Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Dschankoj auf der Halbinsel Krim sollen nach russischen Angaben fünf Zivilisten getötet worden sein. Dies meldeten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den von Russland eingesetzten Verwaltungschef Sergej Aksjonow. „Leider gibt es infolge eines Angriffs feindlicher Drohnen in Dschankoj Opfer unter der Zivilbevölkerung“, wird Aksjonow zitiert. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Im Ukraine-Krieg läuft die Zeit einer von Präsident Wolodymyr Selenskyj einseitig ausgerufenen Waffenruhe. Der ukrainische Staatschef hatte den Beginn auf 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt. Dabei war nicht sofort klar, ob Luftangriffe und Kämpfe am Boden tatsächlich eingestellt werden konnten. Russische Luftangriffe bedrohten nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe nur einige frontnahe Landkreise. In den meisten Landesteilen herrschte um Mitternacht kein Luftalarm.
Die Feuerpause gelte unbefristet, solange Russland nicht angreife, erläuterte der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow: „Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort.“ Selenskyj hatte zuvor gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite nicht sich nicht daran halten sollte.
Moskau will Waffenruhe nur für Tag des Sieges Von russischer Seite hat Kremlchef Wladimir Putin einseitig eine Waffenruhe nur für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Selenskyjs Ankündigung einer früheren Feuerpause wurde in Moskau den Dienstag über nicht kommentiert. (dpa)
Bei einem russischen Angriff mit einer Lenkbombe auf die südostukrainische Stadt Saporischschja werden nach Angaben des regionalen Gouverneurs mindestens zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt. Wohngebäude, eine Autowerkstatt und eine Waschanlage seien beschädigt worden, teilt Gouverneur Iwan Fedorow mit. Zudem habe der Angriff Brände in einem Geschäft und einem weiteren Betrieb ausgelöst. Auf vom Gouverneur veröffentlichten Bildern sind schwer beschädigte Gebäude, brennende Autos und blutende Menschen zu sehen. (Reuters)
Die EU hat einen Aufruf an Unternehmen gestartet, sich an der Gründung einer Drohnenallianz mit der Ukraine zu beteiligen. Das neue Format solle „als industriegeführtes Ökosystem“ zu den europäischen Bemühungen beitragen, „eine umfassende Drohnen- und Anti-Drohnen-Fähigkeit aufzubauen“, erklärte die EU-Kommission am Dienstag. Demnach soll die Initiative Hersteller, Start-ups und Endnutzer aus dem EU-Binnenmarkt und der Ukraine zusammenbringen, um in Zusammenarbeit mit dem Mitgliedstaaten zur „Bereitstellung konkreter Fähigkeiten“ beizutragen.
Die EU-Länder streben angesichts der Bedrohung aus Russland und der unberechenbaren Politik der US-Regierung die Stärkung ihrer eigenen Verteidigungsfähigkeit an. Dabei spielt die Drohnenabwehr eine besondere Rolle.
Im vergangenen Jahr waren russische Drohnen in die Lufträume mehrerer EU-Mitglieder an der Nato-Ostflanke eingedrungen. Zudem kam es unter anderem in Dänemark, Deutschland und Belgien vermehrt zu Drohnensichtungen über kritischer ziviler und militärischer Infrastruktur. Der Einsatz herkömmlicher Luftabwehr gegen Drohnen ist kostspielig und ineffizient. Die Ukraine hat in mehr als vier Jahren Krieg gegen Russland viel Erfahrung in der Drohnenabwehr gesammelt und gilt inzwischen als Experte in diesem Gebiet.
Mit der EU-Ukraine-Drohnenallianz will die Kommission nach eigenen Angaben den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und der Industrie erleichtern, die Zusammenarbeit mit der Ukraine intensivieren und somit die Entwicklung fortgeschrittener Drohnen- und Anti-Drohnen-Technologien unterstützen.
Interessenten können sich bis zum 25. Mai online anmelden, wie die Kommission mitteilte. Im Anschluss sollen die Gründungsmitglieder der Drohnenallianz ausgewählt werden. (AFP)

ussland hat vor der jährlichen Militärparade zu den Feiern des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai in Moskau den Zugang zum mobilen Internet für viele Nutzer gekappt. Die Einschränkungen dienten der Sicherheit angesichts eines erhöhten Risikos ukrainischer Drohnenangriffe, teilt der Kreml am Dienstag mit.
Reporter der Nachrichtenagentur Reuters in Moskau berichteten, dass das mobile Internet in verschiedenen Teilen der Hauptstadt nicht funktionierte. Telefongespräche waren demnach jedoch weiterhin möglich. Russische Mobilfunkbetreiber, die Großbank Sberbank sowie die Taxi-Sparte des Internetkonzerns Yandex hatten zuvor angekündigt, dass es zu Interneteinschränkungen und Störungen bei der Nutzung ihrer Dienste kommen könnte.
Die Parade zum Gedenken an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg wurde in diesem Jahr wegen der Bedrohungslage bereits verkleinert. Seit der Invasion in der Ukraine vor vier Jahren hat Russland die Kontrolle über das Internet bereits massiv verschärft. (Reuters)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert Russland scharf, weil es erst eine Feuerpause vorgeschlagen und dann die Ukraine erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen habe.
Damit habe Russland „blanken Zynismus“ an den Tag gelegt. „Russland könnte den Beschuss jederzeit einstellen und würde damit den Krieg und unsere Reaktionen beenden“, erklärt Selenskyj auf der Kurznachrichtenplattform X.
Um Frieden zu erreichen, seien konkrete Schritte nötig. „Die Ukraine wird entsprechend handeln.“ Der russische Präsident Wladimir Putin hatte eine Waffenruhe am 8. und 9. Mai anlässlich der Feierlichkeiten zum Sieg über Nazi-Deutschland ausgerufen.
Selenskyj schlug daraufhin eine Kampfpause vor, die bereits früher beginnen solle, und zwar in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Zur Dauer machte er keine Angaben.
Ukrainische Behörden beobachten eine verstärkte Entwicklung von Trainingsgeländen und logistischen Kapazitäten, die künftig auch von russischen Streitkräften genutzt werden könnten.
Das sagte der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes, Andrij Demtschenko, im ukrainischen Fernsehen.
Derzeit gebe es jedoch keine ausreichenden russischen Truppen in Belarus, die eine unmittelbare Bedrohung darstellten. Die vorhandene Infrastruktur könne aber jederzeit dafür genutzt werden, betonte Demtschenko.
Zugleich warnte der Grenzschutz vor möglichen Provokationen nahe der Grenze. Anfang Mai sei ein Objekt aus Belarus in den ukrainischen Luftraum eingedrungen, das später als Ballon mit Signalverstärker identifiziert worden sei. Die Ukraine bereite sich auf verschiedene Szenarien an der Grenze vor, sagte Demtschenko. (Valeriia Semeniuk )
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: