Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 02. Oktober, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1863
letzte Woche, 1877 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1863
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1255
200
153
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
444
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 11.9., letzte Aktualisierung: 16.9. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Dieses Wohnhaus in Kyjiw wurde von einer russischen Drohne getroffen.
Ein Toter nach russischen Drohnenangriffen auf Kyjiw – Brücken gesperrt

Bei russischen Drohnenangriffen ist in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw mindestens ein Mensch getötet worden. Zwei weitere seien verletzt worden, teilte die Stadtverwaltung bei Telegram mit. Den Angaben zufolge schlug eine Drohne in einem Wohnhaus im Ostteil der Stadt ein.

Dieses Wohnhaus in Kyjiw wurde von einer russischen Drohne getroffen.
Reuters

Am Morgen wurden in der Dreimillionenstadt mehrere Brücken über den Fluss Dnipro gesperrt. Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über einen weiteren Drohneneinschlag auf der Südbrücke. Über diese führen eine U-Bahn-Linie und eine Straßenverbindung. Eine weitere Straßenbrücke wurde komplett und eine andere zum Teil gesperrt. Informationen zu Drohneneinschlägen gab es jedoch nicht. Insgesamt sieben Brücken für U-Bahn, Eisenbahn und Straßenverkehr verbinden den Ost- und den Westteil Kyjiws.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau machte lediglich Angaben zu Drohnenattacken auf eine für die ukrainische Militärlogistik wichtige Straßen- und Eisenbahnbrücke. Dazu sei auch ein Umspannwerk westlich von Kyjiw angegriffen worden. (dpa)

Russland meldet ukrainischen Drohnenangriff in Wolgograd

Die Ukraine hat nach russischen Angaben in der Nacht Industrieanlagen in der Stadt Wolgograd mit Drohnen angegriffen. Dabei sei ein Feuer in einem Wohnhaus ausgebrochen und eine Person verletzt worden, teilte Gouverneur Andrej Botscharow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Der Brand sei inzwischen gelöscht. Welche Anlagen genau Ziel des Angriffs waren, ließ der Gouverneur offen. In Wolgograd befindet sich eine große Ölraffinerie. (Reuters)

Putin will Donbass in weniger als anderthalb Jahren erobern

Kremlchef Wladimir Putin hat die komplette Eroberung des ukrainischen Donbass-Gebiets in weniger als anderthalb Jahren angekündigt. Zugleich gehe er davon aus, „dass dies angesichts des Vormarsches unserer Truppen viel früher geschehen wird“, sagte Putin beim internationalen Waldai-Diskussionsforum in Moskau. Demnach verbleiben aktuell etwa elf Prozent der Region unter ukrainischer Kontrolle.

Er warf zudem Kiew vor, sinnlos Menschen für den Kampf um das ukrainische Staatsgebiet zu opfern. „Wenn der Verlust dieser Gebiete unvermeidlich ist, macht es dann Sinn, daran festzuhalten und dafür Menschen, ihre Sicherheit und ihr Leben zu opfern?“, fragte der Präsident.

Putin hatte in der Vergangenheit immer wieder ukrainische Orte wie Swjatohirsk oder Kupjansk für erobert erklärt, die weiterhin zum Teil recht deutlich unter ukrainischer Kontrolle stehen. Zuletzt hatten ukrainische Einheiten im Donezker Gebiet bei Lyman sogar Geländegewinne erzielt und Dutzende Quadratkilometer zurückgeholt. Von festungsartig ausgebauten Städten wie Slowjansk und Kramatorsk sind russische Truppen noch mehr als ein Dutzend Kilometer entfernt. Die Frontlinie ist an vielen Abschnitten seit mehreren Monaten weitgehend unverändert. (dpa)

Kyjiw verkündet ersten Einsatz eigener ballistischer Rakete

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erstmals eine selbst entwickelte taktische ballistische Rakete des Typs FP-7 im Krieg mit Russland eingesetzt. „Der erste Kampfeinsatz. Ich danke für das Ergebnis“, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf sozialen Netzwerken mit. Die nächste Aufgabe sei die Ausweitung der Raketenproduktion. Zum Ziel machte der Staatschef keine Angaben, veröffentlichte aber ein Video eines nächtlichen Raketenstarts.

Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point hatte zuvor die ersten Kampfeinsätze für ihre ballistische Rakete mehrfach verschoben. Anfänglich wurden von der Unternehmensführung erste Raketenschläge auf die russische Hauptstadt Moskau für den Sommer angekündigt. Vor wenigen Tagen ruderte die dem Selenskyj-Umfeld zugeschriebene Firma zurück und kündigte einen ersten Einsatz für das Herbstende an. Moskaus Zentrum ist gut 450 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Militäranalysten zufolge hat die FP-7 eine Reichweite von etwa 200 Kilometern.

Das russische Militär setzt bei seinen Angriffen stark auf schnelle ballistische Raketen, gegen welche die ukrainische Flugabwehr nur wenig Mittel hat. Mit der Entwicklung einer eigenen ballistischen Raketenwaffe möchte Kyjiw mit Moskau Waffengleichheit herstellen. Im Krieg verwendete Kyjiw ballistische Raketen mit geringer Reichweite aus alten sowjetischen Beständen. (dpa/Reuters)

Putin: Keine Angriffe auf Kyjiws Waffenlieferanten im Westen

Russland plant nach den Worten von Kremlchef Wladimir Putin keine Angriffe auf westliche Waffenlieferanten, die Rüstungsgüter für die Ukraine produzieren. Die Lage sei zwar eine Bedrohung, aber bisher behalte Russland das lediglich im Blick, sagte Putin in Moskau beim politischen Waldai-Diskussionsforum vor internationalen Experten. Eine größere Bedrohung sei, dass westliche Staaten der Ukraine Satellitendaten für Angriffe auf Russland zur Verfügung stellten, sagte er.

Zuvor hatte etwa der Vizechef des nationalen russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, mit direkten Schlägen gegen deutsche Produktionsstätten für Militärtechnik gedroht. „Wir bedrohen niemanden, wir haben nicht vor, jemanden anzugreifen – weder im Jahr 2029 noch 2030 noch 2050“, behauptete Putin. Er hatte zuletzt immer wieder Vorwürfe aus Deutschland und anderen EU-Staaten zurückgewiesen, dass Russland ein Nato-Land angreifen wolle. Auch vor Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte der Kreml immer wieder behauptet, das Nachbarland nicht anzugreifen.

Zudem sagte Putin, die ukrainischen Angriffe auf Ölraffinerien kosteten Russland ein Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Ukraine habe mit diesen Angriffen „ihre Ziele teilweise erreicht“. Russland reagiere nun entsprechend. Putin zufolge hat die Ukraine zudem mehr als 100 russische Schiffe im Schwarzen Meer beschädigt. Vorschläge, die Angriffe dort einzustellen, lehnt er ab. (dpa/Reuters)

Generalleutnant Peter Mirow von der Bundeswehr, Nato-Generalsekretär Mark Rutte, Bundeskanzler Friedrich Merz, der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten und Generalmajor Wilfred Rietdijk von der Königlich-Niederländischen Armee besuchen am 1. Oktober 2026 das Deutsch-Niederländische Korps in Münster
Merz wirft Russland „gewalttätigen Revisionismus“ vor

Bundeskanzler Friedrich Merz hat Russland die Bedrohung Europas vorgeworfen. „Heute ist unsere kontinentale Friedensordnung durch den gewalttätigen Revisionismus aus Russland herausgefordert“, sagte er am Donnerstag beim Besuch des deutsch-niederländischen Korps in Münster. Moskau habe einen mörderischen Krieg in der Ukraine entfesselt und missachte und verachte Recht und Ordnung.

„In der Ukraine steht auch die Sicherheit unseres Teils Europas, in dem wir leben, auf dem Spiel“, betonte der Kanzler. Deshalb sei man bereit für eine diplomatische Lösung, auch wenn Moskau nicht an den Verhandlungstisch kommen wolle. Deshalb unterstütze man aber die Ukraine auch gemeinsam in der Nato und „mit aller Kraft“. Auch durch Russlands hybride Angriffe auf Europa werde man sich dabei nicht beirren lassen. Man arbeite mit Hochdruck an einer glaubhaften Abschreckung.

„Wanken wir in Deutschland, dann wankt Europa. Wankt Europa, dann wankt auch die Ukraine“, mahnte er bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die Nato in Münster. Ohne deutsche Hilfe werde der Krieg in einen „diktierten Frieden“ münden. Dann drohten Massenmigration Richtung Westen und die Destabilisierung des ukrainischen Staats. (Reuters/dpa)

Generalleutnant Peter Mirow von der Bundeswehr, Nato-Generalsekretär Mark Rutte, Bundeskanzler Friedrich Merz, der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten und Generalmajor Wilfred Rietdijk von der Königlich-Niederländischen Armee besuchen am 1. Oktober 2026 das Deutsch-Niederländische Korps in Münster
Foto: AFP/Ina Fassbender
Militärflugplatz in der Nähe von Kiew: Ukrainische Piloten haben Luftwaffenübungen mit zweimotorigen MiG-29-Kampfflugzeugen absolviert (Symbolbild).
Russland schießt ukrainische MiG-29 ab

Die ukrainische Luftwaffe hat ein weiteres Kampfflugzeug im Krieg mit Russland verloren. Die MiG-29 sei während eines Kampfeinsatzes durch eine russische Rakete abgeschossen worden, teilte das ukrainische Militär auf Telegram mit. Der Pilot habe noch den Schleudersitz ausgelöst, den Absturz jedoch nicht überlebt. Zuvor habe der Kampfjet einen Angriff an einem ungenannten Frontabschnitt geflogen.

Nach offiziellen Angaben verlor die ukrainische Luftwaffe zwei weitere MiG-29-Kampfflugzeuge im Juni und August bei Kampfeinsätzen. Unbestätigten Berichten zufolge gingen Maschinen dieses Typs auch durch russische Luftschläge auf ukrainische Luftwaffenbasen verloren. Nach Einschätzung der Experten des in London ansässigen International Institute for Strategic Studies verfügte die Ukraine noch Ende 2025 über 14 MiG-29 sowjetischer Bauart. (dpa)

Militärflugplatz in der Nähe von Kiew: Ukrainische Piloten haben Luftwaffenübungen mit zweimotorigen MiG-29-Kampfflugzeugen absolviert (Symbolbild).
Foto: imago/Depositphotos

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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