Bundesaußenminister Johann Wadephul betont nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Marco Rubio die Einigkeit mit den USA. Die Partnerschaft sei stark, sagt Wadephul in Washington und verweist auf ein gemeinsames Bekenntnis zu einem gerechten Frieden in der Ukraine. Man sei sich zudem einig über die Verbindlichkeit der Beistandspflicht nach Nato-Artikel 5. Dies sei ein klares Signal an Russland. Auch Grönland sei Thema des Gesprächs gewesen, sagt Wadephul weiter. Es sei Sache der Nato, die Interessen dort zu verteidigen. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Die USA haben den Angriff Russlands auf die Ukraine mit der modernen Mittelstreckenrakete Oreschnik verurteilt. „Dies ist eine weitere gefährliche und unerklärliche Eskalation, während die Vereinigten Staaten mit Kiew, anderen Partnern und Moskau zusammenarbeiten, um den Krieg durch eine Verhandlungslösung zu beenden“, sagte die stellvertretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Tammy Bruce, am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Ukraine-Krieg. (AFP)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bürger seines Landes vor einem weiteren heftigen Angriff Russlands gewarnt. Es gebe Geheimdienstinformationen, wonach Moskau erneut einen massiven Angriff vorbereite, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Konkret sprach er von Drohnen zur Ausschaltung der Flugabwehr und Raketen. Dieser Angriff könne in den nächsten Tagen geschehen, sagte er und forderte die Menschen auf, den Luftalarm zu beachten. Russland wolle die Kälte ausnutzen. In vielen Regionen der Ukraine fallen die Temperaturen nachts derzeit in den zweistelligen Minusbereich.
Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Selenskyj vor einem neuen massiven Angriff Moskaus in der Nacht gewarnt. Tatsächlich attackierte Russlands Militär die Ukraine in der Nacht zu Freitag heftig und setzte dabei unter anderem nach eigenen Angaben die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik bei einem Angriff auf die westukrainische Region Lwiw ein. In der Hauptstadt Kiew kam es in der Folge des massiven Angriffs zu so heftigen Ausfällen von Strom-, Wasser- und Heizungsversorgung, dass Bürgermeister Vitali Klitschko zum vorübergehenden Verlassen der Stadt riet. Russland überzieht die Ukraine seit fast vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. (dpa)
Russische Drohnen haben einem Insider zufolge zwei unter ausländischer Flagge fahrende Schiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Die Schiffe seien in der Nähe der südukrainischen Hafenstadt Tschornomorsk gewesen, teilt eine mit dem Vorfall vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters mit. Eines der Schiffe sei auf dem Weg nach Italien gewesen. (Reuters)
Bei ihrem Einsatz der Hyperschallrakete Oreschnik in der westlichen Ukraine am vergangenen Freitag haben die russischen Streitkräfte nach Angaben aus Moskau eine Flugzeug-Instandsetzungsfabrik in Lwiw getroffen. „In der Nacht zum 9. Januar wurde das staatliche Flugzeugreparaturwerk in Lwiw durch das mobile bodengestützte Raketensystem Oreschnik außer Betrieb gesetzt“, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Montag.
Es war das erste Mal, dass Moskau konkrete Angaben zum Ziel des Oreschnik-Angriffs vom Freitag machte. Der Einsatz der Hyperschall-Mittelstrecken-Rakete nahe der Grenze zur EU hatte empörte Reaktionen westlicher Regierungen ausgelöst.
Die Nachrichtenagentur AFP war am Montag nicht in der Lage, die Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zum Ziel des Oreschnik-Einsatzes zu überprüfen. Ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe lehnte auf AFP-Anfrage einen Kommentar zu den Moskauer Angaben ab.
Die Ukraine hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Oreschnik-Rakete ein „ziviles“ Ziel in der Region Lwiw getroffen habe, ohne Details zu nennen. Auch veröffentlichte die Ukraine Bilder von Raketentrümmern. Bewohner eines Vorortes von Lwiw nahe des Flugzeugwerks berichteten AFP am Freitag von nächtlichen Explosionen und Gasausfällen.
Russischen Angaben zufolge wurde das Werk in Lwiw zur Reparatur und Wartung der sowjetischen MiG-29-Flugzeuge sowie der in den USA hergestellten F-16-Kampfjets genutzt.
Es war das zweite Mal, dass Russland die Oreschnik-Rakete in ihrer seit fast vier Jahren andauernden Offensive gegen die Ukraine einsetzte. Im August hatte der russische Präsident Wladimir Putin die Serienproduktion der Oreschnik-Raketen angekündigt, die mit einem atomaren Sprengkopf bestückt werden können. (AFP)
Mehr zu dem Vorfall können Sie hier nachlesen:
Estland hat Einreiseverbote gegen 261 Russen verhängt, die am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt und im Kriegseinsatz an der Front waren.
„Es besteht kein Zweifel, dass es sich hier um Personen mit einer feindseligen Haltung gegenüber Europa handelt. Sie verfügen über Kampferfahrung, militärische Ausbildung und oft auch über eine kriminelle Vergangenheit. Darüber hinaus sind sie psychisch traumatisiert“, begründete Innenminister Igor Taro den Schritt. Demnach handelt es sich um die ersten Einreiseverbote, denen weitere folgen sollen.
Die Einreiseverbote seien unausweichlich, da diejenigen, die im Namen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin Gräueltaten in der Ukraine begangen hätten, keinen Platz in der freien Welt hätten. „Die von ihnen ausgehende Bedrohung ist nicht theoretischer Natur – sie umfasst sowohl die mögliche Ausführung von Aufträgen für russische Geheimdienste als auch die Beteiligung an organisierter Kriminalität“, wurde Taro in einer Mitteilung zitiert.
Außenminister Margus Tsakhna betonte, dass vormalige Kriegsteilnehmer nichts in Estland und im Schengenraum zu suchen hätten und die jetzigen Einreiseverbote nur der Anfang seien. „Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Tür für russische Ex-Kämpfer geschlossen bleibt, und rufen andere Länder auf, es uns gleichzutun“, schrieb er auf der Plattform X.
Nach Angaben des Innenministeriums haben schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen russische Staatsbürger an Russlands bewaffneter Aggression in der Ukraine teilgenommen. Davon seien etwa 640.000 noch immer an der Front. (dpa)
Ein ukrainischer Jugendlicher hat am Montag in einer Schule in Kiew einen Lehrer und einen Mitschüler mit einem Messer verletzt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, wurde der 14-Jährige festgenommen. Der Teenager hatte sich den Angaben zufolge auf der Schultoilette eine Maske und einen Helm aufgesetzt und war dann in ein Klassenzimmer gestürmt, wo er einen 39-jährigen Lehrer und einen 14-jährigen Mitschüler mit einem Messer attackierte. Anschließend verletzte er auch sich selbst.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die beiden Opfer und der Angreifer zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Der Lehrer hat demnach lebensgefährliche Verletzungen erlitten.
Die Ermittler gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hinweisen nach, wonach der Junge unter russischem Einfluss stand. Auf seinem Handy wurde demnach „Korrespondenz“ mit „unbekannten Personen“ gefunden, „wahrscheinlich Vertreter der russischen Geheimdienste“.
Auf Fotos, die von der Polizei veröffentlicht wurden, ist ein Jugendlicher mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „Hitler kaputt“ zu sehen. Diese Parole hatten sowjetische Soldaten 1945 nach dem Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gerufen. (AFP)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: