Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat Rumänien eine Drohne über seinem Luftraum abgeschossen. Die Drohne sei am Freitagvormittag von einem rumänischen Piloten an Bord eines F-16-Kampfjets abgeschossen worden, teilte der Präsident des Nato-Mitgliedstaats, Nicusor Dan, mit. Untersuchungsteams seien beauftragt worden, Details zu dem Vorfall zu liefern. Der Pilot habe das Objekt über unbewohntem Gebiet nahe Padina im ostrumänischen Kreis Buzau mit einer Rakete eliminiert, teilte das Ministerium auf seiner Webseite mit.
Über die Herkunft des Flugobjekts machte das Ministerium in Bukarest zunächst keine Angaben. Rumänien hat eine rund 600 Kilometer lange Grenze zu der von Russland angegriffenen Ukraine. In der Vergangenheit waren mehrere Dutzend russische Drohnen in den rumänischen Luftraum eingedrungen. Um sie abschießen zu können, hatte Bukarest erst im Vorjahr gesetzliche Grundlagen geschaffen. Weiterhin besteht die Sorge, dass die Trümmer abgeschossener Flugobjekte die Bevölkerung am Boden gefährden könnten.
Im Mai war ein Fluggerät in ein Wohnhaus im Osten Rumäniens gestürzt, zwei Menschen wurden verletzt. Damals hatte Bukarest von einer russischen Drohne gesprochen.
Wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte, waren im Rahmen des Einsatzes am Freitag auch zwei italienische Kampfflugzeuge sowie eine weitere rumänische F-16 von der Luftwaffenbasis Fetesti im Südosten des Landes aufgestiegen. Die Bevölkerung am Boden sei vor der Gefahr herabfallender Trümmerteile gewarnt worden.
Verteidigungsminister Radu Miruta beglückwünschte die Piloten zu dem Einsatz. „Durch ihre Professionalität, Besonnenheit und schnelle Reaktion haben sie eine Drohne neutralisiert, die unbefugt in den rumänischen Luftraum eingedrungen war“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. (AFP, dpa, Tsp)
