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Wahlergebnisse

Wahlkarte zur Bundestagswahl 2021 für ganz Deutschland

Die Wahlergebnisse nach Wahlkreisen, Gemeinden und Parteien als interaktive Grafik
Die Wahlergebnisse nach Wahlkreisen, Gemeinden und Parteien als interaktive Grafik

Aus schwarz wird rot. In vielen Gemeinden, in denen 2017 noch die CDU die Mehrheit der Stimmen holte, heißt die Gewinnerin bei der Bundestagswahl 2021 SPD. Die AfD gewinnt neue Gemeinden im Osten, vor allem in Sachsen und Thüringen, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundestagswahl hat Deutschlands politische Landkarte verändert.

Die Wahlergebnisse der Gemeinden zeigen politische Veränderungen in Deutschland besonders detailliert. Sie ist die kleinste Verwaltungseinheit, nach der sich die Wahlergebnisse aufschlüsseln lassen. Rund 11.000 Gemeinden gibt es Deutschland. Im Gegensatz zu den 299 Wahlkreisen, in denen jeweils rund 200.000 Menschen leben, wohnen in einigen Gemeinden nur ein paar hundert. Mit ihrer Hilfe lässt sich also noch feiner analysieren, welche Partei in welcher Region überzeugen konnte.

Normalerweise werden die Wahldaten auf Ebene der Gemeinden vom Bundeswahlleiter erst gegen Ende des Jahres veröffentlicht. Doch viele Landeswahlleiter:innen veröffentlichen die Informationen für ihr Bundesland schon am Wahlabend. Wir haben bei allen Bundesländern angefragt und veröffentlichen die Gemeinde-Ergebnisse nach und nach auf einer Karte – mit allen angetretenen Parteien nach Erst- und Zweitstimme. Für Länder, in denen die Daten noch nicht oder noch unvollständig vorliegen, nutzen wir Daten von „Zeit Online“. Sie haben zusammen mit dem Start-up Fusionbase die Wahlergebnisse aus allen Gemeinden Deutschlands zusammengetragen. Ihre offenen Daten enthalten ausschließlich die Zweitstimmen der großen Parteien.

Wieso sind im Jahr 2021 nicht alle Gemeinden zu sehen?

Bei dieser Bundestagswahl hat es einen Rekord hinsichtlich der Briefwahlbeteiligung gegeben. Rund 40 Prozent der Wähler:innen hatten Briefwahl beantragt. Briefwahlstimmen lassen sich allerdings nicht immer den einzelnen Gemeinden zuordnen.

Gerade im ländlichen Raum zählen Gemeinden ihre Briefwahlstimmen oft nicht selbst aus, das übernehmen die Gemeindeverbände. Diese Zusammenschlüsse von mindestens zwei Gemeinden teilen sich verschiedene Verwaltungsaufgaben im kommunalen Alltag. Zum Beispiel die Organisation und Durchführung der Briefwahl. Je nach Bundesland werden diese regionalen Verwaltungsstrukturen Amt, Samtgemeinde, Verwaltungsgemeinschaft oder Verbandsgemeinde genannt.

Die Karte zeigt in einigen Bundesländern Gemeindeverbände an

Gerade weil der Anteil an Briefwähler:innen vielerorts so hoch war, haben wir uns entschieden, für die Regionen, in denen die Briefwahlstimmen nicht eindeutig zuzuordnen sind, die Verbände anstelle der einzelnen Gemeinden anzuzeigen. Nur so ist es möglich, auch für diese Regionen das gesamte Wahlergebnis abzubilden. Laut „Zeit Online“ sind die Briefwahlstimmen grundsätzlich enthalten. Weil wir aber in diesem Wahljahr nicht die einzelnen Gemeinden anzeigen, lassen sich die Wahlergebnisse 2021 nicht mit den Vorjahren vergleichen.

Warum werden bei den historischen Wahldaten nicht in allen Jahren Briefwahlergebnisse angezeigt?

Die Wahlergebnisse werden vom Bundeswahlleiter auf Ebene der Stimmbezirke veröffentlicht, und lassen sich den einzelnen Gemeinden zuordnen. Viele Gemeinden wurden seit 1990 zusammengelegt oder von Nachbargemeinden eingemeindet. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung stellt für diese Fälle Umrechnungsschlüssel zur Verfügung. Dies erlaubt es die historischen Ergebnisse in den heutigen Gemeinden anzuzeigen. Die Briefwahlergebnisse werden allerdings nicht immer für jede Gemeinde einzeln ausgewertet. Viele haben keine eigene Briefwahlstelle. Die Briefwahlstimmen dieser Gegenden wurden in anderen ausgezählt. Und leider werden sie hinterher vom Bundeswahlleiter nicht wieder den Stimmbezirken der Wahlberichtigten zugeordnet, aus denen sie abgegeben wurden. Daher können wir die Briefwahlergebnisse auf Gemeindeebene nur dort anzeigen, wo sich diese eindeutig auf diese Gemeinde – und nur diese Gemeinde – beziehen.

Auf Basis der umgerechneten Gemeindedaten ist es auch möglich über die Wahlen hinweg die Ergebnisse in den Wahlkreisen zu ermitteln – selbst wenn diese sich leicht verändert haben in ihrem Zuschnitt. Eine Besonderheit stellen hier die Großstädte mit mehreren Wahlkreisen dar. Vor der Reform der Wahlkreise zur Wahl 2002 waren diese so unterschiedlich zu den heutigen, dass wir nur das Gesamtergebnis der Stadt anzeigen können.

Wie ist die Karte eingefärbt?

Die Partei, die am meisten Stimmen bekommen hat, bestimmt die Farbe des jeweiligen Wahlkreises auf der Karte. Je besser ihr Wahlergebnis, desto dunkler und kräftiger ist der Farbton. Wählen Sie stattdessen eine einzelne Partei aus, wird der Wahlkreis danach eingefärbt, wie hoch der Stimmenanteil dieser Partei im ausgewählten Jahr im Vergleich zu den anderen Wahlkreisen und im Vergleich zu den Vorwahlen war.

Was hat es mit Zweitstimmen und Erststimmen auf sich?

Bei der Bundestagswahl haben Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird ein Kandidat oder eine Kandidatin in ihrem Wahlkreis gewählt. Mit der Erststimme wird also die Direktwahl getroffen. Die Kandidierenden, die in ihrem Wahlkreis die Mehrheit der Erststimmen erhalten, sind gewählt, egal, wie knapp der Vorsprung war.

Mit der Zweitstimme wird für die Landesliste einer Partei gestimmt. Nach dem Verhältnis der Zweitstimmen wird der Anteil der Bundestagsmandate festgelegt, der auf die Parteien entfällt. Von diesen Gesamtmandaten einer Partei werden die Direktmandate (Erststimme) abgezogen. Die Mandate, die nach dem Abziehen der Direktmandate übrigbleiben, werden an die Kandidierenden auf den Landeslisten der Partei verteilt.

Auf der Karte werden standardmäßig für die Zweitstimmenergebnisse angezeigt. Sie können aber umschalten, sodass auch die Wahlergebnisse für die Erststimmen gezeigt werden. Diese sind allerdings auf Ebene der Gemeinden nur bedingt aussagekräftig, da die Direktkandidat:innen per Wahlkreis gewählt werden. Für das Jahr 2021 gibt es für einige Bundesländer noch keine Daten zu Erststimmen auf Gemeindeebene. Wir werden die Daten für weitere Bundesländer für Erststimmen sowie für eine detaillierte Aufschlüsselung der Sonstigen-Parteien nach und nach ergänzen.

Die Autorinnen und Autoren

Benedikt Brandhofer
Design
Nico Büttner
Datenaufbereitung
Tamara Flemisch
Entwicklung
David Meidinger
Datenaufbereitung & Entwicklung
Hendrik Lehmann
Koordination
Helena Wittlich
Text, Recherche & Datenaufbereitung
Veröffentlicht am 20. September 2021.
Zuletzt aktualisiert am 5. November 2021.