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Corona-Fälle weltweit
Das Virus in Echtzeit

Die wichtigsten Zahlen zu Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus in Deutschland und weltweit.
Die wichtigsten Zahlen zu Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus in Deutschland und weltweit.

Ein Virus kennt keine nationalen Grenzen. Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 hat das schon jetzt unter Beweis gestellt. Kleiner als die Poren von üblichen Atemschutzmasken breitet sich das Virus aus. Es tut das zunehmend international – entlang der vitalen Adern unserer vernetzten Welt: entlang der Zug-, Flug- und Schiffs­verbindungen. Und es verbreitet sich dort, wo wir zusammenkommen: in den Büros, Cafés, auf den Märkten.

Auf dieser Seite sammeln wir die neuesten Zahlen über die Entwicklung des neuartigen Coronavirus. Sie werden aus verschiedenen Quellen automatisch aktualisiert und sollen einen kontinuierlichen Überblick liefern. [Alle Zahlen nach Landkreisen und Bundesländern gibt es in diesem Artikel].

Die ersten bekannten Symptome traten am 1. Dezember 2019 in Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei auf [Hier können Sie erkunden, wie sich das Virus am Anfang von einem Markt aus verbreitet hat]. Am 13., 15. Und 20. Januar meldeten Thailand, Japan und Südkorea erste Infektionen. Am 25. Februar überstieg die Zahl der Neuinfektionen außerhalb Chinas erstmals die Zahl der Neuinfektionen in China. Am 28. Januar wurde der erste Coronavirus-Fall in Deutschland gemeldet, am gleichen Tag wie in Italien. Die folgende Grafik zeigt, dass das exponentielle Wachstum der Infizierten in Italien aber wesentlich früher begann als in Deutschland. Allerdings ist leicht verzögert inzwischen auch in Deutschland eine starke Zunahme der Fälle zu erkennen.

Interaktive Weltkarte aller bestätigten Coronavirus-Fälle

Die Johns Hopkins University in Baltimore sammelt alle bestätigten Fälle in einer globalen Datenbank. Das amerikanische Center for Disease Control bewertet außerdem, welche Länder aktuell gefährlich für Reisende sind und welche besonders von gefährdeten Gruppen gemieden werden sollten. Inzwischen werden Reisen in die meisten Länder empfohlen, zu vermeiden. Fahren Sie über ein Land für mehr Informationen!

Vorsicht geboten
Für gefährdete Gruppen zu meiden
Nicht nötige Reisen vermeiden

Laut dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation liegt die bisherige Sterblichkeitsrate bei 3,4 Prozent der bekannten Infizierten mit dem Virus SARS-CoV-2. Das Robert-Koch-Institut nimmt bisher hingegen eine Sterblichkeitsrate von ungefähr einem Prozent an. Der Berliner Virologe Christian Drosten geht sogar nur von 0,3 bis 0,5 Prozent aus.

Das größte Problem bei den Berechnungen der Sterblichkeitsraten liegt auf der Hand: Logischerweise kann man erst gesund werden oder sterben, nachdem man krank war. Deswegen waren am Anfang vor allem steigende Zahlen an Infizierten zu verzeichnen. Dann nahm – zeitversetzt – auch die Zahl der geheilten Patientinnen und Patienten stark zu. Und zwar zunächst wesentlich stärker als die Zahl der Gestorbenen. Die Johns Hopkins University verzeichnete am 1. März erstmals mehr Geheilte als Infizierte. Diese Dynamik kehrte sich danach allerdings wieder um.

Die Daten zeigen auch, dass sich SARS-CoV-2 in China schon seit Mitte Februar immer langsamer ausbreitet. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen nimmt dort also ab. In demselben Zeitraum nimmt die Verbreitungsgeschwindigkeit im Rest der Welt hingegen zu. Das erklärt sich vor allem durch die Zeitverzögerung zwischen Ansteckung und dem ersten Auftauchen der Symptome.

Seit dem 6. März steigt die Zahl der Neuinfizierten weltweit wieder jeden Tag stark an. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung sehr anschaulich.

Dass die Verbreitung in China inzwischen immer langsamer voranschreitet, liegt unter anderem an den starken Quarantäne- und Aufklärungsmaßnahmen. In Europa breitete sich das Virus bislang je nach Land zeitlich versetzt aus. Besonders viele Fälle gibt es in Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland.

Die absoluten Zahlen je Land können jedoch täuschen. Denn 1000 Covid-19 Patienten in einem Land mit zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sind für das dortige Gesundheitssystem eine weit größere Herausforderung als 1000 Patienten in einem Land mit über einer Milliarde Einwohnern. Die folgende Tabelle zeigt daher die Infizierten pro Kopf für alle derzeit betroffenen Länder.

Nun wird der weitere Verlauf der Epidemie vor allem davon abhängen, wie gut es gelingt, weitere Übertragungen einzudämmen. Dafür ist nach aktuellem Erkenntnisstand die persönliche Hygiene mindestens genauso wichtig wie die Isolation von Erkrankten.

Dadurch, dass die Symptome des Virus bei einem milden Verlauf schwer erkennbar sind, ist es nahezu unmöglich, alle Fälle zu entdecken. Alle aktuellen Zahlen über die Verbreitung sind also immer nur Annäherungswerte. Hier sind die derzeit bekannten Fälle von SARS-CoV-2 in den deutschen Bundesländern.

Wie hält man eine solche Epidemie auf? Warum das so schwer ist, zeigt folgende Grafik. Denn ein Mundschutz kann zwar dazu beitragen, Übertragungen zu begrenzen, sie aber nicht vollkommen stoppen.

Weil das Virus oft durch Husten oder Niesen übertragen wird, sollten vor allem Erkrankte solch einen Schutz tragen. So kann verhindert werden, dass größere Tröpfchen mit Viren nicht auf eine andere Person oder einer Oberfläche landen. Werden die N95-Atemschutzmasken korrekt genutzt, filtern sie 95 Prozent der Partikel und Tröpfchen heraus, die sich in der Luft befinden. Die WHO empfiehlt, eine Maske nur zu tragen, wenn man selbst infiziert ist oder sich um eine Person kümmert, die infiziert ist. Warum die Wirkung der Masken für gesunde Mensche sehr fragwürdig ist, zeigt folgende Grafik.

Quelle: South China Morning Post, Infografik: Katrin Cremer, Felix Möller

Also: Händewaschen und Zuhause bleiben im Krankheitsfall bringt allen mehr als Hamsterkäufe und Schutzmasken. Aber wie gefährlich ist das Virus nun für Menschen? Die Symptome sind in den meisten Fällen ähnlich wie bei der Grippe. Fieber, Husten, Gliederschmerzen – all das können auch Symptome einer Influenza sein. Eine chinesische Expertengruppe zur Untersuchung des Coronavirus hat Daten zu 1099 Patienten ausgewertet, die in China an dem Virus erkrankt waren. Dabei erkrankten nur 16 Prozent von ihnen schwer. Im Durchschnitt bekamen 88,7 Prozent im Verlauf der Krankheit Fieber, 67,8 Prozent hatten Husten und nur rund 14 Prozent der Erkrankten zeigten Halsschmerzen als Symptom.

Wie schwer die Krankheit Covid-19 verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die größten belegten Unterschiede beim Krankheitsverlauf gibt es vor allem je nach Alter der Infizierten. Das zeigt eine große Analyse von über 50.000 chinesischen und südkoreanischen Fällen. Demnach beträgt die Sterblichkeitsrate in China bei jüngeren Menschen gerade einmal 0,1 Prozent. Demnach läge die Wahrscheinlichkeit, als junger Mensch an dem Virus zu sterben bei gerade einmal 1 zu 1000.

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Börse

Leute müssen zuhause bleiben, anstatt zur Arbeit zu gehen und vor allem in China – der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt – werden weniger Waren verkauft. Die Börse reagiert darauf zunehmend negativ. An mehreren Tagen verloren sowohl DAX als auch Dow Jones dramatisch, wie die folgende Grafik zeigt.

Während das Virus die großen Indizes vor allem negativ beeinflusst, weil viele Firmen ihre Gewinnerwartungen nach unten korrigieren mussten, verzeichnen andere Firmen starke Zuwächse. Zum Beispiel diejenigen, deren Geschäftsmodell darauf basiert, dass Leute zu Hause vor dem PC sitzen. Ein großer Gewinner des Coronavirus-Ausbruchs ist Netflix. Die Aktie des Streaming-Dienstes ist zwischen Anfang Januar und Anfang März um rund 13 Prozent gestiegen, am 2. März erreichte sie einen Wert von 332,55 Euro. Ebenfalls stark profitierte der Arbeits-Messenger-Dienst Slack. Inzwischen fallen beide Aktien jedoch zusammen mit den großen Indizes teileise wieder ab. Auch Lieferdienste und Versandhändler für Sextoys melden bereits erste Umsatzsteigerungen.

Am Rennen um den Impfstoff ist unter anderem der US-amerikanische Konzern Novavax beteiligt. Die Aktie dieses Konzerns hat ihren Wert zwischen Anfang Januar und Ende Februar mehr als verdreifachen können. Seit Anfang März verliert die Aktie allerdings wieder.

Weniger gut wirkt sich das Virus auf die Aktien derjenigen aus, die ihr Geld mit der globalen Mobilität der Menschen verdienen, zum Beispiel zahlreiche Reiseanbieter. In der Grafik ist zu sehen, dass die Aktie der chinesischen Fluglinie Air China seit Beginn des Jahres deutlich Verluste hinnehmen musste. Anfang März konnte der Kurs der Fluglinie sich jedoch wieder stabilisieren.

Düster sieht es auch mit der Aktie von Carnival Corporation aus. Die Firma betreibt zahlreiche Kreuzfahrtschiffe. Unter anderem zählt dazu das Schiff Diamond Princess, auf dem zahlreiche Infektionen mit dem neuen Virus festgestellt wurden. Es musste deswegen über mehrere Wochen vor Yokohama, Japan in Quarantäne liegen. Seit Mitte Januar hat die Aktie des Konzerns mehr als sechzig Prozent ihres Werts verloren.

Die wichtigsten weiteren Artikel zum Coronavirus

Wie das Virus global in der Welt verbreitet können Sie im Zeitverlauf auf unserer interaktiven Karte anschauen.

In welchen Landkreisen in Deutschland es bisher die meisten Infizierten gibt sehen Sie auf unserer interaktiven Karte.

Wie sich der Verkehr wegen des Coronavirus verändert hat lesen Sie hier.

Alle aktuellen Nachrichten und Reaktionen zum Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es immer aktuell im Tagesspiegel News-Blog zum Coronavirus

Die aktuellsten News zum Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin werden kontinuierlich in unserem Newsblog für Berlin geemldet.

Wie sich das neue Coronavirus am Anfang ausgebreitet hat und welche Faktoren die Verbreitung begünstigt haben, können Sie auf Multimedia-Karten erkunden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Virus haben die Kolleginnen und Kollegen in einer Faktensammlung kompakt zusammengestellt.

Welche Maßnahmen vor einer Infektion schützen können haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Daten und Quellen
Zu den Zahlen und Darstellungen

Hier machen wir transparent, woher die Informationen und manche der Ideen aus diesem Artikel stammen. Sollten Sie Fehler finden oder bessere Echtzeit-Datenquellen kennen, schreiben Sie uns gerne eine Mail an digital@tagesspiegel.de.

Weltweite Fallzahlen zum Coronavirus

Globale Daten zu den Infektionsfällen werden vom Center for Systems Science and Engineering der Johns Hopkins University in Baltimore aus einer Vielzahl von Quellen zusammengetragen, und auf einem eigenen Dashboard visualisiert. Wir beziehen die Daten in regelmäßigen Abständen automatisiert von dem Github-Projekt, wo die Universität die Daten zum Download anbietet. Sie werden in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Dabei kann es zu Verzögerungen kommen, bis verschiedene Länder ihre Fälle bestätigt und anschließend weitergemeldet haben.

Coronavirus-Fallzahlen in den deutschen Bundesländern

Die Fallzahlen in den deutschen Bundesländern werden vom Robert Koch-Institut veröffentlicht. Wir überprüfen die Webseite automatisiert in regelmäßigen Abständen und aktualisieren damit die Darstellung zu den Fallzahlen nach Bundesländern.

Einschränkungen der Daten zum Coronavirus

Wie zuverlässig die Zahl der gemeldeten Fälle sind, hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise davon, wie schnell die Betroffenen zum Arzt gehen, ob das Virus erkannt wird und wie es von den offiziellen Stellen weitergemeldet wird. Bei allen Quellen handelt es sich um Aggregatoren, also Sammelstellen für die Meldungen aus unterschiedlichen Gebieten. Auch dadurch kommt es zu Zeitverzögerungen und Unterschiede zwischen verschiedenen Meldungen.

Es ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten unbekannt ist, da nach aktuellem Erkenntnisstand Menschen auch nur sehr milde Symptome aufweisen können, obwohl sie mit dem Virus infiziert sind. Alle Datenquellen sind daher als Näherungswerte anzusehen.

Warnungen vor Reisen

Die Reisewarnungen für die betroffenen Länder beziehen wir vom Centers for Disease Control and Prevention, einer Behörde des US-Gesundheitsministeriums. Es vergibt Reisewarnungen in mehreren Stufen. Das Auswärtige Amt hat bislang (Stand: 03.03.2020) eine Teilreisewarnung für die chinesische Provinz Hubei ausgesprochen, rät aber von unnötigen Reisen nach China und in Teile Italiens ab. Weitere Informationen zu besonders riskanten Gebieten stellt das Robert Koch-Institut auf einer eigenen Webseite zur Verfügung.

Darstellungsweise

Die Darstellung aller Fälle auf einer Weltkarte orientiert sich an einer Grafik der New York Times. Wir haben die gestalterische Idee aus jenem Artikel weiterentwickelt zu einer interaktiven Weltkarte.

Wir verfolgen außerdem regelmäßig die hervorragende visuelle Aufbereitung der SARS-CoV-2-Empidemie durch die South China Morning Post, deren beste Überblicksartikel Sie hier und hier finden.

Autoren

Yannik Achternbosch
Text & Recherche
Katrin Cremer
Infografik
Michael Gegg
Webentwicklung & Scraping
Manuel Kostrzynski
Design
Hendrik Lehmann
Text & Koordination
David Meidinger
Webentwicklung & Datenverarbeitung
Veröffentlicht am 3. März 2020.
Zuletzt aktualisiert am 1. April 2020.