Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 30. Januar, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1606
letzte Woche, 1554 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1606
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 23.1., letzte Aktualisierung: 30.1. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
862
200
88
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
650
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 23.1., letzte Aktualisierung: 30.1. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

US-Präsident Donald Trump stellt eine baldige Einigung zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine in Aussicht.

„Ich denke, wir kommen einer Einigung nahe“, sagt Trump vor Reportern im Oval Office. Einzelheiten nennt er nicht. (Reuters)

Ukraine ordnet Evakuierung von Familien mit Kindern aus sieben Dörfern in Charkiw an

Die Ukraine hat am Freitag die Evakuierung von Familien mit Kindern aus sieben Ortschaften in der nordöstlichen ukrainischen Region Charkiw angeordnet. Es sei entschieden worden, „Familien mit Kindern zwangsweise aus sieben Dörfern der Gemeinde Stary Saltiw zu evakuieren“, teilte der Leiter der Militärverwaltung der Region, Oleh Synegubow, am Freitag in Onlinediensten mit. In den Siedlungen hielten sich derzeit noch 25 Kinder auf, fügte er hinzu.

Die sieben Ortschaften liegen südlich der Stadt Wowtschansk, deren Einnahme die russische Armee Ende 2025 nach heftigen Kämpfen verkündet hatte. (AFP)

Nach Assad-Sturz: So viele Syrer wie nie zuvor suchen Schutz in Russland

Russland verzeichnete 2025 so viele Anträge syrischer Staatsbürger auf vorübergehenden Schutz wie seit mindestens 15 Jahren nicht mehr: insgesamt 3.196. Das geht aus Daten des russischen Innenministeriums hervor, die laut dem russischen Online-Medium „Werstka“ ausgewertet wurden. Damit vervielfachte sich die Zahl der Anträge gegenüber 2024 um das 4,4‑Fache und lag im Vergleich zu 2023 sogar fast 19‑mal so hoch.

Der Anstieg begann nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Bürgerhilfe“ flohen zahlreiche Personen aus dem Umfeld der ehemaligen syrischen Führung nach Russland – darunter Familienmitglieder, Beamte, Sicherheitskräfte und Diplomaten, die nach dem Machtwechsel nicht zurückkehrten.

Die Organisation betont laut „Werstka“, dass der ungewöhnlich starke Anstieg der Schutzgesuche sowohl auf die Migrationsbewegungen nach dem Regimewechsel als auch auf Russlands Funktion als Zufluchtsort für frühere Assad-Verbündete hinweist, die möglichen politischen oder rechtlichen Folgen in Syrien entgehen wollen. (Yulia Valova)

Russische Abgeordnete fordern offenbar den Einsatz stärkerer Waffen in der Ukraine

Russische Abgeordnete fordern nach Angaben von Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin den Einsatz härterer militärischer Mittel in der Ukraine. Die Mandatsträger bestünden auf „stärkeren Waffen“ und „Waffen der Vergeltung“, schreibt der Vorsitzende der Staatsduma auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Dies sei notwendig, um die Ziele der „speziellen militärischen Operation“ zu erreichen. (Reuters)

Ukrainische Polizei: In drei Stunden mehr als 2000 Bombendrohungen eingegangen

Bei der ukrainischen Polizei sind am Freitag innerhalb von knapp drei Stunden mehr als 2000 Meldungen über Bombendrohungen eingegangen. Betroffen waren am Vormittag zwischen 9.30 und 12.10 Uhr (Ortszeit, 10.30 und 13.10 Uhr MSZ) Verwaltungsgebäude, Unternehmen, Banken und Bildungseinrichtungen in fast allen Regionen des Landes, wie die Polizei mitteilte. Ermittler hätten etwa ein Drittel der Meldungen überprüft, an den betroffenen Orten aber keine Sprengsätze gefunden. (AFP)

Update (19.20 Uhr): Angriffe auf Energie-Infrastruktur vorerst ausgesetzt – dafür Bahnstrecken im Visier

Nach einer von den USA angestoßenen Vereinbarung haben Russland und die Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge ihre Angriffe auf Energieziele eingestellt. „In all unseren Regionen gab es von Donnerstagabend bis Freitag tatsächlich keine Angriffe auf Energieanlagen“, sagt Selenskyj in seiner nächtlichen Videoansprache. Auch die Ukraine habe im Gegenzug auf Schläge gegen russische Energieanlagen verzichtet. Russland konzentriere sich nun stattdessen auf Logistikziele wie Eisenbahnknotenpunkte. Zudem sei bei einem Angriff in Charkiw die Produktionsstätte eines US-Unternehmens beschädigt worden, teilte Selenskyj bereits am Vormittag mit.

„Russland greift absichtlich die Logistikrouten der Ukraine an“, schreibt Ukraines Vize-Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko auf X. Dies sei vorsätzlicher Terror, der auf Menschen und zivilen Transport abziele. (Reuters)

USA vergeben Millionenauftrag für F‑16‑Wartung – auch für Jets der Ukraine

Das US-Verteidigungsministerium hat einen 235‑Millionen‑Dollar‑Vertrag mit dem belgischen Unternehmen Sabena Aerospace Engineering abgeschlossen, berichtet „The Defense Watch“. Der Auftrag umfasst Wartung und Logistik für F‑16‑Kampfflugzeuge, einschließlich jener Maschinen, die an die Ukraine geliefert wurden.

Die Arbeiten finden in Woluwé‑Saint‑Lambert in Belgien statt und sollen bis Ende Januar 2029 abgeschlossen sein. Die Vereinbarung ist Teil der langfristigen US‑Bemühungen, die Einsatzfähigkeit der F‑16 im Rahmen des Foreign‑Military‑Sales‑Programms sicherzustellen – auch für die ukrainischen Streitkräfte im andauernden Krieg. (Yulia Valova)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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