Ein mit Sanktionen belegter russischer Tanker für Flüssigerdgas (LNG) ist Sicherheitskreisen zufolge im Mittelmeer in Brand geraten. Das Schicksal der Besatzung der „Arctic Metagaz“ sei unklar, hieß es in Schifffahrtskreisen. Ein Insider vermutet, das Schiff sei von einer Seedrohne angegriffen worden. Die Person verdächtigt die Ukraine, ohne jedoch Belege zu präsentieren. Die letzte Position des Schiffes wurde am Montag vor Malta gemeldet. Russische und ukrainische Stellungnahmen liegen zunächst nicht vor. (Reuters)
Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion
Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.
Die Entwicklung der Kämpfe
Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:
Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.
Live-Newsblog
Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:
Drohnenabwehr gegen mehr Raketenabwehr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Verbündeten im Nahen Osten im Zuge der massiven iranischen Angriffe ein Geschäft vorgeschlagen. „Sprechen wir über die Waffen, die uns fehlen: PAC-3-Raketen“, sagte Selenskyj am Dienstag Journalisten in Kiew. „Wenn sie uns diese liefern, liefern wir ihnen Abfangraketen.“ Selenskyj nannte das Angebot einen „fairen Tausch“.
„Wir werden das auf jeden Fall tun“, sagte der ukrainische Staatschef, der am Dienstag mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sajed, telefoniert hatte. „Und wenn die Teams jetzt mit der Arbeit beginnen, werden wir sehen, was dabei herauskommt.“
Die wichtigste Frage sei, „wie wir ihren Luftraum schützen können“, sagte Selenskyj unter Bezugnahme auf die Golfstaaten, die seit vier Tagen von anhaltenden iranischen Angriffen erschüttert werden. „Auch wir beschäftigen uns mit dieser Frage“, ergänzte der ukrainische Staatschef in Anspielung auf die von Moskau seit Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine eingesetzten Schahed-Drohnen aus iranischer Produktion.
Über die von der Ukraine zur Verteidigung gegen russische Angriffe dringend benötigten PAC-3-Raketen sagte Selenskyj, diese seien gegen einen Angriff hunderter Schahed-Drohnen wirkungslos.
Das Patriot-Luftabwehrsystem, mit dem die teuren PAC-3-Raketen abgefeuert werden, kann eine Großstadt vor heranfliegenden Raketen schützen. Es ist darauf ausgelegt, Kurzstreckenraketen zu zerstören – weniger wirkungsvoll ist es bei tieffliegenden Raketen und Drohnen. (AFP)
Der ukrainische Zweig der Öl-Pipeline Druschba ist nach Angaben der Regierung in Kiew bei einem russischen Angriff durch ein Feuer schwer beschädigt worden. „Der größte Teil der internen Ausrüstung der Pipeline, verschiedene Sensoren und andere Geräte im Inneren wurden durch die hohen Temperaturen beschädigt“, sagt Energieminister Denys Schmyhal der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine.
Die Druschba-Pipeline, über die Ungarn und die Slowakei seit den 1960er Jahren von Russland mit Öl versorgt werden, ist seit dem 27. Januar unterbrochen. Die Ukraine macht dafür einen russischen Drohnenangriff verantwortlich. An dem Lieferstopp hat sich ein Streit entzündet, der zur Blockade von EU-Hilfen für die Ukraine im Krieg gegen Russland durch Ungarn führte. Die Slowakei und Ungarn, die vergleichsweise gute Beziehungen zu Russland unterhalten, werfen der Ukraine vor, die Reparatur der Pipeline aus politischen Gründen zu verzögern. (Reuters)
Die Ukraine hat infolge der massiven russischen Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur die Stromimporte auf ein Rekordniveau erhöht. Im Februar seien sie gegenüber Januar um 41 Prozent auf 1,26 Millionen Megawattstunden gestiegen, teilt das in Kiew ansässige Analyseunternehmen ExPro mit. Ein Großteil des importierten Stroms stammt ExPro zufolge aus Ungarn, dessen Lieferungen im Februar gegenüber Januar um 54 Prozent gestiegen seien.
Die Ukraine importiert außerdem Strom aus der Slowakei, Rumänien, Polen und der Republik Moldau. Russland hat die Zahl und Intensität seiner Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor deutlich erhöht und zielt sowohl auf Kraftwerke als auch auf Umspannwerke. Dadurch ist die ukrainische Regierung gezwungen, die Stromversorgung von Unternehmen zu drosseln und die Importe aus den europäischen Nachbarländern zu erhöhen. (Reuters)
Die ukrainischen Athleten dürfen bei den Paralympischen Winterspielen in Italien nicht in ihrer Teamkleidung antreten. Der Grund: Auf den Anzügen ist eine Landkarte der Ukraine zu sehen. Die ursprünglich geplante Kleidung zeigte das Land in den Grenzen von 1991, also einschließlich der Krim und der aktuell von Russland besetzten Gebiete.
„Gemäß den IPC-Regeln für Paralympics-Uniformen sind ‚Texte von Nationalhymnen, motivierende Worte, öffentliche/politische Botschaften oder Slogans, die sich auf die nationale Identität beziehen‘ verboten“, teilte ein Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) auf Anfrage mit.
Die Landkarte eines Landes falle unter diese Kategorie. „Im Dialog mit dem Ukrainischen Paralympischen Komitee wurde innerhalb von 24 Stunden eine Alternative vorgelegt, die vom IPC genehmigt wurde“, hieß es weiter.
Der Chef des Ukrainischen Paralympischen Komitees, Walerij Suschkewytsch, kritisierte das Verbot. Die Uniform sei „sehr schön, sehr symbolisch“ gewesen und habe in aller Eile gewechselt werden müssen. „Wir haben es gerade noch geschafft, eine neue Uniform fertigzustellen“, klagte Suschkewytsch. (dpa)
Die ukrainische Regierung hat einen strategischen Plan zur Stabilisierung der Mobilisierung und zur Verringerung von Fällen unerlaubten Verlassens der Truppe vorbereitet. Ein zentraler Bestandteil ist die verstärkte Einbindung ausländischer Staatsbürger in die Streitkräfte, teilte. Dies erklärte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bei einem gemeinsamen Briefing mit der niederländischen Verteidigungsministerin Dilan Yeşilgöz-Zegerius, wie das ukrainische Verteidigungsministerium mitteilte.
Nach Angaben des Ministers handelt es sich um einen umfassenden Ansatz, der bereits mit Frontkommandeuren und Militärexperten abgestimmt wurde. Ziel sei es, bessere Bedingungen zu schaffen, um mehr ausländische Freiwillige für die Verteidigung der Ukraine zu gewinnen.
Zuvor hatte er erklärt, dass rund zwei Millionen ukrainische Staatsbürger wegen Verstößen gegen Meldepflichten im Zusammenhang mit dem Wehrdienst gesucht würden – ein Umstand, der den Bedarf an zusätzlichen personellen Ressourcen verdeutliche. (Yulia Valova)
Kreml-Chef Wladimir Putin hat mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orbán über in der Ukraine gefangen genommene ungarische Staatsbürger gesprochen. Wie der Kreml am Dienstag mitteilte, ging es in einem Telefonat von Putin und Orbán unter anderem um ungarische Staatsbürger, die als Soldaten der ukrainischen Armee „von Russland gefangen genommen wurden“.
In der Ukraine gibt es eine große ungarische Minderheit, die hauptsächlich in der westlichen Region Transkarpatien lebt. Das russische Verteidigungsministerium hatte vergangene Woche ein Video veröffentlicht, das einen Kriegsgefangenen mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft zeigen soll. Er war nach Angaben der russischen Regierung gezwungen worden, sich bei der ukrainischen Armee zu verpflichten.
Im Juli vergangenen Jahres hatte Ungarn den ukrainischen Gesandten in Budapest einbestellt, nachdem ein Angehöriger der ungarischen Minderheit angeblich nach einem Übergriff durch Rekrutierer der ukrainischen Armee gestorben war. (AFP)
Unterstützungszahlungen
Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.
Folgen des Krieges
Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht: