Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 12. Februar, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1648
letzte Woche, 1597 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1648
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 6.2., letzte Aktualisierung: 13.2. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
917
200
76
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
646
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 6.2., letzte Aktualisierung: 13.2. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

USA schicken offenbar weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Die USA schicken im Konflikt mit dem Iran um dessen Atom- und Raketenprogramm Berichten zufolge einen weiteren Flugzeugträger-Verband in den Nahen Osten. Die Besatzung des in der Karibik stationierten Flugzeugträgers „U.S.S. Gerald R. Ford“ sei über die Entscheidung informiert worden, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf vier US-Beamte. Auch der US-Sender CBS meldete die geplante Entsendung des modernsten Flugzeugträgers der US-Marine und seiner Begleitschiffe in den Nahen Osten.

Die USA haben in den vergangenen Wochen ihre militärische Präsenz im Nahen Osten unter anderem mit dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ deutlich verstärkt. Der Flugzeugträger „U.S.S. Gerald R. Ford“ soll sich dem nun demnach anschließen. Der Verband werde voraussichtlich nicht vor Ende April oder Anfang Mai zurückkehren, berichtete die „New York Times“. Auch weitere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Jagdgeschwader befinden sich nach Informationen der US-Zeitung „Wall Street Journal“ bereits in der Golfregion.

Vertreter der USA und des Irans hatten vergangene Woche in Omans Hauptstadt Maskat neue Verhandlungen begonnen. Trump stellte danach eine Fortsetzung in Aussicht – ein genauer Termin dafür steht aber bisher nicht fest. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet eine vollständige Aufgabe seines Atomprogramms jedoch als rote Linie. Auch Verhandlungen über das heimische Raketenprogramm schloss Irans Regierung zuletzt kategorisch aus. Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten Sanktionen und einen wirtschaftlichen Aufschwung. (dpa)

Stoltenberg fordert neue Waffenkontrollgespräche mit Russland

Der ehemalige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich laut einem Medienbericht vor dem Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz für Gespräche mit Russland zur Atomwaffenkontrolle ausgesprochen. „Ich glaube, dass wir auf der Basis von Stärke und glaubwürdiger Abschreckung wieder mit Russland reden müssen“, sagte Stoltenberg der „Augsburger Allgemeinen“ zufolge. Er bedauere es sehr, dass die gesamte Architektur der Waffenkontrolle, die nach und nach während und nach dem Kalten Krieg entwickelt wurde, nicht mehr existiere. „Wir müssen einen Weg finden, eine neue Ordnung der Waffenkontrolle herzustellen“, forderte der norwegische Finanzminister. „Wir waren dazu im Kalten Krieg in der Lage, wir sollten es zukünftig auch sein.“ (Reuters)

Die Ukraine meldet erneute russische Drohnenangriffe auf die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer.

Die zweite Drohnenwelle innerhalb von 24 Stunden habe weitere Häuser, Industrieanlagen und die Energieinfrastruktur der Stadt beschädigt, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, mit. Strom-, Heizungs- und Wasserversorgung seien unterbrochen worden.

Ein Mensch sei getötet und sechs weitere Personen verletzt worden. Die Attacke habe einem der Häfen in der Region Odessa am Schwarzen Meer gegolten, schreibt der ukrainische Vize-Ministerpräsident Olexij Kuleba auf Telegram. Es habe sich um einen schweren Angriff auf Hafen- und Eisenbahnanlagen gehandelt. Auch in der Region Dnipropetrowsk sei das Zugnetz attackiert worden. (Reuters)

Selenskyj offenbar bereit zu Wahlen und Referendum mit Sicherheitsgarantien

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi ist laut einem Medienbericht offen für Präsidentschaftswahlen in der Ukraine und für ein Referendum über ein Friedensabkommen mit Russland. „Sind wir bereit für Wahlen? Wir sind bereit. Sind wir bereit für ein Referendum? Wir sind bereit“, sagte Selenskyj in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der US-Zeitschrift „The Atlantic“.

Die Ukraine habe vor nichts Angst, sagte Selenskyj demnach. Er werde jedoch kein Abkommen unterzeichnen, das den Interessen der Ukraine schade. Er habe einen Vorschlag abgelehnt, die Abstimmungen am 24. Februar, dem vierten Jahrestag des russischen Einmarsches in die Ukraine, anzukündigen. „Ich bin zu Wahlen bereit, aber wir brauchen Sicherheit, Sicherheitsgarantien und einen Waffenstillstand“, sagte Selenskyj dem Bericht zufolge. (Reuters)

Der lettische Verteidigungsminister Andris Sprūds hält einen Frieden in der Ukraine bis Juni, wie von US-Präsident Donald Trump geplant, laut einem Medienbericht für unrealistisch.

„Putins imperiale Ambitionen sind ungebrochen. Der Drang in Moskau, fremde Länder anzugreifen und zu besetzen, besteht unvermindert fort“, sagte Sprūds im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)laut Vorabbericht. „Es ist also ziemlich unrealistisch, dass bis Juni Frieden in der Ukraine einkehrt.“ Zu den wahren Ursachen dieses Krieges gehöre auch Putins autoritäres Regime, das um jeden Preis überleben wolle und deshalb auf seinen Maximalzielen im Krieg beharre. Daran habe sich nichts geändert. (Reuters)

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius stellt der Ukraine die Lieferung von fünf weiteren PAC-3-Abfangraketen in Aussicht.

Die Zusage sei jedoch an die Bedingung geknüpft, dass andere Länder insgesamt 30 dieser Flugkörper spendeten, sagt Pistorius in Brüssel. Deutschland werde sich zudem an einem Projekt zum Schutz von Großstädten in der Ukraine beteiligen. (Reuters)

Die in der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe organisierten Unterstützer des Landes haben ihre Zusagen an Militärhilfen für Kiew für das Jahr 2026 auf 35 Milliarden Euro erhöht.

Das teilte der britische Verteidigungsminister John Healey nach einem Treffen der Gruppe am Donnerstag in Brüssel mit. Die 35 Milliarden Euro setzen sich nach Angaben aus Nato-Kreisen aus bereits angekündigten und neuen Beiträgen zusammen. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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