Analyse in Karten: Ein hallisches Dorf trotzt dem blauen Sachsen-Anhalt

Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung. Wo sind ihre treuesten Wähler zu Hause, wo ihre erbittertsten Gegner? Ein detaillierter Blick auf die Wahlkarte.
Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung. Wo sind ihre treuesten Wähler zu Hause, wo ihre erbittertsten Gegner? Ein detaillierter Blick auf die Wahlkarte.
Salzwedel
Stendal
Gardelegen
Magdeburg
Halberstadt
Dessau
Wittenberg
Halle
Sangerhausen
Naumburg
Zeitz
Komplett blau – und doch das Ziel verfehlt
Mit der Landtagswahl hat sich die politisch dominierende Farbe in Sachsen-Anhalt verändert. Das Schwarz der CDU weicht in allen Gemeinden dem Blau der AfD. Ihr Ziel – eine absolute Mehrheit im Parlament – hat die rechtspopulistische Partei aber verpasst.
Der 15-Prozent-Ministerpräsident
Symptomatisch: Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze konnte seinen Wahlkreis in Magdeburg nicht gewinnen. In der Landeshauptstadt bekam die AfD doppelt so viel Stimmen wie die CDU.
Der 50-Prozent Herausforderer
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hingegen gewann in seinem Wahlkreis Genthin das Direktmandat mit 49 Prozent. Bei den Zweitstimmen liegt die AfD leicht darunter.
Wo Zwei Drittel blau wählen
Die AfD-Hochburgen allerdings waren andere Gemeinden. In Schwanebeck bei Halberstadt erreichte die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei fast 60 Prozent. In Plötzkau bei Bernburg knapp 63. Den höchsten Wert erreichte die AfD im südlichsten Zipfel des Landes: In Schnaudertal bei Zeitz wählten sie knapp 65 Prozent.
Blauer Aufstieg
Insgesamt ging es für die AfD überall nach oben. In Beendorf, unweit des niedersächsischen Helmstedt, legte die Partei beispielsweise auf 49,9 Prozent zu - ein Plus von 38 Punkten.
Schwarzer Absturz
Wie katastrophal der Absturz für die CDU ist, illustriert etwa das Ergebnis in Bärnstädt, südwestlich von Halle. Von über 47 Prozent fiel die Partei in der Gunst der Wähler auf unter 20.
Die Linke als Verlierer
Für die Linke war die Wahl eine Enttäuschung. Mit 8,6 Prozent landesweit blieb sie hinter ihrem Ergebnis von 2021 zurück. Vor allem aber gelang es ihr nicht, Menschen gegen die AfD zu mobilisieren. Anders als SPD und Grüne, die ihr Ergebnis jeweils verbessern konnten. Lediglich urbane Zentren wie Halle und Magdeburg stechen heraus.
Auf den Newcomer kommt es an
Dem BSW dürfte bei der Regierungsbildung eine besondere Aufgabe zukommen. Als einzige Partei scheint sie gewillt zu sein, einen AfD-Ministerpräsidenten mitzutragen. Bei der Wahl vor fünf Jahren nicht dabei, sprang die Partei in vielen Gemeinden auf anhieb über die fünf Prozent. Das stärkste Ergebnis erzielte das BSW in Loitsche-Heinrichsberg, einer Gemeinde mit knapp 1000 Einwohnern.

Die AfD gewinnt die Landtagswahl auf ganzer Linie und in allen Gemeinden. Während CDU und Linke die Menschen nicht mobilisieren konnten, um eine mögliche rechtpopulistisch geführte Regierung zu verhindern, haben SPD und Grüne mit dieser Taktik offenbar gepunktet.

Salzwedel
Stendal
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Magdeburg
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Sangerhausen
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Halle III
Das hallische Dorf
Gallische Dörfer, die sich gegen die AfD-Mehrheit absetzen, sucht man bei dieser Wahl zwar vergeblich. In einem einzigen Wahlkreis allerdings konnten sich die Grünen behaupten: In Halle III gaben ihnen knapp 34 Prozent ihre Stimme. Die AfD holte in dem Bezirk, in dem auch die Universität liegt, ihr landesweit schwächstes Ergebnis mit 18,7 Prozent.
Wahlergebnis in Halle III
Grüne
33,7%
AfD
18,3%
Linke
13,8%
SPD
13,4%
CDU
11,3%
FDP
2,7%
Sonst.
6,7%

Hier können Sie die Wahlergebnisse im Detail betrachten: Zur interaktiven Karte