Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 25. April, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1615
letzte Woche, 1773 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1615
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 17.4., letzte Aktualisierung: 22.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
984
200
124
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
491
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 17.4., letzte Aktualisierung: 22.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Selenskyj mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Alijew.
Selenskyj: Sicherheits- und Energieabkommen mit Aserbaidschan vereinbart
Selenskyj mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Alijew.
Selenskyj mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Alijew. Credit: Photo by Handout / UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE / AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Besuch in Aserbaidschan nach eigenen Angaben eine engere Zusammenarbeit mit dem Kaukasus-Land vereinbart. Er habe mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Alijew am Samstag in Baku Abkommen über eine Kooperation im Sicherheits- und Energiebereich unterzeichnet, sagte Selenskyj. Dabei gehe es auch um ein Abkommen über Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie. Alijew erklärte, die rüstungsindustrielle Partnerschaft habe „weitreichende Perspektiven“. Man habe über eine gemeinsame Rüstungsproduktion gesprochen. Er bestätigte die Unterzeichnung von Abkommen jedoch nicht ausdrücklich.

Die Ukraine versucht, ihre Erfahrungen bei der Verteidigung ihres Luftraums gegen Russland für engere Kooperationen mit anderen Ländern zu nutzen. So hat sie im Zuge des Iran-Kriegs mehreren Golfstaaten ihre Fähigkeiten bei der Abwehr iranischer Langstreckendrohnen bereitgestellt.

Selenskyj bemühte sich zudem weiter um eine Wiederbelebung der Friedensgespräche mit Russland. Er habe mit Alijew die Möglichkeit eines Ukraine-Russland-Treffens in Aserbaidschan erörtert. „Wir sind bereit für die nächsten Gespräche in Aserbaidschan, wenn Russland zu Diplomatie bereit ist“, sagte Selenskyj. Die von den USA vermittelten Friedensgespräche mit Russland sind ins Stocken geraten, nachdem sich die Regierung in Washington stärker auf den Konflikt mit dem Iran konzentriert hatte. (Reuters)

Russische Drohne stürzt über Stadt in Rumänien ab – niemand verletzt

In Rumänien ist im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Drohne abgestürzt. Das Geschoss ging über der Grenzstadt Galati nieder und traf das Nebengebäude eines Wohnhauses sowie einen Strommast, wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte. Verletzt wurde niemand, die Schäden seien als gering zu bezeichnen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Drohne sei mit Sprengstoff beladen gewesen, gab der Katastrophenschutz in Galati bekannt. Um sie sicher zu bergen und den offensichtlich nicht explodierten Sprengkörper zu entschärfen, wurden alle Menschen im Umkreis von 200 Metern rund um die Absturzstelle evakuiert.

Galati liegt an der Donau, die an dieser Stelle die Grenze zur Ukraine bildet. Den Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums zufolge war die Drohne Teil eines Drohnenschwarms, der zivile Ziele auf der ukrainischen Seite der Grenze angriff. Zwei britische Kampfjets, die auf dem rumänischen Luftstützpunkt Fetesti stationiert waren, stiegen auf, wie es hieß. Der Pilot des einen Flugzeugs habe die Genehmigung zum Abschuss einer der Drohnen über ukrainischem Gebiet erhalten.

Verteidigungsministerium verurteilt das Vorgehen Russlands

Das rumänische Verteidigungsministerium verurteilte das „unverantwortliche Vorgehen“ der russischen Streitkräfte. „Derartige Vorfälle bezeugen die Missachtung des Völkerrechts durch die Russische Föderation und gefährden nicht nur die Sicherheit der Bürger Rumäniens, sondern auch die kollektive Sicherheit der Nato“, hieß es in einer Mitteilung.

Russland greift immer wieder den ukrainischen Donauhafen Reni an, der Galati gegenüberliegt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Drohnen oder Drohnenteile über rumänischem Gebiet niedergehen. (dpa)

Schäden in der Stadt Dnipro nach einem Drohnenangriff.
Mehr als ein Dutzend Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine
Schäden in der Stadt Dnipro nach einem Drohnenangriff.
Schäden in der Stadt Dnipro nach einem Drohnenangriff. Credit: Photo by Handout / STATE EMERGENcY SERVICE OF UKRAINE / AFP

Bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens ein Dutzend Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder. Im Stadtzentrum von Dnipro im Osten des Landes wurden bei einem Drohnen- und Raketenangriff auf Wohnhäuser mindestens 14 Menschen verletzt, darunter ein neunjähriger Junge, wie die örtlichen Behörden am Samstag mitteilten. Ein vom staatlichen Rettungsdienst auf Telegram veröffentlichtes Video zeigt Rettungskräfte mit Taschenlampen in einem zerstörten Haus.

Bei russischen Angriffen auf Cherson wurden mindestens zwei weitere Menschen verletzt, teilte die Militärverwaltung der Stadt mit. Eine 60-Jährige und ein 57-Jähriger seien verletzt worden.

Beamte in Charkiw gaben an, dass ein 54-jähriger Mann und ein Kleinkind bei Drohnenangriffen verletzt worden seien.

Russland hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew in der Nacht insgesamt mit 619 Drohnen und 47 Raketen angegriffen. Wie die Luftwaffe auf dem Nachrichtenportal Telegram mitteilt, konnte sie 580 Drohnen und 30 Raketen abschießen oder anderweitig unschädlich machen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte indes mit, es habe in der Nacht zum Samstag 127 ukrainische Drohnen abgefangen.

Moskau hat seit Beginn des seit vier Jahren andauernden Krieges fast jede Nacht Hunderte Drohnen auf das Nachbarland abgefeuert. Kiew fliegt als Reaktion regelmäßig Angriffe auf russisches Gebiet. (dpa)

Erneute Drohnenangriffe in der Ukraine

Russland hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew in der Nacht mit 619 Drohnen und 47 Raketen angegriffen. Wie die Luftwaffe auf dem Nachrichtenportal Telegram mitteilt, konnte sie 580 Drohnen und 30 Raketen abschießen oder anderweitig unschädlich machen. Bei dem Angriff seien mehrere Regionen getroffen worden. Besonders im Visier der Russen sei die Stadt Dnipro im Südosten der Ukraine gewesen. (Reuters)

Drohnentrümmer in Rumänien

Nach einem russischen Angriff auf die Ukraine sind auch in der rumänischen Stadt Galati im Südosten des Landes Trümmerteile einer Drohne niedergegangen. Dabei wurden ein Nebengebäude und ein Strommast beschädigt, teilte das Verteidigungsministerium in Bukarest mit. Verletzte oder Tote wurden nicht gemeldet. Seit Beginn der russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur jenseits der Donau fallen immer mal wieder Drohnenteile auf rumänisches Gebiet. Es ist jedoch das erste Mal, dass dabei Sachschäden entstanden sind. (Reuters)

Tusk stellt Bündnistreue der USA infrage - Warnt vor russischem Angriff

Polens Ministerpräsident Donald Tusk stellt die Bündnistreue der USA im Falle eines russischen Angriffs infrage. Die wichtigste Frage für Europa sei, ob die USA bereit seien, ein loyaler Nato-Partner zu sein, sagt Tusk in einem Interview der Zeitung „Financial Times“. Für die Ostflanke stelle sich die Frage, ob die Nato politisch und logistisch auf Russland reagieren könne. Ein solcher Angriff sei keine ferne Aussicht, sondern eher eine Frage von Monaten als von Jahren, warnt Tusk. Er fordert zudem, dass die EU zu einer echten Verteidigungsallianz wird. Der US-Botschafter in Polen, Tom Rose, entgegnet auf X, das Bekenntnis von US-Präsident Donald Trump zu Polen sei „eisern und felsenfest“. Amerika sei loyal, frage sich jedoch auch, ob die Verbündeten ebenso loyal seien, wie sie es von den USA erwarteten. (Reuters)

Credit: REUTERS/Yiannis Kourtoglou
Putin hält sich Teilnahme an G20-Treffen in Miami offen

Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt nach Angaben des Kremls eine Teilnahme am G20-Gipfel im Dezember in Miami. Gastgeber Trump sagte am Donnerstag vor Reportern in Washington, wenn Putin zu dem Gipfel käme, wäre das „hilfreich“. Es sei ein Fehler gewesen, Russland aus der G8 auszuschließen.

„Präsident Putin wird vielleicht als G20-Mitglied nach Miami reisen, vielleicht aber auch nicht, oder es wird ein anderer russischer Vertreter reisen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow im russischen Staatsfernsehen. In jedem Fall werde Russland angesichts der sich weltweit entwickelnden Krisen angemessen auf dem Gipfel vertreten sein. Zuvor hatte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Pankin russischen Nachrichtenagenturen gegenüber gesagt, dass Russland eingeladen wurde, auf höchster Ebene teilzunehmen. Ein mit der Angelegenheit vertrauter Mitarbeiter der US-Regierung bestätigte am Freitag die Einladung Russlands. (Reuters)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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