Karte zur Wahl in Sachsen-Anhalt: Alle Ergebnisse der Wahlkreise und Gemeinden live

Sachsen-Anhalt hat einen neuen Landtag gewählt, derzeit wird ausgezählt. Auf unserer Karte zeigen wir live die Ergebnisse im Detail, sobald sie einlaufen.
Sachsen-Anhalt hat einen neuen Landtag gewählt, derzeit wird ausgezählt. Auf unserer Karte zeigen wir live die Ergebnisse im Detail, sobald sie einlaufen.
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, BKG 26, Landesportal Sachsen-Anhalt 2026. · Karte: © OpenMapTiles, © OpenStreetMap contributors

Einen Vorgeschmack auf das, was kommt, gab es schon vor zehn Jahren. Aus dem Stand holte die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gut 24 Prozent der Zweitstimmen. Als Newcomer zog die rechtspopulistische Partei 2016 in den Magdeburger Landtag ein – mit der zweitgrößten Fraktion nach der CDU.

Seit 18 Uhr sind die Wahllokale geschlossen, nun werden die Stimmen ausgezählt. Die AfD rund um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund liegt deutlich vorn bei über 40 Prozent. Die CDU, die mit Sven Schulze aktuell den Ministerpräsidenten stellt, abgeschlagen auf Rang 2.

Unsere Karte aktualisiert sich laufend. Für jede Gemeinde und jeden Wahlkreis zeigt sie das aktuelle Auszählungsergebnis, und zwar ab einem Auszählungsstand von 30 Prozent. Handelt es sich um einen Zwischenstand aus dem Wahlkreis oder der Gemeinde, sind die Ergebnisse schraffiert.

Sie können zwischen Erst- und Zweitstimmen umschalten und den Slider bewegen, um die Ergebnisse mit den Wahlergebnissen seit 1990 zu vergleichen.

DVU-Hochburg und PDS-toleriert

Ganz neu wäre eine solche Erosion der politischen Verhältnisse für die Sachsen-Anhalter nicht. 1998, acht Jahre nach der deutschen Einheit, verlor die CDU krachend, stürzte in der Gunst der Wählerinnen von knapp 35 auf 22 Prozent.

Großer Gewinner damals: die rechtsextreme DVU, die aus dem Stand fast 13 Prozent der Stimmen einsammelte. Es war das beste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die SPD das Land bereits vier Jahre lang in einer Minderheitsregierung mit den Grünen regiert – toleriert von der SED-Nachfolgepartei PDS, heute Die Linke.

Die bis dato schwarz dominierte politische Landkarte färbte sich rot und Ministerpräsident Reinhard Höppner führte das Land vier weitere Jahre, allerdings ohne die Grünen und mit Tolerierung durch die PDS.

Sachsen-Anhalter wählen oft ungewöhnlich

Man könnte also den Eindruck gewinnen, dass die Sachsen-Anhalter Lust auf politische Experimente haben. Der Begriff „Magdeburger Modell“ jedenfalls schaffte es sogar bis nach Berlin, wo SPD und Grüne sich Anfang des Jahrtausends übergangsweise für ein Jahr von der PDS tolerieren ließen.

Das alles ist lange her, beinahe ein Vierteljahrhundert. Und ebenso lange regiert in Magdeburg die CDU. Eine ziemlich konservative Angelegenheit, wie auch die Karte zeigt.

Seinem Ruf als politisches Versuchslabor wurde das Land jedoch auch in dieser Zeit gerecht. 2016 bildeten CDU, SPD und Grüne unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) Deutschlands erste sogenannte Kenia-Koalition.

Experten sagten dem Zweckbündnis keine lange Zukunft voraus. Es hielt jedoch über die volle Legislaturperiode. 2021 löste eine „Deutschland“-Koalition aus CDU, SPD und FDP das bisherige Drei-Parteien-Bündnis ab.

Worauf es heute Abend ankommt

Eventuell könnte der AfD eine relative Mehrheit von mehr als 40 Prozent reichen, um allein zu regieren. Das allerdings hängt davon ab, wie viele Parteien in den sachsen-anhalter Landtag einziehen. Hier können Sie mehr dazu lesen.