Bei schweren russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind nach Angaben örtlicher Behörden in der Nacht zum Dienstag mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Hauptstadt Kyjiw wurden mindestens vierzehn Menschen verletzt, in der Stadt Dnipro kamen nach Behördenangaben vier Menschen ums Leben.
In Kyjiw schlug laut Augenzeugen eine Rakete in ein 24-stöckiges Wohnhaus ein, das daraufhin teilweise einstürzte. Der Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, es könnten Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein. Zudem seien in mehreren Stadtteilen durch herabfallende Trümmerteile Brände in Gebäuden und an Fahrzeugen ausgebrochen. In Kyjiw und fast der ganzen Ukraine heulten in der Nacht die Alarmsirenen. Tausende Einwohner suchten in U-Bahn-Stationen Schutz.
In der Stadt Dnipro wurden den örtlichen Behörden zufolge vier Menschen getötet, mindestens 16 wurden verletzt. Aus der nordöstlichen Region Charkiw meldete der Gouverneur ebenfalls Verletzte, darunter ein elfjähriges Mädchen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in seiner abendlichen Videoansprache am Montag erneut vor einem möglichen massiven russischen Angriff gewarnt. „Geheimdienstwarnungen bezüglich russischer Angriffe bleiben in Kraft. Ein massiver Schlag ist möglich, sie haben dies vorbereitet“, sagte Selenskyj.
Russland hatte vergangene Woche gewarnt, man plane „systematische Schläge“ auf militärische Ziele und Entscheidungszentren in Kyjiw. Dies sei eine Reaktion auf einen Drohnenangriff im vergangenen Monat auf ein Wohnheim in der von Russland besetzten ukrainischen Region Luhansk, bei dem 21 Menschen getötet wurden. Die Ukraine bestritt, den Angriff ausgeführt zu haben. Die Angaben konnten von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüft werden. (Reuters)