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Karte der Studierenden-Wohnheime in Berlin

In diesen Wohnheimen wohnen Studierende am günstigsten – und hier besonders teuer

Von groß bis klein, von luxuriös bis bescheiden, von Mariendorf bis Schönholz: Wir haben Berlins Studi-Wohnheime auf einer interaktiven Karte gesammelt.
Von groß bis klein, von luxuriös bis bescheiden, von Mariendorf bis Schönholz: Wir haben Berlins Studi-Wohnheime auf einer interaktiven Karte gesammelt.

Über 50 Euro kostet ein Quadratmeter im „The Fizz“ in Berlin-Kreuzberg. Weniger als zwei Kilometer entfernt, ebenfalls in Kreuzberg, steht auch ein Studierendenwohnheim. Hier beträgt der Quadratmeter nur 11 Euro. Wer hier einen der 51 Plätze ergattern will, steht durchschnittlich drei Semester auf der Warteliste, wie das Berliner Studierendenwerk mitteilt. Wer ins hippe „The Fizz“ ziehen will, kann einen Mietvertrag online abschließen.

Die interaktive Karte der Berliner Studi-Wohnheime zeigt: Wohnheime gibt es überall in der Stadt – wahrscheinlich auch in Ihrer Nachbarschaft. Die Preise aber unterscheiden sich eklatant. Wo wir sie ermitteln konnten, haben wir einen beispielhaften Quadratmeterpreis angegeben.

Die Preisspanne könnte kaum größer sein: Zwischen elf und 74 Euro kosten Wohnheims-Quadratmeter in Berlin. Wer bei privatwirtschaftlichen Betreibern wohnt, zahlt im Durchschnitt 37,80 Euro. Für die notorisch ausgebuchten öffentlichen Wohnheime, in denen immerhin fünf Prozent der Berliner Studierenden Platz finden, zahlt man durchschnittlich 20,13 Euro. Auch hier gibt es große Unterschiede: Die Spanne reicht von 11,20 Euro am Wassertorplatz in Kreuzberg bis zu 38,45 Euro im Wohnheim Goerzallee in Steglitz-Zehlendorf.

Bildcredits

66 Monkeys / Sanchez Bau- und Grundstücksgesellschaft mbH., IWP Hohental Plan- und Generalbau GmbH, Staytoo Apartments Berlin, Studierendenwerk Berlin, The Urban Club / Studentkompanie Betriebs- GmbH, YOUNIQ Apartments, Imago

[Du kennst ein Wohnheim, das in der Karte nicht vorkommt? Schreib’ uns an digital@tagesspiegel.de - wir prüfen die Einsendung und fügen den Eintrag gern hinzu.]

In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um den All-Inclusive-Preis, also inklusive Strom, Heizen, Internet und Nutzung der Gemeinschaftsflächen. Nur die Rundfunkgebühr muss in einigen Einrichtungen noch extra gezahlt werden.

Natürlich gibt es unterschiedlich große Zimmer mit unterschiedlicher Ausstattung. Um den Beispiel-Quadratmeterpreis zu ermitteln, haben wir auf den Websites der Betreiber nachgeschaut, was ein Standard-Zimmer dort kostet. Falls eine Spannbreite angegeben wurde (etwa: „12 bis 15 Quadratmeter“, „700 bis 712 Euro“), haben wir jeweils die Mitte davon gewählt. Hatten wir nur einen Datenpunkt zur Verfügung - etwa den Vertrag eines Studierenden -, haben wir den Quadratmeterpreis den Angaben darin entnommen. Die tatsächlichen Preise können sich also von den auf der Karte dargestellten unterscheiden.

Einige Betreiber, die ihre Preise nicht online angeben, haben wir um den Quadratmeterpreis gebeten – und keine Antwort erhalten. Zum Beispiel blieb die Bürgermeister-Reuter-Stiftung eine Antwort schuldig, wie hoch die Mieten in ihren sieben Häusern ist.

Alle gezeigten Wohnheime sind unterschiedlich groß. Nicht inkludiert auf der Karte sind die Wohnungen von Anbietern, die Zimmer in mehreren normalen Wohnungen vermieten, also verteilt sind über viele Häuser und Bezirke. Denn die vielen winzigen wohnheimartigen Wohnungen hätten die Karte verzerrt. Der Anbieter NGB Living etwa bietet diese Wohnform an.

Dafür ist aber eine neue Kategorie von Apartments enthalten: Mikro-Apartments, die sich explizit auch, aber nicht ausschließlich an Studierende richten. Die Grenze zwischen den sogenannten „Serviced apartments“ oder „Micro-Living-Apartments“ und privat betriebenen Studi-Wohnheimen verschwimmt immer mehr. In unserer Recherche lesen Sie mehr dazu.

Dieser Artikel wurde als Teil des European Cities Investigative Journalism Accelerator (ECIJA) produziert. Wir sind ein Netzwerk europäischer Medien, das sich der Recherche gemeinsamer Herausforderungen europäischer Großstädte und Länder widmet. Das Projekt ist eine Fortführung der europäischen Recherche Cities for Rent und wird vom Stars4Media-Programm gefördert. Das Tagesspiegel Innovation Lab leitet dabei die Datenrecherche und –visualisierung des Netzwerks. In unserer neuen Recherche widmen wir uns dem Thema Studentenwohnen.

Die Autorinnen und Autoren

Nina Breher
Recherche und Text
Natalie Ille
Illustration
Vihang Jumle
Datenrecherche
David Meidinger
Webentwicklung
Kilian Rüß
Datenrecherche
Lennart Tröbs
Gestaltung
Helena Wittlich
Redigatur
Veröffentlicht am 7. Februar 2023.
Zuletzt aktualisiert am 8. Februar 2023.