Folgen des Iran-Krieges:
Sprit, Märkte, Schiffe – die wirtschaftlichen Folgen im Live-Überblick
Der Krieg im Iran hat die Weltmärkte erschüttert – und wer in Deutschland tankt, spürt das trotz Waffenruhe weiterhin. Täglich aktualisierte Grafiken zeigen, wie sich Preise, Märkte und Schiffe aktuell verhalten.
Der Krieg im Iran hat die Weltmärkte erschüttert – und wer in Deutschland tankt, spürt das trotz Waffenruhe weiterhin. Täglich aktualisierte Grafiken zeigen, wie sich Preise, Märkte und Schiffe aktuell verhalten.
Der Preis, den Autofahrer an der Tankstelle zahlen müssen, ist das Ende einer langen Kette: Er hängt am Rohölpreis, der Rohölpreis hängt an den Handelswegen, die Handelswege hängen an der Weltpolitik.
Seit US-Präsident Donald Trump am 28. Februar 2026 den Krieg gegen den Iran begann, ist diese Kette unter Spannung. Benzin und Diesel kosten in Deutschland deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Wie viel genau, zeigen unsere Live-Grafiken – täglich aktualisiert mit den Werten vom Vortag.
Wie teuer ist Sprit aktuell?
Täglicher Durchschnittspreis für alle knapp 15.000 Tankstellen in Deutschland
Eine beispielhafte Tankfüllung mit 50 Litern Super kostete am 8. April 112 Euro – rund 24 Euro mehr als vor einem Jahr. Wer zweimal im Monat volltankt, zahlt also aktuell fast 50 Euro mehr als 2025.
Aber wie steht Deutschland im europäischen Vergleich da?
Im Osten weniger pro Liter, aber mehr vom Lohn
Kosten für eine Tankfüllung Benzin (50 Liter) je Land. Ansicht wechseln: absolut oder als Anteil des Monatseinkommens, das dafür aufgewendet werden muss.
Deutschland gehört zu den teuersten Tankländern der EU. Doch der Blick auf den reinen Literpreis trügt. In vielen Ländern, insbesondere in Osteuropa, sind die Löhne deutlich niedriger. Dort fällt eine günstigere Tankfüllung mit bis zu 13 Prozent des Nettoeinkommens stärker ins Gewicht, obwohl die Preise niedriger sind. Deutschland liegt mit knapp fünf Prozent im unteren Drittel.
Egal wo, der entscheidende Faktor hinter den hohen Preisen ist das Rohöl: Der Krieg im Iran hat dessen Preis auf dem Weltmarkt drastisch steigen lassen. Öl ist der Rohstoff für Benzin, Diesel und vieles mehr.
Rohöl: So viel kostet ein Barrel derzeit
Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent-Rohöl in US-Dollar
Der Ölpreis wiederum ist gestiegen, weil die iranische Staatführung einen zentralen Seeweg faktisch kontrolliert – und seit Kriegsbeginn blockiert: die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge wird ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert. Ist sie blockiert, sinkt die verfügbare Menge auf dem Weltmarkt. Dann steigt der Preis.
Das Nadelöhr
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) zählt, wie viele Schiffe pro Tag einen nicht umfahrbaren Punkt der Meerenge passieren. Die Grafik zeigt, wie sich der Schiffsverkehr seit Kriegsbeginn verändert hat.
Wie viele Schiffe passieren die Straße von Hormus?
Zahl der Schiffe, die einen definierten Messpunkt in der Straße von Hormus passieren (drei Tage Verzögerung)
Schiffe ohne aktive Transponder-Signale werden nicht gezählt, außerdem können in Konfliktregionen Signale gestört sein (z. B. GPS Jamming) – die tatsächliche Zahl kann also höher sein.
Auch an den Börsen hinterlässt der Krieg Spuren, und wer Geld dort investiert, spürt den Krieg im Depot. Das hat zwei Gründe: Erstens verteuern hohe Rohölpreise Produktion und Transport, was die Unternehmensgewinne belastet. Zweitens preisen Finanzmärkte Unsicherheiten wie einen Krieg mit globalen Auswirkungen sofort ein.
Ablesbar ist das zum Beispiel am MSCI World, einem der wichtigsten Aktienindizes weltweit. Er bildet Märkte aus 23 Industrieländern ab und gilt als Gradmesser für die globalen Aktienmärkte:
Der Aktienmarkt: Wie entwickelt sich der MSCI World?
Als Näherungswert zeigen wir die Entwicklung des ETFs iShares Core MSCI World (EUNL.DE).
Wie sich die wichtigsten Indizes entwickeln und was Experten erwarten, lesen Sie hier.
Was an der Zapfsäule oder im Depot sichtbar wird, ist letztlich dasselbe Phänomen: Eine Region, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, ist zum Unsicherheitsfaktor geworden, auch für Verbraucher in Deutschland. Die Grafiken auf dieser Seite aktualisieren sich täglich – schließlich kann sich die Lage täglich verändern.