Karte zur Wahl in Sachsen-Anhalt: So hat Sachsen-Anhalt gewählt – alle Ergebnisse nach Wahlkreisen und Gemeinden

Sachsen-Anhalt hat einen neuen Landtag gewählt. Finden Sie heraus, wo wie gewählt wurde und wie sich die Ergebnisse verändert haben.
Sachsen-Anhalt hat einen neuen Landtag gewählt. Finden Sie heraus, wo wie gewählt wurde und wie sich die Ergebnisse verändert haben.
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, BKG 26, Landesportal Sachsen-Anhalt 2026. · Karte: © OpenMapTiles, © OpenStreetMap contributors

Überall Blau: In keiner einzigen Gemeinde Sachsen-Anhalts liegt eine andere Partei vorn als die AfD. Insgesamt erhielt sie 43,8 Prozent der Zweitstimmen und hat damit ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl mehr als verdoppelt. Die CDU verliert fast die Hälfte ihrer Stimmanteile und liegt abgeschlagen auf Platz zwei.

Wo die Parteien ihre Hochburgen haben - und wo sie besonders schwach sind
Zweitstimmenanteile bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Jede Karte zeigt die Ergebnisse einer Partei, dunklere Gemeinden bedeuten höhere Anteile.
AfD
43,8% (+23)
Magdeburg
CDU
17,2% (−19,9)
SPD
9,3% (+0,9)
Grüne
8,9% (+3)
Linke
8,6% (−2,4)
BSW
5,3%
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Einen Vorgeschmack auf das, was kommt, gab es schon vor zehn Jahren. Aus dem Stand holte die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gut 24 Prozent der Zweitstimmen. Als Newcomer zog die rechtspopulistische Partei 2016 in den Magdeburger Landtag ein – mit der zweitgrößten Fraktion nach der CDU.

Unsere Karte zeigt für jede Gemeinde und jeden Wahlkreis das vorläufige amtliche Endergebnis. Sie können zwischen Erst- und Zweitstimmen umschalten und den Slider bewegen, um die Ergebnisse mit den Wahlergebnissen seit 1990 zu vergleichen.

DVU-Hochburg und PDS-toleriert

Dann zeigt sich: Ganz neu ist ein solch turbulenter Umschwung der politischen Verhältnisse für die Sachsen-Anhalter nicht. 1998, acht Jahre nach der deutschen Einheit, verlor die CDU krachend, stürzte in der Gunst der Wählerinnen von knapp 35 auf 22 Prozent.

Großer Gewinner damals: die rechtsextreme DVU, die aus dem Stand fast 13 Prozent der Stimmen einsammelte. Es war das beste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die SPD das Land bereits vier Jahre lang in einer Minderheitsregierung mit den Grünen regiert – toleriert von der SED-Nachfolgepartei PDS, heute Die Linke.

Die bis dato schwarz dominierte politische Landkarte färbte sich rot und Ministerpräsident Reinhard Höppner führte das Land vier weitere Jahre, allerdings ohne die Grünen und mit Tolerierung durch die PDS.

Sachsen-Anhalter wählen oft ungewöhnlich

Man könnte also den Eindruck gewinnen, dass die Sachsen-Anhalter Lust auf politische Experimente haben. Der Begriff „Magdeburger Modell“ jedenfalls schaffte es sogar bis nach Berlin, wo SPD und Grüne sich Anfang des Jahrtausends übergangsweise für ein Jahr von der PDS tolerieren ließen.

Das alles ist lange her, beinahe ein Vierteljahrhundert. Und ebenso lange regiert in Magdeburg die CDU. Eine ziemlich konservative Angelegenheit, wie auch die Karte zeigt.

Seinem Ruf als politisches Versuchslabor wurde das Land jedoch auch in dieser Zeit gerecht. 2016 bildeten CDU, SPD und Grüne unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Deutschlands erste sogenannte Kenia-Koalition.

Experten sagten dem Zweckbündnis keine lange Zukunft voraus. Es hielt jedoch über die volle Legislaturperiode. 2021 löste eine „Deutschland“-Koalition aus CDU, SPD und FDP das bisherige Drei-Parteien-Bündnis ab.

Wie geht es in Sachsen-Anhalt weiter?

Für eine Alleinregierung der AfD reichte es am Ende knapp nicht, die Koalitionsbildung dürfte schwierig werden. Hier können Sie mehr dazu lesen.