Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 30. März, 10:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1816
letzte Woche, 1739 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1816
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1113
200
125
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
564
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.3., letzte Aktualisierung: 1.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Das Werkt Werk Nizhnekamskneftekhim steht in Flammen.
Drei Tote bei Explosion in russischer Chemiefabrik
Das Werkt Werk Nizhnekamskneftekhim steht in Flammen.
Das Werkt Werk Nizhnekamskneftekhim steht in Flammen. Credit: SOCIAL MEDIA/via REUTERS THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT. NO RESALES. NO ARCHIVES. VERIFICATION

Bei einem Großbrand in einer Petrochemie-Anlage in der russischen Region Tatarstan kommen mindestens drei Menschen ums Leben, darunter ein Feuerwehrmann. 68 Menschen werden verletzt, teilt der Betreiber Sibur mit. Im Werk Nizhnekamskneftekhim explodiert nach einem Druckverlust ein Gasgemisch in einer Anlage für synthetischen Kautschuk. Das Feuer ist unter Kontrolle, eine Ausbreitung droht nicht. Die Produktion werde um sechs Prozent reduziert, sagt Sibur-Chef Mikhail Karasalow. In umliegenden Wohnblocks sind Fenster zerstört worden. (Reuters)

29 Menschen sterben bei Absturz eines russischen Militärflugzeugs über der annektierten Krim

Bei dem Absturz eines russischen Militärflugzeugs auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind nach Angaben der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass 29 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern seien sechs Besatzungsmitglieder und 23 Passagiere, berichtete Tass am Mittwoch unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. An den Trümmern des Flugzeugs seien keinerlei Spuren eines äußeren Einschlags festgestellt worden.

Zum jetzigen Zeitpunkt gilt dem russischen Verteidigungsministerium zufolge ein technischer Defekt als wahrscheinlichste Absturzursache. Das Transportflugzeug vom Typ Antonow-26 befand sich demnach auf einem planmäßigen Flug über die Halbinsel, als der Kontakt gegen 18.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MESZ) verloren ging. Ein Such- und Rettungsteam habe später die Absturzstelle ausfindig gemacht.(AFP)

Selenskyj kündigt Videogespräch mit US-Vertretern an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Videogespräch mit US-Vertretern angekündigt. Es sei für den morgigen Mittwoch geplant und die US-Seite habe darum gebeten, hatte er vor einem Treffen mit EU-Außenministern in Kiew gesagt. Dabei sein sollen demnach Selenskyj selbst und der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Rustem Umjerow, sowie der US-Sondergesandte Steve Witkoff, US-Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Senator Lindsey Graham. Es werde darum gehen „wo wir stehen“ und wie nah ein dreiseitiges Treffen sei, sagte Selenskyj.

Die Ukraine sei bereit, einen Waffenstillstand zu vereinbaren, dort wo sie stehe, sagte das ukrainische Staatsoberhaupt. Das sei eine starke Kompromisssituation, um zu einer diplomatischen Lösung zu gelangen. Russland habe den USA neue Fristen für die Erreichung seiner Ziele an der Front genannt, führte Selenskyj aus. Russland wolle, dass die Ukraine sich in zwei Monaten aus dem Donbass zurückziehe, dann ende der Krieg, sagte Selenskyj. Andernfalls, sage Russland, es werde den Donbass einnehmen und dann werde es andere Bedingungen geben. „Wenn ihr Ziel nur der Donbass ist, warum sagen sie dann, dass sie weiter vorrücken werden und es dann andere Bedingungen geben wird?“, sagte Selenskyj.

Selenskyj warf Moskau vor, Druck auf die USA vor den dortigen Zwischenwahlen auszuüben. Zuletzt verhandelten Moskau und Kiew unter US-Vermittlung direkt miteinander über eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs. Der Iran-Krieg verzögerte jedoch eine neue Runde in dem Format. (dpa)

Selenskyj: Ungarn blockiert EU-Hilfspaket „um Russland zu gefallen“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban vorgeworfen, einen von der EU beschlossenen Hilfskredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine zu blockieren, „um Russland zu gefallen“. Selenskyj erhob den Vorwurf am Dienstag in Kiew bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Selenskyj warf Orban vor, durch seine Blockadehaltung dringend nötige Reparaturarbeiten an von Russland beschädigten Infrastruktureinrichtungen in seinem Land zu verzögern.

Diese Arbeiten hätten Selenskyj zufolge mit fünf der 90 Milliarden Euro aus EU-Mitteln finanziert werden sollen. Die Baumaßnahmen, die im März beginnen sollten, seien bereits verschoben worden. „Und das alles nur, weil eine Person in Europa sich gegen ganz Europa stellt, nur um Moskau zu gefallen“, sagte der ukrainische Präsident weiter.

Ungarns Regierungschef Orban widersetzt sich einem bereits im Dezember von der EU beschlossenen Hilfskredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Hintergrund ist ein Streit zwischen Budapest und Kiew um die Druschba-Ölpipeline, durch die russisches Öl über die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei fließt. Orban verlangt die Öffnung der Pipeline, die laut Kiew im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt worden war.

Kiew ist dringend auf die EU-Mittel angewiesen. 60 der 90 Milliarden sollen laut Kiew in die Armee investiert werden, um deren Kampftüchtigkeit in den Jahren 2026 und 2027 zu gewährleisten. (AFP)

Wadephul und Kallas übergeben Hilfslieferungen an Ukraine

Deutschland und die Europäische Union unterstützen die durch den russischen Angriffskrieg angeschlagene ukrainische Eisenbahn mit Material im Wert von rund zwei Millionen Euro. Außenminister Johann Wadephul (CDU) und EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas übergaben das Material zur Unterstützung der ukrainischen Eisenbahn zum Abschluss ihres Solidaritätsbesuches in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Zuvor hatte sich Wadephul von Mitarbeitern der ukrainischen Staatsbahn einen bei einem russischen Angriff zerstörten und ausgebrannten Eisenbahnwaggon zeigen lassen. Bei dem Drohnenangriff starben nach Angaben von ukrainischer Seite am 27. Januar in der Region Charkiw sechs Menschen.

Kallas übergab für die EU 10 von insgesamt 32 Generatoren. Das Paket im Wert von 1,4 Millionen Euro umfasst zudem Baumaschinen und Lastwagen. Deutschland stellt der Ukraine bilateral 18 Fahrzeuge im Wert von rund 600.000 Euro zur Verfügung. Wadephul übergab symbolisch mehrere Pickups und Minibusse. Der Außenminister hatte am Nachmittag auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow zu Gesprächen getroffen. (dpa)

Menschenrechtler kritisieren Internetblockaden in Russland

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Internetblockaden und Vorgehen gegen Proteste in Russland kritisiert. „Russlands Internetabschaltungen und das harte Vorgehen gegen Demonstranten sind eklatante Verstöße gegen Russlands Verpflichtung, die Meinungs-, Informations- und Versammlungsfreiheit zu achten“, sagte Hugh Williamson, Direktor der Abteilung Europa und Zentralasien bei HRW, einer Mitteilung zufolge.

In Russland wird seit vergangenem Jahr immer wieder das mobile Internet abgeschaltet. Offiziell werden die Sperren mit Sicherheitsbelangen begründet, um vor ukrainischen Angriffen mit Drohnen oder Raketen zu schützen. Behörden untersagten nach Protestaufrufen zuletzt reihenweise Demonstrationen. Moskau baut Kontrolle und Zensur im Netz immer weiter aus – vor allem seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine. Zahlreiche Dienste und Websites sind blockiert und können in Russland nur über Tunneldienste wie virtuelle private Netzwerke (VPN) aufgerufen werden. (dpa)

Abgehörtes Telefonat: Ungarns Außenminister versprach Lawrow Gefälligkeiten

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn sorgt ein abgehörtes Telefonat zwischen Außenminister Peter Szijjarto und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über EU-Sanktionen für Aufsehen. Das in Warschau ansässige Nachrichtenportal Vsquare.org veröffentlichte am Dienstag den Mitschnitt eines Gesprächs vom August 2024. Darin soll Szijjarto Lawrow zugesagt haben, sich gemeinsam mit der Slowakei für die Streichung der Schwester eines russischen Geschäftsmanns von der EU-Sanktionsliste einzusetzen. „Wir werden unser Bestes tun, um sie von der Liste zu bekommen“, sagt Szijjarto in der englischsprachigen Aufnahme. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Echtheit nicht überprüfen.

„Es ist ein riesiger Skandal (...), dass ausländische Geheimdienste meine Telefonate kontinuierlich abgehört haben und dass diese ausländischen Geheimdienste diese Telefonate nun eineinhalb Wochen vor den ungarischen Parlamentswahlen veröffentlicht haben“, erklärte Szijjarto auf seiner Facebook-Seite. Die russische Regierung äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Das investigative Medium Vsquare berichtete zudem über ein weiteres Telefonat, allerdings ohne einen Mitschnitt zu veröffentlichen, in dem Szijjarto dem russischen Vize-Energieminister Pawel Sorokin versprochen haben soll, auf die Aufhebung von EU-Sanktionen gegen die russische Schattenflotte von Öltankern hinzuarbeiten.

Die Veröffentlichung erfolgt kurz vor der Wahl am 12. April, bei der Ministerpräsident Viktor Orban ohnehin im Hintertreffen steht. In unabhängigen Umfragen führt die Oppositionspartei Tisza deutlich. Orban pflegt trotz Russlands Krieg gegen die Ukraine enge Beziehungen zu Präsident Wladimir Putin, und Ungarn ist weiterhin stark von russischem Öl und Gas abhängig. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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