Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 13. April, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1854
letzte Woche, 1823 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1854
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1140
200
145
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
562
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 3.4., letzte Aktualisierung: 8.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Mit Flagge und Hymne: Schwimm-Weltverband lässt Russen zu

Trotz des andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürfen russische und belarussische Schwimmer jetzt wieder offiziell für ihr Land an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Entsprechende Flaggen, nationale Symbole auf der Sportkleidung und die Hymnen sind wieder erlaubt, wie der Weltverband World Aquatics mitteilte.

Bei Athletinnen und Athleten im Juniorenbereich war dies bereits zuvor so. Nun gilt die Regelung auch für Erwachsene. Schon bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Singapur waren einige russische und belarussische Sportler, die ein bestimmtes Zulassungsprozedere durchlaufen hatten, wieder dabei gewesen. Sie mussten allerdings unter neutraler Flagge starten.

Um wieder an Veranstaltungen des Weltverbands teilzunehmen, müssen Sportlerinnen und Sportler aus Russland und Belarus zuvor vier aufeinanderfolgende Dopingproben mit einem negativen Ergebnis überstehen. Zudem sollen Hintergrundüberprüfungen stattfinden. Die nächste Schwimm-WM findet im kommenden Jahr in Budapest statt. (dpa)

Estland: 16 Handlanger Russlands seit Anfang 2025 gefasst

Estlands Sicherheitsbehörden haben im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben eine Rekordzahl von Personen festgenommen, die mit russischen Geheimdiensten zusammengearbeitet haben. Seit Anfang 2025 seien 16 Kollaborateure aufgedeckt und ihre Aktivitäten unterbunden worden, sagte Sicherheitspolizei-Chef Margo Palloson. Bei den meisten soll es sich demnach um Privatpersonen gehandelt haben, die nicht in einer staatlichen Institution des baltischen EU- und Nato-Landes arbeiteten und keinen Zugang zu sensiblen Informationen hatten.

Die Aktivitäten der vor allem für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB, aber teils auch für den Militärgeheimdienst GRU tätigen Personen wurden nach Angaben von Palloson relativ frühzeitig unterbunden.

Auch deutet die höhere Zahl nicht auf eine erhöhte Bedrohungslage hin, sondern spiegele vielmehr das proaktive Handeln der Behörden wider.

Neun der gefassten Kollaborateure werden im Jahresbericht der Sicherheitspolizei namentlich und mit Bild aufgeführt. Darin vermerkt die auch für Spionageabwehr zuständige Behörde weiter, dass die russischen Geheimdienste vermehrt soziale Medien nutzen, um Personen zu rekrutieren. Zudem versuchten sie aktiv ausländische Staatsangehörige anzuwerben, die das Land besuchen. (dpa)

Russland gratuliert Magyar nicht

Russland wird dem designierten ungarischen Regierungschef Peter Magyar nicht zu seinem Wahlsieg gratulieren. Ungarn sei formell als „unfreundliches Land“ eingestuft worden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Der Grund dafür sei, dass Ungarn in der Vergangenheit gegen Russland gerichtete Sanktionen unterstützt habe.

Laut „hungarytoday.hu“ erfolgte die Einstufung bereits 2022 nach der russischen Vollinvasion in der Ukraine. Der abgewählte Regierungschef Viktor Orbán verfolgte anschließend jedoch einen prorussischen Kurs und blockierte zuletzt einen Milliardenkredit der EU für die Ukraine.

Man hoffe nun auf eine Fortsetzung der „pragmatischen Beziehungen“ mit der neuen Regierung, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow außerdem. Russland respektiere die Wahlentscheidung des ungarischen Volkes. Zudem sei man an guten Beziehungen zu Ungarn und dem übrigen Europa interessiert.

Die Wahl habe nichts mit dem russisch-ukrainischen Konflikt zu tun. Zugleich warnte Peskow, alle Schritte zur Unterstützung der ukrainischen Ambitionen seien für einen Frieden nicht hilfreich. (Reuters/Tsp)

Russland gratuliert Magyar nicht

Russland wird dem designierten ungarischen Regierungschef Peter Magyar nicht zu seinem Wahlsieg gratulieren. Ungarn sei formell als „unfreundliches Land“ eingestuft worden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Der Grund dafür sei, dass Ungarn in der Vergangenheit gegen Russland gerichtete Sanktionen unterstützt habe.

Laut „hungarytoday.hu“ erfolgte die Einstufung bereits 2022 nach der russischen Vollinvasion in der Ukraine. Der abgewählte Regierungschef Viktor Orbán verfolgte anschließend jedoch einen prorussischen Kurs und blockierte zuletzt einen Milliardenkredit der EU für die Ukraine. (Reuters/Tsp)

Rheinmetall will künftig auch ballistische Raketen bauen

Der Rüstungskonzern Rheinmetall expandiert und will künftig auch ballistische Raketen bauen. Das Düsseldorfer Unternehmen kündigte am Montag die Gründung eines Joint Ventures mit dem europäischen Raketenbauer Destinus mit Sitz in den Niederlanden an. „Dieses wird fortschrittliche Raketensysteme herstellen, vermarkten und liefern. Dazu gehören Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie“, erklärte Rheinmetall.

Marschflugkörper sind in der Regel präziser als ballistische Raketen, die aber wiederum günstiger sind.

Destinus ist nach eigenen Angaben ein wichtiger Lieferant für die ukrainische Armee und verfügt bereits über ein etabliertes Serienproduktionsprogramm in Europa für mehr als 2000 Marschflugkörpersysteme pro Jahr. Laut Rheinmetall zeigen die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten jedoch, „dass die Nachfrage nach skalierbaren Angriffssystemen nicht mehr in begrenzten Stückzahlen gemessen wird“. Es brauche „potenziell zehntausende“ Systeme pro Jahr. (AFP/Tsp)

Bundesregierung erwartet jetzt zügige Auszahlung des EU-Kredits an Ukraine – doch es könnte noch dauern

Nach der Ungarn-Wahl erwartet die Bundesregierung eine zügige Freigabe des 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU an die Ukraine. „Natürlich erwarten wir jetzt ein politisches Signal von ungarischer Seite“, sagt die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Katrin Deschauer.

Zur Freigabe des Kredits, der von dem abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orbán blockiert wurde, reiche eine Abstimmung über den EU-Rat oder aber den ständigen Vertretern in Brüssel.

Denn im Dezember habe der EU-Gipfel der 27 Staats- und Regierungschefs schon einen positiven Beschluss über die Gewährung des mit eingefrorenem russischen Staatsvermögen abgesicherten Kredits getroffen.

Bisher ist unklar, ob der 90-Milliarden-Euro-Kredit erst nach dem Regierungsantritt von Magyar freigegeben werden kann, der sich bis Mitte Mai hinziehen könnte. (Reuters)

Russland will „pragmatische Beziehungen“ mit Ungarn fortsetzen

Russland hat mit Zurückhaltung auf die Wahlniederlage des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán reagiert, der trotz des Ukraine-Kriegs eine enge Beziehung zur Führung in Moskau gepflegt hatte.

Man hoffe auf eine Fortsetzung der „pragmatischen Beziehungen“ mit der neuen Regierung, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Russland respektiere die Wahlentscheidung des ungarischen Volkes. Zudem sei man an guten Beziehungen zu Ungarn und dem übrigen Europa interessiert.

Die Wahl habe nichts mit dem russisch-ukrainischen Konflikt zu tun. Zugleich warnte Peskow, alle Schritte zur Unterstützung der ukrainischen Ambitionen seien für einen Frieden nicht hilfreich. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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