Krieg in der Ukraine: Aktuelle Karten, Grafiken und Nachrichten zur russischen Invasion

aktualisiert am 19. April, 09:30 Uhr
Eine interaktive Karte, die den aktuellen Verlauf der Front im Ukraine-Krieg zeigt, Regionen, an denen es derzeit starke Angriffe gibt, sowie die von Russland besetzten Gebiete. Über der Karte befindet sich ein Newsblog, der die wichtigsten Geschehnisse des Tages zusammenfasst. Mithilfe eines Sliders lässt sich in der Zeit zurückgehen, sodass man die Entwicklung des Frontverlaufs seit Kriegsbeginn verfolgen kann.

Die Karte gibt einen möglichst aktuellen und sachlichen Überblick der Situation in der Ukraine. Sie zeigt, welche Gebiete russische Streitkräfte oder Separatisten großteils kontrollieren und welche Gebiete die Ukraine weiterhin verteidigen kann oder zurückerobert.

Die Entwicklung der Kämpfe

Genaue Informationen zur tatsächlichen Anzahl von Kämpfen, Beschuss und Schlachten am Boden zu bekommen ist extrem schwer. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation ACLED wertet deshalb tausende Berichte zu Konfliktereignissen von verschiedenen ukrainischen und internationalen Quellen aus. Dazu kooperiert die NGO auch mit lokalen Projekten in der Ukraine, die Informationen vor Ort beisteuern. Das sind die letzten verfügbaren Zahlen:

So verändert sich die Zahl der Angriffe
1770
letzte Woche, 1855 in der Vorwoche
250
500
750
1000
1770
2022
2023
2024
2025
Kampfhandlungen beider Seiten pro Woche, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Diese Erhebungen enthalten auch Informationen zur Art der Angriffe. Und es ist vermerkt, welche Kriegspartei wen angegriffen hat.

Der Krieg wird vor allem auf Distanz geführt
Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe von russischer und ukrainischer Seite
200
400
600
800
1070
200
174
Bodenkämpfe (beider Armeen)
200
400
514
2022
2023
2024
2025
Angriffe nach Kriegspartei und Art, Datenstand: 10.4., letzte Aktualisierung: 15.4. Luft-, Raketen- und Artillerieangriffe umfassen Ereignisse, in denen ein Ziel aus der Ferne angegriffen wurde. Bodenkämpfe umfassen direkte Zusammenstöße beider Armeen. Bereits vor dem russischen Einmarsch kam es in den Separatistengebieten zu Angriffen.

Live-Newsblog

Alle aktuellen Reaktionen, Entwicklungen und Verhandlungen zur Ukraine-Krise lesen Sie in unserem Nachrichtenblog:

Moskau-Reise: Baltenstaaten verweigern Überflug für Fico

Der slowakische Regierungschef Robert Fico kann zum Weltkriegsgedenken in Russland nicht über die baltischen EU- und Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen fliegen. „Fico wird erneut keine Genehmigung erhalten, den estnischen Luftraum für einen Flug nach Moskau zur Teilnahme an der Parade am 9. Mai zu nutzen“, teilte Estlands Außenminister Margus Tsahkna in Tallinn mit. Zuvor hatte Fico in einem Video selbst mitgeteilt, dass ihm Lettland und Litauen den Überflug verweigern. Offizielle Bestätigungen aus Riga und Vilnius lagen dazu zunächst nicht vor.

Russland begeht jedes Jahr am 9. Mai den „Tag des Sieges“ – den russischen Feiertag zum Gedenken an den sowjetischen Sieg über Hitler-Deutschland. Bereits im Vorjahr hatten die an Russland grenzenden Baltenstaaten ihren Luftraum für Staats- und Regierungschefs gesperrt, die zu den Feierlichkeiten nach Moskau reisen wollten. Darunter war bereits im Vorjahr auch Fico - als einziger Gast aus Europa neben dem serbischen Staatschef Aleksandar Vucic.

Fico will erneut nach Moskau reisenAuch für dieses Jahr hat Fico wieder seine Reise zur Gedenkveranstaltung in Moskau geplant. In einem Facebook-Video kündigte er vor zwei Wochen an, er wolle abgesehen von der gewohnten Kranzniederlegung am Gefallenendenkmal in Bratislava-Slavin an drei internationalen Veranstaltungen teilnehmen. Die erste Station sei das ehemalige Konzentrationslager in Dachau, wofür er noch keinen konkreten Termin nannte. Am 9. Mai sollte Moskau folgen und im Juni die Normandie, wo jener Soldaten gedacht werde, die mit ihrer Landung eine zweite Front eröffnet hätten.

Er wolle „seine Ehrerbietung allen erweisen, die gegen den Faschismus kämpften, und jenen, die seine Opfer wurden und unglaubliches Leid ertragen mussten“, sagte Fico in dem Video. Er kritisierte in der Vergangenheit wiederholt, dass westliche Staaten am Gedenken in Moskau nicht teilnehmen und forderte ein Auseinanderhalten von aktuellen Konflikten und dem gemeinsamen Gedenken.

Kein Überflug für Moskau-FreundeTsahkna betonte, dass Estlands Position eindeutig sei: Kein Land dürfe den estnischen Luftraum nutzen, um die Beziehungen zu Russland zu stärken, solange Moskau weiterhin internationale Normen missachte und seine Aggressionen gegen die Ukraine und die Sicherheit Europas fortsetze. Estland und die beiden anderen Baltenstaaten sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt.

Estland, Lettland und Litauen waren im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieben sie bis 1991 gezwungenermaßen Teil der Sowjetunion. Die meisten Esten, Letten und Litauer sehen den 9. Mai daher nicht als Tag des Sieges über Hitler-Deutschland, sondern als Beginn der erneuten Besatzung ihrer Heimatländer durch die Sowjetunion. (dpa)

Ukraine meldet Zerstörung von russischer Drohnenfabrik in Rostow

Das ukrainische Militär hat in Russland nach eigenen Angaben in der Nacht eine Drohnenfabrik zerstört. Dadurch werde „die Kapazität des Feindes zur Produktion von Drohnen verringert und die Fähigkeit des russischen Aggressors geschwächt, zivile Ziele in der Ukraine anzugreifen“, teilt das Militär über den Onlinedienst Telegram mit. Die Anlage befand sich den Angaben zufolge in der Stadt Taganrog in der Region Rostow, etwa 50 Kilometer von der Grenze entfernt.

Offiziellen russischen Angaben zufolge wurden bei dem Raketenangriff der Ukraine drei Menschen verletzt. Zudem sei ein Brand in einem Lagerhaus ausgebrochen, schrieb der Gouverneur von Rostow, Juri Sljussar beim russischen Messenger-Dienst Max. Im Netz wurden Bilder und Fotos von Bränden verbreitet, die von einer Rüstungsfabrik stammen sollen, wo unter anderem Drohnen und Drohnenteile produziert werden. (Reuters, dpa)


Kreml: Friedensgespräche mit der Ukraine haben keine Priorität

Klare Ansage aus Moskau: Friedensgespräche mit der Ukraine haben für Russland keine oberste Priorität, erklärte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag auf dem Antalya Diplomacy Forum in der Türkei, wie das Portal „Kyiv Independent" berichtet.

Die von den USA vermittelten Verhandlungen stocken seit geraumer Zeit. Die letzten trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den Vereinigten Staaten fanden am 16. Februar statt, während ein für Ende Februar geplantes und später auf Anfang März verschobenes Folgetreffen kurz vor den US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran verschoben wurde.

„Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Wiederaufnahme der Verhandlungen für uns keine oberste Priorität. Wir haben niemandem Verhandlungen aufgezwungen“, sagte er. „Wir haben stets nach dem Grundsatz gehandelt: Wenn unser Partner bereit ist, sind wir bereit.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sowohl Washington als auch Moskau dazu gedrängt, den Prozess wieder aufzunehmen, und erklärt, er glaube nicht, dass die Verhandlungen in eine Sackgasse geraten seien. Erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen insbesondere hinsichtlich der territorialen Forderungen Russlands.


Krim und Russland Ziel ukrainischer Drohnenangriffe

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim ist nach Behördenangaben in der Nacht ein Öldepot in Brand geraten. Das Feuer in einem Tank mit Kraftstoffresten sei durch abgeschossene Drohnen ausgelöst worden, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Der Brand habe keine Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung von Sewastopol.

Verletzte gebe es keine, hieß es weiter. Darüber hinaus habe die Flugabwehr über der Stadt zwei weitere Drohnen abgeschossen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Im Gebiet Samara ist nach Medienangaben die Ölraffinerie in Nowokuibyschewsk von Drohnen getroffen worden. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen Brände, die von der Anlage stammen sollen. Offiziell wurden die Berichte bislang nicht bestätigt. Zuletzt lag die Produktionsleistung der Raffinerie bei 8,8 Millionen Tonnen pro Jahr – und war damit eine der größeren Anlagen im Land.

Eine Bestätigung gibt es bereits für einen Angriff auf ein Öldepot im südrussischen Gebiet Krasnodar. Dort sei ein Treibstofflager in Tichorezk getroffen worden, bestätigte der Krisenstab der Region. Krasnodar ist wie die Krim eine der am häufigsten von Kiew attackierten Gebiete unter russischer Kontrolle.

Aber auch Regionen fernab der Front rücken immer mehr in den Blickpunkt der Angriffe: Im Gebiet Leningrad, das an St. Petersburg (früher Leningrad) grenzt, war der Hafen von Wyssozk Ziel ukrainischer Angriffe, wie Gouverneur Alexander Drosdenko auf Telegram mitteilte. Dort werde versucht, einen Brand zu löschen. 27 ukrainische Drohnenangriffe seien abgewehrt worden. (dpa)


USA verlängern Lockerungen für Sanktionen auf russisches Öl

Die USA haben ihre Lockerungen von Sanktionen auf russisches Öl für einen weiteren Monat verlängert. Die Ausnahmeregelung erlaubt den Kauf von Ölprodukten aus Russland, die seit Freitag auf Schiffe verladen wurden. Sie ist bis zum 16. Mai befristet und folgt auf eine entsprechende 30-tägige Regelung, die am 11. April auslief.

Der Schritt ist Teil von Washingtons Versuchen, die Energiepreise zu dämpfen. Diese sind im Zuge des von den USA und Israel begonnenen Kriegs gegen den Iran weltweit stark gestiegen. Das Vorgehen ist jedoch insbesondere in Europa umstritten, denn es könnte Bemühungen behindern, Russland die Finanzierung des Kriegs in der Ukraine zu erschweren. Die Chefin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat erklärt, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Sanktionen gegen Russland zu lockern.

Ein Sprecher des US-Finanzministeriums erklärte, man wolle sicherstellen, „dass Öl für diejenigen verfügbar ist, die es benötigen“. Vor wenigen Tagen hatte Finanzminister Scott Bessent noch erklärt, Washington werde die Ausnahmeregelung nicht verlängern.

Trump und seine Republikaner sehen sich jedoch wegen der gestiegenen Preise mit Unmut in der amerikanischen Bevölkerung konfrontiert. Im November finden in den USA Zwischenwahlen statt, bei denen Trumps Partei ihre Mehrheiten im Kongress verteidigen muss. Außerdem haben einem Insider zufolge auch diverse Partnerländer der USA am Rande von internationalen Treffen in Washington in den vergangenen Tagen Druck gemacht, die Ausnahmeregelung zu verlängern. (Reuters)

Selenskyj warnt Belarus vor Beteiligung am russischen Krieg

Belarus hat nach Angaben aus Kiew in grenznahen Gebieten zur Ukraine mit dem Ausbau von Straßen und dem Bau von Artilleriestellungen begonnen. „Wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Belarus in seinen Krieg (gegen die Ukraine) hineinzuziehen“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Er habe Anweisung gegeben, Minsk vor den Folgen zu warnen. Die Ukraine sei bereit, ihr Hoheitsgebiet und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen.

„Die Art und die Folgen der jüngsten Ereignisse in Venezuela sollten die Führung von Belarus davon abhalten, Fehler zu begehen“, fügte er hinzu. Anfang Januar wurde der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro mit seiner Frau von US-amerikanischen Truppen über Nacht in die USA festgenommen und vor Gericht gestellt.

Belege für die Bautätigkeiten in Belarus legte Selenskyj nicht vor. Im Februar 2022 war die russische Armee auch von belarussischem Territorium in die Ukraine einmarschiert. (dpa)

Russland will Schutz von Ölexport-Häfen verstärken

Nach zahlreichen ukrainischen Drohnenangriffen will Russland die Luftverteidigung rund um wichtige Ölexport-Häfen am Finnischen Meerbusen verstärken. Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, teilte am Freitag in einem Video mit, er habe beschlossen, „zusätzliche mobile Einheiten“ zur Abwehr von Drohnen einzusetzen. Dabei sollten auch Reservisten zum Einsatz kommen, fügte er hinzu. Freiwillige würden einen Dreijahresvertrag erhalten.

Die ukrainische Armee hat wiederholt die Häfen Ust-Luga und Primorsk angegriffen, die beide in der Region Leningrad am Finnischen Meerbusen liegen und über die viel russisches Öl umgeschlagen wird. Kiew sieht in den Attacken eine Vergeltung für russische Bombardierungen und will Moskaus Einnahmen aus Ölexporten schmälern.

Der Organisation Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) zufolge halbierten sich die Öl-Exporte in Ust-Luga und Primorsk nach einem ukrainischen Drohnenangriff im März im Vergleich zum Vorjahresniveau. Andererseits konnte Russland seine Ölexport-Einnahmen im März nach Angaben der Internationalen Energieagentur auf 19 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 16 Milliarden Euro) fast verdoppeln. (dpa)

Unterstützungszahlungen

Ob die Ukraine langfristig eine Chance gegen die übermächtigen russischen Streitkräfte hat, hängt davon ab, wie viel Ausrüstung und finanzielle Unterstützung sie bekommt. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, welche Staaten bisher wie viel Unterstützung leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Internationale Unterstützung für die Ukraine
Bisherige Gesamtsumme zugesagter Hilfen: 387,58 Mrd. €
absolut
pro Kopf
in % des BIP
Direkte bilaterale Hilfen
Hilfen über die EU
Australien
1,01
Österreich
3,7
Belgien
6,01
Bulgarien
0,7
Kanada
12,39
Kroatien
0,75
Zypern
0,18
Tschechien
2,92
Dänemark
12,19
Estland
1,4
Finnland
4,9
Frankreich
26,5
Deutschland
47,95
Griechenland
1,48
Ungarn
1,09
Island
0,075
Irland
2,07
Italien
15,77
Japan
16,84
Lettland
0,79
Litauen
1,42
Luxemburg
0,68
Malta
0,095
Niederlande
15,6
Neuseeland
0,061
Norwegen
14,99
Polen
9,07
Portugal
2,11
Südkorea
3,05
Rumänien
2,1
Slowakei
1,4
Slowenien
0,45
Spanien
12,29
Schweden
13,39
Schweiz
5,76
Türkei
0,071
UK
27,25
USA
118,99 Mrd. €
China
0,0023
Taiwan
0,084
Indien
0,0027
Mehr anzeigen
Die zugesagten Hilfen pro Land umfassen finanzielle, humanitäre und militärische Unterstützung. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 24.1.2022 bis zum 28.02.2025.

Folgen des Krieges

Seit der Invasion flüchten Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In manchen Ländern suchen bisher besonders viele Menschen Zuflucht:

Wohin Menschen aus der Ukraine fliehen
Geflüchtete gelten als registriert, wenn sie unter dem temporären Schutz eines Drittstaates stehen. Eine Person wird in der Regel nur einmal erfasst. Grenzübertritte sind Übergänge von der Ukraine in einen Nachbarstaat. Eine Person kann hier mehrfach erfasst werden. Alle Daten werden ab dem 24. Februar 2022 erhoben. Ein Punkt repräsentiert 8000 Personen.
Daten: UNHCR

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