Folgen des Iran-Krieges: Sprit, Märkte, Schiffe – die wirtschaftlichen Folgen im Live-Überblick
Der Preis, den Autofahrer an der Tankstelle zahlen müssen, ist das Ende einer langen Kette: Er hängt am Rohölpreis, der Rohölpreis hängt an den Handelswegen, die Handelswege hängen an der Weltpolitik.
Seit US-Präsident Donald Trump am 28. Februar 2026 den Krieg gegen den Iran begann, ist diese Kette unter Spannung. Benzin und Diesel kosten in Deutschland deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Wie viel genau, zeigen unsere Live-Grafiken – täglich aktualisiert mit den Werten vom Vortag.
Eine beispielhafte Tankfüllung mit 50 Litern Super kostete am 8. April 112 Euro – rund 24 Euro mehr als vor einem Jahr. Wer zweimal im Monat volltankt, zahlt also aktuell fast 50 Euro mehr als 2025.
Seit dem 1. April 2026 gilt eine neue Regel für Tankstellen: Preiserhöhungen sind nur einmal täglich um 12 Uhr mittags erlaubt. Senken dürfen die Tankstellen hingegen jederzeit. Das soll spontane Preissprünge begrenzen.
Warum ist Sprit so teuer geworden? Der Krieg im Iran hat den Rohöl-Preis auf dem Weltmarkt drastisch steigen lassen. Öl ist der Rohstoff für Benzin, Diesel und vieles mehr.
Der Ölpreis wiederum ist gestiegen, weil die iranische Staatführung einen zentralen Seeweg faktisch kontrolliert – und seit Kriegsbeginn blockiert: die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge wird ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert. Ist sie blockiert, sinkt die verfügbare Menge auf dem Weltmarkt. Dann steigt der Preis.
Das Nadelöhr
Infolge der am 8. April vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran soll auch die Straße von Hormus temporär wieder geöffnet werden, wie Donald Trump verkündete. Fahren nun wieder mehr Schiffe durch als zuletzt?
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) zählt täglich, wie viele Schiffe einen nicht umfahrbaren Punkt der Meerenge passieren. Die Grafik zeigt, wie sich der Schiffsverkehr seit Kriegsbeginn verändert hat.
Auch an den Börsen hinterlässt der Krieg Spuren, und wer Geld dort investiert, spürt den Krieg im Depot. Das hat zwei Gründe: Erstens verteuern hohe Rohölpreise Produktion und Transport, was die Unternehmensgewinne belastet. Zweitens preisen Finanzmärkte Unsicherheiten wie einen Krieg mit globalen Auswirkungen sofort ein.
Ablesbar ist das zum Beispiel am MSCI World, einem der wichtigsten Aktienindizes weltweit. Er bildet Märkte aus 23 Industrieländern ab und gilt als Gradmesser für die globalen Aktienmärkte:
Wie sich die wichtigsten Indizes entwickeln und was Experten erwarten, lesen Sie hier.
Was an der Zapfsäule oder im Depot sichtbar wird, ist letztlich dasselbe Phänomen: Eine Region, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, ist zum Unsicherheitsfaktor geworden, auch für Verbraucher in Deutschland. Die Grafiken auf dieser Seite aktualisieren sich täglich – schließlich kann sich die Lage täglich verändern.