Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 15. April, 09:40 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1770
letzte Woche, 1855 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1770
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1070
200
174
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Drei Kinder nach Behördenangaben bei Angriffen in Ukraine und Russland getötet

Bei russischen Angriffen in der Ukraine und ukrainischen Gegenangriffen sind nach Behördenangaben insgesamt fünf Menschen getötet worden, unter ihnen drei Kinder. In Kiew wurden ein Zwölfjähriger und eine 35 Jahre alte Frau getötet, wie Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram mitteilte. Mindestens zehn Menschen seien zudem verletzt worden.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff wurden in der südrussischen Region Krasnodar nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Minderjährige im Alter von fünf und 14 Jahren getötet.

Die russische Armee griff in der Nacht zum Donnerstag auch die Stadt Dnipro an. Dabei wurde nach Angaben von Gouverneur Oleksandr Hanscha ein Mensch getötet. Zudem gebe es mehrere Verletzte. Auch aus Charkiw und Odessa wurden Verletzte gemeldet. (AFP)

Ukraine: Neue Kampftaktik mit Drohnen bringt Geländegewinne

Die Ukraine führt nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine neue Kampftaktik ein, die Drohnen und Infanterie kombiniert. Sogenannte Drohnen-Sturmeinheiten verzahnten unbemannte Systeme in der Luft und am Boden mit Fußsoldaten, teilt das Ministerium auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Dieser Ansatz zeige im Süden des Landes bereits Erfolge, wo seit Februar ein großes Gebiet befreit worden sei. Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj erklärt, die ukrainischen Streitkräfte hätten im März fast 50 Quadratkilometer von Russland zurückerobert. (Reuters)

Odessa: Toter und Verletzte nach Drohnenattacke auf Wohnhaus

Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Wohnblock in der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist am Abend mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Bei dem Opfer handle es sich um einen knapp 60-jährigen Mann, schrieb Gouverneur Oleh Kiper bei Telegram. Insgesamt seien sechs Personen im Alter zwischen 20 und 67 Jahren zu Schaden gekommen. Drei der Verletzten seien im Krankenhaus, die anderen ambulant behandelt worden.

Den Bildern nach wurde die Fassade über mehrere Etagen hinweg in Mitleidenschaft gezogen. Drei Wohnungen seien beschädigt, eine weitere völlig zerstört worden, teilte Kiper mit. Das entstandene Feuer konnte immerhin schnell gelöscht werden. (dpa)

Putin fordert von Regierung Maßnahmen gegen Konjunkturflaute

Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Regierung angesichts schwächelnder Konjunktur zu neuen Maßnahmen zum Ankurbeln der Wirtschaft aufgefordert. Er verlange Vorschläge für zusätzliche Schritte, um die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen, sagte Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit wichtigen Regierungsvertretern in Moskau.

Er wolle von ihnen über zusätzliche Maßnahmen hören, die auf eine Rückkehr der Wirtschaft zum Wachstum abzielten. Nach Putins Worten schrumpfte die russische Wirtschaft zwei Monate in Folge.

Ich erwarte Vorschläge für zusätzliche Schritte, um das Wachstum der Binnenwirtschaft wiederzubeleben, Unternehmensinitiativen zu unterstützen und die Beschäftigungsstruktur zugunsten von Sektoren mit produktiveren Arbeitsplätzen und hoher Wertschöpfung zu verbessern“, sagte Putin.

Die Regierung müsse zudem erklären, warum die jüngsten Wirtschaftsdaten hinter den Prognosen zurückgeblieben seien. Russland führt seit über vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der in Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Problemen des Landes steht. (Reuters/Tsp)

Brandenburger BSW-Politiker wollen russischen Botschafter besuchen

Politiker und Unterstützer des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) in Brandenburg suchen erneut die Nähe zum russischen Botschafter in Berlin. Am Donnerstag ist ein dreistündiger Besuch mit Mitgliedern und Unterstützern mehrerer Kreisverbände geplant. Wegen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine steht das Treffen in der Kritik.

Der Termin in der Botschaft diene „der Fortsetzung des bereits begonnenen Austauschs zwischen Vertretern unserer Partei und der Botschaft der Russischen Föderation im Vorfeld des Tages des Sieges über Nazideutschland“, teilte der BSW-Kreisverband Oder-Spree mit. Von „traditionell freundschaftlichen Beziehungen“ ist die Rede. Der Botschafter habe eingeladen.

Der frühere Koalitionspartner SPD, mit dem das BSW bis Januar regierte, spricht von „Anbiederung“. „Auf die Idee, mal die Botschaft der von Russland brutal überfallenen Ukraine zu besuchen, kommen Sie dagegen nicht im Traum“, kritisierte Kurt Fischer, Generalsekretär des Landesverbands. (dpa)

Ukrainer auf deutschem Arbeitsmarkt unterdurchschnittlich bezahlt

Viele Geflüchtete aus der Ukraine haben inzwischen einen Arbeitsplatz in Deutschland gefunden – überdurchschnittlich viele von ihnen sind aber im Niedriglohnbereich beschäftigt. Fast die Hälfte der vollzeitbeschäftigten Ukrainerinnen und Ukrainer (49,8 Prozent) bekamen 2025 nur ein Gehalt im Niedriglohnbereich.

Dies geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, die AFP am Mittwoch vorlag. Im Durchschnitt aller ausländischen Beschäftigten lag die Quote der Niedriglohn-Beziehenden bei 30,5 Prozent, bei deutschen Beschäftigten waren es 12,5 Prozent.

Auch jene ukrainischen Vollzeitbeschäftigten, die als Fachkraft tätig waren, erhielten den Zahlen zufolge ein unterdurchschnittliches Gehalt. Rund 65 Prozent der ukrainischen Vollzeit-Fachkräfte bekamen demnach ein monatliches Bruttogehalt, das unter dem mittleren Gehalt von deutschen Vollzeitbeschäftigten lag, die einer Helfertätigkeit nachgingen. Bei allen ausländischen Fachkräften traf dies auf rund 43 Prozent zu, bei deutschen Fachkräften auf 25 Prozent.

Den Zahlen des Ministeriums zufolge waren im Juni 2025 rund 285.500 Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon arbeiteten etwa 182.100 in Vollzeit und rund 103.400 in Teilzeit. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 lebten insgesamt rund 1,33 Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland, unter ihnen viele Frauen, die sich alleine um ihre minderjährigen Kinder kümmern müssen. (AFP/dpa)

DeepState: Russland baut Pufferzone in der Region Sumy auf

Russische Truppen bauen nach Einschätzung des militärnahen ukrainischen Portals „DeepState“ entlang der Grenze in der Region Sumy eine sogenannte „Pufferzone“ auf. Demnach begann das Vorrücken nach dem Ausnutzen von Schwachstellen in der ukrainischen Verteidigung. Sumy liegt im Norden der Ukraine und grenzt an die russische Region Kursk.

Nach Angaben der Analysten umfasst die von Russland kontrollierte sowie infiltrierte Zone – auf Karten als „rote“ und „graue“ Bereiche markiert – derzeit etwa 150 Quadratkilometer entlang der Grenze. Die ukrainischen Streitkräfte seien über die russischen Pläne informiert und versuchten, das weitere Vordringen zu verhindern, heißt es.

Zuvor hatte auch ein Sprecher der ukrainischen Einsatzkräfte bestätigt, dass russische Einheiten mit kleinen Infanteriegruppen vorrücken. (Valeriia Semeniuk)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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