Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 21. Juli, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1947
letzte Woche, 2014 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1947
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 10.7., letzte Aktualisierung: 15.7. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1200
200
212
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
529
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 10.7., letzte Aktualisierung: 15.7. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Russische Sicherheitskräfte kontrollieren Garagen wegen Benzinvorräten

In der russischen Region Pskow haben Sicherheitskräfte begonnen, Garagenkomplexe und private Grundstücke auf Benzinvorräte zu kontrollieren. Darüber berichtet die unabhängige russische Zeitung "The Moscow Times" unter Berufung auf eine Erklärung des Gouverneurs der Region, Michail Wedernikow. Seinen Angaben zufolge entdeckten Einsatzkräfte bei den Kontrollen größere Benzinreserven, gegen die Eigentümer werden Verwaltungsverfahren eingeleitet. Nach russischem Recht drohen dafür Geldstrafen von umgerechnet rund 55 bis 165 Euro.

Nach Angaben Wedernikows laufen die Kontrollen in allen Kommunen der Region. Trotz der Zusicherung der Behörden, dass sich die Versorgungslage allmählich verbessere, besteht in weiten Teilen der Region weiterhin ein erheblicher Mangel an Benzin der Sorte AI-95. Zuvor hatten die Behörden den Kraftstoffverkauf bereits nach geraden und ungeraden Kfz-Kennzeichen geregelt sowie die pro Kunde abgebbare Benzinmenge begrenzt.

Die Treibstoffkrise in Russland hat sich nach den ukrainischen Angriffen auf russische Ölraffinerien deutlich verschärft. Wegen der anhaltenden Benzinknappheit überwachen Polizei und Nationalgarde inzwischen in mehreren russischen Regionen die Tankstellen, während die Behörden verschiedene Maßnahmen zur Rationierung des Kraftstoffverkaufs eingeführt haben. (Yulia Valova)

Ein russischer Soldat am Frontabschnitt Pokrowsk (Archivbild)
Keine Anzeichen einer Erschöpfung russischer Truppen im Raum Pokrowsk
Ein russischer Soldat am Frontabschnitt Pokrowsk (Archivbild)
IMAGO/SNA

Die russischen Streitkräfte verzichten am Frontabschnitt bei Pokrowsk seit rund einem halben Jahr weitgehend auf großangelegte mechanisierte Angriffe. Stattdessen setzen sie zunehmend auf kleine Infanteriegruppen, die versuchen, unter dem Schutz von Waldstreifen und des Geländes vorzurücken. Das erklärte der Leiter der Einsatzplanungssektion des Stabs der 20. Brigade der Nationalgarde der Ukraine „Lubart“, Major Mychajlo Butko, im Sender Suspilne. Studio.

Nach seinen Angaben bleibt der Einsatz von Drohnen auf beiden Seiten des Frontverlaufs äußerst intensiv. Unbemannte Systeme werden nicht nur für Aufklärung und Angriffe, sondern auch für den Transport von Material sowie die Evakuierung Verwundeter genutzt. Bodengestützte Roboterplattformen setzt Russland demnach hingegen nur vereinzelt ein und verlässt sich weiterhin vor allem auf den Einsatz von Infanterie.

Trotz hoher Verluste erkennen die ukrainischen Streitkräfte derzeit keine Anzeichen dafür, dass die russischen Verbände in diesem Frontabschnitt erschöpft sind. Nach Einschätzung Butkos ist Russland weiterhin in der Lage, seine Einheiten regelmäßig mit Personal aufzufüllen und taktische Angriffe fortzusetzen, ohne den hohen personellen Verlusten besondere Bedeutung beizumessen. Deshalb bleibt der Frontabschnitt bei Pokrowsk einer der am stärksten umkämpften entlang der gesamten Frontlinie. (Yulia Valova)

Indien bestellt russischen Diplomaten nach tödlichem Angriff auf Frachter ein

Nach dem Tod von vier indischen Seeleuten bei einem Raketenangriff im Schwarzen Meer hat das Außenministerium in Neu-Delhi einen ranghohen russischen Diplomaten einbestellt. Der russische Geschäftsträger Wladimir Ladanow sei aufgefordert worden, Indiens „ernste Besorgnis“ nach Moskau zu übermitteln, teilt das Ministerium mit.

Angriffe auf die zivile Schifffahrt und der Tod von Zivilisten seien „inakzeptabel“. Solche Angriffe gefährdeten die Sicherheit und Stabilität des internationalen Seehandels. Ukrainischen Angaben zufolge hatte Russland den unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrenden Frachter „Golden Leo“ am Sonntag beim Verlassen eines ukrainischen Hafens mit drei Marschflugkörpern beschossen. Dabei seien zehn Menschen getötet worden, darunter die vier Inder.

Die Besatzung bestand aus indischen und syrischen Seeleuten. Das Schiff gehört laut Daten des Anbieters LSEG dem im indischen Mumbai ansässigen Unternehmen Ocean Grace Shipping. Eine russische Stellungnahme lag nicht vor. Indische Seeleute sind auch durch Beschuss im Iran-Krieg ums Leben gekommen. Indien protestierte deswegen sowohl bei den USA als auch beim Iran. (Reuters)

Ukrainisches Sturmregiment macht 64 Gefangene

In der Region Saporischschja hat das 225. Unabhängige Sturmregiment nach eigenen Angaben in den vergangenen rund eineinhalb Monaten 64 russische Soldaten gefangen genommen. Nach Angaben der ukrainischen Soldaten versuchten russische Infiltrationsgruppen während der Räumung mehrerer Ortschaften unbemerkt hinter die ukrainischen Linien zu gelangen, Aufklärungsdaten zu sammeln, Drohnenteams aufzuspüren und russische Flaggen für Propagandavideos über angeblich eingenommene ukrainische Dörfer zu platzieren. Darüber berichtete das 225. Unabhängige Sturmregiment auf seiner Facebook-Seite.

Das Regiment machte keine Angaben dazu, wann die einzelnen Einsätze stattfanden. Den Militärangaben zufolge hatten die russischen Gruppen den Auftrag, offene Gefechte zu vermeiden und verdeckt zu operieren. Stattdessen gerieten sie in ukrainische Kriegsgefangenschaft.

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs konzentrieren sich die schwersten Kämpfe derzeit auf die Frontabschnitte bei Pokrowsk, Slowjansk und Kostiantyniwka. Der Frontabschnitt in der Region Saporischschja gilt hingegen als vergleichsweise weniger aktiv. Dort setzt Russland nach Einschätzung des ukrainischen Militärs zunehmend auf kleine Infiltrationseinheiten zur Aufklärung und für informations- beziehungsweise propagandabezogene Operationen. (Yulia Valova)

Ein Naftogaz-Arbeiter geht vor einer durch einen russischen Angriff zerstörten Gasförderanlage. (Archivbild)
Naftogaz: Russland greift ukrainische Gasanlagen in Region Charkiw an
Ein Naftogaz-Arbeiter geht vor einer durch einen russischen Angriff zerstörten Gasförderanlage. (Archivbild)
Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Russland hat den dritten Tag in Folge Gasförderanlagen des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz in der nordöstlichen Region Charkiw attackiert. Dies teilt das staatliche Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Ein Angriff auf eine der Anlagen am Sonntag habe zu einem Teilausfall der Produktion geführt. Eine weitere Anlage sei bei einem Angriff am Montagmorgen beschädigt worden. (Reuters)

IWF gibt weitere 690 Millionen Dollar für die Ukraine frei

Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht den Weg frei für die sofortige Auszahlung von rund 690 Millionen Dollar an die Ukraine. Der IWF-Vorstand habe eine Überprüfung des Finanzierungsprogramms für das Land abgeschlossen, teilt der Fonds mit.

Die Ukraine habe trotz des Krieges ihre Finanzstabilität aufrechterhalten können. Die wirtschaftlichen Aussichten hätten sich jedoch eingetrübt. Gründe dafür seien vor allem die verstärkten russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie indirekte Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. 

Zudem habe sich die Umsetzung von Reformen verlangsamt. Die Ukraine wird mit einem Kreditprogramm in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar unterstützt. Mit der jüngsten Freigabe steigen die bisherigen Auszahlungen auf etwa 2,2 Milliarden Dollar. (Reuters)

Bericht: FBI-Chef Patel plant Reise nach Russland

FBI-Direktor Kash Patel plant einem Medienbericht zufolge eine Reise nach Russland. Der Besuch solle voraussichtlich Mitte Oktober stattfinden, berichtete die US-Publikation „Politico“ am Montag unter Berufung auf eine informierte Person. Die Nachricht folgt auf den Abschluss der Fußball-Weltmeisterschaft, deren Sicherheitsvorkehrungen für die US-Bundespolizei eine umfangreiche Aufgabe darstellten.

Patel, der seit Februar 2025 an der Spitze des FBI steht, hatte die Sicherung des Turniers als die größte Herausforderung in der Geschichte der Behörde bezeichnet. Zu den Bedrohungen zählte er unter anderem Angriffe mit Drohnen. Das FBI hatte daher ein Trainingsprogramm für lokale Polizeikräfte aufgelegt und war für die Sicherheitsüberprüfung von 300.000 akkreditierten Personen zuständig.

Patel stand zuletzt wegen der Nutzung von Regierungsflugzeugen in der Kritik. Er und das FBI wiesen die Vorwürfe jedoch zurück und erklärten, er sei gesetzlich verpflichtet, diese zu nutzen und erstatte die Kosten für private Reisen. Zudem habe er weniger Privatflüge unternommen als seine beiden Vorgänger. Kritik zog er auch mit einer Reise zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand auf sich. Patel verteidigte den Besuch als Vorbereitung für die nun abgeschlossene Weltmeisterschaft. 

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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