Showdown im Ländle: Wo die Grünen in Baden-Württemberg gewannen, wo die CDU aufholte – Analyse in Karten

Mit winzigem Vorsprung bleiben die Grünen stärkste Kraft. Wo haben sie gewonnen, wo hat die CDU dominiert? Ein detaillierter Blick auf die Karte zeigt die Muster hinter dem Wahlergebnis.
Mit winzigem Vorsprung bleiben die Grünen stärkste Kraft. Wo haben sie gewonnen, wo hat die CDU dominiert? Ein detaillierter Blick auf die Karte zeigt die Muster hinter dem Wahlergebnis.
Stuttgart
Karlsruhe
Mannheim
Freiburg
Ulm
Konstanz
Heilbronn
Showdown im Ländle
Knapper hätte es kaum sein können. Mit nur 0,5 Prozentpunkten Vorsprung bleiben die Grünen stärkste Kraft in Baden-Württemberg. Aber wo haben sie gewonnen, wo hat die CDU dominiert? Ein detaillierter Blick auf die Ergebnisse der Gemeinden zeigt die Muster hinter dem Wahlergebnis.
Grüne
30,2%
CDU
29,7%
AfD
18,8%
SPD
5,5%
Linke
4,4%
FDP
4,4%
Sonst.
7,0%
Trotzdem etwas weniger grün
Die Grünen haben zwar gewonnen. Im Vergleich zu 2021 aber verloren sie Stimmen – statt 32,6 erhielten sie nur 30,2 Prozent Zweitstimmen (minus 2,4 Prozentpunkte). Größere Verluste fuhr nur die SPD ein. Das beste Gemeinde-Ergebnis erzielten die Grünen in Tübingen (53,2 Prozent).
Grünes Herz
Die urbanen Regionen wählten mehrheitlich Grün: In Universitätsstädten wie Freiburg, Heidelberg, Konstanz und Karlsruhe und Stuttgart erreichten die Grünen Traumwerte von über 35 Prozent – und gewannen auch absolut betrachtet die meisten Zweitstimmen. Aus den ländlichen Regionen kamen weniger Stimmen.
Der Kampf um die Städte
Betrachtet man die absoluten Stimmen in den Gemeinden, ist es nicht so, als sei das bei der CDU grundlegend anders. Auch sie erhielt viele Stimmen aus den Städten – wenn auch nicht ganz so viele wie die Grünen. Hier wohnen nun einmal viele Menschen. Das zeigt: Die Wahl entschied sich nicht am Stadt-Land-Gefälle allein.
CDU-Zugewinne
Während die Grünen gewonnen, aber insgesamt an Stimmen verloren haben, ist es bei der CDU umgekehrt: Die Christdemokraten verpassten den Wahlsieg, legten aber 5,6 Prozentpunkte zu. Am stärksten fiel der Zuwachs in Königseggwald aus.
Blaue Rückkehr
Drastisch wirken die Zugewinne der AfD (plus 9,1). Jedoch ist zu beachten: Bei den Wahlen 2021 war die Partei im Ländle von 15,1 auf 9,7 Prozent abgestürzt. Jetzt landete die AfD etwas über dem Niveau von 2016. Am meisten Zweitstimmen erhielt sie in Reichenbach am Heuberg (38,2 Prozent).
Grüne
30,2%
CDU
29,7%
AfD
18,8%
SPD
5,5%
Linke
4,4%
FDP
4,4%
Sonst.
7,0%
Schwindendes Rot
Und die SPD? Rote Inseln im Schwarz-Grün-Blauen Meer gibt es keine mehr: Die Sozialdemokraten verloren überall Stimmen und erzielten in Baden-Württemberg ein historisch schlechtes Ergebnis. Mit 5,5 Prozent der Zweitstimmen wären sie beinahe an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.
Nicht einmal das Bestergebnis reicht
In keiner einzigen Gemeinde gewann sie die meisten Zweitstimmen. Das beste Zweitstimmen-Ergebnis der Partei bei dieser Wahl: 16,3 Prozent in der Gemeinde Eberbach. Der dort populäre Direktkandidat Jan-Peter Röderer landete im Wahlkreis trotzdem abgeschlagen auf Platz vier und wird wohl nicht mehr im künftigen Landtag sitzen. Zu schlecht war das Ergebnis seiner Partei, zu weit hinten ist er auf Platz 19 der Landesliste.
Stammland verloren
Auch für die FDP ist diese Wahl ein historischer Einschnitt: Erstmals flog die FDP in ihrem Stammland aus dem Landtag, verfehlte 4,4 Prozent der Zweitstimmen die Fünf-Prozent-Hürde deutlich. Die meisten Wähler verlor sie laut Infratest Dimap an die CDU.
Grün bleibt Grün – und umkämpft
Es war knapp wie nie, und mit der Wahl 2026 sind die Verhältnisse in Baden-Württemberg weniger eindeutig geworden. Grüne und CDU liegen letztlich fast gleichauf. Nun muss aus Schwarz gegen Grün im Wahlkampf ein Grün mit Schwarz in der Regierung werden, denn andere politisch denkbare Koalitionsoptionen gibt es nicht. Zugleich ist die AfD wieder erstarkt. Der Landesregierung stehen unruhige Jahre bevor.
Grüne
30,2%
CDU
29,7%
AfD
18,8%
SPD
5,5%
Linke
4,4%
FDP
4,4%
Sonst.
7,0%

Hier können Sie die Wahlergebnisse im Detail betrachten: Zur interaktiven Karte