thema, da steigende Kosten die Inflation anheizen könnten.
Hintergrund sind die wiederholten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Öl-Infrastruktur. In zahlreichen Regionen des Landes wurde bereits über Engpässe, Verkaufsbeschränkungen und lange Schlangen an den Tankstellen berichtet. Das Land, einer der drei größten Ölproduzenten der Welt, ist normalerweise ein bedeutender Exporteur von Ölprodukten. Wegen der Angriffe musste die Regierung in Moskau jedoch bereits Ausfuhrverbote für Benzin und Kerosin verhängen.
Die Angriffe zeigen deutliche Wirkung. Branchen-Insidern zufolge lag die tägliche Benzinproduktion in der vergangenen Woche bei rund 90.000 Tonnen und damit 25 Prozent unter dem Durchschnitt im Juni 2025. Den Daten des Anbieters LSEG und von Marktteilnehmern zufolge fielen die russischen Ölexporte auf dem Seeweg in der ersten Junihälfte um 15 Prozent im Vergleich zur ersten Maihälfte. (Reuters)
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die EU-Spitze und das UN-Generalsekretariat verspottet. EU-Forderungen etwa nach einem sofortigen Stopp der Kämpfe noch vor der russischen Einnahme des gesamten Donbassgebietes ließen an den geistigen Fähigkeiten der europäischen Führungsriege zweifeln, sagte Lawrow bei einem Auftritt vor ausländischen Botschaftern der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Die Führung des UN-Generalsekretariats kritisierte er derweil als traurige Gestalten.
Bei der Veranstaltung warf er der Ukraine vor, die Gespräche über ein Ende des von Kremlchef Wladimir Putin begonnenen Kriegs zu blockieren. „Wir sind bereit, sie jederzeit an dem Punkt weiterzuführen, wo sie beendet wurden“, sagte Lawrow. Zugleich erneuerte er die Forderung nach territorialen Zugeständnissen der Ukraine für einen Frieden. Die von ukrainischen Truppen kontrollierten Landstriche innerhalb der Region Donezk bezeichnete er als „illegal zurückbehaltene Territorien“.
Rigorose Ablehnung westlicher VermittlerWestliche Vermittlungsversuche lehnte er ab. Der Westen habe sich vor langer Zeit schon diskreditiert. Die Ukraine werde mit gestohlenem russischem Geld aufgerüstet, die Europäer forderten von Russland Reparationen und planten, Besatzungstruppen in der Ukraine zu stationieren, behauptete er.
„Was die Vereinigten Staaten betrifft, so scheinen sie, nach ihren Handlungen zu urteilen, jeden Anspruch auf die Rolle eines objektiven Vermittlers aufzugeben“, sagte Lawrow. Washington verfolge stattdessen einen Kurs, der darauf abziele, „den Sanktionsdruck auf Russland zu verstärken“.
Auch die Vereinten Nationen bekamen rhetorisch ihr Fett weg, obwohl Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats großen Einfluss dort hat. Alle Schlüsselposten im Generalsekretariat seien „von Nato- und EU-Mitgliedern privatisiert“ worden. Die Lage werde sich erst mit der Wahl eines neuen UN-Generalsekretärs ändern, meinte Lawrow. Moskau will bei dieser Wahl seinen Einfluss geltend machen. So hat Lawrow erst am Montag die aus Ecuador stammende Diplomatin Maria Espinosa empfangen, die als neue Generalsekretärin kandidieren will und sich dazu Rückendeckung aus Moskau holte. (dpa/AFP)

Die Ukraine baut ihre Fähigkeiten für weitreichende Angriffe auf die russische Militärinfrastruktur weiter aus, analysiert die US-amerikanische Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) in einem aktuellen Bericht. Demnach haben die ukrainischen Streitkräfte im Mai und Juni 2026 die Intensität ihrer Angriffe sowohl auf besetzte Gebiete als auch auf Ziele tief im russischen Hinterland deutlich erhöht. Nach Angaben der Analysten wurden innerhalb von anderthalb Monaten mindestens 500 russische Lastwagen und Militärfahrzeuge zerstört oder beschädigt, was direkte Auswirkungen auf die Versorgung der russischen Truppen hat.
Gleichzeitig habe die Ukraine ihre Angriffe auf Raffinerien, Treibstofflager und Militärflugplätze intensiviert. Während im April 18 derartige Angriffe registriert wurden, stieg ihre Zahl im Mai auf 33. Die Analysten verweisen zudem auf eine veränderte geografische Ausrichtung der Angriffe: Lag der Schwerpunkt zuvor auf Logistikrouten im Süden der Ukraine, richten sich die Operationen inzwischen verstärkt gegen militärische Einrichtungen auf der Krim und in der besetzten Region Cherson.
Besondere Aufmerksamkeit widmet das ISW der Entwicklung ukrainischer Drohnensysteme. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj haben die neuen Fire-Point-Drohnen bereits ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, Ziele in mehr als 2000 Kilometern Entfernung zu treffen. Künftig könnte ihre Reichweite sogar auf bis zu 3000 Kilometer steigen. Sollte dieses Ziel erreicht werden, würden strategisch wichtige Militärstandorte weit im russischen Hinterland in Reichweite ukrainischer Angriffe geraten – ein Umstand, der die Vorstellung des Kremls von einem sicheren Rückraum grundlegend infrage stellt. (Yulia Valova)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: