Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 17. März, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1630
letzte Woche, 1702 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1630
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 17.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
945
200
115
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
559
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 6.3., letzte Aktualisierung: 17.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Indien: Ukrainer sollen Rebellen in Myanmar ausgebildet haben

In Indien sind sechs Ukrainer und ein US-Bürger festgenommen worden, die im benachbarten Myanmar an der Ausbildung bewaffneter Milizen beteiligt gewesen sein sollen. Wie der Radiosender AIR am Dienstag berichtete und das Außenministerium in Kiew bestätigte, wurden die sieben Männer am Vortag einem Richter vorgeführt und für elf Tage in Gewahrsam genommen.

Seit der Machtübernahme des Militärs im Jahr 2021 versinkt Myanmar in einem Bürgerkrieg. Pro-demokratische Rebellen und ethnische Minderheiten kämpfen in vielen Landesteilen gegen die Regierungstruppen. Neu-Delhi befürchtet, dass die Unruhen über die Grenze nach Indien übergreifen könnten.

Die Behörden im an Myanmar angrenzenden indischen Bundesstaat Mizoram geben an, dass im vergangenen Jahr „tausende“ Söldner die Grenze nach Myanmar überquerten, um dort zu kämpfen. Indien errichtet deshalb derzeit eine Sperranlage an der Grenze. (AFP)

Selenskyj zu Gesprächen mit Starmer, Rutte und König Charles in London eingetroffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist am Dienstag zu Gesprächen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und Nato-Generalsekretär Mark Rutte in London eingetroffen. Selenskyj werde zudem von König Charles im Buckingham Palace empfangen und vor dem Parlament sprechen, sagte Selenskyjs Sprecher Serhij Nykyforow Journalisten. Die britische Regierung hatte zuvor angekündigt, dass Großbritannien und die Ukraine eine Verteidigungspartnerschaft unterzeichnen wollten, die darauf abzielt, der Bedrohung durch Billig-Drohnen entgegenzuwirken.

Am Mittwoch reist Selenskyj nach Spanien weiter. Die europäischen Verbündeten der Ukraine haben Kiew zugesichert, ihre Unterstützung für das Land im Krieg gegen Russland aufrechtzuerhalten. Die USA hatten ihre Sanktionen gegen Russland zuletzt teilweise aufgehoben, um die durch den Iran-Krieg gestiegenen Ölpreise zu senken. Die Verhandlungen zwischen Kiew, Moskau und Washington zur Beendigung des Ukraine-Kriegs sind durch den Konflikt im Nahen Osten und der Golfregion zuletzt ins Stocken geraten. (AFP)

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU).
Wadephul: Keine Lockerung von Russland-Sanktionen

Außenminister Johann Wadephul sieht in Russland einen Profiteur der aktuellen Krise im Nahen Osten. „Russland ist ein Kriegsgewinnler der aktuellen Krise“, sagte der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Gerapetritis in Berlin. Das Land profitiere von höheren Öl- und Gaspreisen, das fülle seine Kriegskasse.

„Und Russland lässt keinen Zweifel daran, dass es seinen Krieg gegen die Ukraine unvermindert fortsetzen will“, so Wadephul. Umso mehr müssten sich etwa die EU und Deutschland hinter die Energiesanktionen stellen und die Einnahmen Russlands mit weiteren Maßnahmen beschneiden. „Jetzt Sanktionen zu lockern, ist in jedem Fall der falsche Weg.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte in der Nacht zu Freitag auf der Plattform X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die Entscheidung der USA. (dpa)

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU).
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU). Credit: Britta Pedersen/dpa

Selenskyj wirbt in London um Unterstützung

Vor dem Hintergrund nachlassender Aufmerksamkeit für den Krieg in seinem Land ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach London gereist. „Unsere Prioritäten sind klar: mehr Sicherheit und Möglichkeiten für die Ukraine“, schrieb Selenskyj auf sozialen Netzwerken. Geplant seien Treffen mit König Charles, Ministerpräsident Keir Starmer und Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Zudem werde er im britischen Parlament eine Rede halten. Die britische Regierung kündigte auch eine neue Rüstungskooperation mit Kiew an. (dpa)

Ukraine sieht erhöhte Nachfrage nach ukrainischen Drohnen durch Krieg im Nahen Osten

Die Eskalation im Nahen Osten, insbesondere rund um den Iran, habe das Interesse an ukrainischen Drohnentechnologien deutlich gesteigert. Das berichtet das Medienportal "New Voice of Ukraine" unter Berufung auf den ukrainischen Parlamentsabgeordneten und Mitglied des Verteidigungsausschusses Jehhor Tschernjew.

Ihm zufolge wenden sich vor allem Staaten der Golfregion an die Ukraine, um deren Erfahrung im Umgang mit neuen Drohnenangriffen zu nutzen. Viele Länder seien auf solche Bedrohungen nicht vorbereitet und suchten praktische Lösungen.

Gleichzeitig könne die Ukraine die Nachfrage nicht vollständig bedienen, da die Technologien weiterhin an der Front benötigt werden und der Export staatlich eingeschränkt ist. Tschernjew zufolge prüft die Regierung daher Kooperationsmodelle wie etwa eine gemeinsame Produktion. (Yulia Valova)

Selenskyj warnte vor militärischen Fähigkeiten Russlands als Gefahr für die Welt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte vor den militärischen Fähigkeiten Russlands, die es sich im Verlauf des großangelegten Krieges gegen die Ukraine angeeignet hat. Russlands militärische Fähigkeiten würden sich auf die Weltlage insgesamt auswirken, sagte Selenskyj der The Jerusalem Post.

Dabei gehe es nicht nur um Kenntnisse auf dem Schlachtfeld, sondern auch um neue Technologien, Erfahrungen aus einem lang andauernden Bodenkrieg sowie den Ausbau der militärisch-industriellen Wirtschaftssektoren. Dieses Know-how könne Russland in anderen Konflikten einsetzen oder an verbündete Staaten weitergeben.

Selenskyj betonte, dass die Auswirkungen des Krieges bereits im Nahen Osten, in Afrika und in Europa spürbar seien. Russland unterhalte enge Beziehungen zum Iran und zu Nordkorea und verfolge zudem Interessen, die auf eine Schwächung der Europäischen Union abzielen. Russland zu stoppen bedeute daher, viele verschiedene Kriege zu verhindern, unterstrich der Präsident der Ukraine. (Yulia Valova)

Schoigu warnt vor ukrainischen Deepstrike-Drohnen

Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, hat davor gewarnt, dass wegen der Fortschritte bei der ukrainischen Drohnenproduktion keine Region Russlands mehr vor Angriffen sicher sei. Dabei verwies Schoigu vor allem auf das Tempo bei der Entwicklung und die ausgeklügelten Einsatzmethoden der Drohnen, sagte der frühere Verteidigungsminister laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass bei einem Treffen mit Behördenvertretern in Jekaterinburg. Die Zahl der ukrainischen Sabotageakte gegen Russland sei im Jahr 2025 um 40 Prozent auf 1830 Vorfälle gestiegen.(Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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