Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 31. Januar, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1606
letzte Woche, 1554 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1606
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 23.1., letzte Aktualisierung: 30.1. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
862
200
88
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
650
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 23.1., letzte Aktualisierung: 30.1. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Update (20.45 Uhr): Unterhändler Moskaus und Kiews wollen neue direkte Gespräche in Abu Dhabi führen

Unterhändler Moskaus und Kiews wollen am Sonntag in Abu Dhabi neue direkte Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs führen. Die Verhandlungen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate werden von den USA vermittelt. Die Unterhändler Moskaus und Kiews hatten am vergangenen Wochenende in Abu Dhabi erstmals direkt miteinander über den US-Plan zur Beendigung der Kämpfe gesprochen.

Vor den Gesprächen reiste der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew nach eigenen Angaben erneut in die USA. „Wieder in Miami“, schrieb der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin bei Instagram und veröffentlichte dazu ein Bild von einer Friedenstaube. Es habe ein konstruktives Treffen mit der US-Delegation gegeben, teilte Dmitrijew bei X nach dem Treffen mit. Er habe auch produktive Gespräche geführt mit einer Arbeitsgruppe zu den amerikanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen.

Der US-Sondergesandte der Regierung von Donald Trump, Steve Witkoff, schrieb zu dem Treffen, es hätten produktive und konstruktive Gespräche mit Dmitrijew im Rahmen des Vermittlungsversuchs der USA zur Förderung einer Lösung des Ukraine-Kriegs stattgefunden. Man sei durch das Treffen bestärkt in der Ansicht, dass Russland darauf hinarbeite, Frieden in der Ukraine zu sichern. Von US-Seite waren laut Witkoff auch Finanzminister Scott Bessent, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Regierungsberater Josh Gruenbaum dabei. (AFP/dpa)

Dieses Foto zeigt leere U-Bahn-Waggons an einer Station während der massiven Stromausfälle in Kiew am 31. Januar 2026.
Update (17.55 Uhr): Ukraine und Moldau melden massive Stromausfälle durch technischen Defekt

Großflächige Stromausfälle haben am Samstag Teile der Ukraine und der benachbarten Republik Moldau lahmgelegt. Die Behörden führten den Vorfall auf technische Probleme zurück und schlossen einen direkten Zusammenhang mit Kampfhandlungen aus. Auch die Hauptstädte waren betroffen: In Kiew musste der U-Bahn-Verkehr eingestellt werden, zudem fiel die Wasserversorgung aus. Zwar gab es seit Kriegsbeginn immer mal wieder einzelne Ausfälle. Doch dieses Ausmaß erlebt die Stadt das erste Mal. In Kiew leiden die Bewohner bei eisigen Temperaturen ohnehin unter Strom-, Heizungs- und Wasserunterbrechungen.

In Chișinău funktionierten Ampeln und der öffentliche Nahverkehr teilweise nicht mehr. „Bis zum Abend werden wir den Zustand vor dem Störfall wiederhergestellt haben“, sagte Olexander Chartschenko, Direktor des Energie-Forschungszentrums in Kiew, der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die Reparaturarbeiten.

Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal machte einen zeitgleichen Ausfall zweier Hochspannungsleitungen für die Störung verantwortlich. Betroffen waren demnach eine Verbindung zwischen den Stromnetzen Rumäniens und Moldaus sowie eine Leitung in der West- und Zentralukraine. Der Störfall habe automatische Schutzmechanismen in Umspannwerken ausgelöst und zur vorübergehenden Abschaltung von Reaktorblöcken geführt, teilte Schmyhal weiter mit. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl sei zwischenzeitlich von der externen Stromversorgung abgeschnitten gewesen.

Das Digitalministerium in Kiew trat Spekulationen über einen Cyberangriff entgegen. Das ukrainische Stromnetz ist durch die jahrelangen russischen Angriffe geschwächt und angesichts der winterlichen Temperaturen zusätzlich belastet. Aktuell herrscht jedoch eine Feuerpause im Energiekrieg. (Tsp/Reuters/dpa)

Dieses Foto zeigt leere U-Bahn-Waggons an einer Station während der massiven Stromausfälle in Kiew am 31. Januar 2026.
Dieses Foto zeigt leere U-Bahn-Waggons an einer Station während der massiven Stromausfälle in Kiew am 31. Januar 2026. Credit: AFP/Serhii Okunev
Russland greift ukrainische Ziele vor neuen Verhandlungen an

Russland hat nach einem erklärten vorübergehenden Verzicht auf den Beschuss von Energieanlagen dem Verteidigungsministerium zufolge seine Angriffe auf andere Ziele fortgesetzt. Es seien von den ukrainischen Streitkräften genutzte Objekte der Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots beschossen worden, teilte das russische Ministerium mit.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten, dass Russland in der Nacht zum Samstag 85 Drohnen eingesetzt habe. Auch Russland berichtete von abgewehrten ukrainischen Angriffen. Es seien unter anderem 47 Drohnen und vier Gleitbomben abgeschossen worden.

Russen und Ukrainer wollen an diesem Sonntag in Abu Dhabi ihre am vergangenen Wochenende nach langer Zeit wieder aufgenommenen direkten Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges fortsetzen. Russland erklärte sich nach einer Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass diese begrenzte Feuerpause nur bis zu diesem Sonntag gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen. Trump selbst hatte von einer einwöchigen Pause gesprochen, die Kremlchef Wladimir Putin ihm zugesagt habe.

Zwar erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass es keine Vereinbarung zwischen den Kriegsparteien über eine solche Feuerpause gebe. Er wolle sich aber auch daran halten und keine Objekte der russischen Ölindustrie angreifen, wenn Russland seine Ankündigung wahrmache. (dpa)

Selenskyj will nicht nach Moskau reisen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte die russische Einladung zu Gesprächen mit Machthaber Wladimir Putin in Moskau ab, berichtet „The Kiev Independent“ unter Verweis auf eine Pressekonferenz. „Ich kann ihn genauso gut nach Kiew einladen, er soll kommen. Ich lade ihn offen ein, wenn er sich traut“, sagte Selenskyj demnach.

Er zeigte sich zuvor offen für ein Treffen in einem passenderen Rahmen.

Die ukrainische Seite fürchtet um die Sicherheit des Präsidenten, wenn er zum Aggressor in den Kreml reist.

Pistorius wirft Putin „Terror“ gegen Ukraine vor – kein Friedenswille erkennbar

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Russlands Präsident Wladimir Putin „Terror“ gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vorgeworfen. Zugleich äußerte er im Redaktionsnetzwerk Deutschland Zweifel an der Friedensbereitschaft des russischen Machthabers. Bislang sehe er „keine Anzeichen dafür, dass Russland ernsthaft Frieden will“.

Wenn es darauf ankomme, halte Putin immer an seinen Maximalforderungen fest und zeige sich an keiner Stelle kompromissbereit, kritisierte Pistorius. Während der Friedensgespräche in Abu Dhabi habe er die Ukraine in einer Art und Weise bombardieren lassen wie zuvor kaum in diesem Krieg. „Das hat nichts mehr mit einer militärischen Auseinandersetzung zu tun. Das ist Terror, der sich ausschließlich gegen die Zivilbevölkerung richtet, in einem Winter mit Temperaturen von minus 20 Grad“, warf Pistorius Putin vor.

Skeptisch äußerte sich der Verteidigungsminister daher auch mit Blick auf Putins angebliche Bereitschaft zu einer begrenzten Feuerpause, von der derzeit die Rede sei. „Ich habe große Zweifel, dass die Angriffspause auch nur ansatzweise von Moskau ernst genommen wird“, sagte er den RND-Zeitungen.

Laut Wolodymyr Selenskyj gab es von Donnerstagabend bis Freitag tatsächlich keine gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen. Russland konzentriere sich nun stattdessen auf Logistikziele wie Eisenbahnknotenpunkte. Zudem sei bei einem Angriff in Charkiw die Produktionsstätte eines US-Unternehmens beschädigt worden. (AFP/Reuters)

US-Präsident Donald Trump stellt eine baldige Einigung zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine in Aussicht.

„Ich denke, wir kommen einer Einigung nahe“, sagt Trump vor Reportern im Oval Office. Einzelheiten nennt er nicht. (Reuters)

Ukraine ordnet Evakuierung von Familien mit Kindern aus sieben Dörfern in Charkiw an

Die Ukraine hat am Freitag die Evakuierung von Familien mit Kindern aus sieben Ortschaften in der nordöstlichen ukrainischen Region Charkiw angeordnet. Es sei entschieden worden, „Familien mit Kindern zwangsweise aus sieben Dörfern der Gemeinde Stary Saltiw zu evakuieren“, teilte der Leiter der Militärverwaltung der Region, Oleh Synegubow, am Freitag in Onlinediensten mit. In den Siedlungen hielten sich derzeit noch 25 Kinder auf, fügte er hinzu.

Die sieben Ortschaften liegen südlich der Stadt Wowtschansk, deren Einnahme die russische Armee Ende 2025 nach heftigen Kämpfen verkündet hatte. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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