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Das Social Media Dashboard zur Bundestagswahl 2021

So führen die Parteien den Online-Wahlkampf. Eine interaktive Analyse von Aktivität, Resonanz und Themen auf Facebook, Twitter, Instagram und Youtube. Teil 1: Die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten.
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So führen die Parteien den Online-Wahlkampf. Eine interaktive Analyse von Aktivität, Resonanz und Themen auf Facebook, Twitter, Instagram und Youtube. Teil 1: Die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten.
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Wer postet wie viel auf Social Media?
Gezeigt wird die Zahl der Posts der Politiker:innen pro Woche in den letzten zwölf Wochen. Über das Menü können Sie sich alternativ die Zahl der Shares, Likes oder Kommentare zu den geposteten Inhalten der Kandidieren durch andere User anzeigen lassen. Bei der Zahl der Posts werden Retweets durch die Kandidierenden mitgezählt. Die Zahl der Shares, Kommentare und Likes werden
 hingegen ausschließlich für Posts von den Kandidierenden selbst gezählt. Datenquelle: Crowdtangle, Twitter-API, eigene Analysen. Stand: + Mehr Infos anzeigenWeniger anzeigen
Wer bekommt am meisten Resonanz?
Gezeigt wird die jeweilige Summe der Kommentare, Likes oder Shares zu allen Posts der Kandidierendem in den vergangenen zwölf Wochen – inklusive heute. Über das Menü können Sie zwischen der Zahl der Shares, Likes oder Kommentare wechseln. Datenquelle: Crowdtangle, Twitter-API, eigene Analysen. Stand: + Mehr Infos anzeigenWeniger anzeigen
Posts über die Kandidierenden
Gezeigt wird die tägliche Anzahl der Posts auf Twitter, Facebook und Instagram in den letzten 14 Tagen bis heute, in denen die Spitzenkandidierenden erwähnt werden. Der Wert der aktuellen Woche verändert sich im Verlauf des Tages, da der aktuellste Tag einberechnet wird. Dafür werden alle öffentlichen Posts auf den Plattformen nach den Namen der Kandidierenden durchsucht. Es muss entweder der volle Name vorkommen, zum Beispiel „Olaf Scholz”, der Accountname der Person, zum Beispiel @OlafScholz, oder Nachname sowie Parteiname. Dieses Verfahren wird derzeit noch weiter getestet und später möglicherweise verfeinert. Datenquelle: Crowdtangle, Twitter-API, eigene Analysen. Stand: + Mehr Infos anzeigenWeniger anzeigen
So viele Follower haben sie je Plattform
Die Kandidierenden haben sehr unterschiedlich viele Follower je Plattform. Verglichen werden nur Facebook, Instagram, Youtube und Twitter. Nicht alle haben auf allen Plattformen ein Profil oder einen Kanal. Deshalb fehlen einige Balken. Datenquelle: Crowdtangle, Twitter-API, Youtube, eigene Analysen. Stand: + Mehr Infos anzeigenWeniger anzeigen
Das sind die meistgenutzten Emojis
Diese Emojis nutzen die Kandidierenden auf Facebook, Twitter und Instagram bisher am häufigsten im Jahr 2021. Aussortiert wurden Emojis, die hauptsächlich dazu dienen, auf Links oder Bilder zu zeigen, zum Beispiel 👇 oder ➡️. Die häufigsten Emojis in Posts ÜBER Kandidierende wird für den Zeitraum der letzten 14 Tage ermittelt, da hier weit mehr Inhalt veröffentlicht wird. Ausgewertet werden dazu Posts auf Twitter, Facebook und Instagram. Die häufigsten Emojis werden über die Plattformen hinweg addiert. Datenquelle: Crowdtangle, Twitter-API, eigene Analysen. Stand: + Mehr Infos anzeigenWeniger anzeigen
Die populärsten Posts der letzten 14 Tage
Die Zahl der Shares und Likes kann ein Indiz liefern, welche Posts viel gesehen und geteilt wurden. Die Zahl der Kommentare unter einem Post ist oft ein Hinweis darauf, dass er eine Debatte entfacht. Erkunden Sie die genauen Inhalte über die verschiedenen Plattformen hinweg, indem Sie auf „Mehr anzeigen” klicken! Datenquelle: Crowdtangle, Twitter-API, eigene Analysen. Stand: + Mehr Infos anzeigenWeniger anzeigen
Die häufigsten Hashtags
Hashtags liefern Hinweise, zu welchen Themen sich die Kandidierenden besonders häufig äußern – oder an welcher Debatte sie absichtlich teilnehmen. Die Grafik zeigt die Hashtags, die in den vergangenen 12 Wochen auf Twitter und Instagram verwendet wurden. Da Hashtags auf Facebook oder Youtube nur von wenigen verwendet werden, werden diese nicht einbezogen. Aussortiert werden Hashtags, die durch die Art der Erhebung automatisch die häufigsten sind, also #Partei oder #Nachname des jeweiligen Kandidierenden. Datenquelle: Crowdtangle, Twitter-API, eigene Analysen. Stand: + Mehr Infos anzeigenWeniger anzeigen
in Kooperation mit
Logo von Democracy Reporting International
gefördert durch
Logo der Stiftung Mercator

Die deutsche Politik ist spät dran im Internet, aber 2021 ist es soweit. Während den teils brachialen Online-Wahlkämpfen in den USA schon länger eine große Bedeutung zukommt, spielten die sozialen Plattformen noch bei der letzten Bundestagswahl nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Damals hatten nur circa die Hälfte der Bundestagskandidierenden überhaupt ein öffentliches Facebook-Profil, und nur ein Drittel war auf Twitter. Aber im Wahlkampf 2021 ist nicht nur die Mehrheit der Politik inzwischen auf Social Media, sondern auch mehr Menschen in Deutschland allgemein. Und die Pandemie verleiht den Online-Debatten noch mehr Wirkmacht.

Die Veränderungen sind schon jetzt klar messbar: Kanzler- und Spitzenkandidierenden posten mehr als bei der letzten Wahl, diskutieren mit Influencern, die Profile sind professioneller gestaltet. Sogar das etwas jüngere Instagram wird bespielt. Das macht die Debatte offener. Mehr Menschen können teilnehmen als an Parteitagen und Wahlkampfveranstaltungen in Gemeindesälen. Aber es verändert auch den Ton der Diskussion. Er ist nicht immer offener, sondern in vielen Gruppen zunehmend aggressiver, aufpeitschender, populistischer. Die genauen Regeln, nach denen die Plattformen bestimmen, welche Posts welchen Usern ausgespielt werden, halten sie nach wie vor geheim. Und die US-Wahl hat gezeigt, wie viel Spielraum da noch nach unten ist.

Eine Echtzeit-Beobachtung des Wahlkampfs auf Social Media

Deswegen wollen wir diese Debatten 2021 möglichst genau beobachten. Gemeinsam mit Democracy Reporting International entwickeln wir das Social Media Dashboard zur Bundestagswahl 2021. Mithilfe automatischer Datenabfragen und Analysen wird beobachtet, wie die Parteien dieses Jahr ihren Wahlkampf auf Social Media führen, welche Plattformen sie bedienen, wie viel Resonanz und welche Reaktionen sie damit hervorrufen, welche Kampagnen sie fahren.

Los geht es mit einem genaueren Monitoring der Aktivitäten der Kanzlerkandidierenden auf Facebook, Instagram und Twitter. Für die Parteien, die weder einen Kanzlerkandidaten noch eine Kanzlerkandidatin benannt haben, werden stattdessen die Spitzenkandidierenden einbezogen.

Parallel soll analysiert werden, welche Gruppen in den sozialen Netzwerken auf die Debatten im Wahljahr Einfluss nehmen, welche Themen dadurch Teil des Wahlkampfs werden und ob versucht wird, mit Desinformationen und Fake News die Wahl zu beeinflussen.

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Viele dieser Fragen werden wir anhand tiefergehender Analysen beantworten und einordnen. Wir wollten aber möglichst viele Informationen live zur Verfügung stellen, damit sich alle ihr eigenes Bild machen können. Diese Live-Analysen finden Sie oben auf dem Dashboard. Sie werden mehrmals täglich aktualisiert, historische Werte laufen nachts durch die Analyse, weil das bei hunderttausenden Posts einige Stunden dauert. Zu Beginn finden Sie dort Zahlen und Inhalte zum Verhalten der Spitzenkandidierenden auf Instagram, Facebook und Twitter. In den nächsten Monaten kommen weitere Abschnitte hinzu.

Wenn Sie Hinweise oder Ideen dazu haben: Sie erreichen die meisten aus dem Team über ein Soziales Netzwerk Ihrer Wahl. Oder ganz klassisch über Mail: digital@tagesspiegel.de.

Über das Projekt

Das Social Media Dashboard zur Bundestagswahl 2021 ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Tagesspiegels und Democracy Reporting International. Es wird gefördert von der Stiftung Mercator. In den kommenden Monaten bis Oktober werden an dieser Stelle nach und nach weitere Visualisierungen, Analysen und Einordnungen erscheinen.

Wie werden die Daten erhoben?

Die Daten zu Posts auf Instagram und Facebook werden über eine Schnittstelle von Crowdtangle abgerufen. Der Analysedienst ist ein Teil von Facebook und stellt diese Daten über Online-Angebote und maschinenlesbare Schnittstellen (APIs) zur Verfügung. Diese werden von uns regelmäßig abgerufen. Die Twitter-Posts werden direkt über die Schnittstelle von Twitter abgerufen, Daten zu Youtube-Videos direkt über eine Schnittstelle von Youtube.

Die gesammelten Daten werden automatisiert ausgewertet, zumeist mithilfe der Programmiersprache Python. Die Analysedaten werden über einen Tagesspiegel-Server regelmäßig aktualisiert und für die interaktiven Grafiken ausgespielt.

Es werden ausschließlich Daten verarbeitet, die aus öffentlichen Profilen oder Posts kommen. Daten von Nutzer:innen, die ihre Posts nur für Freunde sichtbar teilen, fragen wir weder ab noch können wir sie auswerten. Dadurch ist die Zahl der analysierbaren Posts auf Twitter sehr viel größer als die auf Facebook oder Instagram, wo Nutzer:innen seltener öffentlich posten.

Was macht der Tagesspiegel in dem Projekt?

Der Tagesspiegel entwickelt in seinem Tagesspiegel Innovation Lab Darstellungen, Analysen und Datenabfragen. Dabei arbeiten Redakteur:innen, Designer, Datenanalyse-Spezialisten und Softwareentwickler zusammen. Außerdem widmet sich das Team – gemeinsam mit den Politikredakteur:innen und anderen Fachleuten in der Redaktion der Analyse der gewonnenen Daten. Nach und nach werden wir online, in Newslettern und der gedruckten Zeitung tiefergehende Analysen, Expert:innenbeiträge, Interview und Einordnungen zu den Dynamiken des Wahlkampfs auf Social Media veröffentlichen.

Was ist Democracy Reporting International?

Democracy Reporting International (DRI) ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Berlin, die weltweit demokratische Institutionen und Prozesse analysiert und stärkt. DRI unterhält sieben Länderbüros, die vor Ort mit demokratischen Akteuren zusammenarbeiten. DRI´s Programm “Digitale Demokratie” beobachtet und analyiert in zahlreichen Ländern, ob Wahlkämpfe online fair geführt werden und nimmt zu Fragen der Regulierung Stellung. Mehr unter democracy-reporting.org

Woher kommt die Förderung?

Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung Mercator, die ihre Rolle folgendermaßen fasst: „Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung mit umfassender wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung. Sie strebt mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Um diese Ziele zu erreichen, fördert und entwickelt sie Projekte, die Chancen auf Teilhabe und den Zusammenhalt in einer diverser werdenden Gesellschaft verbessern. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa will die Stiftung Mercator durch ihre Arbeit stärken, die Auswirkungen der Digitalisierung auf Demokratie und Gesellschaft thematisieren und den Klimaschutz vorantreiben. Die Stiftung Mercator engagiert sich in Deutschland, Europa und weltweit. Dem Ruhrgebiet, Heimat der Stifterfamilie und Stiftungssitz, fühlt sie sich besonders verbunden.“

Die Förderer nehmen keinen Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung oder die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts.

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gefördert durch
Logo der Stiftung Mercator

Das Team

Das Social Media Dashboard zur Bundestagswahl 2021 ist ein Teamprojekt des Tagesspiegel Innovation Lab, Democracy Reporting International und verschiedenen Fachredaktionen des Tagesspiegels. Das ist das Team:

Madeline Brady
Programme Officer, Democracy Reporting International
Benedikt Brandhofer
Design,
Tagesspiegel
Lena-Maria Böswald
Programme Associate, Democracy Reporting International
Hendrik Lehmann
Redaktionelle Projektleitung, Tagesspiegel
Jesse Lehrke
Research Coordinator, Democracy Reporting International
David Meidinger
Datenvisualisierung & Entwicklung, Tagesspiegel
Helena Wittlich
Datenrecherche & Redigatur, Tagesspiegel
Nikolas Zöller
Data Engineering & Analyse, Tagesspiegel
Veröffentlicht am 12. Juli 2021.