Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 09. März, 09:00 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1682
letzte Woche, 1603 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1682
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 27.2., letzte Aktualisierung: 4.3. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
947
200
92
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
630
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 27.2., letzte Aktualisierung: 4.3. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Anfragen von elf Ländern wegen Hilfe bei Drohnenabwehr in der Ukraine eingegangen

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj von elf Staaten Anfragen für ihre Technologie zur Drohnenabwehr erhalten. Die Gesuche für Drohnen-Abfangjäger, Systeme zur elektronischen Kriegsführung und Ausbildung kämen von Nachbarländern des Irans, europäischen Staaten und den USA, sagt Selenskyj.

„Wir haben die Anfragen der Staaten nach Sicherheitsunterstützung von unserer Seite bei der Abwehr von ‚Schahed‘-Drohnen und anderen ähnlichen Herausforderungen im Detail geprüft“, teilte Selenskyj nach einem Treffen mit Militär- und Regierungsvertretern über die App Telegram mit. Einigen Anfragen sei bereits mit konkreten Entscheidungen und spezifischer Unterstützung entsprochen worden. Das ukrainische Militär hat viel Erfahrung mit der Abwehr von Drohnen des iranischen Typs „Schahed“, die Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine einsetzt. (Reuters)

Ukraine ist weltweit größter Waffenimporteur

Die Ukraine war im Zeitraum von 2021 bis 2025 der größte Importeur von Waffen weltweit. Das geht aus Daten des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) hervor.

Dem Bericht zufolge entfielen 9,7 Prozent des globalen Waffenimports auf die Ukraine. Seit Beginn der großangelegten russischen Invasion im Februar 2022 erhielt das Land Waffenlieferungen von mindestens 36 Staaten. Der größte Lieferant waren die USA (41 Prozent der ukrainischen Waffenimporte), gefolgt von Deutschland (14 Prozent) und Polen (9,4 Prozent).

Gleichzeitig ist laut SIPRI der russische Waffenexport stark zurückgegangen. Der Anteil Russlands am globalen Waffenmarkt sank von 21 Prozent im Zeitraum von 2016 bis 2020 auf 6,8 Prozent in den Jahren 2021 bis 2025, was Experten vor allem mit dem Krieg gegen die Ukraine und internationalen Sanktionen erklären. (Yulia Valova)

Russland setzt offenbar neue Rakete „Izdeliye 30“ gegen die Ukraine ein

Russische Streitkräfte haben offenbar begonnen, gegen die Ukraine eine neue Marschflugkörper-Rakete mit der Bezeichnung „Izdeliye 30“ einzusetzen. Nach Angaben ukrainischer Militäranalysten und des Fachportals Defense Express wurde die Rakete nach der Analyse von Trümmern identifiziert, die nach russischen Angriffen geborgen wurden.

Nach bisher bekannten Informationen wurde die neue Rakete unter anderem in der Nacht zum 7. März bei einem Angriff auf Charkiw eingesetzt, bei dem ein Wohngebäude getroffen wurde. Erst danach konnten ukrainische Spezialisten die Überreste der Waffe untersuchen. Experten zufolge weist die Konstruktion Ähnlichkeiten mit dem Seezielflugkörper Kh-35U sowie mit der Marschflugkörper-Rakete 9M728 des Systems Iskander-K auf.

Analysten gehen davon aus, dass „Izdeliye 30“ eine Reichweite von bis zu 1500 Kilometern und einen Gefechtskopf von etwa 800 Kilogramm haben könnte. (Yulia Valova)

Putin sichert Irans neuem Oberhaupt „unerschütterliche Unterstützung“ zu

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem neu gewählten iranischen Oberhaupt Modschtaba Chamenei Russlands „unerschütterliche Unterstützung“ zugesichert. Er wolle „unseren iranischen Freunden“ Russlands anhaltende Unterstützung und Solidarität versichern, erklärte Putin am Montag in einem Schreiben. (AFP)

Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine ist Deutschland zum viertgrößten Rüstungsexporteur aufgestiegen und überholt die Bundesrepublik China.

Das geht aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. Fast ein Viertel der deutschen Waffenexporte floss in die Unterstützung der Ukraine. Weitere 17 Prozent wurden dem Bericht zufolge in andere europäische Länder ausgeführt. (dpa)

Die Ukraine schickt auf Bitten der USA Abfangdrohnen und Drohnenexperten nach Jordanien, um dort US-Militärstützpunkte zu schützen.

Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitung „New York Times“. Dem Bericht zufolge baten die USA am Donnerstag um Hilfe, woraufhin das ukrainische Team am nächsten Tag abgereist sei und in Kürze im Nahen Osten erwartet werde. (Reuters)

Kiew protestiert gegen Moskaus Teilnahme an Biennale in Venedig

Die Ukraine protestiert gegen die geplante Wiedereröffnung des russischen Pavillons bei der Kunstbiennale in Venedig. In einer in Kiew veröffentlichten Erklärung nannten Außenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin Tetjana Bereschna die Zulassung russischer Künstler zu internationalen Veranstaltungen inakzeptabel. Sie forderten die Organisatoren auf, ihre Entscheidung zu überdenken. Immerhin hätten sie schon kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren Moskaus Aggression verurteilt.

„Wir verstehen nicht, warum die Organisatoren ihre Position jetzt ändern, wo Russland sich weigert, den Krieg zu beenden, Friedensbemühungen und Dialog ablehnt und weiterhin auf Terror und Gräueltaten setzt“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Der Kulturbereich müsse geschützt werden vor Kriegspropaganda.

Russland hatte zuvor erklärt, in diesem Jahr wieder an der Biennale di Venezia teilzunehmen und seinen Pavillon dort mit Arbeiten einheimischer Künstler zu bestücken. Dagegen teilten Sybiha und Bereschna nun mit, dass die designierte Leiterin des russischen Pavillons, Anastassia Karnejewa, zur Rüstungsindustrie ihres Landes Kontakte habe. Das unterstreiche, „dass Kultur in Russland untrennbar mit dem militaristischen Regime verbunden ist“. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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