Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 22. April, 09:20 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1770
letzte Woche, 1855 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1770
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 21.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1070
200
174
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 21.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Ukraine bittet Türkei um Ausrichtung eines Gipfels mit Selenskyj und Putin

Die Ukraine hat die Türkei um die Ausrichtung eines Gipfeltreffens zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Staatschef Wladimir Putin gebeten. Die Regierung in Kiew wolle damit die stockenden Friedensgespräche wiederbeleben, sagt der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha.

Die Ukraine sei bereit, jeden Ort außer Belarus oder Russland für ein Treffen mit Putin in Betracht zu ziehen. Selenskyj bemühe sich seit langem um ein solches Treffen, um die Versuche für eine Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges voranzutreiben.

Wie die Regierung in Ankara auf den Vorschlag reagierte, sagt Sybiha nicht. Die Türkei hat wiederholt versucht, zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln und bereits mehrere Verhandlungsrunden ausgerichtet. Ein Gipfeltreffen von Putin und Selenskyj fand seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 allerdings noch nicht statt. (Reuters)


EU entscheidet heute über blockierten Milliarden-Kredit für die Ukraine

Die EU will den letzten Beschluss für ein Unterstützungsdarlehen an die Ukraine in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro fassen. Bislang war die Entscheidung von Ungarn blockiert. Der scheidende ungarische Premierminister Viktor Orbán hatte angekündigt, sein Veto zurückzuziehen, wenn wieder russisches Öl über die durch russische Angriffe beschädigte Druschba-Pipeline fließt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb am Dienstagabend, die Ukraine habe die Reparaturarbeiten an der durch Pipeline abgeschlossen, so dass sie wieder in Betrieb genommen werden könne.

Dies bestätigte am Mittwoch ungarische Ölkonzern MOL mit, Der ukrainische Betreiber Ukrtransnafta habe die Reparaturarbeiten abgeschlossen und den seit Ende Januar geltenden Zustand "höherer Gewalt" für beendet erklärt.

Mit der Wiederaufnahme der Lieferungen gebe es keinen Grund mehr für eine weitere Blockade: Nun müsse auch die EU ihre Zusagen einhalten und das Paket freigeben, so Selenskyj.

Der ukrainische Präsident kritisierte zudem, dass es seit längerem keine Fortschritte bei neuen Russland-Sanktionen gebe. Der Druck auf Moskau müsse aufrechterhalten werden, damit Russland den Krieg nicht unbestraft weiterführen könne. (Tsp, Reuters)


Ukraine meldet russische Drohnenangriffe auf Süden

Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Schwarzmeerhafen Odessa sind nach ukrainischen Angaben in der Nacht Liegeplätze, Lagerhallen und Bahnanlagen beschädigt worden. Auch Einrichtungen von Hafenbetreibern seien getroffen worden, teilt der stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Kuleba mit.

Bei einem weiteren Drohnenangriff auf einen Bahnhof in der südlichen Region Saporischschja sei zudem ein Bahnmitarbeiter getötet worden. (Reuters)

Selenskyj dankt Merz für Deutschlands „starke Unterstützung“ für die Ukraine

Vor einer EU-Abstimmung über ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für seine Unterstützung gedankt. Im Onlinedienst X erklärte Selenskyj am Dienstagabend, in einem Gespräch mit Merz habe er dessen „so starke Unterstützung der Ukraine“ gelobt. Sie hätten Themen der bilateralen und multilateralen Beziehungen gesprochen sowie über „die Schritte, die notwendig sind, um den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union voranzutreiben“.

Thema des Gesprächs waren laut Selenskyj auch „Treffen und Verhandlungen diese Woche“. „Danke, Friedrich, für die Unterstützung und die Bereitschaft, bei allem zu helfen!“, schloss der ukrainische Präsident seine Erklärung. (dpa)

Leiter des größten russischen Verlags wegen Verbreitung von LGBT-Büchern vernommen

Wegen der Verbreitung von Büchern mit LGBT-Bezug ist der Leiter des größten russischen Verlagshauses Eksmo am Dienstag nach Unternehmensangaben vernommen worden. Generaldirektor Jewgeni Kapijew und weitere Beschäftigte wie etwa der Vertriebsleiter seien vom russischen Ermittlungskomitee vorgeladen worden, sagte eine Sprecherin des Verlags der Nachrichtenagentur AFP. Das Ermittlungskomitee ist in Russland für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständig.

Die Vernehmungen seien „im Rahmen eines Strafverfahrens wegen Extremismus im Zusammenhang mit der Verbreitung von Büchern des Verlags Popcorn“ erfolgt, sagte die Eksmo-Sprecherin weiter. Popcorn ist eine Untermarke von Eksmo und hat in der Vergangenheit Bücher für junge Erwachsene zu den Themen Geschlechtsidentität, psychische Gesundheit und Rassismus veröffentlicht. Eksmo wurde 1991 gegründet und veröffentlicht verschiedenste Bücher für Erwachsene und Kinder. Die englische Abkürzung LGBT steht für lesbisch, schwul, bisexuell und transgender.

Eksmo wies Berichte staatlicher Medien zurück, in denen es unter Berufung auf nicht genannte Behördenvertreter hieß, Verlagsräume seien durchsucht worden. AFP-Reporter sahen am Dienstag am Unternehmenssitz keine Anzeichen für eine Durchsuchung. (AFP)

Selenskyj: Reparatur von Druschba-Pipeline nach Europa abgeschlossen

Die von den EU-Ländern Ungarn und Slowakei geforderten russischen Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline können nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wieder aufgenommen werden. Die Ukraine habe die Reparaturarbeiten an der durch russischen Beschuss beschädigten Pipeline abgeschlossen, so dass sie wieder in Betrieb genommen werden könne, erklärte Selenskyj am Dienstag in Onlinenetzwerken.

Ungarn hatte mit Verweis auf die ausbleibenden Druschba-Öllieferungen sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch das neue Sanktionspaket gegen Russland blockiert. Die Slowakei ebenfalls. Selenskyj teilte mit, die Ukraine mache Öllieferungen an EU-Staaten von der Freigabe der für die Ukraine vorgesehenen Milliarden-Mittel abhängig.

Die Pipeline war im Januar durch russische Angriffe beschädigt worden. (AFP/Reuters/Tsp)

Trump fordert Iran zur Freilassung von acht zum Tode verurteilten Frauen auf

US-Präsident Donald Trump hat Teheran aufgefordert, acht mutmaßlich zum Tode verurteilte Frauen freizulassen und einen solchen Schritt als „sehr guten Start für die Verhandlungen“ zwischen den USA und dem Iran bezeichnet. „An die iranische Führung, die bald mit meinen Vertretern verhandeln wird: Ich wäre sehr dankbar für die Freilassung dieser Frauen“, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

„Bitte tut ihnen nichts an! Das wäre ein sehr guter Start für die Verhandlungen!“, schrieb Trump dort weiter als Kommentar zu einen Beitrag, den er teilte.

Der von Trump geteilte Beitrag zeigt die Fotos von acht Frauen mit den Worten: „Die Islamische Republik Iran bereitet sich darauf vor, acht Frauen zu hängen.“ Der Beitrag war am Montag von dem pro-israelischen Aktivisten Ejal Jakoby im Onlinedienst X geteilt worden. Die Namen der betroffenen Frauen werden darin nicht genannt. Der Beitrag konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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