Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 25. März, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1736
letzte Woche, 1769 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1736
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 20.3., letzte Aktualisierung: 25.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1050
200
79
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
594
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 20.3., letzte Aktualisierung: 25.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Selenskyj: Trump fordert für Sicherheitsgarantien Rückzug aus dem Donbass

Die USA machen ihre für ein Friedensabkommen zugesagten Sicherheitsgarantien nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj von großräumigen Gebietsabtretungen abhängig. Die Regierung in Washington verlange, dass der gesamte Donbass im Osten der Ukraine an Russland abgegeben werde, sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in einem Interview.

Präsident Donald Trump dränge auf ein schnelles Ende des vor vier Jahren durch die russische Invasion ausgelösten Krieges. Dies liege an dem Konflikt der USA mit dem Iran. „Der Nahe Osten hat definitiv Auswirkungen auf Präsident Trump und, wie ich glaube, auf seine nächsten Schritte“, erklärte Selenskyj. Trump wähle bedauerlicherweise weiterhin eine Strategie, die den Druck auf die ukrainische Seite erhöhe.

Selenskyj hat wiederholt betont, dass Sicherheitsgarantien internationaler Partner notwendig seien, um sicherzustellen, dass Russland nach einem Friedensabkommen die Feindseligkeiten in künftig nicht wieder aufnehme. „Die Amerikaner sind bereit, diese Garantien auf hoher Ebene zu gewähren, sobald die Ukraine bereit ist, sich aus dem Donbass zurückzuziehen“, sagte der Präsident. Er warnte jedoch davor, dass ein solcher Rückzug die Sicherheit der Ukraine und damit Europas gefährden würde. Die Region verfüge über starke Verteidigungspositionen, die man Russland überlassen würde. Das Präsidialamt in Washington reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Selenskyj hatte im Januar noch erklärt, das Dokument über die Sicherheitsgarantien zwischen der Ukraine und den USA sei zu 100 Prozent fertig und warte auf die Unterzeichnung. Nach Gesprächen zwischen US- und ukrainischen Vertretern in Miami am Dienstag erklärte er jedoch, es stehe noch Arbeit an. (Reuters)

Selenskyj: Russland versucht USA im Iran-Krieg zu erpressen

Russland versucht nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die USA zu erpressen. Die Regierung in Moskau biete an, den Austausch von militärischen Geheimdienstinformationen mit dem Iran zu stoppen, sagt Selenskyj der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gegenzug solle Washington der Ukraine keine Geheimdienstdaten mehr zur Verfügung stellen. Dies gehe aus Berichten der ukrainischen Geheimdienste hervor, erklärt er weiter.

Zudem enthalten Selenskyj zufolge einige iranische Drohnen, die bei Angriffen auf US-Ziele im Nahen Osten eingesetzt werden, russische Bauteile. Russland weist eine Unterstützung des Irans im Krieg gegen die USA und Israel zurück. (Reuters)

Iran droht mit neuer Front an Meerenge Bab al-Mandab

Der Iran könnte eine neue Front an der Meerenge Bab al-Mandab eröffnen, sollten Angriffe auf iranisches Staatsgebiet oder seine Inseln erfolgen. Dies meldet die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Militärvertreter. Die strategisch wichtige Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Seehandel. Das östliche Ufer der Meerenge gehört zum Jemen. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat bereits mehrfach Frachter und Tanker in den Gewässern angegriffen. (Reuters)

Russische Ölexporte nach Angriffen und Beschlagnahmungen um 40 Prozent geringer

Nach ukrainischen Drohnenangriffen, einer Attacke auf eine Ölpipeline und der Beschlagnahmung von Tankern sind mindestens 40 Prozent der russischen Ölexporte vorerst gestoppt. Dies geht aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis von Marktdaten vom Mittwoch hervor. Demnach sind rund zwei Millionen Barrel pro Tag von den Ausfällen betroffen. Es handelt sich um die umfangreichste Unterbrechung der Öllieferungen in der jüngeren Geschichte Russlands, des weltweit zweitgrößten Ölexporteurs. Die Ölförderung ist eine der Haupteinnahmequellen für den Staatshaushalt und von zentraler Bedeutung für die Wirtschaft des Landes.

Die Ukraine hat im März ihre Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur verstärkt und dabei die drei wichtigsten westlichen Exporthäfen Noworossijsk am Schwarzen Meer sowie Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee getroffen. Das Terminal in Noworossijsk, das bis zu 700.000 Barrel pro Tag abfertigen kann, verlädt seit einem schweren ukrainischen Drohnenangriff Anfang des Monats weniger Öl als geplant. (Reuters)

Simbabwe: 15 Staatsangehörige bei Kämpfen für Russland getötet

Im Ukraine-Krieg sind nach Angaben der Regierung von Simbabwe 15 Staatsangehörige des Landes ums Leben gekommen, die für Russland gekämpft haben.

Die Männer seien unter falschen Versprechungen angeworben worden, sagt Informationsminister Zhemu Soda. Er spricht von Menschenhandel, der unter anderem über soziale Medien laufe.

Weitere 16 Simbabwer seien aus dem Kriegsgebiet zurückgekehrt und würden medizinisch versorgt. Die russische Botschaft in der Hauptstadt Harare lehnt eine Stellungnahme ab. (Reuters)

Bundeswehr will bei KI auf Nato-System und Daten aus Ukraine-Krieg setzen

Das deutsche Heer will bei der Künstlichen Intelligenz (KI) zur Beschleunigung militärischer Entscheidungen auf ein Nato-System setzen und dabei auch auf Daten aus dem Ukraine-Krieg zurückgreifen.

Die US-Streitkräfte hätten ein solches KI-System bereits eingeführt und seien voraus, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, in einem am Mittwoch veröffentlichten Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Er schloss ein europäisches System zwar nicht aus, fände es aber „wichtig, dass wir schnell etwas Funktionierendes haben“. Die KI solle Schlachtfeld-Daten schneller analysieren als Menschen und so die Entscheidungszyklen des Gegners durchbrechen.

Als Vorbild nannte Freuding die ukrainischen Streitkräfte, die KI nutzten, um auf Basis gesammelter Daten feindliches Verhalten zu analysieren und Gegenaktionen vorzuschlagen.

Die endgültige Entscheidung werde aber immer beim Menschen liegen. „Die Aufgabe, analytische und abgewogene Entscheidungen zu treffen, wird immer beim Menschen, beim Soldaten bleiben“, betonte Freuding. Die KI solle mit Daten aus Manövern der Bundeswehr sowie aus dem Ukraine-Krieg trainiert werden. (Reuters)

Haftbefehl für mutmaßliche Russland-Spionin in Vollzug

Nach der Festnahme zweier mutmaßlicher Russland-Spione sitzt einer der beiden verdächtigten Personen in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen die 45 Jahre alte Rumänin sei in Vollzug gesetzt worden, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die mutmaßliche Agentin war am Dienstag in Rheine in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Ihr Komplize, ein 43 Jahre alter Ukrainer, wurde am selben Tag im spanischen Elda festgenommen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nach Deutschland ausgeliefert.

Beide Beschuldigten stehen im Verdacht, im Auftrag eines russischen Geheimdiensts eine Person in Deutschland ausspioniert zu haben, die Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine geliefert hatte. Den Vorwürfen zufolge war der Drohnenlieferant dabei zuerst von dem Ukrainer ausgespäht worden. Als der nach Spanien zog, soll die Rumänin den Auftrag übernommen haben.

Laut Bundesanwaltschaft sind die beiden dringend verdächtig, als Agenten für einen ausländischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Unter anderem das bayerische Landeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz sind in die Ermittlungen involviert. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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