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Bundestagswahl 2021

Wahlumfragen im Live-Überblick

Am 26. September 2021 findet die Bundestagswahl statt. Außerdem werden 2021 gleich sechs Landesparlamente neu gewählt. Alle Zahlen und Fakten zum Superwahljahr.
Am 26. September 2021 findet die Bundestagswahl statt. Außerdem gibt es 2021 gleich sechs Landtagswahlen. Alle Zahlen und Fakten zum Superwahljahr.

Die Bundestagswahl 2021 wird anders. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik wird unter Pandemiebedingungen gewählt. Das wird auch die Wahlentscheidungen beeinflussen. Der weitere Verlauf der Coronakrise ist stark mit der Politik verzahnt. Und so könnten sich die Umfragewerte deutlich ändern. Auf dieser Webseite sammeln wir alle wichtigen Informationen zur Bundestagswahl 2021 und aller anderen Wahlen des Jahres.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Wahl

Allgemeines zur Wahl

Superwahljahr 2021: Diese Wahlen finden 2021 in Deutschland statt

Am 26. September 2021 wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Wie üblich, findet die Wahl an einem Sonntag statt. Von 8 bis 18 Uhr sind die Wahllokale an diesem Tag geöffnet.

Während im vergangenen Jahr 2020 lediglich die Landtagswahl in Hamburg stattfand, die Wahl zur 21. Hamburgischen Bürgerschaft, finden 2021 neben der Bundestagswahl sechs weitere Landtagswahlen statt.

Am 14. März 2021 wurde in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt. In Baden-Württemberg konnten die Grünen ihren Vorsprung vor der CDU weiter ausbauen. Mit Spitzenkandidat Winfried Kretschmann kamen die Grünen auf 32,6 Prozent der Stimmen. CDU und SPD verloren leicht. Außerdem ziehen die FDP (10,5 Prozent) und die AfD (9,7 Prozent) in den neuen Landtag ein.

Die Regierung in Baden-Württemberg ist bereits gebildet. Die Grünen werden gemeinsam mit der CDU die kommende Legislaturperiode bestreiten. Ganz oben auf der Agenda des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und Stellvertreter CDU-Landeschef Thomas Strobl steht der Klimaschutz. In Rheinland-Pfalz konnte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erneut den größten Stimmenanteil erringen. Die SPD verlor leicht und kam auf 35,7 Prozent. Die Union verlor etwa vier Prozent und landete bei 27,7 Prozent. Die Grünen gewannen im Vergleich zur letzten Landtagswahl vier Prozentpunkte hinzu und kamen auf 9,3 Prozent. Neben AfD (8,3 Prozent) und FDP (5,5 Prozent) werden auch die Freien Wähler eine Fraktion im neuen Landtag bilden. Mit 5,4 Prozent der Stimmen zogen sie erstmals in den rheinland-pfälzischen Landtag ein.

Der Entwurf für den neuen Koalitionsvertrag liegt seit Anfang Mai vor. Die rheinland-pfälzische Regierung soll sich aus SPD, Grüne und FDP zusammensetzen: eine Ampelkoalition. Auch hier bildet der Klimaschutz den größten Schwerpunkt.

Zum 6. Juni stieg die Spannung bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt CDU-Chef Reiner Haseloffs auf 37,1 Prozent, die AfD auf 20,8 Prozent. Die Linke verliert stark und kommt nur noch auf elf Prozent der Stimmen. SPD (8,4 Prozent) und Grüne (5,9 Prozent) hatten beide auf ein zweistelliges Ergebnis gehofft. Die FDP schafft mit 6,4 Prozent den Einzug in den Landtag.

Zudem stehen Kommunalwahlen an. In Hessen wurde bereits am 14. März gewählt. In Niedersachsen steht die Wahl am 12. September noch bevor.

Welche Wahlen finden gleichzeitig mit der Bundestagswahl statt?

Von den Wahlen, die auf den Tag der Bundestagswahl gelegt werden, verspricht man sich eine höhere Wahlbeteiligung.

So findet am 26. September 2021 auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin und die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt. Der Thüringer Landtag sollte ursprünglich am 25. April gewählt werden. Vermutlich wird dieser nun aber ebenfalls am 26. September 2021 gewählt. Darauf einigten sich Linke, SPD, Grüne und CDU im Januar 2021. Hierbei handelt es sich um vorgezogene Neuwahlen.

Warum ist 2021 ein Superwahljahr?

Von einem Superwahljahr spricht man dann, wenn besonders viele Wahlen innerhalb eines Jahres anstehen – wie es in Deutschland 2021 der Fall ist. Insgesamt sind es sechs Abgeordnetenhaus- und Landtagswahlen, die außer der Bundestagswahl anstehen.

Im Jahr 1994 wurde das Wort „Superwahljahr“ von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gekürt. 2009 folgte ein weiteres Superwahljahr. Neben sechs Landtagen wurde vor 12 Jahren zusätzlich das deutsche Staatsoberhaupt, der Bundespräsident (Horst Köhler) gewählt, Bundeskanzlerin Angela Merkel und das EU-Parlament.

Anders als in den Jahren 1994 und 2009 stehen im Jahr 2021 jedoch keine Europawahl oder eine Bundespräsidentenwahl an. Dennoch taucht der Begriff „Superwahljahr“ vermehrt im Zusammenhang mit den diesjährigen Wahlen auf.

Die Parteien und ihre Wahlprogramme

CDU/CSU – „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.“

Das Wahlprogramm der Union aus CDU und CSU ist noch nicht veröffentlicht. Vorgesehen ist eine Vorstellung des Programms in der Öffentlichkeit im Juli. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und der Generalsekretär der CSU, Markus Blume, erarbeiten das Papier.

Anders als in den vergangenen Jahren soll es für die Bundestagswahl 2021 kein zusätzliches Programm nur für die CSU in Bayern – ein „Bayern-Plan“ – geben.

Grüne – „Deutschland. Alles ist drin.“

Bei den Grünen liegt seit 19. März 2021 ein erster Entwurf vor. Dieser umfasst 137 Seiten und soll in seiner endgültigen Form im Juni auf einer Bundesdelegiertenkonferenz verabschiedet werden. Anträge zur Änderung konnten Mitglieder der Partei bis Ende April einreichen. Was steht im Wahlprogramm? Ganz oben auf der Agenda der Grünen steht der Klimaschutz. Aber auch auf soziale Themen wird ein besonderer Fokus gelegt. Die Grünen planen ein „Klimaschutz-Sofortprogramm“ inklusive der Anhebung des Klimaziels:70 Prozent weniger Treibhausgase im Jahr 2030 als 1990. Weiter soll der CO2-Preis für Verkehr und Wärme in zwei Jahren angehoben werden. Bürgerinnen und Bürger sollen ein sogenanntes Energiegeld bekommen. Zudem soll der Kohleausstieg acht Jahre schneller als geplant von statten gehen. Kleine und mittlere Einkommen sollen durch eine Erhöhung des Grundfreibetrags der Einkommensteuer entlastet werden, der Spitzensteuersatz für hohe Einkommen steigen. Für Vermögen oberhalb von zwei Millionen Euro pro Person soll eine Vermögensteuer gelten. Ab 2030 sollen laut Entwurf nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden und auf deutschen Autobahnen soll ein sogenanntes „Sicherheitstempo“ von 130 Stundenkilometern eingeführt werden. Die Bahn soll ausgebaut, Kurzstreckenflüge dadurch überflüssig werden. Außerdem wollen die Grünen an der Schuldenbremse im Grundgesetz schrauben. So sollen jährlich Investitionen von 50 Milliarden Euro ermöglicht werden, um beispielsweise schnelles Internet, Spitzenforschung, klimaneutrale Infrastrukturen oder moderne Stadtentwicklung voranzutreiben. Wohnkosten sollen mit Hilfe eines bundesweiten Mietendeckels eingedämmt werden, die Riester-Rente soll durch einen „öffentlich verwalteten Bürgerfonds“ ersetzt werden, Migranten mit vorübergehenden Duldungsstatus bekommen nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland ein sicheres Bleiberecht und das Zwei-Prozent-Ziel der NATO lehnen die Grünen ab.

SPD – „Zukunft. Respekt. Europa.“

Das Wahlprogramm der SPD trägt den Titel „Zukunft. Respekt. Europa.“ Bereits am 9. Mai wurden sowohl Wahlprogramm und Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf dem Bundesparteitag der SPD bestätigt. Was steht im Wahlprogramm? Arbeit, Gerechtigkeit und Klimaschutz haben sich die Sozialdemokraten ins Programm geschrieben. Dabei soll Deutschland bis 2045 klimaneutral sein und der Klimaschutz selbst neue Jobs schaffen. Stromkosten sollen gesenkt und Strom selbst soll bis 2040 ökologisch werden. Der Mindestlohn soll auf 12 Euro angehoben werden. Als Minijobs sollen reguläre Arbeitsverträge werden und in der Pflege soll nach Tarif eine Bezahlung nach Tarif erfolgen. Hartz IV soll ein einfacheres Bürgergeld werden. Beim Ausbau von Kitas, Ganztagsbetreuung an Schulen und Jugendeinrichtungen sollen die Bundesländer unterstützt werden. Weiter soll der Nahverkehr ausgebaut und klimaneutral werden. Fußgängern und Radfahrern soll mehr Raum eingeräumt werden. Genau wie die Grünen fordert die SPD ein Tempolimit von 130 Stundenkilometer auf deutschen Autobahnen. Im Bereich der Wirtschaft soll der Bund jährlich 50 Milliarden Euro investieren. Für öffentliche Investitionen sollen im Rahmen der Schuldenbremse weiter Schulden gemacht werden und Steuern gerechter verteilt werden. Dabei sollen vor allem die oberen fünf Prozent eine Vermögenssteuer zahlen, die kleinen und mittleren Einkommen sollen entlastet werden. Mieten sollen nur noch mit der Inflation steigen. Zudem planen die Sozialdemokraten eine Bürgerversicherung mit gleichem Zugang zu medizinischer Versorgung für alle. Die SPD plant Internet für alle: jedes Unternehmen und jeder Haushalt soll Zugang zu Internet mit einer Bandbreite von mindestens einem Gigabit pro Sekunde haben. Außerdem sollen jeder Schüler und jede Schülerin einen Laptop oder ein Tablet bekommen. Weiter will sich die SPD für eine – auch finanziell – Stärkung der EU einsetzen. Die EU soll außerdem ökologischer und sozialer werden.

AfD – „Deutschland. Aber normal.“

Die Alternative für Deutschland hat ihr Programm schon frühzeitig am 11. April 2021 auf einem Bundesparteitag in Dresden einstimmig beschlossen. Für die Öffentlichkeit zugänglich war das Bundestagswahlprogramm der Partei jedoch lange Zeit nicht. Nach einer Verschärfung des Programms nehmen der EU-Austritt Deutschland, Flüchtlingspolitik und Corona einen zentralen Platz ein. Was steht im Wahlprogramm? Die AfD fordert den Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union. So heißt es im Beschluss „Wir halten einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union und die Gründung einer neuen europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft für notwendig.“ Auch in Sachen Migration verschärft die AfD ihren Kurs. An den Grenzen soll es wieder Kontrollen geben und Asylanträge können nur noch „bei nachgewiesener Identität und Staatsangehörigkeit“ gestellt werden. Die AfD fordert eine „Abschiebeoffensive“ und eine Ausweitung der Zahl sicherer Herkunftsstaaten. Einwanderung soll also – nach japanischem Vorbild – stark eingeschränkt werden. Auch Fachkräfte sind dabei miteinbezogen. Zudem wird der Familiennachzuges für Flüchtlinge abgelehnt. Humanitäre Aufnahmen dürfe es nur für vom Bundestag ausgewählte, besonders schutzbedürftige Personen geben, „für deren Auswahl ein mit der deutschen Werte- und Gesellschaftsordnung vereinbarter kultureller und religiöser Hintergrund ein wichtiges Kriterium ist“, heißt es. Weiter spricht sich die AfD für eine andere Corona-Politik aus. So fordert die Partei „jedweden, auch indirekten, Zwang zur Durchführung von Tests, Impfungen, unter anderem durch Einführung sogenannter Schnelltest-Apps und des grünen Impfpasses, sowie Benachteiligungen für Maskenbefreite zu unterlassen.“ Bürgerinnen und Bürger sollen selbst entscheiden, wie sie sich schützen. Außerdem fordert die AfD die Reformierung des Inlandsgeheimdienstes.

Die Linke – „Zeit zu handeln. Für soziale Freiheit, Frieden und Klimagerechtigkeit!“

Der Entwurf der Linken liegt seit dem 8. Februar vor. Die endgültige Version des Wahlprogramms soll auf dem Bundesparteitag am 19. und 20. Juni verabschiedet werden. Was steht im Entwurf? Die Linke will die Wirtschaft ökologischer Gestalten und sie bis 2040 emissionsfrei machen. Dafür fordert die Partei einen sogenannten „Green New Deal“. Jährlich sollen 20 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, um den ökologischen Umbau voranzubringen und gleichzeitig Arbeitsplätze zu sichern. Weiter soll öffentliche Nahverkehr ausgebaut und mit der Zeit kostenfrei werden. Kurzstreckenflüge sollen mit der Zeit abgeschafft und Bahn und Lufthansa sollen in eine bundeseigene Gesellschaft überführt werden. Der Kohleausstieg soll beschleunigt, in erneuerbare Energien investiert und sozial gerechte ökologische Modernisierung von Gebäuden vorangebracht werden. Außerdem soll der Sozialstaat ausgebaut werden. So soll eine Mindestrente von 1200 Euro, ein garantiertes Mindesteinkommen und sanktionsfreie Mindestsicherung statt Hartz IV sowie Arbeitslosengeld Plus, das 58 Prozent des Nettolohns beträgt, eingeführt werden. Der Mindestlohn soll auf 13 Euro angehoben werden. Die Linke fordert 200.000 zusätzliche Pflegekräfte sowie die Überführung von Krankenhaus- und Pflegekonzernen in die öffentliche Hand. Weiter soll es eine solidarische Gesundheitsversicherung und eine solidarische Pflegevollversicherung geben. Darüber hinaus soll es ein neues Normalarbeitsverhältnis von 30 Wochenstunden geben. Die Arbeitszeiten sollen flexibler werden. Die Schuldenbremse soll abgeschafft werden und kleine und mittlere Einkommen sollen entlastet werden. Ab einem Vermögen von zwei Millionen Euro soll eine Vermögensabgabe von 10 bis 30 Prozent anfallen. Diese soll innerhalb von 20 Jahren abgezahlt werden können. Außerdem sollen Mieten gedeckelt und Auslandseinsätze der Bundeswehr unterbunden werden. Diese werden von der Linken strikt abgelehnt. Zudem fordert die Linke die Auflösung der NATO und ihre Ersetzung durch ein kollektives Sicherheitssystem.

FDP – „Nie gab es mehr zu tun.“

Mitte April hat die FDP einen Programmentwurf zur Bundestagswahl veröffentlicht. Das endgültige Wahlprogramm wurde am 14. bis 16. Mai beschlossen werden. Was steht im Wahlprogramm? Die Liberalen halten an der Schuldenbremse fest und setzen ihren Fokus auf die Steuern. Klima und Soziales rücken ebenfalls stärker in den Vordergrund. So fordert die FDP einen handlungsfähigen Staat, der nur mit Hilfe der Schuldenbremse zu erreichen sei. Neue Schulden soll es demnach nicht geben. Für die Corona-Schulden soll es einen „Tilgungsturbo“ geben. Steuerentlastungen soll es für Unternehmen und alle Bürger und Bürgerinnen geben, auch für hohe Einkommen. Zudem soll es eine „Gesetzliche Aktienrente“ zur Sicherung der Altersvorsorge eingeführt werden. Deutschland soll entbürokratisiert und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Klimaschutz soll mit Hilfe des CO2-Preises und einem CO2-Limit ermöglicht und vorangebracht werden. Die EEG-Umlage soll abgeschafft, der Emissionshandel soll ausgeweitet und Wasserstoff als Säule des Energiesystems in Deutschland etabliert werden. Staatliche Vorgaben zur Erreichung der Klimaziele lehnt die Partei ab. Die Landwirtschaft soll in ihrer Unabhängigkeit gestärkt werden. So sollen EU subventionierte Agrar-Zahlungen ein Ende haben und ein System der Marktwirtschaft Einzug halten. Außerdem soll mehr Geld in die Bildung gesteckt und Hartz IV durch ein sogenanntes „liberales Bürgergeld“ ersetzen werden. Einen bundesweiten Mietendeckel soll es nicht geben.

Wie funktioniert die Briefwahl zur Bundestagswahl 2021?

Wie funktioniert die Briefwahl zur Bundestagswahl 2021?

Die Corona-Pandemie könnte die Bundestagswahl im Jahr 2021 stark beeinflussen. Es wird vermutet, dass mehr Menschen als je zuvor per Briefwahl ihre Stimme abgeben werden, um den Gang zur Wahlkabine zu vermeiden. Per Briefwahl wählen dürfen wahlberechtigte, die in einem Wählerregister eingetragen sind. Eine Begründung für die Beantragung des Wahlscheines in nicht mehr nötig.

Wie und wo können Briefwahlunterlagen beantragt werden?

Der Wahlschein für die Briefwahl kann bei der Gemeinde des Hauptwohnsitzes beantragt werden. Dies kann persönlich, schriftlich (auch per Fax oder E-Mail) oder bei manchen Gemeinden auch online geschehen. Als Erinnerung kann die Wahlbenachrichtigung selbst helfen. Auf der Rückseite befindet sich ein vorgefertigter Vordruck, der ausgefüllt zurückgesendet werden kann.

Für eine Antragstellung auf Briefwahl sind die Angaben des Familiennamens, der Vorname, das Geburtsdatum und die Wohnanschrift (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort) notwendig. Stellt man den Antrag für eine andere Person, ist eine Vollmacht nötig. Zudem muss die Beantragung schriftlich oder persönlich vollzogen werden.

Bis wann muss die Briefwahl beantragt werden?

Den Antrag auf Briefwahl stellt man am besten so früh wie möglich. Der letztmögliche Zeitpunkt ist der Freitag vor dem Wahltag bis 18 Uhr. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann der Wahlschein noch am Wahltag bis 15 Uhr beantragt werden. Ein Grund könnte eine Erkrankung sein.

Kann man aus dem Ausland per Briefwahl wählen?

Die Briefwahl ist auch aus dem Ausland möglich. Hierbei ist eine ausreichende Frankierung und ein zeitnahes Absenden des Wahlbriefes zu beachten. Der Brief muss spätestens bis 18 Uhr am Tag der Wahl bei der zuständigen Stelle vorliegt. Die Empfehlung des Bundeswahlleiters: Briefe aus dem außereuropäischen Ausland sollten möglichst mit der Luftpost versendet werden.

Was steckt alles drin in den Briefwahlunterlagen?

ein Wahlschein

ein amtlicher Stimmzettel

ein blauer amtlicher Stimmzettelumschlag

ein roter amtlicher Wahlbriefumschlag

ein Merkblatt für die Briefwahl

Wann sollte der Wahlbrief abgeschickt werden?

Auch hier gilt: rechtzeitig. Der Wahlbrief kann direkt bei der auf dem Wahlbriefumschlag angegebenen Stelle abgegeben werden oder per Post verschickt werden. Den zuständigen stellen muss er am Wahltag spätestens 18 Uhr vorliegen. Zu dieser Zeit endet die Wahl und die Auszählung beginnt. Briefe, die zu spät kommen, werden nicht mehr berücksichtigt und die Stimme geht verloren.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Bundestagswahl 2021 in Deutschland

Wann findet die Bundestagswahl 2021 statt?

Die nächste Bundestagswahl findet am 26. September 2021 stattfinden. Die letzte Wahl fand am 24. September 2017 statt.

Was wird bei der Bundestagswahl 2021 gewählt?

Bei der Wahl am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Mit der abgegebenen Wahlstimme kann Einfluss auf die Zusammensetzung des Bundestags genommen werden. Der Bundestag ist auf Bundesebene das einzige Staatsorgan, das vom Volk direkt gewählt wird.

Was wählt man mit der Erststimme?

Bei der Bundestagswahl haben Wählerinnen und Wähler insgesamt zwei Stimmen. Mit der Erststimme geben Wähler bei der Bundestagswahl ihre Stimme für einen Kandidaten oder eine Kandidatin in ihrem Wahlkreis ab. Mit der Erststimme wird also die Direktwahl getroffen. Diejenigen Kandidaten, die in einem Wahlkreis die Mehrheit der Erststimmen erhalten, sind somit gewählt.

Was wählt man mit der Zweitstimme?

Mit der Zweitstimme geben Wähler und Wählerinnen ihre Stimme für die Landesliste einer Partei ab. Nach dem Verhältnis der Zweitstimmen wird der Anteil der Abgeordnetenmandate festgelegt, der die Parteien entfällt. Von diesen Gesamtmandaten einer Partei werden die Direktmandate (Erststimme) abgezogen. Die übrigen Mandate werden an die Kandidaten auf den Landeslisten der Partei gegeben. Die Zweitstimme entscheidet darüber, wie stark eine Partei im Parlament vertreten ist.

Was ist eine Landesliste?

Die Landesliste umfasst die bei der Bundestagswahl antretenden Kandidaten einer Partei eines Bundeslandes. Diese werden in einer bestimmten, vorher von den Parteien ausgewählten Reihenfolge angegeben und dienen den Wählern als Wahlvorschlag. Die Landeslisten bestimmen die Reihenfolgen, in denen die Kandidaten die Bundestagssitze besetzen, die ihrer Partei in einem Bundesland zustehen. Die Listen werden in geheimer Abstimmung festgelegt. Von den mindestens 598 Bundestagsmandaten werden 299 über sogenannte Landeslisten vergeben.

Wird der Bundespräsident direkt gewählt?

Der Bundespräsident wird in Deutschland nicht direkt vom Volk gewählt. Die Wahl findet geheim im Rahmen der Bundesversammlung statt – ohne Absprache. Hierbei muss ein Kandidat oder eine Kandidatin die absolute Mehrheit auf sich vereinen. Kommt es in zwei Wahlgängen nicht zu einer absoluten Mehrheit, reicht in einem dritten Wahlgang die relative Mehrheit aus.

Wann kann es zu Neuwahlen kommen?

Zu Neuwahlen kann es kommen, wenn der Bundespräsident den Bundestag auflöst. Nach Art. 39 Abs. 1 müssen dann Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen stattfinden. Die erste vorgezogene Bundestagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland fand 1972 im Rahmen der Bundestagswahl statt.

Was ist die Sonntagsfrage?

Die „Sonntagsfrage“ erfragt in regelmäßigen Abständen die aktuelle Wahlabsicht der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger. „Sonntagsfrage“ heißt es deshalb, weil in Deutschland Wahlen traditionell an einem Sonntag abgehalten werden. Die Frage kann auf verschiedene Ebenen abzielen: Bundestagswahl, Landtagswahl oder Europawahl.

Die Ergebnisse der Befragung dienen der Berechnung und Darstellung der aktuellen politischen Stimmung im Land. In Deutschland werden Bürgerinnen und Bürger gefragt: „Wenn am nächsten Sonntag tatsächlich Bundestagswahl wäre, welche der folgenden Parteien würden Sie dann wählen?“

Meist wird die Befragung von Meinungsforschungsinstituten durchgeführt, nicht selten aber auch von Medienunternehmen oder privatwirtschaftlichen Unternehmen. Telefoninterviews, Befragungen im Internet oder ein Besuch zu Hause werden dabei als Methode verwendet.

Bei der Betrachtung der verschiedenen Erhebungen der Sonntagsfrage ist es wichtig, die Anzahl der Befragten, den Zeitpunkt, die gewählte Methode und den Auftraggeber in den Blick zu nehmen. So kann eine bessere Aussage über die Aussagekraft der erhobenen Daten getroffen werden.

Was ist die Fünfprozenthürde?

Wenn eine Partei, die auf dem Stimmzettel steht, es in den Bundestag schaffen möchte, braucht sie bundesweit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen (siehe Was wählt man mit der Zweitstimme?). Bekommt eine Partei weniger – etwa 4,7 Prozent der Zweitstimmen – greift die sogenannte „Sperrklausel“, auch „Fünf-Prozent-Hürde“ genannt. Mit dieser Grenze soll eine Zersplitterung des Bundestags verhindert werden.

Erlangt eine Partei jedoch drei Direktmandate, greift die Fünf-Prozent-Hürde nicht. Die Partei würde es mit den drei gewonnen Mandaten, als drei Abgeordneten ins Parlament schaffen. In diesem Fall würden auch die Zweitstimmenanteile beachtet werden und zusätzliche Abgeordnete ins Parlament einziehen.

Was ist ein Überhangmandat?

Zu einem Überhangmandat kann es kommen, wenn eine Partei bei der Erststimme beziehungsweise der Direktwahl der Kandidaten mehr Sitze im Parlament gewinnt, als ihr über die Wahlliste, also der für Parteien abgegebenen Zweitstimmen an Sitzen zusteht.

Seit 2012 findet im Deutschen Bundestag ein Ausgleich der Überhangmandate statt. Der Grund dafür: das Verhältnis der Parteien im Parlament soll nicht verzerrt werden. Besonders hierbei: Scheidet ein Abgeordneter mit Überhangmandat aus dem Parlament aus, wird sein Sitz nicht nachbesetzt.

Überhangmandate führen dazu, dass der Bundestag in verschiedenen Legislaturperioden unterschiedlich groß ist. Überhangmandate entstehen nämlich fast immer.

Was ist ein Ausgleichsmandat?

Gibt es Überhangmandate, gibt es in der Folge auch Ausgleichsmandate. Bekommt also eine Partei Überhangmandate, bekommen die anderen Parteien Ausgleichsmandate. So soll sichergestellt werden, dass im Bundestag das Verhältnis widergespiegelt wird, wie es von den Wählerinnen und Wählern entschieden wurde.

Was ist eine Legislaturperiode?

Eine Legislaturperiode bezeichnet die Zeitspanne, in der eine gewählter Bundestag besteht. Denn der Bundestag wird nur für eine bestimmte Zeit gewählt. In Deutschland sind das vier Jahre. Diese vierjährige Wahlperiode endet mit dem Tag, an dem ein neuer Bundestag zusammenkommt und somit eine neue Legislaturperiode beginnt.

Was ist der Unterschied zwischen Prozenten und Prozentpunkten?

Ändert sich ein Prozentsatz, wird die Größe dieser Änderung in Prozent oder Prozentpunkten angeben. Wird jedoch die Differenz zwischen zwei Prozentsätzen berechnet, wird dieser Wert allein in Prozentpunkten und nicht in Prozent angegeben.

Ein Beispiel: Bei der vergangenen Bundestag 2017 betrug die Wahlbeteiligung 76,2 Prozent. 2009 lag die Wahlbeteiligung bei 70,8 Prozent und 2013 bei 71,5 Prozent. Im Vergleich zu 2009 und 2013 legt die Wahlbeteiligung also im Jahr 2017 um rund 5 Prozentpunkte zu.

Wie unterscheidet sich das deutsche Wahlsystem vom Wahlsystem der USA?

Das deutsche und das amerikanische Wahlsystem unterscheiden sich im Amt und in der Gewaltenteilung. Während in den USA die ausführende – also exekutive Gewalt – beim Präsidenten liegt (derzeit Joe Biden), bedient der Bundespräsident (derzeit Frank-Walter Steinmeier) repräsentative Aufgaben. In Deutschland ist die Exekutive der Bundesregierung, also auch Bundeskanzler oder der Bundeskanzlerin und den zugehörigen Behörden vorbehalten.

Außerdem unterscheiden sich die beiden Wahlsysteme grundlegend. In Deutschland wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, in den USA nach dem Mehrheitswahlrecht. So werden in den Bundesstaaten der USA für insgesamt 538 Wahlmänner und -frauen für das sogenannte „Electoral College“ gewählt. Das „Electoral College“ wählt daraufhin in einem zweiten Schritt den Präsidenten. Der Spitzenkandidat einer Partei muss mindestens 270 Stimmen erhalten, um als Präsidenten gewählt zu werden.

In Deutschland gilt das sogenannte personalisierte Verhältniswahlrecht. Es stellt ein Mischsystem aus Verhältniswahl- und Mehrheitswahlrecht dar. Jeder Wähler kann dabei zwei Stimmen abgeben. (Siehe Erststimme und Zweitstimme)

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Über die Autorinnen und Autoren

Eric Beltermann
Datenaufbereitung, Webentwicklung und Text
Benedikt Brandhofer
Artdirektion
Thomas Sabin
Text
Veröffentlicht am 24. März 2021.
Zuletzt aktualisiert am 21. Mai 2021.