Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 07. April, 09:05 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1854
letzte Woche, 1823 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1854
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1140
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
562
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Durchsuchung bei unabhängiger russischer Zeitung „Nowaja Gaseta“

Die Moskauer Büros der unabhängigen russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ sind am Donnerstag von maskierten Sicherheitskräften durchsucht worden. Die Zeitung teilte auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit, der Grund für den Einsatz sei ihr nicht bekannt. Zudem sei ihren Anwälten der Zutritt zum Gebäude verweigert worden.

Der staatlichen Nachrichtenagentur RIA zufolge erklärten die Strafverfolgungsbehörden, die Durchsuchung stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zur illegalen Nutzung personenbezogener Daten.

Die „Nowaja Gaseta“ gehört zu den bekanntesten investigativen Medien Russlands. Ihr Chefredakteur Dmitri Muratow wurde 2021 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die russischen Behörden stuften ihn 2023 als „ausländischen Agenten“ ein.

Die russische Führung hat seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 die Zensurgesetze verschärft und den Druck auf unabhängige Medien erhöht. (Reuters)

Großbritannien warnt Putin wegen U-Booten an Unterseekabeln

Die britischen Streitkräfte haben der Regierung in London zufolge russische U-Boote von möglichen Angriffen auf Unterseekabel und Pipelines abgehalten. Die russischen Schiffe hätten sich Anfang des Jahres rund einen Monat lang in britischen Gewässern aufgehalten, sagte Verteidigungsminister John Healey am Donnerstag. Zusammen mit Verbündeten wie Norwegen seien die russischen U-Boote verfolgt und von feindseligen Aktivitäten abgeschreckt worden. Inzwischen hätten sie die Gewässer in Richtung Norden verlassen, Hinweise auf Schäden an der Infrastruktur lägen nicht vor.

An dem Einsatz waren Healey zufolge ein russisches Jagd-U-Boot der Akula-Klasse sowie zwei Spezial-U-Boote der russischen Hauptverwaltung für Tiefseeforschung (GUGI) beteiligt. Er warf Russland vor, eine verdeckte Operation versucht zu haben.

Healey richtete eine direkte Warnung an den russischen Präsidenten Wladimir Putin: „Wir haben Sie im Blick. Wir beobachten Ihre Aktivitäten an unseren Kabeln und Pipelines, und Sie sollten wissen, dass jeder Versuch, sie zu beschädigen, nicht toleriert und schwerwiegende Konsequenzen haben wird.“ Eine Stellungnahme der Regierung in Moskau lag zunächst nicht vor. (Reuters)

Französischer General sieht permanente russische Bedrohung

Der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, Fabien Mandon, hat vor einer permanenten russischen Bedrohung in Europa gewarnt. Mandon sprach im Verteidigungsausschuss der Nationalversammlung von einem „offenen Krieg, der mit Blick auf die Vorbereitung der Armee meine größte Sorge bleibt. Das ist auf unserem Kontinent.“ Seit vier Jahren würden die Ukrainer auf heldenhafte Weise durchhalten.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe zurück, machte allerdings auch eine Einschränkung. „Russland stellt keine Bedrohung für kein Land dar, das

nicht plant, zu einem Zentrum für antirussische Aktivitäten zu werden, das nicht die Vernichtung der russischsprachigen Bevölkerung plant und das nicht plant, die Sicherheit der Russischen Föderation in irgendeiner Weise zu untergraben“, sagte er der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Moskau wirft insbesondere der Ukraine seit langem eine antirussische Politik vor und führt auch deshalb seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Unter anderem begründet der Kreml seine Invasion damit, dort die russischsprachige Bevölkerung schützen zu wollen.

Bereits im vergangenen Herbst hatte Mandon gewarnt: „Leider bereitet sich Russland, wie ich aus den mir zugänglichen Informationen weiß, derzeit auf eine Konfrontation mit unseren Ländern im Jahr 2030 vor.“ Angesichts dieser Lage müsse Frankreich zu menschlichen Verlusten und wirtschaftlichen Folgen bereit sein. (dpa)

Norwegische F-16 für Ukraine weiter nicht geliefert

Die von Norwegen im Jahr 2023 zugesagten Kampfflugzeuge vom Typ F-16 sind bislang nicht in der Ukraine eingetroffen. Das berichtet der norwegische Rundfunk NRK.

Nach Angaben von mehreren Quellen seien zwei Maschinen zuvor für die Ausbildung ukrainischer Piloten in Dänemark genutzt, befinden sich aber offenbar seit über einem Jahr zur Wartung in Belgien.

Die übrigen vier Flugzeuge seien im April 2025 in Einzelteilen nach Belgien gebracht. Sie werden derzeit beim Unternehmen Sabena gewartet. Als Hauptgrund für die Verzögerung gelten begrenzte Kapazitäten bei Wartung und Aufbereitung der F-16. (Valeriia Semeniuk)

Selenskyj: USA ignorieren Moskaus Hilfe für Teheran
One of our biggest interviews yet. Tomorrow. 6pm.
YouTube
https://youtube.com/shorts/2rRn2QP0FuQ?si=4jpPGrNnuS5lKf8Q

Die USA ignorierten nach Darstellung von Wolodymyr Selenskyj Hinweise darauf, dass Russland dem Iran bei Angriffen auf amerikanische Stützpunkte helfe – „das Problem ist, dass sie Putin vertrauen – und das ist schade“, sagte der ukrainische Präsident im Podcast „The Rest is Politics“ im Gespräch mit dem britischen Journalisten Alastair Campbell.

„Ich habe das öffentlich gesagt“, sagte Selenskyj, er habe das Weiße Haus wiederholt auf die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran hingewiesen: Russische Militärsatelliten hätten Energieanlagen im Golf, Ziele in Israel und Standorte von US-Basen erfasst. Der Kreml habe diese Daten an den Iran weitergegeben, um Angriffe zu ermöglichen. Doch aus den USA sei keine Reaktion gekommen.

Auch mit Blick auf Donald Trumps Umfeld spart er nicht mit Kritik. Das Team des US-Präsidenten verstehe „die Details dessen, was Russland will“ nicht wirklich. Die Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hätten „zu viel Zeit“ mit Putin verbracht – fünf Reisen nach Moskau, keine nach Kiew. Selenskyj sagte, er verstehe Putins Kriegsziele besser als das Weiße Haus. (fem)

Washington dränge darauf, dass die Ukraine den Donbass abtritt, Putin stelle dafür einen Waffenstillstand in Aussicht. Doch dies sei ein Trugschluss, warnte Selenskyj: Russland werde seine Offensive danach nicht stoppen, sondern ausweiten. Dnipro und Charkiw nannte er als nächste mögliche Ziele. (fem)

Abfangdrohnen werden immer effektiver: Mehr als 33.000 russische UAV im März zerstört

Die Ukraine hat im März einen deutlichen Anstieg bei der Wirksamkeit von Abfangdrohnen verzeichnet. Nach Angaben von Digitalminister Mychajlo Fedorow wurden allein in diesem Zeitraum mehr als 33.000 russische Drohnen abgefangen – doppelt so viele wie im Februar.

Fedorow bezeichnete Abfangdrohnen als zentralen Bestandteil der ukrainischen Luftverteidigung. Sie hätten eine entscheidende Rolle beim Schutz kritischer Infrastruktur und logistischer Routen übernommen. Zu den abgefangenen Zielen zählen verschiedene Drohnentypen, darunter Shahed-, Zala- und Orlan-Modelle.

Als wachsende Herausforderung nannte der Minister den verstärkten Einsatz schneller, teils reaktiver Drohnen durch Russland. Deren steigende Geschwindigkeit erschwere das Abfangen und erfordere neue technologische Lösungen.

Nach Angaben der Regierung arbeitet die Ukraine gemeinsam mit Herstellern daran, bestehende Systeme weiterzuentwickeln. Dabei würden Schwachstellen analysiert und Maßnahmen vorbereitet, um die Produktion und den Einsatz von Abfangdrohnen schneller auszuweiten. (Valeriia Semeniuk)

Mindestens ein Todesopfer und mehrere Verletzte bei russischem Angriff in Südukraine

Bei einem Angriff der russischen Armee in der südukrainischen Region Saporischschja ist örtlichen Angaben zufolge mindestens ein Mensch getötet worden.

Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff am frühen Morgen verletzt worden, teilte der Regionalgouverneur Iwan Federow am Donnerstag auf Telegram mit. Bei dem Angriff seien Häuser in der Stadt Balabyne zerstört worden, erklärte Federow. Die Zahl der Opfer steige weiter an. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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