Die Slowakei will das geplante 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland blockieren, bis die Druschba-Ölpipeline wieder in Betrieb ist. „Wenn die Druschba-Ölpipeline nicht in Betrieb ist und die Verabschiedung des 20. Pakets auf dem Tisch liegt, werden wir es nicht billigen“, zitiert die Nachrichtenagentur TASR den slowakischen Außenminister Juraj Blanar aus einer Parlamentssitzung. Sein Land habe keine anderen Druckmittel, um die Ukraine und die EU-Kommission zur Wiederinbetriebnahme der Leitung zu zwingen, erklärt Blanar weiter. Hintergrund ist ein Streit um unterbrochene russische Öllieferungen durch die Pipeline, die nach ukrainischen Angaben Ende Januar durch einen russischen Angriff beschädigt wurde. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Weil er auf der Seite der Ukraine gekämpft hat, ist ein polnischer Staatsbürger von einem von Russland eingesetzten Gericht in der Ukraine zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 47-jährige Krzysztof Flaczek sei im November 2024 in der Nähe der Stadt Tschassiw Jar festgenommen worden, teilte der russische Generalstaatsanwalt am Donnerstag mit. Das Urteil wurde vom Obersten Gericht von Luhansk verhängt. Moskau hat die ostukrainische Region als annektiert erklärt.
Es handelt sich um die jüngste Gefängnisstrafe, die gegen einen ausländischen Staatsbürger verhängt wurde, der im Kampf gefangengenommen und als „Söldner“ angeklagt wurde – und nicht als Kriegsgefangener, der unter dem Schutz der Genfer Konvention stehen würde.
Sowohl die Ukraine als auch Russland haben während des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges ausländische Kämpfer rekrutiert. Russland wird vorgeworfen, Hunderte Menschen, insbesondere aus Afrika, Asien und Zentralasien, zum Kämpfen gezwungen zu haben. Nordkorea entsandte tausend Soldaten, um die russischen Truppen zu verstärken.
Die Ukraine rekrutierte vor allem ehemalige Soldaten aus dem Westen, die Kiew bei der Verteidigung unterstützen wollten. Außerdem kämpften hunderte Kolumbianer, Georgier und Angehörige anderer Nationalitäten für die Ukraine - teils aus ideologischen, teils aus finanziellen Gründen. (AFP)
Mehr als 5000 Patienten sind nach Angaben der EU-Kommission seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor über vier Jahren aus der Ukraine zur Behandlung in europäische Krankenhäuser gebracht worden. Die Kommission habe im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens „die sichere Verlegung von mehr 5000 Patientinnen und Patienten aus der Ukraine in Krankenhäuser in 22 Ländern in ganz Europa für spezialisierte medizinische Behandlungen ermöglicht“, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung in Brüssel.
Zuletzt wurden demnach am Mittwoch Patienten nach Deutschland, Finnland, Norwegen und in die Niederlanden ausgeflogen.
Koordiniert werden die Evakuierungen über das Notfall-Koordinationszentrum der EU-Kommission in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Betroffen sind Patientinnen und Patienten mit „schweren Verletzungen, chronischen Erkrankungen und komplexen Krankheitsbildern“, wie die Kommission weiter mitteilte. (AFP)
Das ukrainische Militär bestätigt einen Angriff auf den südrussischen Hafen Tuapse. Dort sei Infrastruktur getroffen worden, teilt der Kommandeur der Drohneneinheiten auf Telegram mit. Außerdem seien zwei Öllager auf der ukrainischen Halbinsel Krim getroffen worden, die bereits 2014 von Russland annektiert wurde. (Reuters)
Eine russische Drohne hat nach ukrainischen Angaben ein ziviles Frachtschiff vor der Küste Odessas im Süden der Ukraine getroffen. Der Angriff habe einen Brand in einem der Container ausgelöst, teilt Oleh Kiper, der Gouverneur der Region Odessa, auf Telegram mit.
Die Besatzung habe das Feuer jedoch gelöscht. Niemand sei verletzt worden. Das unter der Flagge von Nauru fahrende Schiff habe seine Fahrt fortsetzen können. (Reuters)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt in den Niederlanden den Internationalen Preis der Vier Freiheiten entgegen. Mit der Auszeichnung werden er und das ukrainische Volk für ihren Mut im seit mehr als vier Jahren andauernden großangelegten Krieg Russlands gegen die Ukraine geehrt.
Die Roosevelt-Stiftung hat die Verleihung im Januar bekanntgegeben. Sie erfolge „in Anerkennung ihres mutigen Kampfes für unsere Freiheit und Demokratie unter außerordentlich schwierigen Umständen“, erklärte die Stiftung zur Begründung.
„Sie kämpfen für die Sicherheit von ganz Europa und verteidigen sie mit ihrem Leben.“ Der Preis ist nach einer Rede von US-Präsident Franklin D. Roosevelt aus dem Jahr 1941 benannt.
Russland hat bei dem massiven Angriff am 16. April erstmals eine Rekordzahl ballistischer Raketen eingesetzt. Das teilte Jurij Ihnat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, während eines Auftritts im ukrainischen landesweiten Telemarathon mit.
Seinen Angaben zufolge dauerte die Attacke nahezu 24 Stunden – vom Morgen des 15. bis zum Morgen des 16. April – und bestand aus zwei Angriffswellen.
Insgesamt registrierten die ukrainischen Radarsysteme innerhalb von 24 Stunden 703 Luftziele. Laut Ihnat bleibe die Abfangquote bei Marschflugkörpern hoch, während ballistische Raketen deutlich schwerer zu bekämpfen seien: Von 19 seien nur 8 abgefangen worden. Dies unterstreiche den Bedarf an weiterer Stärkung der Luftverteidigung, insbesondere durch zusätzliche PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme. (Yulia Valova)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: