Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts der massiven Schäden an der Energieinfrastruktur durch die russischen Angriffe die Flugabwehr zu einem besseren Schutz der Anlagen aufgefordert. „Die Führung der Luftstreitkräfte muss beim Schutz deutlich schneller reagieren“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Er habe dies bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister und den Kommandeur der Luftstreitkräfte erklärt. Im ganzen Land gibt es massive Strom- und Heizungsausfälle. (dpa)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ruft die EU-Staaten zu Flexibilität bei der Verwendung des 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine auf. Die Europäische Union sollte nicht um jeden Preis darauf bestehen, dass die Mittel nur für den Kauf von Rüstungsgütern aus der EU verwendet würden nach dem Motto „Buy EU“, sagt Rutte EU-Abgeordneten. Zwar baue Europa seine Verteidigungsindustrie derzeit aus. Sie könne aber im Moment nicht annähernd genug liefern, was die Ukraine „heute zur Verteidigung und morgen zur Abschreckung“ brauche. (Reuters)
Die CSU steht einem EU-Beitritt der Ukraine überaus skeptisch gegenüber. „Wir sind da zurückhaltend, weil wir natürlich sehen, dass es den Charakter EU völlig verändert“, sagte Parteichef Markus Söder nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Sollte jemals angedacht werden, die Ukraine institutionell stärker an Europa zu binden, brauche es einen grundlegenden und völlig neuen Reformvertrag für Europa.
Aus Söders Sicht würden die aktuellen EU-Strukturen nicht ausreichen, um eine Erweiterung mit der Ukraine umzusetzen. Als Beispiel nannte er die Landwirtschaft, es würde aber auch sonst nicht passen - „deswegen große Zurückhaltung“. Dies bedeute nicht, dass die Tür für die Ukraine generell zugeschlagen werde, in dem Falle müsse aber Europa sich selbst völlig neu strukturieren.
Die Ukraine strebt seit Jahren den EU-Beitritt an. Seit Juni 2022 ist das Land offizieller Beitrittskandidat, innerhalb der EU-Staaten gibt es aber sehr unterschiedliche Meinungen dazu. So blockierte etwa Ungarn lange jegliche Beitrittsverhandlungen. Die ukrainische Regierung will diese dagegen möglichst schnell abschließen. (dpa)
Bei dem Treffen von Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi am Freitag und Samstag sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor allem militärische Fragen besprochen worden. Es sei aber auch um politische Themen gegangen, teilt Selenskyj auf der Online-Plattform X mit. „Die Vorbereitungen für neue trilaterale Treffen in dieser Woche laufen jetzt“, schreibt der Präsident.
Bei den jüngsten Beratungen über einen möglichen Waffenstillstand in dem seit fast vier Jahren währenden Krieg wurde bereits eine Fortsetzung beschlossen, ein konkreter Termin wurde nicht festgelegt. (Reuters)
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts wachsender Bedrohungen im Ostseeraum eine verbesserte länderübergreifende Widerstandsfähigkeit angemahnt. Der Ostseeraum werde vermehrt zum Ziel hybrider Angriffe aus Russland, etwa durch zerstörte Unterseekabel, Schiffe der Schattenflotte und Angriffe auf Offshore-Windparks, sagte Wadephul am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner lettischen Kollegin Baiba Braze in Riga. „Da braucht es besseren Austausch zwischen uns Ostseeländern.“
Vor allem müsse geklärt werden, wer für die Verteidigung in internationalen Gewässern zuständig sei: Das sei „eine große gemeinsame Aufgabe“, für die „wir uns jetzt schnell an die Arbeit machen müssen“, sagte der Bundesaußenminister. Auch müsse die „Überwachungsfähigkeit verstärkt“ und Abschreckungsmaßnahmen ausgeweitet werden.
Zahlreiche Schiffe der Schattenflotte und deren Hintermänner würden zwar bereits von EU-Seite gelistet, doch „wir wollen auch gegen Schiffe vorgehen, deren Flaggenstatus unklar ist“, sagte Wadephul. Mit Öltankern der Schattenflotte umgehe Russland nicht nur EU-Sanktionen, sondern bedrohe auch direkt die Ostseeanrainer wie Deutschland und Lettland: Häufig handele es sich um veraltete Tanker, die im Falle einer Havarie eine massive ökologische Bedrohung darstellten. „Wir müssen jetzt alle Möglichkeiten des Seerechts nutzen, um derartige Schiffe zu stoppen“, betonte Wadephul. Dazu müsse auch das Seerecht weiterentwickelt werden.
Mit Blick auf die wachsende Zahl hybrider Angriffe forderte Wadephul jedoch nicht nur die Politik, sondern auch die deutsche Gesellschaft auf, ihre Widerstandsfähigkeit auszubauen. In einem Jahr habe die Bundesrepublik „zwei Milliarden Attacken auf IT-Systeme“ erlebt. Darum müssten alle vorsichtiger werden. „Natürlich wird Russland weiter versuchen, uns zu destabilisieren“, sagte Wadephul. „Wir brauchen Aufmerksamkeit und ein aktives Mitmachen der gesamten Bevölkerung“, um dieser Bedrohung zu begegnen. (AFP)
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht die Ölraffinerie Slawjansk Eko in der südrussischen Region Krasnodar angegriffen. Kampfdrohnen hätten das Gelände der Anlage getroffen, teilt die Armee über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Im Zielgebiet seien Explosionen zu hören gewesen. Ersten Informationen zufolge seien Teile einer Ölverarbeitungsanlage getroffen worden. (Reuters)
Der Kreml sieht die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein Ende des Krieges noch ganz am Anfang. „Es wäre falsch, mit großer Ergebnisträchtigkeit zu rechnen“, kommentierte Kremlsprecher Dmitri Peskow ein erstes Treffen, das am vergangenen Wochenende in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfand.
Es gehe um schwierige Themen, sagte Peskow in Moskau der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. „Aber allein die Tatsache, dass diese Kontakte konstruktiv begonnen haben, muss man positiv sehen.“
Peskow: Keine freundschaftliche Atmosphäre möglichBei den ersten direkten Verhandlungen der Kriegsparteien seit Monaten wurde nur vereinbart, das Gespräch nach einer Woche fortzusetzen. Ein Termin steht bislang nicht fest. Peskow widersprach Berichten von US-Vertretern, dass zwischen den beteiligten Ukrainern und Russen eine fast freundschaftliche Atmosphäre geherrscht habe. „Das ist im jetzigen Stadium wohl kaum möglich“, sagte er.
Hat Trump in Alaska etwas zugesagt?Der Kremlsprecher verwies erneut auf eine angebliche „Formel von Anchorage“, in der Russlands Interessen festgelegt seien. Dies bezieht sich auf das Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin im August 2025 in Alaska. Zu einer Einigung wurde nichts mitgeteilt. Aber Moskau fordert einen Abzug der ukrainischen Armee aus Gebieten im Osten, die diese bislang noch verteidigt. Kiew lehnt dies ab.
Der deutsche Sicherheitsexperte Nico Lange schrieb im Netzwerk X, es scheine, als habe Trump in Anchorage Zusagen gemacht, die er nun nicht einlösen könne. Deshalb drängten die USA die Ukraine zu diesem Verzicht. (dpa)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: