Interaktive Bade-Karte Berlin: Wie weit bis zur nächsten Badestelle?
Lieber im See abtauchen als in der U-Bahn schwitzen? Insgesamt 61 Badestellen, Frei-, Hallen- und Strandbäder bieten in Berlin diesen Sommer kühle Rückzugsorte an heißen Tagen – aber welche Bademöglichkeit befindet sich in Ihrer Nähe?
Unsere interaktive Karte hilft bei der Suche: Geben Sie eine Adresse ein oder wählen Sie einen beliebigen Ort. Dann werden Ihnen die fünf nächstgelegenen Badestellen (Luftlinie) angezeigt. Ein Link zu Google Maps erleichtert die Routenplanung.
Außerdem können Sie nach Art der Badestelle filtern – wer lieber in der Natur schwimmt, kann sich etwa nur Seen und Flüsse anzeigen lassen. Im Sommer 2025 geschlossene Bäder werden nicht angezeigt. Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie über die in der Karte hinterlegten Links zu den Websites der Berliner Bäder-Betriebe und der Landesbehörden in Berlin und Brandenburg.
Ein Blick auf die Karte zeigt: Nicht von überall aus sind die Badestellen gleich gut erreichbar. Treptow-Köpenick ist mit zwölf Bädern und Badestellen besonders gut ausgestattet. In Tempelhof-Schöneberg hingegen gibt es lediglich das Stadtbad Tempelhof und das Sommerbad Mariendorf.
In der Innenstadt sind die Schwimmmöglichkeiten rar. Innerhalb des S-Bahn-Rings sind aktuell nur sieben Frei- und Hallenbäder geöffnet. Zwar gibt es weitere Hallenbäder in Berlin, viele haben aber in den Sommermonaten geschlossen.
Die wenigen zentral gelegenen Freibäder sind oft brechend voll. Die Berliner Bäder-Betriebe haben deshalb ein Warnsystem in die Online-Buchung integriert, um Überfüllung zu vermeiden. Trotzdem kommt es immer wieder zu Einlassstopps.
Kieze, die am stärksten von Hitze belastet sind, haben oft keine kostenlosen Badestellen in der Nähe. Wer sich weder den Eintritt für das Freibad noch den Weg zum See leisten kann, bleibt in der aufgeheizten Wohnung oder auf glühendem Asphalt zurück. Gerade hier kann fehlender Zugang zu Badestellen die Lebensqualität mindern.
Insbesondere kostenlose Bademöglichkeiten sucht man hier vergeblich. Die Bewohner der 170 Kieze, die laut dem Berliner Umweltgerechtigkeitsatlas von Hitze besonders stark belastet sind, müssen im Schnitt knapp neun Kilometer Luftlinie zurücklegen, um die nächste kostenlose Badestelle zu erreichen. Viele dieser Kieze liegen im dicht bebauten Zentrum. Kostenlose Badestellen hingegen gibt es vor allem weiter draußen an der Dahme und der Havel.
Aus 42 Prozent der 170 besonders hitzebelasteten Kieze müssen Bewohner mehr als 10 Kilometer zurücklegen, um eine kostenlose Badestelle zu erreichen.
Wo Menschen am dringendsten Entlastung von der Hitze bräuchten, fehlen kostenlose Schwimmmöglichkeiten. 20 Prozent dieser hitzebelasteten Kieze haben außerdem einen niedrigen Sozialstatus – hier leben viele Menschen ohne Arbeit oder in Armut.
In der Karte zeigen wir nur offiziell ausgewiesene Badestellen an Seen und Flüssen an. Das Baden an inoffiziellen Stellen mag verlockend sein, kann aber das lokale Ökosystem stören. Auch wird die Wasserqualität dort nicht unbedingt überwacht.
Mit Wildbaden gehen die Bezirke unterschiedlich um: In Marzahn-Hellersdorf etwa wird das Schwimmen in den Kaulsdorfer Seen und im Biesdorfer Baggersee geduldet. Am Plötzensee in Wedding hingegen errichtet der Bezirk einen Zaun und verhängt höhere Bußgelder, um es zu verhindern.