Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 13. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1729
letzte Woche, 1754 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1729
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 13.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
122
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
489
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 13.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Der russische Außenminister Sergej Lawrow
Sergej Lawrow: Russlands Beziehungen zu USA kommen unter Trump nicht voran
Der russische Außenminister Sergej Lawrow
Der russische Außenminister Sergej Lawrow Credit: Reuters

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht trotz der Wiederaufnahme des Dialogs mit den USA unter Präsident Donald Trump keine echten Fortschritte in den bilateralen Beziehungen.

Es werde zwar viel Positives über das enorme Potenzial der amerikanisch-russischen Beziehungen gesprochen, in der Realität passiere jedoch nichts, sagte Lawrow am Mittwoch dem Sender RT India. Die Regierung in Moskau schätze es zwar, dass Trump den Dialog initiiert habe. Die guten Worte über eine Zusammenarbeit bei Technologie-, Energie- und anderen Projekten hätten bislang jedoch zu nichts geführt.

Der Austausch mit der Regierung in Washington verlaufe ähnlich wie unter Trumps Vorgänger Joe Biden, erklärte Lawrow einem vom russischen Außenministerium veröffentlichten Transkript zufolge.

Die unter Biden verhängten Sanktionen seien in Kraft geblieben. Die Trump-Regierung habe zudem eigene Initiativen ergriffen, um die russische Wirtschaft „zu bestrafen“. Trump hatte nach seinem Wahlsieg 2024 den Dialog mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wiederaufgenommen. Er hat wiederholt versprochen, den Krieg in der Ukraine zu beenden, ein Frieden ist bislang jedoch nicht in Sicht. (Reuters)

Trümmer ukrainischer Drohnen lösen Feuer in russischer Gasanlage aus

Trümmer ukrainischer Drohnen lösen nach russischen Angaben ein Feuer in einer Gasaufbereitungsanlage in der südlichen Region Astrachan aus. „Alle feindlichen Fluggeräte wurden entweder abgeschossen oder durch Systeme der elektronischen Kriegsführung neutralisiert“, teilt der örtliche Gouverneur Igor Babuschkin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Herabfallende Trümmer hätten den Brand verursacht. Es gebe keine Opfer, und das Feuer dürfte in wenigen Stunden gelöscht sein. Die Anlage befindet sich in der Nähe des Kaspischen Meeres, rund 1675 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. (Reuters)

Trump sieht Ukraine-Krieg vor dem Ende
President Trump Gaggles with Press Before Departing the White House, May 12, 2026
The White House
YouTube
https://www.youtube.com/watch?v=cZur-iw3lwU

US-Präsident Donald Trump hält ein baldiges Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für möglich. „Ich glaube wirklich, dass das Ende des Krieges in der Ukraine sehr nahe ist“, sagte Trump vor Journalisten vor seiner Abreise nach China. Zugleich bestritt er, dass es eine Absprache mit Kremlchef Wladimir Putin gebe, wonach Russland den gesamten Donbass erhalten solle.

Trump erklärte zudem, er würde im Rahmen diplomatischer Bemühungen „alles tun, was nötig ist“ – auch eine Reise nach Russland schloss er nicht aus. Erst wenige Tage zuvor hatte auch Putin erklärt, Moskau und Kiew bewegten sich auf eine Lösung zu.

Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine kommen allerdings seit Wochen kaum voran. Während Kiew auf neue Verhandlungen drängt, hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow im April erklärt, Gespräche mit der Ukraine hätten derzeit keine Priorität für Moskau. Streit gibt es weiterhin vor allem über Russlands Gebietsansprüche im Donbass. (fem)

Russland: Mehr als 280 ukrainische Drohnen abgefangen

Russland meldet wieder einen größeren ukrainischen Drohnenangriff. In der Nacht wurden dem Verteidigungsministerium zufolge 286 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgefangen und zerstört.

In der südlichen Region Krasnodar seien dabei Trümmerteile auf das Gelände einer Industrieanlage gestürzt und hätten ein Feuer ausgelöst, teilten die örtlichen Behörden mit.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten verstärkt Ziele weit in Russland und dabei vor allem auch Öl-und Gas-Anlagen ins Visier genommen, um die russische Kriegswirtschaft zu schwächen. (Reuters)

Steht unter Korruotionsverdacht: der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak (rechts).
Selenskyjs früherer Vertrauter Jermak weist Geldwäschevorwürfe zurück

Der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak hat gegen ihn erhobene Vorwürfe der Geldwäsche zurückgewiesen. Der Verdacht sei „unbegründet“, schrieb Jermak nach einer Anhörung vor Gericht am Dienstag im Onlinedienst Telegram.

Als Jurist habe er sich „stets vom Gesetz leiten lassen“, erklärte er. „Und jetzt werde ich in gleicher Weise meine Rechte, meinen Namen und meinen Ruf verteidigen."

Das Nationale Antikorruptionsbüro (Nabu) hatte am Montag mitgeteilt, es habe eine „organisierte Gruppe“ enttarnt, die umgerechnet 8,9 Millionen Euro „über ein Luxusbauprojekt in der Nähe von Kiew gewaschen“ habe.

Bei einem der Verdächtigen handele es sich um einen „ehemaligen Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine“. Jermak war von 2020 bis 2025 als Leiter des Präsidialamts der wichtigste Berater von Staatschef Wolodymyr Selenskyj. (AFP)

Steht unter Korruotionsverdacht: der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak (rechts).
Steht unter Korruotionsverdacht: der frühere ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak (rechts). Credit: Dan Bashakov/AP/dpa
Mindestens zwei Tote nach russischem Angriff in der Ukraine

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Großstadt Krywyj Rih, der Heimat von Präsident Wolodymyr Selenskyj, mindestens zwei Menschen getötet worden. Vier weitere Menschen seien bei der Attacke am Abend verletzt worden, darunter ein neun Monate altes Mädchen, das in kritischem Zustand im Krankenhaus behandelt werde, schrieb der Regionalgouverneur Olexander Hanscha auf der Plattform Telegram. Bei den Getöteten handele es sich um eine 65-jährige Frau und einen 43-jährigen Mann.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff „auf ein gewöhnliches Wohnhaus“ als zynisch und militärisch sinnlos. Nach Ende der dreitägigen Waffenruhe am Montag töte Russland nun wieder Ukrainer und Ukrainerinnen. (dpa)

Russland testet lange angekündigte Sarmat-Interkontinentalrakete

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag einen erfolgreichen Test der seit Jahren angekündigten Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat bekanntgegeben. Es handle sich um das „mächtigste Raketensystem der Welt“, sagte Putin nach dem Test. Eine Sarmat-Rakete könne mehr als viermal so schwere Sprengköpfe tragen wie jegliches westliche System und habe eine Reichweite von 35.000 Kilometern. „Bis Jahresende“ werde die Sarmat einsatzbereit sein, fügte der Kreml-Chef an.

Sarmat-Raketen können mit mehreren Atomsprengköpfen bewaffnet werden. Putin gab den erfolgreichen Test des Systems wenige Monate nach dem Auslaufen des New-Start-Abkommens bekannt, dem letzten Vertragswerk zwischen Russland und den USA zur Begrenzung ihrer Atomwaffen-Arsenale.

Die Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat ist im Westen auch unter dem Namen „Satan II“ bekannt. Es handelt sich um das erste nach dem Kalten Krieg entwickelte russische Raketensystem, das als „superschwer“ klassifiziert wird. Russland hatte die Einsatzbereitschaft der Sarmat vor Jahren bereits für 2022 angekündigt. In diesem Jahr begann das Land seine großflächige Offensive in der Ukraine. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
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Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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