Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 25. Februar, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1600
letzte Woche, 1675 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1600
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 20.2., letzte Aktualisierung: 25.2. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
818
200
72
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
692
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 20.2., letzte Aktualisierung: 25.2. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ghanas Außenminister fordert von Ukraine Freilassung zweier Kriegsgefangener

Ghanas Außenminister hat von Kiew die Freilassung zweier Landsleute gefordert, die als Kämpfer für Russland von der Ukraine als Kriegsgefangene festgehalten werden. Er sei „ziemlich optimistisch“, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sich bei einem geplanten Treffen „großherzig und mitfühlend“ zeigen und die beiden Ghanaer freilassen werde, sagte Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Kollegen in Kiew.

Die Ukraine teilte mit, auf russischer Seite seien mehr als 1780 Kämpfer aus 36 afrikanischen Ländern – darunter Ghana – identifiziert worden. Einige von ihnen seien gefangengenommen worden.

Seine Landsleute seien „Opfer von Manipulation, Desinformation“ und von „kriminellen Schleppernetzwerken“ als Kämpfer angelockt worden, sagte Ablakwa. Er dankte der Ukraine für die Einhaltung des Völkerrechts im Umgang mit den Gefangenen. „Wir haben Berichte erhalten, wonach sie bei guter Gesundheit sind“, sagte er.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte die ghanaische Regierung auf, stärker gegen die Rekrutierung afrikanischer Bürger durch Russland vorzugehen. (AFP)

Wadephul bekräftigt scharfe Kritik an Ungarn wegen Blockade neuer Russland-Sanktionen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich empört über die Blockade weiterer Sanktionen gegen Russland durch Ungarn gezeigt. „Ich bin nach wie vor erschüttert über das ungarische Verhalten. Ungarn verrät seinen eigenen Freiheitskampf“, sagte Wadephul am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem belgischen Kollegen Maxime Prévot in Berlin.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán habe im Dezember einem gemeinsamen europäischen Weg zugestimmt, den sein Außenminister nun blockiere, sagte Wadephul weiter. Der eingeschlagene Weg sei „vorbereitet, er ist abgestimmt und er darf jetzt nicht blockiert werden“. Mit Blick auf Ungarns Beitrag zum Fall des Eisernen Vorhangs im Sommer 1989 sagte Wadephul, es sei „erschreckend, mit anzusehen, wie das eigene Erbe hier mit Füßen getreten wird“.

Zu den Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Krieges sagte Wadephul, Russland zeige „weiterhin keinerlei Bereitschaft zu Verhandlungen“ und beharre auf „Maximalforderungen“. Für einen dauerhaften Frieden brauche es „eine starke und wehrhafte Ukraine“. (AFP)

Ukraine übergibt dem IStGH Beweise zu russischen Angriffen auf das Energiesystem

Die Ukraine hat dem Büro des Anklägers des Internationalen Strafgerichtshofs ein Informationspaket zu russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur im Zeitraum von Juli 2025 bis Februar 2026 übermittelt. Dies teilte der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Krawtschenko, mit.

Den Ermittlungen zufolge richteten sich die Angriffe gegen alle zentralen Elemente des Energiesystems – von Erzeugungsanlagen bis hin zu Übertragungs- und Verteilnetzen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft führte Russland während der Heizperiode anhaltende, massive kombinierte Angriffe mit Raketen und Drohnen durch. Beschädigt wurden Wärme- und Wasserkraftwerke, Heizkraftwerke sowie Anlagen der Stromverteilung in den meisten Regionen des Landes.

Dabei kamen 11 Zivilisten ums Leben, 68 weitere wurden verletzt. Die ukrainische Seite betont, dass die Angriffe keinen militärischen Zweck gehabt hätten und Anzeichen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufwiesen.

An Den Haag wurden eine Chronologie der Angriffe, Daten zu deren Folgen sowie Informationen über Einheiten der russischen Streitkräfte und Vertreter der militärisch-politischen Führung übermittelt, die entsprechende Befehle erteilt haben könnten.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Beweissammlung werde fortgesetzt, und äußerte die Hoffnung auf eine weitere enge Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. (Yulia Valova)

Bundeskanzler Friedrich Merz bei Xi Jinping in Peking.
Xi bekräftigt Linie – Merz hofft auf Unterstützung
Bundeskanzler Friedrich Merz bei Xi Jinping in Peking.
Bundeskanzler Friedrich Merz bei Xi Jinping in Peking. Credit: Michael Kappeler/AFP

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat sich beim Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz für Verhandlungen im Ukraine-Krieg ausgesprochen und erneut auf eine direkte Schuldzuweisung an Russland verzichtet. Nach chinesischen Regierungsangaben erklärte Xi, entscheidend sei es, durch Dialog zu einer Lösung zu kommen. Dabei müssten jedoch alle Parteien gleichberechtigt eingebunden und ihre berechtigten Anliegen berücksichtigt werden.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die chinesische Führung aufgefordert, ihren Einfluss auf Russland zu nutzen, um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Die Signale aus China würden in Moskau sehr ernst genommen, sagte er in Peking nach Gesprächen mit Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang. „Das gilt für Worte wie auch für Taten. Ich will ausdrücklich das chinesische Bekenntnis zum Frieden in der Region begrüßen, das ich heute gehört habe.“

China gilt als wichtigster Verbündeter Russlands. Der Führung in Peking wird vorgeworfen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin durch Ölkäufe und Technologietransfers zu unterstützen. (dpa)

Militärgeheimdienst der Ukraine: Wichtige Stellungen nahe Stepnohirske zurückerobert

Die Hauptverwaltung für Aufklärung des Verteidigungsministeriums der Ukraine hat über eine umfassende Operation in Richtung Saporischschja berichtet. Demnach gelang es ukrainischen Kräften, die Kontrolle über wichtige Stellungen im Raum Stepnohirske zurückzugewinnen und die taktische Lage an diesem Frontabschnitt deutlich zu verbessern.

Nach Angaben des Militärgeheimdienstes operierte die Spezialeinheit „Artan“ unter schwierigen logistischen Bedingungen sowie angesichts wiederholter Versuche russischer Truppen, ihre Positionen durch sogenannte „Fleischangriffe“ zu halten. Ein zentrales Element der Operation sei das Durchtrennen wichtiger Nachschubrouten und deren Übernahme unter Feuerkontrolle gewesen, was weitere Angriffe der russischen Armee in diesem Gebiet erheblich erschwere.

Der Kommandeur der Einheit „Artan“, Viktor Torkotjuk, erklärte, Ziel der ukrainischen Kräfte bleibe es, einen Durchbruch des Gegners in Richtung der Vororte von Saporischschja zu verhindern. Die Operation dauere derzeit an. (Yulia Valova)

Brüssel sieht Ölversorgung in Ungarn und Slowakei nicht in Gefahr

Die Ölversorgung in Ungarn und der Slowakei ist nach Einschätzung der EU-Kommission trotz Schäden an der Druschba-Pipeline in der Ukraine nicht in Gefahr. Beide Länder hätten ausreichende Ölreserven, sagte eine Kommissionssprecherin am Mittwoch, und verwies auf alternative Lieferwege, etwa über eine Adria-Pipeline. Brüssel widersprach damit der Darstellung von Ungarns Regierungschef Viktor Orbán.

Die Druschba-Pipeline leitet normalerweise russisches Öl durch ukrainisches Territorium nach Ungarn und die Slowakei. Die Pipeline war nach ukrainischen Angaben bei Angriffen der russischen Armee beschädigt und deshalb stillgelegt worden. Sowohl Ungarn als auch die Slowakei haben deshalb ihre Ölreserven angezapft. Die Slowakei erwartet nach eigenen Angaben, dass am Donnerstag wieder Öl durch die Pipeline fließt.

Orbán blockiert unter dem Vorwand der fehlenden Öllieferungen sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland. Beide sollten eigentlich bis zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine am Dienstag beschlossen sein, verzögern sich nun jedoch.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Kommissionsangaben bei ihrem Besuch am Dienstag in Kiew aufgefordert, die Pipeline möglichst schnell zu reparieren. Die Kommission habe aber Verständnis für die Zurückhaltung der Ukraine, wo Arbeiter bei Reparaturarbeiten an der Infrastruktur wegen der anhaltenden russischen Angriffe in Lebensgefahr sind. (AFP)

Selenskyj: Russlands Behauptungen zu Atomwaffen sind Ausübung von Druck

Bei Russlands Behauptungen, Kiew versuche, Atomwaffen zu beschaffen, handelt es sich dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge um einen Versuch, während der laufenden Friedensgespräche Druck auf die Ukraine auszuüben. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

Ukraine-Invasion, Tag 1461: Welchen Preis zahlen die Menschen für vier Jahre Krieg?
EU scheitert mit Russland-Sanktionen und Ukraine-Darlehen an Ungarn. Dieser ukrainische Teenager floh aus Putins Fängen. Und warum für die Ukraine auch Durchhalten ein Erfolg ist. Der Überblick am Abend.
Butscha, Mariupol, Charkiw und Cherson: Was der Ukrainekrieg mit diesen Städten macht – und mit ihren Bewohnern
Butscha, Mariupol, Charkiw und Cherson sind zu Symbolen des Krieges geworden. Vier Geschichten von jenen, die geblieben, geflohen oder zurückgekehrt sind.
Peking-Reise von Kanzler Merz: „China kann den Ukraine-Krieg indirekt beenden“
Der CDU-Außenpolitiker Johannes Volkmann wirft deutschen Konzernen riskante Investitionen in China vor. Er verweist für den Fall einer Erpressung durch Peking auf wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen der EU.
Selenskyj im BBC-Interview in Kiew: „Putin hat den dritten Weltkrieg bereits begonnen“
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj gab der „BBC“ ein Interview. Darin fand er klare Worte für den russischen Machthaber Putin. Auch Selenskyjs Meinung gegenüber US-Präsident Trump wurde deutlich.
Luftalarm in Udmurtien: Hinweise auf ukrainischen Angriff auf Zentrum der russischen Rüstungsindustrie
Die russische Region Udmurtien gilt als ein Zentrum der Rüstungsindustrie. Die Behörden dort bestätigen einen ukrainischen Angriff – und Verletzte.
Engel, Film, Demo und Gottesdienst: Potsdam erinnert an Russlands Überfall auf die Ukraine
Draußen und drinnen: Verschiedene Initiativen und Kirchen in Potsdam rufen rund um den 24. Februar zu Gedenk- und Solidaritätsaktionen für die Ukraine auf. Ein Überblick.
mehr Artikel anzeigen