Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 18. Mai, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1729
letzte Woche, 1753 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1729
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 15.5. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1101
200
122
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
489
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 8.5., letzte Aktualisierung: 15.5. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Bundeskanzler Friedrich Merz und der bulgarische Premierminister Rumen Radev in Berlin.
Merz: Moskau reagiert auf Verhandlungsangebote mit intensiverem Beschuss
Bundeskanzler Friedrich Merz und der bulgarische Premierminister Rumen Radev in Berlin.
Bundeskanzler Friedrich Merz und der bulgarische Premierminister Rumen Radev in Berlin. Credit: REUTERS/Annegret Hilse

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Russland vorgeworfen, auf jedes Verhandlungsangebot mit noch intensiverem Beschuss der Ukraine zu reagieren. „Moskau muss verstehen, dass es verhandeln muss“, sagte Merz am Montag nach einem Treffen mit dem neuen bulgarischen Regierungschef Rumen Radew in Berlin. „Europa steht bereit, an den Verhandlungstisch zu kommen, mit der Ukraine, mit Russland und mit den Vereinigten Staaten.“

Zuerst jedoch müssten „die Kampfhandlungen eingestellt werden und Russland bereit sein, Verhandlungen zu führen“, sagte Merz. Tatsächlich aber habe Russland bis jetzt „auf jedes Verhandlungsangebot reagiert mit noch intensiverem Beschuss auch ziviler Infrastruktur“.

„Das muss aufhören. Und das ist die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt Gespräche geben kann“, sagte der Kanzler. Angesprochen auf die Frage, ob er sich Altkanzlerin Angela Merkel als Vermittlerin vorstellen könnte, verwies Merz darauf, dass unter den europäischen Partnern seit Langem intensiv über Wege für eine Beendigung des Krieges diskutiert werde. Über Namen wolle er „keine öffentlichen Spekulationen bestärken oder gar selbst auslösen“.

Merkel hatte zuvor zu mehr diplomatischen Anstrengungen im Ukraine-Konflikt aufgerufen. „Was ich bedauere, ist, dass Europa sein diplomatisches Potenzial aus meiner Sicht nicht ausreichend einsetzt“, sagte sie beim WDR-Europaforum auf der Digitalkonferenz Republica.

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte kürzlich Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler im Ukraine-Konflikt ins Gespräch gebracht. Merz hatte sich daraufhin Einmischungen von außen in dieser Frage verbeten. (AFP)

Europa steht bereit, an den Verhandlungstisch zu kommen, mit der Ukraine, mit Russland und mit den Vereinigten Staaten.

Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler

USA verlängern Ausnahmeregelung für russisches Öl

Das US-Finanzministerium verlängert Insidern zufolge die kürzlich ausgelaufene Ausnahme von den Sanktionen gegen auf dem Seeweg transportiertes russisches Öl um weitere 30 Tage.

Mehrere Länder hätten um mehr Zeit für den Kauf gebeten, heißt es. Die USA reagieren nach früheren Angaben mit der Ausnahme auf die höheren Ölpreise, die durch die Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs entstanden sind.

Eigentlich sollen die Sanktionen Russland die Finanzierung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine erschweren. (Reuters)

Ukraine kritisiert Atomwaffenübung in Belarus

Die Ukraine übt scharfe Kritik an den Atomwaffenübungen in ihrem Nachbarland Belarus, das mit Russland verbündet ist. Die Stationierung taktischer Atomwaffen in dem Land sei eine „beispiellose Herausforderung“ für die globale Sicherheit, erklärt das Außenministerium in Kiew.

„Indem der Kreml Belarus zu seinem nuklearen Aufmarschgebiet an den Grenzen der Nato macht, legitimiert er de facto die weltweite Verbreitung von Atomwaffen und schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für andere autoritäre Regime.“ Die Regierung in Kiew fordert ihre westlichen Verbündeten zudem auf, die Sanktionen gegen Moskau und Minsk zu verschärfen.

Solche Handlungen müssten von allen Staaten, die das Regime zur Nichtverbreitung von Atomwaffen respektieren, unmissverständlich und entschlossen verurteilt werden. (Reuters)

USA zeigen sich bei iranischem Atomprogramm flexibel

Die USA zeigen sich nach Angaben eines iranischen Insiders offen dafür, dem Land begrenzte friedliche nukleare Aktivitäten unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu gestatten. Bei den eingefrorenen iranischen Vermögenswerten sei Washington bislang jedoch nur bereit, ein Viertel der Gelder schrittweise freizugeben, sagt die Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Regierung in Teheran fordere die USA auf, beide Positionen zu überdenken. In einem neuen Vorschlag konzentriere sich der Iran auf ein Ende des Krieges, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und die Aufhebung der Sanktionen gegen die Schifffahrt. Die heikleren Fragen zum Atomprogramm und zur Urananreicherung würden demnach auf spätere Verhandlungsrunden vertagt. Eine Stellungnahme der USA liegt zunächst nicht vor.

Zudem haben sich die USA einem iranischen Medienbericht zufolge bereit erklärt, die Sanktionen gegen Ölexporte der islamischen Republik für die Dauer der Verhandlungen auszusetzen. Die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim beruft sich auf einen Insider aus dem Umfeld des iranischen Verhandlungsteams. Ein Regierungsvertreter des Landes äußert sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht zu dem Bericht. Eine Stellungnahme der USA liegt ebenfalls nicht vor. (Reuters)

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja.
Moskau klagt über Angriffe Kiews auf AKW Saporischschja

Die Lage rund um das von Moskau besetzte und kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja spitzt sich aus russischer Sicht bedrohlich zu. „Wir nähern uns immer mehr einem Punkt, ab dem es kein Zurück mehr gibt“, sagte Alexej Lichatschow, Leiter des Moskauer Atomkonzerns Rosatom.

Der Konzern hatte das von russischen Truppen besetzte AKW unmittelbar nach Beginn der Invasion vor über vier Jahren unter seine Kontrolle gebracht. In der vergangenen Zeit häuften sich mutmaßlich ukrainische Artillerie- und Drohnenangriffe auf das Kraftwerksgelände.

Lichatschow betonte, dass „dieses Spiel mit dem Feuer“ vor allem für Osteuropa gefährlich werden könne. Daher sollte sich Europa bemühen und seine Kräfte bündeln, um die Lage rund um das AKW zu deeskalieren.

Lichatschow wies darauf hin, dass sich auf dem Gelände des Kraftwerks rund 2.600 Tonnen nukleares Brennmaterial befänden. „Und natürlich entstehen im Falle eines gezielten Treffers, insbesondere in Lagern für Kernbrennstoff, Risiken von regionaler Tragweite“, sagte er. (dpa)

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja.
Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja. Credit: Kateryna Klochko/AP/dpa
Ukrainischer Finanzminister fordert verschärfte Sanktionen gegen Moskau

Der ukrainische Finanzminister Serhij Martschenko hat die G7-Länder zu einer Verschärfung der Sanktionen gegen Russland aufgerufen. „Wir müssen weiterhin Druck auf Russland ausüben und zusätzliche Sanktionen gegen Russland verhängen“, forderte Martschenko am Montag mit Blick auf die USA, die ihre Sanktionen auf russisches Öl vorübergehend ausgesetzt hatten.

„Wir tun, was wir können, um die russische Wirtschaft zu schwächen, indem wir gezielt Ölraffinerien und Infrastruktur ins Visier nehmen“, sagte er am Rande eines Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten in Paris.

Martschenko schätzte, dass die erste Tranche eines EU-Kredits in Höhe von 90 Milliarden Euro im Juni ausgezahlt werden könne. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis bestätigte den Termin.

„Wir machen gute Fortschritte und finalisieren alle notwendigen Unterlagen“, erklärte er. „Dies ist nicht der Moment, den Sanktionsdruck auf Russland zu lockern. Im Gegenteil, wir müssen den Druck aufrechterhalten“, fügte Dombrovskis hinzu. (AFP)

Angela Merkel (CDU) ist am Montag zu Gast auf der Republica in Berlin.
Merkel zur Ukraine: Europa setzt diplomatisches Potenzial nicht ausreichend ein
Angela Merkel (CDU) ist am Montag zu Gast auf der Republica in Berlin.
Angela Merkel (CDU) ist am Montag zu Gast auf der Republica in Berlin. Credit: imago/Chris Emil Janßen

Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Europa im Konflikt mit Russland rund um den Ukraine-Krieg zu mehr diplomatischen Anstrengungen aufgefordert.

Sie „persönlich finde es absolut richtig“, die Ukraine militärisch zu unterstützen und darüber hinaus eine abschreckende Wirkung zu entfalten, sagte sie am Montag im Gespräch mit dem WDR. „Was ich bedauere, ist, dass Europa sein diplomatisches Potenzial aus meiner Sicht nicht ausreichend einsetzt.“

„Diplomatie war immer die zweite Seite der Medaille, auch im Kalten Krieg“, sagte Merkel. „Militärische Abschreckung plus diplomatische Aktivitäten – das finde ich wichtig.“

Wer heute Verantwortung trage, müsse auch dafür Verantwortung übernehmen. Sie jedenfalls halte es für „nicht ausreichend“, wenn nur US-Präsident Donald Trump den Kontakt zu Russland halte. (AFP)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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