Allein im Mai habe die Ukraine 100 Quadratkilometer mehr unter ihre Kontrolle gebracht, als sie verloren habe, teilt Syrskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Wo genau die Geländegewinne erzielt wurden, lässt er offen. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Kampfjets des westlichen Militärbündnisses Nato schießen eine Drohne über Lettland ab. Das teilt die lettische Armee mit. Nach Armeeangaben soll es sich dabei um ein ausländisches Flugobjekt gehandelt haben, das infolge „russischer elektromagnetischer Kriegsführung“ in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Nähere Angaben zur Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst nicht. Mindestens eine Drohne sei aus Russland in den lettischen Luftraum eingedrungen, sagt ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Reuters.
Ein zwischenzeitlich ausgerufener Luftalarm wurde aufgehoben. Davor waren Einwohner der an Russland und Belarus grenzenden östlichen Regionen aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben.
Verirrte Militärdrohnen schüren in den baltischen Staaten und Finnland zunehmend die Sorge vor einem Übergreifen des Ukraine-Krieges auf die nördlichen Nato-Grenzen. Hintergrund sind verstärkte ukrainische Angriffe auf russische Ölhäfen an der Ostsee, bei denen Drohnen wiederholt ihre Ziele verfehlen. (Reuters/dpa)
Ukrainische Angriffe auf russische Nachschubwege in den besetzten Gebieten im Süden und Osten der Ukraine beeinträchtigen die Logistik der russischen Streitkräfte zunehmend. Die daraus entstehenden operativen Folgen dürften sich in den kommenden Monaten weiter verstärken, schreibt das Institute for the Study of War (ISW).
Die Analysten verweisen insbesondere auf die ukrainische Feuerkontrolle über russische Versorgungsrouten entlang der Fernstraße M-04 zwischen Isvaryne, Donezk und Dnipro.
Nach Einschätzung des ISW sind russische Truppen dadurch zunehmend gezwungen, kleinere Nebenstraßen und Umgehungsrouten zu nutzen. Dies dürfte die Versorgung der russischen Einheiten verlangsamen und die Logistik zusätzlich belasten. (Valeriia Semeniuk)
Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist ein Lokführerassistent laut Behördenangaben getötet worden. Der Lokführer selbst sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit.
Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau–Simferopol getroffen worden. „Fahrgäste blieben unverletzt“, teilte Aksjonow mit. Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt.
Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen weitertransportiert worden, teilte die Bahngesellschaft Grand Service Express bei Telegram mit. Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut Behörden einen Toten und zwei Verletzte.
Der neuerliche Angriff trifft auch das Hotel- und Gaststättengewerbe auf der Krim empfindlich. Experten rechnen laut der Moskauer Zeitung „Kommersant“ damit, dass auf der bei den Russen beliebten Halbinsel in diesem Jahr drei bis vier Millionen Touristen wegbleiben. Die Zeitung berichtete von zahlreichen Stornierungen und rückläufigen Buchungszahlen. (dpa)
In Moldau sind die Trümmer einer russischen Drohne entdeckt worden, teilte das moldauische Verteidigungsministerium mit. Die Drohne soll während der russischen Angriffe auf die Ukraine in der Nacht zum 8. Juni nahe dem Dorf Lopatna abgestürzt und explodiert sein.
Nach Angaben des Ministeriums registrierte das Militär den Grenzübertritt der Drohne gegen 0.20 Uhr. Das Fluggerät bewegte sich demnach in Richtung der Ortschaften Michailowka und Lopatna. Später seien die Trümmer der Drohne auf einem Feld gefunden worden. Die am Fundort gesicherten Spuren deuteten auf eine Explosion hin, erklärte das Ministerium. (Valeriia Semeniuk)
Russische Einheiten haben nach Angaben der ukrainischen Partisanenbewegung „Atesch“ begonnen, sich von der Kinburn-Nehrung in der Region Mykolajiw zurückzuziehen. Grund seien unterbrochene Versorgungswege und hohe Verluste, teilte die Gruppe auf Telegram mit. Demnach verlassen Einheiten des 337. Regiments Stellungen im nördlichen und westlichen Teil der Nehrung.
Die Versorgung mit Munition, Treibstoff und Lebensmitteln sei vollständig zum Erliegen gekommen. Russische Feuergruppen könnten ukrainische Drohnenangriffe nicht mehr ausreichend abwehren, wodurch die Verluste weiter zunähmen.
„Atesch“ zufolge wurden Teile der russischen Kräfte bereits zuvor an die Front in der Region Saporischschja verlegt. Die auf der Kinburn-Nehrung verbliebenen Einheiten seien nicht aufgefüllt worden und könnten die Verteidigungslinie kaum noch halten. (Valeriia Semeniuk)
Die ukrainischen Sicherheitsbehörden haben einen geplanten Anschlag auf einen Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes (HUR) und stellvertretenden Leiter des Koordinierungsstabs für Kriegsgefangene vereitelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Kyjiw mit.
Nach Angaben der Ermittler erklärte sich ein 38-jähriger Ukrainer, ein ehemaliger Soldat mit Kampferfahrung und Geheimdienstkenntnissen, bereit, den Anschlag im Auftrag russischer Geheimdienste zu organisieren. Als Gegenleistung sollen ihm 100.000 US-Dollar versprochen worden sein.
Nach Erhalt einer Anzahlung von 10.000 Dollar begann der Verdächtige demnach, Informationen über das Ziel, dessen Wohnort und Tagesabläufe zu sammeln. Er habe das Wohnumfeld mehrfach ausgespäht und mögliche Fluchtwege erkundet. (Valeriia Semeniuk)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: