Bei einem ukrainischen Angriff auf den Großraum Moskau sind in der Nacht zum Sonntag nach Angaben russischer Behörden mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien bei Drohnenangriffen zwölf Menschen verletzt worden, die meisten von ihnen in der Nähe der Moskauer Ölraffinerie. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte, die „Technik“ der Raffinerie sei nicht beschädigt worden. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Nach schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Einhaltung der Techniksanktionen gegen Moskau gefordert. „Bei dem Angriff auf Kyjiw in dieser Woche haben die Russen Raketen eingesetzt, die in diesem Jahr hergestellt wurden“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kyjiw.
„Ohne Komponenten von Unternehmen aus Europa, Japan und den Vereinigten Staaten hätten die Russen diese Raketen einfach nicht herstellen können.“
Gleiches gelte für andere Waffen der russischen Armee bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte. „Russlands Verbindungen zur Welt, die dem Krieg dienen, sind eine direkte Bedrohung für das Leben“, sagte der ukrainische Präsident.
Wegen der militärischen Nutzung ist der Export von Elektronikbauteilen nach Russland verboten, solche Teile werden aber oft über Drittstaaten geschickt. (dpa)

Russlands Präsident Wladimir Putin erleichtert die Ausgabe russischer Pässe im Separatistengebiet Transnistrien und verstärkt damit den Druck auf die Republik Moldau. Einem Erlass des Kremlchefs zufolge sollen Einwohner von Transnistrien ab 18 Jahren russische Staatsbürger werden können, auch wenn sie nicht – wie sonst gefordert – fünf Jahre in Russland gewohnt haben.
Transnistrien ist ein vorwiegend von ethnischen Russen bewohnter Landstreifen zwischen dem Fluss Dnjestr und der Ukraine. Er hat sich in einem Krieg Anfang der 1990er Jahre von der rumänischsprachigen Republik Moldau abgespalten. International ist die Separatistenrepublik nicht anerkannt.
Die Separatistenführung in Tiraspol nannte den Erlass einen Schritt zum Schutz der Einwohner Transnistriens, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete.
Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte, Moskau hoffe wohl auf neue Soldaten für seinen Krieg. Zugleich wolle Russland Transnistrien als seine Einflusszone markieren.
Befürchtet wird, dass Moskau den vorgeblichen Schutz russischer Bürger als Druckmittel nutzen könnte. Auch im besetzten Teil der Ostukraine hatte Russland nach 2014 russische Pässe verteilt. 2022 vor der Großinvasion in die Ukraine erkannte es die separatistischen Gebilde Donezk und Luhansk als eigenständige Staaten an. (dpa)
In der russischen Grenzregion Belgorod ist bei einem ukrainischen Drohnenangriff nach Angaben der Behörden am Samstag ein Mensch getötet worden. Bei dem Angriff sei ein Fahrzeug in der Stadt Krasnaja Jaruga getroffen und ein „Zivilist“ getötet worden, teilten die Regionalbehörden mit.
Nach einer dreitägigen Waffenruhe rund um den Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland hatten Russland und die Ukraine wieder mit gegenseitigen Angriffen begonnen. Die Waffenruhe war in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen.
Nach russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit 24 Toten am Donnerstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, Angriffe auf Russlands Ölindustrie seien „vollkommen gerechtfertigt“. (AFP)
Die russischen Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei Dörfer in der ukrainischen Region Charkiw unter ihre Kontrolle gebracht. Es handele sich um die Ortschaften Borowa und Kutkiwka, meldet die staatliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. Die Region Charkiw liegt im Nordosten der Ukraine. (Reuters)
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben mehr als 500 von Russland übergebene Leichen erhalten. Im Zuge der Rückführungsbemühungen seien die Leichen „von 528 Verstorbenen“ in die Ukraine zurückgebracht worden, teilte das ukrainische Zentrum für Kriegsgefangene am Samstag in den Onlinenetzwerken mit, ohne sich zum Datum der Übergabe zu äußern. „Nach Angaben der russischen Seite könnte es sich um ukrainische Soldaten handeln“, fügte es hinzu.
Die Ermittler und Experten würden nun alle notwendigen Schritte unternehmen, „um die repatriierten Verstorbenen zu identifizieren“.
Am Freitag hatten Russland und die Ukraine jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht. Bei den 528 übergebenen Leichen soll es sich um getötete ukrainische Soldaten handeln.
US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche eine dreitägige Waffenruhe zwischen Kiew und Moskau sowie einen Austausch von jeweils 1000 Gefangenen angekündigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass der Austausch am Freitag „die erste Phase“ dieser Ankündigung sei. (AFP)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, Belarus tiefer in den Krieg hineinziehen zu wollen. Moskau erwäge, vom belarussischen Staatsgebiet aus den Norden der Ukraine oder ein Nato-Land anzugreifen, erklärt Selenskyj über den Messengerdienst Telegram. Die Ukraine wisse von weiteren Kontakten zwischen Russland und dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, um diesen zur Teilnahme an neuen russischen Offensiven zu bewegen.
„Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums“, erklärt Selenskyj. Dies betreffe entweder die ukrainischen Regionen Tschernihiw und Kiew oder einen Nato-Staat. Stellungnahmen aus Moskau oder Minsk liegen zunächst nicht vor. Selenskyj weist die Streitkräfte an, einen Reaktionsplan auszuarbeiten und die Verteidigung im Norden der Ukraine zu stärken. (Reuters)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: