Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 03. Februar, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1595
letzte Woche, 1606 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1595
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 30.1., letzte Aktualisierung: 4.2. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
873
200
59
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
654
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 30.1., letzte Aktualisierung: 4.2. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Trump ruft Putin zur Beendigung des Krieges in der Ukraine auf

Nach der Wiederaufnahme der russischen Angriffe auf die Ukraine hat US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Beendigung des Krieges aufgerufen. „Ich will, dass er den Krieg beendet“, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten im Weißen Haus. Auf die Frage, ob er enttäuscht sei, dass Putin die einwöchige Feuerpause nicht verlängert habe, antwortete Trump: „Ich würde mir das von ihm wünschen.“

Zugleich äußerte der US-Präsident sich anerkennend über Putin. Der Kreml-Chef habe „sein Wort gehalten“, indem er die Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte für den vereinbarten Zeitraum ausgesetzt habe. Eine Woche sei „viel“, sagte Trump und fügte hinzu: „Wir nehmen alles, denn es ist dort wirklich sehr, sehr kalt."

In der südukrainischen Stadt Saporischschja wurden derweil bei einem russischen Drohnenangriff nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet. Mindestens elf weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Wohngebiet verletzt worden, erklärte der ukrainische Regionalgouverneur Iwan Fedorow in Onlinediensten. Bei den Todesopfern handele es sich um einen 18-jährigen Mann und ein Mädchen. Unter den Verletzten seien ebenfalls drei Kinder. (AFP)

CDU-Außenpolitiker Hardt: Kreml hat kein Interesse an Frieden

Vor den geplanten Gesprächen zwischen ukrainischen und russischen Unterhändlern in Abu Dhabi warnt der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt vor zu großen Erwartungen. „Die Erfahrung lehrt, dass hohe Erwartungen an Friedensverhandlungen mit Putin unangebracht sind. Russland zeigt durch seine bewussten Angriffe auf Kiews Energieinfrastruktur, dass der Kreml kein Interesse an Frieden hat, sondern den kalten Winter nutzt, um die Moral des ukrainischen Volkes zu untergraben“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zweck der Verhandlungen sei für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ein Zeit- und Punktgewinn, sein Ziel bleibe die Unterwerfung der Ukraine und die Schwächung des freien Europas. (dpa)

Tote bei Drohnenangriff auf Saporischschja

Durch einen russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind nach örtlichen Angaben mindestens zwei Zivilisten getötet worden. Gebietsgouverneur Iwan Fedorow sprach von einem jungen Mann und einer jungen Frau, die beide 18 Jahre alt waren. Außerdem seien acht Menschen verletzt worden.

Die ukrainische Luftwaffe verzeichnete nachmittags sowohl Drohnenattacken wie den Abwurf von Lenkbomben auf Saporischschja. Der Angriff ereignete sich, bevor Vertreter der Ukraine und Russlands am Mittwoch unter US-Vermittlung in Abu Dhabi über Wege zu einem Kriegsende sprechen wollen.

Stromausfall in russischer Stadt BelgorodAuf russischer Seite verursachte ukrainischer Raketenbeschuss laut Medienberichten einen Stromausfall in der grenznahen Großstadt Belgorod. Demnach wurden zwei Umspannwerke getroffen. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow sprach auf Telegram von Schäden an Infrastrukturobjekten. Die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion und beschießt dabei auch Ziele im Land des Angreifers. (dpa)

Ukraine entwickelt eigene ballistische Rakete - stößt aber auf massive strukturelle Probleme

Die Ukraine arbeitet an der Entwicklung einer eigenen ballistischen Rakete, die als Pendant zum russischen System „Iskander“ gilt. Wie "BBC News Ukraine" berichtet, könnte ein solches Waffensystem die militärischen Fähigkeiten Kyjiws erheblich stärken.

Gleichzeitig stößt das Programm offenbar auf gravierende technologische und industrielle Hürden, die eine schnelle Serienproduktion derzeit unwahrscheinlich machen.

Das zentrale Problem liegt demnach weniger in der Konstruktion der Rakete selbst, als vielmehr in der Herstellung von Feststofftriebwerken und Raketentreibstoff.

Diese Schlüsselkomponenten können in der Ukraine nur in begrenztem Umfang produziert werden und waren wiederholt Ziel russischer Raketenangriffe. Besonders betroffen sind strategisch wichtige Betriebe wie Piwdenmasch und das Pawlohrader Chemiewerk, deren beschädigte Infrastruktur die Produktionskapazitäten zusätzlich einschränkt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Arbeiten an der ukrainischen Ballistik seien beschleunigt worden; das operative-taktische Raketensystem „Sapsan“ sei bereits eingesetzt worden. Konkrete Angaben zu Stückzahlen, Reichweite oder Wirksamkeit bleiben aus Sicherheitsgründen geheim.

Experten, auf die sich BBC beruft, gehen davon aus, dass derzeit nur eine sehr geringe Zahl einsatzfähiger Raketen existiert. Dennoch gilt das Programm als strategisch zentral – auch aus europäischer Perspektive, da ballistische Raketen aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit und schwierigen Abfangbarkeit eine Schlüsselrolle im modernen Krieg spielen. (Yulia Valova)

Neue Gesprächsrunde zwischen Kiew und Moskau in Abu Dhabi

Unterhändler aus Kiew und Moskau wollen am Mittwoch in Abu Dhabi zu weiteren direkten Gesprächen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs zusammenkommen. Die für zwei Tage angesetzten Verhandlungen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate werden von den USA vermittelt. Der Termin für das trilaterale Treffen war ursprünglich für Sonntag geplant gewesen, wurde aber auf Mittwoch verschoben.

Unterhändler Moskaus und Kiews hatten vor anderthalb Wochen erstmals direkt miteinander über den US-Plan zur Beendigung der Kämpfe gesprochen. Beide Seiten sind sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen inzwischen in mehreren Punkten einig. Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen bleibt jedoch die Forderung Moskaus nach einem Rückzug der Ukraine aus der Region Donezk, der von Kiew entschieden abgelehnt wird. Die wichtige Industrieregion gehört zur Ukraine, ist aber teilweise von russischen Truppen besetzt. (dpa)

Macron: Vorbereitung für neuen Dialog mit Moskau im Gange

Eine Wiederaufnahme direkter Gespräche zwischen Europa und Moskau wird nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorbereitet. Es gebe auf technischer Ebene Unterhaltungen, sagte Macron. Der französische Staatschef betonte zwar, dass die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine keine wahre Bereitschaft zeigten, über Frieden zu verhandeln. Doch man bereite den Dialog für den Tag danach vor. „In diesem Rahmen ist es tatsächlich wichtig, dass die Europäer ihre eigenen Gesprächskanäle wiederherstellen. Das wird aus technischer Sicht vorbereitet.“

Macron hatte im Dezember gesagt, dass es nützlich sein könnte für Europa und die Ukraine, wieder mit Kremlchef Wladimir Putin zu sprechen, um direkt an der Diskussion beteiligt zu sein. „Ansonsten diskutieren wir untereinander mit Verhandlungsführern, die allein mit den Russen diskutieren werden. Das ist nicht optimal.“

Putin zeigte sich kurz darauf zu einem Gespräch mit Macron bereit. Das letzte bekannte Gespräch zwischen Macron und Putin fand im vergangenen Sommer statt. Es war das erste Telefonat der beiden seit mehr als zweieinhalb Jahren. (dpa)

Selenskyj wirft Russland Verstoß gegen Teilwaffenruhe vor

Vergangene Nacht hat Moskau nach Ansicht Kiews mit Raketen- und Drohnenangriffen auf ukrainische Energieanlagen gegen eine von den USA vermittelte Teilwaffenruhe verstoßen. „Wir finden, dass dieser russische Angriff tatsächlich gegen die getroffenen Vereinbarungen verstieß. Es muss dafür Folgen geben“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew.

Die Ukraine werde aus diesem Anlass Washington kontaktieren. „Ich hoffe, dass die Partner nicht dazu schweigen werden, was vor sich geht“, mahnte Selenskyj. Er warf Russland vor, auf eine Fortsetzung des Krieges zu setzen.

Selenskyj bittet um mehr FlugabwehrraketenEs sei einer der schwersten russischen Angriffe mit ballistischen Raketen gewesen. „Gegen ballistische Raketen helfen Patriot-Systeme am effektivsten. Das heißt, dass wir mehr Raketen für die Patriots brauchen. Die Lieferungen müssen größer und schneller sein“, betonte der Staatschef. Er habe darüber mit Rutte gesprochen.

Selenskyj dankte dem Nato-Generalsekretär für die Koordinierung des Nato-Waffenkaufprogramms PURL für das osteuropäische Land. Zu neuen Beiträgen der Verbündeten machte der ukrainische Staatschef jedoch keine Angaben. Für 2026 ist der monatliche Bedarf der Ukraine mit umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro beziffert worden. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

Neueste Artikel zum Krieg

Ukraine-Invasion, Tag 1439: Ausgerechnet jetzt setzt Russland verstärkt die Kh-32-Rakete ein
Selenskyj sieht Fokus der russischen Angriffe auf Bahnnetz, neue Verhandlungen in Abu Dhabi ab Mittwoch, fünf russische Kollaborateure in Deutschland festgenommen. Der Überblick.
Was passiert nach dem medialen Lärm?: Der komplexe Kampf gegen Korruption an ukrainischen Gerichten
Antikorruptionsermittlungen in der Ukraine beginnen öffentlich, bevor die Verfahren hinter den Gerichtskulissen weitergehen. Allerdings finden die Behörden erschwerte Bedingungen vor.
Ukraine-Invasion, Tag 1434: Warum der Winter die Kämpfe an der Front nicht mehr bremst
Bald zwei Millionen tote Soldaten im Ukrainekrieg, Militärexperten wittern russische Falle bei Verhandlungen. Der Überblick am Abend.
Ukraine-Invasion, Tag 1432: So abhängig sind Kiew und die Nato von US-Waffen
Kreml erteilt Sicherheitsgarantien für die Ukraine erneut Absage, EU besiegelt Ausstieg aus russischem Erdgas, Ukraine trifft russische Ölraffinerie. Der Überblick am Abend.
„Ich habe Angehörige Gefallener irgendwann beneidet“: Die Ungewissheit quält die Familien vermisster ukrainischer Soldaten
Mehr als 70.000 ukrainische Soldaten gelten als vermisst. Man sucht sie unter den Lebenden und den Toten. Für ihre Angehörigen bedeutet das oft jahrelange Ungewissheit – ohne Abschluss.
Ukraine-Invasion, Tag 1429: Russlands neue Hochgeschwindigkeitsdrohne könnte die Flugabwehr der Ukraine überwältigen
Ukraine, Russland und USA reden über Kontrolle im Donbass. Russland schickt ukrainische Kinder in nordkoreanisches Militär-Ferienlager. Und Medwedew will kein Internet-Troll mehr sein. Der Überblick am Abend.
mehr Artikel anzeigen