Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 16. April, 10:40 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1770
letzte Woche, 1855 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1770
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1070
200
174
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Angriff auf Odessa - Schäden an Wohnhäusern und Hafenanlagen

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Region Odessa sind in der Nacht Hafen-, Verkehrs- und Wohnanlagen beschädigt worden.

Der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, teilt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, dass an mehreren Orten Brände ausgebrochen seien. Unter anderem seien Verwaltungsgebäude, Container und mindestens sechs Wohnhäuser getroffen worden. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. (Reuters)

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko
Ukrainische Ministerpräsidentin nach US-Besuch zuversichtlich
Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko
Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko Credit: dpa

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko zeigt sich nach Gesprächen mit der US-Regierung in Washington zuversichtlich über die weitere Unterstützung für ihr Land.

US-Finanzminister Scott Bessent stehe an der Seite der Ukraine, sagt Swyrydenko der Nachrichtenagentur Reuters. Sie habe bei dem Treffen deutlich gemacht, dass die Sanktionen gegen Russland nicht abgeschwächt oder ausgesetzt werden dürften. (Reuters)

Slowakei droht weiter mit Blockade von Russland-Sanktionen

Die Slowakei will das nächste EU-Sanktionspaket gegen Russland so lange blockieren, bis durch die Druschba-Pipeline wieder russisches Öl über die Ukraine in das Land fließt. Das sagte Außenminister Juraj Blanar am Donnerstag im slowakischen Parlament.

Die Nachrichtenagentur TASR zitierte den linksnationalen Politiker mit der Drohung: „Wenn die Druschba-Ölleitung nicht wieder in Betrieb geht und schon das 20. Sanktionspaket zur Abstimmung auf dem Tisch liegt, werden wir nicht zustimmen“. Zur Begründung erklärte er: „Wir haben keine anderen Instrumente, um zu erzwingen, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gemeinsam mit der EU-Kommission die Druschba wieder freigibt.“

„Erdöl-Notstand“

Die slowakische Regierung hatte schon Mitte Februar einen „Erdöl-Notstand“ in dem EU- und Nato-Land ausgerufen, weil seit Ende Januar kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline über die Ukraine aus Russland fließt.

Nach ukrainischer Darstellung ist die Druschba-Pipeline durch russische Drohnenangriffe beschädigt. Das bezweifelt der linksnationale slowakische Ministerpräsident Robert Fico jedoch ebenso wie der scheidende ungarische Regierungschef Viktor Orbán. Ebenso wie Budapest verlangt auch Bratislava bisher vergeblich eine unabhängige Inspektion der Pipeline.

Der ukrainische Präsident hatte während deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin eine Reparatur Pipeline bis Ende April zugesagt. Bis dahin werde die Leitung so weit instandgesetzt, dass sie wieder funktioniere, sagte Selenskyj am Dienstag.

Fico wirft der Ukraine mit Blick auf die Druschba-Pipeline seit langem „Erpressung“ vor, weil seine Regierung sich weigere, dem von Russland angegriffenen Nachbarland Waffen aus eigenen Armeebeständen zu liefern.

Die Slowakei sei jedoch einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine mit „nicht-tödlichen“ Gütern wie Minenräumsystemen, Dieselgeneratoren oder Energielieferungen. Es sei daher unfair, dass die Ukraine die Energieversorgung der Slowakei gefährde, kritisierte Fico wiederholt. Seine Gegner werfen ihm jedoch eine „prorussische“ Politik vor. (dpa)


Russland greift Tschernihiw in der Nordukraine an

Das russische Militär hat in der Nacht die ukrainische Stadt Tschernihiw angegriffen und mehrere Viertel von der Stromversorgung abgeschnitten. Nach Angaben des regionalen Militärverwalters Dmitri Bryschinskyj wurden am frühen Morgen mehrere Objekte der Energieinfrastruktur getroffen und in Brand gesetzt. Vorerst gab es keine Berichte über mögliche Verletzte. Bryschinskyj machte in seiner Mitteilung auf Telegram keine Angaben, welche Waffen bei dem Angriff eingesetzt wurden.

Erst vor knapp zehn Tagen hatte das russische Militär die Energieversorgung von Tschernihiw schwer getroffen. Knapp 340.000 Kunden blieben damals vorübergehend ohne Strom. Russland greift die zivile Infrastruktur der Ukraine massiv an. Ziel dieser Angriffe, durch die es immer wieder Opfer gibt, ist es, die Zivilbevölkerung unter Druck zu setzen. (dpa)

Großbrand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff

Der ukrainische Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse hat einen Großbrand der dortigen Ölanlagen verursacht. Rettungskräfte der Region Krasnodar berichteten am Nachmittag, dass Löscharbeiten im Gang seien, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Bis zum Abend fehlte die sonst übliche Meldung, dass der Brand eingedämmt oder gelöscht sei.

Fotos in sozialen Netzwerken zeigten eine kilometerhohe schwarze Rauchsäule über dem Hafen von Tuapse. Das Kommando der ukrainischen Armee-Spezialeinheiten teilte mit, es seien die Ölverladeanlagen wie Objekte der örtlichen Raffinerie beschädigt worden. Der Komplex gehört dem größten russischen Ölkonzern Rosneft. (dpa)

Credit: Planet Labs PBC/Handout via REUTERS
Slowakei droht mit Veto gegen neue EU-Russland-Sanktionen

Die Slowakei will das geplante 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland blockieren, bis die Druschba-Ölpipeline wieder in Betrieb ist. „Wenn die Druschba-Ölpipeline nicht in Betrieb ist und die Verabschiedung des 20. Pakets auf dem Tisch liegt, werden wir es nicht billigen“, zitiert die Nachrichtenagentur TASR den slowakischen Außenminister Juraj Blanar aus einer Parlamentssitzung. Sein Land habe keine anderen Druckmittel, um die Ukraine und die EU-Kommission zur Wiederinbetriebnahme der Leitung zu zwingen, erklärt Blanar weiter. Hintergrund ist ein Streit um unterbrochene russische Öllieferungen durch die Pipeline, die nach ukrainischen Angaben Ende Januar durch einen russischen Angriff beschädigt wurde. (Reuters)

Russisches Gericht verurteilt für Ukraine kämpfenden Polen zu 13 Jahren Haft

Weil er auf der Seite der Ukraine gekämpft hat, ist ein polnischer Staatsbürger von einem von Russland eingesetzten Gericht in der Ukraine zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 47-jährige Krzysztof Flaczek sei im November 2024 in der Nähe der Stadt Tschassiw Jar festgenommen worden, teilte der russische Generalstaatsanwalt am Donnerstag mit. Das Urteil wurde vom Obersten Gericht von Luhansk verhängt. Moskau hat die ostukrainische Region als annektiert erklärt.

Es handelt sich um die jüngste Gefängnisstrafe, die gegen einen ausländischen Staatsbürger verhängt wurde, der im Kampf gefangengenommen und als „Söldner“ angeklagt wurde – und nicht als Kriegsgefangener, der unter dem Schutz der Genfer Konvention stehen würde.

Sowohl die Ukraine als auch Russland haben während des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges ausländische Kämpfer rekrutiert. Russland wird vorgeworfen, Hunderte Menschen, insbesondere aus Afrika, Asien und Zentralasien, zum Kämpfen gezwungen zu haben. Nordkorea entsandte tausend Soldaten, um die russischen Truppen zu verstärken.

Die Ukraine rekrutierte vor allem ehemalige Soldaten aus dem Westen, die Kiew bei der Verteidigung unterstützen wollten. Außerdem kämpften hunderte Kolumbianer, Georgier und Angehörige anderer Nationalitäten für die Ukraine - teils aus ideologischen, teils aus finanziellen Gründen. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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